The Expanse

The Expanse Staffel 2: Wer braucht Star Trek, wenn er The Expanse haben kann?

Viele Fans waren das Warten schon fast leid. Im November 2016 hatte Netflix die erste Staffel der Sci-Fi-Serie The Expanse bereitgestellt, neun Monate nachdem diese auf Syfy in den USA gelaufen war. Die zweite Staffel, die von Februar bis April 2017 im Herkunftsland im TV zu sehen war, hatte man dann jedoch nicht direkt nachgereicht - bis heute.

Mit dreizehn neuen Abenteuern setzt Netflix die Geschichte um Jim Holden und Joe Miller fort. Basierend auf den Romanen von Daniel Abraham und Ty Franck (die als Pseudonym den Namen James S. A. Corey benutzen), wird die Story um einen drohenden Konflikt zwischen Erde, Mars, OPA, den Gürtlern und einer noch unbekannten Bedrohung weitergesponnen.

Doch was macht The Expanse eigentlich so besonders und so empfehlenswert? Und wie schneidet die Serie im direkten Vergleich zu Star Trek ab, das mit über 700 Episoden in 50 Jahren und einer neuen Serie in den Startlöchern die potente Referenz im Genre darstellt?

Check 1: Die Entstehung einer neuen Welt

Star Trek schuf mit der klassischen Serie in den 60er Jahre eine Utopie. Die Menschen der Erde arbeiten gemeinsam mit Außerirdischen in einer Allianz der Völker zusammen, forschen und erkunden und müssen sich hier und da auch immer wieder gegen weniger freundliche Spezies zur Wehr setzen. Die Vulkanier, Klingonen oder Romulaner begleiteten die Abenteuer der verschiedenen Crews durch die Jahrhunderte und alle Serien, es ging um Schicksale, persönliche Befindlichkeiten, Konflikte, Verluste und militärische wie gesellschaftliche Tiefschläge und Erfolge. Star Trek veränderte die durch die Classic-Serie geschaffene Welt in über 50 Jahren letztlich, sondern baute sie nur sukzessive aus, und kam immer wieder auf den ursprünglichen Kern zurück.

Bei The Expanse wählte man direkt einen anderen Ansatz. Außerirdische sucht man vergeblich, die Serie ist verdammt nahe dran an dem, was wir uns als nicht so ferne Zukunft tatsächlich vorstellen können. Während ein Captain Picard auf einer Art Luxusliner mit Mahagoni, Earl Grey, Privataquarium und ganzen Familien durchs All schipperte, ist hier noch alles Handarbeit. Gurte, fehlende Schwerkraft, enge Räume. Etwas Ähnliches versuchte man zwar auch bei Star Trek: Enterprise, doch selbst dort war das Reisen im All schon mehr als komfortabel.

Als Antagonisten dienen The Expanse Menschen, die den Mars bevölkern sowie Menschen, die eine andere Gesinnung zeigen als die Bewohner der Erde oder die durch ihre lange und harte Arbeit unter erschwerten Bedingungen im Asteroidengürtel Deformationen aufweisen und somit zu Außenseitern wurden. Hier liegt auch die größte Stärke dieser Welt: Die Verlagerung unserer akuten Erdenprobleme auf ein Sci-Fi-Setting; etwas, das Star Trek auch immer wieder besonders in Einzelepisoden gelang. The Expanse macht daraus jedoch eine Basishandlung, die immer weiter fortschreitet und uns dabei meisterhaft vorführt, in welche Richtung wir uns entwickeln könnten - und was uns dann vielleicht erwartet.

Check 2: Die Charaktere und ihre Darsteller

Bei The Expanse hat in der ersten Staffel bezüglich der handelnden Personen vor der Kamera keiner enttäuscht, außer Thomas Jane als Miller und David Strait als Holden konnte jedoch auch niemand wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Dieses Fazit gilt übrigens für die Charaktere wie für die Darsteller. Für die weiteren Staffeln gibt es hier somit definitiv viel Luft nach oben.

Doch auch bei Star Trek gab es oft ein extremes Gefälle. Bei den Classics standen alle im Schatten von Kirk, Spock und McCoy, bei TNG konnten meist nur Picard und Data begeistern, DS9 als Ensembleshow hatte hingegen eine ganze Reihe an tollen Charakteren in Haupt- und Nebencast zu bieten, während Voyager mit Seven und dem Holodoc sowie Enterprise mit Trip und Phlox auch wieder eher im Spargang durch die Staffeln tuckerte.

Wenige starke Charaktere müssen aber definitiv kein K.O.-Kriterium sein, vergleicht man beide Formate aber mit einer Serie wie Game of Thrones, fällt schon auf, dass hier noch Entwicklungspotential vorhanden ist. In der Summe hat Star Trek hier jedoch noch einen entscheidenden Vorteil vor The Expanse: Die besten Charaktere aller Trek-Serien besaßen mehr Tiefe und waren nicht auf so wenige Aspekte beschränkt wie die Kollegen bei The Expanse. Auch hier vergleichen wir jedoch noch Äpfel (zehn Episoden) mit Birnen (ganzen Serien). Somit gilt: Was nicht ist, kann dort ja noch werden. Holden und Miller sind schon einmal ein guter Anfang.

Check 3: Effekte & Action

Der Vergleich hinkt freilich. Alle Trek-Serien haben schon einige Jahre auf dem Buckel, The Expanse ist hingegen frisch. Dennoch verwundert es angesichts der Herkunft der Serie (Syfy) schon, wie gut sie dann am Ende aussieht. Die Effekte sind teilweise atemberaubend, das Worldbuilding wird perfekt transportiert. Vergleicht man hier mit den Trailern zu Star Trek: Discovery, sieht alles wieder nach einem Gleichstand aus. Das ist jedoch nur gut so - hat man dann ab Ende September doch zwei visuell wunderbare Serien auf Netflix am Start, die sich gegenseitig übertrumpfen müssen und wollen werden.

In Sachen Action ist The Expanse zudem erfreulicherweise vollkommen unaufgeregt. Episoden wie "CQB" feuerten zwar aus allen Rohren, viele andere der ersten Staffel ließen jedoch keinerlei Eile aufkommen und gingen fast schon als schwatzhaft und tiefenentspannt durch. Das ist jedoch kein Makel, sondern ebenfalls immer Merkmal von gutem Star Trek gewesen.

Check 4: Die Stories

Im Bereich von TV-Serien ist die Erwähnung des Begriffes "horizontale Erzählweise" inzwischen fast ein Grund zum Gähnen. Viel zu oft wird dieser Terminus bemüht, um klarzumachen, dass man es hier eben nicht nur mit losen Geschichten zu tun hat, sondern mit einer ineinandergreifenden Story. Dabei ist das im Zweifelsfall gar kein klares Qualitätsmerkmal. Reicht die Story qualitativ und quantitativ aus, kann diese Art der Erzählung zwar sehr erfüllend sein, fehlt es jedoch an Tiefe, gerät das Konstrukt leicht ins Schlingern.

