Marvel Comics

Bericht von der Comic Con Germany 2019: Stuttgart im Zeichen der Popkultur

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Comic Con Germany

Etwa eine halbe Stunde dauert es dann doch, bis man via S-Bahn die Strecke "Stuttgart Hauptbahnhof - Messe/Flughafen“ zurückgelegt hat. Der Weg von der Haltestelle bis zum Ziel ist aber dafür extrem überschaubar und vor allem optimal ausgeschildert - nein, so selbstverständlich, wie man meinen könnte, ist dieser Umstand nicht. Conventions aller Art mit Popkultur-Bezug, also etwa auch der AnimagiC, ist eines gemein: Je näher man dem Veranstaltungsort kommt, desto mehr Cosplayern und Gleichgesinnten begegnet man, sodass schon vor Betreten der Halle das gewisse Con-Feeling aufkommt.

Auf den ersten Blick wird deutlich: Der Status quo kann nur der Anfang sein, da die Location wirklich alle Voraussetzungen mitbringt, um die Comic Con Germany in den kommenden Jahren in einem gesunden Rahmen wachsen lassen zu können. Womit wir schon beim Thema wären: Wo steht die Messe, und was wären mögliche nächste Schritte? Zum mittlerweile vierten Mal war die Landeshauptstadt Baden-Württembergs am 29. und 30. Juni 2019 das Ziel von Popkultur-Begeisterten aus ganz Deutschland.

An dieser Stelle sei noch ein letztes Mal erklärt, dass es mehrere German Comic Cons in unterschiedlichen Städten (etwa München oder Frankfurt), allerdings nur eine Comic Con Germany gibt, und zwar - wie schon erwähnt - einmal im Jahr in Stuttgart. Die Neckar-Metropole wurde sicher nicht zufällig Heimat dieses sympathischen Events für Geeks und Nerds; immerhin ist dort seit jeher der Panini-Verlag ansässig, der sämtliche Marvel- und DC-Helden in seinem Portfolio hat, unter dem Panini-Manga-Label sogar gezeichnete Abenteuer aus Japan herausbringt und sicherlich einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hat, dass das Nerdtum hierzulande endgültig der Nische entwachsen zu sein scheint.

Der zweite Big Player aus der Region ist Cross Cult respektive Manga Cult aus Ludwigsburg. Insbesondere alle Zombie-Freunde wissen, dass deren Logo auf den The-Walking-Dead-Bänden zu finden ist, die sie sich in regelmäßigen Abständen zulegen. Daher war es auch nicht wirklich überraschend, dass man nach Betreten der Halle 1 gerade diese beiden Stände praktisch nicht verfehlen konnte, da sie nicht nur von ihrer Lage profitierten, sondern ebenfalls schlicht zu den größten gehörten.

Comic Con Germany

Das dritte deutsche Branchenschwergewicht ist der Splitter Verlag, der jedoch nur indirekt anwesend war. Titel aus dessen Sortiment erwerben konnte man bei der Sammlerecke Comics und Romane. Damit aber nicht genug: Neben einem der zahlreichen mit Neuheiten, Klassikern und längst nicht mehr zu bekommenden (auch gebrauchten) Schätzen gefüllten Regale fanden an beiden Tagen zudem Signierstunden der aufstrebenden Newcomerin Katrin "Radacs“ Gal statt, die mit ihrem Erstlingswerk Radius 1: Rebellion aktuell für Furore sorgt und an deren Arbeit Verlag und Leser wohl noch viel Freude haben werden.

Eine kleine Zeichnung inklusive Unterschrift war allerdings auch wenige Meter entfernt bei Panini (etwa von Daniela Schreiter, Mark Brooks oder Arild Midthun) oder bei Cross Cult (von Cristin Wendt und Eduardo Risso) zu bekommen. Trotz des erwartbaren großen Andrangs nahmen sich die Künstler allesamt viel Zeit für die kleinen und großen Fans und hatten auch stets für sie noch ein freundliches Wort übrig. Überhaupt war die Atmosphäre sehr harmonisch und familiär, was in dieser Community glücklicherweise keine Seltenheit ist. Die Besucher äußern sich beispielsweise auch sehr wertschätzend den Cosplayern oder den Künstlern, die an ihren Tischen Kostproben ihres Könnens auslegten, gegenüber.

Verschweigen darf man dennoch nicht, dass es der Con zweifellos gutgetan hätte, wenn beispielsweise die bekannten Schriftzüge von Carlsen oder Egmont über einem eigenen, geräumigen Stand zu sehen gewesen wären. Denn schließlich bemüht man sich in Hamburg wie auch in Berlin seit einer halben Ewigkeit darum, seinen Lesern eine vielversprechende Auswahl an Comics und Manga anzubieten - ein Unterfangen, das bis zum heutigen Tage in den allermeisten Fällen geglückt ist. Und auch die Manga-Experten von Altraverse, Kazé Manga oder Tokyopop hätten ihre treuen Anhänger sicher glücklich gemacht, wenn sie eine Delegation nach Stuttgart entsandt hätten - wobei man fairerweise anführen muss, dass mit der DoKomi und der AnimagiC zwei der wichtigsten Anime-Manga-Messen ebenfalls im Sommer stattfinden.

