Marvel Cinematic Universe

Marvel Studios gibt fünf weitere Kinostartdaten bekannt

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Marvel Studios hat fünf neue Startdaten für kommenden MCU-Filme bekannt gegeben. Demnach können die Marvel-Fans am 7. Oktober 2022, 17. Februar 2023, 5. Mai 2023, 28. Juli 2023 und 3. November 2023 mit neuen Abenteuern im Kino rechnen. Bei den Daten handelt es sich bisher um amerikanische Starttermine, üblicherweise liegen die deutschen Kinostarts aber in einem ähnlichen Zeitraum. In der Regel kommt der Film hierzulande einen Tag eher in die Kinos.

Um welche Projekte es sich bei den fünf Filmen handelt, enthüllte Marvel bisher allerdings nicht. Es dürfte sich um fünf Filme aus der Phase 5 handeln, von denen bisher nur Black Panther 2 offiziell enthüllt ist. Die Fortsetzung startet am 6. Mai 2020.

Auch wenn eine offizielle Bestätigung fehlt, dürften sehr wahrscheinlich Ant-Man 3 und Guardians of the Galaxy 3 zu den Filmen gehören. Auch Captain Marvel 2, Fantastic Four und Blade sind mögliche Kandidaten. Zudem ist das Jahr 2023 nach 2021 das erste Jahr, in dem gleich vier MCU-Filme in die Kinos kommen. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich zu den bisherigen zwei Startdaten im Jahr 2022 noch zwei weitere gesellen. Möglich wäre aber auch der Kinostart des dritten Abenteuers von Spider-Man, welches von Sony produziert wird.

Kevin Feige zum Chief Creative Officer von Marvel ernannt

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Marvel-Studio-Chef Kevin Feige erhält in Zukunft noch mehr Verantwortung. Wie Variety berichtet, wurde Feige nun auch zum Chief Creative Officer von Marvel ernannt. Damit ist der Produzent nun nicht mehr nur verantwortlich für die Filmsparte und das MCU, sondern soll die kreative Ausrichtung von Marvel in Bereichen wie Publishing, TV und Animation bestimmen. In seiner neuen Position untersteht Feige weiterhin direkt den beiden Disney-Bossen Alan Horn und Alan Bergman.

Darüber hinaus wechselt auch Marvel Television and Marvel Family Entertainment unter das Dach von Marvel Studios und steht damit unter der Kontrolle von Feige. Bisher war Jeph Loeb für die Marvel-Serien verantwortlich, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurden. Unter seiner Aufsicht entstanden beispielsweise Daredevil, Jessica Jones oder Agents of S.H.I.E.L.D..

Bereits mit der Ankündigung von Serien wie Hawkeye oder Loki für Disneys neuen Streaming-Dienst hatte sich die Verantwortlichkeit aber geändert. Diese entstehen nicht mehr bei Marvel Television, sondern unter dem Dach von Marvel Studios und damit unter der Aufsicht von Feige. Anschließend gab es immer wieder Gerüchte, dass Loeb nach und nach die Verantwortung für die Realseriensparte entzogen werden soll.

Inwiefern sich die Beförderung von Feige auf aktuelle Serienprojekte wie Runaways, Helstrom oder Cloak & Dagger auswirkt, ist noch nicht bekannt. Dem Bericht von Variety zufolge will der neue Chief Creative Officer gemeinsam mit seinem Team jedes Projekt individuell bewerten und dann eine Entscheidung treffen.

Kritik zu Marvels Phase 3 Teil 2: Doppelte Ladung Avengers, Captain Marvel, Ant-Man & Spider-Man

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Avengers: Infinity War

Nachdem wir vor zwei Wochen bereits einen Blick auf den ersten Abschnitt von Marvels Phase 3 geworfen haben, um herauszufinden, wie gut die insgesamt elf Filme nun wirklich waren, geht es jetzt in die heiße Phase. Mit Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame brachte Marvel eine zehnjährige Geschichte zu ihrem vorläufigen Höhepunkt, und gleichzeitig stellte man auch noch ein paar Rekorde auf. Zudem gab es noch drei weitere Solofilme, die wir auch noch einmal unter die Lupe nehmen. Und natürlich wartet am Schluss das Ranking der gesamten Phase.

Avengers: Infinity War

Ich gebe zu, ich war etwas skeptisch im Vorfeld von Avengers: Infinity War. Zu groß und komplex schien der Plan von Marvel zu sein, um tatsächlich in einem Film zu funktionieren. Allein die Castliste war so umfangreich, dass man sich einfach die Frage stellen musste, wie diese Figuren alle in einem Film untergebracht werden können. Die Russo-Brüder hatten jedoch schon mit Civil War bewiesen, dass sie mit einem großen Ensemble umgehen können und erwiesen sich auch im Falle von Infinity War als die perfekte Wahl für die Regie.

Trotz vieler Handlungsplätze und jeder Menge Figuren funktioniert Infinity War irgendwie und fesselt von der ersten Minute an. Eine wichtige Rolle spielt dabei sicherlich Thanos, der jeglichen bisherigen Marvel-Konventionen trotzt und sich zum besten Bösewicht des MCU aufschwingt. Auch die unterschiedlichen ersten Aufeinandertreffen der verschiedenen Helden sind hervorragend geraten. Lediglich die Charakterisierung von Peter Quill aka Star-Lord gefällt mir in Infinity War rein gar nicht, da er leider jegliche Intelligenz in der Zeit nach Guardians of the Galaxy Vol. 2 verloren zu haben scheint. Das Gesamtbild stört dies aber nur wenig.

Das Ende des Films brachte zudem einen der größten Cliffhanger der letzten Jahre. Klar, als Comicleser konnte man durchaus erahnen, worauf es hinauslaufen würde, vor allem weil ja die Fortsetzung schon für das folgende Jahr angekündigt war. Dem Moment im Kino nahm dies aber nur sehr wenig von seiner Emotionalität.

