Star Trek: The Next Generation

Star Trek: The Next Generation - Gates McFadden kündigt Trek-Podcastprojekt an

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Enterprise-D aus Star Trek: The Next Generation

Das Star Trek-Universum wird nun auch für Podcast-Fans noch einmal interessanter: Gates McFadden., besser bekannt als Dr. Beverly Crusher aus der TNG-Reihe, hat ein neues Podcast-Projekt angekündigt. In ihrem Podcast mit dem klangvollen Namen "InvestiGates: Who Do You Think You Are?" will McFadden auf unterhaltsame Weise Einblicke in die Leben der Star Trek-Darsteller liefern.

McFadden gibt dabei selbst zu, nicht die neuesten Podcasting-Trends zu verfolgen, doch lerne sie gern dazu, so die Schauspielerin. Sie wolle sich mit ihren guten Freunden aus der TNG-Zeit zusammensetzen. Dabei solle es jedoch mitnichten um die Produktion oder Details hinter den Kulissen gehen.

Viel mehr wolle man über das Leben an sich sprechen, so McFadden. Im Podcast sollen demnach unter anderem Jonathan Frakes, LeVar Burton, Brent Spiner, Marina Sirtis und Denise Crosby zu hören sein. Auch McFaddens Seriensohn Will Wheaton soll einen Auftritt haben.

Der Podcast soll ein abgeschlossenes Projekt sein und am 12. Mai sein Debüt feiern. Abonnieren kann man ihn mit dem Start der ersten Folge bei Spotify, Apple Podcasts, Stitcher, Podbean, Amazon Music und überall, wo es Podcasts gibt. Einen ersten Höreindruck zum Podcast gibt es hier:

Podcast Clip: Gates McFadden InvestiGates LeVar Burton

Sonette für eine bessere Welt - Zum 80. Geburtstag von Sir Patrick Stewart

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Patrick Stewart 2004

Sir Patrick Stewart feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der Schauspieler wurde am 13. Juli 1940 in der Kleinstadt Mirfield im britischen West Yorkshire geboren. Seit seinem zwölften Lebensjahr bespielte Stewart die Theaterbühnen der Umgebung, brach im Alter von 16 Jahren die Schule ab, und nach einem kurzen Ausflug in den Journalismus erhielt er im Alter von 19 Jahren ein Stipendium für die Old Vic Theater School. Das Theater wurde bald sein zweites Zuhause, wohin er regelmäßig zwischen Film- und Seriendreharbeiten zurückkehrt. Zuletzt war er 2011 für die Royal Shakespeare Company (RSC) in Der Kaufmann von Venedig zu sehen.

Stewart hegt bis heute eine besondere Liebe zu den Stücken von William Shakespeare. Nicht nur war er von den 1960ern bis in die frühen 1980er Jahre Mitglied des Ensembles der Royal Shakespear Company und wurde hier für seine Leistungen mit diversen Preisen geehrt. Auch in seiner berühmtesten Rolle als Captain Jean-Luc Picard rezitierte Stewart des Öfteren Stellen aus Shakespeares Werken. Während der seit März 2020 geltenden Corona-Einschränkungen liest Stewart beinahe täglich ein Shakespeare-Sonett und veröffentlicht die jeweils etwa zweiminütigen Videos bei Twitter sowie auf Facebook.

Stewarts berühmteste Rolle dürfte die Darstellung des Jean-Luc Picard sein. Der salomonische Raumschiffskapitän war von 1986 bis 1994 im Star-Trek-Ableger The Next Generation im Fernsehen und von 1994 bis 2002 in den dazugehörigen Kinofilmen zu sehen. Picard, der als Archäologe und Historiker zur Sternenflotte kam, leitete in Serie und Film die Geschicke des Raumschiff Enterprise. Im Januar 2020 kehrte er mit seiner Spinoff-Serie Star Trek: Picard beim Streamingservice Amazon Prime auf die Bildschirme zurück. Hier schlüpfte er wieder in die Rolle des nun sichtlich alternden Jean-Luc, der sich merklich zerbrechlicher und menschlicher gab, aber auch von einer gewissen persönlichen Sturheit nicht Abstand nimmt.

In der neu aufgelegten Serie wird, ähnlich wie in der Netflix-Serie Star Trek: Discovery, eine merklich düstere Version der Zukunft, wie sie sich Star-Trek-Macher Gene Roddenberry ersonnen hat, dargestellt, die fast schon zwanghaft utopische Welt existiert nicht mehr. Picard ist hier ein gebrochener Mann, der sich vor der Welt zurückgezogen hat und den Verlust seiner Autorität bei der Sternenflotte und einiger Weggefährten, aber auch die Sicherheit und positive Vision einer gemeinsamen Welt betrauert.

Stewart selbst äußerte während der Promotour für die Serie auch aufgrund der aktuellen politischen Lage der USA und Großbritanniens kritische Töne zum aktuellen Weltgeschehen, auf das die Serie trotz des zeitlichen Versatzes deutlich anspielt:

“Die Welt von Next Generation existiert nicht mehr. Es ist anders. Nichts ist wirklich sicher. Nichts ist geschützt."

Auch im Marvel-Universum wurde Stewart bekannt: Er war in der Rolle des Professor Charles Xavier in den X-Men-Filmen zu sehen, 2017 schloss er seine Darstellung als Professor X mit dem Logan - The Wolverine ab. Auch als Synchronsprecher arbeitet Stewart regelmäßig, unter anderem für Family Guy, American Dad, zahlreiche Animationsfilme für Kinder und für diverse Videospiele.

Privat engagiert sich der Schauspieler für verschiedene Organisationen, viele Anliegen sind hier für ihn auch persönlicher Natur. Da er als Kind unter seinem gewalttätigen Vater litt, setzt er sich für Amnesty International und gegen häusliche Gewalt ein. Nachdem Stewart erfuhr, dass die Gewaltausbrüche seines Vater auch eine Nachwirkung seiner traumatischen Erfahrungen aus dem II. Weltkrieg waren, gründete er die Organisation Combat Stress. Seit 2019 ist er Sprecher für das International Rescue Committee, das sich für Geflüchtete weltweit einsetzt.

Außerdem ist er dafür bekannt, dass er regelmäßig Pflegehunde bei sich aufnimmt, bis diese eine neue Familie gefunden haben. Er unterstützt diverse Organisationen, die zum Beispiel unter anderem Hunde aus Hundekämpfen retten und spricht sich dafür aus, dass man - anstatt einen Hund bei Züchter zu kaufen - diesen Hunden lieber ein neues Zuhause geben sollten.

Bereits seit 2001 trägt Stewart den Titels eines Officer of the Order of the British Empire (OBE). Durch die Ernennung zum Knight Bachelor am 30. Dezembert 2009 darf er sich Sir Patrick Stewart nennen. Aufgrund seiner Verdienste um die Schauspielkunst erfolgte am 02. Juni 2010 der zeremonielle Ritterschlag im Buckingham Palace.

Da bleibt es uns in der Redaktion nur, dem so umtriebigen Sir, der sich seinem Spiel und auch in seinem Engagement wahrhaft ritterlich zeigt, herzlich zu gratulieren. Happy Birthday, Sir Patrick!

Flucht vor der Corona-Realität: Die Eskapmismus-Tipps der Redaktion

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Ducktales

Braucht ihr auch eine Pause von den ganzen Nachrichten zum Thema Pandemie? Ihr wollt der Informationsflut rund um Covid-19 entfliehen? Dann seid ihr hier genau richtig. Denn wir haben für euch einmal einige Eskapismus-Tipps zusammengestellt. Schließlich brauchen wir alle einmal zwischendurch die Flucht vor der aktuellen Realität ...

