Game of Thrones

The Iron Throne - Kritik zum Serienfinale von Game of Thrones

SPOILER

Nach acht Jahren, acht Staffeln und 73 Episoden ist der Kampf um den Eisernen Thron entschieden. Mit "The Iron Throne" trägt das Serienfinale von Game of Thrones den passenden Namen, denn die Frage des Herrschers wird nun final geklärt. Der Weg dahin brachte allerdings einiges an Drama, dem dann ein bittersüßes Ende folgte.

Das Ende der Königin

Ob und wie gut "The Iron Throne" funktioniert, hängt vermutlich sehr stark davon ab, ob man sich als Zuschauer mit den Geschehnissen in der vergangenen Episode arrangiert/abgefunden hat. "The Bells" traf, freundlich ausgedrückt, eher auf kontroverse Zuschauerreaktionen, wobei vor allem die Wandlung von Daenerys als zu abrupt oder nicht nachvollziehbar kritisiert wurde. Im Staffelfinale gibt es zu dem Thema auch generell keine Diskussion mehr. Die Königin beschreitet endgültig den Pfad der dunklen Seite der Macht und ängstigt ihre einst engsten Verbündeten Jon und Tyrion nicht nur durch brutale Befehle in Hinblick auf die überlebenden Lannister-Soldaten, sondern auch mit einer brachialen Ansprache.

In einer parallelen Welt, in der Game of Thrones nicht zwei verkürzte Staffeln Zeit hatte, um seine Geschichte zu beenden, sondern drei komplette Staffeln erhalten hat, wäre sicherlich auch hier mehr Platz für die Ausarbeitung der Figuren und ihre Entwicklung gewesen. Auch wenn Tyrion im späteren Verlauf noch einmal auf die wiederholten grausamen Taten der Königin hinweist, und dabei auch dem Zuschauer den Spiegel vor das Gesicht hält (so lange die Grausamkeiten gegenüber bösen Männern begangen wurden, waren sie akzeptabel), ist die Entwicklung immer noch schwer zu akzeptieren. Schließlich ist Daenerys auch die Frau, die ihre Drachen einmal für Monate einsperrte, weil sie für den Tod eines Kindes verantwortlich waren. Dass diese Königin nun ohne ein Wimperzucken selbst ganze Familien auslöscht und dabei keine Schuld fühlt, ist trotz der Dinge, die ihr in Westeros wiederfahren sind, schwer nachvollziehbar.

Auf der anderen Seite nehmen sich die Autoren dagegen sehr viel Zeit für Jons Entscheidung. Hier dauert es beinah zu lang und man möchte ihn schon während seines Gesprächs mit Tyrion schütteln. Vielleicht wäre die Sache etwas anders gewesen, wenn Jons Liebe zuletzt nachvollziehbarer gewesen wäre. Letztendlich liefen seine letzten Treffen mit Daenerys aber immer darauf hinaus, dass er sie zuerst abwies und ihr dann seine Treue versicherte. Unsterbliche Liebe sieht anders aus. Der finale Moment zwischen den beiden Figuren ist allerdings sehr gut inszeniert, vor allem wenn man vergessen kann, welche Abkürzungen die Autoren genommen haben, um diesen zu erreichen.

Dass dabei auch der Eiserne Throne sein Ende findet, ist auf der einen Seite ebenfalls irgendwie passend. Mit dem Ende der Targaryens wird auch der Thron eingeschmolzen. Es wirkt aber wieder etwas gewollt, dass es dann ausgerechnet der Drache ist, der den Thron quasi eindampft, die Szene an sich macht dies aber nicht weniger eindrucksvoll.

Game of Thrones Staffel 8.06

Der letzte Lannister

Auch wenn Jon und Daenerys wichtige Rollen spielen, die klare Hauptfigur des Serienfinales ist Tyrion Lannister. Der Letzte der Lannister war fast in allen wichtigen Momenten der Folge vertreten und drückte ihnen seinen Stempel auf. Hier muss man auch noch einmal den Hut vor Peter Dinklage ziehen, der für eine der besten TV-Darstellungen überhaupt verantwortlich war und im Staffelfinale noch einmal sein ganzes Können zeigen darf. Bisher wurde der Darsteller schon drei Mal für seine Arbeit in Game of Thrones mit einem Emmy ausgezeichnet, nach dieser Folge ist ein vierter Preis alles andere als unwahrscheinlich.