So litt auch The Expanse im ersten Jahr teilweise am Fehlen eines klaren Fokus und einer dann doch etwas zu entspannten Handlungsführung. Was zudem völlig fehlte: Kann man bei Star Trek oft so etwas sagen wie "die Episode, wo sie in der Zeit zurückreisen und in Roswell für Aliens gehalten werden", ist bei The Expanse fast jede Episode ein unbestimmt waberndes Etwas, das teilweise nicht nur schwer als Einzelteil zu definieren (oder rezensieren) ist, sondern auch ein wenig die Existenz einer tieferen Message vermissen lässt. Doch gerade die Science Ficition kann auf diesem Gebiet eigentlich Wunder wirken. Hier hat Star Trek sogar bei DS9, wo man ebenfalls viel horizontal erzählte, immer wieder Einzelepisoden rausgehauen, die für sich genommen zu Klassikern wurden. The Expanse verlässt sich bisher absolut auf eine Gesamtgeschichte - das ist nicht schlecht, aber anders. Es wird spannend zu sehen, wie man in den weiteren Staffeln vorgehen wird und welchen Weg man bei Star Trek: Discovery letztlich einschlägt. Altmodisches Star Trek oder auf den Pfaden von The Expanse? Oder bietet am Ende beides einen Mix an?

Wer würde gewinnen?

Wie bereits erwähnt, tut man The Expanse mit derartigen Vergleichen eigentlich ein wenig Unrecht, da man letztlich aktuell zehn Abenteuer über 700 Episoden quer durch alle Trek-Serien gegenüberstellt. Reduziert man den Vergleich jedoch auf das jeweilige Destillat des Vorhandenen, fehlt The Expanse noch das überraschende Element in Sachen Einzelepisoden, dafür gelingt der Aufbau der Rahmenhandlung aber bereits ausgesprochen zufriedenstellend.

Fazit

The Expanse ist qualitativ hochwertige Science-Fiction, die sich im TV vor keinem Format fürchten muss. Größte Stärke ist das Worldbuilding und somit eine wunderbar realistische Zukunftsvision, größter Mangel bisher das verschleppte Tempo und die fehlenden Highlights in einer aber zugegeben durchgehend interessanten Gesamthandlung. Diese Kritikpunkte fallen auch dank griffiger Charaktere und einer eleganten Umsetzung jedoch kaum ins Gewicht. Star Trek in seiner Gesamtheit ersetzt das zwar nicht, könnte aber reichen, um Star Trek: Discovery einen harten Kampf um die Gunst der Zuschauer zu liefern. Wenn dann noch The Orville in der Humorsparte mitmischt, haben die Fans hier unter Umständen einen dreifachen Jackpot am Start, der auf Jahre die Bedürfnisse des Genres bedienen kann. Möchte Netflix hier nicht vielleicht auch aktiv werden und die Abenteuer der Crew der Orville gleich mit an Bord holen? Vielfalt ist schließlich nie etwas Schlechtes.

The Expanse ist seit dem 8. September mit der zweiten Staffel und somit dreizehn neuen Episoden bei Netflix verfügbar. Eine dritte Staffel mit erneut dreizehn Episoden wird 2018 bei Syfy an den Start gehen.

Bei Robots & Dragons findet ihr Kritiken zu allen Episoden, die regelmäßig fortgesetzt werden.

Kritik 1.01: "50.000 Kilometer"
Kritik 1.02: "Die große Leere"
Kritik 1.03: "OPA und die Canterbury"
Kritik 1.04: "CQB"
Kritik 1.05: "Im Namen der Gerechtigkeit"

THE EXPANSE | Season 3: Official Trailer | SYFY

Kritik zu The Expanse 1.05: Im Namen der Gerechtigkeit

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The Expanse Folge 5

Miller ermittelt auf Ceres weiter vor sich hin, während die Crew um Holden abwägt, was nach der Flucht von der Donnager nun zu tun ist. Eine Einladung von Fred Johnson verspricht Rettung, doch hat dieser gute Mann leider etwas mit einer dritten Handlungsebene rund um aufständische Belter zu tun.

Ceres: Millers Friseur ist abgebrannt

Die Breaking News zuerst: Auf Ceres ist der Stamm-Frisörsalon von Detective Miller offenbar abgebrannt. Anders ist sein Undercut kaum zu erklären - wobei es durchaus sein kann, dass dieses fast schon ein Eigenleben führendes Frisurendings in Fachkreisen gar nicht mehr als Undercut durchgeht. Sind Friseure anwesend, die aufklären können?
 
Doch gibt es auch gute Nachrichten: Kollege Havlock lebt noch, die Verbindung mit einer Belter-Prostituierten macht Miller jedoch sauer. Kurze Freude über das verhinderte Ableben also. Der gute Ermittler macht lieber weiter sein Ding und verfolgt die Julie-Mao-Spuren.
 
Hierbei drängt sich langsam der Eindruck auf, als würden die Expanse-Autoren mit der Ceres-Storyline eine strikte "Ein Puzzleteil pro Episode"-Politik verfolgen, die durchaus das Potential haben kann, irgendwann zu nerven und Frust zu sähen. Kurz gesagt, beobachten wir einen Typen, der von Hier nach Dort läuft und wenig Substanzielles herausbekommt. Babyschritte auf ein undefiniertes Ziel zu. Dem entgegen steht aber die Sympathie und Faszination für diesen kantigen Typen, der mit einer wachsenden Obsession durch das Dickicht aus Halbwahrheiten in dieser trostlosen Welt stapft. Thomas Jane leistet weiterhin sehr gute Arbeit und haucht seinem Charakter mehr Leben ein, als die Autoren dem Fortgang der Handlung.
 
Am Ende wird Miller entführt: Vielleicht führt das wenigstens mal dazu, dass er eine Folge lang nicht umher läuft und Fragen stellt wie Kollege Matula, sondern sich das Blatt kurzzeitig wendet. Erfrischend wäre das sicherlich.

Rocinante: Ein neues Schiff wird geboren

Die Rumpfcrew der ehemaligen Canterbury hat die zerstörte Donnager verlassen und befindet sich nun erneut auf Schlingerfahrt ins Ungewisse. Als sie eine Nachricht von Fred Johnson von der Tycho-Station erreicht, entbrennen sofort wieder Unstimmigkeiten. Holden möchte hin, Naomi verweigert sich, da sie "Typen wie Fred Johnson" kenne. Nach einem Hickhack ohne große Argumente ist Naomi schließlich doch bereit, Holdens Vorschlag mitzutragen.
 
Am Spannendsten ist am Ende dann der neue Name des Mars-Schiffes: Rocinante. Ob die Tatsache, dass es sich hierbei um den Namen von Don Quijotes Pferd handelt, relevant ist? Man darf gerne drauf wetten. Zudem amüsiert die Freude über den an Bord gefundenen Kaffee - vielleicht etwas zu wenig für das gute Drittel einer Episode.

Rückblick: Der finstere Fred Johnson

Apropos Fred Johnson. Der dritte Handlungsstrang der Episode befasst sich mit einem einige Jahre zurückliegenden Aufstand der Gürtler auf der Anderson Station, der trotz bedingungsloser Kapitulation am Ende durch die Erdregierung mit Gewalt niedergeschlagen wird. Harter Tobak - wenn es auch natürlich klischeehaft ist, dass die Hauptfigur der Belter eine kleine Tochter hat, die er liebevoll umsorgt. Notiz an angehende Drehbuchautoren: Niemand sympathisiert mit kinderlosen Aufständischen!
 
Eine ganze Weile weiß man dann auch nicht, was man von diesem durchaus interessanten aber auch aus dem Nichts auftauchenden Plot halten soll. Im Gesamtkontext ergibt das alles schlicht recht wenig Sinn und schwebt isoliert vor sich hin. Die Enthüllung jedoch, dass am Ende eben jener Johnson das Kommando bei der Mission hatte, ist ein Knaller. Ein gutes Stilmittel, das die Serie bisher nicht verwendet hatte. Die Crew der Rocinante sollte also auf der Hut sein vor dem sogenannten "Butcher of Anderson Station“.

