Kapitel 16: Die Befreiung - Kritik zu The Mandalorian 2.08

SPOILER

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The Mandalorian

Mit der Episode "Die Befreiung" kommt die 2. Staffel von The Mandalorian zu einem Ende, und für den Abschluss feuern die Macher noch einmal aus allen Rohren. Inszenieren durfte die Folge dabei Peyton Reed. Der Regisseur machte sich in den vergangenen Jahren durch die beiden Ant-Man-Filme einen Namen und nahm nun erstmals bei The Mandalorian auf dem Regiestuhl Platz. Das Drehbuch ließ sich dagegen Showrunner Jon Favreau nicht nehmen, der damit sechs von acht Vorlagen der Staffel selbst verfasst hat.

Mando und die Ladys räumen auf

Die Zeit für die Rettung von Grogu ist gekommen, doch zuvor sichert sich Mando zunächst einmal noch weitere Unterstützung. Seit Bo-Katan bei ihrem ersten Auftritt ihre Absicht zum Ausdruck gebracht hat, das Dunkelschwert von Moff Gideon in ihren Besitz zu bringen, war ihre Rückkehr durchaus erwartbar. Entsprechend enttäuscht die Serie hier auch nicht und verhilft Darstellerin Katee Sackhoff zu ihrem zweiten realen Auftritt im Star-Wars-Universum.

Dem Serienkonzept treu bleibend, wird anschließend auch nicht viel Zeit damit verschwindet, große Pläne zu machen. Das Konzept, wie man an Bord des Sternenzerstörers gelangen möchte, ist relativ simpel, wobei aber die Tatsache, dass Dr. Pershing schon sehr bereitwillig Informationen preisgibt, die er eigentlich gar nicht müsste, etwas unrealistisch wirkt.

Der Angriff scheint anschließend auch relativ nach Plan zu funktionieren. Als Zuschauer bekommt man hier natürlich schnell das Gefühl, dass die Sache schon beinah zu glatt abläuft. Die Action ist hier wieder flott und flüssig inszeniert, allerdings muss man auch festhalten, dass man das Konzept, Sturmtruppler als Kanonenfutter zu verheizen, in Staffel 2 nun langsam etwas ausgereizt hat. In diesem Bereich darf es in den kommenden Staffeln durchaus wieder etwas mehr Abwechslung geben.

Mit den Sturmtrupplern schlagen sich dabei zunächst nur die Damen in Mandos Begleitung herum. Der titelgebende Held soll dagegen die Ablenkung nutzen, um die Dunkeltruppen auszuschalten und Grogu zu retten. Dies gelingt zunächst eher so mittel. Wirklich gut gelungen ist dabei der Kampf Mandos gegen einen der Droiden. Die Dunkeltruppler erweisen sich quasi als die Vorschlaghämmer des Imperiums, die allein durch rohe Kraft und Gewalt den Gegner übermannen. Dadurch werden sie zu einer wirklich Bedrohung und Mando bekommt tatsächlich einige Probleme.

Das Aufeinandertreffen mit Giddeon ist dann eher erwartbar, auch die Tatsache, dass dieser sein Wort bricht und Mando attackiert, dürfte niemanden überraschen. Der Kampf selbst ist ganz nett, aber jetzt kein wirkliches Highlight der Folge. Auch muss man zugeben, dass Giddeon zwar anscheinend eine Art Plan hatte, um es mit Mando und seinen Verbündeten aufzunehmen. Die Tatsache, dass er dafür aber praktisch seine gesamte Crew geopfert hat, lässt zumindest die Frage aufkommen, ob es keinen anderen Weg gegeben hätte.

Zehn Minuten Gänsehaut

In Gefangenschaft darf Darsteller Giancarlo Esposito dann noch einmal zeigen, warum er so gern für Schurkenrollen besetzt wird. Wie Giddeon es nach seiner scheinbaren Niederlage verbal mit Mando und dessen Verbündeten aufnimmt, ist wirklich stark gespielt und inszeniert. Und als dann noch seine Dunkeltruppen zurückkehren, wirkt es für einen kurzen Moment, als könnte er tatsächlich noch triumphieren.