Immerhin Pyramond - nach wie vor ein Verlags-Geheimtipp - hatte es mitsamt einer spannenden Auswahl an innovativen und sehr abwechslungsreichen Titeln in den Südwesten verschlagen. Grundsätzlich bleibt jedoch festzuhalten: Mehr Aussteller dieser Kategorie würden nicht nur mehr Zeichnern und Autoren zu noch mehr Aufmerksamkeit verhelfen, sondern auch schlicht dafür sorgen, dass die Comic Con Germany noch stärker mit dem verbunden wird, was dem Namen nach ihren Kern bilden sollte: gezeichnete Fiktion.

Comic Con Germany

In Sachen Merchandise ist man schon auf einem guten Weg und was die Gäste anbelangt, hat man seit dem Startschuss 2016 stets ein interessantes Line-up zusammenstellen können - in der Regel entstammen die Eingeflogenen zwar nicht dem A-Lister-Regal, allerdings ist das Ganze auch immer eine Frage des Blickwinkels: Denn Star-Trek-Fans würden Jonathan Frakes (William T. Riker) und Brent Spiner (Data) wohl eher nicht mit einem "B“ versehen, und Game of Thrones zeichnet ohnehin aus, dass sich selbst vermeintliche Neben- oftmals final als Hauptfiguren entpuppen, die dann wiederum zu Fanlieblingen werden - dies gilt selbst für Sadisten wie Ramsay Bolton, der von Iwan Rheon, dessen Panel-Auftritt wirklich sehr sympathisch war, großartig gespielt wurde.

Und wer sich eher im Superhelden-Kosmos wohlfühlt, durfte sich über die Abstecher der zwei MCU-Gesichter Pom Klementieff (Mantis) und Karen Gillan (Nebula) freuen - Letztere hat zudem im Doctor-Who-Universum ihre Spuren hinterlassen und arbeitet gerade daran, mit ihren Auftritten in den neuen Jumanji-Filmen (The Next Level startet im Dezember 2019) Kultstatus zu erlangen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich ein Trip nach Stuttgart wirklich lohnt, weil es neben all den Khal Drogos und Aquamen (Jason Momoa ist der Mann für die Cosplay-Rollen), lebensgroßen R2D2s, die durch den Raum düsen, Lizenz-Lego-Sets, tollen Prints, den unterschiedlichsten (Sammler-)Figuren und selbstverständlich Comics vor allem um eines geht: Den Besuchern tolle Tage zu bereiten. Diesmal waren es etwa 35.000, von denen höchstwahrscheinlich viele 2020 erneut mit dabei sein werden - sicherlich auch ein Verdienst des Organisationsteams und der unzähligen Helfer, deren Einsatz ohnehin nie genug gewürdigt werden kann.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Florian Kaiser

Marvel Neustart: Gratis-Comic zum Marvel-Tag 2019

Schon vor dem Gratis Comic Tag im Mai können Superheldenfans ein Heft für umsonst bekommen. Am Samstag den 26. Januar veranstaltet der Panini Verlag in Deutschland seinen Marvel-Tag und verteilt bei allen teilnehmenden Händlern ein Comicheft gratis. Im Mittelpunkt dabei steht diesmal der Marvel Neustart.

Generell haben Superheldengeschichten, die über Jahre und Jahrzehnte laufen, ein Problem - die Hauptfiguren altern und sterben nicht. Das ist zum einen gut, da sich viele Generationen an ihren Geschichten erfreuen können. Es führt aber auch dazu, dass die Handlungen von Traditionen, lieb gewonnen Figuren und Geschichten überfüllt sind und sich so nichts wirklich Neues erzählen lässt.

Um neuen Lesern den Einstieg zu erleichtern, hat Marvel in den letzten Jahren den Autoren viel Raum für frische Ideen eingeräumt. So wurde Thors Hammer von einer Frau geschwungen, Miles Morales hatte als alternativer Spider-Man sein Auftritt und statt Bruce Banner verwandelte sich zuletzt Amadeus Cho in den unglaublichen Hulk.

Nun sollen die klassischen Helden in leicht modernisierter Form zu ihren Ursprüngen zurückkehren. Aber auch die neuen Figuren sollen mit dem Neubeginn nicht spurlos aus dem Comicuniversum verschwinden.

Zum Marvel-Tag können die Fans die neu erscheinenden Serien mit Variantcovern erstehen. Dazu gibt es die streng limitierte Marvel-Neustart-Metallbox sowie ein speziell für den Tag aufgelegten Marvel-Gratis-Comic.

Eine Liste der teilnehmenden Händler finde man hier.

Abschied von Steve Ditko

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Spider-Man: Homecoming

Der Comic-Künstler Steve Ditko ist im Alter von 90 Jahren in seiner New Yorker Wohnung gestorben. Dies bestätigte das New York Police Department gegenüber The Hollywood Reporter. Er wurde am 29. Juni in seiner Wohnung aufgefunden und starb den Vermutungen der Polizei zufolge wohl zwei Tage zuvor.

Ditko wurde als zweites von vier Kindern am 2. November 1927 in Johnstown, Pennsylvania geboren. Das künstlerische Talent erbte er von seinem Vater Stephen.

In den 1950er-Jahren wurden seine ersten Arbeiten veröffentlicht: Er war für die Zeichnungen von Bruce Hamiltons Stretching Things verantwortlich. Mitte der 50er landete er schließlich bei Atlas Comics, dem Vorgänger von Marvel. Dort erschuf er zusammen mit Stan Lee die Figur des Spider-Man. Ditko war komplett für das charakteristische blau-rote Aussehen der Figur verantwortlich. Ebenfalls stammt die Figur des Doctor Strange von ihm. 

