Star Trek: Discovery

Die Serie spielt im Star-Trek-Prime-Universum, zehn Jahre vor der Classic-Serie und der Fünf-Jahres-Mission von Captain Kirk.

Sounds of Thunder - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.06

SPOILER

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Star Trek: Discovery

“Donnergrollen”  aufs Wesentliche reduziert zusammengefasst: Spocksichtung - keine, Ignorieren der obersten Direktive - über 9000. Star Trek: Discovery bleibt diesem Trend auch in Episode 2.06 treu.

 Jäger und Gejagte

Erfreulicherweise konzentriert man sich diese Woche auf einen Haupthandlungsstrang. Die Suche nach dem Roten Engel und die damit verbundene Jagd nach Spock und der mysteriösen Signale führt zu einem unerwarteten Wiedersehen: Die Discovery verschlägt es nach Kaminar, dem Heimatplaneten von Saru.

Bei der vergleichsweise aufwendigen Ausstattung ist stark anzunehmen, dass die Episode zeitgleich mit dem Short Trek “The Brightest Star” gedreht wurde, in dem davon erzählt wird, wie Saru in der Föderation gelandet ist. Natürlich super, dass Saru total zufällig als allererstes auf seine Schwester trifft. Das spart enorm Zeit und Geld in der Maske und man braucht auch nur eine zusätzliche Schauspielerin.

Während in der Kurzepisode die Jäger-Beute-Beziehung zwischen den Goa’uld Ba’ul und den Kelpien auf Kaminar nur als gegeben beschrieben wird, bekommt man nun recht geradlinig die Hintergründe geliefert: Vahar’ai, die scheinbare Krankheit, die Saru vor wenigen Episoden dramatisch überlebte, ist in Wirklichkeit ein Transformationsprozess. Die angstanzeigenden Ganglien entwickeln sich zu körpereigenen Waffen und die charakterbestimmende Angst der Kelpien verfliegt. Sie können deutlich bestimmter, selbstsicherer bis nahezu aggressiv handeln.

Sowohl beim Außeneinsatz als auch durch die Suche in den Aufzeichnungen des Planeten stellt sich heraus, dass einst die Kelpien die Jäger waren und die Ba’ul beinahe ausgerottet. Wie genau der Wechsel stattfand, wird nicht erläutert. Sicher ist aber, dass die Ba’ul sich technisch enorm fortentwickeln konnten. Anstatt selbst die Kelpien komplett auszulöschen, wird von einer ausgleichenden Balance gesprochen, die es zu bewahren gilt. Die Lösung: Kelpien werden vor der Vollendung der Vahar’ai getötet.

Das Ding aus dem Sumpf

Die Herkunft und Funktion der Technik der Ba’ul wird zwar nicht wirklich erklärt, ist dafür aber ganz schick. Inklusive “wir haben nur ein Schiff. Haha, verarscht, sind nur in Linie geflogen. Überraschung”. Die an sich ja durchaus fortschrittlichen Systeme der Discovery können gar deren Signale nicht mehr orten, sobald es auf dem Planeten unter Wasser geht.

Nun stellt Sarus Anwesenheit - der Beweis, dass man die Vahar’ai überleben kann und gestärkt daraus hervorgeht - für die Ba’ul natürlich eine Gefahr dar. Entsprechend wird Saru und dessen Schwester an Bord eines ihrer Schiffe geholt, aus rein dramaturgischen Gründen jedoch nicht sofort getötet. Erst darf Saru seine neue Stärke gegen diverse Dronen und spektakuläre Fesselungen einsetzen, ehe sich ein einzelner Ba’ul zeigt. Bis zu diesem Punkt habe ich es übrigens noch für möglich gehalten, dass sich die Ba’ul selbst als fortentwickelte Kelpien herausstellen. Aber nö, es sind - in Anbetracht des Planeten - beeindruckend bizarr aussehende schwarze Öl-Aliens. Optisch erinnert es übrigens arg an Armus, das Wesen, das Tasha Yar in Star Trek: The Next Generation getötet hat.

Angelus Ex Machina

Saru bleibt gar keine Zeit, sich an seinen neuen Zustand nach der Vahar’ai zu gewöhnen. Durchaus spannend ihn so im Konflikt mit seinem inneren Drang und den Vorschriften eines ersten Offiziers zu sehen, was schließlich auch zu einer offenen Auseinandersetzung mit Pike führt, der ihn von der Brücke verweist. Leider wirkt dies im Gesamtkontext wieder recht übers Knie gebrochen und nicht richtig durchdacht, bringt jedoch natürlich die Handlung schnell voran.

Ob so ein aufgebrachter, persönlich hoch involvierter Saru und Burnham echt die beste alleinige Kombi als Bodentrupp sind, sei dahingestellt. Geht zumindest gleich gut los: Saru erklärt in unmittelbarer Nähe des Pylonen am Strand, dass dieser von den Ba’ul in jedem Dorf angebracht wurde, um die Kelpien zu überwachen. Der beste Ort, um sich über alles auszutauschen und sich dann später zu wundern, dass die Ba’ul konkret von Sarus Anwesenheit wissen. Konnte ja keiner ahnen.

Nun war einst die Aufnahme von Saru in die Föderation bereits eine äußerst fragwürdige Biegung der Obersten Direktive. Die Kelpien sind klar ein Vor-Warp-Volk und nur, weil es einem Einzelnen gelungen ist, ein Signal ins All zu senden an sich wirklich kein Grund, sich über das Gebot hinwegzusetzen. Zumal es ethisch hoch fragwürdig ist, als Georgiou Saru vor die Wahl stellt: Mitkommen und das Universum entdecken, dafür aber Heimatplaneten und Familie wohl nie wieder sehen. Eine Entscheidung, die er zu diesem Zeitpunkt ja noch überhaupt nicht einordnen und richtig abschätzen kann.