Ant-Man and the Wasp

Ant-Man ist meiner Meinung nach eine schwer einzuordnende Reihe in Marvels Cinematic Universe. Irgendwie ähneln die Filme für mich einem Cousin, der zwar zu Familienfeiern eingeladen wird, auf den aber nicht so wirklich jemand Lust hat. Vielleicht hängt dies auch mit der Entstehungsgeschichte zusammen. Ursprünglich war Ant-Man das Baby von Regisseur Edgar Wright, der nach mehreren Jahren Arbeit an dem Projekt sich mit Marvel aber nicht auf eine gemeinsame Linie einigen konnte. Ein neues Team übernahm, trotzdem fühlte sich Ant-Man danach an, als wäre der Film vor allem deshalb in die Kinos gekommen, weil man den ganzen bisher betriebenen Aufwand irgendwie rechtfertigen musste.

Der erste Film war dann die Quintessenz dessen, was ich in Teil 1 dieser Kritik als SMU (Standard Marvel Unterhaltung) definiert habe. Ein kurzweiliger Film, den man allerdings auch schnell wieder vergessen hat. Ant-Man and the Wasp bleibt dieser Linie komplett treu. Der Film macht durchaus Spaß und dürfte allen gefallen, die auch den ersten Teil mochten. Wirklich herausragen kann er jedoch nicht. Auch die Tatsache, dass der Kinostart nach Avengers: Infinity War erfolgte, die Handlung aber quasi davor spielte, erscheint mir bis heute keine glückliche Entscheidung.

Zudem muss man noch einmal kritisieren, wie extrem Marvel gute Darsteller in eindimensionalen Schurkenrollen verschwendet. In Ant-Man and the Wasp erwischt es Walton Goggins, der sich nun zu Schauspielern wie Mads Mikkelsen, Michael B. Jordan, Jeff Bridges Christopher Eccleston, Corey Stoll oder Lee Pace gesellt. Hier bleibt wirklich zu hoffen, dass in Phase 4 Besserung einkehrt.

Captain Marvel

Ganze 21 Filme hat das Marvel Cinematic Universe benötigt, um eine weibliche Heldin zur Titelfigur zu machen. Zudem fällt diese Rolle nicht Scarlett Johanssons Black Widow, sondern Brie Larsons Captain Marvel zu. Das Endergebnis ist für mich einer der besseren SMU-Filme. Dies beginnt bereits beim Setting, das mit den 90er-Jahren eine angenehme Abwechslung zum 80er-Hype darstellt, der seit einigen Jahren so allgegenwärtig ist. Zudem funktioniert das Team aus Samuel L. Jackson und Brie Larson für mich extrem gut und brachte einigen Spaß auf die Leinwand.

Ein weiterer positiver Aspekt war die Handlung, die tatsächlich ein paar Überraschungen bot, welche zumindest ich nicht habe kommen sehen. Auch die Tatsache, dass Ben Mendelsohn einmal nicht als langweiliger Bösewicht verheizt wurde, wie so oft in den vergangenen Jahren (Rogue One: A Star Wars Story, Ready Player One, Robin Hood) ist sehr erfrischend. Klar reißt Captain Marvel am Ende keine Bäume aus und wird auch innerhalb des MCU nie zu den Top 5 der besten Filme gehören, Spaß macht er trotzdem.

Mein größter Kritikpunkt ist tatsächlich die Abspannszene, in der Carol in der Gegenwart auf die Avengers trifft. Ich hatte darauf gehofft, dass diese Szene nur einen Appetithappen darstellt. Leider stellte sich dann heraus, dass dies tatsächlich alles war, was der Zuschauer vom ersten Aufeinandertreffen zu sehen bekommt. Hier hätte ich mir deutlich mehr gewünscht, wobei dies genau genommen eher ein Kritikpunkt an Avengers: Endgame ist.

Avengers: Endgame

Ein ganzes Jahr mussten die Fans sich gedulden, bis der Cliffhanger aus Infinity War endlich aufgelöst wurde. In dieser Zeit betrieb Marvel eine sehr extreme Geheimhaltungspolitik, die teilweise aber auch etwas albern war. Allein das Geheimnis um den offiziellen Filmtitel war spätestens nach der Enthüllung kaum die Aufregung wert. Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten, dass der Film wirklich einige Überraschungen bot, was eben daran lag, dass Marvel zum Glück nicht die Filmhighlights unbedingt in Trailern und Clips spoilern musste.

Endgame begann zunächst einmal etwas zäh für meinen Geschmack, fand sich dann aber und erwies sich als der perfekte Abschluss für die Infinity Saga. Die Idee der Zeitreisen und die Umsetzung sind einfach super gelungen, auch wenn man natürlich die Logik wieder einmal nicht zu genau hinterfragen darf. Abstriche muss der Film allerdings bei Thanos hinnehmen. Endgame fokussiert sich so stark auf die Helden, das für den Gegenspieler kaum wirklich Zeit bleibt. So entwickelt sich Thanos dann leider doch wieder nur zu einer eindimensionalen Bedrohung, die am Ende einfach nur alles Leben auslöschen möchte. Gerade nach der Darstellung in Infinity War ist dies besonders schade.

Die finale Schlacht kann aber auch ein schwacher Thanos nicht negativ beeinflussen. Selbst als jemand, der mittlerweile kaum noch von CGI-Massenschlachten vom Hocker gerissen wird, ist der Endkampf eine der besten Kampfszenen der letzten Jahre, wobei das Highlight natürlich der Portalmoment ist. Für mich ist dies quasi das Marvel-Äquivalent zur Ankunft der Rohirrim vor Minas Tirith. Einfach pure Gänsehaut, die am Ende auch dafür gesorgt hat, dass Endgame in meinem Ranking einen Ticken besser ist als Infinity War.

