DC Comics

DC-Comics-Premiere: Königin der Meere erstmals solo unterwegs

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DC Logo

Nach Jahrzehnten an der Seite Aquamans sah man bei DC Comics offenbar die Zeit gekommen, um Arthur Currys großer Liebe Mera, die in Justice League im Übrigen von Amber Heard verkörpert wird, (zumindest temporär) einen Platz in der ersten Reihe zuzugestehen. Man hat sich nämlich dazu entschlossen, der Atlanterin ihre erste Solo-Serie zu spendieren, für die Dan Abnett verantwortlich zeichnen wird: Mera: Queen of Atlantis.

Eigentlich könnte man meinen, der Brite hätte aktuell genug zu tun. Mit Titans Hunt ebnete der Autor vor einiger Zeit bereits den Weg für die Wiedergeburt des neuen DC-Universums. Die Aquaman-Heftserie durfte er schon kurz vor Beginn der neuen Ära übernehmen und um die Titans kümmert er sich ganz offiziell, seit der erste Comic des Verlags mit Rebirth übertitelt worden ist. Nun also noch eine weitere sechsteilige Mini-Serie?

Betrachtet man beispielsweise, an wie vielen Titeln sein künftiger Kollege Brian Michael Bendis zumeist zeitgleich arbeitet, relativiert sich das jedoch recht schnell. Für die Gestaltung der Panels wird Lan Medina (Aquaman and the Others) zuständig sein und für die der Cover Zeichnerin Nicola Scott (Wonder Woman: Year One).

Inhaltlich wird - wie auch in Aquaman - der in Atlantis tobende Bürgerkrieg weiterhin das bestimmende Thema sein - unter anderem wird sogar Arthur Currys Bruder Orm, der berühmt-berüchtigte Ocean Master sein Comeback feiern, was bekanntermaßen nie etwas Gutes für das Mitglied der Justice League bedeuten kann.

Die erste Ausgabe erscheint in den USA voraussichtlich am 28. Februar 2018.

Kevin Feige über die Rivalität der Fans von Marvel & DC

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Marvel-Logo

Crave hat mit Kevin Feige, Chef der Marvel-Studios, ausgiebig über Thor: Tag der Entscheidung gesprochen. Wer sich das komplette Interview durchlesen möchte, sollte den Film gesehen haben, da es Spoiler auf die Handlung beinhaltet.

Im Laufe des Gespräch befragte man Feige aber auch über die Zwistigkeiten und Rivalität der Fans von Marvel und DC, die auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen ausgetragen werden. Feige kann diese nicht so recht nachvollziehen, wie er erzählt:

"Ich halte das für lächerlich. Meiner Meinung nach sind Filme etwas Tolles. Die Leute sollten rausgehen und tolle Filme unterstützen. Ich unterstütze Filme und fand Wonder Woman großartig. Ich kann's nicht erwarten herauszufinden, was Geoff Johns und Joss [Whedon] und der Rest der Bande aus Justice League gemacht haben. Ich vermute, dass Menschen Rivalität mögen, oder? Ich weiß nicht. Aber ich treffe mich in einigen Wochen mit Geoff Johns zum Abendessen. Wir waren zusammen auf diesem Dick-Donner-Event. Dicks Superman ist immer noch der beste Archetyp eines Superhelden-Films. Also ja, schaut euch coole Filme an. Worüber streitet ihr überhaupt?"

Aktuell läuft Thor: Tag der Entscheidung in den Kinos, in der kommenden Woche startet Justice League am 16. November in den deutschen Kinos.

Comic-Beben: Marvel-Urgestein Brian Michael Bendis wechselt zu DC

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DC Logo

Damit hätten wohl nur die wenigsten gerechnet: Nach beinahe 17 Jahren wechselt mit Brian Michael Bendis einer der bekanntesten Marvel-Kreativen exklusiv zum großen Konkurrenten. DC gab am Dienstagmorgen auf Twitter den Coup bekannt, und der Autor selbst bestätigte die Meldung wenig später mit folgendem Tweet:

 

"Es stimmt wirklich. Ich liebe euch alle. Veränderung ist gut. Veränderung ist gesund. Ich platze förmlich vor Ideen und Einfällen. Details folgen! Bleibt gespannt!"

 

Bendis kam 2000 zu Marvel Comics, wo er sich zunächst Peter Parker respektive dessen Alter Ego annahm. In seiner Ultimate-Spider-Man-Reihe erzählte er die Geschichte des Wandkrabblers völlig neu. Auf der Basis dieser entstand Der Ultimative Spider-Man (2012 - 2017), bei der es sich laut Aussage der meisten Fans um eine der besten Zeichentrickserien der Kreativschmiede handelt, und für die der mehrfache Eisner-Award-Gewinner maßgeblich verantwortlich zeichnete.

Ob Daredevil, die Avengers oder die X-Men, so ziemlich alle großen Helden blicken auf eine Zeit zurück, in denen Brian Michael Bendis deren Abenteuer erdachte. Kritiker werfen ihm seit jeher vor, dass er dabei zu oft die Gesamtkontinuität des Comic-Universums missachten würde, während seine Befürworter in diesem Kontext eher von großem Einfallsreichtum sprechen. Vor allem ist er aber auch der Erfinder von Jessica Jones und dem ersten Nicht-Peter-Parker-Spidey Miles Morales.

Multitalent Bendis schrieb außerdem mehrere Episoden von Powers, der Realserienadaption des auf ihn zurückgehenden Comics gleichen Namens, und hat ebenfalls schon an diversen Videospielen entscheidend mitgewirkt. Deshalb wird auch längst darüber spekuliert, ob DC ihn nicht eigentlich als Allzweckwaffe sieht, die etwa das Drehbuch für einen der nächsten DCEU-Filme beisteuern, eine neue Animated Series respektive einen neuen Animated Movie mit auf den Weg bringen oder das nächste Erfolgs-Game nach zwei Injustice- und mehreren Arkham-Teilen mitentwickeln könnte.

Im Zusammenhang mit dieser Verpflichtung kam zudem das Gerücht auf, dass ein sehr renommierter Ex-Marvel-Kopf ebenfalls kurz davorstehen könnte, bei DC anzuheuern: Jonathan Hickman. Dieser postete nämlich auf Twitter die berühmte Abschlussszene aus Der Club der toten Dichter, in der Schüler auf den Tischen stehend ihrem von Robin Williams dargestellten scheidenden Lehrer Keating mit dem legendären Satz "O Captain! My Captain!“ aus dem gleichnamigen Gedicht Bewunderung und Respekt zollen. Bendis gilt als großer Förderer von Hickman - insbesondere in seiner Anfangszeit bei Marvel Comics -, weshalb die im Raum stehende Deutung nicht vollkommen abwegig erscheint.