Tyrion ist es auch, der am Ende die Frage des neuen Herrschers entscheidet. Neben der Wahl von Bran, die aus Tyrions Sicht durchaus nachvollziehbar ist, während sie auf der anderen Seite so gar nicht zu Brans Charakter passen will, ist auch die Art und Weise der Entscheidungsfindung wieder etwas arg einfach. Nachdem mehrere Jahre lang jeder Adlige mit einer halbwegs großen Armee seinen Anspruch auf den Thron anmelden konnte, wird die Sache nun sehr schnell und ohne Diskussion abgenickt. Gleiches gilt auch für die Entscheidung, dass der Norden nun selbstständig wird. Dies wird ebenfalls ohne große Kontroverse hingenommen und es darf durchaus die Frage gestellt werden, warum die anderen Königreich sich Bran überhaupt unterordnen.

Auch ist es etwas unverständlich, was genau Figuren wie Ser Davos oder Ser Brienne überhaupt bei dem Treffen verloren haben, abgesehen davon, dass die Charaktere Hauptfiguren in Game of Thrones sind. Mit mehr Zeit wäre die Szene sicherlich etwas nachvollziehbarer gewesen, aber diesen Kritikpunkt hat man nun auch schon oft genug angebracht. Die Frage nach dem neuen König musste geklärt werden und die Lösung an sich, dürfte zumindest für die Menschen von Westeros keine schlechte sein.

Game of Thrones Staffel 8.06

Was am Ende bleibt

Nachdem der neue König gefunden ist, heißt es nun Abschied nehmen und dies nicht nur für die Zuschauer. Jon wird gewissermaßen aus dem Reich verbannt, wobei Tyrion die Entscheidung als eine bezeichnet, mit der niemand wirklich zufrieden ist und die daher wohl der ideale Kompromiss war. Beinah möchte man diese Aussage auf das Ende von Game of Thrones selbst beziehen. Der gewaltigen Erwartungshaltung der Fans an die finalen Folgen konnten die Macher am Ende vielleicht einfach nicht gerecht werden und so ist die finale Staffel vielleicht der Kompromiss, der zwar immer noch unterhält, aber niemanden wirklich zufriedenstellt.

Auf der anderen Seite fühlt sich das Ende für viele Figuren zumindest richtig an. Jon ist zurück im Norden, vereint mit einem Freund und seinem treuen Wolf, ohne die Verantwortung, die er nie wirklich wollte. Sansa ist unabhängig und muss sich niemandem gegenüber rechtfertigen. Arya sucht eine neue Herausforderung, während Tyrion nun die Chance bekommt, ein besseres Königreich aufzubauen. Dabei hat er mit Bronn, Sam, Ser Davos und Ser Brienne tatkräftige Unterstützung (das Ganze hat sogar durchaus Potenzial für eine Comedyserie).

Trotz des an sich positiven Endes vermeiden die Macher von Game of Thrones ein süßes Happy End und lassen die Figuren mit einer gewissen Bitternis zurück. Zu viele Menschen mussten sterben, um in der Welt von Westeros an diesen Punkt zu kommen. Als Zuschauer fällt das Abschiednehmen am Ende ebenfalls nicht leicht. Auch wenn die 8. Staffel es vielen Fans nicht einfach gemacht hat, war Game of Thrones doch ein Fernsehereignis, wie es bisher noch nie zu sehen war. Trotz holprigen Endes lieferte Game of Thrones in seinen acht Jahren doch so viele tolle, spannende, tragische und mitunter auch witzige Momente, wie nur wenige Serien es bisher geschafft haben.

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Dragons: Der Podcast zu Game of Thrones 8.05

PODCAST

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In "The Bell" ging der Kampf um den Eisernen Thron endgültig in die heiße Phase. Wirklich heiß.

