Christopher Nolan kritisiert Warners Streaming-Pläne für 2021 scharf

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Warner Bros. Logo

Die Entscheidung von Warner Bros., alle großen Kinofilme im kommenden Jahr zeitgleich im Kino und auf dem Streaming-Dienst HBO Max zu veröffentlichen, sorgte in der vergangenen Woche nicht nur bei Filmfans für Aufsehen. Auch bei Filmemachern und Produktionsunternehmen wurde die Nachricht mit viel Überraschung aufgenommen, was vor allem daran lag, dass die Verantwortlichen von Warner im Vorfeld niemanden vorwarnten.

Wie der Hollywood Reporter berichtet, zeigen sich viele Produzenten und Filmemacher dabei alles andere als begeistert von dem Schritt. Besonders kritisch äußerte sich aktuell Christopher Nolan, der ohnehin als großer Verfechter der klassischen Kinoveröffentlichung gilt.

"Einige der größten Filmemacher und wichtigsten Filmstars gingen ins Bett und dachten, sie würden für das beste Filmstudio arbeiten, nur um nach dem Aufwachen herauszufinden, dass sie tatsächlich für den schlechtesten Streaming-Dienst arbeiten.

Warner Bros. hat großartige Möglichkeiten, um die Arbeit von Filmemachern zu veröffentlichen, sowohl im Kino als auch zuhause, und nun zerstören sie sie. Sie verstehen nicht einmal, was sie aufgeben. Die Entscheidung ergibt wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn und selbst der kleinste Wall-Street-Investor sieht, was für ein Fehler dies ist."

Neben Nolan sollen auch Regisseure wie James Gunn, Jon M. Chu oder Denis Villeneuve alles andere als glücklich über die Entscheidung sein. Chu entschied sich beispielsweise für seinen kommenden Film In the Heights gegen eine Zusammenarbeit mit Netflix, weil er ein Fan der Kinoerfahrung ist. Nun kommt das Musical im nächsten Jahr zwar ins Kino, aber nicht exklusiv.

Darüber hinaus ist der Schritt von Warner für viele Filmschaffende auch aus finanzieller Hinsicht problematisch. Gerade namhafte Regisseure und Darsteller haben in ihren Verträgen häufig eine Beteiligung an den Filmumsätzen. Diese würden nun natürlich geringer ausfallen, wenn weniger Menschen ihre Filme im Kino sehen. Im Falle von Wonder Woman 1984 soll Warner Bros. das Problem dadurch gelöst haben, indem sie Hauptdarstellerin Gal Gadot mit mehreren Millionen Dollar zusätzlich ausbezahlten. Ein Schritt, der wahrscheinlich auch bei vielen anderen Darstellern und Regisseuren notwendig wird.

Auch rechtlich könnte der Schritt noch Folgen haben. So gibt es Berichte, dass sich Legendary, die gemeinsam mit Warner Bros. sowohl Godzilla vs Kong als auch Dune produziert und finanziert haben, vor Gericht ziehen will. Im Falle von Godzilla vs. Kong ist die Sache vor allem deshalb so brisant, weil Warner Bros. zuvor wohl ein 250-Millionen-Dollar-Angebot von Netflix abgelehnt haben soll, ohne Legendary zu informieren.

Legendary steuerte zwar 75 Prozent des Filmbudgets bei, trotzdem hatte Warner Bros. das Recht, den Verkauf an Netflix zu blockieren. Im Gegenzug sollen sich die Verantwortlichen von Legendary erkundigt haben, ob Warner Bros. ihnen einen Deal für eine Veröffentlichung bei HBO Max anbieten wird. Nachdem es darauf zunächst keine konkrete Antwort gab, wurde das Produktionsunternehmen schließlich durch die Ankündigung vor vollendete Tatsachen gestellt. Neben Legendary sind auch die Unternehmen Village Roadshow und Bron betroffen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Partner einigen können oder am Ende vor Gericht landen.

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