Wir wollen doch nur spielen! - Die Spiele-Tipps der Redaktion

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Uncharted

Wir werden heute ganze sieben Jahre alt - und sind damit im besten Spielealter! Genau deswegen (und na gut, da war noch irgendwas mit einer Pandemie ...) haben wir Spieletipps in der Redaktion gesammelt. Irgendwie muss man sich die Zeit im Lockdown ja vertreiben ...

Nele Bübl

Spieletipps von mir, guter Scherz - ich bin mit wenigen Ausnahmen bekennender Nicht-Spieler. Und das, obwohl sich im Steam-Account die maximal angespielten Kunstwerke türmen und meine Schwester mir ständig Witcher 3 aufschwatzen will. Das Prinzip Spiel, die Trailer, das Handwerk dahinter finde ich hoch interessant, aber habe quasi kein Verlangen das Ganze dann auch tatsächlich zu nutzen,  jenseits von Gelegenheits-Handy-Spielen wie Woody 99 und Candy Crush.

Eine Ausnahme, zu der ich schon mehrfach zurückgekehrt bin: Dragon Age I+II. Obwohl ich keine Ahnung habe, was ich spieltechnisch da eigentlich anstelle, hat es mir diese Abenteuer-Rollenspiel-Reihe (oder auch Mass Effect. Ähnliches Prinzip, aber im All) angetan. Einfach ab und an nach Thetas abtauchen, ein wenig durch die Gegend laufen, Leute retten (oder töten. Oder Gerettete töten. Oder Getötete retten.) und von den amüsanten Hintergrundgesprächen unterhalten lassen. Also falls sich jemand einsam fühlt ...

Johannes Hahn

Ah, Spiele! Die sanfte Brise des Eskapismus in so arg verwirrenden Zeiten! Allerdings: manche Spiele können aufgrund ihrer Regeln auch ziemlich verwirrend sein. Vor allem Pen-and-Paper-Rollenspiele gelten als ziemliche Komplexitätsmonster. Das ist - je nach System - auch zurecht so.

Dennoch: Tischrollenspiele sind ein wunderbares Erlebnis, welches ist aus meinem Spiele-Alltag nicht mehr missen möchte. Auch in Zeiten der gewählten oder verordneten Isolation lassen sich gemeinsam Rollenspiele spielen - zum Beispiel über Anwendungen wie Roll20 oder das “Spiel” Tabletop Simulator. Zwar ersetzen diese Anwendungen nicht das wunderbare Gefühl, mit seinen Freunden zusammenzusitzen und die Spielleiterin durch ständiges Abschweifen zur Verzweiflung zu bringen, aber immerhin kommt es dem nahe. 

Wer sich allerdings noch nicht an Das Schwarze Auge oder Pathfinder oder Dungeon World oder andere Systeme heran traut, dem sei empfohlen, bei dem kleinen Verlag System Matters vorbeizuschauen. Dort gibt es kleine Erzählspiele wie Ein ruhiges Jahr oder Geh nicht in den Winterwald, die in ein paar Stunden und mit meist einfachen Regeln sehr viel Spaß bringen und auch Menschen, die mit Rollenspielen nicht so viel am Hut haben (wollen) sanft in diese Spielform einführen könnte.

Natürlich kann man Rollenspiele auch ohne nervige Würfel und Papier und Bleistifte spielen - per Computer. Für mich ist einer der erhellendsten Erfahrungen meine regelmäßige Runde Divinity: Original Sin 2. Das Spiel ist tatsächlich sowohl eines der umfangreichsten Rollenspiele der letzten Jahre, sondern bietet auch eine unheimlich einfache und elegante Art, es im kooperativen Modus mit bis zu drei weiteren Spielern zu spielen. 

So, und jetzt mal weg von Rollenspielen - es wird geballert! Und zwar in Schweden! Letztes Jahr erschien Generation Zero für den PC und sollte den Spielern das Gefühl vermitteln, Gejagte zu sein. Die Spieler sollten sich vorsichtig von Siedlung zu Siedlung einer schwedischen Inselwelt des Jahres 1989 durchschlagen und den Robotern ausweichen, die es auf sie abgesehen haben. Allerdings hatten die meisten Spieler mehr Spaß am Ballern und schließlich sahen die Entwickler ein, dass das langsame und taktische Vorgehen eher weniger Interessenten fand. Mittlerweile, nach einigen Patches und einem DLC, ist das Spiel abwechslungsreich genug und bietet solide Unterhaltung in einem halbwegs ungewöhnlichen Setting. Wenn einem zuhause die Decke auf den Kopf fällt, ist es mit Generation Zero spaßig, durch eine spätsommerliche, baltische Insellandschaft zu streifen. Allerdings sollte man das schon wenigstens zu zweit oder mit mehr Kompanions machen - alleine wird Generation Zero etwas eintönig.

