Marvel Cinematic Universe

ABC arbeitet an weiterer Marvel-Serie

marvel.jpg

Marvel-Logo

Der amerikanische Sender ABC arbeitet an einer neuen Marvel-Serie. Wie Deadline berichtet, wurde Produzent und Autor Allan Heinberg damit beauftragt, ein neues Format aus dem Hause Marvel zu kreieren. Heinberg unter anderem für TV-Serien wie Party of Five, Sex and the City, The O.C. und Gilmore Girls bekannt, aber auch als Comic-Autor machte er sich bereits einen Namen. So schuf er gemeinsam mit Jim Cheung die Young Avengers.

Die geplante Serie soll verschiedene Heldinnen aus dem Marvel-Universum in den Mittelpunkt stellen. Dabei sollen aber wohl die großen Namen außen vor bleiben, was beispielsweise Heldinnen wie She-Hulk ausschließen dürfte. Eine mögliche Kandidatin für die Serie wäre Kate Bishop, ein weiblicher Hawkeye, die Heinberg für seine Young Avengers erschuf. Konkrete Details sind bisher nicht bekannt.

Die noch unbetitelte Serie wäre das vierte Marvel-Format, das bei ABC seine Premiere feiert. Den Anfang machte Agents of S.H.I.E.L.D.. Die Serie startet im kommenden Jahr in ihre 6. Staffel. Zudem liefen Inhumans und Agent Carter auf dem amerikanischen Sender. Beide Serien wurde nach einer beziehungsweise zwei Staffeln wieder eingestellt.

Loki & Scarlet Witch: Disney & Marvel sollen Mini-Serien für den kommenden Streaming-Dienst planen

Neben Star Wars soll auch das Marvel Cinematic Universe eines der Aushängeschilder des geplanten Streaming-Service von Disney werden. Wie viel das Studio dabei bereit ist zu investieren, macht ein neuer Bericht von Variety deutlich. Demnach plant Disney aktuell zwei Mini-Serien, bei denen die Marvel-Figuren Loki und Scarlet Witch im Mittelpunkt stehen sollen.

Bei beiden Projekten sollen die Filmdarsteller Tom Hiddleston und Elizabeth Olsen ihre Rollen wieder aufnehmen. Zudem will das Studio weiteren Superhelden im Zuge der Serien zu ihrem Debüt verhelfen. Avengers, die bereits in eigenen Solo-Filmen auf der Kinoleinwand zu sehen sind, dürften dagegen nicht auftauchen. Trotzdem scheut Disney keine Kosten und Mühen. Die Budgets sollen sich auf dem Niveau von großen Studiofilmen bewegen.

Ein weiterer Unterschied zu den bisherigen Serien ist, dass nicht Marvel Television, sondern Marvel Studios für die Produktion verantwortlich ist. Entsprechend soll auch Kevin Feige eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Serien übernehmen. Geplant sind wohl jeweils sechs bis acht Episoden. Disney selbst wollte sich zu den beiden Projekten nicht äußern.

Konkrete Informationen zum geplanten Streaming-Dienst sind aktuell noch rar gesät. Disney plant wohl einen Start irgendwann 2019 mit einem Preis, der niedriger als bei der Konkurrenz von Netflix ausfallen soll. Ob und wann der Dienst nach Deutschland kommt, ist nicht bekannt.

Marvel will mehr Filme mit weiblichen Superhelden produzieren

Mehr Frauen auf die Leinwand: Marvel Studios-Chef Kevin Feige hat in einem Interview angekündigt, künftig den Anteil Superheldenfilmen mit weiblichen Hauptrollen drastisch zu erhöhen. 

Um welche Comicfiguren es dabei genau gehen soll, will Feige in Kürze verraten. Derzeit läuft mit Ant-Man and the Wasp, bei dem zumindest die Hälfte des Titels eine weibliche Hauptrolle erwähnt. Mit Captain Marvel, der bei uns im März 2019 in die Kinos kommen soll, wird dann erstmals eine Frau im MCU die Hauptrolle spielen. Kevin Feige dazu:

"Bei [Ant-Man and The Wasp] und jetzt auch bei Captain Marvel und vielen weiteren Filmen, die wir noch ankündigen werden, freue ich mich auf eine Zeit, in der es keine Neuigkeit mehr darstellt, dass es einen Superheldenfilm geben soll, bei dem die Hauptrolle weiblich ist, sondern dass es normal ist."

Feige wolle sich dafür einsetzen, dass es selbstvertsändlicher werden soll, nach dem Filminhalt zu fragen, statt den weiblichen Cast herauszustellen. "Ich glaube, wir können das schaffen."

