Pilot-Kritik zu Frequency: Funkspruch in die Vergangenheit

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Frequency

In den USA sind Zeitreisen und Remakes die Trendthemen der aktuellen TV-Saison. Mit Frequency startet auf dem Sender The CW nun eine neue Serie, die sowohl das Remake eines Kinofilms darstellt, als auch das Thema Zeitreisen in gewisser Weise in den Mittelpunkt rückt.

Im Zentrum der Handlung steht Raimy Sullivan, die im Jahr 2016 in New York als Detective arbeitet. Am Abend ihres Geburtstages kommt es zu einem Blitzschlag, bei dem ein altes Funkgerät in der Garage getroffen wird. Dies führt dazu, dass Raimy nun in der Lage ist, mit ihrem Vater über das identische Gerät im Jahr 1996 Kontakt aufzunehmen.

Frank Sullivan ist in der Gegenwart seit rund 20 Jahren verstorben, nachdem er bei einer missglückten Polizeiaktion ums Leben kam. Durch den Kontakt versucht Raimy nun, den Tod ihres Vaters verhindern, muss jedoch feststellen, dass ein Eingriff in die Zeit immer seine Kosten hat.

Allein aufgrund der Tatsache, dass Frequency das Serienremake eines Kinofilms aus dem Jahr 2000 ist, hält sich die Originalität natürlich schwer in Grenzen. Die Prämisse stammt aus dem Film, der Schmetterlingseffekt wurde mittlerweile ebenfalls schon mehrfach im Kino und Fernsehen thematisiert und auch die Jagd nach einem Serienmörder ist nicht neu. Dass die Pilotfolge trotzdem einen hoffnungsvollen Start darstellt, hat sie vor allem ihren Hauptfiguren und den Darstellern zu verdanken.

Die Chemie zwischen Raimy und ihrem Vater Frank stimmt vom ersten Moment an. Die Rollen wurden mit Peyton List (Mad Men) und Riley Smith (True Blood) hervorragend besetzt, denn es gelingt den beiden sehr gut, dass der Zuschauer Interesse an ihrem Schicksal entwickelt. Die Szenen, in denen die beiden miteinander über das Funkgerät sprechen, gehören ganz klar zu den Highlights der ersten Folge.

Im Gegensatz zu den beiden Hauptcharakteren fallen die weiteren Figuren etwas ab. Praktisch keiner bekommt wirklich etwas zu tun. Sowohl Raimys Verlobter als auch ihr Freund aus Kindheitstagen sind beispielsweise noch völlig austauschbar. Einer der Gründe dafür ist natürlich der Fokus auf Jack und seiner Tochter. Im Piloten löst sich die Geschichte rund um Jacks Tod in weiten Teilen schon auf. Dies hat zur Folge, dass sehr viel Handlung in die 40 Minuten gepresst wird. Da man am Ende zudem auch noch die Serienmörder-Geschichte ins Rollen bringt, ist es beinah schon etwas zu viel. Darunter zu leiden haben die Nebenfiguren, was sich allerdings in den kommenden Folgen beheben lassen dürfte.

Ebenfalls negativ auffällig in Hinblick auf die Nebenfiguren sind Maske und Make-up. Aufgrund der Tatsache, dass zwischen den beiden Zeitlinien nur 20 und nicht wie im Film 30 Jahre liegen, werden Raimys Mutter Devin und Franks ehemaliger Partner Satch Rayna von denselben Darstellern gespielt. In der Vergangenheit stellt dies kein Problem da, in der Gegenwart wirkt vor allem Devin durch die Schminke sehr unnatürlich und damit kaum realistisch.

Wohin die Reise nach dem Piloten für Frequency geht, ist nicht ganz klar. Auf der Hand läge ein Fall-der-Woche-Format, bei dem Vater und Tochter gemeinsam in unterschiedlichen Zeitlinien ermitteln. Da es von dieser Sorte aber schon mehr als genug Serien gibt, wäre ein Fokus auf eine umfassendere Geschichte sicherlich nicht schlecht. Auch wird es interessant zu sehen sein, ob der Science-Fiction-Anteil noch steigt. Bisher hält man sich hier noch stark zurück.

Fazit

Auch wenn Frequency kaum neue Ideen bietet, gelingt es den Machern trotzdem bekannte Dinge zu einem unterhaltsamen Mix zusammenzuführen. Einer der Hauptgründe für den gelungen Piloten stellen dabei die beiden Hauptfiguren da. Deren Beziehung ist der Eckpfeiler, auf dem die Serie steht. Abzuwarten bleibt, wie es langfristig weitergeht. Das bisher Gezeigte macht aber Lust auf mehr und man kann nur hoffen, dass den Charakteren eine entsprechend spannende Geschichte geben wird.

Frequency

Originaltitel: Frequency (2016-2017)
Erstaustrahlung am 05.10.2016
Darsteller: Peyton List, Riley Smith, Devin Kelley, Lenny Jacobson, Mekhi Phifer, Anthony Ruivivar, Lenny Jacobson
Produzenten: Brad Anderson, Jeremy Carver, Toby Emmerich, Jennifer Gwartz
Serienremake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 2000
Staffeln: 1
Anzahl der Episoden: 13


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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