Katrin Hemmerling

Zu meinen Teenie-Zeiten waren Treffen zu Spieleabenden üblich. Damals waren es noch eher Spiele wie Tabu oder Therapie, die wir spielten. Mittlerweile hat sich einiges geändert. Was aber geblieben ist, ist die Verbindung zu Freunden, die gerne analog spielen - und damit auch weiterhin stattfindende Spieleabende. Nicht wie früher mit einer Auswahl an Softdrinks und Aufback-Kräuterbaguette, hier sind wir zum Glück alle älter geworden. Aber immer noch mit viel Einsatz und Spaß bei der Sache.

Ein Spiel, das sich bis heute gehalten hat, ist das Kartenspiel Wizard. Das Spielprinzip ist simpel und sorgt für Kurzweil. Gespielt wird mit drei bis fünf Spielern, es gibt vier verschiedene Spielfarben passend zum Setting mit Blau für Menschen, Grün für Elfen, Rot für Zwerge und Gelb für Riesen. Zusätzlich gibt es für jede Farbe noch je einen Zauberer und einen Narren. Ziel ist es, voraussagen zu können, wie viele Stiche man pro Runde machen wird, wobei sich die Anzahl der ausgegebenen Karten pro Runde um je ein Stück erhöht. Somit kein völlig neues Spielprinzip. Aber es funktioniert. Immer wieder ein guter Einstieg in einen Spieleabend.

Wer in größerer Runde zusammensitzt und wenig Motivation für ein Spiel hat, das Stunden dauern kann, dem sei Codenames empfohlen. Als Setting dient hier das Thema Agenten, die in zwei Teams mit je einem Geheimdienstchef aufgeteilt ist. Insgesamt 25 Karten werden im 5 x 5-Muster ausgelegt, die Karten enthalten verschiedene Begriffe. Ziel des Chefs ist es nun, seinen Agenten anhand von Assoziationen Hinweise auf die Codenamen des eigenen Teams zu geben. Das ist mitunter und je nach Gruppenzusammensetzung herrlich absurd - und genau deswegen darf es in meinem Freundeskreis bei keinem Spieleabend fehlen.

In der aktuellen Situation sind Treffen zu Spieleabenden jedoch eher suboptimal, deswegen von meiner Seite auch ein Tipp für digitales Spielvergnügen (wozu habe ich mir schließlich vor einiger Zeit eine Playstation gegönnt?). Relativ parallel mit Hannes habe ich begonnen, Detroit: Become Human zu spielen. Mal abgesehen von der grandiosen Spieloptik ist es gerade die Geschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hatte. Androiden, die von den Menschen lediglich anhand eines LED zu unterscheiden sind. Künstliche Intelligenzen, die plötzlich ein Bewusstsein entwickeln. Ist ein Android ein Mensch? Oder doch nur ein Gebrauchsgegenstand? Spannende Fragen, die in eine spannende, mitunter sehr rasante Handlung eingebunden sind, manche Entscheidungen müssen binnen Sekunden getroffen sein - mit teils fatalen Folgen. Definitiv ein Spiel, das einen noch lange beschäftigt. Und definitiv ein Spiel, dass man aufgrund der Entscheidungsvielfalt mehr als einmal spielen kann. Ich bin dann mal weg. Mal gucken, ob Connor auch ein böser Junge sein kann ... 

Anne Jerratsch

Soso, die Roboterdrachen setzen sich also auch zusammen an einen Tisch, um zu zocken? Ganz Recht! Zwar bin ich bekennende Kartenspielfanatikerin (Kein Uno-Kartendeck bleibt ungemischt, und bei 17 + 4 a.k.a. “Black Jack für Anfänger” habe ich meine Eltern schon als Kind geschlagen. Wieso nochmal bin ich nicht reich?), doch für die meisten Spiele braucht es mehr als zwei Mitspieler. Deshalb greife auch ich gern zu Stift und Papier. Der Spieleklassiker Stadt, Land, Fluss wurde schon vor einigen jahren vom österreichischen Satire-Duo Dirk Stermann und Christoph Grissemann zu einer offenen Runde erklärt und mit Stadt, Land, Scheidungsgrund sollten die Regeln klar sein: Anything goes, je dreckiger, desto besser, aber bitte kreativ sein. Als Kneipenspiel, aber jetzt auch als Variante am heimischen Esstisch geht das immer.