Auf die Frage, wieso es überhaupt so lange gedauert hätte, einen Superheldenfilm mit einer weiblichen Hauptrolle zu entwickeln, gab Feige an, dass es viele Gründe gäbe, "aber einer von ihnen war die fälschliche Annahme, dass diese Art Filme an den Kinokassen floppen könnten."

Feige gab zu, dass er wegen anderer Projekte, die Anfang der 2000er in den Kinos mehr schlecht als recht liefen, annahm, dass der Grund dafür bei der weiblichen Besetzung läge - und nicht etwa, weil die Filme vielleicht schlicht nicht gut gewesen seien. Mit dem überraschenden Erfolg von Wonder Woman im vergangenen Sommer wurde auch Feige ermutigt, es DC gleichzutun.

Momentan ist neben Captain Marvel nur noch Black Widow der einzige Film mit einer weiblichen Hauptrolle, der sich derzeit in der Vorbereitung befindet. Hier spielt Scarlett Johansson die Hauptrolle, Regie führt Cate Shortland. Wann der Film in die Kinos kommen soll, ist noch nicht bekannt.

Tom Hiddleston über das Schicksal von Loki in Avengers: Infinity War

MÖGLICHE SPOILER

Für Fans von Loki dürften die ersten Minuten von Avengers: Infinity War einschneidend gewesen sein. Auf der ACE Comic Con verriet Tom Hiddleston, der den Gott des Schabernacks in bislang fünf Marvel-Filmen verkörperte, dass er bereits seit Längerem von Lokis Schicksal wusste:

"Ich wusste seit zwei Jahren von dieser Szene. Ich habe mich im Mai 2016 mit Marvel getroffen, man stellte mit die Geschichte von Thor: Tag der Etnscheidung mit Concept Art und Bildern vor. Die Russos kamen herein, und ich stellte mich vor. Wir vier setzten uns zusammen und sie erzählten mir, wie Infinity War beginnen sollte.

Während meiner gesamten Reise zu Thor: Tag der Entscheidung wusste ich also, dass das kommt. Am Ende von Thor: Tag der Entscheidung war Loki wieder als Thors Bruder akzeptiert. 

Also ich die Szene in Infinity War drehte, hielt ich es für sehr beeindruckend, dass er sich selbst Odinson nennt. Das schließt die gesamte Reise von Loki und dem, was er machen kann. [Lokis Tod] setzt die emotionale Messlatte nach oben. Er macht es dramatischer. Man weiß, dass Thanos jemand ist, der gefährlicher als alle ist, die man zuvor gesehen hat."

Hiddleston bestätigte aber nicht eindeutig, dass Lokis Tod in Avengers: Infinity War endgültig ist. Im vergangenen Jahr kursierten Bilder, die ihn in seiner Rlle am Set zu Avengers 4 zeigten. Da es jedoch auch Bilder gibt, die unter anderem Captain America in seiner Uniform aus den ersten Avengers zeigen, spekulieren die Fans darüber, ob Avengers 4 eine Zeitreise oder alternative Realität beinhalten könnte.

Die Spekulationen werden sich wohl erst am 25. April 2019 auflösen, wenn Avengers 4 in den Kinos startet. Den Titel für den Film will Marvel Ende des Jahres ankündigen

Die Drehbuchautoren von Avengers: Infinity War über das DC Extended Universe

justice_league_2.jpg

Justice League

Christopher Markus und Stephen McFeely haben Erfahrung mit dem Verfassen von Drehbüchern zu Comicbuch-Verfilmungen. Von ihnen stammen unter anderem die Drehbücher von Captain America: The First AvengerThe Return of the First AvengerThe First Avenger: Civil War und Avengers: Infinity War.

Im Rahmen des Podcast Fatman on Batman stellte man den beiden Autoren nun die Frage, was sie am DC Extended Universe anders gemacht hätten und was sie ändern würden. Markus und McFeely beantworteten diese Frage überraschend offen. Gerade Christopher Markus hatte eine klare Vorstellung:

"Ich würde das machen, was Marvel aus der Not heraus gemacht hat, als man noch nicht die A-Listen-Figuren hatten. Sie hatten Spider-Man nicht. Sie hatten die X-Men nicht. Also haben sie es sich angesehen und jemanden gefunden ... ich meine, er ist verdammt berühmt, er ist Iron Man, aber er war noch nicht top. Und sie haben daraus einen wirklich guten Film gemacht. Ich würde Batman und Superman und alle anderen - ich meine, Wonder Woman schlägt sich gut - einen Moment zur Seite nehmen, mir die riesige Welt ansehen und es wie "Diesen Typen. Oder dieses Mädchen" und "Lasst uns einen wirklich guten Film machen, kein ganzes Universum. Und dann sehen, was passiert." machen. Da wird gerade viel verschwendet."

McFeely ergänzte:

"Ich bin mit dem DC-Universum nicht so verrtraut. Strategisch würde ich einen machen. Um Justice Leage zu zitieren: Eine Person retten."