Michael Bartl

ORA ORA ORA! Der eine oder die andere hat es bereits erraten; es geht um einen Anime, und wenn es nach mir geht, um einen der besten Fighting-Shonen überhaupt: JoJo’s Bizarre Adventure. Nachdem es schon länger her ist, dass mich die bizarren Abenteuer in ihren Bann gezogen hatte, war der Umstand perfekt, dass Netflix die ersten Teile - Phantom Blood, Battle Tendency und Stardust Crusaders – in sein Programm aufgenommen hat.

Die Serie folgt dem Haus Joestar, einer wohlhabenden Familie mit englischen Wurzeln, und deren erbitterten Feindschaft mit Dio Brando, die sich über mehrere Generationen hinweg erstreckt. Protagonist ist dabei jeweils immer ein neuer Nachkomme der Familie, ein neuer Jojo (Jonathan Joestar, Joseph Joestar, Jotaro Kujo). Overacting, coole Sprüche & JoJokes, intelligente Kämpfe mittels Fäusten, Karten und Hirn, ein einprägsamer bunter und harter Animationsstil, eine Meme-Fabrik schlechthin sowie eine einzigartige Geschichte machen den Anime sowie seine seit 1986 laufende Vorlage von Hirohiko Araki zu etwas unglaublichem: Eine Steinmaske, die Vampire erschafft, seit Jahrtausenden schlafende Halb-Götter, Nazis, Weltherrschaft, Rache, übernatürliche Kämpfe und noch vieles mehr.  

Der Anime wird sicherlich nichts für Jedermann beziehungsweise Jederfrau sein, aber wenn man sich auf die bizarren Abenteuer einlässt, wird man nicht enttäuscht werden. Zumal die finale Konfrontation zwischen Dio und Jotaro einer der besten Kämpfe der gesamten Manga- und Anime-Welt ist! MUDA, MUDA, MUDA, MUDA!

Ansonsten sehen meine Watch-Listen aktuell eher mau aus. Leider zähle ich zu denjenigen, die Picard nach den ersten Episoden wieder abgebrochen haben, da nun … unser TrekCheck-Podcast hat es schon immer gut zusammengefasst, wobei mir die Story einfach zu wirr, unlogisch, und nicht nachvollziehbar ist. Und das sagt jemand, zu dessen Lieblingsserien auch LEXX – The Dark Zone zählt. Im Gegenzug erwartet mich noch die 2. Staffel von Altered Carbon, diesmal mit Falcon-Darsteller Anthony Mackie als Takeshi Kovacs neuestes Sleeve. Zuvor werde ich mir allerdings noch den Anime-Spin-Off-Film Resleeved zu Gemüte führen, der zeitlich vor den Ereignissen der eigentlichen Serie spielt.

Abseits von allen gängigen Berieselungs-Medien erwartet mich noch einige ungehörte Hörbücher (The Horus Heresey) sowie etliche Comic-Bände, die bereits seit einiger Zeit in meinem Regal staub ansetzten. Darunter finden sich unter anderem die Planet-der-Affen-Archiv-Bände, welche die legendären Comics der Marvel-/Williams-Ära der 1970er-Jahre enthalten. Dazu kommen noch die letzten extradicken Wälzer der Geschichten aus dem Hellboy-Universum-Reihe, der dritte Band von The Umbrella Academy sowie die Incal-Reihe rund um den Privatdetektiv Klasse R John Difool von Alejandro Jodorowsky.

Nele Bübl

Wenn ich eine Pause von der Welt brauche und abtauchen will, müssen bewährte Klassiker ran. Auch wenn es ansonsten meist nur einzelne Episoden sind, habe ich den gesamten Rewatch von Star Trek: The Next Generation zu einer denkbar guten Zeit angefangen. Kann ich wirklich empfehlen. Auf der einen Seite ist alles irgendwie nostalgisch-flauschig, wenn es doch mal ein wenig aufregender ist, wird Jean-Luc nebst Crew (meist Troi) es schon wieder richten, und alleine Rikers Romanzen-Strichliste sorgt für Unterhaltung und kann auch für ein gepflegtes Trinkspiel dienen.  

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Mit dem Start von Disney+ sind endlich die (nicht nur von mir) heiß geliebten Kindheitsserien wie Darkwing Duck, Die Gummibärenbande und Gargoyles vernünftig verfügbar. Für einen etwas längeren Binge bietet sich die Kombination aus der alten und neuen DuckTales-Serie an. An den anderen Zeichenstil kann man sich schnell gewöhnen und der Versuch lohnt sich für die neuen Abenteuer in Entenhausen. 

Mein absolutes Wohlfühlnest habe ich allerdings bei experimentalhistorischen Dokuserien. Weniger gestelzt ausgedrückt: Regency House Party und Abenteuer Gutshaus 1900. Sind beide schon etwas in die Jahre gekommen, haben aber nichts von ihrem Charme verloren. 2003 hat die ARD einen Trupp Freiwilliger in unterschiedlichen Rollen nach Beelitz geschickt, um über mehrere Wochen das Leben in einem Gutshaus um das Jahr 1900 nachzuspielen/zu erleben. Das britische Regency House Party ist vom Grundstil ähnlich, allerdings geht es eben um die Sommerfrische auf einem britischen Landsitz der Regency-Zeit mit entsprechender Bräutigam-Schau. Unterhaltsam-lehrreiche Histotainment-Doku mit Bachelor/Bachelorette-Anteilen. Eine krude Mischung, die aber höchst charmant-amüsant funktioniert. 

Johannes Hahn

Wie besser den besorgniserregenden Nachrichten und den enger werdenden vier Wänden (und den wahlweise viel zu laut kopulierenden oder unerklärlicherweise auf dem Hausflur telefonierenden Nachbarn) entfliehen als in fremde Länder und ferne Zeiten? Besonders ans Herz legen möchte ich den japanischen Regisseur Akira Kurosawa, dessen bekanntestes Werk natürlich Die Sieben Samurai ist. Wer mit Untertiteln und Schwarz-Weiß keine Probleme hat und nebenbei drei Stunden Zeit, der sollte sich den Samurai-Film-Klassiker von 1954 auf keinen Fall entgehen lassen!

Wer nicht von Heute filmisch in Vergangenheit des vom Bürgerkrieg zerrissenen Japan des 16. Jahrhunderts reisen will, der kann sich auch mit bunten Bildern des japanischen 19. Jahrhunderts begnügen - die Zeit damals war dort nicht so blutrünstig wie anderswo. In der Anime-Serie Samurai Champloo machen sich zwei unterschiedliche Schwertkämpfer und eine junge Frau auf die Reise durch Japan. Ihr Ziel: Schulden abbezahlen und den Vater der jungen Frau finden. Untermalt wird die hervorragend animierte und toll erzählte Geschichte von den rhythmischen Beats japanischen Hip-Hops - eine ungewöhnliche, aber ungewöhnlich gut funktionierende Mischung.

Die Serie stammt übrigens von Shin’ichirō Watanabe, der auch für Cowboy Bebop verantwortlich zeichnete. Wer Cowboy Bebop noch nicht kennt, sollte das auf jeden Fall nachholen! Der Mix aus knalliger Weltraum- und Kopfgeldjäger-Action besticht durch Humor und gute Charaktere, vor allem aber dem fetzigen Soundtrack von Yoko Kanno, der mit Jazz-Tönen das Geschehen auf dem Bildschirm hervorragend untermalt.

So, jetzt aber Schluss mit Japan. Wer weder auf historische Ernsthaftigkeit noch knallbunte Japanimation Lust hat, sondern lieber etwas fröhliches sehen will: Schaut Sex Education! Die Serie spielt in England, zeigt aber Bilderwelten US-amerikanischer High Schools und präsentiert mit seinem Mix aus moderner Technologie und 1980er-Retro-Charm einen eigenen visuellen Mix. Inhaltlich kann die Serie ebenfalls mithalten: Erzählt wird die Geschichte des 16-jährigen Otis, der an seiner Schule mehr oder weniger unfreiwillig zu einem Sex-Therapeuten wird. Dabei hat Otis selbst selbst Probleme mit seiner Sexualität.