Spider-Man: Far From Home

Nach dem ganzen Hickhack zwischen Disney und Sony in den vergangenen Wochen kann man fast vergessen, dass Phase 3 des MCU im Juli ja mit dem sehr erfolgreichen Spider-Man: Far from Home geendet ist. Gute Kritiken, eine starkes Einspielergebnis und viele positive Stimmen machten das zweite Soloabenteuer von Spider-Man zu einem Erfolg. Im Gegensatz zu vielen Fans vertrete ich hier aber anscheinend eine eher unpopuläre Meinung. Für mich stellt Far from Home leider einen Rückschritt für Spider-Man da.

Das soll nicht heißen, dass der Film nicht unterhalten kann. Die Darsteller und der Humor sorgen für einen kurzweiligen Trip, bei dem ich aber nie das Gefühl loswerden konnte, dass hier viel mehr drin gewesen wäre. Dies beginnt bereits mit dem Setting. Die Europareise und auch die Art, wie sie aufgebaut ist, fühlt sich extrem gewollt und wie ein Gimmick an. Auch die Actionszenen an sich erzeugen ein ähnliches Gefühl und scheinen nur dazu da zu sein, um CGI-Gekloppe vor eindrucksvollen Kulissen zu zeigen. Dazu kommt der Mysterio-Twist, den jeder Zuschauer, der irgendwie schon einmal von der Comicfigur gehört hat, meilenweit kommen sieht. Vor allem weil Captain Marvel in diesem Jahr bereits gezeigt hat, wie es deutlich besser geht, ist dies enttäuschend.

Mein Hauptproblem ist aber die Entwicklung von Peter Parker, die in dem Film auf der Stelle tritt. Far from Home stellt die zentrale Frage, wer die Nachfolge von Tony Stark antritt und ob Peter Parker dafür bereit ist. Am Ende des Films gibt es dazu aber keine wirkliche Antwort. Klar, Peter stoppt Mysterio, kehrt dann aber nach New York zurück und schwingt weiter als Spider-Man durch die Stadt. Das hat er aber auch schon am Anfang des Films gemacht. Einziger Unterschied ist, dass er nun eine Freundin hat. Auf die Frage, ob Peter in die Fußstapfen von Tony tritt, gibt es eigentlich nur die Antwort "Schauen wir mal", und das ist mir nach 130 Minuten etwas wenig. Allerdings weiß zumindest die Abspannszene noch einmal zu überraschen und macht Lust auf mehr. Hoffentlich orientiert sich Teil 3 dann wieder etwas stärker am ersten Film.

Damit wären wir am Ende unserer Betrachtung von Phase 3 des MCU angekommen, sodass nun eigentlich nur noch das Ranking offen ist. Natürlich ist dies nur eine persönliche Meinung, schreibt gern eure eigene Rangliste in die Kommentare.

  1. Captain America: Civil War
  2. Avengers: Endgame
  3. Avengers: Infinity War
  4. Guardians of the Galaxy Vol. 2
  5. Spider-Man: Homecoming
  6. Captain Marvel
  7. Ant-Man and the Wasp
  8. Spider-Man: Far From Home
  9. Thor: Tag der Entscheidung
  10. Doctor Strange
  11. Black Panther

Kritik zu Marvels Phase 3 Teil 1: Captain America, Doctor Strange, Thor, Guardians of the Galaxy Vol.2 & Spider-Man

Mit Avengers: Endgame und Spider-Man: Far From Home wurde Phase 3 des Marvel Cinematic Universe in diesem Sommer offiziell abgeschlossen. Seit Juli wissen die Fans zudem, wie Marvels kommende Phase 4 aussehen wird und welche Abenteuer sie in den kommenden zwei Jahren erwarten. Nachdem nun auch das Drama rund um Spider-Man ein Ende gefunden hat, wird es höchste Zeit, einmal auf alle Filme von Phase 3 zurückzublicken und zu überprüfen, wie gut den der dritte Abschnitt des MCU wirklich war. Am Ende packen wir zudem alle Filme in ein Ranking, weil sind wir ehrlich, Sachen in Ranglisten einzuteilen, macht immer Spaß.

Captain America: Civil War

Phase 3 begann direkt mit einem Highlight. Und um das Ranking am Ende direkt schon einmal zu spoilern, Civil War ist für mich nicht nur der beste Film der dritten Phase, sondern der beste Marvel-Film überhaupt. Nach dem doch eher enttäuschenden Age of Ultron ist Civil War in gewisser Weise der Avengers-Film, der eigentlich Phase 2 hätte abschließen sollen. Klar es steht Captain America im Titel, aber niemand kann behaupten, dass Civil War ein typischer Marvel-Solofilm ist.

Genau genommen macht Civil War sogar einiges besser als alle vier Avengers-Filme. So wird dankenswerterweise darauf verzichtet, die Marvel-Helden über zwanzig Minuten gegen eine Horde von CGI-Monstern kämpfen zu lassen. Stattdessen gibt es mit dem Flughafenkampf in Leipzig die unterhaltsamste Actionszene in der Geschichte des MCU, dem dann eine Finale folgt, das angenehm unspektakulär ausfällt und anstatt mit einer Bedrohung der Welt durch seine Emotionalität überzeugen kann.

Gänzlich perfekt ist allerdings auch Civil War nicht. So sollte der Zuschauer den Plan von Zemo nicht zu genau analysieren, da hier im Drehbuch doch arg viel konstruiert wurde, um alles für den Konflikt hinzubiegen. Konstruiert ist auch ein gutes Wort für den ersten Auftritt von Spider-Man, der ebenfalls etwas gewollt wirkt. Dies dürfte aber auch daran gelegen haben, dass der Deal zwischen Sony und Marvel damals sehr kurzfristig zustande kam. Die Sache wäre vermutlich runder gewesen, wenn der erste Spidey-Solofilm vor Civil War entstanden wäre. Letztendlich sind dies aber nur kleine Details, welche das Gesamtwerk, das die Russo-Brüder geschaffen haben, kaum trüben kann.