Den kompletten Podcast gibt es auf Youtube im nachstehenden Video zu sehen.

Infinity War Writers - Stephen McFeely and Christopher Markus

Marvel Cinematic Universe: Kevin Feige bestätigt Pläne für Ms. Marvel

ms_marvel_2013_logo.png

Logo Ms Marvel

Die Produktion zu Captain Marvel läuft auf Hochtouren, an diesem Wochenende sollten die Dreharbeiten planmäßig beendet sein. Für Kevin Feige, Boss der Marvel-Studios, Anlass genug, jetzt doch ein wenig über die weiteren Pläne bezüglich des Marvel Cinematic Universe zu erzählen.

Im Gespräch mit BBC Arabic bestätigte er nun, dass es Pläne für Ms. Marvel gäbe:

"Aktuell arbeiten wir an Captain Marvel. Die Dreharbeiten finden gerade mit Brie Larson statt. Ms. Marvel, die eine weitere Figur in den Comics ist, eine muslimische Heldin, die von Captain Marvel inspiriert wurde, ist definitiv in Arbeit. Wir haben Pläne dafür, sobald Captain Marvel der Welt vorgestellt ist."

Hierbei bezieht er sich auf Kamala Khan, eine amerikanische Muslima mit pakistanischen Wurzeln, die 2013 erstmals in den Captain-Marvel-Comics auftauchte und im Februar 2014 ihre eigene Comic-Reihe erhielt. Ms. Marvel kann ihre Gestalt verändern, indem sie die Länge ihrer Gliedmaßen verändert. Außerdem kann sie ihren gesamten Körper extrem vergrößern oder verkleinern. 

Weitere Details ließ sich Feige zu Ms. Marvel jedoch nicht entlocken, sodass noch völlig unklar ist, wann der Film in den Kinos starten könnte. Als frühester Termin wäre das Jahr 2020 realistisch, da Marvel mit dem Projekt erst voranschreiten möchte, sobald Captain Marvel beendet ist - und dieser Film startet am 7. März 2019 in den deutschen Kinos.

10 Jahre Marvel Cinematic Universe: Die Flops des MCU

marvel.jpg

Marvel-Logo

Marvels Cinematic Universe wird zehn Jahre alt. Nachdem wir gestern, passend zum 10. Geburtstag des Kinostarts von Iron Man, die Highlights des MCU beleuchtet haben, schauen wir heute etwas kritischer auf die vergangenen Jahre. Die Marvel Studios haben nicht nur Highlights produziert, es gibt auch den einen oder anderen schwächeren Film. Für manche unserer Redakteure bietet sogar der Erfolg des MCU selbst beziehungsweise die Art der Filme und des Filmuniversums Anlass zur Kritik.

Katrin Hemmerling

"Isch will meine Wugel." Das ist so ziemlich das Einzige, was mir von Iron Man 2 in Erinnerung geblieben ist. Ansonsten war der Film für mich ein einziger Wirrwarr ohne klare Linie mit einem angeschlagenen Tony Stark. Ich habe sogar verdrängt, dass Black Widow ihren Auftritt in der Geschichte hatte. Unterm Strich ist Iron Man 2 für mich ein Film, der zu viel verschenkt hat, indem er zu viel Handlung in eine Geschichte packen wollte.

Bei Guardians of the Galaxy war mein erster Gedanke, als ich aus dem Kino gekommen bin, die Frage, warum um diesen Film so ein Hype gemacht worden ist. Zwischendurch hatte er zugegeben seine unterhaltsamen Momente, aber für mich dümpelte er über lange Strecken ziemlich platt daher, ohne mir ein echtes Highlight zu bieten (den tanzenden Chris Pratt klammere ich hier mal aus).

Guardians of the Galaxy hatte mich dann auch so wenig beeindruckt, dass ich die Fortsetzung erst gar nicht im Kino gesehen habe, weil mich der Trailer noch weniger angesprochen hat als der für Teil 1. Ich hab es dann später einmal mit Baby Groot und Co versucht, aber nach der Hälfte konnten mich die Weltraum-Helden immer noch nicht wirklich packen. Vielleicht - wenn mein Zu-Gucken-Stapel übersichtlicher geworden ist - gebe ich der Geschichte eine weitere Chance. So wenn mir der Sinn nach flachem Humor steht. Und ja, die Figuren aus den Guardians waren auch diejenigen, zu denen ich in Infinity War keine wirkliche Bindung aufbauen konnte. Schade. Aber man kann ja nicht immer alles lieben.

Johannes Hahn

MCU? Eher MCSchmuh...
Na, okay, nicht wirklich, auch ich habe Spaß an den Abenteuern der Marvel-Helden. Meistens zumindest. Das liegt daran, dass die Filme oft recht clever geschrieben sind. Aber trotzdem betrachte ich den ganzen Wirbel um das Cinematic Universe mit müder Skepsis.

