Comic-Tipp: The Age of Ultron









Ja, das ist der Titel des nächsten Avengers-Films, aber es ist auch ein Comic. Der läuft gerade als Heft-Serie bei Panini und sorgt für einige Kontroversen.

Man mag oder haßt diese Geschichte. Warum eigentlich? Es ist doch irgendwie ein Klon aus „Terminator“, „Butterfly Effekt“ und „Avengers Forever“, und alle Vorlagen sind gut.  Wenn man das ordentlich mischt, kann es doch nicht schlecht werden – oder?

Die harten Fakten: „The Age of Ultron“ ist in den USA eine  10teilige Heftserie gewesen, die dem Käufer dort natürlich mit kleinen Geschichten in anderen Serien zum Kauf dieser anderen Serien ermunterte. Ein Cross-Over also. Die kommen so sicher wie die Steuererhöhung nach der Wahl und man sollte sich dabei über nichts wundern. Meist gipfelt solch ein „Event“ in einem das ganze Comic-Universum erschütternden Ereigniss – dass dann allerdings nur einige Monate bestand hat und danach kann sich der Verlag dann wieder dem Tagesgeschäft zuwenden, nämlich der Vorbereitung auf das nächste gigantische Cross-Over.

Die Liste der Zeichner liest sich gut, allerdings sehen sich die Ergebnisse der unterschiedlichen Zeichner ähnlich – das verleiht der Serie eine gewisse Kontinuität. Kontinuität bei einem (Vorsicht! Spoiler!) Zeitreise-Abenteuer ist gar nicht das Verkehrteste lieber Leser!

Der Böse der Geschichte ist – und das kann man verraten ohne den Hauch eines Spoilers – Ultron. Ultron ist ein Roboter, der vom Avenger Henry Pym (Ant-Man oder Yellow Jacket oder Goliath oder Giant-Man) erbaut wurde. Der Avenger Vision ist übrigens  eine Art guter Ultron und schon deswegen wichtig für diese Geschichte. Ultron überrennt schon zum Start der Serie die Erde und legt mit seinem großen Plan, der Ausrottung der Spezies Mensch, recht erfolgreich los. Das lässt Captain America verzweifeln und wir sehen den patriotischsten und pathetischsten Helden von allen zusammengekauert in der Ecke sitzen. Das tut dem altgedienten Rächer (unter diesem Namen wurden die Avengers früher in Deutschland an das Kind gebracht) Fan richtig weh und dabei darf es nicht bleiben. Nachdem die letzten Helden rausgekriegt haben, wo Ultron zu finden ist, brechen sie zum Kampf gegen den Feind auf – alle? Nein, zwei sehen die Lösung in einer (ohne Spoiler geht es leider nicht) anderen Zeitreise.

Ganz klar, es wird in Tränen enden. Auf dem Weg zu diesem Ende werden etliche guten Avengers Kämpfe zitiert. Der Kree/Skrull-War und Earth-X sind eben auch tolle Erzählungen, natürlich muss man an die immer wieder erinnern. Und auch alte englische nicht Marvel Comics werden wieder erwähnt. Nachdem schon Dan Dare einen Spross bei den Avengers hat, taucht nun ein Mädchen mit magischen Fußballschuhen auf – wenn die mal nicht dem Billy gehörten.

Die Zeichnungen sind düster. Ein wenig Earth-X nur viel bunter. Das passt wunderbar zu den in Trümmern liegenden Städten. Leider gehen dabei die besonderen Stile von Hitch oder Pacheco unter.

Also: Ultron beherrscht die Erde - das wird sich natürlich ändern -, und am Ende wird das Marvel-Universum nicht mehr das Gleiche sein – wie oft muss man diesen Satz noch lesen? Eigentlich weiß jetzt jeder halbwegs Interessierte was er wissen muss. Glücklicherweise nicht. Hier gibt es deutlich weniger Versionen der Historie als in „Avengers Forever“ oder „Butterfly Effekt“, was das Lesen deutlich erleichtert. Dennoch gibt es genug Variationen, um Spaß zu machen. Und es wird hart für einige Helden. „The Age of Ultron“ ist knüppeldick auf die Tränendrüse geschrieben, und es funktioniert. Und wenn am Fast-Ende kleine Korrekturen an der Realität vorgenommen werden, kann man sehr schön die alten Hefte wieder rausholen und nachschauen, wo genau das andere Ende der Geschichte eingeläutet wird.

Die Serie ist lesenswert genug um sich ein eigenes Bild zu machen und zu entscheiden, ob man zu den Liebhabern oder den Gegnern dieser Geschichte gehört.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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