Augen und Ohren

Das hohe Niveau bei den Kulissen und Effekten setzt sich fort, wirklich Neues gibt es dieses Mal aber nicht zu vermelden. Es sei denn, man möchte Millers Frisur den Friseuren im Team ankreiden.

Die Frau des Rezensenten

"Eine Episode, an die man nicht mehr lange denken muss“ - so fasste sie das Treiben zusammen. Nicht schlecht, nicht gut - nur irgendwie "vorhanden". Auch Millers Frisur war ihr suspekt: "Der soll bitte lieber seinen Hut tragen."

Kurz gesagt

Eine Füll-Episode, die zwar an allen Ecken die Handlung dezent fortführt, dabei aber weitestgehend überraschungsbefreit und etwas zu lethargisch agiert. Der einzige Knalleffekt wird ans Ende eines verwirrend losgelösten Handungsstranges gesetzt, was diesen retrospektiv zwar stark aufwertet, vorheriges Frustpotential aber nicht ganz ausradieren kann. Nach der energiegeladenen letzten Episode ist der Wechsel der Gangart hier vielleicht eine Spur zu drastisch ausgefallen.
 
Wertung: Drei von fünf Kaffeebohnen
 
Nächstes Mal in der Episode "Tiefpunkt“ befindet Miller sich in OPA-Gefangenschaft und Holden und seine Crew machen gemeinsame Sache mit Fred Johnson.

The Expanse: Netflix veröffentlicht Staffel 2 im September

Was lange währt, wird endlich gut: Nach einiger Wartezeit steht nun ein Starttermin für die zweite Staffel der Sci-Fi-Serie The Expanse fest. Ab dem 8. September sind die neuen Episoden über Netflix verfügbar.

Obwohl der Streamingdienst die Serie außerhalb der USA als Netflix Original vertreibt, dauerte es ungewöhnlich lange von der US-Ausstrahlung Anfang des Jahres beim Heimatsender Syfy bis zur Aufnahme ins Programm.

Angesiedelt ist The Expanse im 23. Jahrhundert. Die Erde ist überbevölkert und hat mittlerweile auch den Mond, Mars und diverse im Sonnensystem verstreute Raumstationen besiedelt. Die Vereinten Nationen regieren über die Erde, den Mond und einzelne Stationen. Die Marsbewohner haben sich ihre Unabhängigkeit erstritten. Da alle auf dieselben Ressourcen angewiesen sind, ist die Lage und das politische Klima stark angespannt. Auch aufgrund großer soziale Unterschiede bildet sich Widerstand sowohl gegen die Mars- als auch die Erdregierung, was den Konflikt an den Rand der Eskalation treibt.

Die Serie basiert auf einer Buchreihe von Daniel Abraham and Ty Franck, die unter dem gemeinsamen Namen James S. A. Corey publizieren. Frühzeitig verlängerte Syfy The Expanse um eine dritte Staffel, die gerade in Kanada gedreht wird.

THE EXPANSE | Season 2 Trailer #2 | Syfy

Kritik zu The Expanse 1.04: CQB

SPOILER

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The Expanse Folge 4

Auf der Donnager verschärft sich die Krise, als unbekannte Angreifer das Schiff in die Bredouille bringen und Holdens Rumpfcrew langsam die Optionen ausgehen. Miller fahndet auf Ceres derweil weiter nach Julie Mao und bemerkt dabei lange Zeit nicht mal, dass sein Kollege Havelock sich rar macht, und auf der Erde und der Tycho-Station haben Chrisjen und Fred Johnson ihre ganz eigenen Probleme.

Auf der Donnager geht es rund

Keine Frage: Der Plot um Holden und seine Leute sowie die Mars-Crew der Donnager steht klar im Fokus der vierten Episode von The Expanse.
 
Gerade sollte Holden noch zu einem Widerruf bezüglich seiner Anschuldigungen gegen den Mars bewegt werden, da kommen viel dringlichere Probleme auf die Besatzung zu. Unbekannte Angreifer nähern sich und verwickeln das imposante Mars-Schiff in ein hitziges Gefecht. Dass die Kommandantin dabei lange Zeit mit Bierruhe und Kaffeebecher in der Hand Lockerheit demonstriert, passt zur Darstellung des Mars-Militärs und weckt zudem spaßige Assoziationen zum Untergang der Titanic. Es fehlte hier nur die Live-Musik. So ahnt man dann auch schnell, dass es schlimmer steht, als die Brückencrew zugeben will - oder kann. Als diese es dann auch realisiert, ist es schon zu spät und ein weiteres Schiff geht in die ewigen Jagdgründe der Serie ein.
 
Doch vorher passiert noch einiges: Die verbliebenen Überlebenden in der Arrestzelle sehen sich dem Tod gegenüber - zumal Holden ihnen erst nicht helfen darf. Dabei outet sich Ex-Mars-Pilot Alex als besserer Busfahrer, was durchaus Anlass zum Schmunzeln gibt. Immerhin: Die Uniform steht ihm. An Mut fehlt es jedoch nicht - als es hart auf hart kommt, nimmt er freiwillig ein Betäubungsmittel und legt sein Schicksal in die Hände seiner Kameraden.
 
Zur heftigsten Szene der bisherigen Serie kommt es, als mitten in einer eigentlich harmlosen Situation ein Schuss quer durch den Raum zischt und die Wand durchlöchert - doch nur, um vorher noch den Kopf von Shed Garvey mitzunehmen. Wohlgemerkt: In Schwerelosigkeit. Da kann sich einem schon mal der Magen umdrehen. Oder man ist Gore-Fan und reagiert mit einem Lächeln. Beides funktioniert.
 
Mit Hilfe von Holden gelingt allen schließlich aber doch noch die Flucht, die spektakulär inszeniert ist und immer wieder auch Sequenzen von Schwerelosigkeit beinhaltet. Einziger Preis für Holden: Er soll aussagen und den Mars reinwaschen. Schließlich handelt es sich bei den Zerstörern der Canterbury offenbar um die gleichen Unbekannten, die nun die Donnager auf dem Gewissen haben.
 
Das Ende ist somit klar: Die Donnager ist hinüber, und die Vagabunden der Ex-Canterbury müssen sich wieder allein durchschlagen.

The Expanse 1x04

Erde, Tycho & Miller sind entbehrlich

So gut der Hauptplot funktioniert, so unmotiviert wirken da fast die restlichen Schauplätze.
 
Am besten klappt das Ganze noch wie gehabt bei Joe Miller und seiner täglichen Arbeit auf der Ceres-Station, doch auch hier wabert die Geschichte gerade im Schneckentempo voran.
 
Das Schicksal von Havelock bleibt lange im Dunkeln und wird auch am Ende nur angedeutet - er könnte überleben. Millers Recherche nach einem Toten, der eigentlich noch lebte, macht für den Moment wenig Sinn und führt nur zu weiteren Fragen. Aufgepasst, ihr lieben Autoren: Das funktioniert noch eine Weile, irgendwann muss aber auch hier mehr kommen.
 