Die Reaktion des einstigen Arbeitgebers der beiden Top-Autoren ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Chief Creative Officer Joe Quesada drückte einerseits sein Bedauern aufgrund des Abschieds seines langjährigen Freundes aus, wünschte ihm andererseits allerdings gleichzeitig alles Gute und kündigte darüber hinaus noch an, dass 2018 ein tolles Jahr für Marvel-Fans werde - inklusive der einen oder anderen Überraschung.

Comic-Fans beider Lager stehen folglich offenbar spannende Monate bevor.

DC-Comic-Kritik: All-Star Batman 1: Mein schlimmster Feind (Rebirth)

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All-Star Batman

Es wurde bereits an anderer Stelle erläutert, was Scott Snyders jüngste Werke auszeichnet und weshalb er mittlerweile eindeutig zu den ganz Großen der Branche gehört. Besagte Ausführungen waren allerdings eher allgemeiner Natur, weshalb in diesem Beitrag noch einmal etwas detaillierter auf seine vielleicht wichtigste inhaltliche Entscheidung in Bezug auf "The Caped Crusader" eingegangen werden kann: seinen Umgang mit den Fledermaus-Antagonisten!

Wer sich nur oberflächlich mit dem The-New-52-Run des Ausnahmeautors beschäftigt hat, könnte jetzt einwenden, dass es nicht wahnsinnig innovativ sei, große Batman-Storys zu erzählen, in denen der Joker Gotham bedroht. Wer sich jedoch die Mühe macht und etwas genauer hinsieht, wird erkennen, dass insbesondere sein Umgang mit einem der ikonischsten Comic-Bösewichte überhaupt beinahe einmalig war.

Dass der “Clown Prince of Crime“ im wahrsten Sinne des Wortes ein neues Gesicht bekam, man ihn aber dennoch ganz eindeutig als Erzfeind des Dunklen Ritters identifizieren konnte, hat daher auch nichts mit Effekthascherei zu tun oder einem Wow-Moment um jeden Preis. Vielmehr hat Snyder es geschafft, der Figur eine neue Seite abzugewinnen, indem er deren unterschiedliche Facetten in einer einzigen Geschichte zu verschiedenen Zeitpunkten hat durchblitzen lassen. Außerdem bestimmte dieser Joker zwar selbstredend die zwei großen Arcs Der Tod der Familie (Death of the Family) und Todesspiel (Endgame), war in der Rückschau betrachtet allerdings im Prinzip dauerpräsent, und sei es nur in Form der Folgen seiner Taten.

Man könnte beinahe so weit gehen, zu sagen, dass Snyder in diesen großen Batman-Storylines aus den Anta- die Protagonisten gemacht hat. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass "The World's Greatest Detective" hier keine wichtige Rolle zukommt - ganz im Gegenteil -, jedoch glänzt er eben primär in den Momenten, in denen seine Kontrahenten etwas mehr glänzen, und das ist schon bemerkenswert.

Natürlich zeichneten auch andere Autoren schon mehrfach für Comics verantwortlich, die die Gegenspieler der Fledermaus sehr gut aussehen ließen (Batman: Hush (Jeph Loeb), Mad Love (Paul Dini/Bruce Timm) oder The Killing Joke (Alan Moore)), aber nur Scott Snyder widmete sich am Stück so vielen Arkham-Stammgästen.

So dreht sich in All-Star Batman 1: Mein schlimmster Feind beispielsweise alles um Two-Face…

Inhalt

Bruce Waynes Alter Ego und der Schurke mit Münze auf einem Höllentrip durch die USA und natürlich ist vollkommen klar, wer dabei die Richtung vorgibt, oder etwa doch nicht?

Während der Dunkle Ritter glaubt, er könne diesmal seinen langjährigen Freund Harvey Dent von dessen dunkler Seite befreien, arbeitet ebendieser in die genau entgegengesetzte Richtung und ruft die Öffentlichkeit dazu auf, ihm bei der Realisierung eines Masterplans zu helfen.

Tatsächlich muss man sich mehrfach fragen, wer angesichts der zahlreichen Wechsel auf dem Fahrersitz im Laufe dieses Abenteuers eigentlich bestimmt, wohin diese Reise geht beziehungsweise ob diese überhaupt ein ansteuerungswürdiges Ziel hat.

Eines ist allerdings klar: dass ungewiss ist, ob die beiden letztlich überleben, da die beiden (nicht zufällig) mehr als einmal in Anatoli Knyazev alias KGBeast oder The Beast einem der berüchtigtsten Kopfgeldjäger des Planeten begegnen.

Zwei Seiten

Wer ist eigentlich die Nummer 2 unter den Batman-Widersachern? Auf diese Frage, die von Fans schon häufig diskutiert wurde und wohl auch in Zukunft noch sehr häufig diskutiert werden wird, gibt es wohl nicht die eine richtige Antwort. Es existieren schlicht zu viele zu gute Bewerber, die berechtigterweise Anspruch auf die Position hinter dem Joker erheben dürfen.

Snyder hat offenbar großen Spaß daran, besagte Debatten immer wieder neu zu entfachen. Dass der Titel dieses Paperbacks Mein schlimmster Find (My Own Worst Enemy) lautet, ist definitiv kein Zufall. Er geht nämlich im Prinzip noch einen Schritt weiter und will Gründe dafür liefern, warum man beispielsweise Two-Face auch für die bedeutendste Unterweltgröße Gothams halten kann.

Er verfährt dabei mit ihm ähnlich wie zuvor schon mit dem On-Off-Freund von Harley Quinn. Der Kritikerliebling arbeitet all das heraus, was die Figur seit jeher auszeichnet und schafft es dennoch abermals, ihr eine ganze neue Seite abzugewinnen, und Seite kann man hier sogar ganz wörtlich nehmen. Die innere Zerrissenheit des Mannes, der vor allem in Batman - The Animated Series dafür bekannt war, ausschließlich schwarz-weiße Anzüge zu tragen, gipfelt darin, dass sich seine Persönlichkeiten diesmal so intensiv bekämpfen wie vielleicht noch nie zuvor. Deshalb handelt Mein schlimmster Feind eben nicht nur von dem Duell Batman versus Two-Face, sondern auch von dem Harvey Dents mit seinen Dämonen. Und über allem steht die Frage: Wer triumphiert am Ende über wen?

Zwei Freunde

All das würde an sich völlig ausreichen, um den Leser bestens zu unterhalten, Scott Snyder wäre jedoch nicht Scott Snyder, wenn er nicht noch einen Schritt weiter gehen würde. Ja, der KGBeast-Strang sorgt noch für etwas Action der Extraklasse, aber - wie gesagt - geht es ihm eindeutig primär darum, dem Rezipienten genau zu erklären, warum der Münzwerfer zu dem geworden ist, den er auf diesen 180 Seiten erlebt, und da ist es eigentlich nur logisch, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen.

