Lucifer

Kritik zu Lucifer 2.08 - Trip to Stabby Town

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Lucifer Still Trip to Stabby Town

Nach der etwas durchwachsenen Folge "My Little Monkey" geht die aktuelle Episode von Lucifer in die Vollen. Eine Joggerin wird umgetackelt, kann sich aufrappeln, wird von dem Angreifer verfolgt und landet - natürlich - in einer Sackgasse. 19 Stiche später ist sie tot und zum Fall der Woche geworden.

Lucifer (Tom Ellis) hingegen befindet sich derweil endlich wieder bei Linda (Rachael Harris) in der Praxis und arbeitet seine Sandwich-Erfahrung mit Chloe (Lauren German) auf. Der Haken an der Sache ist: Linda hat immer noch nicht ganz verarbeitet, dass ihr Gegenüber der Teufel persönlich ist. Sicherheitshalber hat sie sich hinter ihrem Schreibtisch verschanzt und kompensiert ihre Anspannung über die Situation mit unruhigem Kugelschreiber-Trommeln. Aber dennoch ist sie neugierig. Und endlich, endlich stellt die Serie mal die Fragen, die wahrscheinlich viele Menschen Lucifer stellen würden, wenn sie auf ihn treffen. Wie ist es eigentlich so - in der Hölle? Wie war es denn nun mit Hitler?

Antworten gibt es vorerst nicht. Vielmehr ist Lucifer verschnupft, dass sich Linda nicht auf ihre Arbeit als Therapeutin konzentriert.

"I believe the weapon of the Angel of Death is in human hands."

Beim Fall der Woche stellt sich dann aber heraus, dass die Tatwaffe nicht ganz ohne ist. Immerhin handelt es sich um die Klinge Azraels, die aus Uriels Grab entwendet wurde, was eine mittelschwere Katastrophe darstellt. Befindet sich die Waffe in Menschenhand, verführt sie zum Töten. Eine Tatsache, die Lucifer Chloe schlecht auf die Nase binden kann. Also holt er sich Hilfe von Ella (Aimee Garcia). Endlich!

Endlich bekommt Ella in der Serie die Anerkennung, die ihr zusteht. Sie entpuppt sich als cleverer Kopf, dem kein Detail entgeht und sich in Lucifers Gegenwart herrlich unverkrampft gibt. Dies sorgt für kleine komödiantische Elemente, als sie im Yoga-Studio nachstellt, in welcher Reihenfolge die Morde begannen wurden und dabei eindeutig zweideutige Positionen mit Lucifer einnimmt. Sehr zum Unmut von Chloe.

"I am asking you to have faith in me."

Die entdeckt, dass sie eifersüchtig ist. Denn Ella ist in dieser Episode das klare Gegenteil zu der verkopften Chloe, die lieber alles zerdenkt als zu handeln. Außerdem bildet Chloe sich ein, dass sie mit Lucifer in der vergangenen Episode vertraute Momente hatte und damit eine partnerschaftliche Basis entwickelt hat, die sie nun in Gefahr sieht. Ihre Reaktion erscheint im ersten Moment unpassend und platt dargestellt von Lauren German. Denn Chloe war eigentlich immer zu sehr mit sich selbst beschäftigt, und der komplette Eifersuchtsschub von jetzt auf gleich wirkt unglaubwürdig. Vermutlich würde sie es auch nicht mögen, wenn sie wüsste, dass ihre Nummer in Lucifers Handy unter dem Namen "The Detective" eingespeichert ist.

"Why would you release Azrael's Blade into the world?!"

Dank Ellas Arbeit weiß Lucifer, dass seine Mutter (Tricia Helfer) gezielt einige Menschen dazu angestiftet hat, die Klinge aus Uriels Grab zu entwenden. Als er sie zur Rede stellt, wird klar, dass Charlotte sich für etwas Besseres hält. Sie nennt uns Menschen "Spielzeuge" und "Kreaturen". Das für sie perfekte Werkzeug, um die Aufmerksamkeit Gottes zu erregen. Denn dieser hüllt sich in Schweigen, was Charlotte so gar nicht passt. Hier deutet sich die Kluft zwischen Mutter und Sohn an, die am Ende der Episode klar kommuniziert wird.

Für Charlotte steht nämlich fest, dass die ganze Familie wieder im Himmel und damit Zuhause vereint werden soll. Ihre ältesten Sohn Amenadiel (D.B. Woodside) hat sie damit auf ihrer Seite. Lucifer jedoch nicht. Und man fühlt sich an wieder wie ein Heranwachsender, wenn Eltern beschließen, was das Beste für einen ist. Lucifer redet dann auch Klartext: Die Hölle war nicht sein Zuhause, und der Himmel war die Hölle für ihn. Stattdessen ist sein Zuhause die Erde.

Wie ernst es ihm damit ist, unterstreicht die Tatsache, dass sein ganzer Zorn über seine Situation für den Zuschauer sichtbar an der Klinge Azraels auflodert. Damit deutet sich erneut an, dass mit einem wütenden Lucifer nicht zu spaßen ist, was Charlotte auch zu einem sofortigen Rückzug veranlasst. Mit Amenadiel im Schlepptau.

"Always the truth."

Was sonst noch bleibt von der Reise nach Stabby Town? Wir wissen, dass Maze (Lesley-Ann Brandt) und Amenadiel streiten können wie ein altes Ehepaar. Wir wissen, dass Lucifer bei Tötungsdelikten durchaus die Täterseite nachvollzieht und sich damit auch einmal schützend vor einen Täter stellt. Wir wissen, dass dem künftige Präsident der USA ein Plätzchen in der Hölle reserviert ist. Und wir wissen, was alles in Dan (Kevin Alejandro) an Frust und Ärger schlummert. Da brauchte es nur die Klinge Azraels und Lucifer, um das zutage zu fördern. Glücklicherweise hat die Folge an dieser Stelle das zarte Freundschaftspflänzchen zwischen Lucifer und Dan nicht sofort zerstört.

Die Vermutung liegt nahe, dass Lucifer seinen Fokus auf den übergreifenden Handlungsbogen legen wird, die noch mit ein paar Fillerfolgen - jetzt, nach der Bestellung weiterer Episoden - garniert werden. Charlotte wird alles daran setzen, wieder in den Himmel zurückzukehren - und Lucifer wird alles daran setzen, um auf der Erde bleiben zu können.

Fazit

"Trip to Stabby Town" stellt die Weichen für die zukünftigen Ereignisse der zweiten Staffel. Vor allem die Dynamik zwischen Ella und Lucifer hat Spaß gemacht und beweist, dass die Chemie zwischen den Darstellern und deren Charakteren stimmt. Mit "Homewrecker" in der kommenden Woche wird sich wohl zeigen, wie Charlotte ihre Pläne umzusetzen gedenkt.

Lucifer 2x09 Promo "Homewrecker" (HD) Season 2 Episode 9 Promo

Kritik zu Lucifer 2.07 - My Little Monkey

SPOILER

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Kevin Alejandro als Dan und Tom Ellis als Lucifer

Nach den dramatischen Ereignissen in den letzten beiden Folgen “Weaponizer” und “Monster” ist den Drehbuchautoren von Lucifer anscheinend aufgefallen, dass sie Chloe (Lauren German) etwas in den Hintergrund gerückt haben. Und scheinen mit “My Little Monkey” alles aufholen zu wollen. Hm…

Es ist natürlich keine schlechte Idee, auch Chloe mal etwas mehr in den Fokus zu rücken. Allerdings hätte das auch wesentlich geschickter passieren können. Es wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen, dass auch sie jetzt das große Papa-Thema betrifft - denn zuvor war von ihrem Vater so gut wie nie die Rede. Deswegen fällt es zum Teil auch ziemlich schwer, sich in die immer noch trauernde Chloe hineinversetzen zu können.

