Kritik zu Alice im Wunderland - Hinter den Spiegeln: Unerwartet anders

Viele Jahre nach den Ereignissen aus Alice im Wunderland wird Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) über einen magischen Spiegel in die Welt von Unterland zurückgeholt. Wie sie von der Weißen Königin (Anne Hathaway) erfährt, ist der Verrückte Hutmacher (Johnny Depp) nicht mehr er selbst und liegt im Sterben. Sie schickt Alice auf eine Reise in die Vergangenheit, um ihn zu retten. Immer dicht auf ihren Fersen: die Zeit (Sascha Baron Cohen) und die Rote Königin (Helena Bonham-Carter).

Unerwartet anders

Tim Burtons Alice im Wunderland aus dem Jahr 2010 war für Disney kommerziell ein riesiger Erfolg, der weltweit über eine Milliarde Dollar einspielte. Der war allerdings hauptsächlich dem Umstand zu verdanken, dass es sich um den ersten großen 3D-Blockbuster nach James Camerons Avatar (2009) handelte und vom Comeback des 3D-Booms profitierte.

Trotz beeindruckender Spezialeffekte und Burtons visuell gekonnter Umsetzung konnte der Film inhaltlich nicht überzeugen. Der Titelcharakter Alice hatte erstaunlich wenig zu tun und Mia Wasikowskas Darstellung wirkte in Anbetracht der Geschehnisse in der fantastischen Welt lustlos. Der Fokus lag auf Johnny Depps Hutmacher.

Bei der Fortsetzung, die von James Bobin (Die Muppets) inszeniert wurde, hat man aus den Fehlern des ersten Teils gelernt und dreht den Spieß um. Diesmal zeigt sich Alice viel enthusiastischer und lebhafter und fungiert sogar, wie man es vom Filmtitel erwartet, als zentraler Charakter.

Es wird auch nicht unnötig viel Zeit mit der Einführung neuer Charaktere und deren Lebensgeschichte vertrödelt. Stattdessen konzentriert sich der Film auf bereits etablierte Figuren wie die Grinsekatze, das Weiße Kaninchen oder Absolem und beschränkt den Output an neuen Charakteren aus dem Wunderland auf ein Minimum.

Hutmacher schwach - Rote Königin stark

Größte Schwäche des Films ist Johnny Depp als Hutmacher. Der Charakter war schon im ersten Film weder Jack Sparrow noch Willy Wonka (und selbst der ist schon hart an der Grenze). Auch wenn Depp in der Vergangenheit mit seinen Jack-Sparrow-Variationen bizarren Charakteren zu einem gewissen Unterhaltswert verhalf, so ist der lispelnde, diesmal depressive Hutmacher nun alles andere als eine interessante Figur. Da hilft auch dessen Hintergrundgeschichte, die als zentraler Dreh- und Angelpunkt der Handlung dient, nicht mehr.

Erfreulicherweise fällt die Rolle eher klein aus, obwohl Depps Name sogar noch vor dem Filmtitel als erstes in den Credits eingeblendet wird (Mia Wasikowska ist nach Anne Hathaway übrigens die dritte).

Was beim Hutmacher fehlt, wird zumindest durch die Rote Königin kompensiert. Die energiegeladene Helena Bonham-Carter legt diesmal noch einen drauf und verleiht der Figur nicht nur neue Facetten, sondern sorgt auch für den nötigen Humor und den witzigsten Moment des Films, der zumindest in der Pressevorführung auch den grummeligsten Ich-hab-keinen-Bock-Journalisten zum Lachen brachte.

Außerdem wird in dem Film erklärt, warum ihr Kopf so riesig ist. Unklar bleibt allerdings, warum der Hutmacher noch stärker geschminkt ist als Kim Kardashian und magische Fähigkeiten besitzt, obwohl seine Eltern ganz normale Menschen zu sein scheinen. Aber es heißt ja nicht umsonst "Wunderland", also denken wir nicht weiter darüber nach.

Fazit

Alice im Wunderland - Hinter den Spiegeln ist bunte, leichte Kost für die ganze Familie. Wer den ersten Teil kennt und seine Erwartungen an die Fortsetzung in Grenzen hält, sollte angenehm überrascht werden. Die Spezialeffekte sind erstklassig, auf den 3D-Gimmick kann man allerdings verzichten.

Der Film ist Alan Rickman gewidmet, der Raupe Absolom die Stimme leiht. Diese Sprechrolle gehört zu einer seiner letzten Arbeiten.

ALICE IM WUNDERLAND: Hinter den Spiegeln - 2. Offizieller Trailer - Ab 26. Mai im Kino | Disney HD

 Alice im Wunderland
Originaltitel:
Alice in Wonderland
Kinostart:
04.03.10
Laufzeit:
109 min
Regie:
Tim Burton
Drehbuch:
Linda Woolverton
Darsteller:
Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter, Johnny Depp, Anne Hathaway, Matt Lucas, Crispin Glover
Alice ist seit ihrer Kindheit von Alpträumen geplagt. Dies zieht sich bis ins 19. Lebensjahr. Der jungen Frau zu Erhren wird ein Feier ausgerichtet, auf der ihr ein Heiratsantrag gemacht wird. Alice geht das alles jedoch viel zu schnell und folgt lieber einem Weißen Kaninchen.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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