Jubiläen

Jubiläen 2022: Willkommen im Jahr der Säuberung

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Soylent Green

Es ist doch sehr beruhigend, wenn sich einige Ideen aus Filmen in der Wirklichkeit nicht durchsetzen und einige dystopischen Kinovorhersagen nicht mit voller Wucht wahr werden. So haben wir in unserer Realität noch Zeit, die vielen unterschiedlichen fantastischen Jubiläen des Jahres 2022 zu feiern.

E. T. A. Hoffmanns Werke sind irgendwo zwischen Märchen, Horror und Satire einzuordnen. Der Sandmann enthält sogar schon Science-Fiction-Elemente. Außerdem verdanken wir dem am 25. Juni 1822 vor 200 Jahren verstorbenen Autoren fantastische Geschichten wie Der goldene Topf, Die Abenteuer der Sylvester-Nacht, Die Elixiere des Teufels und mit Das Fräulein von Scuderi einen der ersten Krimis der Weltliteratur.

50 Jahren später, am 15. November 1872, wurde Hans Dominik in Zwickau geboren. Der Autor von Science-Fiction-Romanen wie Befehl aus dem Dunkel oder Das Erbe der Uraniden würde dieses Jahr 150 Jahre alt.

2022 feiern gleich zwei berühmte Gruselgestalten ihren 125. Geburtstag. 1897 erschien der Horrorklassiker Dracula von Bram Stoker. Im selben Jahr veröffentlichte H. G. Wells seinen Roman Der Unsichtbare. Beide Stoffe wurden später mehrfach verfilmt – zuletzt vor zwei Jahren. Niemand wagte sich hingegen bisher an eine Verfilmung des Science-Fiction-Romans Auf zwei Planeten von Kurd Laßwitz, der auch 1897 in die Buchläden kam.

1912 war das Jahr von Edgar Rice Burroughs: Im All-Story-Magazin hatte im August Tarzan seinen ersten Auftritt. Im September vor 110 Jahren folgte im selben Pulp-Magazin die erste Geschichte über John Carters Abenteuer auf dem Mars.

Die erste Dracula-Verfilmung kam bereits 1922 in die Kinos. Nosferatu löste auch gleich einen der ersten größeren Urheberstreitigkeiten der Filmgeschichte aus, da der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau im Vorfeld bei den Erben Stokers nicht um Erlaubnis gefragt hatte, ob und zu welchen Konditionen er den Roman für die Leinwand adaptieren durfte. Mehr Grund zur Freude hatte 1922 die Eltern von Christopher Lee, der spätere Dracula-Darsteller wurde am 27. Mai geboren. Neben Christopher Lee erblickte am 28. Dezember desselben Jahres der nicht mit ihm verwandte Comicautor Stan Lee das Licht der Welt. Außerdem erschien vor 100 Jahren der erste Roman (Die Macht der Drei) von Hans Dominik als Buchausgabe.

Ohne Nichelle Nichols wäre die erste Star-Trek-Serie eine ziemlich männliche und weiße Angelegenheit geworden. Die Darstellerin von Lieutenant Uhura wurde am 28. Dezember 1932 vor 90 Jahren geboren.

Ein wenig jünger ist der 1947 geborene Stephen King. Immerhin kann der Autor von Es, The Stand, Carrie, Cujo, In einer kleinen Stadt, Feuerkind, Brennen muss Salem oder Shining dieses Jahr seinen 75. Geburtstag feiern. Running Man gehört bestimmt zu nicht zu den besten King-Verfilmungen, aber immerhin spielte Arnold Schwarzenegger mit, der dieses Jahr ebenfalls 75 Jahre alt wird.

Vor 70 Jahren hatten alle Individual-Touristen im Universum einen Grund zur Freude. Ohne Douglas Adams hätten viele Menschen nicht gewusst, warum man auf einer Reise per Anhalter durch die Galaxis immer ein Handtuch dabei haben sollte. Der Autor wurde 1. März 1952 in Cambridge geboren.

Auch die Schöpfungen von Stan Lee sind in die Jahre gekommen – auch wenn man ihnen in den Comics und Filmen ihr Alter nicht ansieht. Vor 60 Jahren erschienen die ersten Abenteuer der späteren Avengers Thor und Hulk. Und im August 1962 gesellte sich Spider-Man zu den beliebten Helden aus dem Hause Marvel.

Dieses Jahr feiern viele Hollywood-Schauspieler ihren 50. Geburtstag. 1972 kamen Eli Roth, Dwayne Johnson, Selma Blair, Ben Affleck, Idris Elba, Gwyneth Paltrow, Jude Law und der ewige Fähnrich der Enterprise Wil Wheaton zur Welt.

Zehn Jahre später startete Stephen King mit dem Roman Schwarz seine Saga Der Dunkle Turm. In den Kinos lief vor 40 Jahren John Carpenters Remake von Das Ding aus einer anderen Welt, Alan Moore veröffentlichte die Comicserie V for Vendetta, und 1982 begann Katsuhiro Otomo in Japan mit seiner Mangaserie Akira – deren Realverfilmung demnächst eigentlich Regisseur Taika Waititi in die Kinos bringen sollte, Warner Bros. hat den Starttermin zurzeit aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

Vor 30 Jahren kreierte der Zeichner und Autor Todd McFarlane seinen eigenen höllischen Superhelden Spawn. Die Comicserie erschien 1992 beim damals neu gegründeten Verlag Image Comics. An einer neuen Adaption für die Kinoleinwand wird, wie bei Akira seit längerer Zeit ohne konkrete Ergebnisse gearbeitet. 2021 verfilmte Apple hingegen den Roman Foundation von Isaac Asimov. Der Autor verstarb 1992 im Alter von 72 Jahren.