Ihr Vater wurde im Polizeidienst erschossen und wir alle wissen - der Mord an einem Cop ist in den USA ganz ganz böse. Also so richtig ganz ganz böse. Damit dies das internationale Publikum auch kapiert, wird lang und breit darauf herumgeritten, dass Chloes Vater mehr oder weniger ein Held war. Schade nur, dass wir vorher von Papa Decker einfach zu wenig gehört haben und es nicht ganz so einfach ist, in 40 Minuten jetzt komplette Empathie zu entwickeln.

“Your father’s killer just got the ultimate punishment.”

Zudem verstrickt sich der Fall der Woche in immer wieder neue, manchmal sehr unglaubwürdige Wendungen. Am Anfang scheint alles noch simpel: Papa Decker erschossen. Mörder ab ins Gefängnis. Chloe so gar nicht erfreut darüber, dass er an der Taufe seiner Enkeltochter teilnehmen darf. Also Stalken. Einen toten Fahrer des Gefängniswagens auffinden. Den Zuschauer denken lassen, dass der Mörder natürlich entkommen ist. Tadaaaa. Überraschung. Mörder auch tot. Hm!

Erstes Plothole: Warum glaubt jeder Chloe die Auffindesituation? Es hätte doch genauso gut sein können, dass Chloe dringend tatverdächtig ist. Schließlich läuft sie auch nach 16 Jahren immer noch ziemlich neben der Spur und hätte hier die optimale Möglichkeit der Rache gehabt.

Aber - es ist ja Chloe. Die damit mehr oder weniger die Rolle einer Heiligen innehat und ihrem Charakter an der Stelle leider wenig Tiefe verleiht. Denn Chloe ist in der Serie immer rational, professionell, relativ beherrscht - sie ist ein Vorzeige-Cop und damit langsam aber sicher langweilig; und mitunter auch nervtötend.

“I'm gonna learn how to douche.”

Damit ist für Lucifer (Tom Ellis) jedoch Tür und Tor offen, um zusammen mit Dan (Kevin Alejandro) an dem Fall zu arbeiten und herauszufinden, wer denn jetzt wen wann erschossen hat. Da er sich vorher bei Chloe ziemlich in die Nesseln gesetzt hat, gibt es ein weiteres Ziel: Lucifer möchte so sein wie Dan. Also raus aus dem Anzug, rein in das Hoodie und die Lederjacke. Hm!

Es ist zwar schön, dass mit der Folge jetzt mal an der Beziehung zwischen Lucifer und Dan gearbeitet wurde. Aber: es ist schon erstaunlich, dass der Teufel nach seiner absoluten Verzweiflung in dieser Folge mehr oder weniger einem Flummiball gleicht. Vergessen scheint alles, was ihn belastet hat. Einzelne Facetten klingen zwar noch durch, dennoch erscheint Lucifers Grundlaune in “My Little Monkey” beinah unpassend. Darüber täuschen auch gelungene Wortspiele mit Dans Namen (“I'm gonna take a time off my Dansformation.”) nicht vollends hinweg.

“I take the school of Dan quite seriously.”

Mittlerweile ist man im Fall so weit, dass ein Auftraggeber dahinter steckt. Was gleich zwei Plotholes mit sich bringt.

Wer geht freiwillig ins Gefängnis, noch dazu als Copkiller, damit die eigene Tochter finanziell abgesichert ist? Hier hinkt die Logik etwas, denn der eigentliche Mörder wird als liebender Vater dargestellt, als Familienmensch. Dann zieht er es wirklich vor, sich zur Marionette in einem Spiel degradieren zu lassen, damit wenigstens eine monatliche Zahlung fließen kann?

Als Lucifer und Dan dann in einem Dampfbad auf den Auftraggeber treffen, schwenkt die Kamera mehrmals auf Lucifers Rücken. Großaufnahme der Narben, wo die Flügel einst saßen. Das fällt keinem auf? Noch dazu, wenn sie so prominent eingeblendet werden? Ist Dan blind? Ist es für Lucifer ok, diese Narben in aller Öffentlichkeit zu zeigen? Immerhin hatte diese Szene den ultimativen Six-Pack-Vergleich zwischen Tom Ellis und Kevin Alejandro. Der klare Gewinner an dieser Stelle ist dann auch Alejandro.

“My name is Dan!”

Letztendlich präsentiert der Fall der Woche dann wieder die Tatort-Lösung: Der Mörder ist immer der, der augenscheinlich kein Wässerchen trüben kann.

Damit wäre “My Little Monkey” eigentlich ein ziemlicher Reinfall. Eigentlich. Aber zum Glück gibt es dann noch Szenen, die dann doch wieder etwas Tiefe in die Charaktere bringen.

So erfahren wir, dass auch Dan die Scheidung von Chloe nicht so einfach weggepackt hat und seine Ablenkung in Impro-Comedy sucht. In einer gelungenen Nummer mimt er niemand geringeren als Lucifer selbst; sehr zum Unmut von Lucifer, der Dan gefolgt ist, und das Ganze mit ansieht.

Im anschließenden Wortgefecht stellt sich heraus, dass jeder den anderen um sein Leben beneidet. Dan hätte gerne das Luxus-Leben von Lucifer, das ihm so perfekt erscheint. Hier wird deutlich, dass es Lucifer bislang ziemlich gut gelungen ist, die Fassade nach außen aufrecht zu erhalten und so gut wie niemanden anmerken zu lassen, was in ihm vorgeht. Im Gegenzug hätte Lucifer dann das einfache - wie er es nennt - Leben von Dan. Was ein Lucifer halt so als “einfach” empfindet…

Ebenfalls ist es schön zu sehen, wie sehr Maze (Lesley-Ann Brandt) um ihre Freundschaft mit Linda (Rachael Harris) kämpft. Nachdem Maze ihre wahre Berufung als Kopfgeldjägerin gefunden hat, möchte sie ihren ersten Gehaltsscheck mit ihrer Freundin feiern. Die entsprechende Szene kommt gefühlvoll, aber nicht überzogen rüber. Denn Linda ist noch immer geschockt über die wahren Identitäten, verbarrikadiert sich in ihrer Praxis und kann mit der Situation nicht umgehen. Bis Maze ihr die einfache Frage stellt, was sich denn geändert hat; und Linda endlich die Tür öffnet.

Vom Prinzip hat sich auch mit Lucifers Enthüllung nicht viel geändert, weder er noch Maze haben ihr Verhalten grundlegend geändert. Als schöne Anekdote hilft hierbei zudem, wie Dan anerkennend meint, dass Lucifer dem Auftraggeber gegenüber brilliant gelogen habe, indem er als Opfer Lucifer Morningstar angegeben hat und sich fragt, woher Lucifer so gut lügen kann. “Simple. I didn't lie”, entgegnet dieser, und macht an dieser Stelle deutlich, dass er im Verlaufe der Serie so gut wie nie lügt. Die Wahrheit erscheint seinem Umfeld eben so absurd, dass es lieber als Lüge eingestuft wird.