Denn ich fand den oft überkomplexen Kanon der Comics schon immer eher anstrengend und mit dem MCU wurde dieser Kanon nun auch in die Filmwelt übertragen. Das heißt: Man versteht alles nur dann en détail, wenn man von Anfang an alles mitverfolgt hat. Dazu habe ich weder Zeit noch Geld und ich glaube, dass es vielen anderen ebenso geht. Hinzu kommt, dass Superhelden-Filme mittlerweile alle ein ähnliches Schema haben: Superheld ist erfolgreich, Superheld hat Krise, Bösewicht nutzt Krise (meist ohne wirkliche Motivation) aus, Superheld rauft sich zusammen, es gibt eine blödsinnig-bombastische Kampfszene, Superheld triumphiert (am Ende vielleicht noch mit der Frage: zu welchem Preis?). Danke, been there, done that.

Klar, Ensemble-Filme wie Guardians of the Galaxy oder The Avengers können da noch etwas durch das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere herausreißen. Aber diese Filme sollen gleichzeitig auch allen Fans gerecht werden, was wiederum zu langen Laufzeiten und einer teils überfrachteten Handlung führt. Reiner Fanservice wie die Prügelei auf dem Flughafen in The First Avenger: Civil War wirken auf mich eher wie eine alberne Mein-Superheld-ist-besser-als-deiner-Fantasie, die in pubertären Pausenhofplaudereien besser aufgehoben wäre als im Kino.

Den endgültigen Bärendienst hat Marvel mit seinem Cinematic Universe aber dem Medium Film selbst erwiesen: Denn alle einigermaßen groß budgetierten Filme müssen heute Nachfolger produzieren, am besten gleich ein Filmuniversum begründen. Wie das scheitert, sieht man an den DC-Filmen und an Flops wie Die Mumie (welcher das Dark Universe begründen sollte). Selbst Godzilla wird, nachträglich (!), zu einem Teil eines Cinematic Universe. Das ist Filmemachen mit der Brechstange.

Muss das wirklich sein? Können wir nicht einfach mal einen Film haben, der in sich abgeschlossen ist? Der einfach eine gute Geschichte erzählt, ohne sich eine Hintertür offen zu lassen, ohne ein "Tentpole" zu sein, der gleichzeitig noch zwei, drei Filme mittragen muss?

Zugegeben: Marvel gibt ein sehr gutes Beispiel, wie man ein Filmuniversum aufbaut und sie sind zurecht damit erfolgreich. Aber können wir jetzt bitte mal mit der Kanon-Masturbation aufhören und schöne, spannende, coole, witzige, intelligente und/oder emotionale Geschichten erzählen?

Danke. Rant ist vorbei.

Hannes Könitzer

Im Falle von Marvel muss man festhalten, dass selbst die schlechten Filme in der Regel immer noch in gewisser Weise unterhaltsam sind. In meinem Falle fällt beispielsweise Thor: The Dark Kingdom in die Flop-Kategorie, einfach weil von dem Film absolut nichts hängen geblieben ist. Thor und Loki laufen irgendwie durch die Gegend und müssen den wohl schwächsten der Marvel-Schurken (was etwas heißen will) davon abhalten, irgendwie mal wieder die Welt zu zerstören. Nicht umsonst wagte man mit Thor: Tag der Entscheidung einen Neuanfang.

Age of Ultron hatte den Nachteil gegenüber The Avengers, dass die Erwartungshaltung einfach unglaublich hoch war. Und generell macht der Film viele Dinge richtig und punktet vor allem bei den zwischenmenschlichen Szenen. In Hinblick auf eine gute Geschichte bleibt Age of Ultron aber vieles schuldig. Allein die Tatsache, dass der Finalkämpfe praktisch eine Kopie von Avengers war, machte deutlich, wie viel Potenzial hier verschenkt wurde.

Anne Jerratsch

Superheldenfilme? Gähn! Okay, ich gestehe: Ich bin Nichtcomicleser (außer das Gesamtwerk von Carl Barks, aber hier verschone man mich bitte mit einer animierten oder gar dreidimensionalen Version), und ich fühle mich bedrängt vom MCU-Hype.

Was im Jahr 2002 mit Tobey Maguires Spider-Man noch nett anzusehen war, hat mittlerweile absurde Ausmaße angenommen. Dabei sperre ich mich nicht einmal gegen einzelne Filme: Die Spidey-Varianten oder Thor haben durchaus Spaß gemacht und mit Iron Man würde ich jederzeit einen heben gehen.