Am Anfang hat niemand beim Verlag mit dem weltweiten Erfolg gerechnet. So startet Harry Potter und der Stein der Weisen vor 25 Jahren nur mit einer Auflage von 500 Stück. Im selben Jahr ging Joss Whedons Serie Buffy – Im Bann der Dämonen auf Sendung. Im gleichen Alter wie Harry und Buffy ist auch Prinzessin Mononoke, der gleichnamige Film aus dem Studio Ghibli kam 1997 in die Kinos. In den Läden stand der erste Teil des kontrovers diskutierten Action-Adventure-Computerspiels Grand Theft Auto, auf Comedy Central lief die erste Folge South Park und Tommy Lee Jones und Will Smith schlüpfte für Men in Black erstmal in ihre schwarzen Anzüge.

2002 kam die Fortsetzung der Vorgeschichte in die Kinos. Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger wird dieses Jahr 20 Jahre alt.

Fünf Jahre später, im Jahr 2007, erschien in China der erste Band der Trisolaris-Trilogie. In den kommenden 15 Jahren entwickelte sich der Roman Die drei Sonnen von Cixin Liu zum weltweiten Erfolg.

Der angekündigte Weltuntergang blieb, Roland Emmerichs Katastrophenfilm 2012 zum Trotz, vor 10 Jahren aus. Verluste gab es dennoch zu betrauern: Am 10. März 2012 verstarb Jean Giraud, einer der berühmtesten französischen Comiczeichner jenseits der Funnys. Vielen dürfte der Künstler besser unter seinem Pseudonym Moebius (Der Incal, Die hermetische Garage) bekannt sein. Nach sechs Jahren und fünf Filmen war es 2012 endlich soweit, das MCU  entfaltete sich mit Marvel's The Avengers erstmals zur vollen Größe. Konkurrenz bekamen die Avengers von Die Tribute von Panem, der ebenfalls vor 10 Jahren in die Kinos kam.

Vor 5 Jahren näherte sich mit Star Wars – Episode VIII: Die letzten Jedi das Ende der Skywalker-Saga im Kino. 2017 erschien zehn Jahre nach der chinesischen Veröffentlichung endlich auch in Deutschland der Science-Fiction-Roman Die drei Sonnen von Cixin Liu.

Keiner der Leser wird während des Lesens des Artikels an einem Soylent-Green-Riegel geknabbert haben. Richard Fleischers ist mit seiner Zukunftsvision Soylent Green – Jahr 2022 ... die überleben wollen aus dem Jahr 1973 sicher keine exakte Vorhersage unserer Gegenwart gelungen. Sieht man sich aber die Folgen des Klimawandels an, sind einige Details seines Films aber erschreckend nah dran an unserer Wirklichkeit.

Der erste Teil Purge-Reihe spielt ebenfalls 2022. Wir müssen uns heute nicht einmal im Jahr während der Säuberung vor dem mordenden Mob in unseren Wohnungen verschanzen. Aber schon 2013 reagierten die Macher des Horrorfilms auf die damalige Gewalt und Zerrissenheit in der Gesellschaft.

Bei diesen düsteren Zukunftsvisionen bleibt zu hoffen, dass 2022 besser wird, die Menschen zurückblicken und sich freuen, wie viele schöne Bücher, interessante Filme, spannende Serien und unterhaltsame Comics in den letzten Jahren und Jahrzehnten entstanden sind.

Soylent Green (1973) Trailer

THE PURGE Trailer Deutsch German | 2013 Official Film [HD]

Jubiläen 2021: Von Cyberpunk-Helden, Supersoldaten & Riesenmotten

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Captain America Comic

Die Leser der in den letzten vier Jahren hier erschienen Artikel über die Jubiläen ahnen es längst: Filme waren nie sehr erfolgreich, die Zukunft vorherzusagen. Ansonsten würde sich jeder jetzt einfach einen Datenstick in den Kopf schieben und die Informationen aus diesem Beitrag direkt in sein persönliches Gehirnimplantat herunterladen. So ungefähr sähe die Welt nämlich aus, wenn die Zukunftsvision aus dem Film Vernetzt – Johnny Mnemonic wahr geworden wäre. Der Cyberpunk-Film mit Keanu Reeves in der Hauptrolle spielt nämlich im Jahr 2021.

Genau 170 Jahre früher, am 1. Februar 1851, ist eine der großen Pionierin der Science-Fiction-Literatur verstorben. Mary Shelley prägte das Genre mit ihren Roman Frankenstein oder der neue Prometheus von Beginn an.

1881, ein paar Jahrzehnte nach Shellys Tod veröffentlichte Robert Louis Stevenson einen seiner größten Romanerfolge. Vor 140 Jahren erschien Die Schatzinsel. 1886 folgte Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

1921 wurden zwei Kinder geboren, deren Arbeit später sehr wichtig für das Science-Fiction-Genre werden sollte. Am 19. August kam Gene Roddenberry, der Schöpfer von Raumschiff Enterprise, zur Welt. Knapp einen Monat später, am 12. September, folgte die Geburt des polnischen Science-Fiction-Autors Stanisław Lem. Solaris und Star Trek schön und gut – aber wie traurig wäre eine Kindheit ohne Urmel aus dem Eis. Auch der Kinderbuchautor Max Kruse würde dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern.

1931 feierten gleich zwei Horrorfilmklassiker von Universal in den USA ihre Premiere. Einmal Dracula unter der Regie Tod Browning mit Bela Lugosi in der Titelrolle. Zweitens wurde Mary Shelleys Roman Frankenstein von James Whale mit Boris Karloff als Monster verfilmt. Außerdem kam vor 90 Jahren der Kriminalfilm M von Fritz Lang in die deutschen Kinos.

Charlie Chaplin schuf mit Moderne Zeiten vor 85 Jahren einen futuristisch angehauchten Klassiker über die Zumutungen der kapitalistischen Arbeitswelt. Der Stummfilm wurde am 5. Februar 1936 uraufgeführt.

Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs brauchten die USA einen neuen Superhelden. Jack Kirby und Joe Simon schufen vor 80 Jahren mit Captain America einen Supersoldaten, der sich auch mit den Nazis anlegte. Sein erstes Abenteuer erschien 1941 in Heft #1 der Comicserie Captain America Comics.