Nach einer Auseinandsetzung mit Stan Lee verließ Ditko den Verlag und arbeitete zwischenzeitlich für Charlton, DC Comics sowie unabhängige Verlage. 1979 kehrte er aber zu Marvel.

Ditko lebte zurückgezogen in New York, über sein Privatleben ist wenig bekannt. So weit bekannt, hat er nie geheiratet und hinterlässt auch keine Kinder. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass er den Folgen eines Herzinfarkts erlag.

Marvel-Comic-Kritik: Doctor Doom: Iron Man 1: Rollentausch

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Doctor Doom: Iron Man: Bd. 1: Rollentausch Cover

Als vor einigen Monaten der große Fox-Disney-Deal verkündet wurde, war in diversen Artikeln zu diesem Thema vor allem zu lesen, dass ab sofort X-Men, Fantastic Four und Avengers im Bedarfsfall Seite an Seite kämpfen könnten. Selbstverständlich ist das angesichts der besonderen Kinohistorie der Marvel-Helden nicht weniger als eine kleine Sensation, dennoch ist ein anderer Nebeneffekt dieses Milliardengeschäfts für die unmittelbare Zukunft des MCU womöglich noch entscheidender. Die Rede ist von all den Superschurken und Antihelden, die von nun an nur darauf warten, auf Cap & Co. losgelassen zu werden.

DCs großem Konkurrenten wird sicher nicht zu Unrecht immer wieder vorgehalten, dass dessen cineastisches Universum bisher nicht sonderlich viele überzeugende Gegenspieler hervorgebracht hat. Darauf, dass man diesen Vorwurf auch noch in zehn Jahren vorbringen wird, sollte man wohl nicht mehr wetten. Insbesondere die Frage nach dem Thanos-Erbe, also dem nächsten “Ära-Endgegner“, schien man lange kaum auf befriedigende Weise beantworten zu können. Jetzt sieht die Situation mit einem Male völlig anders aus, und die Liste der Kandidaten wird gefühlt mit jeder Minute, die man darüber nachdenkt, länger und länger. Einen klaren Favoriten gibt es aber trotzdem: Victor von Doom, kurz: Dr. Doom.

Er war die Schlüsselfigur in Secret Wars, einem der vielleicht bedeutendsten und besten Comic-Events des Verlages - zumindest wenn man sich nur auf die so Event-lastige jüngere Vergangenheit bezieht. Der Herrscher von Latveria wird in dieser an die ähnlich gelungene Storyline Marvel Super Heroes Secret Wars aus den 80ern angelehnte Geschichte nämlich zu einer Gottheit. Der Wissenschaftler und Magier stellte allerdings schnell fest, dass ihm diese als omnipotentes Wesen zur Verfügung stehende schier grenzenlose Macht nicht so erfüllte, wie er sich das erhofft hatte. Dieses Gefühl setzte bei ihm einen Denkprozess in Gang, der schließlich in der Entscheidung mündete, der neue Iron Man werden zu wollen.

Vom Gott zum Helden?

Ohne allen, die Civil War II noch lesen wollen, zu sehr den Spaß zu verderben: Ja, Tony Stark musste längere Zeit vertreten werden, und bei einer dieser Vertretungen handelte es sich tatsächlich um den Erzfeind der Fantastischen Vier. Diese Entwicklung mag den einen oder anderen langjährigen Fan verwundern, sie wird jedoch so nachvollziehbar begründet, dass man sie als das vielleicht größte Plus dieses Sammelbandes bezeichnen muss.

Was bringt einen an sich schon immer eher ambivalenten Bösewicht dazu, sein Handeln grundsätzlich zu hinterfragen? Brian Michael Bendis liefert in diesem die ersten sechs Einzelheftausgaben von Infamous Iron Man, wie die Serie in den USA heißt, umfassenden Trade hierauf die passende Antwort. Allmacht ist nicht gleichbedeutend mit Erfüllung oder Glückseligkeit, sie sorgt vielmehr für eine innere Leere, die in erster Linie dann unerträglich wird, wenn man unsterblich ist.

Doctor Doom: Iron Man: Bd. 1: Rollentausch

Es ist folglich eine Art Sinnsuche, die bei dem einstigen Despoten zu einem Sinneswandel geführt hat. Und dieser hat letztlich in ihm die Überzeugung reifen lassen, dass er trotz einer gewissen anderen Person - auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen wird -, die ebenfalls in den berühmten Eisenanzug geschlüpft ist, als neuer Iron Man für Recht und Ordnung sorgen sollte. Der Verfasser hat ganz bewusst nicht die Formulierung ”für das Gute kämpfen“ gewählt, da man von jemandem, der derart lange auf der dunklen Seite zu Hause war, nicht erwarten kann, sofort zu wissen, was Superhelden eigentlich auszeichnet.

So geht der Aushilfs-Avenger zwar von der ersten dieser 140 Seiten an konsequent gegen das organisierte Verbrechen vor und nutzt seine Insiderinformationen, um zahlreiche alte Bekannte aufzuspüren, fasst sie aber nicht gerade mit Samthandschuhen an. Sein Vorgehen lässt zudem nicht unbedingt vermuten, dass er den Überführten zutraut, von sich aus seinem Beispiel zu folgen.