Die Serie geht einfühlsam mit seinen Protagonisten um und ist stellenweise sehr witzig, zeigt aber auch gute Beispiele erfolgreicher Kommunikation. Wer sich ein bisschen für menschliche Psychologie und sinnvolle Konfliktbewältigung (sowie natürlich Humor) interessiert, der sollte in Sex Education auf jeden Fall reinschauen!

Und wem das noch immer zu ernst ist, der schaue Community. Die Serie ist endlich auf Netflix gelandet und präsentiert zumindest in den ersten vier Staffeln einen furiosen und sehr, sehr witzigen Mix aus Albernheiten und Popkulturanspielungen. Die sieben Mitglieder der Lerngruppe an einem Community College (einer US-amerikanischen Mischung aus VHS und Universität) könnten unterschiedlicher nicht sein, entwickeln aber über kurze Zeit eine tiefe Freundschaft, die durch das absurde Geschehen auf dem Campus (Paintball!) immer wieder auf die Probe gestellt wird. Man könnte einen groben Vergleich zwischen Community und den Känguru-Chroniken ziehen, zumindest was den augenzwinkernden Umgang mit Popkultur angeht. Community verzichtet aber - zumindest in den meisten Folgen - auf sprechende Tiere.

Katrin Hemmerling

Willkommen am Höllenschlund! Bei mir läuft gerade der große Re-Watch von Buffy - Im Bann der Dämonen. Zwar habe ich sämtliche Staffeln davon auf DVD, allerdings ist die Serie derzeit auch über Amazon Prime abrufbar. Für Fans der Originalversion sei jedoch gesagt, dass hier lediglich die deutsche Synchronisation verfügbar ist. Mir persönlich macht dies aber nichts aus, ich bin mit der Serie aufgewachsen und fände es ungewohnt, die Originalstimmen der Darsteller zu hören. Außerdem hat David Nathan James Marsters seine Stimme für Spike geliehen - immer wieder ein Hörgenuss. Und Buffy - Im Bann der Dämonen ist vermutlich eine der wenigen Serien mit einem rundum gelungenen Finale. Schließlich ist Zuversicht das, was wir alle gerade gebrauchen können.

Zugegeben, ich finde Spazierengehen eher langweilig und bin eigentlich ein Stubenhocker. Dennoch ist gerade jetzt Bewegung an der frischen Luft notwendig. Deshalb zwinge ich mich zu Spaziergängen, benötige dafür aber Unterhaltung auf die Ohren. Der liebe Hannes hatte mir vor längerer Zeit einmal Die dunklen Fälle des Harry Dresden (Originaltitel The Dresden Files) empfohlen. Dresden ist ein Magier-Detektiv, die Geschichte von Jim Butcher verbinden gekonnt die magische Welt mit unserer Realität. Also gehe ich seit geraumer Zeit nicht allein spazieren. Ich hab Harry Dresden dabei. Auf Deutsch eingelesen von David Nathan (ja, man erkennt ein Muster …), auf Englisch eingelesen von James Marsters (so viel dazu, dass ich ziemlich vorhersehbar bin …)

Zusätzlich nutze ich die Zeit, um mich bei Doctor Who endlich auf Stand zu gucken, es klafft eine Lücke zwischen Peter Capaldi und Jodie Whitaker. Immer dienstags strahlt ARD One 2 Folgen der Serie aus. Derzeit läuft Staffel 5, somit also Matt Smith als Eleven und Karen Gillan als aktuelle Companion Amy Pond. Doctor Who ist nach Hause kommen für mich. Eine Serie, die ich lange nicht kannte, bevor liebe Freunde sie mir ans Herz legten. Mir ging es dann wie vermutlich vielen Whovians: Ich habe gelacht. Ich war begeistert davon, wie welche Themen aufgegriffen worden ist. Und mehr als einmal hat die Serie auch mein Herz gebrochen. Vermutlich derzeit auch, wenn ich mich damit abfinden muss, dass die Pandemie ein fixed point in time ist. Wie würde Ten sagen? “I’m sorry. I’m so sorry.”

Anne Jerratsch

Eskapismus? Kann ich! Seit Jahresbeginn laufen bei mir aus verschiedenen Gründen Serien und Filme über den Bildschirm, die mich zuverlässig von der unschönen Realität ablenken - und damit meine ich nicht nur Star Trek: Picard und andere Trek-Konsorten, auch wenn das, wie Kollegin Nele schon erläutert hat, hervorragend funktioniert.

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Matrix Neo Keanu Reeves

Da ich zu unseren regelmäßigen Weihnachtsspecials bereits die Herr-der-Ringe-Trilogie empfohlen habe (die gehört für mich zur Fernsehtradition zwischen den Jahren), wende ich mich einer anderen Art Trilogie zu, die den Eskapismus bereits im Plot stecken hat: Matrix. Nicht nur bescheren mir die Bilder des ersten Teils ein wohliges Gefühl, wenn ich Neo in eine abgenutzte Telefonzelle rennen und eines der damals enorm stylishen Slider-Handys benutzen sehe. Immerhin war der Film schon 1999 in den Kinos, das ist also gute 20 Jahre her. Die CGI hat zwar etwas gelitten, aber die Geschichte packt den Zuschauer immer wieder: Die “echte” Welt ist nur eine Illusion, und war da nicht gerade eine schwarze Katze? Die Matrix-Trilogie hat auch 2020, trotz ihrer viel zu verkopften Fortsetzungen, keinen Deut an Coolness eingebüßt. Na dann, ab ins Sportprogramm mit euch, ihr müsst Kung-Fu lernen! (Oder ein Upgrade erhalten)

Eine andere Art, der Realität zu entfliehen, ist: Ab ins Spaceshuttle - und die irdischen Probleme sehen auf einmal viel kleiner aus. (Ja, ich zitiere Reinhard Mey, aber damit müsst ihr jetzt leben). Sei es zusammen mit Brad Pitt auf der Reise zu sich selbst in Ad Astra, mit Tom Hanks, der in Apollo 13 versucht, irgendwie im Weltraum zu überleben, oder zusammen mit Sam Rockwell auf dem Mond in Moon - Weltraumfilme gehen irgendwie immer! Auch Gravity mit Sandra Bullock und George Clooney sei hier genannt - wobei man bei diesen beiden Filme unbedingt eine Packung Taschentücher griffbereit haben sollte. Im Weltraum kann es verdammt einsam sein. Versöhnlichere Töne schlägt Der Marsianer an, bei dem man neben einem glänzend aufgelegten Matt Damon auch noch eine Menge “Yeah, Science!”-Erkenntnismomente hat. Als Klassiker darf sich auch Alien mit Sigourney Weaver hier einreihen. Und ganz nebenbei wurde mit Ripley eine der besten weiblichen Hauptfiguren der Filmgeschichte geschaffen.

Zum Schluss noch ein Klassiker-Tip, diesmal als Serie, wer es noch nicht gesehen hat: Eine ganz andere Art des Eskapismus wartet in Twin Peaks von David Lynch. Nicht nur, weil ausnahmslos alle Figuren ein wenig merkwürdig neben der Spur, aber viele davons enorm liebenswürdig sind. Sondern auch, weil das Geheimnis um die Kleinstadt Twin Peaks einen nach einer kleine Eingewöhnungszeit fasziniert weitergucken lässt. Ja, die Serie ist langsam erzählt und fasert an manchen Stellen aus, und ja, das Hauptmusikthema kommt deutlich zu oft vor (vor allem, wenn man die Melodie bereits aus dem Nachtprogramm vom Wetterkanal kennt), aber nichtsdestotrotz stellt Twin Peaks eine der besten Mystery-Serien der 90er Jahre dar. Und wer noch nicht genug hat vom Gucken, kann ja nebenher einen der vielen großartigen Pullover nachstricken, die die Figuren tragen.