Dem Baby, welches am 18. Dezember 1946 in Cincinnati zur Welt kam, verdanken wir spätere Filmklassiker wie ET, Die Unheimliche Begegnung der dritten Art, Der Weiße Hai, Indiana Jones, Jurassic Park oder A.I. – Künstliche Intelligenz. Steven Spielberg wird dieses Jahr 75 Jahre alt. Viele weitere Filmschaffende des Jahrgangs 1946, wie die Regisseure Joe Dante (Gremlins, Meine teuflischen Nachbarn, Small Soldiers) und John Woo (A Better Tomorrow, The Killer, Paycheck) sowie der Drehbuchautor Dan O'Bannon (Alien, Total Recall) oder der Schauspieler Sylvester Stallone (Rambo, Demolition Man, Judge Dredd), drückten dem Kino ab den 70er Jahren ihren Stempel auf.

Nach Angilas, Rodan oder Varan kämpft die gigantische Urzeitechse Godzilla in den sechziger Jahren auch öfters gegen Mothra. Ihren ersten Auftritt hatte die Riesenmotte vor 60 Jahren in Mothra bedroht die Welt. Dem Toho-Film aus dem aus dem Jahr 1961 folgten weitere Solofilme sowie viele Auftritte in unterschiedlichen Godzilla-Streifen. Zuletzt war Mothra sogar in der US-Produktion Godzilla II: King of the Monsters zu sehen.

Der Wüstenplanet von Frank Herbert erschien zuerst als Fortsetzungsroman. Die erste Gesamtausgabe als Buch kam erstmals vor 65 Jahren in die Läden. 2021 hoffen wir endlich auf die Kinopremiere der neuesten Verfilmung des Science-Fiction-Klassikers aus dem Jahr 1966.

Eine Ära ging 1971 zu Ende. Hal Foster zeichnet seine letzte Episode der Comicserie Prinz Eisenherz, welche er seit 1937 allein geschrieben und gezeichnet hatte. Die Comics wurden nun von anderen Zeichnern fortgesetzt. Als Autor blieb Foster der Serie noch ein paar Jahre erhalten. Ebenfalls vor 50 Jahren erschien Otfried Preußler Jugendbuch Krabat.

Vor 45 Jahren kam die erste Hörspielfolge von Commander Perkins auf dem Markt. Die Serie wurde von Heikedine Körting (Die drei ???) produziert und von H. G. Francis (Die Gruselserie) geschrieben. Im gleichen Jahr starb am 2. August 1976 in Kalifornien der deutsche Regisseur Fritz Lang (Metropolis, Die Frau im Mond, Dr. Mabuse der Spieler).

1981 feierte der Film Das Boot von Wolfgang Petersen seine Premiere. Das U-Boot-Drama schlug sich an den Kinokassen ziemlich gut gegen Konkurrenten wie John Carpenters Die Klapperschlange, Steven Spielbergs Jäger des verlorenen Schatzes oder Tanz der Teufel von Sam Raimi. Wer damals für die Filme noch zu jung war, konnte sich vor 40 Jahren den Horror einfach nach Hause ins Kinderzimmer holen: Im selben Jahr erschien nämlich mit "Frankensteins Sohn im Monster-Labor" die erste Hörspielfolge von H. G. Franics Gruselserie.

Weniger gruselig ist Michael Endes Roman Momo, der 1986 verfilmt wurde – genau wie Umberto Ecos historischer Krimi Der Name der Rose. Die US-Superhelden Comics erhielten vor 35 Jahren durch Alan Moores Watchmen und Frank Millers The Dark Knight Returns einen Modernisierungsschub.

Am 24. Oktober 1991 war in Deutschland der Tag der Abrechnung. Außer Terminator 2 starteten vor 30 Jahren auch noch Das Schweigen der Lämmer mit Jodie Foster und Robin Hood – König der Diebe mit Kevin Costner in den Hauptrollen in den Kinos. Im selben Jahr verstarb in Leningrad der russische Autor Arkadi Strugazki, der zusammen mit seinem Bruder Boris die Science-Fiction-Klassiker Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein, Der Montag fängt am Samstag an oder Picknick am Wegesrand verfasste.

Der Hype um Roland Emmerichs Alien-Invasion-Blockbuster Independence Day war 1996 riesig. Für die Popkultur langfristig bedeutender war aber sicher das Erscheinen des Buches A Game of Thrones. Mit diesem Roman startet George R. R. Martin vor 25 Jahren seinen Fantasy-Zyklus Das Lied von Eis und Feuer – auf die beiden Abschlussbände warten die Fans weltweit bisher vergeblich.

Ohne Douglas Adams hätten viele Menschen nicht gewusst, warum man auf einer Reise per Anhalter durch die Galaxis immer ein Handtuch dabei haben sollte. Der Autor starb am 11. Mai 2001. Ein Ende gab es vor 20 Jahren für die charmant trashige Fantasy-Serie Xena – Die Kriegerprinzessin. Und auch Captain Janeways kam nach sechs Jahren und sieben Staffel mit dem Raumschiff Voyager 2001 wieder im Alpha-Quadranten an.

H. G. Francis, der Autor von Hörspielreihen wie Commander Perkins und Der Gruselserie, verstarb am 3. November 2011 in Hamburg. Im Kino lief im selben Jahr mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 der letzte Teil der Harry-Potter-Verfilmungen an. Aber vor 10 Jahren begann auch etwas Neues: Ben Aaronovitch veröffentlichte mit Die Flüsse von London den ersten Roman seiner Urban-Fantasy-Reihe rund um den magisch begabten Police Constable Peter Grant. Im gleichen Jahre startet das Autoren-Duo James S. A. Corey mit dem Science-Fiction-Roman Leviathan Erwacht den Romanzyklus The Expanse.