Spätestens seit dieser Episode möchte ich in Star Trek: Discovery nie wieder etwas über die Oberste Direktive hören. Die bewegt sich mehr auf der Ebene der “Richtlinien” in Fluch der Karibik. Da wird einfach so, ohne großes Abwägen, Rücksprache mit Föderation oder sonst irgendwem mal eben entschieden, massivst in die Geschichte eines ganzen Planeten einzugreifen. Gegen den expliziten Wunsch beziehungsweise Unwissen der Bewohner. Und auch ohne auch nur im Ansatz mal über mögliche Konsequenzen und Probleme zu sprechen.

Der Versuch, die Technik der Ba’ul auszusetzen, ist das eine. Aber die Entscheidung, die Spheren-Schwingung, die bei Saru die Vahar’ai auslöste, für alle Kelpien zu nutzen, ist hoch fragwürdig. Nur weil Saru dies möchte und seine Schwester nicht widerspricht? Niemand weiß doch, was die Vahar’ai wirklich bewirkt. Hat ja vermutlich einen Grund, warum nicht alle Kelpien zeitgleich diesen Sprung machen und es eben mindesten zwei Zustände gibt. Gehen die sich jetzt gegenseitig an die Gurgel? Können sie sich noch fortpflanzen? Was passiert mit dem Volk? Was möchte es eigentlich? Jegliche Entscheidung und eigener Wille werden abgenommen. Was soll schon schiefgehen.

Und dann sind die Ba’ul technisch auch noch so weit, dass selbst die Discovery-Crew nicht hinterherkommt, deren Waffen zu entschärfen. Zum Glück gibt es da ja noch den Roten Engel, der mal eben aufploppt und die Situation regelt. Dank Sarus besseren Augen gibt es auch etwas mehr Details zu sehen: Handelt sich wohl um ein humanoides Wesen in einem Raumanzug. Noch hoffe ich einfach mal mehr auf Iron Man, als dass es sich am Ende als Spock selbst herausstellt.

Tyler und Pike nähern sich bei der Diskussion, um was es sich beim Roten Engel nun handeln könnte und ob er eher Gefahr oder Rettung darstellt, ein wenig an. Und aus welchen Gründen auch immer inspirierte die gesamte Aktion Burnham zu einem festen Vorhaben: Sie muss nach Vulkan. Laut Vorschau dürften wir dazu zumindest schon nächste Woche mehr erfahren.

Ebenfalls eine Vorahnung gibt der kleine Seitenstrang rund um Dr. Culber. Rein medizinisch geht es ihm bestens. Sehr sogar. Da sein Körper mit Hilfe von DNA und frischen Gewebe komplett neu hergestellt wurde, ist er geradezu neu und unvernarbt. Während sich Stamets wahnsinnig wieder auf ein gemeinsames, normales Leben freut, ist sich Culber hingegen noch sichtlich nicht sicher, was er von der ganzen Sache und sich selbst halten soll. Das sieht gerade nicht nach “...und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage” aus.

Fazit

Vollgepackt und definitiv fokussiert kommt “Donnergrollen” für sich stehend eigentlich ganz rund rüber. Dass die Episode in sich geschlossen ist und wieder einmal eine Geschichte innerhalb einer Folge abgehandelt wird, ist eigentlich eher positiv zu sehen.

Leider wirkt vieles aber dann doch nicht sonderlich durchdacht und wieder werden wichtige Grundfesten von Star Trek / der Föderation allzu leicht über Bord geworfen, nur um die Handlung schnell voranzutreiben.

Trailer del Episodio 7 de la segunda temporada Star Trek Discovery “Light and Shadows” S02E07

Star Trek: Discovery - Trailer und Szenenbilder zur Episode 2.06 online

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Star Trek: Discovery

In dieser Woche setzen CBS und Netflix die Ausstrahlung von Star Trek: Discovery mit der sechsten Episode der 2. Staffel fort. Die Folge trägt den Namen "The Sounds of Thunder" und erscheint in Deutschland am Freitagvormittag. Als kleinen Vorgeschmack wurde im Vorfeld sowohl eine Reihe von Bildern als auch ein Trailer veröffentlicht, der schon einmal einen Eindruck davon gibt, was die Zuschauer am Freitag erwartet.

In "The Sounds of Thunder" rücken erneut der rote Engel und die mysteriösen Signale in den Mittelpunkt. Ein neues Signal führt die Crew der Discovery dieses Mal auf den Heimatplaneten von Saru. Burnham, Saru und die Crew des Schiffes begeben sich auf eine kritische Mission und stehen schon bald vor der Frage, ob die Absichten des roten Engels tatsächlich gut sind. Zudem sind auch Sarus kürzliche Erkenntnisse über die Biologie seines Volkes ein kritisches Thema. Währenddessen ist Dr. Hugh Culber auf der Discovery zurück unter den Lebenden, wobei er feststellen muss, dass es nicht ganz einfach ist, sich an die neue Realität zu gewöhnen.