Doctor Strange

Filme wie Doctor Strange kategorisiere ich für mich mittlerweile als Standard-Marvel-Unterhaltung (oder kurz SMU): Sympathischer und/oder charismatischer Held muss in einem kurzweiligen und humorvollen Abenteuer die Welt retten und dabei einen profillosen Bösewicht stoppen. In der Regel lassen sich die Filme gemütlich wegschauen, wirklich viel hängen bleibt am Ende aber nicht. Nicht umsonst ist die prägendste Erinnerung an die Pressevorführung von Doctor Strange, dass überraschend erstmals ein Trailer zu Guardians of the Galaxy Vol. 2 gezeigt wurde. Da fühlte man sich gleich wieder wie in den 90ern, als Trailer einem im Kino noch überraschen konnten.

Doctor Strange bietet viel von dem, was an Marvel immer gelobt und kritisiert wird. Mit Benedict Cumberbatch holte man sich einen weiteren tollen Darsteller an Bord, auch wenn dieser Rollen wie Strange zugegebenermaßen mittlerweile im Schlaf spielen kann. Im Gegenzug wird Mads Mikkelsen allerdings in einer Schurkenrolle verschwendet, von der viele Marvel-Fans heute vermutlich nicht einmal mehr den Namen nennen könnten (Kaecilius fürs Protokoll).

Der Plot selbst um eine gesichtslose Bedrohung aus einer dunklen Dimension gewinnt ebenfalls keinen Originalitätspreis. Dafür ist die finale Auseinandersetzung zwischen Strange und Dormammus sehr spaßig geraten und bietet zumindest mal etwas anderes. Die Effekte in Doctor Strange sind ebenfalls eine Erwähnung wert. Auch wenn die Optik an Inception erinnert, sehen die sich bewegenden Häuserwände trotzdem beeindruckend aus. Allerdings reicht dies nicht, um Doctor Strange aus dem Mittelmaß herauszuholen.

Guardians of the Galaxy Vol. 2

Guardians of the Galaxy war der Überraschungserfolg in Marvels Phase 2 und neben Captain America: Winter Soldier sicherlich der beste Film des zweiten Abschnitts. Die Fortsetzung hatte nun allerdings mit einem Problem zu kämpfen, dass der erste Teil nicht kannte: Es gab eine Erwartungshaltung. An dieser gemessen muss man sagen, dass der zweite Teil nicht ganz mithalten kann. Trotzdem gelingt es Regisseur James Gunn, viele Stärken von Guardians of the Galaxy wieder zum Vorschein zu bringen. Vor allem das Team an sich funktioniert weiterhin und das Zusammenspiel der Figuren macht irgendwie immer Spaß.

Auch lässt sich festhalten, dass Guardians of the Galaxy Vol. 2 im Vergleich zu anderen zweiten Marvel-Teilen deutlich weniger abfällt. Abgesehen von Captain America 2 war bis zu diesem Zeitpunkt praktisch jede Marvel-Fortsetzung deutlich schwächer als der erste Film. Selbst Avengers: Age of Ultron konnte diesem Fluch nicht entgehen. Guardians of the Galaxy Vol. 2 macht hier vieles besser, auch wenn es am Ende nicht ganz für das oberste Marvel-Regal reicht. Ich bin allerdings aus dem Kino gekommen und hatte sofort Lust auf weitere Abenteuer und hätte mir einen Teil 3 direkt am nächsten Tag anschauen können. Das gelingt ansonsten eigentlich nur den Avengers-Filmen.

Spider-Man: Homecoming

Nach seinem ersten Auftritt in Civil War war es im Sommer 2017 an der Zeit für das erste Soloabenteuer von Spider-Man im MCU, und das kann als richtig gelungen bezeichnet werden. In gewohnter Marvel-Manier überzeugen sowohl der neue Spinnenheld als auch der Cast um ihn herum, was sich dieses Mal sogar auf den Gegenspieler Adrian Toomes ausweiten lässt. Der von Michael Keaton gespielte Charakter gehört definitiv zu den besseren Marvel-Schurken auf der Leinwand. Vor allem die Szene, in der Peter und Liz von Toomes zum Schulball gefahren werden, ist ein Highlight des Films und beweist, dass die besten Szenen in einer Comicverfilmung nicht notwendigerweise immer Explosionen und jede Menge CGI beinhalten müssen.

Darüber hinaus ist es eine angenehme Abwechslung, dass in Homecoming einmal nicht das Schicksal der Welt auf dem Spiel steht. Es wird eine kleinere Geschichte erzählt, die aber trotzdem mitzureißen versteht. Leider wird dieser Ansatz in den Marvel-Solofilmen zu selten verfolgt. Oft muss auch in den Einzelfilmen unbedingt die Welt oder zumindest eine ganze Stadt gerettet werden, was mit der Zeit etwas ermüdend ist. Spider-Man: Homecoming zeigt, dass die Notwendigkeit dafür gar nicht besteht. Dummerweise legten Marvel und Sony diesen Ansatz schon bei Spider-Man: Far from Home wieder zu den Akten, aber dazu später mehr.

Thor: Tag der Entscheidung

Das dritte Soloabenteuer von Thor ist einer der Marvel-Filme, an denen sich die Geister scheiden. Für mich persönlich ist er der beste Einzelfilm rund um den Gott des Donners, wobei diese Latte aber auch nicht sonderlich hoch liegt. Dass so mancher Zuschauer mit dem sehr klamaukigen Film rein gar nichts anfangen kann, ist aber völlig verständlich. Der Humor von Taika Waititi ist nicht für jeden. Hinzu kommt, dass einige namhafte Nebenfiguren rund um Thor auf relativ billige Weise einfach aus dem MCU entfernt werden, was bei einigen Fans berechtigterweise auf wenige Gegenliebe gestoßen sein dürfte.