Man erfährt, wie sich zwei Jungen, die es bis dato nicht gerade leicht im Leben hatten, kennengelernt haben, wie sie zu Freunden wurden, einen Pakt schlossen und erfährt vor allem, dass eventuell schon damals die Chance bestanden hätte, all das Schlimme, was sich viele Jahre später ereignete, zu verhindern. Dass diese Kinder zunächst erst gar nicht den Namen des anderen kannten, ist eventuell sogar der genialste Schachzug des Autors.

Denn schließlich kann man bis heute nicht wirklich sagen, wer Bruce Wayne und Harvey Dent wirklich sind. Jeder hat eine weitere Identität, die sich selbstredend voneinander unterscheiden, allerdings doch nicht so sehr, als dass man nicht dennoch behaupten könnte, dass es sich bei diesen beiden um die zwei Seiten einer Medaille (oder eben Münze) handelt, von denen mindestens eine Kratzer hat.

Fazit

All-Star Batman 1: Mein schlimmster Feind mag den Vorteil haben, dass das, was man in diesem die ersten fünf Einzelheftausgaben enthaltenden Trade erzählt, keinen Beitrag zum Fortgang des Rebirth-Hauptgeschehens leisten muss. Trotzdem muss man solche Freiheiten erst einmal so nutzen, wie es Scott Snyder getan hat.

Selten war man so beeindruckt von Two-Face, der eindeutig im Zentrum der Geschichte steht, diese jedoch nur aufgrund seiner außergewöhnlichen Verbindung zu dem Mann hinter der Maske tragen kann. Erwähnenswert sind zudem die vielen Zeitsprünge, die dazu führen, dass man gelegentlich selbst kurz den Überblick verliert, es einem also ähnlich ergeht wie den Hauptakteuren - Orientierung liefern dann stets die gelegentlich am Bildrand vermerkten zurückgelegten Kilometer (inkusive Ortsangabe).

Bleibenden Eindruck hinterlassen ebenfalls die Zeichnungen von John Romita Jr., der vor allem unter Beweis stellt, wie vielseitig begabt er ist. Die ständigen Schauplatzwechsel, die zahlreichen Figuren, die ausdrucksstarken Gesichter, die häufig im Fokus stehen, all das meistert er spielend. Und deshalb muss man abschließend konstatieren, dass diese die Story bestimmende Dualität auch nicht vor den Kreativ-Verantwortlichen haltmacht, die ein starkes Team bilden.

DC-Comic-Kritik: Flash 2: Godspeed/Green Lanterns 2: Die rote Flut (Rebirth)

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Green Lantern Rebirth 2

Wer die DC-Comic-Kritiken zu Flash 1: Die Flash-Akademie respektive Green Lanterns 1: Planet des Zorns nachholen will, wird hier beziehungsweise hier fündig. Selbstredend muss in diesem Beitrag auf das bisherige Geschehen eingegangen werden, über Gebühr gespoilert wird jedoch - wie gewohnt - nicht.

Flash 2: Godspeed

Inhalt

Flashs Schüler sind in Gefahr, denn offenbar hat es sich Godspeed zur Aufgabe gemacht, nach und nach sämtliche neuen Speedster zu töten. Zudem verschwindet Barrys neue Freundin, Meena Dhawan alias Fast Track. Wurde die Ausbilderin der Nachwuchsblitze ebenfalls von seinem außerordentlich schnellen Gegenspieler umgebracht?

Es kommt schließlich zum Aufeinandertreffen der beiden Ausnahmesprinter, das einen relativ überraschenden Verlauf nimmt - und das hat nicht nur, allerdings eben auch mit einem gewissen Wally West zu tun.

Ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung,…

Ein junger Autor wie Joshua Williamson, der gewillt ist, neue Wege einzuschlagen, hat es verdient, dass man ihm - gerade zu Beginn eines solchen Großprojekts - etwas Zeit zugesteht und nicht direkt Perfektion auf allen Ebenen erwartet. Außerdem ergeben bestimmte inhaltliche Entscheidungen, die im ersten Moment noch für Kopfschütteln gesorgt haben, oftmals bekanntlich erst in der Rückschau Sinn.

Nun ist es nicht so, dass man im Vergleich zu dem Auftaktsammelband, der das Special sowie die ersten vier Einzelheftausgaben enthält, meint, dass plötzlich jemand völlig anderes für die Handlung verantwortlich wäre, aber es hat sich zweifellos etwas getan.

Endlich werden beispielsweise bedeutsame Ereignisse wie eben das Hochgeschwindigkeitsduell auch angemessen inszeniert. Man gibt ihm Raum, rückt es in den Mittelpunkt und lässt besagtes Duell vor allem nicht einfach irgendwie enden, sondern schafft mit dessen Hilfe einen interessanten Ausgangspunkt für ein neues Abenteuer.

In erster Linie sind es allerdings Barrys Überlegungen respektive die daraus resultierenden Erkenntnisse in Bezug auf Godspeed, die überzeugen. Auf diese Weise gelingt es dann auch zumindest partiell, aus dem beobachtenden Leser einen mitfiebernden zu machen; partiell, jedoch…

The Flash Rebirth 2

…, aber es darf nicht bei nur einem bleiben!

…leider immer noch nicht dauerhaft, und zwar aus folgenden Gründen:

Ja, Flashs Schlussfolgerungen sind plausibel und tragen entscheidend zum Fortgang der Handlung bei, allerdings wird dem Mitglied der Justice League vielleicht doch etwas zu sehr auf die Sprünge geholfen. Wally packt - bildlich gesprochen - gewissermaßen den Holzhammer aus, um den Groschen beim Fallen zu unterstützen; überhaupt Wally.

Wer sich ein wenig mit dem Roten Blitz auskennt, weiß, dass besagter junger Mann zu Höherem berufen ist. Wie man ihn hier jedoch völlig übereilt zu dem machen will, der er eigentlich längst noch nicht sein sollte, ist ein guter Beleg dafür, dass die Hauptkinderkrankheit aus Die Flash-Akademie noch nicht ausgemerzt werden konnte. Ein weiteres Mal nimmt man nämlich einer Entwicklung, die normalerweise zum Highlight taugen würde, das Besondere, indem man sie nüchtern abhakt und viel zu schnell erzählt.

Etwas anders, aber nicht minder problematisch verhält es sich im Falle von Godspeed. Wie bereits angesprochen, gibt es an der Konfrontation der beiden Kontrahenten, was Action und Optik angeht, nichts auszusetzen. Dass jedoch ohne Not und viel zu früh das Geheimnis um die Identität des Antagonisten preisgegeben wird, ist nur bedingt nachvollziehbar.