Es geht auch ohne Luke Skywalker, C3PO, Rey oder Poe Dameron – aber so ganz ohne bekannte Helden und Schurken der weit weit entfernten Galaxie kam der 2016 gestartete Einzelfilm Rogue One: A Star Wars Story am Ende nicht aus. Mit dem Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind gab es vor 5 Jahren zudem Neues aus dem erweiterten Harry-Potter-Universum zu sehen.

Die Cyperpunk-Version von Vernetzt – Johnny Mnemonic ist nicht wahr geworden. Immerhin hat Keanu Reeves in dem Anfang Dezember 2020 erschienenen Computerrollenspiel Cyberpunk 2077 einen Auftritt. Und in 56 Jahren können wir uns dann mit der Frage beschäftigen, welche Vorhersagen des Science-Fiction-Games wahr geworden sind.

Jubiläen 2020: Willkommen im Jahr der Astronauten und Drachen

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Herrschaft des Feuers

Wenn man dem Kino-Orakel glauben darf, geht die größte Gefahr für das kommende Jahr von Drachen aus. Aber es gibt auch gute Nachrichten: So sagte Hollywood schon vor zwanzig Jahren voraus, dass 2020 die erste bemannte Mission zum Mars startet – und außerdem es gibt wieder viele Jubiläen zu feiern.

Bevor Cthulhu und die anderen Großen Alten vor Äonen das Licht der Welt erblickten, wurde am 20. August 1890, vor 130 Jahren, ihr Schöpfer Howard Phillip Lovecraft geboren. 20 Jahre später am 17. Oktober 1910 starb Kurd Laßwitz (Auf zwei Planeten). Heute erinnert noch der nach Laßwitz benannte Preis an den Pionier der deutschen Science-Fiction.

1920 brachte United Artists ihren ersten Film ins Kino. Das Zeichen des Zorros macht vor 100 Jahren den Schauspieler Douglas Fairbanks senior zum Star. Im selben Jahr wurden die Science-Fiction-Schriftsteller Isaac Asimov und Ray Bradbury sowie der Filmtrickspezialist Ray Harryhausen geboren.

Zehn Jahre später starb Arthur Conan Doyle – unsterblich geblieben ist hingegen, der von ihm erfundene Meisterdetektiv Sherlock Holmes. 1930 wurde Wolfgang Völz geboren. Der 2018 verstorbene Schauspieler war in Raumpatrouille Orion und mehreren Edgar-Wallace-Filmen zu sehen und lieh seine Stimme unter anderen dem Androiden Otto in der Zeichentrickserie Captain Future. Clint Eastwood und Sean Connery könnten, wenn sie wollten, dieses Jahr zusammen ihren 90. Geburtstag feiern.

2019 war Joker einer der großen Erfolge an der Kinokasse. Batmans Lieblingsgegenspieler wurde 1940 von dem Assistenzzeichner Jerry Robinson entworfen und von Bob Kane und Bill Finger überarbeitet. Im selben Jahr hatte auch der Superheld Jay Garrick alias The Flash seinen ersten Auftritt in einem Comicheft. Der vor 80 Jahren geborene Regisseur George A. Romero ist nicht so sehr für seine Helden, sondern für die von ihm etablierten wandelnden Toten bekannt.

Der Regisseur Jack Arnold drehte 1955 gleich zwei Monsterfilme und der junge Clint Eastwood trat vor 65 Jahren sowohl in Tarantula als auch in Die Rache des Ungeheuers in einer Nebenrolle auf.

Alfred Hitchcocks Psycho lief 1960 in den US-Kinos an. Der schottische Comicautor Grant Morrison (Batman: Arkham Asylum, Happy!) und der englische Fantasy-Autor Neil Gaiman (Niemalsland, American Gods) kamen vor 60 Jahren auf die Welt. Somit dürften die beiden den Filmklassiker damals nicht im Kino gesehen haben.

Am 18. Oktober 1970 strahlte die ARD Das Millionenspiel aus. In pseudodokumentarischen Stil zeigte der Film eine TV-Show, in der ein Kandidat von Jäger live zu Tode gehetzt wird. Aufgrund von Urheberstreitigkeiten war Das Millionenspiel, in dem vor 50 Jahren Dieter Hallervorden und Dieter Thomas Heck mitwirkten, mehrere Jahrzehnte nicht zu sehen.

1980 hatte das Warten für viele Star-Wars-Fans ein Ende: George Lucas brachte die Fortsetzung Das Imperium schlägt zurück in die Kinos – Luke verlor vor 40 Jahren seine Hand, und Han Solo wurde in Karbonit eingefroren. John Carpenters Horrorfilm The Fog – Nebel des Grauens hatte es gegen die Konkurrenz aus der weit weit entfernten Galaxie nicht leicht – war aber so erfolgreich, dass man vor 15 Jahren ein Remake des Films drehte.

Der vor 35 erschienene Film Die Goonies ist eine der Inspirationsquellen für die Serie Stranger Things. In deren dritter Staffel schauen sich Robin und Steve ziemlich zugedröhnt Zurück in die Zukunft an, der ebenfalls 1985 in die Kinos kam.

Vor 30 Jahren sahen sich die Menschen Edward mit den Scherenhänden, Total Recall, Tremors – Im Land der Raketenwürmer oder die erste Realverfilmung der Teenage Mutant Ninja Turtles im Kino an. Doch es gab auch Leute, die 1990 lieber zu Hause blieben, um das Point-and-Click-Adventure The Secret of Monkey Island zu spielen. Außerdem erschien in Polen der erste Band mit Kurzgeschichten um den Hexer Geralt von Riva von Andrzej Sapkowski – welcher Jahre später die Grundlage für eine andere erfolgreiche Computerspielreihe und eine TV-Serie bilden sollte.

Dieselben Menschen saßen fünf Jahre später schon wieder oder immer noch vor dem Computer – LucasArts hatte 1995 mit Full Throttle ein weiteres lustiges Adventure-Game herausgebracht. Im Kino klärte Jumanji über die Gefahren von Brettspielen auf und Toy Story bewies vor 25 Jahren, dass computeranimierte Filme abendfüllende Unterhaltung bieten können. Und im Fernsehen startete Captain Janeway mit dem Raumschiff Voyager ihre Rückreise aus dem Delta-Quadranten.