Inszeniert wurde "The Sounds of Thunder" von Douglas Aarniokoski. Der Regisseur war auch schon in der 1. Staffel für die sechste Folge verantwortlich. In "Lethe" befand sich Sarek auf einer Friedensmission zu den Klingonen, als er plötzlich verschwand. Daraufhin begab sich die Discovery auf die Suche nach dem Ziehvater von Burnham. Für Douglas Aarniokoski ist es eine von zwei Episoden, die er in der 2. Staffel von Discovery inszenieren durfte. So war er auch für die zwölfte Folge der Staffel verantwortlich. Das Drehbuch stammt von Bo Yeon Kim, die auch schon in Staffel 1 zum Autorenstab gehörte.

Wer sich bis zur neuen Folge die Zeit vertreiben möchte, den empfehlen wir unseren Podcast TrekCheck, dessen aktuelle Episode sich mit der Folge Saints of Imperfection beziehungsweise Die Heiligen der Unvollkommenheit beschäftigt. Unsere Kritik zur letzten Episode gibt es hier.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.05

PODCAST

Drei Stühle, fünf Meinungen - bei uns sorgen "Die Heiligen der Unvollkommenheit", so der deutsche Titel der Episode 2.05, vor allem für Uneinigkeit. 

"Saints of Imperfection" schließt an das Ende von "An Obol for Charon" an und setzt die zwei offenen Handlungsstränge fort. So befindet sich die Crew der Discovery in einem Rennen gegen die Zeit, um Tilly zu retten. Dabei kommt es auch zu einem Wiedersehen, auf das Staments nicht vorbereitet ist.

Gleichzeitig läuft auch weiterhin die Suche nach Spock. Hier muss die Discovery sich mit ungebetenen Gästen herumschlagen, da die Sektion 31 den Auftrag erhalten hat, den Vulkanier zu finden. Besonders Captain Pike ist davon alles andere als angetan.

Während Nele sich ganz gut unterhalten fühlte, ist Stefan eher sauer und Johannes versucht zu schlichten. Im TrekCheck #6 reden wir entsprechend auch ein wenig über die unterschiedlichen Ansprüche, die an Star Trek: Discovery gestellt werden und wo CBS das Franchise noch so hintreibt. 

Wieder einmal vielen Dank an Jens Dewald für die Musik!

Saints of Imperfection - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.05

SPOILER

Gleich zu Beginn: Auch in Episode 2.05 von Star Trek: Discovery ist Spock nach wie vor nicht zu sehen. Allerdings tauchen auf der Suche nach dem flüchtigen Halbvulkanier andere verloren geglaubte alte Bekannte auf. Und “Die Heiligen der Unvollkommenheit” lässt die Discovery erneut Grenzen des Möglichen ausreizen.

Hätt ich Euch heut’ erwartet...

Greys’s Anatomy hat das mit den pseudo-philosophischen Voiceovern irgendwie besser raus. Dennoch rahmen Burnhams Gedanken rund um Glaube und Hoffnung zu Beginn und Ende die Episode gut ein. Diese setzt nämlich beinahe nahtlos an ihren Vorgänger an: Tilly wurde scheinbar von Sporen aufgelöst im mysteriösen Kokon-Wesen, was Burnham massiv zusetzt. Doch Stamets gibt nicht auf einen Weg der Rettung zu finden.

Trotz des Vorfalls, der alle sichtbar betrübt, geht die inoffizielle Mission weiter. Man glaubt sich Spock dicht auf den Fersen und setzt gar Torpedos ein, um sein Shuttle manövrierunfähig zu machen. Doch auch in der mittlerweile fünften Episode ist keine tatsächliche Sichtung zu vermelden - aus dem Shuttle tritt nicht Spock, sondern Georgiou.

Keine große Überraschung: Auch Sektion 31 ist auf der Suche nach dem Flüchtigen. Pike fällt die Spannung, die die Anwesenheit von Georgiou und später auch Tyler auslöst, natürlich auf und erwartet eine Erklärung - zumindest innerhalb der Serie hat er diese jedoch noch nicht erhalten.

Doch auch der Captain selbst trifft auf einen alten Bekannten: Agent Leland, der dem Schiff der Sektion 31 vorsteht, ist ein Weggefährte aus Akademiezeiten. So kommt es nicht nur zu kumpelhaften Vergleichen der eigenen Leistungen, sondern auch Kompetenzgerangel. Sektion 31 mag das schönere Spielzeug und weitreichende Befugnisse haben, aber als Teil der Föderation eben doch auch innerhalb gewisser Schranken. Schön zu sehen, wie Pike auch mal seinen autoritäreren Captain zeigt und mit klaren Ansagen Grenzen setzt.

Und wo sich schon alles ein wenig nach Klassentreffen anfühlt, darf auch Admiralin Cornwell noch einen Auftritt haben. Als Mittlerin gibt sie quasi den Befehl zur Zusammenarbeit. Tyler bleibt als Agent von Sektion 31 an Bord der Discovery. Die Suche nach Spock ist auf absehbare Zeit also ein Gemeinschaftsprojekt, da muss man sich schon mal zusammenraufen.

Upside Down & Inside Out

Leuchte-Welten haben mich ja schon bei Avatar am meisten begeistert. Entsprechend kann ich auch der funkelnden Neon-Sporen-Dimension einiges abgewinnen. In diese hat “May” ihre Freundin Tilly gebracht, damit sie ihnen hilft, ein zerstörerisches Monster zu besiegen. Und dabei haben die Sporen-Lebewesen beeindruckende Fähigkeiten gezeigt. Tilly ist nicht tot. Der Kokon, den man auf der Discovery sieht, ist eine Art Transporter. Sie wurde aufgelöst und in der Sporen-Welt, wo es einen zweiten Kokon gibt, wieder zusammengesetzt.