Umgekehrt trauen S.H.I.E.L.D. und vor allem Maria Hill, das neben Nick Fury und Phil Coulson mutmaßlich bekannteste Gesicht der berühmten Organisation, dem vermeintlich Geläuterten nicht so recht über den Weg. Und Letztere bringt das auch ziemlich deutlich zum Ausdruck. Die Folge: Doom steht zwischen allen Fronten und besitzt keinesfalls die Freiheiten, die etwa ein Tony Stark hatte. Selbst Doctor Amara Perera, der einzige Mensch, dem er offenbar vertraut, weiß nicht so ganz, wie sie zu ihm steht. Und zu allem Überfluss holen den Protagonisten dann außerdem noch die Schatten seiner familiären Vergangenheit ein. Diese vertrackte und komplizierte Situation ist zweifelsohne das zweitgrößte Plus der Reihe.

Doctor Doom: Iron Man: Bd. 1: Rollentausch

Brian Michael Bendis beweist mit einem seiner letzten Marvel-Abenteuer abermals, weshalb er auch nach all den Jahren - kleinere qualitative Ausreißer nach unten hin oder her - als einer der Besten der Branche gilt. Interessanterweise gar nicht mit einem gigantischen Event oder einem Plot, der danach schreit, am Erscheinungstag direkt vergriffen zu sein, sondern mit einem Blick in das Innerste eines der wahrscheinlich bedeutsamsten gezeichneten Antagonisten überhaupt. Und dem kongenialen Partner des mittlerweile zu DC gewechselten Autors, Zeichner Alex Maleev, mit dem er bereits an New-Avengers-, Daredevil- oder Moon-Knight-Runs gearbeitet hat, ist es zu verdanken, dass jedes dieser Panels die Sicht der Hauptfigur auf die Welt transportiert. Sein etwas kantiger, härterer Stil und die bei Tageslicht vornehmlich verwendeten blassen und in der Nacht/im Untergrund dagegen sehr dunklen Farben müssen zweifellos in diesem Zusammenhang Erwähnung finden.

Fazit

Doctor Doom: Iron Man 1: Rollentausch ist das Paperback, das alle lesen sollten, die entweder glühende Anhänger von Reed Richards‘ ärgstem Widersacher, Freunde von sehr persönlichen Geschichten mit Tiefgang in einem Superhero-Setting oder beidem sind.

Der marktführende Comic-Verlag mag zuletzt nicht mit jedem Titel seine Leserschaft zufriedengestellt haben, allerdings ist der hier besprochene ein Beleg für die Ausreißer nach oben, die der Entertainment-Gigant scheinbar stets in seinem Programm haben wird.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Marvel Comics/ Panini

Avengers 1.000.000 BC: Comics erkunden die Herkunft der Helden

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Marvel Legacy: Avengers 1.000.000 BC

In der Miniserie Marvel Legacy von Autor Jason Aaron (Doctor Strange: Der Preis der Magie) tauchten die prähistorischen Avengers zum ersten Mal auf. Aaron schreibt nun auch die reguläre Avengers-Serie weiter. Zur Seite steht ihm dabei der Zeichner Ed McGuinness (Spider-Man/Deadpool). Die erste Ausgabe erscheint im Mai und dort sollen auch die Avengers 1.000.000 BC wieder auftreten.

Neben den Abenteuern der bekannten Avengers in der Gegenwart wird in den Comics auch die Herkunftsgeschichte der Steinzeitsuperhelden erzählt werden. Den Anfang macht der prähistorische Ghost Rider und sein dämonisches Mammut in Avengers #7. Für die Zeichnungen dieser Ausgabe ist Sara Pichelli (Spider-Men II) zuständig.

Neben den Ghost Rider sind Bashenga, der erste Black Panther, der Zauberer Agamotto und Thors Vater Odin mit dem Hammer Mjolnir Mitglieder der prähistorischen Avengers. Außerdem gehören die erste Iron-Fist-Kämpferin, eine frühere Inkarnation von Phonix und ein Steinzeitmensch mit dem Star-Brand von Quasar auf der Brust, der stark an den Hulk erinnert, zu der Heldengruppe.

Die prähistorischen Superhelden waren ein Teil des Marvel-Legacy-Relaunches. Anders als beim vorherigen Marvel-Now-Relaunch aus dem Jahr 2012, welcher den Fokus auf jüngere und neue Helden legte, sollen nun die langjährigen und bekannten Helden des Verlags wieder in den Mittelpunkt rücken.

MARVEL COMICS 2018: A Fresh Start

Fresh Start: Marvel Comics kündigt weiteren Relaunch an

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Marvel Comics Fresh Start

Marvel Comics steht vor einem weiteren Relaunch. Wie der amerikanische Comicverlag ankündigte, will man im Mai mit dem Versprechen "Fresh Start" einen neuen Status Quo schaffen. Dabei verspricht Marvel neue Serien, neue Autoren und Zeichner für die verschiedenen Helden und neue Richtungen, die man einschlagen möchte.