Game of Thrones wird ohnehin an so ziemlich allen Orten beinahe immer diskutiert. Doch diese Woche schlägt die vorletzte Episode der Serie besonders hohe Wellen und erntet ordentlich Kritik. Es macht gar eine Petition die Runde, die HBO bewegen soll doch bitte ein neues, alternatives Ende produzieren zu lassen.

So weit geht es bei uns nicht, doch auch Hannes, Johannes, Nele und Anne sind alles andere als zufrieden. Trotz der durchaus gelungenen Inszenierung mit beeindruckenden Bildern.

Dabei liegt das Problem gar nicht darin, dass etwas konkretes nicht so gekommen ist wie gewünscht. Wirklich feste Erwartungen für die Figuren gab es ohnehin nicht. Aber es mag den Schreibern nicht so recht gelingen, nachvollziehbar zu den scheinbar vorgegebenen Endpunkten zu gelangen, ohne teilweise die komplette Charakterentwicklung der vergangenen Jahre zu ignorieren.

Der Podcast wird abermals von der wunderbaren Musik von Jens Dewald eingerahmt.

Game of Thrones: Trailer und Bilder zum Serienfinale

Alles ist bereit für das große Finale von Game of Thrones. Am Sonntag zeigt der amerikanische Sender HBO die letzte Folge seiner Erfolgsserie. Deren Titel wird nach wie vor geheim gehalten, dafür wurden im Vorfeld nun aber ein paar Bilder und ein kurzer Trailer veröffentlicht. Diese geben schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das Ende der Serie.

Nachdem die Schlacht um Kings Landing geschlagen ist, dürfte sich im Finale nun entscheiden, wer den Platz auf dem Eisernen Thron einnimmt. Zudem wird sich der eine oder andere Charakter mit seinen Entscheidungen in der vorletzten Serienfolge auseinandersetzen. So dürften viele Menschen alles andere als glücklich über Daenerys und ihre Art der Schlachtführung in Kings Landing sein, während die Königin selbst ebenfalls noch ein paar offene Rechnungen hat.

Auch wenn sich die kritischen Stimmen der Fans zur aktuellen Handlung mehren, die Popularität von Game of Thrones ist ungebrochen. So schalteten bei der Ausstrahlung der vergangenen Episode in den USA 12,5 Millionen Menschen ein. Keine Serie lief bei HBO bisher besser. Rechnet man die digitalen Zahlen von HBO GO und HBO Now noch hinzu, kommt die Episode sogar auf 18,4 Millionen Live-Zuschauer.

Wer sich die Zeit bis zum Finale noch etwas vertreiben möchte, der kann sich ein umfangreiches Making-of zur letzten Folge ansehen. Unsere Kritik zu der Episode gibt es hier.

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Game of Thrones | Season 8 Episode 6 | Preview (HBO)

Game of Thrones | Season 8 Episode 5 | Game Revealed (HBO)

The Bells - Kritik zu Game of Thrones 8.05

SPOILER

In der vorletzten Episode liefern die Macher von Game of Thrones noch einmal ein optisches Highlight ab. Die Schlacht um King's Landing ist gekommen und erweist sich in Hinblick auf einige Hauptfiguren der Serie als tödlicher als der Kampf gegen den Nachtkönig. Leider offenbart "The Bells" aber inhaltlich so einige Schwächen.

Zwei Seiten einer Medaille

Wer bei Game of Thrones auf die Auswahl der Regisseure achtet, der weiß, wenn der Name Miguel Sapochnik fällt, geht es actionreich zur Sache. Sapochnik ist für fast jede große Schlacht der Serie verantwortlich und vor diesem Hintergrund war es keine Überraschung, dass die Serienmacher auch die Auseinandersetzung um Kings Landing in seine Hände legten. Aus inszenatorischer Sicht hat sich dies auch erneut voll ausgezahlt. "The Bells" ist ein visuelles Highlight selbst für eine Serie, die für hohe Schauwerte bekannt ist. Die Bilder, die der Regisseur auf die Fernsehbildschirme bringt, reißen einfach mit, wobei besonders das Leid der Zivilbevölkerung sehr intensiv eingefangen wurde.