Hannes Könitzer

Ich fange einfach mit der Serie an, mit der ich selbst im März Eskapismus betrieben habe und das war Willkommen in Gravity Falls. Die Animationsserie lief bisher unter meinem Radar, was sich mit dem Start von Disney+ aber geändert hat. Gravity Falls ist gewissermaßen ein familienfreundliches Rick and Morty, mit dem die ganze Familie ihren Spaß haben kann. Allein die Intromusik sorgt bei mir immer sofort für gute Laune. Leider hat Gravity Falls nur zwei Staffeln, dafür ist die Geschichte aber komplett in sich abgeschlossen.

Und wo wir gerade bei Disney+ sind, empfehle ich auch gleich die Neuauflage von DuckTales. Der Reboot ist absolut gelungen und zeigt, wie man einen Klassiker richtig neu interpretiert. Man merkt den Machern ihre Liebe zu den Disney-Zeichentrickserien der 90er Jahre an, wobei sie es schaffen, DuckTales an den genau richtigen Stellen zu modernisieren. Aus unerfindlichen Gründen fehlt bei Disney+ allerdings der Pilotfilm. Dafür können sich Fans schon einmal auf die 2. Staffel freuen, denn die ist tatsächlich noch besser als die ohnehin schon gute 1.

Zwei weitere Empfehlungen von meiner Seite sind Chuck und Eureka. Bei beiden handelt es sich um Genre-Serien, die gefühlt heute kaum noch produziert werden. Sowohl Chuck als auch Eureka bieten leichte (was hier nicht herabwertend gemeint ist) Unterhaltung, bei der vor allem der Spaß im Mittelpunkt steht. Zudem haben beide Serien viele verschrobene aber gleichzeitig supersympathische Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen.

Florian Rinke

11 Stunden und 25 Minuten Flucht nach Mittelerde bietet das 1992 vom WDR und SWR produzierte Hörspiel Der Herr der Ringe. Zu hören sind unter anderen die bekannten Stimmen von Rufus Beck, Matthias Haase, Hans Peter Hallwachs, Edgar Hoppe und Manfred Steffens. Im Vergleich zu der Verfilmung von Peter Jackson wirkt das Hörspiel märchenhafter. Dazu trägt vor allen die Musik von Peter Zwetkoff bei, aber auch dass man die Textstellen mit Tom Bombadil nicht heraus gekürzt hat.

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflamme von Tsui Hark (Once Upon a Time in China) spielt vor langer Zeit während der Tang-Dynastie im Jahr 690. Andy Lau (House of Flying Daggers, Infernal Affairs) verkörperten den legendären Di Renjie, der von der angehenden chinesischen Kaiserin beauftragt wird, mehrere mysteriöse Todesfälle aufzuklären. Bei den Bauarbeiten an einer riesigen Buddha-Statue in der Nähe des kaiserlichen Palast sind mehrere Menschen aus heiterem Himmel in Flammen aufgegangen. Neben dem fantastischen Kriminalfall, begeistert der Film durch sein perfekt choreographierten Kampfszenen.

In eine Vergangenheit, die es so nie gegeben hat, entführt die Leser die Comicserie Das Schloss in den Sternen von Alex Alice. Ein französischer Ingenieur muss mit seinem Sohn aus Paris nach Bayern fliehen. Dort auf dem Schloss Neuschwanstein arbeitet er an einer Flugmaschine, die mithilfe eines Äther-Antriebs in den Weltall fliegen soll. Damit will der Ingenieur nicht nur die Träume Ludwigs II. verwirklichen, sondern auch seine verschollene Frau suchen. Aber Bismarck, der an dem militärischen Potenzial der Erfindung interessiert ist, hat schon seine preußischen Schergen nach Bayern gesandt. Die Geschichte erinnert von der Stimmung an Jules Vernes Mond-Romane sowie an Der Gefangene von Zenda von Anthony Hope. Dazu passen die wunderschönen Bilder, welche Alice in einer Mischung aus frankobelgischen Stil, Manga-Elementen und Aquarellzeichnungen aufs Papier gebracht hat.

Weitere sehr gute Möglichkeiten, längerer Zeit der Realität zu entfliehen, bieten auch die klassischen Jan-Tenner-Hörspiele sowie die tschechische Kinderserie Die Besucher aus den 80er-Jahren, über die ich mich bereits an anderer Stelle lang und breit ausgelassen habe.

Stefan Turiak

In schweren Zeiten - und eigentlich auch sonst - wende ich mich den Sitcoms zu. Neben Community, was bereits genannt wurde, sind das für mich die verschiedenen Comedy-Serien von Serienproduzent Mike Schur. Seine ersten Erfolge feierte Schur mit dem US-Remake von The Office, was für meinen Geschmack ein bisschen zu lange lief. 

Der Nachfolger Parks and Recreation hat dagegen mit sieben Staffeln die perfekte Länge und handelt von der Stadt-Angestellten Leslie Knope (Amy Poehler), die in der Abteilung für öffentliche Parks der kleinen Stadt Pawnee, Indiana arbeitet. Diese möchte vor allem ihre Stadt schöner und lebenswerter machen und bringt dafür einen sehr gewinnenden, aber manchmal auch etwas aufdringlichen Enthusiasmus mit. Damit und ihrer Arbeitsmoral kann sie oftmals die widerwilligen Mitarbeiter und Bürger von Pawnee für sich gewinnen. Viele der Nebendarsteller werden dem einen oder anderen sicherlich bekannt vorkommen: Nick Offerman spielt Leslie Knopes Boss, der als wachechter Libertarist jegliche Einmischung von Regierungsseite ablehnt, auch wenn er selbst in einer solchen Regierung arbeitet. Rashida Jones spielt Lesliedie Krankenschwester Ann, die später Leslie Knopes bester Freundin werden soll. Chris Pratt stellt Anns trotteligen Ex-Freund dar und Aubrey Plaza die düstere Praktikantin der Park-Abteilung. 

In weiteren tragenden Rollen dieser charmanten und herzensguten Comedy sind Aziz Ansari, Adam Scott, Rob Lowe, Retta und Jim O’Heir als gutmütiger Fußabtreter des Büros Jerry Gergich zu sehen.

Weiter geht es mit Brooklyn Nine Nine, das ebenfalls aus der Mike-Schur-Schmiede stammt. Hierin muss sich der hochkompetente, aber äußerst kindische Chaoten-Cop Jake Peralta mit einem neuen, äußerst pingeligen neuen Captain Ray Holt (Andre Braugher) herumschlagen. Wie schon in Parks and Recreation handelt es sich hierbei um eine sogenannte Work-Place-Comedy mit liebenswerten Haupt- und Nebenfiguren, die zwar von Grund auf verschieden sind, aber dennoch bestens zusammenarbeiten. Der positive Attitüde dieser Serien nehmen ihnen aber nichts von ihrer komödiantischen Schärfe. 

Das zeigt sich auch an der Mike-Schur-Serie The Good Place. Hierin geht es um die egoistische junge Frau Eleanor Shellstrop (Kristen Bell), die aufgrund einer Verwechslung im Himmel landet, obwohl sie eigentlich in die Hölle gehört. Michael (Ted Danson), der Architekt dieses Himmelsbereichs hat nämlich einen Fehler gemacht. Und Eleanor muss ihren vermeintlichen Seelenverwandten Chidi Anagonye (William Jackson Harper) dazu bringen, sie in Sachen Ethik zu unterrichten. Das gestaltet sich clever, ambitioniert und witzig, denn die Serie vereint komödiantische Variationen von philosophischen Konzepten mit spaßigen Albernheiten und die großen Fragen des Lebens mit unreifen Pups-Witzen. Dabei bleibt The Good Place wie alle Mike-Schur-Serien immer positiv, wirkt aber dennoch komischerweise niemals naiv in seinem Glaube, dass man immer das beste aus dem Menschen herauskitzeln kann. 