Wenn man sich mit dem Humor von Thor: Tag der Entscheidung anfreunden kann, dann kommt man zumindest in diesem Bereich voll auf seine Kosten. Leider tappt Waititi noch stärker in eine Falle, die auch schon James Gunn in Guardians of the Galaxy Vol. 2 Probleme bereitet hat. So versucht der Regisseur so sehr eine spaßige Geschichte zu erzählen, dass er die emotionalen Momente nie für sich stehen lassen kann. Es muss immer noch irgendein Witz gemacht werden, was einige Szenen ziemlich kaputt macht. Den Höhepunkt bildet hier die Zerstörung Asgards. Letztendlich ist Thor: Tag der Entscheidung ein typischer Vertreter der SMU-Kategorie, der vor allem im Bereich Humor punkten kann.

Black Panther

Black Panther ist ein interessantes Phänomen. Der Film ist der erste Soloauftritt eines Marvel-Helden, der sofort die Marke von einer Milliarde Dollar knacken konnte. In den USA spielte Black Panther sogar mehr ein als Avengers: Infinity War und wurde zudem als erste Marvel-Produktion für den Oscar als bester Film nominiert. Natürlich spielt hier die politische Lage in den USA eine Rolle, schließlich ist Black Panther der erste dunkelhäutige Hauptheld eines Films im MCU. Der Erfolg an den Kinokassen beweist zudem, dass das Interesse in jedem Falle vorhanden ist. Dabei muss man aber auch festhalten, dass der Hype, der gerade in den USA extrem groß war, nicht im Ansatz die Qualität widerspiegelt.

Black Panther ist meiner Meinung nach einer der schwächsten Filme des MCU überhaupt und bewegt sich auf einem Niveau mit Thor: The Dark Kingdom und Captain America. Dies beginnt bereits mit Chadwick Boseman in der Rolle des T'Challa, bei dem der Funke irgendwie nie so überspringen will, wie dies bei seinen Kollegen der Fall ist. Auch Michael B. Jordan reiht sich nahtlos in die lange Reihe der Marvel-Gegenspieler ein, die man schnell wieder vergessen hat.

Die Geschichte selbst bewegt sich auf typischen SMU-Niveau, wobei man über einige Dinge wieder einmal nicht zu genau nachdenken sollte. So erscheint es wenig nachvollziehbar, dass in dem so hochentwickelten Wakanda der König immer noch durch einen Zweikampf bestimmt wird. Eine Gesellschaft, in praktisch der Stärkste regiert, passt so gar nicht zu dem Isolationskonzept, bei dem man sich ja von der ach so bösen Welt abschotten will. Hinzu kommt, dass Black Panther auch einige der schlechtesten Effektshots aller Marvel-Filme überhaupt bietet. Allein die Green-Screen-Aufnahme, in der Killmonger vor dem "Wakanda-Panorma" stirbt, sieht fast schon peinlich schlecht aus. Alles in allem war das erste Soloabenteuer von T'Challa für mich die große Enttäuschung in Phase 3. Es bleibt zu hoffen, dass die Fortsetzung qualitativ auch dem wahrscheinlichen Einspielergebnis gerechter wird.

Das soll es erst einmal für Teil 1 der großen MCU-Phase-Kritik gewesen sein. In zwei Wochen geht es mit Teil 2 weiter, der nicht nur Infinity War und Endgame enthält, sondern auch das finale Ranking.

Disney+: Auch Marvel Television wird Serien für den Streaming-Dienst produzieren

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Die zukünftigen Abonnenten des Streaming-Dienstes Disney+ können sich ab dem kommenden Jahr auf mehrere Marvel-Serien freuen, die kürzlich auf der Comic-Con in San Diego nun auch offiziell enthüllt wurden. Dabei wird es aber wohl nicht bleiben. So erzählte Jeph Loeb, Chef von Marvel Television, kürzlich in einem Interview, dass auch Marvel TV Serien für den Streaming-Dienst entwickelt.

Die Struktur bei Marvel ist generell etwas nicht ganz einfach. Während die Kinofilme unter der Aufsicht von Marvel Studios entstehen, war für alle bisherigen TV-Produktionen Marvel Television verantwortlich. Die nun angekündigten Serien wie Loki oder The Falcon and the Winter Soldier entstehen aber nun nicht bei Marvel Television, sondern Marvel Studios. Entsprechend werden sich die Geschehnisse auch auf das Kinouniversum auswirken. Marvel TV ist nach Aussagen von Jeph Loeb nicht an der Produktion der Serien beteiligt, plant aber eigene Formate.

Aktuell produziert Marvel TV Agents of SHIELD, Runaways und Cloak & Dagger. Darüber hinaus sind die Serien Ghost Rider und Helstrom sowie die Animationsserien Hit-Monkey, MODOK, Tigra & Dazzler, Howard the Duck und The Offenders angekündigt. Marvel Studios arbeitet an Loki, The Falcon and the Winter Soldier, WandaVision, Hawkeye und der Animationsserie What If...?.

Marvel Cinematic Universe: Weitere Details zu Thor 4, Black Widow und Phase 4

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In der Nacht zum Sonntag enthüllte Marvel-Chef Kevin Feige auf der Comic-Con in San Diego offiziell Phase 4 des Marvel Cinematic Universe. Aufgrund der späten Stunde und der Menge an Informationen können aber schnell einmal ein paar Dinge untergehen, weshalb wir noch einmal auf ein paar Details eingehen wollen.