Das Thema Relaunch ist für Marvel-Comic-Leser in den vergangenen Jahren zu einem ständigen Begleiter geworden. Seit 2012 hat der Verlag jährlich unter verschiedenen Titeln einen kleinen Neustart gewagt. So gab es Marvel NOW!, All-New Marvel NOW!, Avengers NOW!, All-New, All-Different Marvel, Marvel NOW! 2.0 und zuletzt Marvel Legacy. Der Erfolg des jeweiligen Relaunches war jedoch immer nur von kurzer Dauer und die Verkaufszahlen der Comics sanken. Zudem gab es immer wieder Kritik der Fans, dass Marvel seine bekannten Helden durch vielfältigere Figuren ersetzte. Anstatt jedoch neue Charaktere zu erschaffen, steckte man sie einfach in bekannte Kostüme, was nicht immer auf Gegenliebe stieß.

Mit Fresh Start soll nun wieder alles anders werden. Unter anderem hat mit C.B. Cebulski ein neuer Chefredakteur die Geschicke des Verlags übernommen, während man in Dan Buckley auch gleich einen neuen Verleger gefunden hat. Die beiden Herren sollen Marvel Comics nun wieder an alte Erfolge anknüpfen lassen.

Rein inhaltlich hat der Verlag bisher lediglich zwei Serien bekannt gegeben. Am interessantesten dürfte Avengers sein, welches das Flagschiff des Relaunches darstellt. Die neue Serie von Autor Jason Aaron und Zeichner Ed McGuinness soll 18 Mal im Jahr erscheinen, aber gleichzeitig auch die einzige Avengers-Reihe bleiben. Zuletzt erschienen mit Reihen Avengers, New Avengers, Uncanny Avengers oder Secret Avengers eine Vielzahl von Avengers-Comics, was nun erst einmal der Vergangenheit angehört.

Eine weitere Veränderung ist die gemeinsame Rückkehr von Thor, Captain America und Iron Man in das Aufgebot der Avengers. Die drei Herren sind erstmals seit Jahren wieder im Team vereint. Unterstützt werden sie zunächst von Captain Marvel, Black Panther, Ghost Rider (Robbie Reyes), She-Hulk und Doctor Strange. Diese Helden können sich aber im Laufe der Veröffentlichung immer wieder ändern. Lediglich Thor, Captain America und Iron Man gehören fest zum Line-up.

Neben dem Neustart der Avengers erhält auch Venom im Mai eine neue Reihe. Als Autor ist Donny Cates (Doctor Strange, Thanos) aktiv, während Ryan Stegman (Amazing Spider-Man: Renew Your Vows, Uncanny Avengers) zeichnet. Zum Auftakt bekommen es Eddie Brock und der Symbiont mit einem schrecklichen Wesen zu tun, das Tausende von Jahren alt ist.

Avengers #1

MARVEL COMICS 2018: A Fresh Start

Marvel-Comic-Kritik: Inhumans vs. X-Men (1+2/Komplettstory)

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Inhumans vs X-Men

Wer wissen möchte, wie es überhaupt zu dieser Lagerbildung kommen konnte, wird hier fündig.

Inhalt

Die dramatischen Ereignisse der jüngeren Vergangenheit hatten einen vorläufigen Waffenstillstand zwischen den Inhumans und den X-Men zur Folge. Fieberhaft sucht vor allem Beast alias Dr. Henry Philip "Hank" McCoy nach einer wissenschaftlichen Lösung des Terrigen-Nebel-Problems. Als jedoch auch nach Monaten der Forschung kein Fortschritt zu erkennen ist und sich die Ausgangslage - im Gegenteil - für Storm & Co. sogar noch verschlechtert, kommt es zu einer historischen Zusammenkunft führender Mutantenvertreter. Das Ergebnis: Die letzte Wolke muss weg, was bedeutet, dass ein Krieg mit den Nichtmenschen unausweichlich ist.

Schon wieder Helden gegen Helden?

Diese Frage dürfte einigen Fans durch den Kopf gegangen sein, als sie den Titel dieses Marvel-Events zum ersten Mal gelesen haben. Nach Civil War, Avengers vs. X-Men oder zuletzt Civil War II handelt es sich hierbei immerhin um die vierte große Gut-gegen-Gut-Auseinandersetzung innerhalb von etwas mehr als 10 Jahren. Aber reden wir bei Inhumans vs. X-Men 1 + 2 wirklich nur von “more of the same“?

Auf den ersten Blick sind die Parallelen natürlich unverkennbar: Die zwei Fraktionen haben unterschiedliche Auffassungen zu einem sie unmittelbar betreffenden Thema, wobei man die Argumente beider Seiten durchaus nachvollziehen kann. Einige wollen von Anfang an ohne Rücksicht auf Verluste das tun, was ihrer Meinung nach nötig und längst überfällig ist, andere glauben bis zum Schluss, dass ein für alle akzeptables Ergebnis erzielbar ist, und wieder andere ziehen in Erwägung, nachzugeben, um eine Eskalation zu vermeiden. Das klingt durchaus bekannt, und ja, diese Zutaten lassen sich leicht variiert in vielen der genannten Geschichten recht leicht finden, allerdings ebenfalls in vielen anderen, wenn man ehrlich ist.

Inhumans vs X-Men

Letztlich geht es schließlich darum, welchen Plot man von diesen “Eckpfeilern“ stützen lässt. Zugegeben, eine genauere Betrachtung führt womöglich abermals zunächst zu keinen Begeisterungsstürmen, weil man die Hauptstory tatsächlich relativ schnell zusammenfassen kann: Terrigen-Nebel bedroht das Leben der X-Men, Beasts Versuche, dem auf wissenschaftliche Wege Herr zu werden, scheitern, und die Mutanten greifen die Wolke und damit die Inhumans an, die ihrerseits darauf reagieren müssen.

