Let's play Pen&Paper: Review zu Wil Wheatons "Titansgrave - Ashes of Valkana"

Wil Wheaton, bekannt als Darsteller des Neunmalklugs Wesley Crusher auf der Enterprise 1701-D, ist mittlerweile zu so etwas wie einem kleinen Halbgott in der Nerd-Welt aufgestiegen.


Shut up, Wesley!

Zu Recht fragen sich die Leute, die Wil Wheaton nicht kennen, warum er ein Halbgott sein soll, schließlich ist er ihnen unbekannt. Korrekt, aber Taliesin kennt auch keiner, und der war immerhin Sohn der keltischen Göttin Rhiannon und die ist jetzt Pop-Queen. Also lassen wir das mit dem Halbgott einfach mal so stehen.

Let's play in echt

"TableTop", eines seiner erfolgreichsten Projekte, führt den YouTube-Gucker in die Welt der Brettspiele ein. Mit drei mal mehr, mal weniger bekannten Mitspielern erfreut er sich regelmäßig, jetzt schon in der dritten Staffel (die von Fans finanziert wurde), an seiner Unfähigkeit, auch mal ein Spiel zu gewinnen.


Glückliche Menschen. Glückliche Menschen überall!

Aufgrund des hohen Erfolges und dem Überfluss an Spendengeldern hat er nun sein erfolgreiches TableTop-Prinzip auf die Pen&Paper-Welt angewandt. Kurz gesagt: Man kann in 10 Episoden vier Mitspielern und ihm als Spielleiter erfahren, warum man für spannende Abende nicht mal Internet braucht.


"Waaaaas!!!!!", wundert sich jetzt der Jungspund. "Spannende Abende ohne Internet???? Waaaaaaas!!!!!!"

Ja, das geht. Schon in den 80ern, damals, als man noch früh am Wochenende aufgestanden ist, um den Predigten des Li-La-Launebärs zu lauschen, hat man sich mit seinen Freunden im dunklen Keller getroffen, nichts als Stift und Papier zur Hand genommen und ist virtuell auf die imaginäre Reise gegangen.

Diese magische soziale Interaktion, bei der man nicht durch Kupferleitungen miteinander verbunden ist oder fremde Mütter beleidigt, möchte Wheaton an den Mann bringen. Das Verlangen nach Abenteuer soll wieder brennen und möglichst viele Menschen, ob jung oder alt, zurück an den Tisch bringen und genau das tun, was die Menschheit schon nach der Jagd auf Dinosaurier getan hat: Geschichten erzählen.


Hier zu sehen: Rückkehr der Ochsenjäger (Ochsenjäger Trilogie Teil 3)

Jeder, der schon einmal Pen&Paper-Rollenspiele gespielt hat, erinnert sich bestimmt noch an die irrwitzigen Momente, besonders, in denen man sich blamiert hat. BESONDERS in denen man sich blamiert hat. Es ist eben keine gute Idee, einen Salto nach einem Fallschirmsprung auszuführen, nur, um die weibliche Elfen-Begleitung zu beeindrucken. So bekommt man schnell den Spitznamen "Matschfresse".

Taugt's was?

Aber ist das interessant genug, fünf Menschen beim fantasieren zu zusehen? Bei der all die Action im Kopf stattfindet?

Überraschenderweise ja! Die Gäste Hank Green, Alison Haislip, Laura Bailey und Yuri Lowenthal, selbst Schauspieler und YouTube-Stars, verstehen es, ihre Charaktere auf unterhaltende Weise zum Leben zu bringen. Und aufgrund deren Medienpräsenz nimmt man auch nicht den ersten "Awkward Moment", der zum Start jeder neuen Rollenspiel-Runde seinen Einstand hält, nicht wahr.


Noch mehr glückliche Menschen! P&P macht Spaß!

Die Welt

Pen&Paper-Rollenspiele gibt es da draußen zur Genüge. Sci-Fi, Fantasy, Horror, Romantik - für alles findet sich ein System. Welches davon eignet sich am Besten für so eine Show? So sehr man auch vier Männer dabei zusehen möchte, wie sie Charaktere aus "Wie ein einziger Tag" oder "Nur mit dir" darstellen, so entschied sich Wil Wheaton doch dafür, etwas komplett neues zu kreieren.

Heraus kam der etwas generische Titel "Titansgrave - Ashes of Valkana", eine Mischung aus Fantasy und Sci-Fi. Zum Einstieg in die Welt gibt es das "Chapter 0" Video, damit man beim Zusehen nicht nur Spanisch versteht (oder Englisch) (siehe unten).


Auch mit dabei: Der Fass-Droide. Das Bierchen für zwischendurch gehört dazu!

Das Kampf- und Fertigkeitensystem basiert auf dem DragonAge-RPG und benötigt nur drei sechsseitige Würfel (W6, wie die Profis es nennen oder 12-kantig, wie ich es gerade erfunden habe, weil es noch cooler klingt). Das ermöglicht ein relativ einfaches System und ufert nicht in Würfelschlachten aus; der Würfeltisch muss deshalb auch nicht so groß wie ein Walrücken sein.

Damit der Zuschauer nicht völlig allein auf seine Imagination angewiesen ist, werden zahlreiche Illustrationen und stimmungsvolle Musik eingeblendet. Das ist auch meilenweit besser als die Soundeffekte, die ein Spielleiter selbst zustande bringt. Da klingt nämlich eine Explosion meistens genauso wie die Toilettenspülung.

Fazit

Wie immer gilt: Selbst anschauen schadet nicht. Ob ihr die ganzen zehn Folgen durchhaltet, sei euch überlassen. Fakt ist aber, es weckt wieder den Spaß an Rollenspielen.

Also loggt euch aus, holt eure Bleistifte raus, sammelt eure Freunde ein und erzählt Geschichten, die euch ein Leben lang begleiten werden! Auch die peinlichen. Besonders die peinlichen.

Wil Wheaton Introduces Valkana! | Chapter 0 | TITANSGRAVE

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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