Natürlich entsteht dadurch eine ganz neue Dynamik zwischen dem bis dato schnellsten Mann der Welt und seinem Widersacher, allerdings auf Kosten eines echten Showdowns. Denn besagte Dynamik wäre zu einem späteren Zeitpunkt immer noch die Folge der Enthüllung gewesen und hätte darüber hinaus dann selbstverständlich ebenfalls mehr Eindruck bei den Lesern hinterlassen können.

Green Lanterns 2: Die rote Flut

Inhalt

Der mächtige Atrocitus und weitere Red Lanterns haben auf der Erde einen Turm des Zorns errichtet. Dieser ist dafür verantwortlich, dass unzählige Menschen immer aggressiver und wütender werden. Selbst einer Green Lantern wie Jessica Cruz ist es nicht möglich, sich diesem Einfluss zu entziehen.

Ihr Partner Simon Baz, der noch ganz er selbst ist, ist zweifelsohne nicht zu beneiden - schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass die Energie seines Ringes immer mehr zur Neige geht…

Green Lantern Rebirth 2

Gewusst wie!

Man kann es nicht anders sagen: Sam Humphries hat geliefert! Nachdem sich der Autor in Planet des Zorns noch extrem viel Zeit dafür genommen hat, seine Protagonisten vorzustellen und dabei ein wenig vergessen hat, sich deren Gegnern in ähnlicher Weise zu widmen, verhält sich dies in Die rote Flut nun völlig anders.

Es ist wirklich bemerkenswert, wie hier der Kampf mit den Red Lanterns und der der Grünen Leuchten mit sich selbst in den Vordergrund gerückt wird, ohne dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Gerade die letzten Panels verraten einem nämlich, dass das bisher Gesehene lediglich ein leichtes Unwetter war, der wahre Sturm aber noch aussteht.

Außerdem darf der wichtigste Pluspunkt natürlich nicht unterschlagen werden: Die große Stärke des Vorgängerbandes kommt in den in diesem Paperback zusammengefassten Einzelheftausgaben 4-8 sogar noch mehr zum Tragen. Humphries war es - wie beschrieben - sehr wichtig, dass die Leser sehr früh sehr viel über die Hauptfiguren erfahren. Dieses Wissen um das Innenleben der Charaktere kann folglich deshalb im zweiten Sammelband von ihm vorausgesetzt werden. Da der inhaltlich Verantwortliche seinen Protagonisten allerdings nun wesentlich mehr abverlangt, ist der Rezipient in der Folge noch mehr dazu in der Lage, mit den noch nicht sonderlich populären Ringträgern mitzufühlen, zu sympathisieren oder sich gar mit ihnen zu identifizieren.

Fazit

Flash 2: Godspeed ist insgesamt ein eindeutiger Fortschritt im Vergleich zum ersten Sammelband. Insbesondere was das Thema Spannungsaufbau angeht, besteht jedoch definitiv noch Luft nach oben.

Bei den Beringten sieht es sogar noch etwas besser aus: Mit Green Lanterns 2: Die rote Flut nimmt die Reihe deutlich an Fahrt auf und stellt mutmaßlich die Weichen für einen der besten Runs unter dem Rebirth-Banner.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Panini Comics/ DC Comics

Abschied von Len Wein

Len Wein: My Life Creating Wolverine and Other Heroes

Leonard "Len" Wein, Comicautor und -redakteur, ist am Wochenende im Alter von 69 Jahren verstorben.

Seine Liebe zu Comics entfachte in seiner Kindheit, als er einige Zeit im Krankenhaus verbrachte und sein Vater ihm Comics brachte, damit er sich die Zeit besser vertreiben konnte. Als ihm sein Kunstlehrer in der achten Klasse dann sein künstlerisches Talent bescheinigte, stand für Wein fest, dass er beruflich etwas mit Comics machen wollte.

1968 erschien mit Ausgabe 18 von Teen Titans seine erste Arbeit. Zwei Jahre später wurde seine erste Arbeit für Marvel veröffentlicht: Er arbeitete an Ausgabe 71 von Daredevil mit.

Prägend für sein Wirken ist die Erschaffung zweier Charaktere. Zusammen mit Bernie Wrightson kreierte er für DC im Jahr 1971 die Figur des Biologen Alec Holland, der nach einer Explosion in seinem Forschungslabor zum Swamp Thing wird. Für Marvel hingegen erschuf er zusammen mit John Romita Sr. und Herb Trimpe den Wolverine, der in Ausgabe 180 von The Incredible Hulk seinen ersten Auftritt hatte.

Zuletzt musste Wein sich mehreren Operationen unterziehen und wünschte sich dabei die Heilkräfte des Wolverine

Sowohl DC als auch Marvel würdigten Wein für sein jahrelanges Schaffen. So heißt es in einem Statement von Marvel:

"Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod von Len Wein und senden unser tiefstes Beileid an seine Freunde und Familie. Wir werden seine Beiträge für das Marvel-Universum als Autor, Redakteur und Teil der Marvel-Familie niemals vergessen. Er wird uns fehlen."

DC-Comic-Kritik: Deathstroke 1: Der Profi (Rebirth)

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Deathstroke Rebirth Cover

Der ein oder andere mag sich verwundert die Augen gerieben haben, als vermeintlich feststand, wer in The Batman den Antagonisten-Part übernehmen sollte. Die Fledermaus hat bekanntermaßen die vielleicht ikonischsten Gegenspieler der Comic-Geschichte und dennoch sollte sich der Dunkle Ritter mit jemandem herumschlagen, der maximal im weitesten Sinne einer davon ist? Warum also kam man überhaupt auf ihn, auf Deathstroke?

Nun, nicht zuletzt in Arrow, wo die Fans nach der zweiten Staffel, der er ganz eindeutig seinen Stempel aufdrückte, wieder und wieder ein Comeback ihres Lieblings gefordert hatten, konnte man sehen, wie viel Potenzial in dieser Figur steckt. Ihn auf Bruce Waynes Alter Ego loszulassen, wäre demnach eigentlich sogar eine sehr naheliegende Idee. 

Zudem wird jeder, der sich etwas intensiver mit dem Söldner auseinandersetzt, zwangsläufig feststellen, dass er nicht gerade wenige Parallelen zu dem populärsten Antihelden von Marvel aufweist: Deadpool.

Die Geheimidentität mit dem eindeutigen Todesbezug, der Vorname, der sich nur minimal unterscheidet (Slade versus Wade), der identische Nachname (Wilson), die außergewöhnlichen Kampfkünste, die Tatsache, dass selbst extremste Verletzungen beide nicht wirklich lange stoppen können oder der Hang zu das vollständige Gesicht bedeckenden Masken sind da nur einige Beispiele.