Dies findet auch der clevere Stamets heraus und hat gleich einen Rettungsplan in der Tasche: Er kann die Discovery so halb ins Sporennetz springen lassen, ohne einen Austrittsort anzugeben. Bis zu einer Stunde könne man so mit dem Schiff in der Parallelwelt verweilen und Tilly suchen.

Gesagt, getan. Pike ist ja abenteuerlustig. Und schließlich ist man auch unterwegs, um in ungeahnte Welten vorzudringen. Man evakuiert Teile des Schiffs und bringt die Besatzung in Regionen, die am längsten vor den zersetzenden Sporen sicher sind. Und los geht es. Das Rumgewackel und durch die Brücke stolpern -  hach, fast wie bei einem richtig schönen Ionensturm.

Was ein Glück, dass Tilly auch sofort sieht, dass ihr Taxi da ist. Und sich Mission Monsterjagd mit ihrem Wunsch, die Discovery zu betreten, überschneidet. Burnham und Stamets finden sie und May nahezu sofort. Aber das wäre alles zu reibungslos und unkompliziert. Dass sich das Monster als Hugh Culber herausstellt, macht die Sache gleich viel spannender. Inklusive tragischen Moment, als man Stamets’ Herz ein zweites Mal brechen sieht.

Anders als Tilly, für die tatsächliche menschliche DNA vorlag, gab es für Culber in der Sporenwelt nämlich kein passendes Gewebe, so dass er nicht einfach mit den anderen zurück auf die Discovery kann. Doch Tilly ist ja ebenso clever wie Stamets und kann “May” überzeugen, den Kokon auf der Discovery für Culbers Rückkehr zu opfern, damit aber den direkten Zugang zwischen Sporenwelt und Discovery für sie zu verschließen.

Was für ein Ausflug mit Forschungsdaten für mehrere Generationen. Immerhin hat Tilly “May” versprochen, dass sie sich wiedersehen und auch weiter kümmern wird. Und hat Stamets über das Sporennetz einen Weg Richtung Unsterblichkeit gefunden? In seinem Zwischenzustand in Staffel 1 ist es ihm über einen Kuss unbewusst gelungen, den toten Culber ins Sporennetz zu transferieren. Und wie man nun sieht, funktioniert auch der Weg zurück. Totgeglaubte leben länger. Hoffe doch sehr, dass all das nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen ist und für die Charakterentwicklung im Weiteren ein Thema bleibt.

Fazit

Das Team aus Drehbuchschreiberin Kisten Beyer und Regisseur David Barrett liefern eine runde Episode ab. “Die Heiligen der Unvollkommenheit” ist sicherlich nicht sonderlich subtil (apfelessende Schlangen-Georgiou!) oder mit der ganz feinen Feder gezeichnet, in sich aber stimmig und bringt zudem gut lose Handlungsstränge der Vergangenheit zueinander.

Charaktermomente, leuchtende Welten, ausreizen von technischen Möglichkeiten und ein wenig Kompetenzgerangel - eine gute Stunde Star-Trek-Unterhaltung.

Promo: Star Trek: Discovery: "Saints of Imperfection" (S2E5)

Star Trek: Discovery - Trailer und Szenenbilder zur Episode 2.05 online

Am Freitag setzt Netflix die Ausstrahlung von Star Trek: Discovery in Deutschland mit der mittlerweile fünften Folge der 2. Staffel fort. Als kleinen Vorgeschmack auf die Episode "Saints of Imperfection" hat der Streaming-Dienst auf Instagramm einen Teaser-Trailer veröffentlicht. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Fotos, die ebenfalls schon einmal einen Eindruck davon geben, was die Zuschauer in der Episode erwartet.

"Saints of Imperfection" schließt an das Ende von "An Obol for Charon" an und setzt die zwei offenen Handlungsstränge fort. So befindet sich die Crew der Discovery in einem Rennen gegen die Zeit, um Tilly zu retten. Dabei kommt es auch zu einem Wiedersehen, auf das Staments nicht vorbereitet ist.

Gleichzeitig läuft auch weiterhin die Suche nach Spock. Hier muss die Discovery sich mit ungebetenen Gästen herumschlagen, da die Sektion 31 den Auftrag erhalten hat, den Vulkanier zu finden. Besonders Captain Pike ist davon alles andere als angetan.

In "Saints of Imperfection" gibt es wieder einmal ein paar Wiedersehen. Zu einem ist Wilson Cruz als Dr. Hugh Culber wieder mit von der Partie. Trotz seines Todes in der 1. Staffel von Star Trek: Discovery wurde schon früh kommuniziert, dass dies nicht gleichbedeutend mit dem Ausscheiden des Darstellers aus der Serie sein würde. In der neuen Folge ist Cruz nun wieder mit dabei und es ist wahrscheinlich, dass es sich nicht um den letzten Auftritt handelt.

Darüber hinaus ist auch Michelle Yeoh als Philippa Georgiou wieder mit von der Partie. Es handelt sich um den zweiten Auftritt der ehemaligen Imperatorin in der 2. Staffel und gleichzeitig um das erste Aufeinandertreffen von ihr und Captain Pike.

Die Inszenierung der Folge übernahm David Barrett. Der Regisseur und Produzent arbeitet in den vergangenen Jahren unter anderem für Serien wie Blue Bloods, Fear the Walking Dead und Arrow. Auch in Staffel 1 war Barret schon einmal als Discovery-Regisseur aktiv. Er inszenierte die Folge "Magic to Make the Sanest Man go Mad" beziehungsweise "T=Mudd²", in der Harry Mudd die Discovery in einer Zeitschleife gefangen hält.