Im Gespräch mit Collider bestätigte Kevin Feige noch einmal, dass es sich bei den zehn angekündigten Filmen und Serien, die 2020 und 2021 erscheinen um die komplette Phase 4 handelt. Änderungen sind nicht komplett ausgeschlossen aber generell sollen es diese Projekte sein. Damit wäre Phase 4 mit zwei Jahren nicht nur die kürzeste, es würde auch erstmals kein Avengers-Film innerhalb einer Phase erscheinen. Stattdessen wäre Thor: Love and Thunder das Finale, wobei Thor auch gleichzeitig der einzige Held ist, der in jeder Marvel-Phase mit einem Solofilm vertreten war.

Das dritte Soloabenteuer des Avengers-Gründungsmitgliedes dürfte zudem zwei Thor-Versionen zeigen. So wird Natalie Portman nicht nur zurückkehren, sie soll sich auch selbst ein Kostüm überwerfen und zu einer weiblichen Thor werden. Auf der Comic-Con schwang Portman bereits den Hammer Mjolnir. Als Inspiration dient der Comic The Mighty Thor von Jason Aaron, in dem eine an Krebs erkrankte Jane Forster ebenfalls zu einer weiblichen Thor wurde und zum Hammer griff. Inwiefern die Verwandlung um Film erfolgen wird, ist noch unklar.

Darüber hinaus wird auch Tessa Thompson Valkyrie in Thor: Love and Thunder zurückkehren. Thompson erklärte auf dem Panel, dass sich Valkyrie als neuer Herrscher von Asgard nun auf die Suche nach einer Königin begeben wird. Mittlerweile hat auch Kevin Feige bestätigt, dass die Heldin damit die erste LGBTQ-Haupfigur im MCU sein wird.

Während Thor: Love and Thunder das Ende von Phase 4 darstellen wird, bildet Black Widow den Auftakt. Auf der Comic-Con wurde auch gleich erstes Videomaterial aus der Comicverfilmung gezeigt. Dieses zeigte die Rückkehr von Natasha nach Budapest und war sehr actionreich, wobei die Action an den Stil der Bourne-Filme erinnert haben soll.

Zudem wurde mit dem Taskmaster der Gegenspieler von Black Widow enthüllt, allerdings ist immer noch nicht klar, wer diesen spielen wird. Dafür gibt es im Netz nun ein erstes Konzeptbild des Schurken, der schon einmal einen Eindruck vermittelt. Zudem wurde die Rolle von David Harbour (Stranger Things, Hellboy) ziemlich sicher enthüllt. Der Darsteller wird als Red Guardian, einer russischen Version von Captain America zu sehen sein.

Mit Black Panther 2, Guardians of the Galaxy 3, Captain Marvel 2 und vor allem Fantastic Four und Blade kündigte Kevin Feige zudem noch eine ganze Reihe von weiteren Filmen an. Für diese müssen sich die Fans aber definitiv bis Phase 5 oder später gedulden. Vor 2023 wird keiner dieser Helden in die Kinos kommen. Auch gibt es im Falle von Fantastic Four und Blade noch keine Informationen zu den Kreativen hinter der Kamera. Bisher ist lediglich Mahershala Ali als Vampirjäger Blade bestätigt.

Hier noch einmal alle Projekte der Phase 4 im chronologischen Überblick:
1. Mai 2020 – Black Widow
Herbst 2020 – Falcon and the Winter Soldier
6. November 2020 – The Eternals
12. Februar 2021 – Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Frühling 2021 – WandaVision
Frühling 2021 – Loki
7. Mai 2021 – Doctor Strange in the Multiverse of Madness
Sommer 2021 – What if...?
Herbst 2021 – Hawkeye
5. November 2020 – Thor: Love and Thunder

Marvel Studios: Panel für die Comic-Con in San Diego angekündigt

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Marvel Studios kehrt zurück zur San Diego Comic-Con. Nachdem das Filmstudio im vergangenen Jahr die Convention ausließ, ist es dieses Jahr wieder mit einem großen Panel in der Halle H vertreten. Das Panel findet in der Nacht zum Sonntag, den 21. Juli um 2.15 Uhr deutscher Zeit statt.

Offiziell angekündigt ist bisher nur Marvel-Chef Kevin Feige, der allerdings Gesellschaft von einigen Überraschungsgästen erhalten soll. Um wen es sich dabei genau handelt, ist bisher noch unbekannt. Fans dürften sich von der Veranstaltung aber vor allem Informationen über die kommende Phase 4 erhoffen. Bisher hüllte Marvel sich weitestgehend in Schweigen darüber, wie es nach Avengers: Endgame und dem aktuell gestarteten Epilog Spider-Man: Far from Home mit dem MCU weitergeht.

Auch wenn bereits bekannt ist, dass Marvel an Filmen wie Black Widow, The Eternals, Shang-Chi, Guardians of the Galaxy 3, Doctor Strange 2 und Black Panther 3 arbeitet, fehlen bisher noch viele offizielle Bestätigungen sowie die Kinostartdaten. Auch die Frage, wie es denn mit den Avengers weitergeht, ist noch ungeklärt.

Interessant könnte zudem der Cast von The Eternals werden. Mit Angelina Joli, Salma Hayek, Richard Madden und Kumail Nanjiani kursieren aktuell einige prominente Namen. Vielleicht bringt das Panel bei der Comic-Con auch hier einige konkrete Informationen.

Darüber hinaus ist auch das Thema Serien interessant. So befinden sich gleich mehrere Mini-Serien für den neuen Streaming-Dienst von Disney in Entwicklung. Bestätigt sind The Falcon and The Winter Soldier, WandaVision und Loki. Auch hier könnte das Panel weitere Einblicke bieten.