Eine weitere interessante Gemeinsamkeit zwischen den beiden Wilsons ist für diese Kritik besonders entscheidend: Christopher Priest. Bevor sich der Autor Deathstroke annahm, hatte man ihm nämlich vor einiger Zeit auch schon einmal Deadpool anvertraut. Dass Priests aktueller Rebirth-Run 2017 überdies sogar für den Eisner Award nominiert wurde, dämpft da jetzt nicht unbedingt die allgemeine Erwartungshaltung. Kann bereits Band 1 ebendieser gerecht werden?

Inhalt

Slade Wilson befindet sich auf einer, nein, auf mehreren Missionen…, aber nicht nur. Er ist auch mit seinen Söhnen unterwegs….und zu Hause…..und außerdem noch mit seiner Tochter auf der Flucht.

Darüber hinaus bekommt er es mit einem Gegner zu tun, der es mit der Zeit sehr genau nimmt und der zumindest teilweise als Erklärung für den doch sehr ungewöhnlichen Aufbau des Comics herhalten kann: Der Clock King.

Deathstroke Rebirth

Sehr anders …,

Vergleicht man Deathstroke 1: Der Profi mit den ersten Ausgaben von Flash, Green Lanterns, Aquaman oder selbst Hellblazer fällt auf, dass dieser Starttitel sich von den anderen genannten sehr deutlich unterscheidet.

Maßgeblich verantwortlich dafür sind die vielen Sprünge: Einmal sieht man den Protagonisten mit Maske in der Wüste, einmal ohne im Schnee, ein anderes Mal mit seiner großen Liebe halbnackt und so weiter. Man könnte diese Auflistung noch um diverse Punkte ergänzen, aber das ist an dieser Stelle eigentlich gar nicht nötig. Viel entscheidender ist, dass besagte Sprünge, die räumlichen und die zeitlichen, die Panels in keiner Weise hektisch wirken lassen. Vielmehr werden diese 116 Seiten eher durch eine gewisse Ruhe bestimmt - womöglich eine Ruhe vor dem Sturm?

…, aber interessant …,

Vor allem wird so allerdings eine große Distanz zwischen Leser und (Anti-)Held erzeugt. Denkt man kurz über diesen Fakt nach, stellt man jedoch fest, dass dies im Grunde schlicht logisch und folgerichtig ist. Denn schließlich darf man eines nie vergessen: Deathstroke bringt in regelmäßigen Abständen Menschen um.

Wenn sein bester Freund Wintergreen der Tochter des Kopfgeldjägers versucht zu erklären, wie dieser tickt und dass in einem sehr harsch formulierten Vorwurf durchaus ein Kompliment versteckt sein kann, erscheint dies im ersten Moment plausibel. Dennoch verharrt man - auch mit diesem Wissen - in der Rolle des gespannten Beobachters, anstatt mit der Hauptfigur mitzufiebern.

Ob dies nur für das Special sowie die ersten vier Einzelheftausgaben, die dieser Sammelband enthält, gilt, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt in jedem Fall noch nicht mit Gewissheit sagen. Was man aber sagen kann, ist, dass dieses Paperback mit einem Cliffhanger endet, der alles andere als gewöhnlich ist und definitiv Lust auf mehr macht!

Deathstroke Rebirth

…, aber auch nicht ganz unproblematisch

Allerdings darf man ebenfalls nicht verschweigen, dass es Priests Ansatz Neueinsteigern zweifelsohne extrem erschwert, einen Zugang zu dem Dargebotenen zu finden. Wer noch nie mit Deathstroke in Berührung kam sowie wenig bis nichts über seine Vergangenheit weiß, wird wahrscheinlich schlicht überfordert sein.

Bedenkt man, dass sich die Verantwortlichen von der Wiedergeburt des DC-Universums nicht nur, jedoch auch erhofft hatten, dass sie es "Erstkontaktlern" relativ unkompliziert ermöglichen würde, sich in der Welt von Heldin A oder Held B zurechtzufinden, muss diese Tatsache selbstredend hier Erwähnung finden.

Aber da nirgendwo geschrieben steht, dass jeder neue Rebirth-Titel per se für jedermann geeignet sein sollte, hat DC auch so gesehen nichts falsch gemacht, und Christopher Preist und die beiden in erster Linie für den Look dieses Bandes verantwortlichen Zeichner Carlos Pagulayan und Joe Bennett schon gar nicht.

Fazit

Alle langjährigen Comic-Fans, die mit den Abenteuern des Söldners zumindest einigermaßen vertraut sind, sollten diesem Werk in jedem Fall einmal eine Chance geben. Leute, auf die dies nicht zutrifft, wohl lieber auf eine der zahlreichen Alternativen zurückgreifen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Panini Comics/ DC Comics

DC-Comic-Kritik: Green Arrow Megaband 1: Der neunte Zirkel (Rebirth)

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Green Arrow Rebirth

Justin Hartley ist vor allem in den USA aktuell wahrscheinlich so populär wie noch nie. Der Schauspieler ist nämlich einer der Protagonisten des 2016er-Überraschungsquotenhits This Is Us – Das ist Leben. Insbesondere Popkulturbegeisterte dürften aber beim Anschauen der Serie immer wieder das Gefühl haben, dass ihnen dieses Gesicht irgendwo anders schon einmal begegnet ist. Nur wo? Nach diversen gedanklichen Sprüngen durch die Lieblingsformate der letzten Jahre kommt er dann endlich, der entscheidende Geistesblitz: Genau, das war Green Arrow!

Der etwas jüngere Arroverse-Fan wird nun womöglich behaupten, dass außer Stephen Amell, der Oliver Queen und dessen Alter Ego seit 2012 verkörpert, kein grüner Bogenschütze - mit Ausnahme von Robin Hood - in diesem Jahrtausend im TV existiert hat. Diesem gibt man dann am besten den Tipp, sich einmal Smallville anzusehen, also die Serie, ohne die es all die The-CW-Serien womöglich nie gegeben hätte. In insgesamt 72 Episoden (2006-2011) vereitelte Hartley an der Seite von Tom Welling (Clark Kent) diverse Verbrechen und brachte einige DC-Schurken regelrecht zur Verzweiflung. Schon damals konnte man eine Sache ganz deutlich erkennen: Diese Figur hat das Zeug zum Titelhelden!