Unsere Kritik zur vierten Folge gibt es hier. Die neueste Ausgabe zu unserem Star-Trek-Podcast TrekCheck, die sich ebenfalls mit der Folge beschäftigt, ist hier zu finden.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

TrekCheck - Der Podcast zu Star Trek: Discovery 2.04

SPOILER
PODCAST

Eine Achterbahn der Gefühle: Neigt man zur Übertreibung, könnte man die zweite Staffel von Star Trek: Discovery so bezeichnen. Nicht nur den Einstieg in die die Staffel, mit mal starken, mal durchschnittlichen und mindestens einer schlechten Folge, sondern auch die Handlung der vierten Episode. Da schwingen wir vom Lachen über Tranlator-Aussetzer hin zu Sorge über Saru bis zu großer Spannung über Tillys Zustand. Und ja, vielleicht auch ein bisschen Herzschmerz, wahlweise wenn Saru seinem Tod ins Auge blickt oder wenn Stamets und Tilly Space Oddity anstimmen.

Aber es gibt natürlich auch ein bisschen etwas zu kritisieren. Aber tatsächlich sind es eher Details, die uns in der fünften Folge unseres Trekcheck-Podcasts stören. Wir fragen uns, ob eine Umweltdiskussion zwischen Stamets und Reeno wirklich sein muss, ob Pike nicht ein bisschen zu draufgängerisch ist und wieviel Kitsch aushaltbar ist.

Nele wird diese Woche dankenswerter Weise von unserer lieben Kollegin Anne vertreten, ist aber nächste Woche wieder dabei. Da alles recht kurzfristig war, konnte Anne leider nicht ihr bestes Mikrofon herauskramen, aber wir hoffen, ihr kommt mit der Aufnahme klar.

Auch an dieser Stelle wieder vielen Dank an Jens Dewald für die Musik.

An Obol for Charon - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.04

SPOILER

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Star Trek Discovery

Ganz viele warme Gefühle für “An Obol for Charon” oder auch “Der Charonspfennig”. Nach dem enttäuschenden Zwischenspiel im klingonischen Imperium mit dem Back-Door-Piloten für Sektion 31 gibt es in Episode 2.04 wieder jede Menge Aktion an Bord der Discovery. Es ist aber auch ein Auf und Ab mit Star Trek: Discovery.

Willkommen in Babel

Die aktuelle Hauptmission für Pike bleibt das Finden von Spock und die Klärung des Geheimnisses rund um den Vulkanier. Doch als sie kurz davor sind, ihn zu erwischen, setzt ein großes glühendes Etwas die Discovery fest und stört sämtliche Funktionen. Angefangen mit dem Kommunikationssystem beziehungsweise dem Übersetzungsprogramm.

Entsprechend bricht Chaos auf der Brücke aus, als sich alle (inklusive dem Computersystem) nicht mehr untereinander verständigen können und in wechselnden fremden Sprachen sprechen. Ein herrlich alberner Moment, der den Darstellern sichtlich Spaß gemacht haben dürfte. Hier kommt eine frühere Information zum Tragen: Saru hat 94 Sprachen gelernt und kann so das Problem übergangsweise beheben. Ein Beispiel für eine Szene, die zwar Fragen aufwirft - etwa warum nicht zumindest einige untereinander weiter Standardenglisch verstehen -, aber dennoch gut funktioniert.

An Bord wirbelt der eingefangene Computervirus so einiges durcheinander. Doch anstatt eine ernsthafte Bedrohung zu sein, stellt sich das Etwas als teilweise organisch, teilweise anorganisches Wesen heraus, das im Sterben liegt. 100.000 Jahre alt mit jeder Menge angehäuften Wissen, das es gerne zuvor noch weitergeben würde. Mangels sonstiger Kommunikationsmöglichkeit nutze es das Festsetzen und Infizieren der Discovery mit einem digitalen Virus, um die volle Aufmerksamkeit zu bekommen. Als all das endlich rausgefunden und das reichhaltige Material für viele Generationen an Starfleet-Wissenschaftlern gesichert werden konnte, endet diese rahmengebende Handlung in einem großen Boom.

Eine schöne, harmlose, in sich abgeschlossene Geschichte, die Raum für die wirklichen Entwicklungen an Bord bietet.

Kein Problem, ich habe Duct-Tape

Jett Reeno (Tig Nataro) ist zurück! Und da die Krisensituation es erfordert, schickt sie der immer noch namenlose Technikchef direkt mit einer Mission ins Labor von Stamets. So schnell kann es gehen mit dem Aufeinandertreffen meines Wunschtrios Tilly / Reeno / Stamets. Wie erwartet liefern sich Stamets und Reeno gleich hitzige Wortgefechte über ihre sehr unterschiedlichen Herangehensweisen: Während Reeno eher handwerklich-pragmatisch an die Problemlösung geht, will Stamets es gewohnt wissenschaftlich ausklügeln. Ein Zwischenfall mit dem gefangenen Sporenwesen Mae zwingt schließlich beide zu Zusammenarbeit. Eine deutlich vorhersehbare Kombination als die folgende aus Akkubohrer und “Space Oddity”. Immerhin bemüht sich Reeno, den Bohrer zu desinfizieren, ehe damit ein kleines Loch in Tillys Schädel gebohrt wird. Nicht nachmachen, Kinder!

