Stargate Origins: Kritik zur 1. Staffelhälfte

Zehn Jahre, nachdem Paul Langford 1929 in Ägypten auf ein mysteriöses kreisrundes Artefakt gestoßen ist, weiß der Professor nach wie vor nicht, was er da genau gefunden hat. Gemeinsam mit seiner mittlerweile erwachsenen Tochter Catherine forscht Langford noch immer, ohne jedoch wirklich Fortschritte zu machen. Als der Professor zu dem Schluss kommt, dass es an der Zeit ist, nach Amerika zurückzukehren, tauchen plötzlich der deutsche Dr. Wilhelm Brücke und eine Gruppe von Soldaten aus dem Dritten Reich auf. Dies setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die dazu führen, dass Paul und Catherine Langford schon bald mehr von den Geheimnissen des Artefaktes lernen, als ihnen lieb ist.

Wenn man einem neuen Streaming-Angebot mit einem bekannten Franchise, das einige Jahre im Regal verbracht hat, zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen möchte, dann kann man dies auf verschiedenen Wegen tun. Im Falle von Star Trek: Discovery entschieden sich beispielsweise die Verantwortlichen von CBS dazu, mit einem vernünftigen Budget eine Serie zu produzieren, die sich in Sachen Produktionswert vor keinem heutigen Format verstecken muss.

Bei Stargate Origins ging das Studio MGM allerdings genau den umgekehrten Weg. Um den Fans das Streaming-Angebot Stargate Command schmackhaft zu machen, gab man pünktlich zum 20. Geburtstag von Stargate SG-1 eine Prequel-Serie in Auftrag, jedoch mit einem Budget, das kaum nennenswert gewesen sein dürfte. Entsprechend sieht das finale Produkt auch aus. Schon der Trailer ließ vermuten, dass Stargate Origins sich auf sehr überschaubarem Niveau bewegen wird, und die ersten fünf Folgen machen diese Vorahnung leider nur zu wahr. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man die Serie auch für eine Fanproduktion halten.

Wie wenig Aufwand investiert wurde, wird besonders in den ersten beiden Episoden offensichtlich. Die ganze Handlung spielt in einer Fabrikhalle, wobei (fast ausschließlich) schwache Darsteller ebenso schwache Dialoge führen. Im späteren Verlauf steigert sich die Serie aber zumindest etwas. Besonders Hardcore-Fans dürften ihren Spaß daran haben, die vielen Verbindungen zum Originalfilm und Stargate SG-1 zu entdecken. Verschmerzt man, dass die Macher zunächst einmal den Stargate-Kanon vollkommen über Bord werfen, sind die restlichen Verbindungen zur bisherigen Geschichte nett integriert.

Stargate Origins

Viel mehr hat Stargate Origins aber auch nicht zu bieten. Handlung und Umsetzung sind in vielen Bereichen mangelhaft, wobei es richtig schlimm wird, wenn die Serie versucht, Action zu inszenieren. Besonders die vierte Episode stellt hier einen traurigen Tiefpunkt da. Der dort dargestellte Kampf ist einfach nur peinlich schwach. Das Gleiche gilt auch für viele der Effekte, selbst im Originalfilm von bessere Qualität waren.

Die Drehbücher kranken zudem stark an den Dialogen. Der Plan, eine spaßige Abenteuergeschichte zu erzählen, wird von den Autoren durch langweilige Gespräche und dümmliche Witze umgesetzt. Dazu kommen die schon erwähnten schwachen Darsteller. Besonders die Schauspieler der menschlichen Figuren bewegen sich oft am Rande der Peinlichkeit. Lediglich Connor Trinneer, der schon in Stargate Atlantis mit von der Partie war, fällt nicht negativ auf. Dadurch stellt sich aber auch die Frage, wieso Trinneer in der Produktion überhaupt mitspielt.

Die Frage nach dem Wieso lässt sich generell bei Stargate Origins stellen. Der optimistische Fan könnte argumentieren, dass MGM den Fans mit der Serie ein kleines Geschenk zum Geburtstag von Stargate SG-1 machen wollte. Nur war es eben ein Geschenk von der Sorte, bei dem man sich im Vorfeld darauf geeinigt hat, ja nicht zu viel Geld auszugeben. Dem Zyniker dürfte dagegen der Gedanke kommen, dass man den Stargate-Fans noch ein paar Euro aus der Tasche ziehen wollte. Wer Stargate Origins sehen möchte, der muss rund 20 Euro zahlen. Dafür bekommt man aber immerhin nicht nur Zugriff auf das Prequel, sondern alle Stargate-Serien und -Filme. Dies ist auch der einzige Grund, warum der Preis überhaupt in irgendeiner Weise nachvollziehbar ist.

Natürlich spielt dabei auch die Tatsache eine Rolle, dass MGM den Fans die berühmte Karotte vor das Gesicht hält. Schließlich gibt es immer die Möglichkeit, dass Stargate fortgesetzt wird, wenn Origins entsprechende Aufmerksamkeit erregt. Letztendlich muss jeder Fan selbst entscheiden, wie wenig man bereit ist zu akzeptieren. Stargate Origins selbst bietet nichts, dass das Anschauen rechtfertigt, abgesehen davon, dass es den Namen Stargate trägt. Und selbst wenn die Serie erfolgreich ist, steht immer noch die Frage im Raum, ob dies am Ende tatsächlich zu einer richtigen neuen Stargate-Serie führt oder vielleicht nur zu mehr Origins. Letzteres kann sich MGM sparen.

Stargate Origins

Fazit

Wem schwache Darsteller, schlechte Dialoge, peinliche Actionsequenzen und Effekte von vor 20 Jahren nichts ausmachen, der kann durchaus einmal einen Blick auf Stargate Origins werfen. Die Serie richtet sich vor allem an Fans, die unbedingt wieder etwas aus dem Stargate-Universum sehen wollen, vollkommen unabhängig von der Qualität. Alle anderen können sich das Geld sparen, außer sie haben Lust, noch einmal herauszufinden, wie gutes Stargate gemacht wurde. Immerhin beinhalten die 20 Euro alle Episoden und Filme. 

Bei Stargate Command kann man sich den All-Access Pass kaufen.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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