Wer sich bereits ein wenig mit den Comics, die von den Abenteuern des „Grünen Pfeils“ handeln, beschäftigt hat, weiß das ohnehin. Derjenige weiß dann allerdings auch, wie wichtig es ist, die Unterschiede zwischen Oliver Queen und Bruce Wayne herauszuarbeiten, um etwas wirklich Einzigartiges zu schaffen. Deshalb sollte man beispielsweise nicht zu häufig Antagonisten, die man eigentlich eher in Gotham City und Umgebung vermutet, "ausleihen" und stattdessen eher auf die gezeichnete Vorlage vertrauen.

Der Start des Kapuzenträgers in die Rebirth-Ära beweist nämlich von Beginn an vor allem eines: Mit diesem Charakter ist unglaublich viel möglich!

Inhalt

Für Oliver Queen, der bei Nacht mit Pfeil und Bogen durch Seattle - ja, nicht Star(ling) City - zieht, sieht anfangs alles mehr als gut aus. Der äußerst wohlhabende Ex-Sunnyboy, der mittlerweile absoluter Familienmensch und Wohltäter am Tage ist, genießt sein Leben regelrecht. Er mag seine kleine Schwester Emi - ja, nicht Thea - und hat diese undefinierbare Beziehung zu Black Canary alias Dinah - ja, nicht Laurel - Lance, die ihm merklich guttut.

Doch natürlich sind diese idyllischen Momente nur von kurzer Dauer. Von jetzt auf gleich ändert sich alles für ihn: Er verliert diejenigen, die er liebt, sein Vermögen, seine Wohnung, kurz: sein Leben.

Green Arrow Rebirth

Green Arrow, wie man ihn sich wünscht!

Wie bereits angesprochen, ist Oliver Queen definitiv kein Bruce-Wayne-Abklatsch, weshalb eine gute Green-Arrow-Geschichte sich eben auch besonders dadurch auszeichnet, nur wenige "Batman-eske" Züge aufzuweisen - die fehlenden Superkräfte und die daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit Gegnern, die nicht direkt das gesamte Universum bedrohen, gehören allerdings quasi zur Standardausstattung.

Entscheidend ist in erster Linie, dass anstelle der für die Fledermaus so typischen düsteren Grundstimmung eine insgesamt etwas lockerere vorherrscht, was auch durch die verhältnismäßig vielen bunten Panels, für die in dieser #1 primär Otto Schmidt und Juan Ferreyra verantwortlich zeichneten, unterstrichen wird.

Viele langjährigen Comic-Lesern bekannte Weggefährten Olivers - sogar John-Diggle-Fans werden auf ihre Kosten kommen - sind ebenfalls mit von der Partie, wodurch betont wird, dass Mr. Queen eigentlich ein absoluter Teamplayer ist. Selbstverständlich bleibt er dennoch eindeutig der Kopf einer jeden Operation. Im Gegensatz zu dem Dunklen Rächer sieht er sich jedoch wirklich jederzeit als Teil des Teams, das er anführt, während Batman meist - mit oder ohne Unterstützung - in seinem tiefsten Inneren ausschließlich sich selbst vertraut.

Green Arrow Rebirth

Alles hat seinen Preis

Der große Vorteil an diesem Megaband, der das Rebirth-Special sowie die ersten 11 Einzelheftausgaben enthält, ist, dass man sehr schön erkennen kann, wie ein Arc in den anderen übergeht respektive dass die Übergänge innerhalb der Storylines sehr flüssig gestaltet worden sind. Überhaupt fühlt sich Benjamin Percys nächstes großes Bogenschützen-Projekt - er verantwortete schon die finalen The-New-52-Abenteuer – unglaublich rund an.

Die Auswahl der Gegenspieler, die Entscheidung für bestimmte zentrale Handlungsorte und natürlich die häufig wechselnden Figurenkonstellationen, all das trägt zu der Entstehung eines großen Ganzen bei, dessen Kapitel man nur ungern auseinanderreißen würde. Ebendieser Aspekt steht im Übrigen im Gegensatz zu der TV-Serie, die zwar in jeder Staffel einen roten Faden hat, allerdings nach wie vor immer noch relativ viele Case-of-the-Week-Folgen aneinanderreiht.

Der Band wiederum zwingt einen hingegen beinahe dazu, ihn erst aus der Hand zu legen, wenn man mit diesen 276 Seiten komplett durch ist, weil man außergewöhnlich gut in die dargebotene Geschichte eintauchen sowie mit den Akteuren mitfiebern kann.

Dabei konzentriert sich der Comic vielleicht etwas zu sehr auf den Helden, weshalb Emi, Black Canary und Diggle eventuell etwas zu sehr ins Hintertreffen geraten. Dies ist jedoch durchaus verschmerzbar, weil man im Gegenzug eine der mutmaßlich besten Oliver-Queen-Versionen überhaupt präsentiert bekommt. Einen Menschen, der sein altes Leben zurückhaben möchte und dafür bis an seine Grenzen geht... und vielleicht sogar darüber hinaus.

Fazit

Wer Arrow mag, wird diesen Megaband lieben, und wer auf abwechslungsreiche, spannende und emotionale Storys aus ist, sollte im Fachhandel definitiv einmal im entsprechenden Regal unter "G" nachschauen.

DC-Comic-Kritik: Hellblazer 1: Die giftige Wahrheit (Rebirth)

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Hellblazer Rebirth

Auch das Übernatürliche ist seit jeher Bestandteil des DC-Universums. Zugegebenermaßen sind Figuren wie Deadman, Swamp Thing, Pandora oder Zatanna nicht im Ansatz so populär wie Batman, Superman & Co., aber deshalb nicht minder interessant. Letztere gehört wahrscheinlich noch zu den bekannteren Mitgliedern der sogenannten Justice League Dark - der Superheldenvereinigung, die immer dann gerufen wird, wenn es der Liga der Gerechten etwas zu magisch wird.

Deren Anführer ist John Constantine alias Hellblazer, mit dem der ein oder andere aufgrund der Verfilmung von 2005 (Constantine) womöglich immer noch das Gesicht von Keanu Reeves assoziiert. Außerdem war die Figur bereits Titelheld einer Serie auf NBC, die allerdings nach nur einer Staffel bereits wieder eingestellt wurde. Schauspieler Matt Ryan durfte die Rolle des wahrscheinlich berühmtesten DC-Trenchcoatträgers jedoch noch einmal in Arrow übernehmen und wird eventuell in Staffel 3 von Legends of Tomorrow zu sehen sein.

Comic-geschichtlich ist der Magier vor allem deshalb so interessant, weil er sich von Anfang an in jederlei Hinsicht zwischen zwei Welten bewegte. Erstmals aufgetaucht ist er 1985 in Alan Moores Swamp-Thing-Run und begeisterte direkt derart viele Fans, dass er 1988 seine eigene Comic-Reihe (Hellblazer) bekam. Zunächst erschien diese bei DC Comics, bevor sie 1993 zu dem neugegründeten hauseigenen Imprint Vertigo wechselte. Dessen Titel richteten sich eher an ein erwachseneres Publikum und waren wesentlich düsterer und brutaler als die Geschichten rund um die klassischen Erdenretter.