Das Sporennetzwerk ist also nicht nur so an sich ein lebendes System, sondern auch tatsächliche Heimat von Leben. Und das ist sauer, sehr sauer. Durch Stamets Verbindung mit dem Netzwerk für die Sprünge wird ihr Lebensraum geschädigt. Stamets Entschuldigung und Zusicherung, sich um das Problem zu kümmern (was auch heißt, sich vom Sporenantrieb nun doch wieder zu verabschieden) reicht dem nach wie vor “Mae” genannten Wesen nicht aus. Es hat Größeres mit der empathischen Tilly vor, die bereits als Kommunikationsmittler dient.

Sehr viel Technikgebabbel und sicherlich einige offene Fragen, aber auch hier funktioniert der Handlungsstrang und die Interaktion der Charaktere stehen im Vordergrund. Es macht einfach Spaß, dem Trio bei der Problemlösung zuzusehen. Gerne mehr davon, inklusive Klimaschutz-Debatten. Aber jetzt rettet erstmal Tilly.

Der letzte Wille

Sie hatten mich. Für einen Moment hatten sie mich. Ich habe ihnen wirklich abgenommen, dass Saru sterben könnte. Der Kelpien hat leider nicht nur die rumgehende Erkältung. Die Nähe zum uralten Etwas, das die Discovery festhält, hat bei Saru einen für sein Volk eigenen tödlichen Prozess ausgelöst.

Zumindest glaubt man das auf seinem Heimatplaneten Kaminar. Wie in dem Short Trek “The Brightest Star” zu sehen, werden immer mal wieder Kelpien ausgewählt, die den Ba’ul geopfert werden. Meistens werden die ausgesucht, bei denen sich Zeichen von Vaharai zeigen. Eben jener Krankheit, die ansonsten ohnehin zum sicheren Tod führen soll.

Saru ist fest davon überzeugt, sterben zu müssen. Und da er der einzige Kelpien überhaupt in der Föderation ist, hat Dr. Pollard kaum Wissen und Erfahrung mit seiner Spezies. Anstatt in Panik auszubrechen, tut er das, was seiner Art neben der permanenten Angst zur frühen Gefahrenerkennung auch eigen ist: Das Gegebene hinnehmen und sich so gut es geht noch nützlich machen.

Der Geschichte wird zum Glück viel Raum gegeben. Eben soviel, dass ich bei der Endszene in Sarus Quartier und seiner Bitte an Burnham um quasi aktive Sterbehilfe wirklich sehr bewegt war und den Serienmachern den Abschied von Saru dann doch tatsächlich zugetraut hätte. Die Freude, dass dem nicht so ist, überwiegt die sehr plötzliche - wortwörtliche - Auflösung um ein Vielfaches.

Der Strang zieht sich durch die komplette Episode und ist wunderbar berührend geschrieben. Sowohl das Wissen über Saru und die Kelpien als auch seine Beziehung zu Burnham machen einen gewaltigen Sprung. Ich bin sehr gespannt, wie sie die Veränderung in Saru - immerhin jetzt anscheinend angstfrei - als auch seine Erkenntnis, dass seine Art auf Kaminar eine Lüge lebt, im Weiteren aufgreifen.

Von Hamburgern und Habanero-Sauce

Nur eine Kleinigkeit, die mich dennoch schmunzeln ließ: Is(s)t Nummer Eins (Rebecca Romijn) immer noch im Speisesaal? Immerhin sieht man, dass die Discovery sich bereits im Warp-Antrieb befindet, als Pike seinen Ersten Offizier dort mit ihrem Fast-Food zurücklässt.Eigentlich kam sie auch nur an Bord, um ihrem Captain vertrauliche Information persönlich zu übergeben. Auch sie ist eifrig dabei, das Rätsel rund um Spock zu lösen und kann seine Reisedaten liefern.

Nebenbei erfährt man so auch, dass die Enterprise das einzige Schiff mit dem vorhandenen Problem ist und dies wohl an dem neumodischen holografische Kommunikationssystem liegt. Also doch wieder zurück zu den guten, alten Bildschirmen. Und es für Pike zu dem Zeitpunkt noch wohl nie jemanden geben wird, der die Enterprise so sehr liebt wie es sein derzeitiger Chefingenieur Louvier tut.

Auch die Sicherheitschefin der Enterprise, Nhan, ist zurück. In vollem Discovery-Outfit. Überhaupt ist es schön, wieder die komplette Crew und mittlerweile bekannte Hintergrunddarsteller interagieren zu sehen.

Fazit

Immernoch kein Spock in Sicht, aber das macht nichts. Eine ganz wunderbare Folge mit dem Mix aus abgeschlossener Rahmenhandlung und jeder Menge Charaktermomenten. Von einem Grinsen bei den humorvollen Einwürfen bis zu Tränen bei den gut geschriebenen emotionalen Szenen war alles dabei. Dass es dazu gleich mehrere Abteilungen der Discovery nebst Besatzung in Aktion zu sehen gab, ist ein besonderer Pluspunkt.

Space Oddity

Star Trek: Discovery - Trailer und Szenenbilder zur Episode 2.04 online

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Star Trek Discovery

Am Freitag erscheint bei Netflix die vierte Folge der aktuellen 2. Staffel von Star Trek: Discovery. Einen ersten Eindruck davon, was auf die Zuschauer in der Folge "An Obol For Charon" zukommt, hat der Streaming-Dienst nun in Form eines neuen Trailers veröffentlicht. Zudem gibt es eine Reihe von Fotos, die ebenfalls Einblicke gewähren.

