Kritik zu Pixar's Arlo & Spot: Der Dino und sein Hund

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Vor 20 Jahren, am 19. November 1995 brachten Pixar ihren ersten computeranimierten Spielfilm heraus: Toy Story. Und leiteten gewissermaßen das Ende des traditionellen Zeichentrickfilms ein, wie es Spiegel Online in einer Retrospektive auf den Film vor kurzem beschrieb. Pixar gelten seitdem als zuverlässige Lieferanten für unterhaltsame, aber auch berührende Familienfilme. Dieses Jahr ist wiederum ein besonderes für das Filmstudio aus Kalifornien: Zum ersten Mal feiern zwei ihrer Filme kurz hintereinander Premiere. Im Oktober heimste Alles steht Kopf hohe Wertungen von Kritikerinnen und Kritikern ein. Am 26. November beweist sich dann Arlo & Spot an den Kinokassen.

Im Gegensatz zu Alles steht Kopf schildert Arlo & Spot eine klassische Coming-of-Age-Geschichte. Die allerdings beginnt mit einem ungewöhnlichen Perspektivwechsel. So sind im Film die Dinosaurier vor circa 65 Millionen Jahren nicht durch einen Meteoriten ausgelöscht worden und haben deshalb ein paar Millionen Jahre später nicht nur das Sprechen, sondern auch Ackerbau und Architektur gelernt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erleben so zu Beginn, wie Arlo und seine Geschwister aus ihren Eiern schlüpfen und auf der kleinen Farm der Apatosaurierfamilie aufwachsen.

Während Arlos Schwestern immer wieder ihren Grips beweist und sein Bruder auch schwere körperliche Arbeit mit Leichtigkeit erledigt, fehlt es Arlo an Mut und Selbstvertrauen. Durch ein großes Unglück ist Arlo auf sich allein gestellt und muss, in der großen Wildnis gestrandet, wieder zurück zur Farm seiner Eltern finden. In den wilden Bergen begegnet Arlo dem ebenso wilden Spot, einem kleinen Menschenjungen, der sich allerdings wie ein Hund benimmt. Gemeinsam durchqueren die beiden Berge, Täler und Ebenen, um endlich den Fluss zu finden, welcher Arlo wieder nach Hause bringt.

Arlo & Spot©2015 Disney•Pixar

Der Film bezieht viel Komik durch seinen Perspektivwechsel: Das Publikum identifiziert sich mit Arlo, dem sprechenden, aber ängstlichen Dinosaurier, dem das verwilderte Menschenkind Spot genauso fremd ist wie den Zuschauerinnen und Zuschauern. So werden die Rollen und Erwartungshaltungen umgekehrt, was für viele komische Szenen sorgt. Gleichzeitig stellt man sich auch immer die Frage, was es mit diesem Spot auf sich haben könnte, der so ganz allein und wie selbstverständlich durch die Wildnis jagt. Zwar begegnen Arlo und Spot auf ihrem Weg allerlei seltsamen Gestalten, die größte Hürde bleibt für sie aber die Natur. Egal ob steile Abhänge oder plötzliche Unwetter, immer wieder sehen sich die beiden Umweltgefahren gegenüber, die sie meist durch Spots Erfahrung und Wagemut überleben.

Bei der Darstellung der Natur haben sich die Pixar-Künstlerinnen und Künstler besondere Mühe gegeben. Deutliche Inspirationlieferanten waren dabei die Landschaften des Nordwestens der USA, speziell die Rocky Mountains mit ihren Geysiren und weiten Tälern und Ebenen. So bekommt der Film stellenweise Aspekte eines Abenteuer- oder Wildwestfilms. Besonders deutlich wird dies bei der Begegnung mit einer Dinosaurierfamilie, welche Büffel über eine Ebene treibt und sich gegen Viehdiebe durchsetzen muss. Hier wird ganz bewusst mit einer Western-Optik gespielt, welche die wenigstens Kinder im Publikum wirklich kennen könnten.

Arlo & Spot
©2015 Disney•Pixar

Aber das beweist nur wiedereinmal Pixars virtuose Fähigkeit, einen Familienfilm zu schaffen, der Kinder und ihre Eltern gleichermaßen unterhält. Der Film wechselt in angenehmen Tempo traurige mit erheiternden Szenen, manchmal könnte für die eine Zuschauerin oder den einen Zuschauer vielleicht zu stark auf die Tränendrüse gedrückt werden. Allerdings haben Pixar auch hier ein unglaubliches Händchen dafür, eindringliche Szenen zu schaffen, die aber nicht vor Emotionen triefen. Vergleichbar sind diese Sequenzen mit den grandiosen Eingangsminuten von Oben (2008), die selbst dem emotionslosesten Menschen ans Herz gehen mussten.

Lediglich einen großen Kritikpunkt gibt es: Das Drehbuch wirkt für Fans von Abenteuer- und Coming-of-Age-Filmen arg formelhaft. Manche Wendungen kommen wenig überraschend und sind schon von weiter Ferne aus vorhersehbar. Trotzdem unterhält der Film über seine angenehm kurze Dauer von 90 Minuten mit Witz und Herz. Die deutsche Synchronisation ist von gewohnt guter Qualität und die Bilder der Landschaften sind wirklich atemberaubend. Lediglich der Zeichenstil der Dinosaurier könnte für manche Menschen etwas gewöhnungsbedürftig sein, wirkt dieser doch arg vereinfacht. Die Animationen sind jedoch über alle Zweifel erhaben.

Für Eltern und ihre Kinder ist der Film also auf jeden Fall eine Empfehlung, ältere Semester, die unbedingt etwas mit Dinosauriern sehen wollen, sind vielleicht mit den alten Jurassic-Park-Filmen besser aufgehoben.

ARLO & SPOT - Offizieller Trailer (German | deutsch) – Ab 26.11.2015 im Kino - Disney HD

Charmed

Originaltitel: Charmed (1998-2006)
Erstaustrahlung am
07.10.1998
Darsteller:
Holly Marie Combs, Alyssa Milano, Rose McGowan, Shannen Doherty, Brian Krause, Dorian Gregory, Julian McMahon, Drew Fuller, T.W. King, Kaley Cuoco, Greg Vaughan, Karis Paige Bryant
Produzenten: Constance M. Burge, Brad Kern, Aaron Spelling, E. Duke Vincent
Staffeln: 8
Anzahl der Episoden: 178

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