Kritik zu Spider-Man: Far From Home - Eurotrip

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Spider-Man: Far From Home Scene Still

Peter Parker (Tom Holland) begibt sich mit seinem Naturwissenschafts-Kurs auf Europatour. Eigentlich will er dabei seine Superhelden-Existenz kurz vergessen, aber dann tauchen überall auf der Welt sogenannte Elementals auf, die Städte wie Venedig oder Prag verwüsten. Zwar versucht Peter als Spider-Man zu helfen, doch ohne den plötzlich auftauchenden Mysterio (Jake Gyllenhaal) wären er und Nick Fury (Samuel L. Jackson) ziemlich aufgeschmissen. Doch bald stellt sich heraus, dass der mysteriöse Superheld andere Beweggründe hat.

Vor Beginn der Pressevorführung verlas eine Mitarbeiterin eine Bitte: Man möge doch bis zum Ende des Films sitzen bleiben, aber vor allem nichts spoilern und daher auch kein Wort über die Charakterentwicklung der Figuren verlieren. Jeder hätte verdient, den Film so unbefangen zu schauen wie die versammelten Presseleute. Natürlich hat die Dame mit dem letzten Satz Recht. Aber die von Marvel mit befeuerte Spoiler-Paranoia lässt einen als Kritiker schon recht ratlos zurück: Worüber soll man den nun schreiben, wenn man von der Geschichte und den Charakteren nichts erzählen darf, da empfindliche Gemüter dies als Spoiler werten könnten? Zumindest bei Spider-Man: Far From Home kann man da aber Entwarnung geben: Weder Geschichte noch Charakterentwicklung geben viel her, was man verraten könnte.

Nach der Endgamokalypse

Viel wichtiger für Fans des MCU: Der Film schließt die Geschehnisse um die Avengers-Filme, zuletzt Avengers: Endgame, ab und thematisiert immer mal wieder nebenbei die Lücke von fünf Jahren, welche die Ereignisse dieses Handlungsbogens hinterlassen haben. Dabei ist bereits der Beginn des Films ein Spoiler, für all jene, die Endgame nicht gesehen haben. Menschen, denen der MCU-Zirkus aber weniger bedeutet, werden so immerhin kurz über die für Peter und seine Freunde wichtigen Ereignisse informiert. So ist der Film auch dann gut verständlich, wenn man sich nur grob in Marvels Comic-Universum auskennt.

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Spider-Man: Far From Home Scene Still

Allerdings bleibt kaum Zeit, nach dem Warum und Wieso zu fragen: Spider-Man: Far From Home erzählt sehr zügig seine Geschichte und spart dabei zum Glück nicht mit Humor. Die Marvel-Filme hatten schon immer eine gewisse Leichtigkeit in der Erzählung, mit viel Gewicht auf Witzen und Lacher, auch da bildet der zweite Spider-Man-Film mit Tom Holland keine Ausnahme. Im Gegenteil, er gehört wahrscheinlich mit zu den witzigsten Werken aus dem MCU. Das, und die natürlich sehr klischeehafte und karikierende Darstellung der verschiedenen europäischen Länder, erinnert dabei stellenweise an Europareise-Komödien wie dem Klassiker Hilfe, die Amis kommen (im Original National Lampoon‘s European Vacation) oder dem eher zotigen Teenie-Film Eurotrip.

Natürlich rummst es trotzdem in den Kämpfen mit den Elementarwesen ordentlich, an CGI wird nicht gespart und Spider-Man darf zeigen, was er drauf hat. Da bietet der Film auch nicht mehr oder weniger als die anderen Marvel-Teile. Der anfangs sympathische Bösewicht Mysterio könnte da noch etwas rausreißen, zumal Jake Gyllenhaal seine Figur gut und überzeugend spielt – nur leider scheitert Spider-Mans Gegenspieler ein wenig an den Ambitionen der Autoren. Denn wo Mysterio eine Aussage zur Rolle von Superhelden in einer Post-Endgame-Welt hätte treffen können, entpuppt er sich vielmehr als gewöhnlicher Bösewicht mit nicht völlig eindeutigen Motiven, der gegenüber Peter Parker auch keine weiterentwickelnde Rolle einnehmen kann. Sprich: An der Begegnung mit Mysterio wächst Peter Parker charakterlich nicht wirklich weiter. Sein grundsätzlicher Gegensatz, also seinem Wunsch nach einer ruhigen Existenz als High-School-Schüler und den weltrettenden Aufgaben eines Superhelden, bleibt genauso erhalten wie sein ambivalentes Verhältnis zu seinem ehemaligen Idol. Aber jetzt sei besser geschwiegen, bevor noch jemand "Spoiler" krakeelt.

Es geht um die Wahrheit - und Superhelden

Zudem entwickelt Spider-Man: Far From Home gegen Ende den Willen, eine Aussage über unser heutiges Verhältnis zu Wahrheit zu treffen, angesichts von Diskussionen um "alternative Fakten", "Lügenpresse" und ähnliches. Doch taucht dies nur am Rande auf, genau wie die etwas selbstironische Betrachtung von CGI und Motion Capturing. Aber vor allem am Ende konzentriert sich Spider-Man: Far From Home viel stärker darauf, seine Superhelden-Geschichte zum Abschluss zu bringen, wodurch die Diskussion um Wahrheit und unserem Verhältnis zu ihr untergeht. Aber gerade das zum Thema des Films zu machen, hätte ihn aus der mittlerweile etwas erschöpfenden Masse an Comic-Verfilmungen herausheben können.

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Spider-Man: Far From Home Scene Still

In Sachen MCU schließt dieser Film die dritte Phase ab und schildert die Nachwirkungen des Kampfes um die Infinity-Steine. Allerdings ist noch nicht zu erkennen, wie viel Einfluss die Ereignisse in Europa auf das gesamte MCU haben könnten.

