Hörspiel

Oliver Döring produziert drei Hörspiele nach Vorlagen von H. G. Wells

Im Frühjahr veröffentlicht das Hörspiellabel Titania Medien vier Hörspiele nach Büchern von H. G. Wells und im kommenden April soll Das Königreich der Ameisen folgen. Auch bei Lübbe Audio griff man dieses Jahr auf eine Romanvorlage des Science-Fiction-Schriftstellers zurück und veröffentlichte eine 300 Minuten lange Version von Der Krieg der Welten.

Nun zieht im Herbst Universal mit seinem Hörspiel Label Folgenreich nach und wirft ebenfalls drei Wells-Hörspiele auf dem Markt. Den Anfang macht am 29. September der Zweiteiler Die Zeitmaschine, gefolgt von Das Imperium der Ameisen. Den Abschluss bildet der Dreiteiler Der Krieg der Welten.

Für die Produktion bei Folgenreich ist Oliver Döring verantwortlich. Der Produzent hatte großen Erfolg mit der Neuauflage der John-Sinclair-Hörspiele. Neben der John Sinclair Edition 2000 produzierte Döring auch die John-Sinclair-Classic-Reihe sowie die Serien End of Time und The Border.

Die Hörer haben nun die Wahl, zwischen verschiedenen aktuellen Versionen der Geschichten von H. G. Wells. So gibt es demnächst zwei Hörspiele des Klassikers Die Zeitmaschine und der Novelle Das Königreich der Ameisen.

Zum großen Jubiläum von Der Krieg der Welten – der Roman wird nächstes Jahr 120 Jahre alt, das legendäre Hörspiel von Orson Welles liegt dann 80 Jahre zurück und die erste Verfilmung feiert ihren 65. Geburtstag – gibt es gleich neue drei Hörspielversionen. Den Kampf dürften in allen Hörspielen die Marsianer verlieren, unterschiedlich wird wohl nur die Umsetzung der Inszenierungen sein.

Neue Hörspiele von Poe, Wells und Howard im Gruselkabinett

Zuletzt brachte das Hörspiellabel Titania Medien in der Reihe Gruselkabinett vier Hörspiele nach Vorlagen von H. G. Wells heraus. Im Herbstprogramm setzen die Macher wieder auf die bewährte Mischung bekannter Autoren wie Edgar Allan Poe und unbekannteren Werken wie Die Köpfe von Apex von Francis Flagg.

Im Frühjahr erscheinen dann neben dem Zweiteiler Sweeney Todd und Robert E. Howards Aus finsterer Tiefe eine weitere Vertonung einer Geschichte von H. G. Wells. Diesmal handelt es sich um die unbekanntere Erzählung Das Königreich der Ameisen.

Unter den Gruselkabinett Hörspielen finden sich aber auch immer wieder Hörspiele von klassischen deutschen Genreautoren. So erscheint am 29. März 2018 Das älteste Ding der Welt nach einer Erzählung von Willy Seidel. Der Autor lebte von 1887 bis 1934. Sein Werk dürfte den wenigsten Lesern bekannt sein und ist heute nur schwer zu bekommen.

In Das älteste Ding der Welt gerät der junge Harald von Calmus in den Bann des uralten Götzen Zazael, dessen Abbild ein asiatischer Gelehrter bei Ausgrabungen entdeckt hat. Dadurch steigert sich die Mordlust von Tieren und Menschen.

Die Reihe Gruselkabinett gibt es seit 2004. Seitdem erscheinen regelmäßig Horrorhörspiele nach Vorlagen von Bram Stoker, Edgar Allan Poe und anderen klassischen Autoren. Am 29. September kommt mit dem Hörspiel Kalte Luft von H. P. Lovecraft die 126. Folge in den Handel.

Abwärtsbunker: Hörspiel über einen gefangenen Superhelden

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2009 produzierte das Künstlerduo "half past selber schuld" für den WDR das Hörspiel Abwärtsbunker. Hinter dem Künstlerpseudonym stehen die Musikerin Ilanit Magarshak-Riegg und der Autor Frank Römmele. Die beiden Künstler konzeptionierten ihre Geschichte als Comic für die Ohren.

Hauptfigur ist der ehemalige Superheld Dunkelziffer, der plötzlich ohne Grund verhaftet und in den berüchtigten Gefängniskomplex mit dem Namen Abwärtsbunker eingeliefert wird. In dem Bunker herrschen eigene Gesetze und Regeln. Jeden Tag werden die Gefangenen ein Stockwerk tiefer verlegt.