Dummerweise können das Drehbuch und die Entwicklung der Figuren mit den Schauwerten nicht mithalten. Erneut offenbart Game of Thrones seine in den letzten Staffeln entwickelte Schwäche, Dinge über das Knie zu brechen, einfach weil keine Zeit für eine vernünftige Entwicklung vorhanden ist. So verhalten sich Figuren in "The Bells" nicht nur wieder einmal unchrakertisch dumm, es kommt auch zu Entscheidungen, die sich einfach falsch anfühlen beziehungsweise deren amateurhafter Aufbau viel kaputt macht. An erster Stelle wäre da natürlich die Drachenkönigin zu nennen.

Die Akte Daenerys

Dass Daenerys einen gewissen Wahnsinn in sich trägt, wurde im Laufe der Serie immer wieder einmal eingestreut. In Staffel 7 und 8 haben die Autoren die Königin dann zusätzlich eine ganze Reihe von Niederlagen erleiden lassen und zudem zunehmend isoliert. Trotzdem wirkt die Entscheidung, eine ganze Stadt und ihre Bevölkerung niederzubrennen, nicht nachvollziehbar. Zu einem Zeitpunkt, an dem Daenerys die Schlacht gewonnen hat, wird sie plötzlich zu einer Massenmörderin. Hätte es in diesem Moment irgendeinen Auslöser gegeben, wäre die Sache vielleicht etwas glaubhafter gewesen. Letztendlich ist die gesamte Schlacht aber ein einziger Triumph für Daenerys, sodass ihre Entscheidung einfach nur wie ein billiger Schockmoment wirkt.

Vieles davon hätte sich mit einem vernünftigen Aufbau vermeiden lassen. Daenerys wurde sechs Staffeln lang als die Heldin und Retterin für die Zuschauer aufgebaut, nur um sich dann in einer überschaubaren Anzahl von Episoden zu einer wahnsinnigen Königin reduzieren zu lassen. Klar gab es immer wieder Anzeichen, das Umlegen des Schalters kommt aber dann trotzdem zu plötzlich, vor allem weil ihre Tat einfach zu brutal ist. In gewisser Weise lässt sich die Entwicklung mit Anakin Skywalker in den Star-Wars-Prequels vergleichen. Auch da gab es hier und da Anspielungen, am Ende war der Wandel aber nicht wirklich nachvollziehbar, sondern fand einfach nur statt, weil er zu einem bestimmten Punkt passieren musste.

Game of Thrones Staffel 8.05

Mal funktioniert's, mal nicht

Die Entwicklung von Daenerys ist nicht die einzige fragwürdige Drehbuchentscheidung in "The Bells". Auch die Art und Weise wie die Schlacht verläuft, dürfte einigen Zuschauern sauer aufstoßen. Wurden die Harpunen gegen die Drachen in der vergangenen Folge noch als Wunderwaffe präsentiert, haben sie plötzlich überhaupt keinen Effekt mehr. Das Ganze geht soweit, dass die Waffen auf den Burgmauern noch nicht einmal geladen scheinen, wenn Daenerys und Drogo auftauchen. Tatsächlich scheinen die Kämpfer von King's Landing nun genauso unvorbereitet auf den Drachen wie in der vergangenen Woche Daenerys beim Angriff der Iron Fleet. Hier biegen sich die Autoren leider vieles so zurecht, wie sie es gerade brauchen.

Dies gilt auch für Lord Varys, dem ersten namhaften Opfer der Episode. Der Konflikt zwischen Varys und Tyrion rund um die Frage, wem man denn nun Loyalität schuldet, hatte das Potenzial für einen spannenden Handlungsstrang. Da dafür aber die Zeit fehlt, wird Varys abserviert. Der Mann, der über Jahrzehnte im Hintergrund Komplotte schmiedete, ist nun tatsächlich so dumm, sich einfach erwischen zu lassen. Im Gegensatz zu seinem einstigen Kollegen Littlefinger gibt es zudem nicht einmal einen Grund. Bei Littlefinger konnte man argumentieren, dass dieser sich von seiner Liebe zu Sansa blenden ließ. Varys war dagegen überhaupt nicht dazu gezwungen, ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt und so sorglos aktiv zu werden. Einzig die Tatsache, dass Game of Thrones nächste Woche endet, sorgte für diese Entwicklung.