Alles schön und gut. Aber im Grunde bin ich da ganz bei meinem Kollegen Johannes: Es. Ist. Einfach. Zuviel. Zuviel kleine Anspielungen, zu viele Verwicklungen (im Ernstfall kämpfen doch sowieso nur die Guten gegen die Bösen, oder?), zu viele halbwichtige Figuren, die laut Vertrag eine bestimmte Anzahl Filme füllen müssen und deswegen in die Handlung gequetscht werden, und vor allem: zu viele Schauspieler, die durch die MCU-Verpflichtung keine Zeit für kleine, originäre Projekte haben.

Klar, wer beim MCU mitmacht, hat die Lizenz zum Gelddrucken, und so ganz kann man den Stars den verständlichen Wunsch nach Kontinuität nicht absprechen. Aber mich überfordert das alles. Ich möchte mich nicht erst durch 15 Filme gucken müssen, um den aktuellen Konflikt zwischen der Bucky, Black Widow und Thor zu kapieren. Das MCU ist aber auch leider nicht die Lindenstraße, in die man einfach jederzeit einsteigen kann. Stattdessen schafft das MCU es bei mir, die Handlung beim Verlassen des Kinos direkt wieder auszulöschen. Kurzum: Aahh!

Meinetwegen könnt ihr gerne weitermachen mit den Helden, unterhaltsam ist es ja. Aber lasst noch ein paar Leute für interessante Storys übrig. Ginge das?

Tobias Maibaum

Iron Man 2, Thor 2, Guardians of the Galaxy 2 - die Sequels im MCU haben mich häufig enttäuscht. Doch an den zweiten Avengers-Film kommt so schnell keiner ran: Avengers: Age of Ultron ist zweifellos ein Desaster. Die Probleme, die viele Superhelden in einem Film mit sich bringen, hat dieser Streifen gleich alle. Man könnte ihn fast schon als den Suicide Squad von Marvel bezeichnen.

Age of Ultron ist ein einziges, verwirrendes Durcheinander von Setups zu anderen Filmen, und Nebenhandlungen und Interaktionen des Superheldenteams. Sämtliche Chemie zwischen den Charakteren aus dem Prequel scheint plötzlich wie weggeblasen, die Kämpfe im Team wirken holprig und können sich nicht annähernd mit dem echten Konflikt in Civil War messen. Die privaten Momente der Protagonisten sind oft an der Grenze zur Peinlichkeit und münden in viel zu langen Szenen mit Hawkeyes Familie. Als wäre das nicht genug, gibt es natürlich noch Ultron, den schlechtesten Bösewicht in dem Universum – und das soll schon was heißen.

Florian Rinke

Thor: The Dark Kingdom war für die Verhältnisse des Marvel Cinematic Universes ein schwacher Film. Da mich aber auch sein Vorgänger nicht restlos überzeugt hatte, war die schlechte Fortsetzung zu verschmerzen. So richtig enttäuscht hat mich hingegen Guardians of the Galaxy Vol. 2.

Wirklich mies war die Fortsetzung von Marvels Weltraumhelden nicht, was vor allen an dem Handlungsstrang rund um Rocket und Yondu lag. Die beiden konnten aber nicht alle Schwächen des Films überspielen. Die Geschichte auf dem Planeten Ego zog sich in die Länge – was man vielleicht nicht so bemerkt hätte, wenn Guardians of the Galaxy Vol. 2 sich auf die Qualität seines Vorgängers besonnen hätte – dem Humor. Aber die Witze funktionieren in der Fortsetzung nicht wirklich gut. Es gibt zwar ein paar lustige Gags, aber die Ironie fehlt. Im ersten Teil ist es James Gunn wesentlich besser gelungen, sich über das Genre und seine Konventionen lustig zu machen.

Stefan Turiak

Doctor Strange hat mir beim zweiten Sehen tatsächlich besser gefallen als beim ersten Mal, aber ist immer noch ziemlich vergesslich. Cumberbatch spielt ein Genie, das auch ein Arschloch ist... also jede Benedict-Cumberbatch-Rolle. Gleichzeitig hat er aber nicht den Charme eines Robert Downey Jr., um die ganze Arroganz wieder abzufedern. Nach eineinhalb Stunden ist er besser bei dem ganzen Hokus-Pokus-Kram als alle, die schon ihr ganzes Leben dafür trainiert haben, und in der letzten halben Stunde darf er gegen einen Bildschirmschoner kämpfen. Immerhin bietet das Finale eine recht clevere Abweichung vom sonstigen Explosionsallerlei. Aber es wird nicht nur eine Rachel McAdams, sondern auch noch ein Michael Stuhlbarg verschwendet.