Fazit

“My Little Monkey” ist eine Folge, welche die Aufgabe hatte, den Fokus wieder auf Chloe zu rücken. Das Timing hierfür war denkbar schlecht, da die Episoden davor zu intensiv waren. Ebenso ist es unpassend, dass weder Amenadiel (D.B. Woodside) noch Charlotte (Tricia Helfer) hier auftauchen. Außerdem ist die Rolle der Ella (Aimee Garcia) immer noch unklar - mal taucht sie in der Serie auf, dann wieder nicht. In der kommenden Woche geht es dann mit “Trip to Stabby Town” weiter.

Lucifer 2x08 Promo "Trip to Stabby Town" Lucifer Season 2 Episode 08 HD

Kritik zu Lucifer 2.06 - Monster

SPOILER

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Lucifer Still Monster

Die Folge "Weaponizer" endete mit einem Knall: Lucifer (Tom Ellis) hatte seinen Bruder Uriel (Michael Imperioli) getötet. Schon die Vorschau auf die aktuelle Episode "Monster" ließ ahnen, dass er diese Tat nicht einfach abstreifen wird.

"When the feelings are too painful."

Die Figur des Teufels balancierte in Lucifer stetig zwische Genie und Wahnsinn; die Reaktionen Lucifers auf die letzten Ereignisse der Serie setzen dem noch ein Sahnehäubchen auf. Er steht völlig neben sich und lenkt sich mit Frauen und reichlich Alkohol ab. Bezeichnenderweise ist es Linda (Rachael Harris), die zuerst nach ihrem Patienten sieht, als dieser nicht zu einem Termin auftaucht. Bereits hier wird klar - Lucifer ist noch deutlich in der Phase der Verleugnung. Er streitet ab, dass er Linda braucht ("My door is always open." - "Well, feel free to shut it!") und macht sich lieber volltrunken auf zum Fall der Woche.

Passend zu Halloween befinden wir uns auf einer Zombie-Hochzeit auf einem Friedhof. Schüsse fallen, der Bräutigam wird angeschossen, die Braut stirbt. Klingt nach einem eigentlich banalen Fall, der mit Rücksicht auf das Ausstrahlungsdatum konstruiert worden ist. Im Laufe der Episode stellt sich jedoch - für die Serie fast ungewöhnlich - heraus, dass die Motivation des Täters, der eine Liste abarbeitet, gar nicht so eindimensional ist. Denn hier geht es nicht um simple Rache, sondern um Bestrafung und einen verzweifelten Mann, der sich Selbstvorwürfe macht; damit zieht "Monster" eine clevere Parallele zu Lucifers Zustand.

"Guilt is such a useless emotion!"

Denn dieser hat noch nie so etwas wie Schuld verspürt, sagt von sich selbst, dass er noch nie getötet, sondern lediglich immer nur bestraft hat und ist mit den Gefühlen, die auf ihn einprasseln, völlig überfordert. Gibt Darsteller Tom Ellis anfangs noch den Lucifer, den man gewohnt ist - der Teufel, der auch noch sturztrunken mit dem Brautjungfern flirtet -, wird bald klar, dass sein Charakter völlig überfordert ist.

Wir sehen einen Lucifer, der nicht auf sein Äußeres achtet, fast schon mechanisch reagiert und dennoch unfähig ist, das in Worte zu fassen, was ihn beschäftigt. Lucifer ist jemand, der Dinge mit sich selbst ausmacht und keine Hilfe von außen annehmen möchte. Weder von Linda noch von Chloe (Lauren German).

Seine Mutter (Tricia Helfer) versucht erst gar nicht, ihrem Jüngsten zu helfen, sie kennt ihn schließlich. Mit kleinen Nebensätzen wird deutlich, wie durchdacht die Drehbücher sind und durchaus ihren Bezug zur Bibel ziehen ("A little rebellion here, a little apple there."). Charlotte hat erst einmal alle Hände voll zu tun mit Amenadiel (D.B. Woodside).

The Unforgiven

In eine der besten Montagen, die wir in der Serie jemals gesehen haben, zeigt sich das deutlich. Unterlegt mit einer beeindrucken Klavier-Version von Metallicas "The Unforgiven" sehen wir Charlotte und Amenadiel, die am Grabe Uriels stehen. Amenadiel stellt die Frage, die sich viele stellen, wenn sie jemanden verloren haben: Warum? Und warum lässt dies Gott zu?

Charlotte hat keine eindeutige Antwort auf diese Frage, ermuntert ihren ältesten Sohn jedoch, seinen Trauer zuzulassen. In "Monster" sehen wir definitiv mit die besten Leistungen von Helfer, Woodside und Ellis. Sie zeigen, dass Trauer nicht immer überdramatisch mit ständigem Schluchzen dargestellt werden muss. Vielmehr zeigen sie die realistische Reaktion auf einen Verlust: Fassungslosigkeit. Verleugnung. Verwirrung. Und Emotionen, die sich erst langsam ihren Weg an die Oberfläche suchen.

Trick or Treat

In der Nebenhandlung machen wir das erste Mal Bekanntschaft mit der WG Chloe, Maze (Lesley-Ann Brandt) und Trixie (Scarlett Estevez). Etwas platt wirkt, dass Maze ausgerechnet eine Liebesschaukel in der Wohnung aufgehängt hat, der Gag zündet an dieser Stelle nur bedingt.

Aber man brauchte eben einen Anlass für die erste Meinungsverschiedenheit von Chloe und Maze. Das macht den Eindruck, als wäre diese WG zum Scheitern verdammt. Glücklicherweise zeichnet sich dann aber ab, dass Maze die kleine Trixie doch ganz herzig findet - was sie selbstverständlich niemals offen zugeben würde.

Hier zeigt sich auch, dass es manchmal ganz gut ist, ein Kind in eine Serie einzubinden, um deren Sicht auf die Dinge zu verdeutlichen. Denn als Maze Trixie ihre dämonische Seite zeigt, lacht diese lediglich und trägt dazu bei, dass nicht immer alles schockierend ist. Eins steht fest: Viel mehr Mädchen sollten sich "Präsident vom Mars" als Kostüm aussuchen, es muss nicht immer die Prinzessin sein ...

"I'm a monster."

Wie schlecht es Lucifer geht, zeigt sich, als er sich im Showdown der Folge vor das nächste Opfer des Mörders stellt und beweist, wie lebensmüde er ist. Er will nicht mehr und fordert den Schützen mehrmals auf, ihn zu erschießen; immerhin ist Lucifer in Chloes Gegenwart verwundbar.

Als der Mörder dann abgeführt wird, fragt Lucifer ihn, warum er ihn nicht getötet hat. Die Antwort, dass er es nicht verdient habe, verwirrt ihn. Und Chloe, die sich schon die ganze Folge über ernsthafte Sorgen um ihn gemacht hat, trifft die richtige Entscheidung: Sie schickt ihn zu Linda.

Dummerweise findet das Zusammentreffen von Linda und Lucifer dann zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt statt. Denn Linda ist es müde geworden, seine Metaphern und Lügen anzuhören - schließlich glaubt sie ihm nicht, dass er der Teufel ist. Damit bleibt Lucifer nur eine Wahl: Er muss ihr sein wahres Gesicht zeigen; und lässt sie äußerst verstört zurück.