Schlimmer trifft es aber ohnehin erneut Chrisjen auf der Erde, die außer einer bedeutungsschwangeren Szene auf dem Dach ihres Hauses mit ihrem Enkel kaum etwas beisteuert. Die benutzte Metapher ist dabei auch noch mehr als plump und überflüssig. Dass sie vorher noch versucht, die Canterbury-Crew von der Donnager zu retten (und scheitert) macht ihre Auftritte endgültig zu reinen Füllern. Erneut bleibt hier das Gefühl, man wolle die Handlungsebene auf der Erde schlicht irgendwie durchschleppen - obwohl es eigentlich nichts Relevantes zu erzählen gibt.
 
Als dritte Randerscheinung besuchen wir zum ersten Mal - und völlig aus dem Nichts - die Tycho-Station. Deren Leiter Fred Johnson baut offenbar gerade an einem Schiff - der Nauvoo. Er soll aufgrund seiner OPA-Kontakte jedoch abgelöst werden, kann dies aber für den Moment trickreich abwenden. Sinn macht auch dieses Element hier noch nicht, es eröffnet aber immerhin einen weiteren Schauplatz in dieser reichhaltigen Zukunftsvision. Wie bei Game of Thrones müssen die Produzenten aber auch hier erst noch lernen, alle Versatzstücke zu ihrem Recht kommen zu lassen - oder eben gelegentlich doch lieber wegzulassen. Weniger ist mehr und auf die Dosis kommt es an - um mal zwei Weisheiten zum Preis von einer abzugeben.

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Augen und Ohren

Optisch wird eine Menge geboten: Die Tycho-Station rangelt mit der Rakete im Hangar der Donnager in Sachen Wow-Effekt um die Wette. Die Kampfsequenzen im All erinnern stark an Battlestar Galactica und überzeugen durchweg. Doch auch das Klaustrophobische in der Donnager, die tollen Uniformen und Anzüge der Mars-Besatzung und die der mysteriösen Angreifer begeistern.

Die Frau des Rezensenten

Die erste Episode der Serie, die ihr richtig gut gefiel. Endlich stimmte für sie das Tempo und der Flow und auch das Verharren an primär einem Handlungsort erhielt Beifall. Die Szene auf der Erde und die auf der Tycho-Station empfand sie hingegen als ziellosen Ballast.

Kurz gesagt

Mit einer packenden, weil äußerst fokussierten und spannungsreichen Episode schaltet die Serie offenbar einen Gang hoch. Das Schicksal der Canterbury-Überlebenden zeigt sich erneut als wendungsreichster Plot der Gesamthandlung und stellt zumindest hier den Rest klar in den Schatten.
 
Wertung: Vier von fünf zerstörte Schiffe
 
Nächstes Mal in der Episode "Back to the Butcher" kommen Holden und Co auf der Tycho-Station an, und Miller wird mehr und mehr besessen von seiner Suche nach Julie Mao.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Syfy/ Netflix

Comic-Con-Trailer: The Expanse Staffel 3, The Originals Staffel 5, Once Upon A Time Staffel 7 & The Orville

Das Comic-Con-Wochenende in San Diego brachte noch eine ganze Reihe weiterer Trailer zu diversen Genre-Serien mit sich. Syfy enthüllte einen ersten Trailer zur dritten Staffel von The Expanse, welcher jedoch keine neuen Szenen zeigt und aus einer kurzen Zusammenfassung der zweiten besteht. Auf der SDCC wurde zusätzlich angekündigt, dass Elizabeth Mitchell (Lost, V) in der dritten Staffel eine Gastrolle übernehmen wird. The Expanse kehrt erst 2018 auf die Bildschirme zurück.

Der US-Sender Fox hat einen weiteren Trailer zur Science-Fiction-Comedy-Serie The Orville veröffentlicht, der ein paar neue Gags zu bieten hat. An der Seite von Seth MacFarlane (Family Guy) sind Adrianne Palicki (Agents of S.H.I.E.L.D.), Scott Grimes (Justified), Halston Sage (Crisis), J. Lee (Family Guy), Peter Macon (Shameless) und Penny Johnson Jerald (24) zu sehen. Die Pilotfolge inszenierte Jon Favreau (Dschungelbuch, Iron Man). Serienstart ist am 10. September.

Anfang 2018 startet bei The CW die fünfte und letzte Staffel des Vampire-Diaries-Ablegers The Originals. Der erste Trailer zeigt erstmals die nun jugendliche Hope (Danielle Rose Russell), die das Vermächtnis ihrer Familie bewahren will.

Zuguterletzt gibt es eine erste Vorschau auf die siebte Staffel zu Once Upon A Time, welche als eine Art Reboot anzusehen ist und einige Jahre nach den Ereignissen der letzten Folge von Staffel 6 einsetzt. Jennifer Morrison (Emma Swan), Rebecca Mader (Zelena), Ginnifer Goodwin (Snow White), Josh Dallas (Prince Charming), Jared S. Gilmore (Henry Mills) und Emilie de Ravin (belle) haben das Ensemble nach der sechsten Staffel verlassen. Die neuen Hauptrollen übernehmen nun Andrew J. West (älterer Henry Mills), Alison Fernandez (Lucy), Gabrielle Anwar, Adelaide Kane und Dania Ramirez. Die Ausstrahlung der neuen Staffel beginnt am 06. Oktober bei ABC.

THE EXPANSE | Season 3: Official Trailer | SYFY

Comic-Con 2017 Official Trailer: The Orville | Season 1 | THE ORVILLE

THE ORIGINALS Comic-Con® 2017 Video #WBSDCC

Once Upon A Time Season 7 Comic-Con Trailer

The Expanse: David Strathairn ergänzt den Cast in Staffel 3

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The Expanse Pilot

Die Dreharbeiten zur dritten Staffel der Space-Opera The Expanse haben in Toronto begonnen. Als Neuzugang im Cast wurde David Strathairn (The Blacklist) angekündigt. Details zu seiner Rolle gibt es noch keine, er soll jedoch einen bedeutenden Handlungsbogen bekommen.

Die äußerst positiv bewertete Syfy-Serie basiert auf einer Buchreihe von Daniel Abraham and Ty Franck, die unter dem gemeinsamen Namen James S. A. Corey publizieren. Angesiedelt ist The Expanse im 23. Jahrhundert. Die Erde ist überbevölkert und hat mittlerweile auch den Mond, Mars und diverse im Sonnensystem verstreute Raumstationen besiedelt. Die Vereinten Nationen regieren über die Erde, den Mond und einzelne Stationen. Die Marsbewohner haben sich ihre Unabhängigkeit erstritten. Da alle auf dieselben Ressourcen angewiesen sind, ist die Lage und das politische Klima stark angespannt. Auch aufgrund großer soziale Unterschiede bildet sich Widerstand sowohl gegen die Mars- als auch die Erdregierung, was den Konflikt an den Rand der Eskalation treibt.

Anfang 2018 soll die dritte Staffel in den USA starten. Hierzulande wartet man derweil nach wie vor auf die Veröffentlichung der zweiten Staffel. Diese lief in den USA bereits seit Februar und wurde eigentlich zeitnah auf Netflix erwartet. Der Streaming-Anbieter vertreibt die Serie außerhalb der USA international als Netflix Original. In Fankreisen kursierte mal der 7. Juli als Veröffentlichungstermin, nun heißt es August - aber ein offizielles Statement lässt noch auf sich warten.