10 Jahre Marvel Cinematic Universe: Die besten Filme des MCU

marvel.jpg

Marvel-Logo

Am 1. Mai 2008 kam Iron Man und damit der erste Film der damals neu gegründeten Marvel-Studios in die deutschen Kinos. Die Comicverfilmung erwies sich nicht nur als Hit, sondern legte auch den Grundstein für Marvels Cinematic Universe. Mittlerweile sind 19 Filme erschienen und Marvel hat sich zu einem der erfolgreichsten Studios der Welt entwickelt. Zum 10-jährigen Jubiläum des MCU wirft die Redaktion von Robots & Dragons einen Blick zurück und kürt ihre Marvel-Highlights.

Katrin Hemmerling

Mit Captain America: Civil War hat das Marvel Cinematic Universe mir das Herz gebrochen - und genau deswegen ist der Film womöglich mein Highlight. Nichts war für mich schlimmer als der Moment, in dem Cap Tony Stark seinen Schild in die Brust rammt und ihn liegen lässt. Nach der emotionalen Achterbahnfahrt bei der legendären Flughafenprügelei ging diese Sequenz mitten ins Herz und zeigte, dass Marvel auch ernster und vor allem dramatischer kann. Bis heute ist der Auftakt von Phase 3 der für mich gelungenste Film im MCU - und fühlt sich eigentlich eher nach einem Avengers-Film an.

Iron Man 3 war für mich ein Quantensprung in der Entwicklung von Tony Stark. Endlich zeigte sich einmal, dass auch die vermeintlichen Helden nicht vor posttraumatischen Störungen gefeit sind, wenn sie gefühlt nebenbei die Welt retten. Tony wurde menschlich unter dieser narzisstischen Hülle, die er sich angelegt hatte; ein cleverer Zug von Marvel, denn Iron Man 3 hat für mich den Grundstein für einige Momente gelegt, die wir später im MCU serviert bekommen haben. Außerdem ist der Auftakt mit Blue von Eiffel65 legendär und sorgt in den ersten Minuten für den besten Flashback in die eigene Jugend.

Positiv überrascht hat mich Spider-Man: Homecoming. Wie so oft hat Marvel ein gutes Castinghändchen bewiesen und mit Tom Holland die perfekte Besetzung für Peter Parker gefunden. Der Film schafft den Spagat zwischen Komödie (mal ehrlich, wir alle mögen die kleinen Fanboy-Momente, bei denen wir nie so recht wissen, ob es sehr viel von Tom Holland selbst ist, was da zutage tritt) und Coming-of-Age-Ernsthaftigkeit. Ja, die Szene mit der Fähre war vielleicht zu viel des Guten, aber was sind Comic-Superhelden-Filme schon ohne derart überzogene Rettungsaktionen? Ich freu mich jedenfalls auf die Fortsetzung - und auf weitere elegante Stunts von Tom Holland, der sie in der Regel alle selbst durchführt und von den artistischen Fähigkeiten definitiv zu Spider-Man geworden ist.

Hannes Könitzer

Captain America: Civil War oder wie er in Deutschland heißt The First Avenger: Civil War steht ganz oben in meinem Marvel-Ranking. Für mich ist der Film das, was Age of Ultron hätte sein sollen. Der Konflikt zwischen Cap und Iron Man funktioniert einfach und bringt ein hochspannendes Finale, bei dem auch mal nicht direkt das Schicksal der Welt auf dem Spiel stehen muss. Zudem ist der große Heldenkampf auf dem Flughafen in Leipzig der wohl unterhaltsamste Kampf in einer Comicverfilmung überhaupt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich im Kino praktisch die gesamte Zeit ein Grinsen auf dem Gesicht hatte.

Der erste Avengers verliert mit der Zeit etwas von seine Faszination. Wenn ich mich jedoch daran erinnere, wie gehypt ich damals aus dem Kino kam, dann muss er einfach in die Top 3. Der Film legte den Grundstein für so viel, was das MCU heute ausmacht. Gleiches kann man auch für Guardians of the Galaxy sagen. Das erste wirkliche kosmische Abenteuer von Marvel ist einfach pure Unterhaltung und zeigt, dass das Studio vermutlich irgendeinen Pakt mit einer außerirdischen Entität geschlossen hat. Anders kann man es nicht erklären, dass die Castingentscheidungen von Marvel immer perfekt ausfallen.

Tobias Maibaum

Captain America: The Winter Soldier zeigt das MCU von seiner besten Seite. Eine eigenständige Geschichte, die mehr Thriller als Superhelden-Film ist, bietet tolle Charaktermomente und leitet gleichzeitig die Rolle von SHIELD und Steve Rogers in den nachfolgenden Filmen ein. In sich geschlossen ist Winter Soldier beinahe ein Jason-Bourne-Film, der Cap, Bucky und Black Widow erlaubt, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Steve kann sich noch einmal von Peggy Carter verabschieden, Widow mit ihrer Zeit als Assassine abschließen und Bucky kriegt die Einleitung als Bösewicht und auch als Person, die ihm gebührt.