In "An Obol For Charon" kommt es nicht nur zur Rückkehr von Tig Notaro, die erstmals im Staffelauftakt als Ingeneurin Jett Reno zu sehen war, es gibt auch den ersten Auftritt von Rebecca Romijn. Die Darstellerin spielt Number One, die Pike neue Informationen rund um Spock bringt. Währenddessen müssen sich Tilly und Stamets weiter mit May auseinandersetzen, die in ihrer Originalform zunehmend zu einer Bedrohung wird. Und auch Saru erhält keine guten Nachrichten, als er mit einer traurigen Wahrheit rund um die Kelpien konfrontiert wird.

Inszeniert wurde die Episode von Regisseurin Lee Rose, die auch schon in der ersten Staffel von Star Trek: Discovery einmal auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte. Sie inszenierte die Folge "Choose Your Pain" beziehungsweise "Wähle deinen Schmerz", in der Lorca in die Gefangenschaft der Klingonen gerät und dabei auf Ash Tyler und Harry Mudd trifft.

In der 2. Staffel nehmen Sonequa Martin-Green, Michelle Yeoh, Doug Jones, Anthony Rapp, Mary Wiseman, James Frain, Mary Chieffo und Shazad Latif ihre bekannten Rollen wieder auf. Neu zum Cast stoßen Ethan Peck als Spock, Anson Mount als Captain Christoper Pike und Rebecca Romijn als Nummer Eins.

Unsere Kritik zur dritten Folge gibt es hier. Die neueste Ausgabe zu unserem Star-Trek-Podcast TrekCheck, die sich ebenfalls mit der Folge beschäftigt, ist hier zu finden.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS All Access

TrekCheck - Podcast zu Star Trek: Discovery 2.03

PODCAST

Zwei Schritte vor und drei zurück? - Dass die aktuelle Episode von Star Trek: Discovery insbesondere nach dem vielversprechenden Staffelauftakt eher enttäuscht, darüber sind sich Johannes, Stefan und Nele einig. Wenn auch in unterschiedlicher Intensität.

"Point of Light" teilt sich recht strikt in drei Erzählungen auf, die - zumindest innerhalb der Episode - nicht wirklich miteinander verwoben sind. Zum einen gibt es ein Wiedersehen mit L'Rell, Tyler und den Klingonen sowie Philippa Georgiou, zum anderen erfährt die Geschichte rund um Tillys scheinbare Vision inklusive Verbindung zum Sporennetz einen großen Sprung in (zu?) kurzer Zeit. Außerdem wird natürlich das Rätsel rund um Spock erstmal noch ein wenig rätselhafter.

Immerhin hat die klare Trennung der drei Handlungsstränge eine einfache Struktur vorgegegben. Das ist doch auch was Schönes. Und wie immer blicken wir auch diesmal doch hoffnungsvoll und mit Wünschen an die Serienmacher in die Zukunft. Weiter geht es!

Point of Light - Kritik zu Star Trek: Discovery 2.03

Zugegeben, überraschend ist Star Trek: Discovery gerade jede Woche. Nach dem vielversprechenden Auftakt mit frischem Wind und einer neuen Mission sowie einer sehr vertraut anfühlenden zweiten Episode hat man ja schon fast hoffen können, dass man die eher verquere erste Staffel wirklich hinter sich gelassen hat. Aber nein, mit Episode 2.03 ist sie in voller Lautstärke zurück. Und mit ihr die Dunkelheit. Sowohl inhaltlich als auch visuell. Der titelgebende “Point of Light” ist nicht so recht ersichtlich.

Die Rückkehr der nuschelnden Klingonen

Schon beim Auftauchen der ersten offiziellen Bilder zur neuen Episode befürchtete ich nichts Gutes. Und es kam noch schlimmer. Es reicht nicht, dass die Klingonen mit ihren immer noch miserablen Mundstücken zurück sind. Autor Andrew Colville und Regisseur Olatunde Osunsanmi versuchen auch noch den Plot von mindestens zwei Staffeln Game of Thrones in eine halbe Folge zu bekommen.

Um aufzugreifen, dass ich in der Kritik zu Episode 2.01 Sareks Haus auf Vulcan “Future Bruchtal” nannte, so kommt das Klingonen-Hauptquartier jetzt wie ein Bruchtal daher, das die Uruk-hai übernommen haben. Sie sprechen auch ähnlich.

L’Rell ist nun also Kanzlerin der Klingonen und hat - wenig überraschend - einen eher schlechten Stand. Allerlei Oberhäupter anderer Clans möchten ihr ans Leder oder sie zumindest stürzen (was bei Klingonen scheinbar aber meist aufs Gleiche hinausläuft). Soweit, so nachvollziehbar. Dass TylerVoq, der ja eigentlich nach dem “Exorzismus” von L’Rell an ihm auf der Discovery weder Voq noch Tyler ist, dennoch weiterhin klingonisch spricht, super kämpfen kann, alles über die Klingonen weiß und als ihr Geliebter, Fackelträger, Leibwächter und Berater an der Seite steht, ist gelinde gesagt unverständlich.