Game of Thrones Staffel 8.05

Doppeltes Duell

Zu den optischen Highlights von "The Bells" zählte auch die lang erwartete Konfrontation zwischen Sandor und seinem Bruder Gregor. Die Inszenierung der Auseinandersetzung ist, wie so vieles in der Folge, hervorragend und auch das Ende erweist sich als spektakulär. Auch hier handelt es sich aber wieder mehr um Schein als Sein. So beeindruckend der Kampf ist, so sehr fühlt er sich wie Fanservice an.

Ein Duell der beiden Brüder wurde erwartet, also muss es unbedingt noch in die Folge. Die Entwicklung dahin mag aber nicht so recht überzeugen. Klar, hat Sandor den Hass auf seinen Bruder nie hinter sich gelassen, aber so wirklich spielte dieser für die Figur in den vergangenen Jahren kaum eine Rolle. Warum er unbedingt jetzt seinen Bruder konfrontieren muss, ist daher nicht nachvollziehbar. Immerhin bringt die Folge die Beziehung zwischen Sandor und Arya zu einem runden Abschluss. Die wirklich schöne Abschiedsszene funktioniert aber vor allem, weil sie über einen Zeitraum aufgebaut wurde.

Während das erste Duell zumindest optisch überzeugen kann, ist der zweite Zweikampf leider vollkommen unnötig. Dies beginnt bereits damit, dass Jamie überhaupt versucht, wieder in die Stadt zu schleichen. Dass es ihn am Ende wieder zu seiner Schwester zieht, macht die Figur irgendwie kaputt. Jamie Lannister war ohne Zweifel die Figur, welche die größte Entwicklung in Game of Thrones durchmachte, nur um dann am Ende doch wieder zu seiner Schwester zurückzulaufen. Ähnlich wie bei Arya und Sandor gibt es aber auch für Jamie eine schöne Abschiedsszene, allerdings nicht mit Cersei, sondern seinem Bruder Tyrion. Auch dieser Moment ist sehr gelungen.

Dafür erscheint der Kampf zwischen Jamie und Euron Greyjoy komplett unnötig. Auch ohne seine Verletzungen hätten Jamie und Cersei in den Katakomben den Tod finden können, während vermutlich kein Zuschauer Euron eine Träne nachgeweint hätte, wenn dieser einfach ertrunken wäre. So durfte er noch einen letzten sinnfreien Auftritt absolvieren, in einem Kampf, der weder sonderlich spannend noch irgendwie herausragend inszeniert war.

Game of Thrones Staffel 8.05

Feuer und Asche

Gemeinsam mit Jamie findet auch Cersei kurz vor dem Serienfinale ihr Ende. Allen Fantheorien zum Trotz gibt es am Ende tatsächlich niemanden, der die aktuelle Besitzerin des Eisernen Thrones tötet. Stattdessen ist es die einstürzende Stadt. Das mag vielleicht nicht das große Highlight sein, allerdings war es auch lange Zeit ein Markenzeichen von Game of Thrones, dass nicht jeder Antagonist auch wirklich ein befriedigendes Ende aus Sicht der Zuschauer erlebt. In gewisser Weise geht es zumindest in diesem Punkt zurück an die Wurzeln.

Faktisch unsterblich ist dagegen Arya, zumindest bis zum Serienfinale. Die Szenen der jüngsten Stark in Kings Landing sind in jedem Falle sehr mitreißend und zeigen die Schrecken des Krieges auf extreme Weise. Trotzdem ist es nicht sehr realistisch, was Arya im Laufe der letzten Minuten alles überlebt, vor allem wenn man bedenkt, dass alles um sie herum stirbt.