Gerade diese letzte Szene geht unter die Haut. Sie wirkt wie ein Kammerspiel und die Darsteller laufen - wie schon die ganze Folge über - zur Höchstform auf. Rachael Harris zeigt uns eine Linda, die es einfach satt hat, sich Lucifers Geschichten anzuhören, da sie ihm keinen Funken Glauben schenkt. Tom Ellis hingegen gibt Lucifer ein trauriges, fast schon resigniertes Lächeln, nachdem er Linda sein wahres Gesicht gezeigt hat. Damit ist klar - er hat seine Gründe, lieber als Kunstfigur Lucifer Morningstar seine Zeit auf der Erde zu verbringen. Denn vermutlich wäre nicht nur Linda mit der Wahrheit überfordert.

Fazit

Eine bessere Reaktion der Charaktere als in "Monster" nach Uriels Tod hätte man sich als Zuschauer nicht wünschen können. In einer grandios gespielten Episode laufen die Darsteller zur Höchstform auf und geben ihren Charakteren Tiefe und einen Hintergrund zu ihrem Verhalten. Dies wird sich wohl auch in der nächsten Woche mit "My little Monkey" fortsetzen, wie der Teaser vermuten lässt. Für die Zukunft bleibt nur ein Wunsch offen: Ein Soundtrack zur Serie!

Lucifer 2x07: My Little Monkey | Promo [HD] | FOX 2016 Season 2 Episode 07

Lucifer: Staffel 2 bekommt zusätzlich noch 9 Folgen

Für Lucifer läuft es aktuell anscheinend richtig gut. So gut, dass der Sender Fox sich entschlossen hat, die aktuelle Staffel um neun weitere Folgen zu verlängern. Ursprünglich waren 13 Episoden vorgesehen, damit umfasst Staffel 2 dann 22 Episoden - also eine komplette Staffel.

Nach Angaben des Senders hat Lucifer im Schnitt acht Millionen Zuschauer und bietet die perfekte Ergänzung zu Gotham. Beide Serien werden montags nacheinander ausgestrahlt, zuerst Gotham, dann Lucifer

David Madden von Fox äußerte hierzu:

"Lucifer liefert weiterhin ab, mit großartigem schwarzen Humor und ambitionierten Storytelling. Die Serie hat sich als wahrhaft diebische Freude entpuppt, der perfekte Begleiter für Gotham. Wir freuen uns außerordentlich darüber, neun weitere Episoden beauftragt zu haben."

Zu Halloween wird heute die Folge 2.06 "Monster" ausgestrahlt, die nach Angaben von Fox thematisch zum heutigen Anlass passt. Hauptdarsteller Tom Ellis verriet, dass es sich bei "Monster" um eine seiner Lieblingsepisoden handelt.

Weiterhin stehen noch folgende Episodentitel fest:

  • 2.07: "My Little Monkey"
  • 2.08: "Trip to Stabby Town"
  • 2.09: "Homewrecker"
  • 2.10: "Quid Pro Ho"
  • 2.11: "Stewardess Interruptus"

Kritik zu Lucifer 2.05 - Weaponizer

SPOILER

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Lucifer Still Weaponizer

Bereits in der Vorschau für "Weaponizer" war klar, dass wir in dieser Woche ein weiteres Mitglied von Lucifers Familie begrüßen dürfen. Uriel (Michael Imperioli) ist auf die Erde gekommen, um die Dinge wieder gerade zu biegen.

Jeder Engel hat verschiedene Eigenschaften, wie man es im Verlaufe von Lucifer kennengelernt hat. Uriel bedient sich des Schmetterlingseffekts, und bereits zu Beginn erfährt der Zuschauer, welche Verkettung der Umstände zu Chloes (Lauren German) Unfall geführt haben. Die Rolling Stones mit "Time is on my side" unterlegen hier passend, dass alles zu seiner rechten Zeit geschieht. Ein kleiner Vorblick auf das, was zum Ende der Episode noch wichtig wird.

"It's your chance to escape from reality for a moment."

Nach der etwas enttäuschenden Folge "Lady Parts" ließ die Vorschau für diese Folge mehr erhoffen. Allerdings plätschert "Weaponizer" fast zwei Drittel beinah schon etwas langweilig vor sich hin. Erneut ist der Fall der Woche nur das Beiwerk und auch dieses Mal nicht wirklich spannend. Es gilt, den Mord an einem Action-Filmstar aufzuklären, und noch nicht mal Charisma Carpenter (Buffy) kann diesen Fall aufwerten. Dazu ist sie als Ex-Frau des Mordopfers, das sich mit allem einlässt, was nicht bei Drei auf dem Baum ist, eher schon wie erwartet besetzt. In dieser Rolle musste sie vor allem eins: gut aussehen. Check.
Allerdings wird Fans des Action-Genres hier noch ein schönes Schmankerl serviert. Mark Dacascos (The Crow, Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.) übernimmt hier passend einen Gastauftritt als bankrotter Action-Darsteller. Der übrigens nicht der Mörder war, sondern - Überraschung (nicht) - die Ex-Frau.

"Your guardian devil."

Fast nebenbei greift die Folge jedoch das Thema auf, dass Chloes Job nicht ungefährlich ist und sich ihre Tochter Trixie entsprechend Sorgen um ihre Mutter macht, gerade nach dem Unfall. Das kam bis jetzt in der Serie etwas zu kurz.
In "Weaponizer" nun ist Lucifer (Tom Ellis) ebenfalls in höchster Alarmbereitschaft. Immerhin hat Uriel ihn vor die Wahl gestellt, dass entweder binnen 24 Stunden Charlotte (Tricia Helfer) wieder in der Hölle sein muss - oder Chloe stirbt. Deswegen erklärt Lucifer sich zu Chloes persönlichem Schutzteufel und weicht ihr nicht von der Seite. Chloe reagiert wie gewohnt irritiert und glaubt Lucifer seine Motivation hierzu nicht. Ebenfalls check. Jedoch wäre Lucifer nicht Lucifer, würde er nicht weiterhin nach Schlupflöchern suchen. In diesem Fall soll Amenadiel (D.B. Woodside) es als großer Bruder richten. Immerhin ist man der vermeintlichen Überzeugung, dass Uriel ein ahnungsloser Kerl ist und von der aktuellen Konstellation nicht weiß.

"I've fallen."

Mit der Konfrontation Amenadiels präsentiert die Folge dann ihren ersten Höhepunkt. Die Darstellung von Amenadiel, der als großer Bruder den Chef im Ring raushängen lassen möchte und dabei verbirgt, dass er in seinem aktuellen Zustand ungefährlich ist, ist perfekt. Wir erleben Amenadiel, wie er Uriel als das scheinbar unwichtige, mittlere Kind provoziert und sich seiner Sache dabei sicher ist. Er ist der Erstgeborene. Lucifer der rebellische Jüngste. Und Uriel ein Niemand. Ein schönes Detail aus dem Skript ist, dass die Wahl für einen weiteren Bruder auf diesen Engel gefallen ist. Denn bis heute ist strittig, ob Uriel offiziell als Erzengel anerkannt ist - was in der römisch-katholischen Kirche nicht der Fall ist, in der orthodoxen Kirche jedoch schon.

