Hellboy: Seit 25 Jahren kämpft Mike Mignolas Held gegen Monster, Vampire und Dämonen

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Hellboy

Am ersten August 1993 erschien das erste Hellboy-Comic. Es war noch kein reguläres Heft, sondern nur eine vier Seiten lange Kurzgeschichte, welche anlässlich der San Diego Comic-Con veröffentlicht wurde, um die kommende Miniserie zu bewerben. Der Held geht durch ein verlassenes Wüstendorf. Dort läuft ihm ein Hund über den Weg, der sich in ein Monster verwandelt. Nach kurzem Kampf wird die Bestie von Hellboy besiegt. Die Geschichte gab noch nicht viel von dem Preis, was die Serie in den folgenden Jahren ausmachen sollte.

Die erste Miniserie Seed of Destruction fährt dann ganz andere Geschütze auf. Hellboy stehen nun der Amphibienmensch Abe Sapien und die Pyromanin Liz Sherman zur Seite. Die Geschichte beinhaltet okkulte Nazi-Experimente sowie cthulhoide Froschmonster und besitzt mit dem wahnsinnigen Mönch Rasputin auch einen ersten bösen Widersacher.

Es folgen viele lange epische Abenteuer, die sich über mehrere Comichefte erstrecken. Allerdings kann Autor und Zeichner Mike Mignola auch immer wieder mit sehr kurzen Geschichten überzeugen, die wie das allererste Hellboy-Comic, mit wenigen Worten und den holzschnittartigen Zeichnungen eine ganz eigene und besondere Atmosphäre erschaffen.

Hellboy-Erfinder Mignola begann seine Karriere als Zeichner für unterschiedliche Marvel-Serien wie Daredevil,Power Man & Iron Fist oder Rocket Raccoon. 1987 wechselte er zu DC und arbeitete unter anderen an den Serien Batman und Starman mit – beide Helden kämpften später in den Crossover Batman/Hellboy/Starman auch Seite an Seite mit Hellboy.

Aufgefallen war Mignolas Zeichenstil bei DC vor allen durch seine Titelbilder und seine Mitwirkung an der Elseworld-Story Gotham by Gaslight, in der eine viktorianische Version von Batman gegen Jack the Ripper kämpft. Hier kristallisierte sich schon Mignolas späterer ganz eigener Zeichenstil heraus.

Auch wenn Mignola vor Hellboy an vielen Superhelden-Comics mitwirkte, ist seine eigene Schöpfung nicht bloß ein weiteres Abziehbild bekannter Helden. Mignola selbst beschrieb Hellboy einmal als den Klempner unter den Superhelden. Schon optisch unterscheidet sich der Held sehr von den klassischen Kollegen. Hellboy ist ein roter Teufel mit abgesägten Hörnern und einer steinernen rechten Hand, der vorzugsweise im Trenchcoat herumläuft.

Seine Herkunftsgeschichte wird in Seed of Destruction geschildert. Während eines fehlgeschlagenen Nazi-Experiments landet der beschworene Dämon nicht bei den Deutschen, sondern in der Ruine einer verfallenen Kirche bei einer Gruppe britischer und amerikanischer Forscher. Das Dämonenkind wird von Professor Trevor Bruttenholm aufgenommen und großgezogen.

Als erwachsener Dämon arbeitet Hellboy auf der Seite des Guten für das B.P.R.D. (Bureau for Paranormal Research and Defense – Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen), dem auch Liz Sherman und Abe Sapien angehören. Dort tritt er gegen Vampire, Nazi-Mutanten, Feenwesen und Monster aus fremden Sphären an. Immer wieder wird Hellboy als Dämonenwesen in die Machtkämpfe zwischen der Menschenwelt und den verschiedenen übernatürlichen Fraktionen hineingezogen.

Hier erkennt man auch die Einflüsse und Vorbilder, die Mignola für seine Geschichten nutzt. Zu einem wären da irische sowie keltische Sagen und Märchen zu nennen. Diese kommen besonders in den kurzen Geschichten zu tragen, werden von ihm aber auch immer wieder in die großen Storyline eingewoben.

Andere Vorbilder wären die Horrorautoren des frühen 20. Jahrhunderts. Den größten Einfluss hat hierbei sicher H. P. Lovecraft. Seine monströsen Kreaturen tauchen nicht nur in Seed of Destruction auf. Auch in den B.P.R.D.-Zyklus Plague of Frogs und Hell on Earth spielen sie später eine sehr große Rolle. Dem Werk Robert E. Howard (Conan) entliehen ist die Figur des B.P.R.D.-Agents Howards, der durch die Berührung eines magischen Schwerts eine Verbindung zur seiner Steinzeit-Inkarnation aufbaut.