Zusammen mit seinem Mitgefangenen K. und Karl Klebebart geht es nun auch für Dunkelziffer immer weiter abwärts. Keiner der Inhaftierten hat den Abwärtsbunker bisher je wieder verlassen. Aber es scheint eine letzte Hoffnung für den Ex-Superhelden und seine zwei Gefährten zu geben. Einer Legende zufolge soll es auf der 57. Etage einen angefangenen Fluchttunnel geben.

In dem Hörspiel sind Lars Rudolph (Das kalte Herz), Daniel Berger (Nordkurve) und Achim Hagemann (Kein Pardon) zu hören. WDR 3 sendet Abwärtsbunker am Mittwoch den 19. Juli von 19.04 bis 20 Uhr. Das Hörspiel steht nach der Sendung befristet im WDR-Hörspielspeicher zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Die Nibelungen: Hörspiel mit Helden, Hunnen und Humor

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Die Nibelungen: Siegfried

Das Nibelungenlied wurde irgendwann zu Beginn des 13. Jahrhunderts verfasst und gehört zu den bekanntesten deutschen Sagen. Die Geschichte wurde im Laufe der Jahrhunderte von zahllosen Autoren und Dichter aufgegriffen, verändert und neu interpretiert. Der Komponist Richard Wagner zum Beispiel benutzte die Sagenmotive in seinen Opernzyklus Der Ring des Nibelungen.

Die erste Verfilmung war 1924 der zweiteilige Stummfilm Die Nibelungen von Fritz Lang. Auch moderne Fantasyautoren wie Wolfgang Hohlbein (Hagen von Tronje), Stephan Grundy (Rheingold) und Kai Meyer (Nibelungengold) veröffentlichten Bücher mit ihren Versionen der Nibelungensage.

Im August 2002 schrieb der Autor und Dramatiker Moritz Rinke für die Nibelungenfestspiele in Worms die Sage rund um Siegfried und die Burgunder neu. Auf dieser Bühnenfassung basiert das Hörspiel, welches Regisseur Leonhard Koppelmann ein Jahr später für den NDR inszenierte.

Moritz Rinke setzte in seinem Theaterstück bei aller Dramatik vor allen auf Ironie. So befreit er die Geschichte vom Ballast der Jahrhunderte und setzt der dumpfen Germaneninterpretation eine humorvolle Handlung entgegen.

In dem Hörspiel sind Gisela Trowe (Zoar in den Masters-of-the-Universe-Hörspielen), Christian Redl (Krabat) Sascha Icks (Ab nach Tibet!) und Fußballreporter Günther Koch zu hören.

NDR Kultur sendet Die Nibelungen am 5. Juli von 20 bis 21.31 Uhr.

Blumen für Algernon: Hörspiel über ein Experiment zur Intelligenzsteigerung

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Der Roman Blumen für Algernon von Daniel Keyes stammt aus dem Jahr 1966. Die Geschichte über den geistig behinderten Charlie Gordon, der durch ein Experiment kurzfristig zum Genie wird, ist auch heute noch aktuell.

Zu Beginn der Handlung hat Charlie Gordon einen IQ von 68. Zwei skrupellose Wissenschaftler wollen seine Intelligenz durch eine Hirnoperation steigern. Warum sollte ihnen beim Menschen nicht gelingen, was zuvor bei der Maus Algernon gelungen ist? Der Erfolg scheint ihren ethisch fragwürdigen Methoden schließlich zu bestätigen.

Schrittweise beginnt Charlies IQ anzusteigen, bis er schließlich die Wissenschaftler überflügelt. Er wird zum Genie, dessen Ideen und Ausführungen nur noch wenige Menschen folgen können. Doch als die Maus Algernon stirbt, muss Charlie erkennen, dass auch seine gesteigerte Intelligenz wieder schrittweise abnehmen wird.

In dem Hörspiel aus dem Jahr 1992 sind André Jung (Das Experiment), Dietmar Schönherr (Raumpatrouille Orion), Alexander Tschernek (Free Rainer), Inka Friedrich (Sommer vorm Balkon), Josef Ostendorf (Otto – Der Katastrophenfilm) und Gottfried Breitfuss (Der Krieger und die Kaiserin) zu hören.

SRF 1 sendet das Hörspiel in zwei Teilen. Los geht es am 23. Juni um 20:03 Uhr. Teil zwei folgt Freitag 30. Juni ebenfalls um 20.03 Uhr.

Zeit aus den Fugen: Hörspiel nach einem Roman von Philip K. Dick

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Philip K. Dick hat in seinem Leben viele unterschiedliche Geschichten und Romane geschrieben. Eines seiner Standardthemen ist die unterschiedliche subjektive und objektive Wahrnehmung der Realität.