Man kann jeden verstehen, der sich daran und dem damit einhergehenden, für Storylines dieser Art so typischen, ja, beinahe inflationären Einsatz von Charakteren auf dem Schlachtfeld stört. Da es sich oftmals schlicht so anfühlt, als würden diese nur benötigt, um das Ausmaß des Konflikts sichtbar respektive noch sichtbarer als ohnehin schon zu machen - unterstützt wird dieser Eindruck dadurch, dass ihnen oft wenige bis gar keine Sprechblasen zugestanden werden.

All das ist richtig, jedoch ist das nur die eine Seite der Medaille. Die andere…

Der Kampf der Königinnen

….zeigt, in welchem Kontext diese Kritikpunkte entkräftet und mit einem Male als inhaltlich notwendig sowie hilfreich betrachtet werden können.

Fairerweise muss man nämlich festhalten, dass lange Zeit eine relativ kleine Gruppe das Geschehen bestimmt und bis zum Ende sehr klar kommuniziert wird, wem eine wirklich tragende Rolle zukommt: (Wie nun schon mehrfach erwähnt) Beast, der klugen Inhuman Iso, die mit ihm zusammenarbeitet, ihrer Königin Medusa und vor allem der wohl ambivalentesten Mutantin überhaupt: Emma Frost.

Diese ist fest entschlossen, gegen die Königliche Familie und ihre Anhänger vorzugehen. In diesen Paperbacks sieht man, dass sie nach der ersten Auseinandersetzung keinesfalls untätig war und ist. In der festen Überzeugung, ausreichend X-Gen-Träger für ihre Sache - zur Not mithilfe eines Tricks - gewinnen zu können, beginnt sie sehr früh damit, die zur erfolgreichen Umsetzung ihres Masterplans notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Der Leser wird aber nur bruchstückhaft informiert, weil in den entscheidenden Momenten zwecks Spannungserhalt oft der Schauplatz gewechselt wird. Daher hat er zwar gegenüber den übrigen Comic-Akteuren einen Vorteil, schlussendlich allerdings keinen allzu großen. Emma ist somit gewissermaßen eine ungekrönte Königin, die im Hintergrund die Fäden zieht, nichts dem Zufall überlässt, und der offenbar jedes Mittel recht ist, um ihr Ziel zu erreichen. (Mehr als einmal musste der Verfasser beim Lesen darüber nachdenken, wie sehr diese Antagonistin - der Disney-Fox-Deal macht es möglich - die vierte MCU-Phase bereichern könnte.)

Inhumans vs X-Men

Demgegenüber steht die in Attilan herrschende Medusa, die selbstverständlich vor den Augen aller als echte Monarchin Befehle erteilt und so lange auf Diplomatie setzt, bis ihre Heimat von den X-Men angegriffen wird. Im direkten Vergleich mit der Eis-Lady wirkt jedoch selbst sie etwas blass - was nicht nur auf deren Hang zu sehr freizügigen Outfits zurückzuführen ist. In zwei Bänden, in denen Stars wie (Old Man) Logan, Magneto, Karnak oder Black Bolt nicht im Zentrum des Interesses stehen, ermöglicht das selbstredend anderen zu strahlen: nämlich den beiden Damen (wie gesagt, die eine sogar mehr als die andere). Wer sich - wie die Marvel-Aushängeschilder Jeff Lemire und Charles Soule - dazu entschließt, die Handlung um besagte Fixpunkte herum zu bauen, weiß im Grunde bereits in diesem Augenblick, dass der Rest eher zweit- oder drittrangig behandelt werden wird. Und das ist absolut okay, solange sie denen, auf die sich sich konzentrieren, starke Handlungsstränge auf den Leib schneidern.

Neben den Autoren machen aber auch die Zeichner einen tollen Job! Leinil Francis Yus und Javier Garr(ón)s Panels harmonieren sehr gut miteinander, obwohl sich ihre Stile doch mehr als nur ein wenig unterscheiden. Yus sehr realitätsgetreue Darstellungen treffen da auf Garrs Kreationen, die sich ihrer Comic-Identität nicht schämen.

Fazit

Inhumans vs. X-Men 1+2 sieht im ersten Moment nach etwas Bekanntem aus, stellt sich letztendlich allerdings als eine interessante und optisch ansprechende Stunde-Null-Geschichte heraus, durch die insbesondere Emma Frost die Aufmerksamkeit erhält, die diese spannende und vielschichtige Antiheldin schon lange verdient hat.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Marvel Comics/ Panini

Marvel-Tag 2018: Gratis Spider-Man-Comic

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Spider-Man Marvel-Tag

Weihnachten steht kurz bevor und bis zum Gratis-Comic-Tag am 12. Mai sind es noch fünf Monate hin. Doch bereits für Januar kündigt sich für Comicfans schon die nächste Bescherung nach der Bescherung an: Am 13. Januar feiert der Panini-Verlag wieder seinen Marvel-Tag und verschenkt in allen teilnehmenden Comicbuchhandlungen ein gratis Superheldenheft.

Diesmal liegt der Fokus der Aktion zum Start der neuen Spider-Man-Serie in den USA auf der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. Eine weitere Rolle spielt das Comic-Event Secret Empire, welches 2018 auch in Deutschland veröffentlicht wird.