Der zweite große Film, der es schafft eine eigene Geschichte zu erzählen und trotzdem einen klaren Platz in den Handlungsfäden des MCU findet, ist Spider Man: Homecoming. Die Geschichte um einen sehr jungen Peter Parker überspringt glücklicherweise die bekannte Origin-Story zugunsten einer starken Charakterentwicklung. Die Besetzung ist rundum gelungen und Gegenspieler Micheal Keaton, der seine Familie um jeden Preis beschützen will, ist wahnsinnig unterschätzt. Vielleicht der beste Bösewicht nach Thanos. Spidey wird brillant gespielt von Tom Holland und die Beziehung mit Tony Stark ist auch viel besser, als sie sein dürfte. Mal sehen, wie sich Avengers 4 auf das Sequel auswirkt.

Florian Rinke

Der erste Iron-Man-Film und der erste Avengers-Teil konnten mich schnell für das Marvel Cinematic Universe gewinnen. Captain America hatte da einen schweren Einstand. Sein Leinwanddebüt wurde erst richtig interessant, als er schon fast vorbei war.

Vom zweiten Teil habe ich mir dann nicht viel versprochen und war von Captain America: The Winter Soldier sehr positiv überrascht. Das Superhelden-Agenten-Abenteuer rund um Steve Rogers und Black Widow weiß vom Anfang durch gelungene Action und eine ausgeklügelt Handlung zu überzeugen. Captain America: Civil War konnte die Qualität des Vorgängers anknüpfen. Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet Captain America zu meinen Lieblingshelden im Marvel Cinematic Universe werden würde. Sein Kollege Thor brauchte immerhin drei Anläufe bis er mich mit Thor: Tag der Entscheidung in einem seiner Solofilme überzeugen konnte.

Stefan Turiak

Captain America: Winter Soldier ist bis heute Höhepunkt und bester Film der gesamten Marvel-Saga. Captain America ist ein wandelnder, prügelnder Anachronismus, der sich in einer Welt moralisch verschwommener Grenzen zurechtfinden muss. Ein Actionfilm, der sich sogar innerhalb seines eigenen erzählerischen Korsetts halbwegs differenziert mit Überwachung, Vorverurteilung und Drohnenangriffspolitik auseinandersetzt, die vor allem auch die Obama-Ära geprägt haben. Und wie es komischerweise kaum ein anderer Actionthriller tut.

Chris Evans und Scarlett Johannson funktionieren als Team wunderbar. Sebastian Stan kann in seiner Verkleidung als Winter Soldier sogar relativ bedrohlich und furchteinflößend wirken und Robert Redford passt hier perfekt ins Geschehen. Der Film versucht gerade noch so viel Status Quo einzureißen, wie es nur geht. Die Action auf dem Highway ist großartig, die zum Schluss eher generisch, besitzt aber dennoch wunderlicher- und willkommenerweise trotzdem einen emotionalen Kern. Alles ist wirklich gut und organisch miteinander verwoben, wie es Marvel kein zweites Mal gelungen ist und wahrscheinlich auch nicht mehr gelingen wird. Selbst wenn die Action sehr schnell und stellenweise unübersichtlich geschnitten wurde. Winter Soldier wirkt zwar nicht wie eine 70er Jahre Paranoia-Thriller, wie so oft deklariert, aber immerhin wie ein Bourne-Film im Comic-Universum.

Marvel Cinematic Universe: Kevin Feige über Avengers 4, Phase 4 & die X-Men im MCU

avengers_infinity_war_2.jpg

Avengers: Infinity War

Mit dem Start von Avengers: Infinity War am morgigen Donnerstag biegt Phase 3 von Marvels Cinematic Universe so langsam auf die Zielgerade ein. Trotzdem sollten die Fans sich keine falschen Hoffnungen machen, dass Marvel schon bald enthüllen könnte, wie Phase 4 aussehen wird. Wie Marvel-Chef Kevin Feige gegenüber The Playlist erklärte, will man damit bis nach Avengers 4 warten.

"Vor zehn Jahren veranstalteten wir dieses große Event, bei dem wir um die zehn Filme für 2014 bis 2019 angekündigt haben. Diese Filme und auch das Versprechen, das wir mit der Ankündigung dieser Filme gemacht haben, haben wir noch nicht geliefert. Daher fühlt es sich nicht richtig an, noch mehr Ankündigungen zu machen. Wir werden damit bis zur Comic-Con nächstes Jahr warten."

Ein weiteres Thema, das bei der Zukunft des MCU viele Fans beschäftigt, ist der Kauf von 20th Century Fox durch Disney und damit verbunden die Rückkehr der X-Men-Rechte zu Marvel. Wie in der Vergangenheit schon mehrfach betont, werden die X-Men jedoch noch eine Weile auf sich warten lassen, bevor sie im MCU eine Rolle spielen.