Uriel jedoch hat Amenadiels Blendspielchen durchschaut und versetzt ihm die Prügel seines Lebens. Als Lucifer seinen übel zugerichteten großen Bruder sieht, kann D.B. Woodside wieder einen wunderbaren Moment liefern. Sein gebrochener, verzweifelter Amenadiel wirkt nicht überzogen, als er offiziell zugeben muss, dass er keine Kräfte mehr hat und bei "Dad" in Ungnade gefallen ist.

"There is my lightbringer, my morningstar."

An dieser Stelle nimmt "Weaponizer" endültig an emotionaler Fahrt auf. Charlotte präsentiert sich nach außen hin als besorgte Mutter, die mit wenigen Szenen einen Einblick zum Verhältnis zu ihren Söhnen gibt. Der wunderbar gespielte Ausraster von Tom Ellis, als Lucifer im Bezug auf seinen Vater der Kragen platzt, wird mit ihren schlichten Gesten und Kommentaren passend dazu ergänzt. Wäre man nicht sicher, dass Charlotte eigentlich ein falsches Spiel treibt, hätte sie das Herz des Zuschauers endgültig damit erobert.

In einer verlassenen Kirche kommt es dann zum Showdown zwischen Uriel und Lucifer, in dem sie sich nichts schenken. Dank des intensiven Spiels gibt es in den letzten Minuten mehr Charakterisierung als in den gesamten letzten Folgen. Zwar präsentiert sich mit dem Eingreifen von Maze, die mal wieder als letzte Rettung Lucifer zur Seite eilt, eher ein kleiner Augenverdreh-Moment - dieser wird aber schnell vergessen, als Lucifer tatsächlich seinen älteren Bruder tötet. Diese Wendung kommt doch unerwartet und trifft durch Lucifers anschließende Reaktion umso mehr. Fassungslos blickt er gen Himmel, als würde er seinen Vater umgehend für den Brudermord um Vergebung bitten wollen. Und als wäre das noch nicht genug, trifft in der Schlussmontage ein völlig verstörter Lucifer auf seine Mutter, immer noch fassungslos darüber, was er gemacht hat. Wenn man dem Teufel abnimmt, dass er den Tränen nahe ist, passt die Szene. Und greift unter Umständen als zartbesaiteter Mensch zum Taschentuch.

Fazit

Nach dem trägen Beginn nimmt "Weaponizer" gewaltig an Fahrt auf und schickt den Zuschauer auf eine emotionale Reise, die alle Schwächen der Folge überlagert. Mit der Vorschau auf "Monster" für die kommende Woche sollte klar sein, dass Lucifer seine Tat nicht einfach so wegsteckt.

Lucifer 2x6 Promo “Monster“ Lucifer Season 2 Episode 6 HD

Kritik zu Lucifer 2.04 - Lady Parts

SPOILER

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Lucifer Still Lady Parts

Mit der aktuellen Folge "Lady Parts" ist unweigerlich passiert, was nach einem guten Staffelauftakt passieren muss - die Folge zum Durchatmen und Neuordnen der Charaktere ist da.

Der Fall der Woche in Lucifer ist das übliche schmückende Beiwerk und maximal unspannend. Zwei tote Blondinen werden aufgefunden; schließlich stellt sich heraus, dass sie vergiftet worden sind. Die letztendliche Täterin hat eigentlich nicht in töten wollen, da sie der grandiosen Annahme war, dass Alraune doch eher ein Bio-Betäubungsmittel ist.

"Lady Parts" erweckt den Eindruck, dass es die Hauptaufgabe der Folge war, die bestehenden Charaktere in neue Beziehungen zueinander zu setzen, damit nicht nur Lucifer (Tom Ellis) die einzige Verbindung ist.

"Seems kitties do have claws."

So findet sich Chloe (Lauren German) - aktuell äußerst gereizt, weil Dan (Kevin Alejandro) die Scheidung möchte - schließlich bei einem Mädelsabend mit Ella (Aimee Garcia), Maze (Lesley-Anne Brandt) und Linda (Rachael Harris) wieder. Dabei ahnt Chloe nichts von der Wette, die Maze mit Lucifer abgeschlossen hat. Vielmehr geht sie davon aus, dass Maze ihr freundschaftlich gewogen ist, und nach anfänglichen Startschwierigkeiten (wer bitteschön nimmt Akten mit in eine Bar? Richtig. Chloe!) endet der Abend feuchtfröhlich mit den entsprechenden innigen Freundschaftsbekundungen. Kneipenschlägerei inbegriffen.

Das wirkt alles etwas willkürlich und wenig überzeugend. Der Lichtblick hier ist allerdings, dass wir endlich etwas mehr von Ella und Linda zu sehen bekommen, die in den ersten Folgen arg vernachlässigt worden sind. Zu Beginn gönnt man den Fans sogar wieder eine Therapiesitzungen von Lucifer und Linda; etwas, das man schmerzlich vermisst hat.

"Do you ever feel like God is telling you to do something?"

Der männliche Teil des Cast darf sich zu Ermittlungsarbeiten auf einer Sex-Party vergnügen. Allerdings kommen die Herren ohne Verbrüderungsmomente über den Abend, da hier die Ermittlungen halbwegs im Vordergrund stehen. Lediglich für Amenadiel (D.B. Woodside) endet die Party im Vollrausch. Das ist sogar nachvollziehbar. Schließlich weiß immer noch keiner etwas von seinen schwindenden Kräften, und manchmal darf man seinen Kummer auch wegtrinken. Außerdem liegt Lucifers älterem Bruder etwas im Magen. Während Lucifer sicher ist, dass er in der Abmachung mit seinem Vater ein Schlupfloch gefunden hat, ist Amenadiel davon nicht ganz so überzeugt. Am Ende der Folge erfährt er dann noch, warum Lucifer überhaupt diese Abmachung getroffen hat und ist sich über die Folgen im Klaren. Wenn "Dad" herausfindet, dass Charlotte (Tricia Helfer), die ihre aktuelle Situation jeder Folter in der Hölle vorzieht, zwar bestraft wird, dies aber nicht in der Hölle, wird er seinen Teil des Deals zurückziehen; damit müsste Chloe sterben.

Passend dazu gibt es einen kleinen Cliffhanger zur nächsten Woche, als Chloes Wagen gerammt wird. Das kam unerwartet, ist aber kein Grund zur Sorge. Schließlich ist es höchst unwahrscheinlich, dass der Unfall ernsthafte Folgen hat und eher als Weckruf für Lucifer gedacht ist.

"Keep 'em coming!"

Etwas ärgerlich sind die Logikfehler in der Folge. Warum ist Chloe nun mit der drohenden Scheidung von Dan so händeringend auf der Suche nach einer neuen Bleibe? Sie wohnt ja eigentlich günstig in dem Haus ihrer Mutter. Die Konsequenz für die kommenden Folgen ist dann eine WG von Chloe, Maze und Trixie. Eine buchstäbliche Schnapsidee, die im Vollrausch geboren wurde. Nachdem Chloe und Maze sich nach deren halben Entschuldigung aber zusammengerauft haben, bekommen sie den Zuschlag für eine Wohnung. Eine interessante, aber dennoch sehr unlogische Wendung im Geschehen.

Ebenso ist es für jemanden wie Chloe unglaubwürdig, dass sie zu einer Leiche mit sichtbaren Leichenflecken rennt, um erst einmal den Puls zu überprüfen; und anschließend noch die Leiche mit bloßen Fingern an einem Beweisstück anfasst. Das mag so gar nicht zur sonst so korrekten Chloe passen.