Wenn es doch der Computer sein soll, bin ich ganz klassisch: Point-and-Click-Adventures sind mein Mekka. Natürlich darf hier der Möchtegern-Pirat Guybrush Threepwood nicht fehlen, der auf Monkey Island den Zombie-Piraten LeChuck besiegen muss. Aber auch andere Lucas-Arts-Abenteuer haben mein Herz gestohlen: Bei Day of the Tentacle hat man gleich in drei Zeitlinien die Aufgabe, die bösartigen Tentakel davon abzuhalten, die Weltherrschaft zu übernehmen (bitte den Hamster aus der Mikrowelle nehmen), und beim Limbo-Thriller Grim Fandango muss man als Reiseverkäufer/Tod mit charmantem spanischen Akzent (in der deutschen Version gesprochen von Tommi Piper) eine unschuldige Seele vor der Verdammnis retten - dazu gibt es den besten Soundtrack seit es Blue Note-Jazz gibt. Alle Lucas-Arts-Spiele gibt es beim Online-Anbieter Steam zu kaufen. 

Ebenfalls etwas älteren Semesters ist die The Moment of Silence mit den Synchronstimmen von Bruce Willis und Julia Roberts, das in einem dystopischen New York im Jahre 2044 spielt. 

In den letzten Jahren haben sich auch kleinere Indie-Schmieden wieder des Genres angenommen. Mit Thimbleweed Park klickt man sich durch ein klassisches Whodunnit-Game mit charmanter Pixelgrafik. Die Macher, die hinter dem Spiel im Retro-Look stecken, sind übrigens die Erfinder von Guybrush Threepwood und seinem dreiköpfigen Affen. 

Florian Rinke

Vielen Menschen, die zu zweit in der Wohnung festsitzen, dürften momentan die nötigen Mitspieler für viele Gesellschaftsspiele fehlen. Wer nun auf Schach oder Mühle keine Lust hat, kann sich 7 Wonders Duel vornehmen. Das Kartenspiel ist eine Variante des bekannten Brettspiels für zwei Personen. Jeder übernimmt eine antike Zivilisation, die er über drei Zeitalter auf ein höheres Kulturniveau entwickeln muss. Dazu muss man Handel treiben, Rohstoffe erwirtschaften, in seiner Stadt Gebäude errichten und mächtige Weltwunder bauen. Außerdem kann man den Sieg durch militärische Überlegenheit oder durch wissenschaftliche Fortschritt erringen. Das Spiel bietet genügend Variationsmöglichkeiten, um es gleich mehrmals hintereinander zu spielen.

Lovecraft Letter kann man mit bis zu sechs Personen spielen. Es funktioniert aber auch super zu zweit. Das Kartenspiel ist eine Abwandlung von Love Letter – hier geht es aber nicht um Liebesintrigen an einem barocken Königshof, sondern um kosmische Monster und uralte Gottheiten. Neben dem neuen Lovecraft-Hintergrund unterscheidet sich diese Variante vor allem durch die Wahnsinnsfunktion. Nach und nach ziehen die Spieler jeweils eine Karte von Stapel. Dabei gibt es jeden Kartenwert zweimal – einmal normal und als Wahnsinnsversion. Zieht man zum Beispiel statt den Investigatoren die Tiefen Wesen, wird es von nun an etwas schwieriger zu gewinnen – aber die Wahrscheinlichkeit eine Begegnung mit Cthulhu zu überleben steigt an.

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Uncharted

Stefan Turiak

Ich bin tatsächlich erst letztes Jahr wieder bei den Videospielen eingestiegen und habe den Quantensprung zu der aktuellen Konsolengeneration gewagt, nachdem ich vorher lediglich bei 16-Bit kleben geblieben war. Ich hatte direkt das Glück mit den Uncharted-Spielen meine Lieblingsspielreihe zu entdecken. Warum? Weil es genau die Art von locker-flockigen Abenteuerfilmen repräsentiert hat, die ich heute noch liebe. Coole Action, schlagfertige Sprüche und die Jagd nach irgendeinem Schatz reichen schon aus, um mich zu erfreuen. Ansonsten stimme ich Anne voll und ganz zu: Die Point-and-Click-Adventure von damals haben noch heute einen unverwechselbaren Charmen und sollten immer wieder gespielt werden. 

 

 

 

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