Carl Barks hat Donald Duck nicht erfunden, aber wesentlich zum Weltruhm der Ente beigetragen. Zudem stammt ein Großteil der bekannten Bevölkerung von Entenhausen (Dagobert Duck, Daniel Düsentrieb, Gustav Gans, Gundel Gaukeley und die Panzerknacker) aus seiner Feder. Der Autor und Zeichner starb vor 20 Jahren am 25. August 2000.

2005 trug die dunkle Seite der Macht den Sieg davon, und Darth Vader vernichtete den Orden der Jedi. Vor 15 Jahren endete mit Episode III – Die Rache der Sith die Star-Wars-Prequel-Trilogie. In Australien und Nordamerika wurde das Spiel World of Warcraft schon im November des Vorjahres veröffentlicht. Aber in Europa konnten die Spieler erst ab 2005 an dem Multiplayer-Online-Game teilnehmen. Im selben Jahr kehrte Doctor Who nach längerer Pause mit Christopher Eccleston als neunter Doctor auf den TV-Bildschirm zurück.

Nicht alle Geheimnisse wurden 2010 aufgeklärt, und nicht alle Fans waren mit dem Ende der Serie zufrieden – vor 10 Jahren lief die finale Folge von Lost. Im selben Jahr startete die Zombieserie The Walking Dead – im Herbst 2020 soll die 11. Staffel starten.

Terry Pratchett erschuf mit der Scheibenwelt die Heimat des Zauberers Rincewind, der Hexe Oma Wetterwachs und des Stadtwächters Samuel Mumm. Vor 5 Jahren verstarb einer der besten und lustigsten Fantasy-Autoren. Einen Anfang gab es hingegen für eine Reihe neuer Helden in Star Wars: Das Erwachen der Macht, die an der Seite von Han Solo, Leia und Chewbacca in der Fortsetzung der Skywalker-Saga auftraten. Außerdem war 2015 das Jahr, in dem allen Menschen klar wurde, dass die Autoren von Zurück in die Zukunft II sich geirrt hatten und es doch noch keine funktionsfähigen Hoverboards gab.

Und 2020? Werden Drachen auf der Erde die Macht an sich reißen, während die ersten Astronauten auf dem Mars landen? – Zumindest wenn es nach den Visionen der Drehbuchautoren der frühen 2000er geht. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Regisseur Rob Bowman mit der Voraussage der Zukunft in Die Herrschaft des Feuers daneben lag. Aber auch ein bemannter Marsflug ist für dieses Jahr zumindest nicht absehbar. Aber immerhin ist Brian De Palma mit Mission to Mars ein wenig näher an die Realität herangekommen.

Die Herrschaft des Feuers - VHS Video Trailer

Mission to Mars (2000) - Trailer deutsch/german

Jubiläen 2019: 90 Jahre Tim und Struppi, 80 Jahre Batman und 30 Jahre Die Simpsons

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Szenenbild Tim und Struppi

Das nächste Jahr dürfte für viele Science-Fiction-Fans genauso enttäuschend werden, wie 2015 – es sind immer noch keine fliegenden Autos in Sicht. Wie Zurück in die Zukunft II versprach 1982 bereits der im Jahr 2019 angesiedelte Film Blade Runner eine Welt voller schwebender Verkehrsmittel. Trotzdem gibt es 2019 viele fantastische Jubiläen zu feiern.

1859 wurde Arthur Conan Doyle geboren. Als 1869 der Roman 20.000 Meilen unter dem Meer erschien, war er noch weit von der Veröffentlichung seiner Sherlock-Holmes-Geschichten entfernt. Sein französischer Schriftstellerkollege Jules Verne war vor 150 Jahren bereits ein sehr aktiver Autor.

Im Juli vor 125 Jahren wurde Aldous Huxley geboren. Rein theoretisch hätte der spätere Autor von Schöne Neue Welt, dem Verfasser von Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde noch persönlich begegnen können. Robert Louis Stevenson verstarb im Dezember 1894 mit nur 44 Jahren.

1904 kam Sir Alec Guinness zur Welt. Seiner Überzeugung nach zählte die Rolle in Star Wars Episode IV nicht zu seinen besten schauspielerischen Leistungen. Trotzdem bleibt er wohl immer mit der Rolle des Obi-Wan Kenobis verbunden. Sein Stars-Wars-Kollege Peter Cushing wurde zuerst durch die Dracula- und Frankensteinstreifen von Terence Fisher berühmt. Der Regisseur der berüchtigten Hammer-Studios wurde ebenfalls vor 115 Jahre geboren.

Vor 100 Jahre erblickte Agostino de Laurentiis das Licht der Welt. Besser bekannt wurde der Italiener später, als er unter dem Namen Dino De Laurentiis die Kinofilme Barbarella, Conan, der Barbar, Der Wüstenplanet und Armee der Finsternis produzierte.

Ein junger Reporter und sein Hund machten sich vor 90 Jahre auf ins Abenteuer: 1929 veröffentlichte Hergé die erste Geschichte mit dem Gespann Tim und Struppi. Im selben Jahr wurde Ursula K. Le Guin geboren. Die am 22. Januar 2018 verstorbene Science-Fiction-Autorin wurde durch ihre Romane Die linke Hand der Dunkelheit, Planet der Habenichtse und ihren Erdsee-Zyklus weltbekannt.

Donald Duck wurde zwar drei Jahre zuvor in einem Bilderbuch bereits erwähnt, aber erst 1934 bekam die Ente in den Zeichentrickfilm Die kluge kleine Henne ihren ersten Auftritt. Vor 85 Jahren spielte sie in dem Cartoon zunächst neben seinem Kumpel Micky nur eine kleine Rolle.

