I Am Not Okay with This: Kritik zur neuen Netflix-Serie

Die 17-jährige Sydney hat es aktuell nicht leicht. Nachdem sich ihr Vater vor einigen Monaten das Leben genommen hat, brodelt es in ihr. Frust und Wut lassen sie einfach nicht los und wirken sich entsprechend auf den Alltag aus. Einzig wenn sie mit ihrer besten Freundin Dina zusammen ist, fühlt sich Sydney besser. Dummerweise hat dieser gerade mit dem Footballspieler Bradley einen neuen Freund. Dies wäre schon aufgrund der Tatsache schlimm genug, dass Bradley ein ziemlicher Idiot ist. Hinzu kommt jedoch, dass Sydney selbst zunehmend romantische Gefühle für ihre beste Freundin entwickelt.

Als wäre dies noch nicht genug, häufen sich zudem mysteriöse Zwischenfälle. Immer wenn die Wut Sydney zu übermannen droht, brechen aus ihr scheinbar übermenschliche Kräfte hervor, durch diese sie beispielsweise ganze Löcher in Wände schlagen kann. Dies alles macht Sydneys Leben mit jedem Tag komplizierter. Zu Hilfe kommt zum Glück der Nachbarsjunge Stanley, der eine zunehmend wichtige Stütze wird.

Nachdem Netflix mit The End of the F***ing World schon einige Erfolge feiern konnte, wobei der Streaming-Dienst bei der Serie nur als Co-Produzent auftrat, scheint man Gefallen an den Comics von Charles Forsman gefunden zu haben. So setzt Netflix auch bei I Am Not Okay with This auf eine Vorlage des Autors und legt diese in die Hände von Jonathan Entwistle, welcher wiederum auch schon The End of the F***ing World als Serie adaptierte. Ähnlichkeiten zwischen beiden Umsetzungen lassen sich vor allem in der Grundprämisse finden. Auch in I Am Not Okay with This geht es wieder um Teenager-Probleme, wenn auch dieses Mal mit einem Superhelden-Einschlag.

I Am Not Okay with This

Der übernatürliche Aspekt der Serie spielt zunächst einmal aber eine sehr untergeordnete Rolle. I Am Not Okay with This legt in der 1. Staffel den Fokus klar auf den Teenie-Drama-Aspekt, der durch die auftretenden Kräfte von Sydney nur hin und wieder beeinflusst wird. Genau genommen würde die Staffel auch fast komplett gleich funktionieren, wenn die Fähigkeiten von Sydney nicht vorhanden oder in irgendeiner Form nur eingebildet wären. Das ist jedoch nicht der Fall, was sich vor allem im Staffelfinale bemerkbar macht. Dieses endet nicht nur mit einem sehr guten Cliffhanger, es werden auch die Weichen für eine 2. Staffel gestellt, die den übernatürlichen Aspekt deutlich stärker in den Mittelpunkt stellen könnte.

Ob eine solche Staffel kommt, wird sich zeigen. Bis es soweit ist, bekommen die Zuschauer ein nettes Teeniedrama präsentiert, dass kurzweilig unterhält, aber auch nicht wirklich innovativ ist. Wer die Filme von Regisseur John Hughes kennt, der wird auf viele vertraute Elemente treffen. Von einer Party über ein Football-Spiel bis hin zu einem gemeinsam Nachsitzen der Hauptfiguren und dem obligatorischen Abschlussball ist alles dabei.

Diese bekannten Zutaten wurden aber zu einem guten Mix miteinander vermischt, wobei sich auch die Tatsache auszahlt, dass die Staffel schnell durchgebingt ist. Die insgesamt sieben Folgen bewegen sich zwischen 20 und 28 Minuten Laufzeit, sodass man I Am Not Okay with This problemlos an einem Samstagabend schaffen kann. Durch die kurze Laufzeit entstehen auch kaum Längen, was bei Netflix ja auch nicht immer gegeben ist.

I Am Not Okay with This

Etwas komisch ist dagegen das Setting der Serie. Rein optisch wirkt vieles so, als wäre I Am Not Okay with This in den 80er Jahren angesiedelt. Die Kleidung, die Möbel oder auch die Autos könnten alle aus der aktuell in Hollywood so beliebten Ära stammen. Durchbrochen wird die Illusion dann aber, wenn jemand sein Smartphone aus der Tasche zieht oder plötzlich seinen Laptop öffnet. So wirkt das Ganze irgendwie etwas befremdlich, und es stellt sich die Frage, warum man sich nicht einfach für eine Ära entschieden hat. Die erzählte Geschichte funktioniert sowohl in den 80ern als auch in der heutigen Zeit.

Wirklich gute Arbeit leisten dagegen die Darsteller. Vor allem die beiden Hauptdarsteller Sophia Lillis als Sydney Novak und Wyatt Oleff als Stanley Barber, die auch schon gemeinsam für Stephen Kings Es gemeinsam vor der Kamera gestanden haben, erledigen ihre Aufgabe sehr gut. Auch beim restlichen Cast gibt es eigentlich nicht wirklich etwas zu meckern.

Fazit

I Am Not Okay with This ist eine unterhaltsame Serie für einen gemütlichen Samstagabend oder Sonntagnachmittag. Die Handlung bleibt über weite Strecken unterhaltsam und spaßig, auch wenn sie nie wirklich innovativ ist. Dabei stehen aber vor allem die Teenie-Drama-Elemente im Vordergrund, während der übernatürliche Aspekt erst einmal nur eine kleine Rolle spielt. Dies könnte sich aber in einer möglichen 2. Staffel ändern.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Netflix

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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