Die zwölfteilige Miniserie startete in den USA bereits dieses Jahr. Sie setzt sich mit den Folgen des Crossovers Avengers: Standoff! und der Entwicklung von Steve Rogers sowie den Machenschaften von Hydra in der fortlaufenden Captain-America-Serie auseinander.

In den gratis Heften sind zwei bisher in Deutschland nicht veröffentlichte Spider-Man-Geschichten sowie eine erste Leseprobe zu Secret Empire enthalten. Außerdem gibt es noch zwei Comicposter und vier Masken verschiedener Marvel-Helden für umsonst.

Eine Liste der teilnehmenden Händler finde man hier.

Comic-Beben: Marvel-Urgestein Brian Michael Bendis wechselt zu DC

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DC Logo

Damit hätten wohl nur die wenigsten gerechnet: Nach beinahe 17 Jahren wechselt mit Brian Michael Bendis einer der bekanntesten Marvel-Kreativen exklusiv zum großen Konkurrenten. DC gab am Dienstagmorgen auf Twitter den Coup bekannt, und der Autor selbst bestätigte die Meldung wenig später mit folgendem Tweet:

 

"Es stimmt wirklich. Ich liebe euch alle. Veränderung ist gut. Veränderung ist gesund. Ich platze förmlich vor Ideen und Einfällen. Details folgen! Bleibt gespannt!"

 

Bendis kam 2000 zu Marvel Comics, wo er sich zunächst Peter Parker respektive dessen Alter Ego annahm. In seiner Ultimate-Spider-Man-Reihe erzählte er die Geschichte des Wandkrabblers völlig neu. Auf der Basis dieser entstand Der Ultimative Spider-Man (2012 - 2017), bei der es sich laut Aussage der meisten Fans um eine der besten Zeichentrickserien der Kreativschmiede handelt, und für die der mehrfache Eisner-Award-Gewinner maßgeblich verantwortlich zeichnete.

Ob Daredevil, die Avengers oder die X-Men, so ziemlich alle großen Helden blicken auf eine Zeit zurück, in denen Brian Michael Bendis deren Abenteuer erdachte. Kritiker werfen ihm seit jeher vor, dass er dabei zu oft die Gesamtkontinuität des Comic-Universums missachten würde, während seine Befürworter in diesem Kontext eher von großem Einfallsreichtum sprechen. Vor allem ist er aber auch der Erfinder von Jessica Jones und dem ersten Nicht-Peter-Parker-Spidey Miles Morales.

Multitalent Bendis schrieb außerdem mehrere Episoden von Powers, der Realserienadaption des auf ihn zurückgehenden Comics gleichen Namens, und hat ebenfalls schon an diversen Videospielen entscheidend mitgewirkt. Deshalb wird auch längst darüber spekuliert, ob DC ihn nicht eigentlich als Allzweckwaffe sieht, die etwa das Drehbuch für einen der nächsten DCEU-Filme beisteuern, eine neue Animated Series respektive einen neuen Animated Movie mit auf den Weg bringen oder das nächste Erfolgs-Game nach zwei Injustice- und mehreren Arkham-Teilen mitentwickeln könnte.

Im Zusammenhang mit dieser Verpflichtung kam zudem das Gerücht auf, dass ein sehr renommierter Ex-Marvel-Kopf ebenfalls kurz davorstehen könnte, bei DC anzuheuern: Jonathan Hickman. Dieser postete nämlich auf Twitter die berühmte Abschlussszene aus Der Club der toten Dichter, in der Schüler auf den Tischen stehend ihrem von Robin Williams dargestellten scheidenden Lehrer Keating mit dem legendären Satz "O Captain! My Captain!“ aus dem gleichnamigen Gedicht Bewunderung und Respekt zollen. Bendis gilt als großer Förderer von Hickman - insbesondere in seiner Anfangszeit bei Marvel Comics -, weshalb die im Raum stehende Deutung nicht vollkommen abwegig erscheint.

Die Reaktion des einstigen Arbeitgebers der beiden Top-Autoren ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Chief Creative Officer Joe Quesada drückte einerseits sein Bedauern aufgrund des Abschieds seines langjährigen Freundes aus, wünschte ihm andererseits allerdings gleichzeitig alles Gute und kündigte darüber hinaus noch an, dass 2018 ein tolles Jahr für Marvel-Fans werde - inklusive der einen oder anderen Überraschung.

Comic-Fans beider Lager stehen folglich offenbar spannende Monate bevor.

Marvel-Comic-Kritik: Death of X: Die Rache der Mutanten

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X-Men Cyclops Death of X Cover

Man hat sich mittlerweile so sehr an all die Comic-Verfilmungen gewöhnt, dass vielen gar nicht mehr so wirklich bewusst ist, wer den Stein überhaupt ins Rollen gebracht hat. Im Jahr 2000 waren es die X-Men, die man auf die große Leinwand losließ, und die direkt das Publikum für sich gewinnen konnten.

Da 20th Century Fox bis heute Freude an dem Franchise hat und sich die Fans in schöner Regelmäßigkeit das neueste Abenteuer der Gruppe rund um Professor X und Co. im Lichtspielhaus ihres Vertrauens ansehen, spricht aktuell nichts dafür, dass Marvel - aufgrund der komplizierten Rechtesituation - in naher Zukunft einige der bekanntesten Verlags-Gesichter in sein Cinematic Universe wird integrieren können.