30 Rock ist eine Serie, die ich mir gerade wieder anschaue, auch wenn ich vor allem die ersten drei Staffeln mochte und die Staffeln danach nicht unbedingt wohlwollend in Erinnerung habe. Diese Sitcom stammt zur Abwechslung nicht von Mike Schur, sondern von Comedy-Autorin und -Darstellerin Tina Fey. Diese spielt auch die Hauptrolle der Comedy-Autorin Liz Lemon, die wiederum eine Comedy-Show namens The Girlie Show für NBC produziert. Ihr neuer Chef Jack Donaghy (Alec Baldwin) zwingt sie dazu, den verrückten Komödianten Tracy Jordan (Tracy Morgan) anzuheuern und ihre Show komplett umzukrempeln. Chaos sowie schön bekloppte Albernheiten und Situationskomik sind die Folge.    

Abseits von den ganzen Comedies ist es sowas wie eine Oster-Tradition für mich, mir die Mini-Serie In 80 Tagen um die Welt mit Pierce Brosnan und Peter Ustinov in den Hauptrollen anzusehen. Wahrscheinlich handelt es sich bei der Adaption des Jule-Verne-Romans von 1956 mit David Niven in der Hauptrolle um die bessere Version, aber trotzdem hat Brosnans Darstellung des exzentrischen britischen Gentlemans Phileas Fogg und Eric Idles Darstellung seines treuen Bediensteten Jean Passepartout weiterhin einen großen nostalgischen Wohlfühl-Wert für mich.

Star Trek: Drehstart der Picard-Serie am Ostermontag

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Star Trek Nemesis Picard

Ob das Absicht war? Auf seinem Instagram-Account verkündete Michael Chabon, der ausführende Produzent der neuen Star-Trek-Serie um Picard, dass die Dreharbeiten zur Serie am Montag begonnen hätten. Mittlerweile ist der Post aber gelöscht, andere Quellen, wie beispielsweise das Branchenmagazin Production Weekly, aus der auch die Seite Trekmovie zitiert, bestätigen aber den Start der Dreharbeiten. Daher kann man davon ausgehen, dass die Meldung stimmt und die Kameras laufen. Die Dreharbeiten dauern laut Production Weekly bis Mitte September

Laut Aussagen von Chabon, Patrick Stewart, Alex Kurtzman und anderen an der Serie beteiligten, werde ein anderer Picard gezeigt, als die Fans erwarteten. So spiele die Serie rund 20 Jahre nach dem Ende von Star Trek: The Next Generation und für Picard sei das Ende der Romulanischen Föderation, hervorgebracht durch die Explosion einer Supernova im Jahr 2387 ein einschneidendes Erlebnis gewesen. Das Erzähltempo sei zudem wesentlich geringer, wie sich Kurtzman im Vergleich zu Discovery äußerte. Michael Chabon versicherte aber, dass man versuche, eine hoffnungsvolle und positive Vision der Zukunft zu zeichnen.

Neben Patrick Stewart als Jean-Luc Picard finden sich keine ehemaligen Crewmitglieder der Enterprise in der Schauspielerriege der Serie: Auf der Besetzungsliste stehen Santiago Cabrera und Michelle Hurd, sowie die zuletzt bekannt gegebenen Alison Pill (The Newsroom), Harry Treadaway (Mr. Mercedes, Penny Dreadful) und Isa Briones (American Crime Story: Versace).

Ein Erscheinungsdatum der Serie ist noch nicht bekannt, geplant ist ein Start im Herbst 2019. Ob und wie die Folgen in Deutschland zu sehen sein werden, steht noch in den Sternen.

Star Trek: The Next Generation - Michael Piller wollte Kultepisode mit Spock fortsetzen

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Leonard Nimoy als Spock

Wir schreiben das das Jahr 1990. Die Serie Star Trek: The Next Generation hatte sich längst als erfolgreicher Nachfolger der Originalserie aus den 60er Jahren etabliert.

Michael Piller war damals als Produzent und Autor an Bord gekommen und hatte - wie sich jetzt anhand eines alten Memos herausstellte - eine clevere Idee. Piller schrieb darin an seinen Boss Rick Berman und unterbreitete verschiedene Konzepte für Episoden der zweiten Hälfte der vierten Staffel. Darunter befand sich auch ein Pitch für die Fortführung einer beliebten Episode der Classic-Serie. Der Teaser für die Episode las sich wie folgt:

"Wir befinden uns im Weltraum. Ein unidentifiziertes Schiff nähert sich, es scheint ein altes Raumschiff zu sein. Die Stimme über den Audiokanal identifiziert sich selbst als Captain James T. Kirk von der USS Enterprise. Ende des Teasers."

Piller beschrieb die Episode als eine Rückkehr zum Planeten Sigma Iotia II aus der Episode "A Piece of the Action". In dieser hatten Kirk und seine Crew eine Gesellschaft vorgefunden, die sich, nachdem dort ein Sternenflottenschiff zurückgelassen worden war, nach der Gangsterszene des Chicagos der Erde der Vergangenheit gestaltet hatte.

Am Ende der Episode hatte McCoy aus Versehen einen Kommunikator zurückgelassen. Piller wollte genau diesen Fauxpas aufgreifen und zeigen, dass die Iotanier diesmal ihre Gesellschaft nach dem Vorbild der Föderation modelliert hatten. Allerdings hätten die Einflüsse der Chicagoer Gangsterszene die Ideale der Sternenflotte kompromittiert und in eine düstere Version abgleiten lassen. In Pillers Pitch hätte Leonard Nimoy als Spock einen Gastauftritt haben sollen, um die Lage zu beruhigen.

Leider war Rick Berman jedoch zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht bereit, zu viele direkte Querverweise zuzulassen. Man hatte zwar (vermutlich als Bonbon für die Fans) im Pilotfilm Admiral McCoy auftreten lassen und im Anschluss noch eine Hommage an die Episode "The Naked Time" (namens "The Naked Now") produziert, danach aber die Finger von zu deutlichen Referenzen gelassen.

Piller hätte das jedoch gerne geändert und argumentierte schlüssig:

"Nun, da wir uns etabliert haben, müssen wir meiner Einschätzung nach keine Angst vor dem alten Star Trek haben. Sollten Sie (Rick Berman) diese Idee nehmen, wird sie uns die höchsten Einschaltquoten der Staffel bescheren."

Das Memo endete mit dem flapsig-herausfordernden Satz "Sie trauen sich ja doch nicht!" - eine Antwort von Berman ist nicht überliefert. Fakt ist jedoch: Dieser lehnte die Idee offenbar wirklich ab und es dauerte bis zur fünften Staffel, als Leonard Nimoy doch noch einen (anderen) Gastauftritt als Spock in der Episode "Unification" erhielt. Mit ihm tauchten später auch ein zweites Mal sein Vater Sarek (Mark Lenard) (zuvor bereits in "Sarek", später ebenfalls in "Unification"), Scotty (James Doohan) in "Relics" sowie Chekov (Walter Koenig), nochmal Scotty (James Doohan) und Kirk (William Shatner) in Star Trek: Generations auf.

Abschied von David Ogden Stiers

David Ogden Stiers ist gestern im Alter von 75 Jahren an den Folgen seiner Blasenkrebserkrankung gestorben. Dies gab seine Agentur über Twitter bekannt.

Nach einem kurzen Abstecher an die University of Oregon studierte Stiers Schauspiel an der Juilliard School in New York. Erste Erfahrungen sammelte er am Broadway, bevor er Gastrollen in Serien wie Kojak oder Drei Engel für Charlie übernahm.

