Die drei ???

Abschied von Thomas Fritsch

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Der Schauspieler und Synchronsprecher Thomas Fritsch ist heute verstorben, wie die dpa bestätigte. Er wurde 77 Jahre alt. 

Fritsch wurde am 16. Januar 1944 als Sohn des Schauspielerpaares Willy Fritsch und Dinah Grace geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er bei Eduard Marks, dem Leiter der Schauspielklasse der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Außerdem nahm Fritsch noch Gesangs- und Ballettunterricht. Noch während seines Studiums übernahm er Filmrollen und war auch unter anderem drei Mal an der Seite seines Vaters zu sehen.

Später übernahm er Hauptrollen in Fernsehserien wie Rivalen der Rennbahn, Unser Charly oder Hallo Robbie. An der Seite von Oliver Kalkofe war Fritsch in der Rolle des Earl of Cockwood in Der Wixxer zu sehen.

Zudem machte sich Thomas Fritsch mit seiner unverkennbaren Stimme einen Namen. Er lieh Russel Crowe in Gladiator, Master & Commander – Bis ans Ende der Welt oder auch Proof of Life seine Stimme. Ebenso fungierte er als Synchronstimme von Jeremy Irons in Stirb langsam: Jetzt erst recht, Königreich der Himmel und Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter. Für Battlestar Galactica war seine Stimme für Edward James Olmos in der Rolle des William „Bill“ Adama zu hören. Unverkennbar war auch sein prägnantes "Miss Fine!" in der Serie Die Nanny, für die er Charles Shaughnessy als Maxwell Sheffield seine Stimme lieh. Auch in Game of Thrones war er mit von der Partie: Er sprach die deutsche Stimme von Randyll Tarly.

Ebenso war Fritsch in vielen Disney-Produktionen zu hören. Er war die deutsche Stimme von Scar in Der König der Löwen und der Pelikan Niels in Findet Nemo. Außerdem übernahm er in allen Filmen zu Ice Age die Rolle als Säbelzahntiger Diego.

Vielen wird Thomas Fritsch wohl auch als langjähriger Erzähler bei Die Drei ??? in Erinnerung bleiben. Er übernahm diese Aufgabe im 2001, als Matthias Fuchs seiner Lungenkrebserkrankung erlegen war. Fritsch' Stimme war erstmalig in Folge 104 "Gift per E-Mail" zu hören. Als zum 25. Jubiläum der Hörspielreihe im Jahr der 2004 die Folge "Der Super-Papagei" als Live-Fassung zu sehen war, wirkte Fritsch ebenfalls als Erzähler mit. Er nahm in Übereinstimmung mit Produzentin Heikedine Körting im Jahr 2017 nach 15 Jahren Abschied von seiner Funktion als Erzähler - seine Stimme ist letztmalig in Folge 187 "Insel des Vergessens" zu hören.

Spezialgelagerte Sonderfälle: Die besten Folgen von Die Drei Fragezeichen - handverlesen von Anne & Katrin

Lust auf einen kleinen Vergangenheits-Flashback in die 1980er und 1990er? Okay, dann kommt hier eine Auswahl an Begriffen als Hilfestellung: Visitenkarte. Schrottplatz. Kirschkuchen. Versteckte Vermögen. Verschwundene Gemälde. Erzfeind. Meisterdieb. Endlose Sommerferien. Und schon befinden wir uns mit drei Jungdetektiven auf der Jagd nach Verbrechern, Schmuggler, Betrügern, Geistern und finsteren Gestalten. Die Rede ist natürlich von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die als aufstrebendes Detektiv-Trio Die Drei Fragezeichen in der kalifornischen Nicht-so-sehr-Kleinstadt Rocky Beach für Recht und Ordnung sorgen.

Als die ersten Geschichten in den 1960er Jahren aus der Feder von ???-Schöpfer Robert Arthur flossen - unter ihnen der beliebte Super-Papagei (im Original “The Three Investigators and the Mystery of the stuttering Parrot”), das Gespensterschloss und der seltsame Wecker - war noch lange nicht abzusehen, wie groß der Erfolg der Serie Jahre und Jahrzehnte später vor allem in Deutschland werden würde. Doch ihre Geschichten werden auch heute noch mit Begeisterung von Generationen von gruselbegeisterten und mitratewilligen Kindern und Jugendlichen konsumiert - nicht zuletzt wegen der erfolgreichen Adaption als Hörspiel-Version, die seit 1979 Rocky Beach und seine Bewohner in mittlerweile über 200 Folgen zum Leben erwecken.