Lucifer hingegen hat sein Faible für Smartphones entdeckt. Fiel es vorher gar nicht auf, dass er anscheinend keins besessen hat, reitet "Lady Parts" nun hartnäckig darauf herum. Natürlich entdeckt er Tinder für sich, ebenso Words with Friends. Die Vermutung liegt nahe, dass dieser Handlungsstrang lediglich eingebaut wurde, um verstärkt darzustellen, wie unkonzentriert und abgelenkt er ist. Dennoch hätte man dies geschickter lösen können.

Fazit

Mit "Lady Parts" präsentiert sich mit einigen Logikfehlern und mäßiger Handlung die bis jetzt schwächste Folge von Staffel 2. Die Vorschau auf die kommende Woche lässt jedoch erwarten, dass es dann wieder bergauf geht. Schließlich kommt mit Uriel der nächste Engel ins Spiel.

Lucifer 2x05 Promo "Weaponizer" (HD)

Kritik zu Lucifer 2.03 - Sin-Eater

SPOILER

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Lucifer Still Sin-Eater

Was passiert eigentlich, wenn man Lucifer mit Elementen aus Saw mischt? "Sin-Eater" gibt wenigstens eine kleine Antwort auf diese Frage.

Für die Serie ziemlich ungewohnt steht dieses Mal der Fall der Woche im Vordergrund. Bereits die Eröffnungssequenz überrascht hierbei, haben wir bei Lucifer (Tom Ellis) immerhin noch nie die Perspektive eines Mörders eingenommen. Im Laufe der Folge stellt sich heraus, dass es sich um einen Serienmörder handelt, der seine Opfer für Cyber-Mobbing auf der Plattform namens Wobbler bestraft. Der Spannungsbogen hierbei ist jedoch eher mäßig und erinnert mit zum Teil offensichtlichen Hinweisen an eine "Der Gärtner ist immer der Mörder"-Lösung, wie man es sonst aus einem Tatort kennen könnte.

"Great balls of fire!"

Wesentlich spannender ist hierbei, dass die Serie mit "Sin-Eater" auf die Folgen des Cyber-Mobbing anspielt. Wie schnell ein Video hochgeladen ist, ist bekannt. Und wie viele ein Prank-Video oder gar einen Amateur-Porno gesehen haben, bevor er von den Plattformen entfernt wird, auch. Was dann aber mit den Leuten geschieht, die in solchen Videos zu sehen sind, wissen nur die wenigsten.

So erscheint der Suizid einer Lehrerin, deren Ex-Freund nach der Trennung aus Rache das BDSM-Video der beiden bei Wobbler online gestellt hat, in Chloes Erzählung zuerst überdramatisiert für die Handlung - schließlich kann die Lehrerin somit ganz bestimmt nicht mehr der potentielle Mörder sein. Dennoch fällt hier auf, dass in Lucifer öfter solche Untertöne zu finden sind und die Serie auf den ersten flüchtigen Blick gar nicht so oberflächlich ist, wie sie zuerst scheint.

"I thought someone was out there stealing my job."

Außerdem geht "Sin-Eater" auch näher auf Lucifers Aufgabe des Bestrafens ein. Einerseits ist es ihm ein persönliches Anliegen, den Mörder ausfindig zu machen - immerhin übernimmt dieser ungefragt seinen Job. Das kann der Teufel ihm nicht durchgehen lassen. Und: Lucifer möchte wissen, warum der Mörder straft. Die Antwort hierauf ist etwas unbefriedigend aufgelöst. Denn der Täter eskaliert mit gefühlten tägliche Morden für einen Serienmörder ungewöhnlich schnell; und Lucifer hält ihm vor Augen, dass er tötet, weil er sein Opfer gerne um ihr Leben betteln hört. Hier hätte man etwas mehr in die Tiefe gehen können, musste aber wohl wegen der anderen Erzählstränge in der Folge Abstriche machen.

Andererseits stellt auch Charlotte (Tricia Helfer) ihrem Sohn die nicht gerade unwichtige Frage, warum er immer noch Leute bestraft. Lucifers Entgegnung, dass dies reine Gewohnheit wäre, erscheint hier fast reflexartig. Und genau hier setzt Charlotte auch an. Sie provoziert ihn, dass er immer noch das macht, was sein Vater wollte.

In dem Erzählstrang um Chloe und Dan greift die Serie die Thematik dann noch weiter auf. Denn im Kern geht es hier um Paare, die getrennt sind, und die Auswirkungen auf die Kinder. Bei Charlotte ist klar, dass sie Söhne auf ihre Seite bringen will; Dan (Kevin Alejandro) und Chloe (Lauren German) wollen hingegen zum Wohle Trixies handeln.

"No one chooses to be a Sin-Eater."

Generell wird in der dritten Folge deutlich, welch verkorkste Familie Lucifer, Amenadiel (D.B. Woodside), Charlotte und "Dad" sind. Amenadiel hat sich, wenn es nach Charlottes Meinung geht, als treuer Soldat auf die Seite des Vaters gestellt. Hier wird auch endlich mal die Motivation für so manch Verhalten Amenadiels deutlich. Immerhin erfahren wir, dass er der große Bruder von Lucifer ist und somit zwangsläufig den Part des Aufpassers übernehmen muss. Umso härter trifft es den Zuschauer, dass da niemand ist, dem er seinem Kummer über seine aktuelle Situation anvertrauen kann. Stattdessen betäubt er sich mit Alkohol, wenn er allein ist - und hält nach außen hin die Fassade aufrecht. Lediglich Charlotte erkennt, dass ihr Sohn angeschlagen ist; wie sehr sie dies gerade nach dem Ende von "Liar Liar Slutty Dress on Fire" nutzen wird, bleibt offen und damit spannend.

"I punish because I'm good at it."

Zum Schluss hat Lucifer noch die passende Antwort für seine Mutter auf ihre Frage Eingangs der Folge parat. Er bestraft, weil er es gut kann. Damit ist ihm auch die passende Strafe für sie eingefallen, immerhin hat sie ihm im Laufe der Folge mehr als einmal blamiert - wer lässt sich schon gerne von Mama bei heißen Wachsspielchen mit der Affaire erwischen oder sieht sie im Club aufreizend auf dem Tisch tanzen? Er verdonnert sie zu ihrem Entsetzen dazu, das Leben von Charlotte weiterzuführen. Da die "echte" Charlotte verheiratet und Mutter zweier Kinder ist, könnte das für komödiantische als auch für leise Momente im Verlauf der Staffel sorgen.

Fazit

Auch die dritte Folge kann das Niveau der Serie halten. Für die Zukunft bleibt lediglich weiterhin zu wünschen, dass sowohl Ella (Aimee Garcia) als auch Linda (Rachael Harris) mehr Platz in der Serie eingeräumt wird - beide tauchen nur kurz auf, was ihre Charaktere nicht verdient haben. Und als letzter Wunsch bleibt nur, dass Chloe etwas lockerer wird. Sätze wie "Das ist eine Leiche, also etwas mehr Respekt bitte!" wollen nicht so recht zu ihr passen und lassen sie als deplatzierten Moralapostel stehen.

In der nächsten Woche geht es dann mit "Lady Parts" weiter.