Das Disney-Trio war fünf Jahre später komplett. Die Figur Dippy Dawg wurde 1939 offiziell in Goofy umbenannt. Unter den Achtzigjährigen Superhelden steht Supergoof allerdings im Schatten von Batman. Im März 1939 erschien in Detective Comics # 27 das erste Abenteuer des dunklen Ritters. Geboren wurde im selben Jahr zudem der Autor Michael Moorcock (Elric von Melniboné).

Am 29. Juli 1954 veröffentlicht John Ronald R. Tolkien in England den ersten Band seiner Fantasy-Trilogie Der Herr der Ringe. Japan wurde im selben Jahr zum ersten Mal von Godzilla heimgesucht. Von den ersten Angriffen der Monsterechsen unberührt wurde in der Präfektur Miyagi vor 65 Jahren der Manga-Zeichner Katsuhiro Otomo (Akira) geboren.

In Stuttgart fand vor 60 Jahren die Uraufführung von Der Frosch mit der Maske statt. So begann 1959 die berühmt berüchtigte Edgar-Wallace-Filmreihe der deutschen Nachkriegszeit.

1969 kamen endlich auch deutsche Leser dank der ersten Übersetzung von Tolkiens Werk in den Genuss, den Herrn der Ringe zu lesen. Kinder freuten sich vor 50 Jahre sicher mehr über die Fernsehadaption der Augsburger Puppenkiste des Kinderbuchklassikers Urmel aus dem Eis. Die Fernsehserie Raumschiff Enterprise endete hingegen vor 50 Jahren. Der zweite Ableger Star Trek – Das nächste Jahrhundert ging vor 25 Jahren zu Ende und die letzte Folge von Deep Space Nine lief vor 20 Jahren.

In den USA kam 1974 das Pen-and-Paper-Rollenspiel Dungeons & Dragons von Gary Gygax und Dave Arneson heraus. Ebenfalls vor 45 Jahren lief in den US-Kinos das Texas Kettensägenmassaker von Regisseur Tobe Hooper an.

Seit 1979 wissen die Leser dank Douglas Adams, wie man Per Anhalter durch die Galaxis reist. In den Kinos konkurrierten vor 40 Jahren so unterschiedliche Science-Fiction-Streifen wie Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, Das Imperium schlägt zurück und Star Trek: Der Film um die Gunst des Publikums.

Die Geschichte Aventuriens reicht sicher viel weiter zurück, aber erst seit 35 Jahren können Rollenspieler die Welt von Das Schwarze Auge erkunden. 1984 begründete William Gibson mit seinem Roman Neuromancer das Cyberpunk-Genre, und im Kino sorgte Freddy Krueger für mörderische Träume.

Sylvester McCoy hatte die Rolle des Doctors zwei Jahre zuvor übernommen, als die klassische Doctor-Who-Serie 1989 endete und mit Ausnahme eines TV-Films erst 2005 in neuer Form zurückkehrte. Dafür wurde vor 30 Jahren in den USA die erste eigenständige Folge der Simpsons ausgestrahlt. In den Kinos sorgten 1989 Tim Burtons Batman und Indiana Jones und der letzte Kreuzzug für volle Kinosäle.

Der durch Terence Fishers Horrorfilme und seine Rolle als Großmoff Tarkin in Star Wars Episode IV bekannte Schauspieler Peter Cushing starb am 11. August 1994. 2016 gab es in Rogue One: A Star Wars Story ein digitales Wiedersehen mit Tarkin. Quentin Tarantino feierte vor 25 Jahren mit seinem zweiten Kinofilm Pulp Fiction seinen endgültigen Durchbruch als Regisseur.

1999 hatte das Warten ein Ende – seit 1983 hatte es keinen neuen Star-Wars-Film gegeben. Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung spielte rund eine Milliarde Dollar ein. Der Found-Footage-Film Blair Witch Project startete im selben Jahr und spielte bei Produktionskosten von 60.000 Dollar am Ende 141 Millionen Dollar ein. Vor 20 Jahren und 10 Jahre nach den Simpsons begann mit Futurama Matt Groenings zweite Trickfilmserie. Ebenfalls 1999 veröffentlichte Comiczeichner Walter Moers mit Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär seinen ersten Roman – für 2019 ist mit Der Bücherdrache bereits das neunte Zamonien-Buch angekündigt.

Vor 15 Jahren konnte man am Fernsehbildschirm das Schicksal mehrerer Überlebender eines Flugzeugabsturzes verfolgen, welche auf einer geheimnisvollen Insel um ihr Überleben kämpften. Der Sender ABC sendet am 22. September 2004 die erste Folge der Mystery-Serie Lost.

Zack Snyder verfilmte vor 10 Jahren Alan Moores Graphic Novel Watchmen zum ersten Mal. Als TV-Serie soll die Superheldensaga 2019 auf dem US-Sender HBO anlaufen. Ein Jahr länger müssen sich die Avatar-Fans noch gedulden. 2009 begeisterte Avatar – Aufbruch nach Pandora mit seinen 3D-Bildern eines fernen Paradieses. Die Erste von zwei geplanten Fortsetzungen soll erst 2020 in die Kinos kommen.

Man sollte über die fehlenden fliegenden Autos nicht zu traurig sein – eigentlich kann man insgesamt froh sein, dass nicht alle Zukunftsvisionen aus Ridley Scotts Blade Runner wahr geworden sind. Vielleicht schafft es noch jemand bis November ein fliegendes Auto auf den Markt zu bringen, um so drohende Dieselfahrverbote zu umgehen. Ansonsten kann man sich damit trösten, dass das Schreckensszenario aus dem Film Die Insel, welcher ebenfalls im Jahr 2019 spielt, auch nicht eingetroffen ist.

Die Insel Trailer (German)

Blade Runner (1982) Trailer #2 Deutsch / German - Offiziell (HD)

Jubiläen 2018: 200 Jahre Frankenstein, 80 Jahre Superman und 25 Jahre Hellboy

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Die letzten Tage von Superman

Diese Vorschau wirft einen Blick zurück auf die Geburt von Monstern, Helden und deren Schöpfer, die 2018 ein rundes Jubiläum feiern können – sofern die Maschinen nicht doch die Macht übernehmen oder die Nazis vom Mond aus ihre Invasion starten.