Mit Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich wuchsen auch die drei Detektive in der Hörspielversion mit: Bis heute sind sie die Einschlafbegleiter und Lieblingsstimmen von Generationen Hörspielfans. Die ewigen Teenager begleiten auch die Redaktion der Roboter und Drachen regelmäßig ins Bett, zum Sport oder einfach an regnerischen und langweiligen Nachmittagen.

Wir haben unsere (nicht so heimlichen) Lieblingsfolgen zusammengestellt. Was sind eure? Schreibt uns gern in den Kommentaren, welche Folgen ihr mögt (oder gerade nicht). Vielleicht ist ja noch das eine oder andere unterschätzte Juwel dabei.

Anne Jerratsch

Folge 73: Poltergeist

Wenn ich meine Eltern oder Großeltern davon überzeugen würde, wieso man Justus, Peter und Bob hören sollte, würde ich Poltergeist als Einstiegsfolge wählen. Hier gibt es alles, was eine gute Fragezeichen-Folge ausmacht, und man ist sofort im Geschehen: Ein lockerer Einstieg mit ein wenig Geschäker zwischen den Detektiven, eine anstrengende Großtante, eine spannende Schatzsuche und - etwas spät zwar, aber dafür umso wirkungsvoller - ein paar ziemlich gut inszenierte X-Factor-mäßige Geisterszenen. Die beiden älteren Damen (Anne Marks-Rocke als Miss Madison und Gerda Gmelin als Lydia Cartier) stehlen sich in Sachen Schrulligkeit und Spielfreude permanent gegenseitig die Show, so dass das Zuhören eine echte Freude ist.
Zwar sind die dramaturgischen Fäden, die gesponnen werden, ziemlich offensichtlich, und dennoch schafft es André Marx, der im Fragezeichen-Fandom seinen Ruf als sehr guter Autor völlig berechtigt genießt, einen überraschenden Twist einzubauen, den viele Leser und Hörer so nicht haben kommen sehen - und die Stimmung wird dadurch nicht zerstört, im Gegenteil. Auch beim nächsten, übernächsten und hundertsten Mal Hören freut man sich auf die Erkenntnisse, die Justus - mal wieder mit vollem Mund sprechend - am Frühstückstisch von Lydia Cartier kommen. Und bis dahin frotzelt man einfach zusammen mit Peter darüber, dass die drei Detektive kein Entrümpelungsservice sind. Relatable.

Folge 98: Rufmord

Deutlich erwachsener geht es in der Folge Rufmord zu: Der Radiomoderator Kevin Anderson hat unsere Drei Detektive eingeladen, damit diese von ihrem Ruhm erzählen können. Doch während der Livesendung gibt es einen seltsamen Anruf, der die Fragezeichen hellhörig werden lässt. Schließlich wird ein wenig herumermittelt, mein persönlicher Stimmen-Liebling Bob macht völlig untypischerweise einen Alleingang und erkundet so ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit: Clarissa Franklin (Judy Winter), (bereits bekannt aus der Folge 76: Stimmen aus dem Nichts), die nebenbei eine der interessantesten Figuren aus dem Fragezeichen-Universum darstellt, darf hier wieder brillieren.
Spannend ist diese Folge ohnehin, und darüber hinaus gibt sie einen Lehrauftrag an die Hörer mit. Für mich führte diese Folge dazu, mich etwas mehr mit psychischen Krankheiten sowie deren Folgen und den Klischees, die man hier permanent gespiegelt bekommt, auseinanderzusetzen. (wobei man hier über die Geräuschkulisse durchaus streiten kann - diese ist ziemlich klischeehaft gestaltet). Vom Radiostudio mit einem locker-flockig-schmierigen Moderator bis hin zur Tiefenpsychologie - was für ein Ritt, und dadurch absolut hörenswert!

Folge 86: Nacht in Angst

Eine klassische Krimi-Folge bekommen wir mit Nacht in Angst serviert: Unsere drei Lieblingsdetektive sind eigentlich auf dem Weg heim, als ein kurzer Zwischenstopp sie ins städtische Kunstmuseum führt. Eigentlich hat der Direktor nur seinen Kalender dort vergessen, man kennt das ja. Aber dort überschlagen sich dann die Ereignisse in diesem klassischen Kammerspiel-Szenario: Ein Stromausfall sorgt dafür, dass die Detektive im Museum festsitzen, als plötzlich jede Menge Einbrecher ins Haus stürmen, um einen Diamanten zu stehlen, der gar nicht mal so gut gesichert ist. Also, was tun? Hier heißt es improvisieren, und das gelingt bei dieser temporeichen Folge, die ganz nebenbei auch noch in Quasi-Echtzeit spielt, ganz hervorragend. Vor allem Achim Schülke bleibt im Gedächtnis, er darf als Bandenanführer Alpha herumbrüllen und drohen, dass es eine Freude ist, und hat auf meiner persönlichen Lieblingsverbrecher-Liste einen Platz ziemlich weit oben ergattert. Auch Museumsdirektor Peackock (Helmut Ahner) ist genauso nervig und trottelig, dass er dem Zuhörer schon nach wenigen Minuten auf den Wecker fällt - ja, das soll genau so. Für Krimi-Freunde eine echte Empfehlung!