"Alles rund um den Kauf wird noch eine ganze Weile dauern und sollte er passieren, wird es in einigen Jahren soweit sein. Daher wird der Kauf sich definitiv nicht auf die nächsten fünf Filme auswirken, die wir angekündigt haben und vermutlich auch für einige Jahre danach nicht relevant sein. Wir machen uns darüber ehrlich keine Gedanken. Wir arbeiten daran, das abzuliefern, was wir versprochen haben. Jeder Film, vor allem mit Charakteren, an denen wir keine Rechte haben, bis uns jemand sagt, dass wir sie haben, wird erst danach relevant."

Auf was die Fans sich allerdings schon bald einstellen können, ist die Enthüllung des Filmtitels von Avengers 4. Hier musste Feige im Gespräch mit IGN allerdings zugeben, dass die Sache Marvel etwas aus den Händen geglitten und man aufgrund der Geheimniskrämerei nun mit einer sehr hohen Erwartungshaltung konfrontiert ist.

"Ich habe es schon ein Mal gesagt, es hat überhandgenommen. Und jetzt ist es vollkommen unmöglich für uns, die Erwartungshaltung zu erfüllen. Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass die Sache nach hinten losgegangen ist. Unser Ziel war es, nicht darüber zu sprechen, um den Fokus auf Infinity War zu legen."

Feige führte anschließend aus, dass die Enthüllung von Infinity War vor dem Kinostart von Age of Ultron dem zweiten Avengers-Film etwas das Rampenlicht gestohlen hat. Dies wollte man nun vermeiden und den Hype vollkommen auf Infinity War zu fokussieren. Die Erwartungshaltung an den Titel hat man bei Marvel aber unterschätzt.

Avengers: Infinity War startet am 26. April in den Kinos. Avengers 4 folgt im nächsten Jahr am 25. April.

Marvel Cinematic Universe: Kevin Feige spricht über Moon Knight, Blade und Man-Thing

nwrgtow.jpg

Man-Thing

Kevin Feige, der Chef der Marvel Studios, hat während seiner Promotour zu Avengers: Infinity War auch über Helden gesprochen, die momentan nicht im Fokus der Filme stehen. Im Gespräch mit ComicBook.com wurde Feige gefragt, ob es Platz für einen Horrorfilm im Marvel Cinematic Universe gäbe, und wie es im Besonderen mit Auftritten von Blade und Man-Thing aussehe.

"Ich mag beide Charaktere, die du genannt hast. Ich denke, Horror kann eine Menge Dinge bedeuten. Meinst du einen Film wie Texas Kettensägen Massaker, Hostel, Freitag den 13. oder Poltergeist? Poltergeist ist ein bisschen mehr mein Fall. Ich weiß nicht, ich würde sicherlich gerne mit so vielen Genres wie möglich spielen."

Der Superheld Blade ist halb Mensch und halb Vampir. Der Daywalker trat erstmals 1973 in dem Comic Tomb of Dracula #10 auf. Zwischen 1998 und 2004 gab es bereits drei Realverfilmungen mit Wesley Snipes in der Hauptrolle.

Man-Thing ist in den Comics der Biologe Dr. Ted Sallis, der sich bei einem Selbstversuch mit dem Supersoldatenserum, welches einst Captain America hervorbrachte, in ein Sumpfmonster verwandelt. Es hatte 1971 seinen ersten Auftritt in Savage Tales #1. Zuletzt arbeitet Gänsehautautor R. L. Stine für Marvel an der Man-Thing-Serie mit.

Die Internetseite Screen Rant fragte Feige, ob der Antiheld Moon Knight einen Platz im MCU bekommt:

"Ja. Bedeutet das in fünf Jahren, in zehn Jahren, in 15 Jahren? Es gibt Stapel von Karten mit Figuren, die wir in unseren Entwicklungsbüros haben und die wir uns ansehen. Welche wir ziehen, diskutieren wir noch."

Moon Knight wurde 1975 von Doug Moench und Don Perlin geschaffen. Unter der weißen Kapuze steckt der ehemalige Söldner Marc Spector, der seine Kräfte durch den ägyptischen Gott Khonshu erhält. Dafür leidet er unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Zuletzt arbeiten bekannte Autoren Warren Ellis und Jeff Lemire an der Comicserie.

Feige hält seinen Äußerungen wie gewohnt recht vage. Die nächsten bestätigten Filme des MCU sind Avengers: Infinity War (26. April), Ant-man and the Wasp (2. August), Captain Marvel (7. März 2019) und Avengers 4 (25. April 2019).

Blade Official Trailer #1 - (1998) HD

Pages

Subscribe to RSS - Marvel Cinematic Universe