Kritik zu Guardians of the Galaxy: The Telltale Series Episode 1

Der amerikanische Videospieleentwickler Telltale Games ist vor allem für seine narrativen Spiele zu The Walking Dead bekannt. Das gleiche Konzept wird auch bei den anderen Titeln verwendet: Bekannte Marken kombiniert mit einer filmisch erzählten Geschichte. Nach Batman ist nun auch ein Marvel-Comic dran, geschickt veröffentlicht vor dem MCU-Sequel haben die Guardians of the Galaxy ihren Weg auf PC und Konsole gefunden.

Aus Lizenzgründen wird eine unabhängige, eigene Geschichte erzählt, die weder im MCU noch in den Comics angesiedelt und Kanon ist. Auch die gelungenen Charakterdesigns sind abgewandelt, auch wenn der Einfluss des MCU sehr deutlich erkennbar ist. Nur Gamora fällt mit einer Kombination aus dem aktuellen Comiclook und den Zügen von Schauspielerin Zoe Saldana etwas aus der Reihe.

Auch mit Guardians of the Galaxy geht Telltale den gewohnten Weg einer episodischen Veröffentlichung. Episode 1 kann jetzt gespielt werden, vier weitere folgen in den nächsten Monaten. Je zwei Stunden dauert eines der zusammenhängenden Abenteuer.

Über die gesamte Spielzeit sieht der Spieler viele Zwischensequenzen, die einzige Möglichkeit zur Interaktion sind Quicktime-Events. Die Geschichte kann durch ein paar Entscheidungen beeinflusst werden, die leichten Auswirkungen sollten aber nicht überschätzt werden.

GotG: Telltale Starlord

Neu erzählt und trotzdem altbacken: Die Guardians vs. Thanos

Im Spiel hört Star-Lord den “Rad Mix”, was etwas weniger bombastisch als “Awesome Mix” klingt und auch sehr gut stellvertretend für die Beziehung zwischen Spiel und Film steht.

Telltale wollte mit allen Mitteln ein Spiel schaffen, das dem Film möglichst ähnelt . Keine leichte Aufgabe, bei einem Streifen, der unter Fans und Kritikern als amüsanteste Superhelden-Adaption der vergangenen Jahre galt. Dabei haben die Entwickler durchaus verstanden, was den Film ausmacht. Es ist ihnen aber trotzdem nicht gelungen, das Ganze zu kopieren und trotzdem noch eine eigene Note zu ergänzen.

Die erste Episode widmet sich der Einführung in das Szenario und den altbekannten Charakteren. Die Guardians erhalten einen Notruf von den Nova Corps: Thanos dezimiert ihre Streitkräfte auf einem Planeten der Kree.

Dort ist der Titan hinter einem uralten Artefakt her, was seinem Besitzer unbeschreibliche Macht verleiht. Und nein, es handelt sich diesmal immerhin weder um Juwelen noch goldene Handschuhe jeglicher Art.

Das Studio versucht mit einem Twist die typischen Merkmale der Guardians zu verändern, ob es das wirklich schafft, bleibt abzuwarten. Ansonsten bleibt das Spiel ein interaktiver Film, wie von Telltale gewohnt und eine bisher solide animierte Umsetzung des Ausgangsstoffes.

GotG: Episode 1 ist wahrscheinlich das beste Beispiel von den Grenzen der Umsetzung einer bekannten Lizenz. Man darf nicht zu viel referenzieren, kann aber dadurch nicht genug Neues wagen. Dazu gibt es eben schon einen superben Film, an den man mit so einer oberflächlichen Herangehensweise nur sehr schwer herankommen kann.

GotG: Telltale Gun

Telltale und die Technik von vorgestern

Ein wenig bessere Beleuchtung und ein paar höher aufgelöste Texturen machen GotG: Episoden 1 zum technisch besten Telltale-Spiel. Das ändert leider nichts an der Tatsache, dass die Grafik-Engine viele Jahre hinter dem aktuellen Stand ist und auf allen Plattformen nur schlecht läuft.

Die Framerate bricht im Sekundentakt zusammen, selbst im Hauptmenü bleibt man davon nicht verschont. Auf allen Plattformen gibt es außerdem Ladefehler, Abstürze und teils heftige Ruckler zu beobachten. Bei einem Spiel, dessen einzige Interaktionen die Reaktionszeit testen, ist das nicht mehr hinnehmbar.

Fazit

GotG: Epsiode 1 erzählt für Fans eine gute Geschichte, die aber nie die Quellen an Originalität und Humor übertreffen kann. Ansonsten ist es ein gewohntes Telltale-Spiel, was eben mit allen Stärken und Schwächen davon kommt. Neu- und Quereinsteiger sollten erstmal abwarten, was die nächsten Episoden bieten.

Telltales Guardians of the Galaxy ist für Xbox One, Playstation 4 und den PC erhältlich.

Bildnachweis: 
© Telltale Games

Marvel's Guardians of the Galaxy: The Telltale Series - Episode One Trailer

Guardians of the Galaxy 2014 Poster
Originaltitel:
Guardians of the Galaxy
Kinostart:
28.08.2014
Laufzeit:
122 min
Regie:
James Gunn
Drehbuch:
basiert auf dem gleichnamigen Marvel-Comic von Dan Abnett Andy Lanning
Darsteller:
Chris Pratt (Peter Quill/Star-Lord), Zoe Saldana (Gamora), Dave Bautista (Drax), Vin Diesel (Groot), Bradley Cooper (Rocket), Lee Pace (Ronan), Michael Rooker (Yondu), Karen Gillan (Nebula)
Peter Quill alias Star-Lord scharrt eine Gruppe Abtrünniger um sich, um den Planeten Xandar und den Rest des Universums zu retten.

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