117: Der finstere Rivale

Bisher waren meine Empfehlungen klar im Unter-Hunderter-Bereich angesiedelt, was sicherlich auch mit meiner aktiven Hör-Zeit zu tun hat. Allerdings finden sich hier nach den ersten Klassikerfolgen auch die stimmungsvollsten Episoden. Aktive Hörer werden sich zustimmen, dass es rund um Folge 100 langsam etwas mau wurde. Eine Ausnahme bildet jedoch Der finstere Rivale, bei mir nur die “Kofferfolge” genannt. Ein Macguffin in Form eines geheimnisvollen Koffers wechselt hier munter mehrfach die Besitzer, und es ist lange fast egal, was wirklich drin ist - hier nimmt sich das Drehbuch sogar Zeit, ein paar kleine moralische Grundsatzfragen zu stellen, die Finderlohn und die Arbeitsweise der Fragezeichen in ein völlig neues Licht stellen. (sollte man beispielsweise seinen Erzfeind auszahlen und ihn somit aus der Stadt herauskaufen? Kann man sich mit einem Riesenhaufen Geld, auf das niemand einen Anspruch hat, einfach vom Acker machen? Sollte der sonst so ängstliche Peter seinem schon recht grafischen Zombiefilme-Kink mal etwas tiefenpsychologischer nachgehen?), und natürlich werden hier Verbrecherbanden-Tropes en masse bedient. Viel wichtiger ist jedoch das Zusammenspiel der Detektive und Andreas von der Meden, der in seiner zweiten, heimlichen Lieblingsrolle als Skinny Norris glänzen kann. Wieso hat Europa ihn nicht noch viel öfter eingesetzt? Wir wollen mehr Unterwelt-Skinny!

Extratipp: Liebste Trash-Folge

Folge 101: … und das Hexenhandy

Es ist dunkel, ich bin auf einer einsamen Straße unterwegs und habe meine drei Lieblingsdetektive im Ohr - und mich überkommt ein kalter Schauer. In der Folge Hexenhandy wirkt vor allem die großartige Anfangsszene noch lange nach: Peter und Bob nehmen eine Abkürzung durch ein Waldstück und finden einen einsamen Schulranzen auf dem Weg, vom dazugehörigen Kind jedoch keine Spur. Wer jetzt noch keine Horrortrips bekommt, den wird der in der Nähe aufgestellte Käfig in seine Alpträume verfolgen. In diesen wurde das entführte Kind, das später natürlich wieder auftaucht, nämlich eine komplette Nacht lang gesperrt, und zwar von einer Gestalt, die wohl ein paar Mal zu oft The Blairwitch Project gesehen haben dürfte. Jedenfalls: Creepy as fuck. Ich konnte schon vorher kaum allein durch dunkle Parks und Wälder laufen, danke, Drei Fragezeichen, dass ihr das auch noch befeuert. Also wenn das kein Trauma-Material ist, dann weiß ich auch nicht.
Aber zurück zum Trash: Trotz der Handlung, die natürlich komplett gaga ist (es geht, grob zusammengefasst, um ein Verwirrspiel in einer Telefonfirma (ja, da waren Handys und Jamba-Klingeltöne gerade noch der heißeste Shit, die mehr halbseidene Verträge an Jugendliche verticken will und jemanden, der mit der Hexen-Entführungsnummer den Ruf der Firma schädigen will, weil …? Sich jemand betrogen fühlt? Schon wieder vergessen, ist auch egal, wen interessieren schon Firmeninterna und halbseiden zu Ende gedachte Pläne, bei denen vor allem Kommissar Zufall zum Gelingen beiträgt. Und über die verzweifelten Werbemaßnahmen der Telefonfirma sollte auch besser nicht zu lange nachgedacht werden.)
Jedenfalls funktioniert die Folge Hexenhandy auch heute noch trotz der wirren Handlung überraschend gut. Das liegt vor allem am großartigen Auftritt von Bastian Pastewka, der hier eine seiner besten Schauspielleistungen jenseits von seiner eigenen Serie “Pastewka” hinlegt. Da verzeiht man dieser Folge auch das völlig wirre Drehbuch und die Sprecherauswahl von Schlagersängerin Amanda Lear als eine der wichtigeren Nebenrollen, die man dank ihres kräftigen Akzents nur mit sehr viel Konzentration versteht. Diese Folge macht irgendwie Laune.