Den Durchbruch erlangte er aber im Jahr 1977 mit M*A*S*H. Die Serie spielt im Koreakrieg und hat ein mobiles Feldlazarett (im Englischen Mobile Army Surgical Hospital) zum Mittelpunkt der Handlung. Stiers verkörperte bis zum Ende der Serie im Jahre 1983 die Rolle des Major Charles Emerson Winchester III. Der fähige Chirurg mit seiner überheblichen Art entwickelte sich zu einem der Publikumslieblinge. Stiers wurde für seine Darstellung zweimal für einen Emmy nominiert.

Anschließend war Stiers in verschiedenen Serien zu sehen. So spielte er in Fackeln im Sturm den Kongressabgeordneten Samuel Green, der Virgilia Hazard zur Geliebten hatte. In Star Trek: The Next Generation war in der Folge 22 "Die Auflösung" ("Half a life") von Staffel 4 als Doktor Timicin zu sehen.

Auch als Sprecher machte Stiers sich einen Namen und war in vielen Disney-Produktionen zu hören. In Die Schöne und das Biest übernahm er die Rolle als Von Unruh, in Lilo & Stitch war er Dr. Jamba Jookiba. 

Insgesamt war er im Laufe seine Karriere in mehr als 150 Produktionen zu sehen beziehungsweise zu hören. Stiers starb friedlich in seinem Haus in Newport. 

Zufall oder mehr? Alter Pitch zu Star Trek: The Next Generation klingt stark nach Star Trek: Discovery

Dank Larry Nemecek und seinen Trek Files dürfen wir heute einen Blick in die Vergangenheit werfen, der nicht nur ein spannendes Licht auf Star Trek: The Next Generation wirft, sondern auch auf Star Trek: Discovery und sogar die Reboot-Filme von J. J. Abrams.

Wir schreiben das Jahr 1986. Paramount schickt sich an, 17 Jahre nach dem Ende der Originalserie Star Trek einen zweiten Anlauf im TV zu wagen. Zunächst möchte man Gene Roddenberry, den Schöpfer des Originals, aus der Sache heraushalten und beauftragt Greg Strangis (War of the Worlds) damit, ein Konzept zu skizzieren.

Dieses besteht aus einem achtseitigen Entwurf, der einige interessante Elemente beinhaltet. So wird ein Captain eingeführt, der als Mentor für die eigentliche Hauptfigur der Serie fungiert und im Pilotfilm bei einem Gefecht zwischen Klingonen und Föderation stirbt. Diese Hauptfigur wird zudem als Waise bezeichnet. Wer denkt da nicht an Captain Georgiou, Michael Burnham und die Geschehnisse in "The Vulcan Hello" und "Battle at the Binary Stars"?

Ein außerirdisches Besatzungsmitglied von einem obskuren und isolierten Planeten wird ebenfalls genannt - das ist zwar wenig konkret gehalten, eine Prise Saru steckt aber in dieser Beschreibung. Eine Prise mehr sogar im brillanten Kadetten, den die Hauptfigur unter ihre Fittiche nimmt - eine klare Parallele zu Tilly.

Ein deutlicher Unterschied besteht dann allerdings darin, dass das Schiff generell überwiegend von Kadetten bevölkert wird, die ins kalte Wasser geworfen werden. Hier besteht zwar keine Parallele zur USS Discovery, aber dafür zur USS Enterprise aus dem ersten Abrams-Reboot-Film von 2009.

Rick Berman erinnerte sich einmal in einem Vorwort zu einem Buch an den Tag, als das Memo bei Paramount diskutiert wurde:

"Als ich bei dem Treffen ankam, war Genes Büro mit hochrangigen Studiobossen gefüllt. Gene wollte nichts von dem, was auch immer sie vorschlugen. Er hämmerte auf den Tisch und die Bosse taten es ihm gleich."

Wie das Ganze ausging, ist heute natürlich längst Geschichte. Bekanntermaßen fiel die Serie Star Trek: The Next Generation mit Gene Roddenberry an Bord völlig anders aus, als in diesem Entwurf angedacht war. Ob Bryan Fuller & Co den Pitch überhaupt kannten und sich für ihre Serie dabei bedienten, ist nicht bekannt. 

Star Trek: Discovery hat just die erste Staffel beendet. Alle 15 Episoden stehen bei Netflix zur Verfügung. 2019 soll es mit neuen Episoden weitergehen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
CBS

Sir Patrick Stewart über seine Rollen als Professor X in X-Men & Captain Picard in Star Trek

In Rahmen der Interview-Reihe The Actor's Side with Pete Hammond schaut Sir Patrick Stewart zusammen mit Pete Hammond für Deadline zurück auf seine Karriere.

Bekannt ist, dass Stewart keine konkrete Vorstellung von Star Trek hatte, als er für die Rolle des Captain Jean-Luc Picard für Star Trek: The Next Generation vorsprach. Er hatte von der Serie lediglich schon einmal gehört, da seine Kinder diese schauten:

"Als ich mich für die Rolle vorstellte, musste ich zuerst meine Kinder befragen. Als sie noch klein waren, bin ich von der Matinee  beim Theater nach Hause gegangen, damit ich mithelfen konnte, sie ins Bett zu bringen, ihnen vorzulesen und vorzusingen. Dann bin ich zur Abendvorstellung wieder ins Theater zurückgekehrt. Wenn ich am Samstag so gegen fünf oder sechs Uhr zurückkehrte, haben sie sich diese Serie mit diesen Typen in den farbigen T-Shirts angesehen. Ich habe mich daran erinnert, dass das Star Trek war, also sind sie meine Informationsquelle gewesen."

Jedoch hatte die Rolle des Captain Picard nicht nur Vorteile für Stewart:

"Der Nachteil an einer Kultfigur in einer erfolgreichen Fernsehserie ist, dass man diese Person wird. Es gab mal ein Projekt, bei dem ich mich wirklich darauf freute, den Regisseur kennenzulernen. Es war eine kleine Nebenrolle, die ich wirklich gerne spielen wollte. […] Er sagte: 'Patrick, du bist ein wirklich guter Schauspieler, ich mag deine Arbeit. Aber warum sollte ich Jean-Luc Picard in meinem Film haben wollen?'"

Deswegen dachte der Schauspieler auch länger darüber nach, ob er die Rolle des Professor X in dem X-Men-Franchise übernehmen wollte:

"Als ich das Drehbuch bekommen habe, war das Wort Franchise förmlich darauf gestempelt. Ich dachte mir, dass ich das nicht könnte, dass sich das meine Karriere nicht leisten könnte. Glücklicherweise bestand Bryan Singer darauf, dass wir uns zum Mittagessen treffen, und er konnte mich überzeugen. Gott sei Dank hat er das gemacht, weil es nicht dasselbe wie eine Fernsehserie war."

Aktuell steht Stewart in Gesprächen mit der Royal Shakespeare Company. Wenn man sich einig wird, könnte er 2020 wieder im Theater zu sehen sein. 

Patrick Stewart - The Actor's Side with Pete Hammond

Star Trek: The Next Generation - Ein Nicht-Trekkie guckt "Mission Farpoint"

30 Jahre TNG

Liebe Leser von Robots & Dragons. Ihr müsst jetzt stark sein. Denn es gibt sie. Die eine Person in der Redaktion, die noch nie eine einzige Folge von Star Trek: The Next Generation gesehen hat. Die es geschafft hat, 178 Episoden, die in sieben Staffeln entstanden sind, über dreißig Jahre - oder auch 27 Jahre, rechnet man von der Erstausstrahlung im ZDF - zu ignorieren. Die, anders als unser Star-Trek-Experte Björn, nicht auf dem ersten Blick einen Trailer detailliert analysieren kann. Die nicht versteht, warum man in Erwägung zog, das veränderte Aussehen der Klingonen zwischen Star Trek: The Original Series und Star Trek: The Next Generation zu erklären. Die Wil Wheaton primär mit Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers und Jonathan Frakes mit Fackeln im Sturm verbindet. Diese Person bin ich.