Von Algernon Blackwood und William Hope Hodgson ließ Mignola sich zu seinem viktorianischen Hexenjäger Sir Edward Grey inspirieren. Grey hatte seinen ersten Auftritt in der Hellboy-Serie und bekam später mit Witchfinder seine eigene Reihe. Auch Lobster Johnson, welcher den Pulp-Helden der 30er und 40er Jahre nachempfunden ist, bekam nach wichtigen Auftritten in der Hellboy- und der B.P.R.D.-Reihe seine eigene Serie.

Im Laufe der Jahre vergrößerte Mignola sein eigenes Comic-Universum immer weiter. Neue Figuren wie der Golem Roger, die Wissenschaftlerin Kate Corrigan, das Medium Johann Kraus oder der mysteriöse Captain Ben Daimio kamen hinzu. Nachdem Hellboy am Ende der Miniserie The Conqueror Worm den Dienst beim B.P.R.D. quittierte, splittete sich die Serie auf. Fortan gab es die fortlaufende Hellboy-Serie und die B.P.R.D.-Reihe. Es folgten kleinere Spin-Off-Serien über Abe Sapien oder die Entstehung des B.P.R.D.s in den späten vierziger Jahren.

Mignola schaffte es da schon nicht mehr, alle Bände alleine zu bearbeiten. Die abschließenden drei Hellboy-Bände zeichnet Duncan Fegredo (MPH). Ab der Geschichte Dark Waters übernahm Guy Davies (Als die Zombies die Welt auffraßen) die Serie B.P.R.D.. Weitere Zeichner, die an Mignolas-Seriekosmos mitwirkten, sind Richard Corben (DEN), Tyler Crook (Harrow County), Gabriel Ba (Umbrella Academy) und Fabio Moon (How to Talk to Girls at Parties).

In Deutschland brauchte die Serie mehrere Anläufe, bis sie erfolgreich lief. Nach zwei Versuchen hatte 2002 erst der Cross Cult Verlag mit der Reihe langfristig Erfolg. Was auch an der Verfilmung durch Guillermo del Toro liegt, welche den Bekanntheitsgrad der Serie gerade hierzulande enorm erweiterte.

2008 kam del Toros Fortsetzung Hellboy – Die goldene Armee in die Kinos. Dazwischen erschienen die beiden Zeichentrickfilme Hellboy – Schwert der Stürme und Hellboy – Blut und Eisen. Regisseur del Toro war es aber nicht vergönnt, seinen geplanten dritten Hellboy-Film zu verwirklichen. Dafür soll im Januar 2019 ein Reboot von Neil Marshall (The Descent) in die Kinos kommen. Am Drehbuch ist Mignola diesmal als Co-Autor beteiligt.

Aber nicht nur als Film wurden die Comics adaptiert. Zwischen 2008 und 2010 erschienen beim Label Lausch acht Hellboy-Hörspiele. Als Sprecher wurde Tilo Schmitz verpflichtet, der auch Ron Perlmans Film-Hellboy synchronisierte.

2011 stoppte Hellboy im Band The Storm and the Fury den heraufziehenden Weltuntergang. Er bezahlte seine Heldentat mit dem Leben und war seitdem nur noch in Rückblenden sowie in der Miniserie Hellboy in Hell zu sehen. Somit ist die ursprünglich Serie zu Ende. B.P.R.D. ist nun die am längstens laufende Reihe des Mignolaverse und umfasst mittlerweile mehr Hefte als die ursprüngliche Hellboy-Serie.

Momentan plant Mignola das Ende der B.P.R.D.-Reihe. Wie genau die Geschichte enden wird, ist selbst dem Autor und Zeichner noch nicht klar. Nur eins steht fest: Es wird nicht ohne Hellboy zu Ende gehen. In der aktuellen Serie B.P.R.D.: The Devil You Know ist der rote Dämon wieder zurück auf der Erde und arbeitet erneut mit seinen alten Teamkameraden zusammen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Mike Mignola/Dark Horse, Universal/Dark Horse
Hellboy Filmposter
Originaltitel:
Hellboy
Kinostart:
16.09.04
Laufzeit:
122 min
Regie:
Guillermo del Toro
Drehbuch:
Guillermo del Toro
Darsteller:
Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair
Während des Zweiten Weltkriegs wird Hellboy durch ein Ritual erschaffen und aus der Hölle an die Erdoberfläche gebracht, um diese in Chaos und Leid versinken zu lassen. Eine Truppe Alliierter, mit dabei der Experte für Paranormales Professor Broom, kann das gerade so verhindern und die Dämonen zurückdrängen, doch etwas ist durch das Portal gekommen: Hell Boy. Er ist noch ein Baby und Professor Broom schließt ihn ins Herz und zieht ihn auf. 60 Jahre später. FBI Agent John Myers wird dem Büro für Paranomale Forschung und Verteidigung zugeteilt. Er soll auf einen der sogenannten "Freaks" aufpassen. Er ist groß und rot und hat eine Schwäche für Katzen: Hellboy.

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