THE EXPANSE | Season 2: Trailer #2 | Syfy

Kritik zu The Expanse 1.03: OPA und die Canterbury

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The Expanse Folge 3

Die Überlebenden der Canterbury müssen sich auf einem Mars-Schiff mit Verhören und Anschuldigungen herumschlagen, auf der Erde versucht Chrisjen herauszufinden, ob der Mars hinter der Zerstörung der Canterbury steckt und Miller kann auf Ceres inmitten aufkeimender Tumulte seine Mao-Untersuchung nur noch heimlich weitertreiben.

Wütende Gürtler auf Ceres

Am leichtesten zugänglich ist dieser Episode erneut die Handlung auf Ceres. Auf Monitoren wird die Erklärung von Holden gezeigt, was Tumulte untern den Gürtlern befeuert. Die Angst der Bewohner vor schwindenden Wasserreserven und verunreinigter Luft wird greifbar und die Gürtler sind schnell dabei, die Schuld beim Mars zu suchen. Die Situation bewegt sich in unruhige Gewässer, was Millers Arbeitgeber - der sich lieber vage als unparteiisch positioniert - dazu bringt, die Mao-Untersuchung zu beenden und die Detectives lieber auf die aktuellen Sicherheitsprobleme anzusetzen. Diese eskalieren auch stetig, was zu einer bedrohlichen Situation führt, der sich auch der Zuschauer nicht entziehen kann.

Miller hat trotz der Ansage seiner Chefin erneut seinen eigenen Kopf und beschließt, die Mao-Untersuchung nicht einzustellen, sondern fröhlich und heimlich weiter zu ermitteln - leider jedoch noch ohne größere Fortschritte. Allerdings entwickelt sich sein Handlungsstrang immer weiter in Richtung einer klassischen Detektivgeschichte, bei der er kleinste Informationsfetzen (hier von Holden über das Schicksal der Scopuli) zusammensetzt und so langsam ein klareres Bild der Hintergründe erhält. Der Figur des Miller fehlt letztlich nur der innere Monolog als Erzählerstimme für die Zuschauer, um einen wunderbaren Sci-Fi-Noir-Krimi auf Ceres zu erhalten. Allerdings kann Thomas Jane auch ohne diesen dramaturgischen Kniff viele der Vorgänge in Millers Kopf darstellen - ein dickes Plus für die Serie.

In einer Nebenhandlung erfahren wir noch, dass Millers Kollege Havelock offenbar aus eigenem Antrieb von einer Prostituierten Unterricht in der speziellen Sprache der Gürtler erhält und sie eben nicht - wie man zunächst vermutet - aus anderen Gründen in ihrem Etablissement aufsucht. Die Sprache der Gürtler ist ein interessanter Aspekt, der sie fremdartig erscheinen lässt und ihre Position als Alien-Ersatz der Serie untermauert. Havelock wird übrigens am Ende der Episode gezielt von einigen Gürtlern erstochen ("Remember the Cant" - so heißt die Episode auch im Original). Ob er stirbt oder überlebt, bleibt offen. Warum gerade er als Erd-Mensch das Ziel ist, obwohl sich die Proteste doch eigentlich gegen den Mars richten, bleibt ebenfalls unklar.

The Expanse

Zu Besuch bei den Ostmächten

Die Rumpfcrew der Canterbury ist inzwischen auf der Donnager, einem Mars-Schiff, empfangen worden und in Einzelzellen untergebracht.

Natürlich vereinfache ich in meiner Überschrift stark - doch genau wie man in Star Trek einst die Klingonen als Spiegelbild Russlands zu Kontrahenten im Kalten Krieg machte, stehen die Marsianer in ihrem ganzen Auftreten eindeutig ebenfalls Pate für die Ostmächte. Für uns Zuschauer schafft man somit eine visuelle Zugänglichkeit, die zudem gekonnt die Mechanismen unserer realen Erdgeschichte spiegelt.

Dominiert wird dieser Handlungsstrang von den Verhören der Canterbury-Überlebenden. Dabei treten dann auch spannende Erkenntnisse zu Tage, die die Protagonisten klarer umreißen und ihnen mehr Profil verleihen - abseits von den bisher schon positionierten Miller und Holden.

Alex Kamal zum Beispiel wird als erster aus seiner Zelle geholt und taucht wenig später frisch geduscht und bester Laune in einer Uniform des Mars wieder auf. Wir erfahren, dass man ihm für zwanzig Jahre Dienst in der Flotte des Mars Respekt zollt - oder steckt vielleicht mehr dahinter? Dem Vertrauensverhältnis zu seinen Kollegen ist diese Enthüllung in jedem Fall wenig zuträglich.

Bei Naomi konzentriert sich alles auf eine mögliche Beteiligung an der Zerstörung der Canterbury - die Marsianer sehen in ihr die potentiell wahrscheinlichste OPA-Angehörige des Teams, wobei die Herleitung zu dieser Vermutung mehr als weit hergeholt ist.

Auch Holdens belastete Vergangenheit wird erneut thematisiert - bei einem Charakter wie ihm ist dies jedoch keine allzu große Überraschung und passt bisher optimal ins Gesamtbild.

Die Umsetzung der Verhöre ist kammerspielartig und erzeugt einen hypnotischen Sog, der diese zweite Handlungsebene der Episode - wie auch die auf Ceres - sehr unterhaltsam macht. Die eingesetzten Pillen zur Schärfung der Sinne sind eine nette Idee und ein schönes Alleinstellungsmerkmal, wenn auch das Drehbuch sich keine Mühe gibt, uns die Wirkungsweise in irgendeiner Form genauer zu erklären.

Intrigen auf der guten, alten Erde

Wie bereits bei den letzten beiden Episoden fällt die Handlung auf der Erde hinter dem Rest deutlich ab. Allerdings ist es gar nicht uninteressant, Chrisjen bei ihren kaltherzigen Manipulationsversuchen eines alten Freundes zuzusehen.

Dabei möchte die gute Frau eigentlich nur Gewissheit - hat der Mars etwas mit der Zerstörung der Canterbury zu tun? Wir wissen diese Antwort bereits durch das Verhalten der Donnager-Crew. Chrisjen muss ein paar Kniffe einsetzen, um am Ende mit dem gleichen Wissensstand ausgestattet zu sein. Wirklich voran geht es hier also erneut nur in ihrer Figurenzeichnung. Nun haben wir jedoch langsam verstanden, dass sie bereit ist, über Leichen zu gehen - oder wie ihr alter Freund es treffend benennt: Sie ist von Kindesbeinen an verbissen auf Sieg gepolt.

Spannend ist dennoch, wie er Chrisjen weiterhin mit Respekt begegnet, obwohl seine Karriere ruiniert ist und er nicht mehr dorthin zurück kann, wo er sich am liebsten aufhält. Er kann den Druck und die Verantwortung seiner alten Freundin nachempfinden und gesteht ihr diese erbarmungslosen Methoden tatsächlich zu.

The Expanse

Augen und Ohren

Wunderbare Ansichten von der Erde wechseln sich mit klaustrophobischen Kulissen von Ceres und auf der Donnager ab und die hier erstmals gezeigten Uniformen und der Look der Marsianer können klar überzeugen. Die Welt auf Ceres erinnert visuell und in den detailverliebten Kulissen erneut stark an Filme wie die Originale von Total Recall oder Blade Runner - oder eben weiterhin das Remake von Battlestar Galactica.

Die Frau des Rezensenten

Noch wird sie nicht warm mit der Serie. Weder packt sie das politisch undurchsichtige Geflecht, noch die Figuren. Das gleiche Problem hatte sie jedoch auch vor Jahren bei Game of Thrones. Den vermeintlichen Tod von Havelock fand sie zudem äußerst schade.