Jedoch möchte ich mir der Faszination Star Trek nicht mehr länger verschließen. Denn die Faszination und Freude ist bei den Trekkies von Robots & Dragons greifbar. Also gibt es fast keinen besseren Anlass, als den 30. Geburtstag von TNG, um sich die Pilotfolge "Mission Farpoint" anzusehen. Mit dem gängigen Popkultur-Wissen; aber ohne fundiertes Expertenwissen.

Vorhang auf für Professor X und Stanley Hazard

Bereits das Intro der Serie beschert mir ein leises Lächeln, da ich von einem Intro zu einer Sci-Fi-Serie nichts anderes erwartet habe. Zu einer schmissigen Fanfare präsentiert sich die USS Enterprise von allen Seiten. Mal fliegt sie von oben links ins Bild, nur um sich dann für einen detaillierten Blick von unten langsam aufsteigend zu präsentieren, bevor sie rasant aus dem Bildschirm verschwindet.

Nach dem Intro erwartet mich mit Sir Patrick Stewart als Captain Jean-Luc Picard ein vertrautes Gesicht - er sieht beinah aus wie heute, hat allerdings noch ein paar wenige Haare. Sein Status auf der USS Enterprise ist bereits in der ersten Szene deutlich: Leute, die ihm begegnen, nicken ihm mit einem respektvollen "Sir" zu. Für einen Neuling wie mich schon einmal die beste Orientierung.

Als Picard die Brücke betrifft und von der "Komplexität des Schiffes" spricht, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Der Achtzigerjahre-Plüsch mit dem Teppich und den Sesseln, die mich an die Sitze im GMC Vandura des A-Team erinnern, wirkt nicht sonderlich komplex.

Wer macht was auf der Brücke?

Dennoch fällt mir auf, wie die Folge mit wenigen Mitteln auch Neueinsteigern schnell die einzelnen Figuren vermittelt. Umgehend ist klar, dass es sich bei Data - sofern man es nicht sofort aufgrund des Namens kapiert hat - um keinen Menschen handeln kann. Lediglich bei Deanna Troi ist mir nicht sofort klar, was ihre Position ist. Ich begnüge mich damit, dass sie anscheinend so etwas wie ein Medium ist und stelle nebenbei fest, dass Marina Sirtis mit glatten Haaren besser aussieht, als mit der für die Achtziger üblichen wilden Lockenmähne.

Lediglich der Klingone auf der Brücke irritiert mich, da mein Popkultur-Wissen nur die Information gespeichert hat, dass Klingonen eigentlich nicht im Dienst der Sternenflotte stehen.

Möchtest du ein Q kaufen?

Bevor ich jedoch weiter darüber nachdenken kann, wird die friedvolle Stimmung unterbrochen und eine Figur tritt auf, die sich auf der Brücke der USS Enterprise reichlich daneben benimmt und erst einmal ein Besatzungsmitglied schockfrostet. Ein Guter ist der nicht, dieser Typ, der binnen kurzer Zeit ganze drei Mal sein Kostüm wechselt. Nun ist meine Neugier definitiv geweckt. Und dann wird es auch schon richtig actiongeladen - das Schiff wird vom Gegner verfolgt, zur Rettung wird die Untertassensektion abgetrennt. Allerdings erschließt sich mir nicht, warum ein eigentlich spannender Moment mit einer triumphalen, fast fröhlich anmutenden Musik unterlegt wird.

Die anschließende Situation in dem Gerichtssaal nimmt das Tempo wieder heraus und sorgt bei mir für einige unfreiwillig komische Momente. Anscheinend war es in den Achtzigern einer Frau nicht zuzumuten, ein kleine Kampfszene zu drehen. Anstelle von Denise Crosby als Tasha Yar agiert eindeutig ein Stuntman mit einer preiswert anmutenden Perücke. Zu allem Übel erinnert mich Q mit seinem Gerichts-Outfit irgendwie an einen Time Lord. Als sich dann auch noch ausgerechnet Picard an einem Zitat William Shakespeares bedient, ist es mit dem nötigen Ernst für den Rest der Szene vorbei.

Das macht aber auch nichts, da nun der - wie mir redaktionsintern versichert wurde - Frauenliebling von TNG die Bühne betritt: Commander Riker. Frakes sieht mit Bart jedoch männlicher aus, finde ich, hier wirkt er eher noch etwas weich im Gesicht. Allerdings nehme ich Riker sofort ab, dass er durch und durch ein Commander ist. Die erste Arbeitsprobe des manuellen Ankoppelns meistert er jedenfalls scheinbar mühelos.

Rette die ... ähm ... Qualle?!

Damit ist nach gut der Hälfte der Folge des Setting gesetzt, und die Besatzung kann sich der Aufgabe von Q stellen. Zwar mag für mich keine richtige Spannung aufkommen, allerdings langweilt mich die Folge auch nicht - also scheint sie mich ja in gewisser Weise zu fesseln.

Dies mag zugegeben in manchen Momenten darin liegen, dass sie wie ein Autounfall wirken; ich kann einfach nicht wegsehen. Sei es wieder ein Stuntman, der für Brent Spiner die Steine herunter springt, um Wesley Crusher aus dem Wasser zu ziehen. Sei es das sichtlich schmale Budget für die Ausstattung und die Miniaturen. Sei es, dass auch ich nach nicht einmal einer Folge verstanden habe, warum Trekkies in der Regel wenig mit Wesley Crusher anfangen können - dabei sehe ich dank seiner Figur eine fast revolutionäre Kameraführung auf der Brücke. Oder die Tatsache, dass die Menschheit mittlerweile im 24. Jahrhundert lebt und nichts besseres zu tun hatte, als Kaffeetassen ohne Henkel zu designen. Vermutlich hat sich Picard mehr als einmal seine Finger verbrannt.

Ebenso wirken manche Dialogzeilen unnötig. Es reicht am Ende nicht, dass alle mit einem seligen Lächeln, den beiden quallenartigen Wesen zusehen, wie sie nach der Trennung tentakelhaltend davonschweben. Nein, da muss wieder Deanna Troi mitteilen, dass sie große Freude empfindet, damit auch der letzte Zuschauer das Happy End dieser Folge auch wirklich verstanden hat.

Jedoch hat mich "Mission Farpoint" besser unterhalten, als ich es zunächst erwartet hätte. Das mag zu einem daran liegen, dass ich als Whovian mich an den Sternenwal aus Staffel 5 von Doctor Who und auch etwas an die Folge "Fleisch" aus Staffel 2 von Torchwood erinnert und ein wenig heimisch fühle.

Aber ganz bestimmt liegt es daran, dass ich - jeder unfreiwilligen Komik und Autounfall-Momenten zum Trotz - nachvollziehen kann, was Trekkies an der Serie fasziniert. Denn "Mission Farpoint" hat mich nicht zum Abschalten animiert. Viel mehr möchte ich wissen, wie es für die Crew weitergeht, schließlich scheint das Duo Data/Riker vielversprechend zu sein. Und Picard ist auch kein schlechter Typ. Jedenfalls scheint er mir als Captain wesentlich begabter, ruhiger und diplomatischer zu sein als Captain Kirk.

Glückwunsch, Star Trek. Du hast es damit geschafft. Ich weiß jetzt, wie ich verregnete Wochenenden verbringen werde. Ich habe schließlich noch 176 Episoden, die ich nachholen muss.