Lucifer 2x04 Promo "Lady Parts" (HD)

Kritik zu Lucifer 2.02 - Liar, Liar, Slutty Dress on Fire

SPOILER

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Lucifer Still Tricia Helfer

Der Moment, auf den die Fans von Lucifer seit Ende von Staffel 1 gewartet haben, ist gekommen: Mama ist da - und dieses Mal so richtig.

Stand sie am Ende der letzten Folge noch als Cliffhanger im Aufzug, erfahren wir nun in einer passend inszenierten Rückblende, wie sie erst einmal den richtigen Körper finden musste.
Der eine oder andere wird dankbar sein, dass die Wahl schließlich auf das recht ansehnliche Exemplar von Charlotte (Tricia Helfer) gefallen ist. Eine Tatsache, die Lucifer (Tom Ellis) auch verstört, schließlich wäre Charlotte sonst genau sein Beuteschema - aber wer hat schon gerne unkeusche Gedanken, wenn er die eigene Mutter ansieht? Wie gern die Serie immer wieder mit sich selbst kokettiert, wird vor allem bei der Charaktereinführung von "Mom" deutlich. Da gemäß Lucifers Erfahrung Menschen durch blutverschmierte Kleidung irritiert sein könnten, packt er Charlotte erst einmal in die Kleidung von Maze (Lesley-Ann Brandt); mit dem Erfolg, dass die Zuschauer eine Folge lang eine knapp bekleidete Tricia Helfer zu sehen bekommen.

Ein Schneesturm im Sonnenstudio

Der Fall der Woche ist dann wie erwartet die Auflösung des Mordes beziehungsweise Nicht-Mordes an Charlotte, inklusive Verwicklung in einen Drogendealer-Ring. Hier ist Lucifer Chloe wieder einmal einen Schritt voraus, hat er doch den Vorteil, dass das vermeintliche zweite Opfer quietschlebendig in seinem Appartement sitzt. Positiv fällt dabei auf, dass die Drehbuchautoren darauf achten, Chloe nicht als ahnungsloses Dummchen darzustellen.

Zwar hält sie sich strikt an ihre übliche Vorgehensweise bei den Ermittlungen, dennoch hat man nie den Eindruck, dass sie den Kontext des Falls nicht erschließen könnte. Außerdem lässt Lucifer zudem durchblicken, dass er durch seine lange Existenz schon einiges erlebt hat und deswegen die Motive menschlichen Handelns schneller überblicken kann.

Erfreulich ist, dass er in dieser Episode wieder austeilen darf. Das Timing für diese kleine Prügel-Einlage stimmt und ruft in Erinnerung, mit wem wir es bei Lucifer eigentlich zu tun haben.

Auch der Teufel darf mal auf der Denkleitung stehen

Im Vordergrund von "Liar, Liar, Slutty Dress on Fire" stehen jedoch erstaunlich leise Momente, deren voller Umfang sich erst im Laufe der Folge erschließt. Die Vehörszene von Trixie und ihren Eltern zur Zerstörung der Puppe mag anfangs komisch anmuten, schlägt dann aber einen wunderbaren Bogen zu dem Konflikt der Handlung - denn eigentlich geht es hier darum, dass Kinder die Motivation ihrer Eltern selten nachvollziehen können. Eben weil sie noch Kinder sind.

So hat Lucifer hier die Position des bockigen, sturen Sohnes inne - genau wie Chloes Tochter. Lucifer kann nicht verstehen, warum seine Mutter nicht eingeschritten ist, als sein Vater ihn aus dem Himmel verstoßen hat und trägt ihr dies immer noch nach. Er kommt vorerst gar nicht auf die Idee, dass sie Gründe für ihr Handeln gehabt haben könnte.

In diesem Sinne steht er Trixies einfacher Logik "Ich möchte ein neue Puppe, also zerstöre ich meine alte Puppe" in nichts nach. Erst Chloe muss ihm beibringen, dass Eltern manchmal Dinge machen müssen, die Kinder nicht verstehen. Ein Punkt, der zeigt, dass auch Lucifer sich charakterlich in der Serie weiter entwickelt.

Nichts ist, wie es scheint

Vorerst unklar bleibt noch, was gerade mit Amenadiel (D.B. Woodside) geschieht. Bereits zum Staffelauftakt war deutlich, dass er gerade seine Kräfte verliert. In den wenigen Szenen, in denen Lucifers Bruder nun zu sehen ist, wird seine Lage dennoch eindringlich dargestellt. Die Szene, in der Amenadiel seine zerrupften Flügel ausbreitet und seine Angst sowie Verzweiflung darüber ersichtlich ist, gehört definitiv zu den starken Momenten der Folge.

Lucifer wäre aber nicht Lucifer, wenn die Folge nicht wieder mit einem kleinen Cliffhanger enden würde. In einer intensiv gespielten Szene kommt es zu einer Annäherung zwischen Mutter und Sohn, die den Zuschauer fast glauben lässt, dass Gott der Böse in dem Gefüge ist. Fast. In letzter Sekunde offenbart sich jedoch - für Lucifer selbst nicht ersichtlich -, dass Charlotte ein falsches Spiel treibt. In welche Richtung dieses Spiel geht, erfahren wir dann in der nächsten Woche mit "Sin Eater".

Fazit

Nach dem Staffelauftakt nimmt Lucifer ordentlich an Fahrt auf und deutet an, dass gerade im Bezug auf Charlotte wohl noch mit einigen Überraschungen zu rechnen ist - sehr spannend sind die zu erwartenden Auswirkungen auf Lucifer, der anscheinend gerade dabei ist, wieder Vertrauen in seine Mutter aufzubauen.

Nach wie vor punktet die Serie mit Details, die künftige Ereignisse andeuten - so dürfte wenigen der Blick, den Charlotte ihrem Sohn zuwirft, als dieser Chloe bei der Festnahme beobachtet, entgangen sein. Für die kommenden Folgen wäre allerdings wünschenswert, dass die neu zum Team hinzugestoßene Ella (Aimee Garcia) etwas mehr zu sehen ist und nicht ein eher blasser Nebencharakter bleibt.

Lucifer 2x03 Promo "Sin-Eater" (HD)

Kritik zu Lucifer 2.01 - Everthing's coming up Lucifer

SPOILER

Der Auftakt zur 2. Staffel von Lucifer knüpft relativ nahtlos an die erste an: Mom ist aus der Hölle geflüchtet. Eine Tatsache, die Lucifer (Tom Ellis) und Amenadiel (D.B. Woodside) Kopfzerbrechen bereitet. Und so machen die Brüder sich auf, um Mom zu suchen.

Wir treffen sie bei einem Bankraub, denn der Täter ist der Letzte, der auf ihrer Liste noch übrig sein könnte. Schließlich benötigt Mom einen Körper, in dem sie sich auf Erden bewegen kann - also klappern Lucifer und Amenadiel alle Menschen ab, die klinisch tot waren, aber wieder ins Leben zurückgekehrt sind. Der Bankräuber entpuppt sich jedoch als Flop und sie sind mit ihrem Latein vorerst am Ende.

Hilfreich erscheint für Lucifer dann der Fall der Woche, zu dem Chloe (Lauren German) ihn ruft. Hinter dem Mord an einem Lichtdouble für die Hauptdarstellerin der Serie "Leave it to Leslie" vermutet er einen Racheakt von seiner Mutter. Wie schon in der ersten Staffel ist der Fall der Woche nicht besonders spannend und dient eher als schmückendes Beiwerk, um die Dynamik der Charaktere untereinander voranzutreiben.