Fazit

Mit der vorletzten Episode liefern die Macher von Game of Thrones erneut ein optisches Highlight ab. Die Schlacht um Kings Landing ist extrem emotional inszeniert und bietet viele Schauwerte. Leider scheitert die Sache am Drehbuch. Viele getroffene Entscheidungen wirken sehr gewollt. Die fehlende Zeit für eine nachvollziehbare Entwicklung der Figuren, die seit einiger Zeit ein zunehmendes Problem der Serie wird, findet hier ihren negativen Höhepunkt und dürfte die Angst vieler Zuschauer in Hinblick auf ein enttäuschendes Serienfinale noch weiter schüren.

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Game of Thrones: Trailer und Bilder zu Episode 8.05

Game of Thrones neigt sich dem Ende zu. Am Sonntag zeigt der Sender HBO die fünfte Folge der 8. Staffel, bei der es sich auch gleichzeitig um die vorletzte Episode der Serie überhaupt handelt. Für die Folge wurden im Vorfeld nun ein Trailer und eine Reihe von Bildern veröffentlicht.

Wie gewohnt halten sich die Informationen zur Episode in Grenzen. So gibt es beispielsweise auch noch keinen offiziellen Titel. Es darf allerdings davon ausgegangen werden, dass in dieser Folge der Kampf um Kings Landing auf dem Programm steht. Die Inszenierung übernahm dabei erneut Miguel Sapochnik.

Der Regisseur war zuvor unter anderem für die Folgen "Hardhome" und "Die Schlacht der Bastarde" verantwortlich. Zudem inszenierte er in Staffel 8 die Schlacht um Winterfell. Entsprechend dürfte auch die 5. Folge eine actionreiche Angelegenheit werden, wobei die Zuschauer dieses Mal wohl keine Helligkeitsprobleme bekommen sollten.

Wer sich vor dem Start der Folge noch einmal auf Game of Thrones einstimmen möchte, denen empfehlen wir einen Blick auf das ausführliche Making-of zur vergangenen Episode The Last of the Starks. Die Kritik zur Folge gibt es hier.

Game of Thrones | Season 8 Episode 5 | Preview (HBO)

Game of Thrones | Season 8 Episode 4 | Game Revealed (HBO)

Game of Thrones: Microsoft veröffentlich mysteriösen Teaser auf Twitter

Nur 12 Sekunden dauert der kleine Teaser, den Microsoft kürzlich über den Xbox-Twitter-Account veröffentlicht hat. Zu sehen sind jede Menge Feuer und am Ende des Teasers das Wappen des Hauses Targaryen. Untertitelt ist das Ganze mit "And now your wait begins. Stay tuned". Wobei es sich bei dem angekündigten Projekt handelt, wird aber nicht mit Sicherheit klar.

Möglicherweise arbeitet Microsoft an einem Rollenspiel im Fantasy-Universum von Game of Thrones. Gerüchte über ein solches Spiel gab es schon einmal vor etwa zwei Jahren. Zu dieser Zeit hieß es aber, dass Bethesda an einem solchen Spiel arbeiten würde. Bei den Gerüchten soll es sich im Nachhinein aber um Falschinformationen gehandelt haben.

Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass die Spieler bereits auf der diesjährigen E3 neue Informationen zu dem mysteriösen Teaser erhalten. Immerhin hat Microsoft eine der größten Pressekonferenzen angekündigt, die das Unternehmen bisher hatte. Aber auch Bethesda käme immer noch als Kandidat in Frage. Immerhin hat das Studio bereits erklärt, dass es dieses Jahr keine Neuigkeiten zu The Elder Scrolls 6 und Starfield geben wird. Die Ankündigung eines Spiels im Game-of-Thrones-Universum wäre mit Sicherheit ein guter Ersatz.

Als Entwickler kämen aber auch Obsidian Entertainment oder inXile infrage. Im vergangenen Jahr kaufte Microsoft beide Studios. Bleibt abzuwarten, wann die Spieler mehr Informationen zu dem Teaser erhalten.  