Nicht genug, es taucht auch noch ein gemeinsames Baby auf. L’Rell war noch kurz vor der Umwandlung von Voq in Tyler von ihm schwanger geworden, konnte das Kind aber bislang auch noch nicht so recht annehmen. Tyler hat jedoch gleich große Vatergefühle, was L’Rell auch spontan zur liebenden Mutter macht. So einfach ist das. Allerdings gefährdet die Anwesenheit von Tyler mit seiner Verbindung zur Föderation (er und Burnham haben ab und an Skype-Dates) und erst recht das Kind den Frieden innerhalb der Klingonen und somit auch den wackeligen Waffenstillstand zwischen Empire und Föderation. Das kann man so nicht sitzen lassen.

Wir planen übrigens eine Spin-off-Serie. Guckt mal!

Auftritt Dark Georgiou, die eine neue Position gefunden hat: Die Herrscherin des Spiegeluniversums gilt offiziell weiter als ehemalige Captain Georgiou und ist nun Sicherheitsberaterin der Föderation. In anderen Worten: Mitglied der Sektion 31. Mit jeder Menge tollem Spielzeug und weitreichenden Befugnissen.

Stellt sich raus: Die Föderation hat anscheinend jetzt auch die Kontrolle über die Klingonen. Zumindest solange L’Rell an der Macht bleibt. Um dies zu sichern, überzeugt Georgiou L’Rell mit deutlichen Worten davon, ihr sowohl Tyler als auch das Kind zu übergeben. Ich weiß nicht, ob erwartet wurde, dass irgendein Zuschauer auch nur für eine Sekunde annimmt, dass die beiden tatsächlich getötet wurden. Zum Glück zieht man das aber immerhin nicht unnötig in die Länge. Tyler ist an Bord eines Schiffes der Sektion 31, das Baby wird ganz altmodisch ins Kloster geschickt. Kommt es eigentlich hin, dass dies der Albino wird, der bei Deep Space Nine eine Rolle spielt? War es das jetzt endlich für lange Zeit mit den Klingonen? Der lange Ausflug war doch für die Serie vermutlich so nötig wie Fußpilz.

Und das Interesse an Sektion 31 lässt diese Einführung mit der Holzhammermethode eher sinken. Auch wenn die Optik der Brücke irgendwie an The Expanse erinnert, aber das kann ja nicht das Positivste an einem Trek-Spin-off sein. So sehr ich es mir für den Darsteller Shazad Latif wünsche, dass er Arbeit hat, aber so einen Tyler muss man ja nun echt nicht weiterschleppen. Zumindest Georgiou und Crew wird man noch einige Male in der Staffel zu Gesicht bekommen. Neuzugang Alan Van Sprang (Shadowhunters) hatte am Ende als Leland seinen ersten Auftritt und ist noch für mehrere weitere Episoden gelistet.

Der Exorzismus von Sylvia Tilly

Auch auf der Discovery geht es heiß her. Das Rätsel rund um Spock wird immer düsterer. Noch nicht einmal seine Mutter oder der Captain erhalten irgendwelche Informationen und schon gar keinen Zugang. Stellt sich raus: Spock soll drei seiner Ärzte getötet haben und auf der Flucht sein. Jedoch kommt nicht nur dieses Verhalten, sondern auch das Vorgehen der Föderation allen äußerst untypisch vor. Da steckt also mehr dahinter.

Spocks Mutter und Burnhams Ziehmutter Amanda hat allerdings die medizinischen Daten ihres Sohnes entwendet und bittet nun Burnham um Hilfe. All zu viel Informationen erhält man nicht, abgesehen davon, dass Spock empathisch unterentwickelt und gestört sei. Das alleine sollte ja nun niemanden überraschen. Amanda gibt auch zu, dass sie auf Weisung von Sarek Spock nie viel mütterliche Liebe hat spüren lassen. Burnham allerdings schon. Und auch Burnham beichtet, dass sie die Bindung zu Spock zu seinem Schutze drastisch gebrochen habe. Wenn man nicht wüßte, wie es mit Spock weitergeht: Willkommen beim neuen Spin-off “Star Trek: Making a Murderer”.

Auch für Tilly und ihrer scheinbaren Wahnvorstellung geht es schnell voran. Neben der an sich netten Darstellung des aktiven Nachwuchsförderprogramms und der freundschaftlichen Verbindung von Burnham und Tilly wird endlich eine Vermutung bestätigt: Der kleine grüne Sporen, der beim Sprung zurück aus dem Spiegeluniversum auf Tillys Schulter landete, hatte tatsächlich eine Bedeutung. In ihr ist ein kleines Sporennetz gewachsen, das durch Stamets mit Hilfe des Asteroiden-Bruchstückes auf visuell beeindruckende Art extrahiert werden konnte. Ein wenig Ghostbusters trifft The Exorcist.

Tillys Erscheinung war keine Wahnvorstellung, sondern ein denkendes, außerirdisches Wesen, das sich dringend mitteilen wollte. Und nun isoliert im Sporenlabor äußerst sauer rumschwebt. Leider bekam das aber sehr wenig Aufmerksamkeit und wurde so eher gehetzt. Natürlich deutet alles darauf hin, dass dieser Strang noch weitergeht, aber dennoch wäre dies alleine doch ausreichend für eine nette, hübsche, in sich runde Folge gewesen. Ohne Klingonen. Ohne dunkle vulkanische Geheimnisse.

Fazit

Dafür, dass ich unmittelbar nach dem Sehen der Episode als Kritik ein einfaches “Was für eine gequirlte Scheiße” nebst einem augenrollenden Emoji bringen wollte, ist ja doch etwas Text entstanden.

Die Folge hat mich genervt. Es bringt all das Schlechte der ersten Staffel in komprimierter Form wieder. Es reicht. Die beiden Vorgängerepisoden zeigten doch, dass es besser geht.

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