Katrin Hemmerling

Vorweg: Anne hat sich zielsicher einige Folgen herausgesucht, die auch mit zu meinen Lieblingsfolgen gehören. Das führte unter anderem im redaktionsinternen Chat einmal dazu, dass wir beide “Rufmord ist toll!” schrieben - was aus dem Kontext gerissen zu einer völlig falschen Schlussfolgerung führen kann. Aber so ist es nun einmal, wenn Fragezeichen-Fans aufeinander treffen …

Folge 8: … und der grüne Geist

Ein Hörspiel, das mit einem Schrei beginnt, der sich so dermaßen ins Gehirn eingebrannt hat, dass ich beim Anhören des Hörbuchs eingelesen von Bastian Pastewka Jahre später lachen musste - denn Pastewka hat den Tonfall des Schreis so gut getroffen, dass er über dreißig Jahre später wieder umgehend präsent war. Was als eigentlich Gruselfolge beginnt, entwickelt sich schnell zu einer weniger gruseligen, aber nicht minder beeindruckenden Folge, wenn sich das Geheimnis um den Geist langsam lüftet. Also: “Gib mir die Perlen!” Schließlich möchte auch ich 107 Jahre alt werden!

Folge 11: … und das Gespensterschloß

Die Drei Fragezeichen und das Gespensterschloß war eine der ersten Hörspielkassetten, die Anfang der 80er (ja, ich bin alt. Uralt. Ziemlich genau ein halbes Jahr älter als Die Drei Fragezeichen. Ist das jetzt auch mal raus … ) in das Kinderzimmer meiner Schwester und mir eingezogen war. Und mich sofort in den Bann der Geschichten rund um das Trio zog. Die Folge hatte genau die richtige Portion Grusel für ein Kind, aber auch genug Witz, dass das Abenteuer um das Schloß nicht für komplett schlaflose Nächte sorgen konnte. Auch wenn ich hier aufrichtig zugeben muss, dass der Klang der Orgel mir auch heute noch einen gehörigen Schauer über den Rücken jagt und ich ähnlich wie Peter noch zitternd im Bett liege.
Schön an der Folge ist auch, dass man zur Produktionszeiten offensichtlich nicht wusste, wie sich einige englische Eigennamen aussprechen und so aus Stephen Terrill ein “Steffen” wurde. Und schön ist es auch, dass die Detektive in Phonophobia zum Schloß zurückkehren durften, um in der Live-Fassung in der Echo-Halle mit ihren Kinderstimmen konfrontiert zu werden …

Folge 105: Der Nebelberg

Jeder hat wohl sein Lieblings-Fragezeichen, bei mir ist es von Kindheit an Bob. Das lag zu einem an der Stimme von Andreas Fröhlich, aber auch an der Entwicklung, die Bob im Laufe der Geschichten machte. War er anfangs der belächelte Bücherwurm, nicht einmal offiziell das dritte Fragezeichen, sondern lediglich zuständig für Recherchen und Archiv, mauserte Bob sich zusehends. Als das Trio auch in den Hörspielen etwas älter werden durfte, hatte er - nicht nur rein äußerlich - die größte Veränderung erlebt. Yay, Bob!
Deswegen gehören die Folge, die sich auf Bob fokussieren, in der Regel zu meinen Favoriten. Umso erfreuter war ich, als ich herausstellte, dass Der Nebelberg anhand von Bobs Reisetagebuch erzählt wird! Zwar ist es auch mal wieder in dieser Folge der dritte Detektiv, der körperlichen Schaden erleidet (hey, wenn einer bewusstlos geschlagen wird oder sich den Knöchel verknackst, immer drauf auf Bob!), das entschädigt aber für eine der gruseligsten Folgen nach der Klassiker-Periode. Heißer Tipp: Keine Folge, die man unbedingt das erste Mal hören sollte, wenn man sich die Jungs zum Einschlafen auf die Ohren gibt. Das könnte im Wegschlummern relativ schnell für böses Erwachen sorgen. Ich jedenfalls habe fast senkrecht im Bett gesessen.