Was daraufhin folgt, sind die zehn besten Minuten von The Mandalorian überhaupt und Star Wars im Allgemeinen der letzten Jahre. Schon das Auftauchen des X-Wing lässt einen als Zuschauer aufhorchen, und wenn der zunächst unbekannte Jedi das Schiff betritt, dürften sich bei vielen Fans die Nackenhaare aufgestellt haben. Sein Weg danach ist einfach unglaublich gut inszeniert ,vor allem weil man als Zuschauer ständig zwischen "Ist es wirklich Luke?" und "Das muss doch Luke sein!" hin und her schwankt. Und spätestens, wenn die Kapuze fällt, dürfte jeder Fan ein breites Grinsen auf dem Gesicht haben.

Der Auftritt von Luke Skywalker ist einfach eine tolle Überraschung zum Staffelfinale und der perfekte Abschluss für die Geschichte von Grogu (zumindest wenn man ausblendet, wie Lukes Jedi-Akademie einmal endet). Zudem bekommen wir als Zuschauer nicht nur einen kurzen Cameo, Luke wird auf dem Höhepunkt seiner Macht gezeigt und ist damit eine tolle Abwechslung zum Emo-Luke, den man den Zuschauern über weite Strecken in Episode VIII präsentiert hat.

Grundsätzlich muss man festhalten, dass die 2. Staffel von The Mandalorian auch deshalb noch viel besser als die 1. war, weil die Macher ihre Star-Wars-Herkunft nun nicht mehr so stark unter den Teppich kehren. In Staffel 1 wollte man verständlicherweise erst einmal auf eigenen Füßen stehen. Mit Auftritten von Bo-Katan, Ahsoka Tano, Boba Fett und nun auch Luke Skywalker nimmt man sich in Staffel 2 aber seiner Herkunft an und schafft den perfekten Spagat zwischen Nostalgie und etwas Eigenständigem.

Natürlich muss man an dieser Stelle einmal die Verjüngerungstechnologie erwähnen. Dem Abspann zufolge war tatsächlich Mark Hamill in der Episode zu sehen. Die digitale Verjüngung lässt sich dabei durchaus als gelungen bezeichnen. Man kommt nicht ganz auf das Level, das Marvel beispielsweise in seinen Kinofilmen erreicht. Für eine Serie, und das ist The Mandalorian immer noch, sah es aber tatsächlich noch ziemlich ok aus. Nicht perfekt aber gut.

The Book of Boba Fett

Mit dem Ende der Folge kommt auch die Geschichte von Mando und Grogu zu einem vorläufigen Abschluss. Es wird spannend zu sehen sein, wie es nun für den Mandalorian weitergeht. Gerade das Dunkelschwert und der Konflikt mit Bo-Katan scheint ja noch genug Stoff für weitere Folgen zu bieten.

Interessant wird auch die Zukunft von Boba Fett. Für alle, die es vielleicht verpasst haben, es gibt tatsächlich eine Abspannszene in "Die Befreiung". In dieser übernehmen Boba Fett und Fennec die ehemalige Festung von Jabba, nachdem sie zuvor noch Bib Fortuna aus dem Weg geräumt haben. Anschließend kündigt der Abspann The Book of Boba Fett an. Dabei könnte es sich zum einen um ein weiteres Spin-off zu The Mandalorian handelt, es wäre auch auch möglich, dass die 3. Staffel diesen Namen trägt.

Gerade die Tatsache, dass die beiden bisherigen Staffel jeweils als Kapitel erzählt wurden, lässt diesen Schluss durchaus zu. So wäre mit "Kapitel 16: Die Befreiung" das Buch von Din Djarin und Grogu zunächst abgeschlossen, und es könnte in Staffel 3 mit Kapitel 1 des Buches von Boba Fett weitergehen. Offiziell haben sich Disney+ und Lucasfilm zu dem Thema noch nicht geäußert. Daher heißt es erst einmal abwarten.

Fazit

Mit "Die Befreiung" endet eine starke 2. Staffel von The Mandalorian auf ihrem Höhepunkt. Sind die ersten beiden Drittel sehr gute Unterhaltung, folgen danach einfach nur zehn Minuten voller Gänsehaut. Die Macher treffen genau den richtigen Mittelweg zwischen Nostalgie und Eigenständigkeit, und es wird spannend zu sehen sein, welche Richtung die Serie mit Staffel 3 einschlägt. Vertrauen, dass die Qualität hoch bleibt, ist nach diesem Staffelfinale und den vorherigen Folgen aber in jedem Falle vorhanden.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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