Nachdem dieses Jahr Dracula und Der Unsichtbare einen runden Geburtstag feiern konnten, ist 2018 Frankensteins Monster an der Reihe – vor 200 Jahren wurde das Geschöpf zusammengeflickt. Der Roman Frankenstein oder Der moderne Prometheus von Mary W. Shelley erschien erstmals 1818.

Vor 190 Jahren am 8. Februar 1828, wurde einer der Wegbereiter der modernen Science-Fiction in Nantes geboren. Jules Verne war mit Romanen wie Reise zum Mittelpunkt der Erde oder Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer schon zu Lebzeiten weltberühmt.

Jack the Ripper sorgte vor 130 Jahre im Londoner Stadtteil Whitechapel für Schrecken. Ebenfalls im Jahr 1888 wurde Friedrich Wilhelm Murnau geboren, der später das Kinopublikum mit seiner Dracula-Adaption Nosferatu – Eine Symphonie des Grauen in Angst versetzte.

Die Marsianer starteten vor 120 Jahren ihre erste Invasion der Erde – nachzulesen in dem 1898 erschienen Roman Krieg der Welten von H. G. Wells.

Die Geschöpfe des 1928 geborenen Comiczeichners Peyo erfreuen noch heute jedes Kind: die Schlümpfe. Auch der Einfluss von Philip K. Dick ist immer noch immens. Der Autor von Blade Runner, Total Recall und vielen anderen Geschichten kam ebenfalls vor 90 Jahren auf die Welt.

Vor 80 Jahren kreiert der Franzosen Rob-Vel für den Verlag Dupuis die Comicfigur Spirou. Im selben Jahr, am 8. Mai 1938, wurde Jean Giraud alias Moebius geboren. 50 Jahre später im Jahr 1988 kam der erste von Moebius gezeichnete Silver-Surfer-Band heraus. Die größte Bedeutung für die Comicindustrie dürfte allerdings die Tatsache sein, dass Jerry Siegel und Joe Shuster im Frühjahr 1938 einen Verlag für ihr erstes Superman-Abenteuer fanden. 40 Jahre später flog dann erstmals Christopher Reeve als Superman über die Kinoleinwand.

1948 ist das Geburtsjahr von zwei sehr bedeutenden Fantasyautoren, die auch über Genregrenzen hinaus bekannt sind: Am 28. April wurde der Scheibenwelt-Schöpfer Terry Pratchett geboren. Fünf Monate später, am 20. September kann der Game-of-Thrones-Autor George R. R. Martin seinen 70. Geburtstag feiern.

Hammer Films drehte 1958 den ersten Dracula-Streifen mit Christopher Lee in der Titelrolle. Außerdem kam vor 60 Jahren Die verborgene Festung von Akira Kurosawa in die Kinos. Der Film beeinflusste Jahre später den jungen George Lucas bei der Entstehung von Star Wars.

Vor 55 Jahren hatte eine der heute bekanntesten Superheldengruppe ihren ersten Auftritt: Im September 1963 erschien das erste Heft der X-Men von Stan Lee und Jack Kirby. Im selben Jahr trat William Hartnell als Doctor Who seine Reise durch Raum und Zeit in der Tardis an.

In den Kinos liefen 1968 gleich zwei Filme, welche das Science-Fiction- und Horrorgenre nachhaltig prägen sollten: Planet der Affen und George R. Romeros Die Nacht der lebenden Toten. Außerdem erschien vor 50 Jahre mit Die drei ??? und das Gespensterschloss der erste Roman der drei Detektive aus Rocky Beach in Deutschland.

Was wäre das Slasher-Subgenre ohne Halloween – Die Nacht des Grauens? John Carpenters Horrorklassiker feierte im Oktober 1978 seine Premiere. In den amerikanischen Buchläden hatten die Horrorfans vor 40 Jahren die Auswahl zwischen gleich zwei Titeln von Stephen King: 1978 erschien der Roman The Stand und die Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht.

Vor 30 Jahren startet mit dem Fantasyroman Der Drachenbeinthron Tad Williams Osten-Ard-Saga. Die Reihe wurde 2017 nach langer Pause mit Das Herz der verlorenen Dinge fortgesetzt. In den amerikanischen Kinos trieben 1988 Roger Rabbit und Beetlejuice ihr Unwesen. In Japan feierten hingegen die Animes Akira sowie Mein Nachbar Totoro von Hayao Miyazaki ihre Premieren.

Seit nunmehr 25 Jahre lässt Mike Mignola seinen Comichelden Hellboy gegen Vampire, Nazis und andere Monster antreten. Ein Vierteljahrhundert liegt auch der Start der Serien Akte X und Star Trek: Deep Space Nine zurück. 1993 kam zudem das Sammelkartenspiel Magic: The Gathering und das Computerspiel Day of the Tentacle auf den Markt. Gesprochen haben in dem Jahr aber alle nur über Dinosaurier: 25 Jahre nach dem ersten Jurassic-Park-Film kann man die Urzeitechsen nächstes Jahr wieder in Jurassic World: Das gefallene Königreich im Kino bewundern.

Vor 20 Jahren öffnete der Donjon seine Tore, beziehungsweise erschien 1998 das erste Comicalbum der gleichnamigen Fantasyserie von Lewis Trondheim und Joann Sfar. Im selben Jahr verstarb Bob Kane, der zusammen mit Bill Finger den Superhelden Batman erschuf.

Zehn Jahre nach Kanes Tod, kam mit The Dark Knight der zweite Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie in die Kinos. Ebenfalls 2008 setzte der erste Iron-Man-Film den Startpunkt für das Marvel Cinematic Universe. Heute, 10 Jahre später, kann das Franchise auf 17 erfolgreiche Filme zurückblicken. Mit Black Panther, Avengers: Infinity War und Ant-Man and the Wasp sollen 2018 drei weitere Teile folgen.

