Star Trek Discovery

Fedcon 2019: Interview mit Captain-Pike-Darsteller Anson Mount aus Star Trek: Discovery

Auf der FedCon 2019 in Bonn war viel los, auch dank der zahlreichen Star-Gäste. Zu denen gehörte unter anderem ein großer Teil der Crew von Star Trek: Discovery, namentlich Wilson Cruz, Shazad Latif, Ethan Peck und Anson Mount.

Wir hatten die Gelegenheit, ein paar Minuten mit Anson Mount zu reden und ihm Fragen zu Captain Pike, seinen Zukunftsplänen und Dungeons & Dragons zu stellen.

Robots & Dragons: Captain Pike ist zwar ein wichtiger Charakter im Star-Trek-Universum, aber letztlich doch mit recht wenig Kontur. Wie haben Sie sich diesem Charakter genähert?

Anson Mount: Ich bin ein ziemlich praktisch veranlagter Schauspieler: Ich bin pünktlich, lerne meine Zeilen und spreche die Wahrheit (lacht).

R&D: Das klingt ja schon ziemlich nach einem Captain Pike …

Anson Mount: Ja, tatsächlich. Ich glaube, er ist offensichtlich ein ziemlich guter Anführer. Wo Lorca dem Spiegeluniversum entsprach und eher dem Gedanken folgte, durch Stärke und Disziplin zu führen, denke ich, dass Pike schlau genug ist, um zu realisieren: Wenn es jemand in die Sternenflotte geschafft hat, ist er auch ziemlich diszipliniert. Ich glaube, er weiß, dass seine beste Ressource sein Team ist. Das ist mein liebste, positive Eigenschaft. Ich glaube, diese Brückenszenen, das hoffe ich, und das sage ich auch als Star-Trek-Fan, sind anders als alle anderen Brückenszenen im Kanon. Denn wenn Pike eine Superkraft hat, ist es die, die Brücke in ein großes Gehirn zu verwandeln. Er ist selbstlos genug zu sagen: „Ich bin baff!“ (lacht)
„Die beste Idee gewinnt, los!“ Und das sorgt für großartigen Teamgeist.

R&D: Sie hatten eine tolle Chemie zwischen Ethan Pecks Charakter und ihrem Captain Pike. Man konnte richtig die Geschichte zwischen diesen beiden Figuren fühlen. Wie haben Sie sich das mit Ethan Peck erarbeitet?

Anson Mount: Das war nicht wirklich schwer, denn ich bewundere Ethan zutiefst. Wir haben eine wirklich wundervolle Freundschaft entwickelt, die darauf basiert, dass er in erster Linie dumm ist und er jemanden braucht, der ihn in dieser Welt an die Hand nimmt. Ich sage das in dem Wissen, dass er das hier liest, denn wir haben diese Form von Freundschaft, bei der wir uns ständig übereinander lustig machen.
Er macht gerade eine Phase in seiner Karriere und seinem Leben durch, die ich schon kenne und er hat … diese Bescheidenheit, die tolle, junge Schauspieler haben, denn das ist die einzige Art und Weise, wie man zuhören kann: dem Leben, der Szene, dem, was einem Gott gegeben hat. Und das bewundere ich an ihm. Ich war wesentlich weniger gut auf das Erwachsenwerden vorbereitet als er.

Interview Anson Mount Fedcon

R&D: Rückblickend bestand ihre Karriere eher aus bodenständigen Rollen: Krimis, Thriller, Western etc. Star Trek erscheint mir als die erste, größere Rolle mit phantastischen Elementen. War das eine bewusste Entscheidung?

Anson Mount: Ja. Also, ein paar Jahre, bevor ich mit Hells on Wheels [einem Western in der Frühzeit der Eisenbahn, die Red.] anfing, habe ich das Universum um einen Western gebeten. Nach drei Jahren, in denen ich mich im Schlamm gewälzt und nach Pferd gestunken habe, hatte ich das Gefühl, dass Gott mich auslacht. Und danach sagte ich dem Universum: Science-Fiction. Und: Wow! (lacht) Jemand hat wohl zugehört!

R&D: Also wollen Sie mehr davon machen? Fantasy oder Science-Fiction?