Mit dem The-New-52-Start 2011 kehrte der Okkultist unter neuem Namen gewissermaßen wieder zu seinen Wurzeln zurück. Nach all den Hellblazer-Jahren musste man nun im Fachhandel nach dem neuen Constantine-Heft fragen, das von diesem Moment an das Logo von Marvels größtem Mitbewerber zierte.

Die Rebirth-Ära des Mannes, der immer den passenden Kraftausdruck parat zu haben scheint, beginnt mit einer halben Rolle rückwärts. Es kam zwar zu keinem Vertigo-Comeback, allerdings heißt der Comic seit der Wiedergeburt wieder Hellblazer (in den USA The Hellblazer), und das nicht ohne Grund…

Inhalt

Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrt John Constantine nach London zurück. Der Fluch eines Dämons hatte ihn bisher daran gehindert, bis er diesen dank eines Asses, das er gekonnt aus seinem Mantelärmel zauberte, brechen konnte.

Jeder Zauber hat jedoch einen Haken, und wenn der Protagonist gewusst hätte, wie groß die Bedrohung ist, mit der er es in der alten Heimat zu tun bekommt, hätte er New York eventuell schlagartig in einem völlig neuen Licht gesehen. Dies ist der Auftakt zu einem spannenden Abenteuer, in dem sich erneut zeigt, dass der Brite, wenn es hart auf hart kommt, ohne seine Freunde ziemlich alt aussehen würde…

John Constantine: der geborene Antiheld

Er ist ein Lügner, ein Egoist und ein Chaot, aber dennoch ist Constantine vor allem eines: ein Sympathieträger. Hinter der Fassade des Kettenrauchers mit Hang zu ausgiebigen Alkoholexzessen verbirgt sich nämlich ein Mensch, der für seinesgleichen einstehen möchte.

Der Magier gibt sich größte Mühe, so selbstsüchtig und unsympathisch wie möglich zu erscheinen, allerdings gelingt ihm dies einfach nicht. Ja, er achtet zweifellos darauf, dass bei all seinen Einsätzen etwas für ihn herausspringt. Er hat jedoch auch immer das große Ganze im Blick und würde niemals jemandem mutwillig schaden - alle Kreaturen, die Böses im Sinn haben, stellen selbstredend eine Ausnahme von der Regel dar.

Ein zynischer Spruch hier, eine spitze Bemerkung dort, aber auch gerne einmal ein politisches Statement, das zum Nachdenken anregt. Gelegentlich durchbricht Constantine sogar die vierte Wand und wird so zu einer Art Light-Version von Deadpool.

Der Leser erhält dennoch immer nur so viele Informationen wie nötig, um der Handlung folgen zu können. Der Großteil wird bruchstückhaft nach und nach offenbart, wodurch dieser Band nie Gefahr läuft, langweilig zu werden.

Da der Rezipient über die Hauptfigur ebenfalls nur sehr wenig erfährt, läuft darüber hinaus die Geschichte rund um den ohnehin schon so ungewöhnlichen und in keine Schublade so recht passen wollenden Antihelden zudem nie Gefahr, an Zugkraft zu verlieren.

Wahre Freunde

Die Akteure aus Constantines engstem Umfeld verfluchen den Okkultisten im Rebirth-Special und den sechs Einzelheften, die in diesem Sammelband zusammengefasst werden, mehr als einmal, unterstützen ihn letzten Endes jedoch trotzdem nach Kräften.

Dies kommt nicht von ungefähr: Ob Swamp Thing, Taxifahrer Chas oder das Medium Mercury, sie alle glauben an den Mann mit Mantel, der Probleme irgendwie magisch anzuziehen scheint. Mit jeder oder jedem von ihnen verbindet ihn eine lange Geschichte.

Wie Autor Simon Oliver die Leser über die besonderen Beziehungen zwischen dem Trickser und besagten Personen in Kenntnis setzt, ist wirklich beachtlich. Nie wirkt es so, als müsse jetzt noch schnell dieser oder jener Fakt untergebracht werden. Im Gegenteil: Die Rückblenden oder Verweise auf frühere Ereignisse wurden so in die Handlung integriert, dass man sie stets als wichtigen Teil des Gesamtkunstwerks Hellblazer 1 wahrnimmt.

Gemein haben sie den klaren moralischen Kompass, der ihr Handeln eindeutig bestimmt. Auf diese Weise helfen sie Constantine dabei, seinen eigenen nie zu vergessen, und verkörpern sozusagen das Gute, was in ihm steckt, er sich aber nicht immer eingestehen will.

Ein Hoch auf das Übernatürliche!

Diese Ansammlung außergewöhnlicher Charaktere profitiert zweifelsohne enorm von der Aura des Übernatürlichen, die seit den 80ern die Hellblazer-Comics ausmacht. Überraschende Wendungen, unverbrauchte Settings und sehr originelle Antagonisten gehen häufig damit einher - diese 156 Seiten bilden da keine Ausnahme.

Für Zeichner waren die oftmals sehr kreativen, fantastischen Storylines mit einem zumeist nicht zu unterschätzenden Horroranstrich seit jeher eine tolle Möglichkeit, um sich so richtig auszutoben. In diesem Paperback variiert sogar in Moritat einer der hauptverantwortlichen Künstler seinen Stil. Die kräftigen, kantigen Gesichter können mit einem Mal auch wesentlich weicher daherkommen, womit sie sich interessanterweise auf die Art, wie seine Kollegin Pia Guerra gerne ihre Panels gestaltet, zubewegen.

Bei ihr wiederum dominieren dann auch wesentlich hellere Farben, was nicht ausschließlich inhaltlich zu begründen ist. Dieser Sammelband kennt nämlich nicht nur unterschiedliche Zeichner, sondern ebenso mehrere Coloring-Verantwortliche, die etwas von ihrem Job verstehen.

Die dadurch logischerweise entstehenden Unterschiede unterstreichen daher eher dieses Mehr zwischen Himmel und Erde, um das es hier geht, als dass sie negativ auffallen würden. Im Grunde ist es nur konsequent, dass permanente Veränderung auch Teil der Bildsprache dieses Trades ist, weil so die Magie und die Existenz von Parallelwelten für den Leser regelrecht spürbar wird.

Fazit

Wer Lust auf auf schwarzen Humor, einen Antihelden, dessen Sprechblasen selten eine FSK-12-Freigabe erhalten würden, einen unkonventionellen Plot und fesselnde Bilder hat, kommt bei Hellblazer 1: Die giftige Wahrheit mit Sicherheit auf seine Kosten.