Folge 125: Feuermond

Hachja, die Jubiläumsfolgen. Eingeführt wurden sie mit Folge 100, alle 25 Folgen ist eine Jubiläumsfolge fällig. Feuermond beschäftigt sich mit meinem Lieblingsbösewicht Victor Hugenay - sorry, Skinny, du bist zwar auch böse, aber nicht so intelligent böse wie Hugenay (und außerdem kann ich Skinny spätestens seit dem Vollplaybacktheater nicht mehr ganz ernst nehmen. Da ist steht nämlich “Skinny ist ne Knackwurst” in der Zentrale.). Und was für Offenbarungen Feuermond bereit halten konnte - einiges war vorhersehbar, aber die letztendliche Offenbarungen um Hugenay selbst … das war damals seit längerem wieder eine Folge, in der sich die Puzzlestücke perfekt zusammenfügen durften. Außerdem mag ich es, wenn der Schurke auch mal etwas näher beleuchtet wird und deutlich gemacht wird, warum er denn jetzt zum Schurken geworden ist. In diesem Falle mag ich es noch lieber, wenn die Geschichte intelligent und spannend erzählt wird. Für mich die beste der Jubiläumsfolgen.

Folge 149 … und der namenlose Gegner

Bob hat sein Gedächtnis verloren - hatten wir das in Die Silberne Spinne nicht schon einmal? Egal! Der Fall selbst, um den es in der Geschichte geht, ist eigentlich gar nicht so spannend. Aber der Twist, dass Bob für einige Zeit nicht weiß, wer er ist und dabei ausgerechnet an den Erzfeind Skinny Norris gelangt, macht die Folge zum Highlight. Getragen wird dieser für Fans ungewöhnliche Moment von Andreas Fröhlich und Andreas von der Meden - würde man die Vorgeschichte nicht kennen und die “Freundschaft” zwischen Bob und Skinny aus dem Kontext reißen … man glaubt fast, dass sich hier zwei gefunden haben. Umso dramatischer ist es dann, wenn Bob wieder auf Justus und Peter trifft und die Fragezeichen in der Tat auf eine Zerreißprobe gestellt werden. Wann bitte prügeln sich die Jungs schon mal? Und zwar so richtig? Drama, Baby, Drama! Und dann muss es sogar noch so weit kommen, dass Skinny zum Ende der Geschichte einen Kommentar bringt, der einem ans Herz geht. Spannend ist der Fall selbst nicht - aber umso spannender ist die Dynamik zwischen den Figuren, wenn nichts so wie ist wie es scheint.

Extratipp: Die Live-Produktionen

Master of Chess

Ich liebe die Live-Produktionen von Die Drei Fragezeichen. Mit am gelungensten ist für mich Master of Chess. Die Produktionen spielt mit vielen Klischees, die sich im Laufe der Jahre um Justus, Peter und Bob ergeben haben. So ist Justus gefühlt dauerhungrig, weil die letzte Mahlzeit viel zu lang zurückliegt und schnauft den Berg zum Anwesen von Graf Gallagher hinauf. Bob hat natürlich ein Auge auf das Dienstmädchen Anna geworfen, während Peter sich bei den Rätsel mal wieder erst schwer tut, bevor er seinen lichten Moment (“Eeeeeee!”) ausgiebig feiern darf.
Ergänzt wird der Live-Cast von der großartigen Leistung von Frauke Poolmann, die in einer ihrer Rollen als Gräfin das schrillste Gelächter aller Zeiten präsentiert, während Olaf Kreutzenbeck als Moe damit begeistert, verständlich unverständlich zu sprechen. Und auch daheim jubelt man dem Ensemble zu, wenn die Detektive den Grafen ins Kreuzverhör nehmen und ihn mit Fragen bomadieren, dass einem vom Zuhören ganz schwindelig wird. Kollegen, das war wirklich ein spezialgelagerter Sonderfall!

Die drei Fragezeichen: Virtueller Rundgang durch die Aiga-Rasch-Ausstellung

Zurzeit haben wegen der Corona-Pandemie auch Museen und Galerien geschlossen. So auch in Konstanz, wo im Turm zur Katz eine für Fans der drei Fragezeichen interessante Ausstellung zu sehen war. Ab dem 14. Februar konnte man dort die Bilder von Aiga Rasch sehen, welche sie für die Buchcover der Drei-Fragezeichen-Romane entworfen hatte. Wer nicht das Glück hatte, vor der Schließung die Ausstellung zu besuchen, kann sich in einem virtuellen Rundgang durch die Galerie einen Eindruck über das Schaffen der Künstlerin machen.

Aiga Raschs Zeichnungen für Die drei Fragezeichen unterscheidet sich von den internationalen Buchcovern aber auch von ähnlich gelagerten Serien wie Fünf Freunde oder TKKG. Die in leuchteten Farben gemalten Cover zeigen nämlich nie die drei Detektive. Die 2009 verstorbene Künstlerin entwarf insgesamt 89 Buchcover für die Krimiserie. Ab 1979 waren ihre Bilder nicht nur auf den Büchern zu sehen, sondern zierten auch die Hüllen der Hörspiele von Europa.