Bereits 1959, zu Beginn seiner Schriftstellerkarriere, verfasste er den Roman Zeit aus den Fugen, welcher sich mit dem Unterschied zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung beschäftigt. 2001 arbeitete der Bayrische Rundfunk das Buch in ein Hörspiel um.

Ragle Gumm lebt in den 50er Jahren glücklich und zufrieden in einer Kleinstadt irgendwo in den USA. In seiner Gegend ist er eine lokale Berühmtheit, da er seinen Lebensunterhalt damit verdient, Kreuzworträtsel zu lösen und an Quizshows teilzunehmen – in denen er immer die richtigen Antworten weiß.

Gumm könnte ein glücklicher und zufriedener Mensch sein, wenn er nur nicht gelegentlichen das seltsame Gefühl hätte, dass alle um ihn herum nicht real sei. Ihn kommt es dann so vor, dass seine Nachbarn nur Rollen spielen und die Kleinstadt nur eine Kulisse ist.

Es gibt in der Geschichte einige Parallelen zu Peter Weirs Film Die Truman Show. Allerdings ist die Grundprämisse in Dicks Roman eine andere.

In dem Hörspiel sind Martin Umbach (seit 2006 Synchronsprecher von Russell Crowe), Michael Tregor (Der tote Taucher im Wald), Christiane Roßbach (Sieben Monde) und Tanja Schleiff (Der Untergang) zu hören.

Bayern 2 sendet das Hörspiel Zeit aus den Fugen am Sonntag den 18.06. von 15 bis 16 Uhr und wiederholt es Montag den 19.06. von 20.03 bis 21 Uhr.

Stummfilm für die Ohren: Bayern 2 sendet das Hörspiel Metropolis

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Metropolis

Metropolis ist vielleicht nicht der beste Film von Fritz Lang, aber sein bekanntester und einflussreichster. Langs Science-Fiction-Klassiker aus dem Jahr 1927 beeinflusste auch Bernhard Jugel. Der Hörspielregisseur adaptierte den Stummfilm 2001 für den Bayrischen Rundfunk.

In der gigantischen Zukunftsstadt Metropolis lebt die Oberschicht im Luxus, während die Arbeiterklasse an riesigen Maschinen tief unterhalb der Stadt für die Reichen schuftet. Der Herrscher von Metropolis Joh Fredersen nötigt den Erfinder Rotwang, die Maschinenfrau Maria zu erschaffen. Mit ihrer Hilfe will er den aufkommenden Widerstand der Arbeiter zum Erliegen bringen – dies führt letztlich die ganze Stadt in die Katastrophe.

Die Bilder des expressionistischen Films setzten für die damalige Zeit Maßstäbe – und gelten, im Gegensatz zur Handlung, auch heute noch als wegweisend. Wie aber adaptiert man einen Stummfilm fürs Radio? Der Roman von Thea von Harbou aus dem Jahr 1925 und das Drehbuch von Fritz Lang bildeten die Grundlage für die Hörspielbearbeitung. Die Macher haben versuchten, die Zukunftsvision der Vorlage mit all ihrem Kitsch und Sexismus durch musikalische Überhöhung und Kommentierung zu brechen.

Unterstützt wurde Regisseur Bernhard Jugel dabei von Michael Farin und den Komponisten Laar/Zeitblom. In dem Hörspiel sind unter anderen Joachim Höppner (Synchronsprecher von Ian McKellen in Der Herr der Ringe), Jule Ronstedt (Wer früher stirbt ist länger tot) und Jens Harzer (Boy 7) zu hören. Als Erzähler fungiert Peter Fricke, der diese Funktion auch bei Synchronisation von Der Sternwanderer und Die fabelhafte Welt der Améli wahrnahm.

Bayern 2 sendet Metropolis am Samstag den 10. Juni von 15.05 bis 16.12 Uhr.

Die Kolonie: Hörspiel nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick

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Viele von Philip K. Dicks Romanen und Kurzgeschichten sind durch die Verfilmungen weltbekannt geworden. Da der Science-Fiction-Autor im Laufe seines Leben über 120 Kurzgeschichten und 40 Romane verfasst hat, gibt es immer wieder Neues vom ihm zu entdecken. Zum Beispiel die Kurzgeschichte Die Kolonie aus dem Jahr 1953, welche der Süddeutsche Rundfunk in den 80er Jahren als Hörspiel adaptierte.

Mehrere Wissenschaftler und Militärs werden zum Planeten Blau geschickt. Da sich die Umweltbedingungen auf der Erde verschlechtern, soll das Expeditionsteam den Planeten erkunden und feststellen, ob er für eine Kolonialisierung geeignet ist. Der Wissenschaftler David Friendly sieht in dem Projekt eine Gefahr und wird nicht müde vor der Expedition zu warnen.