Für das kommende Jahr zeichnen zwei Science-Fiction-Filme, deren Handlung im Jahr 2018 angesiedelt ist, ein eher düsteres Bild: Entweder die Maschinen haben, wie in Terminator: Die Erlösung (2008), bereits die Herrschaft über die Erde übernommen oder die Nazis starten, wie im Film Iron Sky (2012), vom Mond aus eine Invasion. Es ist manchmal gar nicht so schlimm, wenn Filme mit ihren Vorhersagen daneben liegen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
Toho Company, Universal Pictures/Amblin Entertainment

Terminator: Die Erlösung - Trailer Deutsch [HD]

Iron Sky | Deutscher Trailer HD

Jubiläen 2017: 20 Jahre Harry Potter, 40 Jahre Star Wars und 120 Jahre Dracula

Wird es 2017 organisierte Menschenjagden im Fernsehen geben? Wie alt ist eigentlich Dracula? Konnte Dave seine Freundin Sandy aus der Gewalt von Dr. Fred befreien? Und wie vertrieb sich Joss Whedon vor 20 Jahren die Zeit? Diese Vorschau wirft einen Blick auf die wirklich wichtigen Jubiläen und Jahrestage von 2017.

2017 werden gleich zwei berühmte Monster 120 Jahre alt: 1897 erschien Der Unsichtbare von H. G. Wells und im selben Jahr veröffentlichte Bram Stokers seinen Roman Dracula. Nosferatu, der aus rechtlichen Gründen nicht Dracula heißen durfte, schaffte es vor 95 Jahren als erster Vampir auf die Leinwand.

2001: Odyssee im Weltraum – der Trip begann am 16. Dezember 1917 mit der Geburt von Arthur C. Clarke. Der Science-Fiction-Autor starb 2008, neun Jahre vor seinen 100. Geburtstag.

Comicautor Stan Lee wurde am 28. Dezember 1922 in New York geboren und kann somit 2017 seinen 95. Geburtstag feiern. Seine Schöpfungen Hulk, Thor und Spider-Man feiern ebenfalls ein Jubiläum, werden aber erst 55 Jahre alt.

Am 10. Januar vor 90 Jahren feierte der Film Metropolis Premiere. Regisseur Fritz Lang ruinierte durch seinen Kassenflop 1927 die UFA-Studios, da der Film nur ein Siebtel der Produktionskosten einspielte.

„Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt." Am 15. März 1937 starb der Autor H. P. Lovecraft. Seit 80 Jahren muss Cthulhu ohne seinen Schöpfer für kosmischen Schrecken sorgen. Viel liebenswerter ist dagegen der Held aus J. R. R. Tolkiens Der kleine Hobbit. Das Buch erschien am 21. September 1937 in England.

Dank Roman Polanski wissen wir seit 50 Jahren, dass Vampire auch tanzen können. Tanz der Vampire feiert 2017 einen großen runde Geburtstag. Ebenfalls 1967 erlebte die Weltraumheldin Barbarella ihre Abenteuer im Kino. Zum Tanzen kam sie aber trotz musikalischen Einsatz einer Lustorgel  nicht.

Am 25. Mai vor 40 Jahren kam der erste Star-Wars-Film in die Kinos – und nach acht Filmen ist kein Ende der Saga in Sicht. Ebenso erfolgreich überrennen aktuell Zombies Comics, Filme und Serien. George R. Romeros Zombiefilm Dawn of the Dead führte 1977 allerdings noch ein Nischendasein. Im Gegensatz zu Stephen Kings Horrorroman Shining, der im selben Jahr zum Bestseller wurde.

Fünf Jahre später startete Stephen King mit dem Roman Schwarz seine Saga Der Dunkle Turm, die im August 2017 nach 35 Jahren in die Kinos kommen soll. Ebenfalls 1982 begann Katsuhiro Otomo in Japan seine Mangaserie Akira – deren Kinoverfilmung ist weiterhin ungewiss.

1987 wurde Sandy von Dr. Fred in sein Labor entführt. Ob sie gerettet wurde? Das wissen nur die Spieler, die mithilfe ihres Commodore 64 in das Maniac Manson des Point-and-Click-Adventures von LucasArts eingedrungen sind. Außerdem ging Robocop vor 30 Jahren erstmals auf Streife und Captain Jean-Luc Picard startete mit der Enterprise ins nächste Jahrhundert.

Vor 25 Jahren erfand Todd McFarlane seinen Antiheld Spawn. Die Serie erschien 1992 beim damals neu gegründeten Verlag Image Comics. An einer neuen Version für die Kinoleinwand wird ebenfalls wieder gearbeitet.

Mit einer Auflage von nur 500 Stück erschien vor 20 Jahren Harry Potter und der Stein der Weisen. In selbem Jahr brachte Joss Whedon die Serie Buffy – Im Bann der Dämonen ins Fernsehen und auf Comedy Central lief 1997 die erste Folge South Park.

Seit nun mehr 15 Jahren erscheint bei Image Comics die Serie The Walking Dead. Von Oktober 2003 bis heute wurden mehr als 150 Ausgaben veröffentlicht.

Und 2017? Die Weltwirtschaft ist zusammengebrochen. Die USA haben die Landesgrenzen abgeriegelt und aus dem Land ist eine Diktatur geworden. Durch Fernsehshows soll das Freiheitsbedürfnis der Menschen unterdrückt werden. In der populärsten Sendung kämpfen Kriminelleg egeneinander um ihr Leben. So weit die Inhaltsangabe zu Running Man. Der Film mit Arnold Schwarzenegger kam 1987 ins Kino. Die Handlung des Actionfilms spielt in der Zukunft, genauer im Jahr 2017. Bleibt zu hoffen, dass die Macher mit ihren Vorhersagen daneben liegen.

Running Man, The - Trailer

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