Die Kunstausstellung mit ihren Werken wäre noch bis zum 26. April zu sehen gewesen. Geplant waren neben den üblichen Führungen auch Autorenlesungen, Hörspielnächte und das Escape-Room-Event "Stoppt Skinny Norris!"  – die nun auch alle abgesagt werden mussten.

Blick in die Ausstellung: Geheimnis im Turm – Aiga Rasch und Die drei ???

Die drei Fragezeichen: Livestream zur 200. Folge

Die drei ??? feiern im Juli ein großes Jubiläum. So erscheint am 19. Juli die 200. Folge der erfolgreichen deutschen Hörspielreihe. Im Vorfeld wird dieses besondere Ereignis zudem mit einer Record Release Party in Berlin gefeiert. Fans, die vor Ort sind, müssen jedoch nicht befürchten, diese zu verpassen. So wird es auf dem YouTube-Kanal der drei ??? einen Livestream geben. Los geht es am 6. Juli um 19.30 Uhr.

Die 200. Folge der Serie trägt den Namen "Feuriges Auge". In dieser müssen Bob und Peter feststellen, dass ihr erster Detektiv Justus Jonas verschwunden ist. Die beiden Freunde machen sich auf die Suche und stoßen schon bald auf einen Fall aus ihrer Vergangenheit. Haben sie vor Jahren den Fluch des Rubins wirklich gebannt oder ist dieser immer noch eine Bedrohung? In jedem Falle müssen die Detektive wieder ihr gesamtes Können aufbieten, um das Geheimnis des feurigen Auges zu entschlüsseln.

Mit dem Jubiläum schlägt die Reihe einen Bogen zu einer ihrer ersten Folgen. "Der Fluch des Rubins" war das fünfte Hörspielabenteuer der drei Fragezeichen und erschien bereits 1979. Ganze 40 Jahre später knüpft die 200. Folge nun an die Geschehnisse von damals an.

Die drei ??? - Wir feiern die Folge 200!

Abschied von Christian Rode

Sesamstrasse - Bert singt das Quietscheentchenlied

Der Sprecher und Schauspieler Christian Rode ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 81 Jahren verstorben. Dies meldete heute seine Agentur.

Rode wurde am 20. Juli 1936 in Hamburg geboren und dort von Gustaf Gründgens entdeckt. Er erlernte das Schauspielen an der Schauspielschule des Deutschen Theater und gab 1958 sein Debüt. 

Neben zahlreichen Film- und Fernsehrollen macht Rode sich jedoch vor allem als Sprecher einen Namen. So lieh er unter anderem Michael Caine in Luftschlacht um England, David Carradine in Fackeln im Sturm, Jeremy Irons in Alles nur Theater und Christopher Lee in Sleepy Hollow seine Stimme. Von 2001 bis 2007 synchronisierte er außerdem Bert in der Sesamstraße

Hörspielfans kennen Rode vor allem aus der Maritim-Hörspielereihe zu Sherlock Holmes. Rode sprach die Rolle des Meisterdetektivs während sein Kollege Peter Groeger die Rolle als Dr. Watson übernahm. Ebenso ist Rode als Beast Man in Masters of the Universe zu hören. Weiterhin sprach er Rollen für Die Drei ???, Hui Buh, Die Hexe Schrumpeldei und TKKG ein. 

Bis zuletzt war er als Off-Sprecher für die Sendung Galileo auf Pro7 tätigt.

Auftritt: Skinny - Kritik zur Special-Folge Die drei ??? und das kalte Auge

Bekanntlich hatte Albert Hitfield in seinem Chaos noch drei alte, bislang nicht veröffentlichte Fälle gefunden. Nach "Das Grab der Inka-Mumie" und "Die drei ??? und der Tornadojäger" bekommen es Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews in "Die Drei ??? und das kalte Auge" nun mit einer Diebesserie in Rocky Beach zu tun. Der Täter hinterlässt an sämtlichen Tatorten lediglich einen Hinweis, der auf eine alte Legende schließen lässt.

Die drei im Kosmos-Verlag veröffentlichten Midi-Bände aus dem Jahr 2013 dienten als Vorlage für die ersten immersiven Hörspiele, die in verschiedenen Planetarien Deutschlands in der 3D-Sourround-Sound-Version zu hören waren - vorausgesetzt, der entsprechende Spielort verfügt über die erforderliche Technik. Mit der dritten Veröffentlichung des Specials ist nun auch die letzte Folge für diejenigen verfügbar, die nicht in den besonderen Hörgenuss in einem Planetarium kamen.

Schon wieder eine Katze. Immerhin ist sie gestohlen. Und nicht nur entlaufen.