Anson Mount: Absolut, ja! Ich meine, ich spiele Dungeons & Dragons und schaue Star Trek!

R&D: Sie spielen Dungeons & Dragons?

Anson Mount: Ja, ich hab eine Kampagne geleitet, vor ungefähr sieben Jahren, bevor wir alle zu beschäftigt waren.

R&D: War es schwer, zu einer bereits eingespielten Schauspieltruppe dazu zustoßen? Sie spielen ja eine Autoritäts-Figur, die von außen herein kommt.

Anson Mount: Ich habe so etwas noch nie wirklich gemacht, also in der zweiten Staffel in einer wiederkehrenden Rolle eingeführt zu werden. Aber es half, dass der Charakter sozusagen das neue Kind in der Klasse ist und ich – naja, war das neue Kind in der Klasse. Aber alle Schauspieler, allen voran Sonequa Martin Green, waren so herzlich und freundlich, dass sie es mir einfach gemacht haben.

R&D: Danke für das Gespräch!

Keine Eile: Julie McNamara über Star Trek bei CBS All Access

Seit geraumer Zeit gibt es fast jeden Tag irgendetwas zum Thema Star Trek zu berichten. Mal Knaller-News wie etwa die Rückkehr von Patrick Stewart als Captain Picard, dann wieder schwammigere Aussagen zu den großen Plänen von CBS. Nachdem es länger hieß, dass der Sender für seinen Streamingdienst am liebsten rund ums Jahr neues Material von Star Trek hätte, äußerte Julie McNamara, Chefin für Eigeninhalte von CBS All Access, nun, dass man keine Eile habe:

"Es gibt keinen Vorteil daran, einfach nur Massen an Star-Trek-Inhalten auf den Markt zu pumpen. Unser Bestreben ist, es weise und effektiv zu fördern."

Neben der aktuellen Serie Star Trek: Discovery sind bereits der Spin-off Section 31 mit Michelle Yeoh, eine Picard-Serie mit Patrick Stewart sowie zwei Animationsserien und weitere Short Treks in Arbeit.

Doch laut McNamara sei es wichtig, sich nicht nur auf Star Trek zu konzentrieren. CBS All Access braucht diversere Inhalte, um mit anderen Streamingdiensten mithalten zu können. Im letzten Sommer soll CBS All Access rund 2,5 Millionen Abonnenten gehabt haben. Zielt für 2019 ist es, auf 4 Millionen zu erhöhen und 2022 8 Millionen erreicht zu haben. Zum Vergleich: Netflix hat alleine in den USA 60 Millionen Abonnenten, Hulu 25 Millionen. Mit den bald startenden Streamingangeboten von Warner, NBC, Apple und Disney wird der Markt zunehmend umkämpfter.

Und da ist ein solch starkes Franchise wie Star Trek für CBS natürlich ein wichtiger Trumpf. Allerdings läuft man natürlich Gefahr, dass es fad wird und man es sich mit den Fans verdirbt:

"In einer idealen Welt wären Star-Trek-Fans interessiert an großartigen Star-Trek-Serien mit vielfältigen Talenten und unterschiedlichsten Themen. Sie müssen sich richtig anfühlen, zur richtigen Zeit kommen."

Die noch namenlose Picard-Serie feiert Ende des Jahres Premiere. Der bereits angekündigte Spin-off mit Michelle Yeoh jedoch könnte eventuell gar erst erscheinen, wenn Star Trek: Discovery beendet ist. Einen genauen Zeitplan gäbe es da noch nicht. Auch die Animationsserie Lower Decks kommt nicht zeitnah, alleine die Animation würde ein Jahr brauchen, so McNamara:

"Manche von diesen Serien sind eher ersetzend als zusätzlich. Star Trek hat eine lange Entwicklungszeit, weil alles sehr viel Vorbereitung, viseuelle Effekte, besondere Ausstattung etc. nötig hat.

Man kann also gespannt sein, was genau nun die Zukunft für Star Trek bringt. Näherliegend ist da die Fortführung der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery. Ab dem morgigen Freitag ist Episode 2.02 bei Netflix verfügbar.

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