Fazit

So bleibt Spider-Man: Far From Home ein durchaus witziger, unterhaltsamer Superhelden-Film, der allerdings auch nur mehr vom Gleichen liefert, mit ein paar Variationen in Thema, Aufbau und Struktur. Fans des MCU bekommen das, was sie erwarten und haben Spaß, alle anderen können Popcorn-Kino genießen und Comic-Muffel sollten sich fragen, warum sie überhaupt eine Karte gekauft haben.

Kevin Feige über das MCU, Spider-Man, Venom und Black Widow

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Am 04. Juli startet Spider-Man: Far From Home in den Kinos und Kevin Feige, der Chef von Marvel Studios, spricht sowohl über den Film als auch über die weiteren Pläne für das Marvel Cinematic Universe. Dessen dritte Phase kulminierte in den Ereignissen von Avengers: Endgame.

Die Rechtelage im Marvel Cinematic Universe ist ein wenig kompliziert: So gehören die Lizenzen zur Verfilmung Spider-Mans eigentlich Sony Pictures, die sich mit Marvel zusammentaten, um die zukünftigen Filme um den Spinnenmann in das erfolgreiche MCU zu integrieren. Letztes Jahr veröffentlichte Sony dann Venom, über eine wichtige Figur aus dem Spider-Man-Universum, die aber im Film nicht in das MCU eingegliedert ist. Ob dies noch geschieht, liegt bei Sony, sagt Kevin Feige:

„Ich denke, es liegt vermutlich in Sonys Händen. Sony hat diese beiden Charaktere und hat Venom in ihrer Welt. Ich kenne ihre Pläne für weitere Venom-Filme nicht oder ob sie das überhaupt tun. Aber es erscheint mir recht sicher.“

Eine weitere Figur, die in den Marvel-Universen gewildert hat, ist Deadpool. Durch den Aufkauf von Deadpool-Rechteinhaber 20th Century Fox durch Disney liegen diese Rechte und auch die Rechte an den X-Men nun in Marvels Reichweite:

„Natürlich reden wir über die Zukunft all dieser Marken von Fox. Darüber, wie wir diese einspannen und wann wir das tun. [Ein Gerücht, dass Spider-Man und Deadpool zusammen einen Film bekommen] ist aber speziell nicht der Fall.“

Außerdem äußerte sich Feige auch über einen möglichen Black-Widow-Film. Gerüchte besagen, dass Black-Widow-Darstellerin Scarlett Johansson kurz davor stünde, die Dreharbeiten zu starten oder diese sogar schon begonnen hätten. Dazu äußerte sich Feige nicht, deutete aber an, dass der Film dann ein Prequel sein müsste. Solche Prequels könnte man auf verschiedene Weisen gestalten, so dass das Publikum neue Erkenntnisse über die Vorgänge im Marvel-Universum erlangen könne:

„Ich denke da an Better Call Saul als wunderbares Beispiel für ein Prequel, das beinahe komplett auf eigenen Füßen steht, jenseits von Breaking Bad, weil es uns über so viele Dinge informiert, die wir vorher noch nicht wussten. […] Die Zeit wird also zeigen, welchen Weg wir mit einem möglichen Film zu Black Widow einschlagen.“

Spider-Man: Far From Home, über den Feige ja eigentlich reden wollte, stellt übrigens einen Übergang zwischen der dritten und vierten Phase des Marvel Cinematic Universe dar.

SPIDER-MAN: FAR FROM HOME - Trailer - Ab 4.7.19 im Kino!

Marvel Cinematic Universe: Anthony Mackie äußert sich zur Zukunft von Captain America

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Falcon & Winter Soldier

Während der Celebrity Fan Fest Convention in San Antonio hat Anthony Mackie sich zu seiner Zukunft im Marvel Cinematic Universe geäußert. Jeder, der Avengers: Endgame bereits gesehen hat, weiß, dass so ein Gespräch nicht ohne Spoiler auskommen kann.

Am Ende des vierten Avengers-Film reicht der gealterte Steve Rogers (Chris Evans) seinen Schild an seinen Freund Sam Wilson aka Falcon (Anthony Mackie) weiter. In einem Interview (Video ab Minute 4:04) darauf angesprochen, wie sich die Rolle von Captain America nun verändert wird, antwortet Mackie:

"Chris [Evans] ist ein fantastisches Cap und ich habe das Gefühl, dass er mit dieser Figur in der Lage war etwas zu tun, was nur sehr wenige Leute in irgendeinem Cinematic Universe oder einer Filmreihe tun konnten, weil er für so viele Filme Cap gespielt hat. Das zu übernehmen, ein Teil des Vermächtnisses zu sein, ist eine riesige Herausforderung. Viele Leute werden erwarten, dass ich Chris Evans im selben Anzug bin, nur halt ein schwarzer Typ. Aber das wird definitiv nicht passieren."

In den Comics hat die Identität Captain Americas bereits mehrfach gewechselt. So trugen dort unter anderen kurzfristig Sam Wilson (Falcon ), Clint Barton (Hawkeye) und Bucky Barnes (Wintersoldier) das Kostüm mit dem Sternenbanner.

Im MCU ist die Nachfolge nun entschieden. Offen ist nur, wann der neuen Captain seinen ersten Auftritt bekommt. Naheliegend wäre die geplante Mini-Serie Falcon & Winter Soldier, welche an die Geschehnisse von Avengers: Endgame anschließen soll und Sam Wilson und Bucky Barnes (Sebastian Stan) in den Mittelpunkt stellt. Doch zu genauen Details der Handlung hüllt sich Marvel bisher in Schweigen.

Anthony Mackie wird zunächst in der 2. Staffel der Serie Altered Carbon zu sehen sein, wo er die Hauptrolle des Takeshi Kovacs von Joel Kinnaman übernimmt.

Anthony Mackie, Benedict Wong & Lee Pace en la Celebrity Fan Fest (16/06/19)

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