Der Auftakt zu dieser Folge wirft Fans der Serie in alte Tage zurück: Die Zentrale muss aufgeräumt werden und das dringend. Wäre da nicht Bob, der bei der Bearbeitung der Ablage eine Zeitungsnachricht über Einbrüche in Rocky Beach entdeckt, die sein Interesse weckt. Da aber unter anderem auch eine Katze dabei war, stößt Bobs Interesse bei seinen Freunden auf Unverständnis. Schließlich ist das Detektivbüro über derartige Fälle schon längst erhaben, wenn es nach Justus geht.

Bereits dieser Einstieg mit der kleinen Kabbelei unter den Hauptfiguren beweist, dass man weiß, was die Fans hören möchten: Anspielungen auf immer wiederkehrende Dinge, die man über die Jahre liebgewonnen hat. So dauert es auch nicht allzu lange, bis in "Die drei ??? und das kalte Auge" dann der Satz "Hier! Unsere Karte!" fällt. Denn natürlich haben die Einbrüche keinen trivialen Hintergrund, sodass es für die drei Detektive wieder ein Rätsel zu lösen gibt. Als Sahnehäubchen gibt es für Peter dann auch eine Figur, die übernatürlicher Herkunft ist. Oder sein könnte. Dass es aber hierfür auch wieder eine vollkommen rationale Erklärung gibt, ist bei den Abenteuern aus Rocky Beach sicher und an dieser Stelle für Kenner der Serie sicherlich keine Überraschung.

Und das ist auch der Grund, warum sich auch dieser Fall nicht als überragend spannend entpuppt. In all der Zeit sind fast schon sämtliche Konstrukte für neue Fälle und auch spezialgelagerte Sonderfälle bemüht worden, sodass die bahnbrechenden Innovationen eher ausbleiben. Dennoch schafft es das Hörspiel, seinen Hörer abzuholen und für gut 90 Minuten in eine andere Welt zu entführen.

Abschied von Andreas von der Meden

Hierbei dürften die letzten Auftritte von Andreas von der Meden als Skinny Norris und Andreas Beurmann als Titus Jonas einen nicht unwesentlichen Grund darstellen. Gerade die Szenen mit Skinny Norris beweisen, welch Lücke Andreas von der Meden in die Welt der Sprecher gerissen hat. Die langjährige Stimme von Skinny (und unter anderem auch Morton) ist mit einer unvergleichlichen Spielfreude in der Episode dabei und hat sichtlich Spaß daran, als Erzfeind der drei Detektive in jede Kerbe zu hauen, die sich ihm bietet.

Ein weiteres Highlight in dieser Episode ist die Doppelrolle von Santiago Ziesmer als spirituelle Zwillinge. Gekonnt spielt die Stammstimme von Steve Buscemi und selbstverständlich auch Spongebob mit den minimal unterschiedlichen Charakterzügen des Zwillingspaares und erschafft hier eine wunderbare Illusion über zwei Menschen, die eigentlich identisch, aber doch unterschiedlich sind. Zudem passt Ziesmers Stimme perfekt auf das Umfeld, in dem sich die Folge bewegt.

Die Drahtesel dürfen wieder ran.

Nicht zu überhören ist auch wieder den Spaß, den die langjährigen Sprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich bei den Aufnahmen haben. Besonders deutlich ist dies bei den Sticheleien von Peter und Bob gegen Justus, wenn es um das Gewicht des ersten Detektivs geht. Zudem lässt Rohrbeck es sich nicht nehmen, einen bergauf radelnden Justus extra laut keuchen zu lassen. Und Fans der Live-Hörspiele dürften über ein Geräusch schmunzeln, das eindeutig von Fröhlich stammt.

All dies entschädigt für die letztendlich flache und überhastete Auflösung des Falls um das kalte Auge. Dem Spannungsbogen wäre es sicherlich zuträglicher gewesen, wenn der Mittelteil der Folge kürzer ausgefallen wäre, sodass das Ende nicht so abrupt wirken müsste.

Fazit

"Die drei ??? und das kalte Auge" ist sicherlich nicht die spannendste Folge. Jedoch bietet gerade diese Episode einige Nostalgie- sowie leider auch Abschiedsmomente, die sie zu einem Hörgenuss machen. Und vor allem die Vorfreude auf das nächste Abenteuer aus Rocky Beach schüren. Am 29. September erscheint dann mit "Die drei ??? und der unsichtbare Passagier" Folge 189.

Die drei ???: Axel Milberg löst Thomas Fritsch ab

Die beliebte Hörspielserie Die Drei ??? bekommt einen neuen Erzähler. Nach Peter Pasetti, Matthias Fuchs und Thomas Fritsch übernimmt mit Folge 187 "Die drei ??? und das silberne Amulett" nun Axel Milberg diese Rolle. Dies verkündete Produzentin Heikedine Körting persönlich über Facebook.