Allerdings bietet Blau ideale Bedingungen zur Besiedlung. Es gibt keine feindlichen Lebensformen. Bei dem Planeten scheint es sich um ein Paradies zu handeln. Dann aber häufen sich merkwürdige Vorfälle und der Wissenschaftler David Friendly behauptet sogar, mörderischen Kräften ausgesetzt gewesen zu sein. Zunächst wird sein Bericht von den anderen Expeditionsteilnehmern ignoriert. Erst als ein Mitglied des Teams zu Tode kommt, fangen die anderen an, seine Warnungen ernst zu nehmen.

Für die Bearbeitung der literarischen Vorlage in ein Hörspiel waren 1986 Hans-Joachim Alpers und Werner Fuchs verantwortlich, die unter anderen zusammen auch am Reclams Science Fiction Führer gearbeitet haben. Unter der Regie von Andreas Weber-Schäfer sind Klaus Herm (Bilbo Beutlin im Hörspiel Der Herr der Ringe), Peter Rühring (Der englische Patient), Eva Garg (Draußen vor der Tür) und Claus Boysen (Hörspiel Taran und das Zauberschwert) zu hören.

WDR 3 sendet das Hörspiel am 8. Juni von 19.04 bis 20.00 Uhr.

WinterZeit Audiobooks stellt mehrere Genre-Hörspielserien ein

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Das Schwarze Auge Hörspiel

Das Hörspiellabel WinterZeit Audiobooks stellt die Produktion einiger seiner Hörspielserien ein. Durch die schlechten Verkaufszahlen rechnet sich die Weiterproduktion der CDs nicht mehr. Davon betroffen sind unter anderen die Science-Fiction-Reihe Raumschiff Promet sowie die Mysterieserien Danger, Twilight Mysteries und Insignium, die in Zusammenarbeit mit dem Label Maritim entstanden.

Das Label bedauert, die Serien mit zum Teil sofortiger Wirkung einstellen zu müssen. Von der Qualität der Produktionen war man bei WinterZeit Audiobooks bis zuletzt überzeugt. Aus Kostengründen konnte das kleine Label nicht alle Hörspiele im Programm halten. Auch eine Weiterführung der Hörspiele zum Download ist nicht geplant, da damit nicht genügend Gewinn erwirtschaft wird, um die Produktion zu finanzieren.

Die anderen Serien des Labels, unter anderen die Genreproduktionen Schwarze Sonne, Van Dusen und die Sherlok Holmes Sammler Edition, werden aber weitergeführt. So wird auch wie geplant Ende Juni die erste Folge der Fantasyserie Das schwarze Auge erscheinen, welche auf dem gleichnamigen Rollenspiel basiert. Eine erste Hörprobe der Titelmelodie findet man hier.

Bereits im März wurde bekannt, dass WinterZeit Audiobooks die Hörspielserie Larry Brent – Die neuen Fälle aus rechtlichen Gründen nicht fortsetzen darf.

Die Fabrik: Hörspiel ohne Ausgang im Deutschlandfunk

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Zwei junge Frauen und ein Mann planen, in eine verlassene Fabrik einzusteigen. Schon die Anfahrt gestaltet sich schwierig. Immer wieder landen die drei Freunde bei ein und derselben Tankstelle – dabei sind sie sich sicher, nicht im Kreis gefahren zu sein. Schließlich erreichen sie doch noch die Fabrik und gelangen ins Innere des Gebäudes. Aber aus ihrem nächtlichen Abenteuer wird schnell ein surrealer Albtraum.

Die Fabrik scheint im Inneren größer zu sein, als es von außen den Anschein hatte. Zudem scheint es, sowohl nach oben als als auch nach unten zahllose weitere Etagen zu gehen. Je länger sie herum irren, desto mehr vergessen sie. Wie lange sind sie schon in der Fabrik? Warum können sie sich nicht mehr an ihre richtigen Namen erinnern? Und wie sind sie überhaupt in das Gebäude ohne Fenster und Türen hineingekommen?

Die Idee stammt von Martin Heindel, der auch schon die Hörspiele Der Wald und ... wie ein Lied geschrieben hat. Zurzeit sind beide noch in der 1Live Mediathek zu finden. In dem Hörspiel sind unter anderen Janina Stopper (Tannöd), Marek Harloff (Der Schattenmann), Jens Harzer (Boy 7) und Sandra Kuball zu hören.

Gesendet wird Die Fabrik am 13. Mai von 0.05 bis 1.00 Uhr nachts in der Reihe Mitternachtskrimi des Deutschlandfunks.

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