Star Trek: The Next Generation - Ein Blick auf die nie gedrehten Episoden

30 Jahre TNG

In den sieben Produktionsjahren von Star Trek: The Next Generation entstanden insgesamt 178 Episoden. Wie bei jeder Serienproduktion gab es aber auch eine Reihe von Geschichten, die zwar vorgeschlagen, aus unterschiedlichen Gründen am Ende aber doch nicht verfilmt wurden. Einige dieser Vorschläge sind recht vage überliefert, während bei anderen genauere Details bekannt sind.

Zum Jubiläum werfen wir einen Blick auf einige Episoden und Ideen, die von den Machern nicht umgesetzt wurden.

Aus der Anfangszeit

Star Trek: The Next Generation startete mit großen Erwartungen und die Macher wollten diesen natürlich mit guten Geschichten gerecht werden. Die erste Episode, die man für die Serie in Betracht zog, trug den Namen "Mind-Swarm". In der Folge wäre die Enterprise auf eine Person getroffen, die einen Computer im Gehirn trägt. Dieser ermöglicht es der Person, mit anderen Menschen telepathisch zu kommunizieren und eine Schwarm-Intelligenz aufzubauen. Dabei verlieren die Menschen ihre Individualität und ordnen sich dem Kollektiv unter. Auch wenn die Folge selbst nie Realität wurde, erinnert das Konzept doch in gewisser Weise an die Borg. Diese feierten in der 2. Staffel der Serie ihr Debüt.

Eine Idee der etwas skurrilen Sorte ist die Folge "Fanta-Sex" von Robert Justman. In der Episode wären die Besatzungsmitglieder der Enterprise nach der Einnahme einer Droge in der Lage gewesen, mit jeder Person Sex zu haben, die ihnen in den Sinn kommt. Schnell wäre es zu einer Besessenheit gekommen, die das ganze Schiff in Gefahr gebracht hätte. Der Vorschlag für "Fanta-Sex" ging noch vor dem Start der Serienproduktion ein, wurde aber verworfen. Später gab es mit "Der schüchterne Reginald" eine Episode, die das Suchtthema wieder aufgriff, allerdings ohne die sexuelle Komponente.

Klassische Gaststars

Mit bekannten Gaststars die Quoten zu steigern, ist auch heute noch ein beliebtes Mittel in der Serienlandschaft. Im Falle von TNG bot es sich natürlich an, die Darsteller der TOS-Crew an Bord zu holen. Für die siebte Staffel schlug Naren Shankar beispielsweise vor, Pavel Chekov (Walter Koenig) einen Auftritt zu geben. Im Vorjahr schaute bereits Scotty (James Doohan) für einen Besuch vorbei, während man in Staffel 5 sogar Leonard Nimoy für einen Gastauftritt gewinnen konnte. Da schien die Idee, mit Chekov einen weiteren Darsteller der ersten Stunde zu verpflichten, naheliegend. Umgesetzt wurde sie nicht.

Das Thema Gastauftritte beschäftigte die Macher von TNG schon sehr früh. So gab es in Staffel 1 die Idee für eine Episode mit Spock und Sarek. Der Botschafter sollte in dieser Folge von Romulanern als Geisel genommen werden. Als Gegenzug für die Freilassung wurde die Auslieferung seines Sohnes Spock gefordert. Dieser kommt daraufhin an Bord der Enterprise, um gemeinsam mit der Crew seinen Vater zu retten. Da die Serie zu diesem Zeitpunkt noch weit von ihrer späteren Popularität entfernt war, ließen die Macher die Idee jedoch fallen. Man glaubte nicht, dass man Leonard Nimoy und Mark Lenard tatsächlich hätte verpflichten können.

Die Sache mit dem Klingonen

Die klingonischen Stirnwülste sind ein Thema, das die Fans von Star Trek gerade im vergangenen Jahr sehr stark beschäftigt hat. Auch in den Anfangsjahren von The Next Generation stand das Design der Figuren zur Debatte. So schlug Autor Marc Scott Zicree eine Episode vor, in der man die Veränderung der Klingonen von der TOS-Ära zur TNG-Serie erklären wollte. Abgesehen von Produzent Burton Armus konnte sich jedoch niemand so wirklich für die Idee begeistern. Am Ende dauerte es bis zu Star Trek: Enterprise, bevor man die Frage wieder aufgriff, und den Fans eine Antwort präsentierte.

Q verliert den Verstand

Der Charakter Q begleitete die Crew der Enterprise-D von der ersten Episode an, und so ist es wenig verwunderlich, dass man über die Jahre auch Geschichten entwickelte, die es nicht bis zu Realisation schafften. Zu diesen gehörte beispielsweise eine Folge, in der Q den Verstand verliert. Als Resultat hätte er die Realität der Enterprise verändert, sodass die Charaktere nun normalen Jobs nachgehen. Nach und nach wären sie dem Geheimnis dann auf die Spur gekommen. Die Idee war später auch eine Inspirationsquelle für das Serienfinale "Gestern, Heute, Morgen".

Ein weiteres Q-Abenteuer hätte den Namen "Q Makes Two" tragen sollen. In der Geschichte haben Picard und Q einen Disput. So behauptet Picard, dass die Menschheit im 24. Jahrhundert aus ihren Fehlern gelernt hat und nun weiterentwickelt ist. Q dupliziert daraufhin die Enterprise und teilt die Crew in eine Hälfte mit guten und eine Hälfte mit schlechten Eigenschaften. Am Ende hätte sich herausgestellt, dass die Menschheit beide Seiten zum Überleben benötigt.

Die Episode "I.Q. Test" hätte die Enterprise in einen Wettkampf gegen die Rasse Zaa-Naar geschickt. Um einen Streit zwischen Q und seiner Kollegin Q-Too zu entscheiden, wäre die Crew in einem Wettstreit angetreten, der aus einem Box-Kampf, einem Poker-Spiel, einem Quiz, einem Shuttle-Rennen, einer Quizshow und einem Kampf auf Leben und Tod bestehen sollte. Für die Rolle des Captains der Zaa-Naar wollte Autor Herbert J. Wright damals gern Arnold Schwarzenegger verpflichten, den er persönlich kannte. Sowohl die Verpflichtung als auch die Episode kamen aber nicht zustande.

Weiterverwertung in Deep Space Nine

Auch wenn es bestimmte Ideen bei The Next Generation nicht zu einer tatsächlichen Folge geschafft haben, überlebten manche von ihnen und wurde in anderen Star-Trek-Serien aufgegriffen. So beispielsweise "Out of Time". Ursprünglich standen bei der Idee Worf und sein Sohn Alexander im Mittelpunkt. Bei einem Jagd-Ritual wäre Alexander verloren gegangen und plötzlich als gealterte und verbittere Version wieder aufgetaucht. Der junge Mann hätte durch ein Zeitportal für viele Jahre in einer unwirtlichen Welt überleben müssen und wäre von seinen Erfahrungen gekennzeichnet gewesen.

Die Macher von TNG entschieden sich aber, Alexander seine Jugend nicht zu nehmen. Die Idee wurde später aber trotzdem umgesetzt, allerdings in Deep Space Nine. In der Folge "Das Zeitportal" erleidet Molly O'Brien zwischenzeitlich das Schicksal, das ursprünglich für Alexander geplant war.

Auch im Falle von "The Homecoming" musste sich Autorin Jerr Taylor sich gedulden, bis Deep Space Nine die Idee wieder aufnahm. Eigentlich sollte die Geschichte um Fähnrich Ro Laren, die eine Anführerin des bajoranischen Widerstands aus einem cardassianischen Gefängnis befreien möchte, in der sechsten Staffel von TNG passieren. Zum Frust der Autorin hielt Produzent Michael Piller die Idee jedoch zurück. Sie wurde schließlich die Basis für den Eröffnungsdreiteiler der zweiten Staffel von Deep Space Nine.

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