Kurz gesagt

The Expanse bastelt weiter an ihrer komplexen und absolut realistischen Zukunftsvision, präsentiert neue Fraktionen im großen Spiel und puzzelt an allen Ecken und Enden die Handlung im Schneckentempo voran. Dass dabei einiges zum Stillstand neigt (die Mao-Untersuchung) und vieles immer noch reines Setup ist (die Szenen auf der Erde), stört nicht weiter. Viel zu interessant ist das Entdecken von Details und das Suchen nach Ansatzpunkten inmitten dieser spannenden Welt.

Wertung: Vier von fünf Verhörpillen (für den besseren Durchblick)

Nächstes Mal in der Episode "CQB" erreichen die Erde unschöne News, Miller fahndet weiter nach Mao und auf der Donnager bekommt man es mit unerwarteten Problemen zu tun.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Syfy/ Netflix

Kritik zu The Expanse 1.02: Die große Leere

SPOILER

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The Expanse Folge 2 Thomas Jane

An Bord der Knight betrauert man den Verlust der Canterbury samt vieler Freunde und Kollegen und bastelt an einer Chance auf Rettung. Es dauert jedoch nicht lange, bis Scharmützel zwischen den Überlebenden in den Vordergrund treten. Auf Ceres ist Detectice Miller der vermissten Julie Mao auf den Fersen und auf der Erde versucht sich Chrisjen Avasarala an alternativen Foltermethoden ...

Der Rezensent spricht gleich zwei heiße Eisen an

Früher als gedacht drang mir bei Ansicht der zweiten Episode ein Thema ins Bewusstsein, das sich bereits bei der Pilotfolge angedeutet hatte. Serien, die stark durch visuelle Qualität bestechen, neigen gelegentlich dazu, ihre Story hinten an zu stellen oder im Tempo zu verschleppen. Man denke hier an Sense8 oder Game of Thrones. Bei der ersten Episode trat dieser Umstand in The Expanse noch nicht besonders zutage, da man dort mit sperrangelweit offenem Mund einfach über jegliche rudimentäre Handlung hinweggrinste. Hier nun jedoch ist der erste Zauber abgeklungen und man möchte tiefer eintauchen in die Geschichte dieser futuristischen Welt. Und schau her: Das Tempo ist erneut eher gediegen. Auf Ceres passiert wenig, auf der Erde eigentlich gar nichts und einzig an Bord der Knight entwickelt sich ein spannendes Kammerspiel, das den Status Quo aus der Balance bringt. An diesem Aspekt gilt es in jedem Fall dranzubleiben.
 
Der zweite Aspekt hat eventuell etwas mit dem ersten zu tun und besagt schlicht, dass es sich hier um die Umsetzung einer Romanreihe handelt. Romane, die ich wohlgemerkt nicht gelesen habe. Freunde der Bücher gehen nun grundsätzlich mit gänzlich anderen Erwartungen an die Umsetzung als reine Konsumenten der TV-Serie. Ich würde mich über Kommentare zu den Diskrepanzen oder Übereinstimmungen freuen, werde diese jedoch nicht in meine Bewertung einbeziehen, da ich die beiden Herangehensweisen gerne getrennt bewerten möchte. Für mich muss die Serie auch keine 1:1-Umsetzung sein. Das Gleiche gilt übrigens ebenfalls für Game of Thrones (wo ich die Bücher jedoch kenne) und The Walking Dead (wo ich zumindest einige Comics kenne). Ansatzpunkt für den Gedanken war hier jedoch eine Information, die ich vergangene Woche in den Kommentaren aufgeschnappt habe - nämlich, dass Chrisjen Avasarala erst viel später in den Büchern eingeführt wird. Und somit haben wir auch gleich eine Verbindung zum ersten heißen Eisen und zum nächsten Absatz: Die Story auf der Erde wirkt blutleer. Ran an den Speck.

Auf der Erde tritt man auf der Stelle

Chrisjen ist immer noch an ihrem gefangenen Gürtler dran, hat aber auch mit weiteren Verhörmethoden keinen Erfolg. Auf dem Weg nach Luna bringt sich dieser dann um und entgeht somit weiteren Befragungen. Hier zeigt sich die gute UN-Dame, die man nebenbei als Trägerin des dritthöchsten Amtes der Erdregierung bezeichnet, erneut kühl und skrupellos. Weder ihre wahren Motive noch die Hintergründe der politischen Situation werden jedoch bisher klarer umrissen. Die Szenen wirken somit eher wie eine Streckung des bereits Bekannten. Ein wenig mehr in die Tiefe dürfte dieser Handlungsteil in Zukunft gerne gehen, da die angedeuteten Mechanismen durchaus vielversprechend sind.

The Expanse

Der einsame Wolf, Kakteen und die Ratte - Leben auf Ceres

Dafür gibt es jedoch von Ceres mehr zu berichten. Die Versuche von Miller, die verschwundene Mao zu finden, sind ebenso interessant anzusehen, wie sein kurzes Intermezzo mit den jugendlichen Wasserdieben, die er am Ende gehen lässt. Dieser Miller ist ein undurchschaubarer Charakter, der offenbar nie den geraden oder korrekten Weg geht, sondern nur seinen eigenen Regeln folgt. Thomas Jane spielt diese Verschrobenheit auch hier gekonnt mit wenigen mimischen Finessen in den Vordergrund.
 
Ein nettes Detail dieser Handlung ist der auf Monitoren laufende Newsfeed, der über die verschollene Canterbury berichtet und die Bewohner zu Spekulationen anstachelt. Hier zeigt sich wieder die innere Verbundenheit der von den Autoren geschaffenen Welt - klasse.
 
Hübsch ist auch das Zwiegespräch von Miller mit der Ratte (“Gib nicht auf!“) und das Geschenk, das sein Partner erhält: Ein Kaktus für die gute Aussicht Zuhause. Zynische Zeiten. Näher kommt Miller Julie Mao zwar noch nicht wirklich, erkennt aber bereits einige familiäre Abgründe und stolpert über eine Narbe in Maos hübschem Gesicht, die sie sich in Zeiten perfekter plastischer Chirugie wohl nur aus gutem Grund nicht entfernen lässt - als Zeichen der Rebellion gegen das Elternhaus und den dominanten Vater? Das Erzähltempo ist hier in Ordnung, der Charakter eines durch Handlung ergänzten Stimmungsbildes jedoch auch diesmal deutlich zu erkennen.

Vollgas mit Knight (leider nicht Industries 2000)

Tiefschürfender geht es da schon auf der Knight zu. Holden plagen Abträume seiner verstorbenen Freundin (und ihres letzten Satzes “Da ist etwas, das du wissen solltest.“) und auch mit der restlichen Crew läuft es nicht gut. Obwohl just zum ersten Offizier befördert, machen seine Kollegen ihr eigenes Ding, ignorieren seine Position und erheben jemand anderen zum Anführer. Holden kann gar nicht so schnell schauen, wie er abgesägt ist.
 
Um die Antenne zu reparieren, wird eine Mission an der Außenhülle anberaumt, die den Rest der Crew dazu zwingt, im Inneren ohne Sauerstoff und in ihren Weltraumanzügen auszukommen. Dass es dabei zu Komplikationen kommt, überrascht zwar nicht, wurde aber effektiv und spannend umgesetzt. Auch hätte man durchaus geglaubt, dass weitere Crewmitglieder dabei sterben könnten - eine klare Auswirkung der überraschenden Canterbury-Zerstörung, die sich somit früh als effektives Instrument erweist.
 