Wie für einen Staffelauftakt üblich, dient die Folge in der Regel eher als Erklärung, was zwischen den Staffeln passiert ist. So erfahren wir, dass Detective "Douche" mittlerweile wieder Assistenzarbeiten im Job verrichten darf, Maze hingegen ist erst einmal verschwunden, taucht aber im letzten Moment (mal wieder) zu Lucifers Rettung auf.

"Eigentlicht ist mein Bruder ein Irrer...."

Chloe hingegen macht unterdessen ihrer Haarfarbe alle Ehre. Obwohl Lucifer offen und ehrlich mit seiner Identität umgeht, mag sie ihm immer noch nicht glauben. Eine Blutprobe soll es richten. Ein Moment, in dem sowohl Lucifer als auch der Zuschauer genervt über Chloes Verhalten die Augen rollen. Immerhin erkennt Amenadiel echtzeitig, was es bedeutet, wenn die Blutprobe eines (gefallenen) Engels bei der Polizei untersucht wird - und redet Chloe erfolgreich ein, dass sein Bruder ernsthafte pyschische Probleme hat und sich selbst als den Teufel darstellt. Hier hätte man in der Folge noch einen Schritt weitergehen können, da Amenadiel relativ glaubwürdige Erklärungen findet und eigentlich Stoff für die berühmte "Was wäre wenn"-Folge vorhanden ist.

Ein schönes Bild, um das Familien-Gefüge Lucifers zu erklären, findet sich in einer Therapiesitzung mit Dr. Linda. Mit entsprechendem Wortwitz (Big... Bang) erklärt er seiner Therapeutin, wie seine Eltern sich kennengelernt und eine Familie gegründet haben. Bis hin zum rebellischen Kind, das schließlich von Zuhause rausgeworfen wurde. Hier wird auch klar, dass der Fokus für Staffel 2 in der Tat auf Mom liegen wird - die Probleme mit dem Vater scheint Lucifer in Staffel 1 abgefrühstückt zu haben. Immerhin lässt Lucifer durchblicken, dass es sich Dad mit Mom ziemlich verscherzt haben muss, Details dazu umschifft er wie gewohnt.

"Ach nein. Ein Kreuz. Wieder so eine Gläubige."

Neu dabei ist die Forensikerin Ella. Sie bleibt noch ein wenig blass, scheint aber aktuell eher auf coole bis ironische Kommentare festgelegt zu sein. Fest steht jedoch, dass ihr Glaube noch für Zündstoff zwischen ihr und Lucifer sorgen dürfte - das Kreuz um ihren Hals gehört schließlich zu dem, was ihm als erstes augefallen ist. Hier bleibt aber abzuwarten, ob die Serie das Thema Religion wieder aufgreifen wird. In Staffel 1 gab es schon gute Ansätze, die aber leider nie vertieft wurden. Vielleicht wird das mit Ella nun anders; wünschenswert wäre es auf jeden Fall.

In der Endmontage kann Hauptdarsteller Tom Ellis mit "All Along The Watchtower" von Jimi Hendrix mal wieder sein Gesangstalent unter Beweis stellen. Stimmungsvoll unterlegt das Lied, wie Amenadiel feststellt, dass er in der Tat die Zeit nicht mehr dauerhaft verlangsamen kann und Chloe sich dagegen entscheidet, die Blutprobe untersuchen zu lassen. Lucifer hingegen hat keine Erklärungen mehr, was seine Mutter möchte - und ist damit in absoluter Alarmbereitschaft.

Als Cliffhanger taucht dann die Person auf, von der die ganze Zeit die Rede war. Wir bekommen Mom zu sehen; und müssen warten, wie es in 2 Wochen mit der Folge "Liar, Liar, Slutty Dress on Fire" weitergehen wird.

Fazit

Lucifer serviert den Fans der Serie zum Staffelauftakt das, was sie gewohnt sind: Jede Menge Ironie und Wortwitze zum Thema Teufel, Himmel und Hölle; der Fall der Woche ist wie üblich nicht höchst spannend und eher Nebensache. Der Handlungsbogen für die gesamte zweite Staffel ist gesetzt - und man darf gespannt sein, wie er über die nächsten zwölf Folgen erzählt wird. Lust auf mehr macht der Auftakt auf jeden Fall.

Lucifer 2x02: Liar, Liar, Slutty Dress on Fire | Promo [HD] | FOX 2016 Season 2 Episode 02

Lucifer: Tom Ellis über Staffel 2 & die Beziehung zu Chloe

In den USA kehrt Lucifer mit der zweiten Staffel wieder auf die US-Bildschirme zurück - und mit ihm seine Mutter. Denn Lucifers (Tom Ellis) und damit auch Amenadiels (DB Woodside) Mutter (Tricia Helfer) ist der Hölle entflohen; eine Tatsache, die Lucifer sichtlich beunruhigt.

In einem Interview mit TV Insider gab Hauptdarsteller Tom Ellis einen kleinen Einblick auf das, was Staffel 2 der Serie bringen wird. Er äußerte sich auch zu seiner Darstellung des Teufels:

"... es geht um einen Typen, der sich nicht ausgesucht hat, das zu sein. Er will davon wegkommen. Aber weil er der Teufel ist, hat er noch all diese Charakterzüge. Die Erfahrungen, wie ihn die Menschlichkeit verändert, war etwas, das mir mehr Spaß bereitet hat, als einfach nur den bösen Typen zu spielen, der in sich böse ist."

Für Ellis war einer der ersten Höhepunkte von Staffel 1 die Folge "Der Gefallene Engel". Seine Lieblingsfolge ist aber "Lucifer und der Pater". Gerade die Szene am Klavier in Lucifers Penthouse habe ihm besonderen Spaß gemacht - der Gesang hierzu kam von ihm selbst. Hier sieht er auch Möglichkeiten für Staffel 2. Denn Ellis ist der Meinung, dass Lucifer gerade dann am überraschendsten ist, wenn er Dinge macht, bei denen er sich wohl fühlt. Dann sei er mehr er selbst und zeigt Seiten von sich, mit denen sein Umfeld und damit auch die Zuschauer nicht gerechnet haben. 

Außerdem spricht er sich gegen eine Beziehung von Lucifer und Chloe aus:

"Als er bemerkt, dass Chloe die Person ist, die ihn verletzlich macht, blutet er buchstäblich. Das ist der Moment, in dem für ihn der Groschen fällt. Er bermerkt, dass es seine Wahl ist, bei ihr zu sein. (...) Ich mags, wie die Zuschauer auf diese Beziehung reagiert haben, da sie in vielerlei Hinsicht der Herzschlag der Serie ist. Der Gedanke, dass man sie als Paar sehen möchte, ist toll, denn so etwas möchte man hinbekommen, wenn man eine Serie macht. Aber ich glaube, dass es das Ende wäre, wenn diese beiden zusammen kämen."

Die neue Staffel, die 13 Episoden umfasst, startet heute beim US-Network Fox. Folgende Episodentitel stehen bereits fest:

2.01 "Everything's coming up Lucifer"
2.02 "Liar, Liar, Slutty Dress on Fire"
2.03 "Sin-Eater"
2.04 "Lady Parts"
2.05 "The Weaponizer"
2.06 "Monster"
2.07 "My Little Monkey"
2.08 "Trip to Stabby Town"

First Look | Season 2 | LUCIFER

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