Ob man im Falle des Entertainment-Giganten deshalb von Not sprechen muss, sei einmal dahingestellt, aber zweifelsohne war man erfinderisch. Seit einiger Zeit wird nämlich extrem viel dafür getan, um die andere bedeutende Außenseitertruppe von DCs größtem Wettbewerber immer populärer zu machen: die Inhumans.

Die Film-Pläne wurden zwar vorerst auf Eis gelegt, allerdings ist Ende September 2017 in den USA eine durchaus kontrovers diskutierte Serie gestartet, die sich mit ihnen beschäftigt. Ihren ersten Auftritt in einer ebensolchen hatten besagte Außenseiter im Übrigen in Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D - ihre Zeichentrick-Einsätze berücksichtigen wir in diesem Moment bewusst nicht.

Wie ernst es Marvel mit seinem Vorhaben jedoch ist, die Bewohner Attilans noch bekannter zu machen, lässt sich vor allem gut an den entsprechenden Comic-Reihen ablesen. Hier wurde nämlich lange Zeit auf das ultimative Duell hingearbeitet: X-Men versus Inhumans.

Und die eigentliche Antwort auf die Frage nach dem Warum wird in Death of X: Die Rache der Mutanten gegeben.

Inhalt

Der Terrigen-Nebel, den die Königliche Familie und ihre Mitstreiter unter anderem als Quelle ihrer Kraft ansehen, und der bislang für Menschen und Mutanten gleichermaßen als ungefährlich galt, ist offenbar von jemandem mit dem Ziel verändert worden, Letzteren massiv zu schaden oder sie sogar zu töten.

Zunächst streben die beiden Parteien eine friedliche Lösung an. Doch unglückliche Umstände und Missverständnisse führen schließlich dazu, dass sich schon bald zwei Lager einander gegenüberstehen und die Zeit der Diplomatie vorbei zu sein scheint.

Death of X

Wer sind eigentlich die Guten?

Dies lässt sich definitiv nur ganz schwer beantworten - insbesondere weil auch am Ende dieser Storyline nach wie vor diverse Ungereimtheiten bestehen. Es kommt zu unbeabsichtigten Wortbrüchen, die Fehlinterpretationen bedingen und letztlich eine völlig verfahrene Situation zur Folge haben.

Ehrlicherweise darf man aber nicht unterschlagen, dass in erster Linie Scott Summers alias Cyclops relativ schnell Fakten schafft, ohne bereits über sämtliche Hintergrundinformationen zu verfügen. Selbstverständlich kann man verstehen, dass gerade jemand, der in der Vergangenheit schon einige äußerst schlimme Dinge hat erleben und/oder mit ansehen müssen, so reagiert, wenn er kurz zuvor viele Mitglieder seiner Familie hat leiden sehen. Richtiger wird sein Vorgehen dadurch allerdings dennoch nicht.

Die Inhumans hingegen müssen sich vorwerfen lassen, zu schnell und ohne Rücksprache mit den X-Men dem Nebel-Problem auf den Grund gegangen zu sein. Bei einem ungeplanten Aufeinandertreffen senden sie überdies missverständliche Signale aus, weshalb einige Mutanten glauben, sich verteidigen zu müssen - der Beginn einer Teufelsspirale.

Darüber hinaus ist Medusas finaler Befehl ebenfalls zumindest diskutabel, weswegen es die inhaltlich Verantwortlichen tatsächlich geschafft haben, dass, selbst nachdem man sich für eine Seite entschieden hat, weiterhin immer wieder Restzweifel in einem aufkommen.

Death of X

Einfach gut geschrieben

Und genau das macht unter anderem gutes Storytelling aus. Als Leser sitzt man nur dann zwischen allen Stühlen, wenn die vorgestellten Positionen in sich schlüssig sind und man die Fehlentscheidungen zwar als solche erkennen, sie jedoch auch nachvollziehen kann.

Hinzu kommt, dass einer solchen Geschichte ein klaren Fokus sehr hilft. Das Ende ist dem treuen Fan im Grunde schon weit vor dem ersten Panel bekannt, aber trotzdem hat man mit einem bemerkenswerten Twist den ohnehin schon starken Cyclops(-und-Emma-Frost-)Handlungsstrang mit einem weiteren Highlight veredeln können. Voraussetzung dafür war allerdings, wie gesagt, dass weitgehend auf den Einbau unnötiger Nebenkriegsschauplätze verzichtet wurde.

Diese Entscheidung geht auf Jeff Lemire und Charles Soule zurück, die nicht umsonst zu den Autoren gehören, deren neue Werke nicht wenige umgehend nach Erscheinen kaufen; Genre oder Inhalt sind da fast schon egal. Dieses Duo steht einfach für Qualität, und das nicht erst seit gestern.

Außerdem sind die Zeichnungen von Aaron Kuder und Javier Garr, die trotz der recht ernsten Thematik auf überraschend viele und kräftige Farben setzen, sehr auffällig, einprägsam und originell. Sprich: optisch lässt der Titel ebenfalls nichts zu wünschen übrig.

Fazit

Death of X: Die Rache der Mutanten bereitet einerseits ein historisches Gefecht vor, begnügt sich jedoch andererseits nicht damit, nur Vorspiel zu sein und punktet vor allem mit beeindruckenden letzten Seiten. Dieser Komplettband, der Death of X #1-4 enthält, ist daher eine absolute Empfehlung.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Marvel Comics/ Panini
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