Geprägt werden alle Sequenzen auf der Knight von einem hohen Maß aus Hoffnungslosigkeit und Depression, das sich fortsetzt, als man am Ende Kontakt zu einem Schiff erhält. Die Crew gerät in die Fänge des Mars - Ausgang offen.
 
An dieser Front bietet die Serie aktuell das höchste Spannungspotential und die größten Storyfortschritte, was die Schwächen an den anderen Handlungsorten auffangen kann. Miller und Holden haben sich zudem klar als Fokuscharaktere etabliert. Man wird sehen, wer diesem Duo in Zukunft das (hoffentlich gefilterte) Wasser wird reichen können.

The Expanse

Augen und Ohren

Die Szenen auf Ceres sind erneut atemberaubend gut umgesetzt, auch die weiteren Ansichten von New York können überzeugen. An Bord der Knight dominiert klaustrophobische Stimmung, die sich auch in den überzeugend umgesetzten Weltraumszenen fortsetzt. Insgesamt liegt The Expanse visuell definitiv näher an Battlestar Galactica als an Star Trek.

Die Frau des Rezensenten

Als viel schlüssiger empfand meine Couchnachbarin die verschiedenen Handlungsstränge bereits in dieser Episode. Das Erzähltempo erschien ihr der Situation angemessen, die Szenen auf der Erde waren für sie jedoch erneut nur von geringem Interesse, da dort “einfach nichts Interessantes passiert“. Im Gegensatz zu mir fiel ihr auf, dass Holden nicht nur ein wenig wie ein kurzhaariger Jon Schnee aussieht und sich so benimmt, sondern gar dessen Synchronstimme erhalten hat.

Kurz gesagt

Das Erzähltempo sinkt merklich, um den Auswirkungen der Zerstörung der Canterbury Rechnung zu tragen. Spannend sind dabei besonders die Befindlichkeiten und Dynamiken innerhalb der Rumpfcrew sowie am Rande noch Miller Nachforschungen. Nette Kleinigkeiten runden eine gute, aber nicht sensationelle zweite Episode ab.
 
Wertung: Diesmal gibt es Kakteen - 3 große und 1 kleiner von 5 (für die gute Aussicht)
 
In "OPA und die Canterbury" treten nächste Woche Tumulte auf Ceres ob der News von der Canterbury auf, während die Knight-Crew in die Gewalt des Mars gerät.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Syfy/ Netflix

Kritik zu The Expanse 1.01: 50.000 Kilometer (Pilot)

SPOILER

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The Expanse Season 1 Poster

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das 23. Jahrhundert. Die Probleme der Menschheit sind durch die Besiedlung von Mond, Mars und anderen Teilen des Sonnensystems nicht kleiner geworden. Auf Ceres ermittelt ein desillusionierter Detektiv, die Crew des Eisfrachters Canterbury gerät in Schwierigkeiten, und auf der Erde plagt man sich mit einer terroristischen Vereinigung und Problemen auf dem Mars...

Dies & das

Jonathan Banks, bekannt und beliebt aus Breaking Bad und Better Call Saul, spielt hier den durchgeknallten Blumenfreund und ersten Offizier der Canterbury - leider jedoch nur einmalig.

Wollmilchsau

Was kann es für einen bekennenden Trekkie, Fiver und SF-Nerd Schöneres geben, als eine neue Serie, die von Raumschiffen wie auch Raumstationen handelt und auch noch politische und gesellschaftliche Fragen mit qualitativ hochwertiger Ästhetik verbindet? Unverständlich eigentlich, dass ich die Serie trotz dieser Vorschusslorbeeren derart lange im Schrank gelassen habe. Vielleicht war die Information, dass ausgerechnet Syfy für die Produktion verantwortlich ist, daran Schuld? Dabei gab es durchaus auch gute Gründe, der Serie eine Chance zu geben: Naren Shankar, ehemals Produzent und Autor bei Star Trek: Die nächste Generation, Deep Space Nine und Voyager fungiert als Ausführender Produzent und die zugrunde liegenden Bücher von Daniel Abraham und Ty Franck (dort als James S. A. Corey genannt) werden seit Jahren sehr wohlwollend besprochen. Da beide auch noch als Produzenten und Autoren bei der Serie an Bord sind, ergibt sich fast eine Situation wie bei The Walking Dead und Game of Thrones. Eine zu hohe Messlatte? Nun landete die erste Episode von The Expanse endlich doch noch auf dem Bildschirm. Da sich die Handlung auf verschiedene Orte und Charaktere erstreckt, gliedern wir das Ganze mal ein wenig.

Leben auf Ceres - fast wie Zuhause

Auf Ceres bietet sich uns zunächst ein Querschnitt durch die Probleme der Erde. Ressourcenknappheit, Überbevölkerung, scharfe Trennung sozialer Schichten. Die Reichen leben im Luxus, die Armen dümpeln vor sich hin, und zwielichtige Gestalten versuchen, mit benutzten Luftfiltern den großen Reibach zu machen.
 
Inmitten dieses Treibens ermittelt Detective Joe Mills für die private Sicherheitsfirma Star Helix Security. Mills ist ein Gürtler (englisch: Belter), gehört also zu jenen Arbeitern, die unter schwierigsten Bedingungen im Asteroidengürtel nötige Ressourcen abbauen und durch die dort herrschende geringe Schwerkraft Deformierungen aufweisen.
 
Sein neuer (inoffizieller) Auftrag führt ihn auf die Spur eines verschwundenen Mädchens, Tochter einflussreicher Eltern von der Erde. Thomas Jane bringt dabei in nur wenigen Szenen eine entrückte Traurig- und Skrupellosigkeit in den Charakter ein, die ihn verletzlich und undurchschaubar zeichnet. Als Gürtler steht er gewissermaßen zwischen den Stühlen - anerkannt von keiner Seite. Seinen Respekt muss er sich hart verdienen. In der Summe haben wir es an dieser Front dennoch eher mit einem Stimmungsbild denn mit einer wirklichen Handlung zu tun. Die Charaktere werden vorsichtig positioniert, der Ort der Handlung etabliert und erste Querverbindungen gezogen (Suche nach Mao, Wasserknappheit) - das passt für den Moment.

Die Canterbury - wir haben sie kaum gekannt

Wechseln wir das Theater. Auf dem Eisfrachter Canterbury hat man just die Ladung verstaut und befindet sich auf dem Weg nach Ceres. Dort wartet man schließlich händeringend auf frisches Wasser. Ein Arbeiter hat bei den Arbeiten seinen Arm verloren und hofft nun auf eine topaktuelle Prothese und die Navigatorin sowie ein Mann namens Jim Holden vergnügen sich beim Sex in Schwerelosigkeit. Zurückhaltend scheint die Serie also schon mal nicht zu sein. Doch muss zunächst der erste Offizier ausgetauscht werden, da der Vorgänger offenbar den Verstand verloren hat und mit Blumen spricht. Der Neue, eben jener Holden, findet seine Beförderung wenig erfreulich und erzwingt auch noch einen Umweg, um einem Hilferuf der Scopuli nachzugehen. Dieses Schiff haben wir bereits ganz zu Beginn der Episode mit Julie Mao an Bord gesehen. Jener Mao, die Mills auf Ceres suchen soll. Der Rest der Crew der Canterbury samt Captain hätte diesen Notruf gerne ignoriert, um einen besseren Preis auf Ceres zu ergattern. Schöne, neue Welt.
 