Die drei ??? handelt von den Detektiven Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die in ihrer fiktiven Heimatstadt Rocky Beach jeden Fall übernehmen, wie ihrer in jeder Folge auftauchenden Visitenkarte zu entnehmen ist. Oliver Rohrbeck spricht den ersten Detektiv Justus Jonas, Jens Wawrczeck den zweiten Detektiv Peter Shaw, und Andreas Fröhlich ist Bob Andrews, der zuständig für Recherche und Archiv ist. Die drei Hauptsprecher übernehmen diese Rollen seit Folge 1 "Die drei ??? und der Superpapagei" aus dem Jahr 1979.

Die Rolle des Erzählers war in den Folgen bis Nummer 46 "Die drei ??? und der schrullige Millionär" verschmolzen mit der des Mentors der jungen Detektive - Alfred Hitchcock. Dann wechselte diese Rolle zu einem reinen Erzähler. Peter Pasetti, der unter anderem auch Skeletor für die Hörspielserie Masters of the Universe sprach, war bis Folge 64 "Geiterstadt" zu hören. Als Pasetti 1996 verstarb, verkörperte Matthias Fuchs 39 Folgen lang den Erzähler. 

Fuchs erlag 2001 seiner Lungenkrebserkrankung, sodass mit Folge 104 "Gift per E-Mail" erstmalig Thomas Fritsch zu hören war. Fritsch ist neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ein gefragter Synchronsprecher, der unter anderem Russell Crowe und Jeremy Irons seine Stimme leiht und oft in Animationsfilmen wie Ice Age oder Der König der Löwen zu hören ist. In Übereinkunft mit Heikedine Körting hat er nun beschlossen, dass er die Rolle der Sprechers nach mittlerweile 15 Jahren nicht mehr weiter übernehmen kann, da er sich seinen anderen Tätigkeiten widmen will.

Sein Nachfolger Axel Milberg ist vor allem bekannt als Hauptkommissar Klaus Borowski im Tatort Kiel. Milberg ist außerdem häufig als Sprecher für Hörbücher tätig, unter anderem las er einige Bücher von Henning Mankell ein. Seine Premiere als Erzähler mit "Die drei ??? und das silberne Amulett"  ist ab Mai 2017 erhältlich. 

Thomas Fritsch ist letztmalig in "Insel des Vergessens" zu hören. Die Folge erscheint am 10. März und ist wie üblich als mp3, CD, Vinyl oder Kassette vorbestellbar.

Botschaft aus dem Studio

Heikedine Körting hat eine Neuigkeit aus dem Studio für uns, zur Besetzung der Erzähler-Rolle. Aber hört selbst: (Ton an!)

Posted by Die drei Fragezeichen on Donnerstag, 2. März 2017

Die Drei ???: 35 Jahre Hörspiel

Es ist mal wieder an der Zeit, sich alt zu fühlen ;-). Heute vor 35 Jahren veröffentlichte Europa die ersten sechs Folgen der Hörspielreihe Die Drei ???

Noch heute sprechen die Darsteller der ersten Stunde die Hauptrollen: Oliver Rohrbeck, unter anderem auch bekannt als Stammsynchronstimme von Ben Stiller, ist Justus Jonas, der Erste Detektiv. Jens Wawrczek spricht den Zweiten Detektiv Peter Shaw. Herr der Ringe-Fans kennen bestimmt Andreas Fröhlich, die Stimme von Bob Andrews, zuständig für Recherche und Archiv. Fröhlich war für Regie und Drehbuch der Synchronfassung der Trilogie verantwortlich und lieh Gollum zudem seine Stimme.

Die Hörspiel-Serie hielt sich nicht an die Reihenfolge der Buchreihe und nahm geringfügige Änderungen vor. So wird der Hörspielfassung nicht erklärt, woher der Kontakt der drei Detektive zu Alfred Hitchock, der die Rolle des Erzählers übernimmt, rührt. Der wohl berühmteste Satz einer jeden Folge lautet: "Hier, unsere Karte!" Die drei Detektive übernehmen laut der Karte jeden Fall.

Mittlerweile gibt es auch Bühnenshows mit den Sprechern, zuletzt waren sie mit dem Programm Phonophobia - Sinfonie der Angst auf Tour.

Erstaunlich ist, dass Europa aufgrund der hohen Nachfrage Die Drei ??? als einziges Hörspiel noch als MC verkauft. Wahrscheinlich gibt es noch genügend Hörspielhörer, die zum Einschlafen die drei Detektive brauchen :-)!

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