Langjährige Fans sollten ähnlich begeistert von Constantines Start in die Rebirth-Ära sein wie Neueinsteiger. Nicht-Kenner werden nämlich zu keinem Zeitpunkt von Autor Oliver überfordert, und Kenner müssen auf nichts verzichten, was sie schon immer an dem Trenchcoatträger ihres Vertrauens geschätzt haben.

DC-Comic-Kritik: Aquaman 1: Der Untergang (Rebirth)

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Aquaman Rebirth

Aquaman eilte lange der Ruf voraus, der vielleicht uncoolste Superheld überhaupt zu sein. In einem solchen Fall hat ein Autor zwei Optionen: Entweder er macht einen großen Bogen um die entsprechende Figur oder aber er begreift das Ganze als große Chance.

Letzteres trifft auf Geoff Johns, den aktuellen Chief Creative Officer von DC Comics, zu. Er gilt mittlerweile als Experte dafür, Helden, die sich über die Jahre in eine Sackgasse manövriert oder zumindest an Strahlkraft verloren haben, wieder auf die richtige Spur zu bringen – Flash und Green Lantern lassen grüßen.

2011 startete sein The-New-52-Aquaman-Run, der von Lesern wie Kritikern gleichermaßen begeistert aufgenommen wurde. Die Geschichten von Jeff Parker oder Cullen Bunn hingegen, die sich danach dem König der Meere annahmen, waren zwar ebenfalls sehr gelungen, allerdings nicht mehr ganz so genial und bahnbrechend.

Nun ruhen die Hoffnungen bei DC auf dem Briten Dan Abnett, der nicht zuletzt als Autor der neuen He-Man-and-the-Masters-of-the-Universe-Comics gezeigt hat, dass er es versteht, den Superhelden-Hochadel gekonnt in Szene zu setzen.

Da er bereits die Finalausgaben der Vorgängerreihe betreute, sollte einem guten Start in Arthur Currys Rebirth-Ära eigentlich nichts im Wege stehen, oder etwa doch?

Inhalt

Aquaman ist ein Mann zwischen zwei Welten, und gerade deshalb ist es ihm so wichtig, dass sich Atlanter und Landbewohner aufeinander zubewegen. Vorurteile sollen abgebaut und der Grundstein für eine friedliche Koexistenz endlich gelegt werden.

Dieses Ziel scheint zunächst so greifbar wie selten zuvor zu sein, doch dann werden dem König der Meere sehr große Steine in den Weg gelegt. Steine, für die unter anderem seine Nemesis Black Manta verantwortlich ist, und die sogar dazu führen, dass er verhaftet wird.

Aquaman bleibt cool!

Die Aufgabe, mit der Dan Abnett betraut wurde, war – wie gesagt – keine leichte, aber es sieht alles danach aus, als würde er sie bravourös meistern.

Den Protagonisten durchgängig als Figur zu zeigen, die wiederholt schwierige Entscheidungen zu treffen hat, erweist sich rückblickend als sehr kluger Schachzug. So bleibt nämlich die Grundtonalität der Geschichte trotz des ein oder anderen auflockernden Moments ernst.

Das ist deswegen so wichtig, weil es die zentrale Voraussetzung dafür ist, dass der Dreizackträger nicht direkt wieder seiner neu gewonnen Coolness beraubt wird.

Aquaman Rebirth

Politik unter dem Meer und an Land

Das, was der Leser erhält, ist eigentlich eher Politthriller denn Superheldenabenteuer. Es geht in erster Linie um Diplomatie, Verrat, Schuld und um Terror.

Nach einem auf hoher See begangenen Verbrechen fühlen sich die Bewohner von Atlantis von der US-Regierung vorverurteilt. Ein Fest der Begegnung, das die Wogen glätten soll, wird zum Desaster. Daraufhin haben die Amerikaner das Gefühl, von den Ozeanbewohnern hintergangen worden zu sein, und sehen sich deshalb zum Handeln gezwungen.

Das Interessante dabei: Ausgerechnet Aquaman, dem gefühlt von allen Seiten Unrecht widerfährt, ist derjenige, der sich partout weigert, einer Fraktion den Schwarzen Peter zuzuschieben.

Auf diese Weise wird verhindert, dass man sich direkt festlegt, wer in dieser Angelegenheit falsch und wer richtig handelt. Irgendwie befindet sich in dieser Story ohnehin alles in einer Art Schwebezustand, der von Anfang an beinahe jede Entwicklung vorstellbar erscheinen lässt.

Black Manta, der besondere Antagonist

Ein gutes Beispiel hierfür ist Abnetts Umgang mit Black Manta. Currys Erzfeind ist für den langjährigen Fan selbstredend immer sofort ein potenzieller Verdächtiger, wenn sich in und um Atlantis etwas Schlimmes ereignet hat.

Daher ist es nur nachvollziehbar, dass Kenner nicht wirklich überrascht davon sind, dass der teuflische Rochen auch in diesem Band sein Unwesen treibt. Die frühe Konfrontation mit seinem heldenhaften Widersacher ist dafür hingegen sehr ungewöhnlich, seine verhältnismäßig schnelle Festnahme sogar noch ungewöhnlicher.

Dass dieser vermeintliche Spoiler an dieser Stelle ohne jede Vorwarnung platziert wird, hat selbstverständlich einen Grund: Es handelt sich um gar keinen. Manta ist nämlich nur einer von mehreren Gegenspielern, mit denen es Aquaman in diesem Sammelband, der die ersten vier Ausgaben sowie das Special beinhaltet, direkt oder indirekt zu tun bekommt.

Welche Rolle er nun im weiteren Verlauf der Handlung spielen wird, kann man nur mutmaßen. Die Hinweise, die man erhält, versprechen jedoch einen sehr interessanten Fortgang dieses ewigen Duells.

Aquaman Rebirth

Fazit

Aquaman 1: Der Untergang sollte jedem, der auch wirklich gewillt ist, sich mit dem Herren der Meere auseinanderzusetzen, genügend Argumente liefern, um dem nächsten Paperback erwartungsvoll entgegenzufiebern.

Der Plot ist kurzweilig, spannend, wendungsreich sowie innovativ, und die Zeichnungen von Scot Eaton, Brad Walker und Phil Briones wissen ebenfalls zu überzeugen - insbesondere die Panels, die unter Wasser spielen.

Kurz gesagt: Dieser Run macht Lust auf mehr, und deutet an, dass auch der für 2018 geplante Film mit Jason Momoa (Game of Thrones) in der Hauptrolle ein Überraschungshit werden könnte.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Panini Comics/ DC Comics

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