Auf der Scopuli findet man jedoch niemanden. Als sogar noch ein unbekanntes Schiff erscheint, ist Eile geboten. Zwar kann der kleine Trupp den Torpedos ausweichen, muss jedoch auch die Zerstörung der Canterbury mit ansehen. Sofort wird der Mars als potentieller Aggressor ins Spiel gebracht, da sich zwischen dem eigenständigen roten Planeten und der Erde eine Art militärischer Pattzustand entwickelt hat.
 
In diesem Handlungsstrang kommt dann auch definitiv Game of Thrones-Feeling auf, da es nicht wirklich zu erwarten war, dass man bereits in der ersten Episode ein Schiff dieser Größe samt frisch eingeführten Captain und Freundin von Jim Holden in die Luft jagt. Ein wenig Unsicherheit ist nie verkehrt. Auch die Erzählgeschwindigkeit profitiert hier. Merke: Wenn man noch genug Story zu erzählen und interessante Charaktere in der Hinterhand hat, darf das Tempo auch von Beginn an gerne hoch und die Verlustliste lang sein.

Derweil auf der Erde

Die Szenen auf der Erde sind gegenüber den anderen beiden Brandherden hier noch überschaubar. Mit Chrisjen Avasarala lernen wir die stellvertretende Unterstaatssekretärin der Vereinten Nationen kennen, die sich mit den immer problematischer werdenden Übergriffen der Widerstandsgruppe OPA (Outer Planets Alliance) sowie den Problemen auf und mit dem Mars beschäftigt und offenbar auch nicht vor Folter zurückschreckt. In ihrer Gewalt befindet sich ein Gürtler, von dem sie sich Antworten erhofft. Schauspielerin Shohreh Aghdashloo hat man zuletzt als Admiral in Star Trek Beyond erlebt, sie war aber beispielsweise auch in Grimm, 24 oder Elementary zu sehen.
 
Große Bedeutung wird dieser Storyline zwar noch nicht gestattet, man erfährt aber zumindest, dass die Erde eine gewichtige Rolle im Gesamtkonstrukt spielt, was auch schon bei Babylon 5 wunderbar funktioniert hat und ebenfalls früh eingeführt wurde (Stichwort: Präsidentschaftswahl).

Augen und Ohren

Selbst wenn die Story noch nicht allzu tief gräbt, kommt man in Sachen visueller Präsentation aus dem Staunen nicht heraus. The Expanse macht in ihrer ersten Episode nahezu alles richtig und zeigt uns einen Look zwischen Star Wars und Alien, der abgenutzter und realistischer kaum sein könnte. Die Station Ceres ist - wie auch Babylon 5 - ein wunderbarer Ort der Gegensätze, der uns sogar eine unterirdische Promenade zeigt, die irgendwie dem B5-Zócalo ähnelt - eben nur in richtig gut. Die Canterbury überzeugt durch pragmatische und klaustrophobische Kulissen und die Weltraumszenen können es durchweg mit aktuellen Kinohits aufnehmen. Ein dickes Kompliment an alle Beteiligten. Zudem bietet uns Komponist Clinton Shorter einen wunderbar tragenden Score, der die Optik noch zusätzlich in die Breite zieht. Die Titelsequenz geriet als Sahnehaube ähnlich episch wie die von Battlestar Galactica.
 
Die Erschaffung einer glaubhaften Welt ist hier bereits der größte Pluspunkt der Serie. Alles fühlt sich real und nachvollziehbar an. Die ist eine Zukunft, die man sich durchaus für die nächsten Jahrhunderte der menschlichen Entwicklung vorstellen könnte. Kudos!
 
Schauspielerisch tut sich noch niemand besonders hervor. Schade ist aber, dass der wunderbare Jonathan Banks nicht länger in seiner absurden Rolle zu sehen sein wird. Der Rest vom Cast wirkt aber kompetent gewählt, wenn auch in Sachen Optik Parallelen zu Game of Thrones (jung, durchtrainiert, sexy) nicht von der Hand zu weisen sind. Thomas Jane, Steven Strait und Cas Anvar hinterlassen insgesamt noch den größten Eindruck.

Die Frau des Rezensenten

Eine seit Jahren geltende Tradition sagt: Wenn sie auf der Couch Platz nimmt, gehört sie auch ins Review. Für sie war die Auftaktepisode zu überladen, zu verspielt und ausufernd in Charakteren und Orten. Sie fühlte sich unangenehm an die ersten beiden Staffeln Game of Thrones erinnert, als sie damit kämpfte, dem Überfluss an Story zu folgen. In einem ihrer heiteren Momente bezeichnete sie Holden als “Commander Schnee” - ob das ein Kompliment war, vermag ich nicht zu sagen. Dafür gefiel ihr aber die Zeichnung der Zukunft, die für sie viel näher an dem liegt, was sie sich selber vorstellen kann. Im Gegensatz zu jeder Inkarnation von Star Trek über Babylon 5, Star Wars, Stargate oder Firefly, die ihr oft zu abgehoben ansetzen. 

Kurz gesagt

Ein Traumstart. Zwar hat die Serie bei der Storytiefe noch viel Luft nach oben, die grandiosen Produktionswerte machen das zu diesem Zeitpunkt jedoch mehr als wett. Sollte man die politisch-gesellschaftlichen Spannungen kompetent ausbauen können, wartet hier unter Umständen ein ganz dickes Ding auf den geneigten SF-Fan.
 
Wertung: 4 von 5 nagelneue Luftfilter
 
Nächstes Mal darf Miller sich in "The Big Empty" auf Ceres mit Wasserdiebstahl befassen und die Überlebenden der Canterbury müssen schnellstmöglich Hilfe besorgen.

Syfy bestellt weitere Staffeln von 12 Monkeys & The Expanse

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The Expanse Season 1 Poster

Der amerikanische Sender Syfy hat zwei seiner Eigenproduktionen um jeweils eine weitere Staffel verlängert. Zum einen handelt es sich dabei um 12 Monkeys. Hier bestellte der Sender eine vierte Staffel, die allerdings auch gleichzeitige die letzte der Serie sein soll. Wie in den bisherigen Staffeln werden noch einmal zehn neue Episoden produziert.

Darüber hinaus gab Syfy das Startdatum für die dritte Staffel bekannt. Diese wird im Mai in einer Eventprogrammierung an einem Wochenende ausgestrahlt. Los geht es am 19. Mai mit gleich vier Episoden. Am 20. und 21. Mai sind dann jeweils drei Folgen pro Abend zu sehen.

Darüber hinaus haben die Senderverantwortlichen auch The Expanse verlängert. Aktuell läuft auf dem Sender die zweite Staffel der Serie, im kommenden Jahr soll eine dritte Staffel folgen. Bestellt wurden noch einmal 13 neue Folgen.

Die Serie basiert auf einer Buchreihe von Daniel Abraham and Ty Franck, die unter dem gemeinsamen Namen James S. A. Corey publizieren. In den Hauptrollen sind Thomas Jane (Texas Rising), Steven Strait (Magic City), Cas Anvar (The Strain), Dominique Tipper (Vampire Academy), Wes Chatham (Tribute von Panem) und Shorhreh Aghadashloo (Grimm, Star Trek Beyond) zu sehen. In Deutschland zeigt der Streaminganbieter Netflix The Expanse.

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