 

Game of Thrones: Nach wie vor drei Spin-offs zur Serie in Arbeit

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George R. R. Martin by ©Susanne Döpke/Future Image

Nur noch zwei Folgen bleiben der Fans von Game of Thrones, bis die Serie zu Ende geht. Glücklicherweise müssen sie aber nicht Lebwohl zu ihrem geliebten Fantasy-Universum sagen. Denn es ist schon eine ganze Weile bekannt, dass die Arbeiten an gleich mehreren Spin-offs auf Hochtouren laufen.

Zu diesen Spin-offs äußerte sich nun auch der Schöpfer der Welt, George R.R. Martin. In seinem Blog bestätigte er, dass wenigstens drei Projekte weiterhin in Arbeit seien. Drehstart für das erste Projekt und damit seinen eigenen Serienabeleger ist bereits in diesem Sommer . Unterstützt wird der Autor dabei von Showrunner Jane Goldman.

Zeitlich wird die Serie mehrere tausend Jahre vor der aktuellen Geschichte spielen und die Entwicklung von Westeros behandeln. Fans könnten sich also auf das Goldene Zeitalter der Helden, die Entstehung der White Walker, die Vorgeschichte der Targaryens und der ersten der Stark-Familie freuen. Auch der Cast steht bereits in Teilen fest. So werden unter anderem Naomi Watts und Miranda Richardson zu sehen sein.

Wenigstens eine der ursprünglich fünf Adaptionen hat es aber nicht geschafft. Im Interview mit The Hollywood Reporter bestätigte Mitautor und Produzent Bryan Cogman, dass seine Serie nicht in Produktion gehen werde.

Wann genau das Prequel zur Serie an den Start erfolgt, ist noch nicht sicher. Sollte die Pilotfolge aber Anklang bei HBO finden, ist ein Serienstart 2020 nicht unwahrscheinlich. Jetzt stehen den Fans aber erst einmal noch zwei Folgen der Original-Serie bevor. Hier geht es zur Kritik zu Episode 4

The Last of the Starks - Kritik zu Game of Thrones 8.04

SPOILER

Die Schlacht um Winterfell ist geschlagen, die Menschheit wurde gerettet. Damit ist es nun wieder an der Zeit, sich den alltäglichen Dingen in Westeros zu widmen. Für die Herrschenden bedeutet dies vor allem das titelgebende Game of Thrones, denn in "The Last of the Starks" bringen sich Daenerys und Cersei für den finalen Kampf um den Thron in Stellung. Allerdings sollten beide Frauen Jon Snow aka Aegon Targaryen nicht unterschätzen, denn dessen Geheimnis ist nun keins mehr.

Es wird getrauert und gefeiert

Ähnlich wie in den vergangenen Episoden liegt der Fokus zunächst weiter auf Winterfell. Die Überlebenden der Schlacht gegen den Nachtkönig verabschieden sich von den Gefallenen, wobei deren Zahl zwar sehr eindrucksvoll visualisiert wird, irgendwie aber trotzdem noch vergleichsweise wenig erscheint. Auch dauert die ganze Beerdigungsszene vielleicht etwas zu lang. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Tode prominenter Charakter doch in Grenzen hielten, geht die Sache den Figuren vermutlich deutlich näher als vielen Zuschauern.

Die anschließende Trauer-/Siegesfeier beginnt im Anschluss auch entsprechend eher verhalten. Besonders am Tisch der Anführer herrscht alles andere als gute Laune. Wie so oft sorgt der fließende Alkohol aber dafür, dass sich dies nach und nach ändert. Mit Ausnahme von Sansa und Daenerys lockert sich die Stimmung bei den meisten Gästen bald. Daenerys kann es zunächst nicht lassen, mit Gendry einen weiteren Schachzug im Spiel um den Thron zu machen, der tatsächlich clever ist. Schließlich wird ihr jedoch erneut vor Augen geführt, dass sie im Norden bei den Popularitätsumfragen weit abgeschlagen hinter Jon rangiert.

Jon hat die Herzen der Menschen im Norden erobert, etwas, das bisher eigentlich Daenerys Markenzeichen war. Seit ihrer Ankunft in Westeros hat sie diese Eigenschaft aber verloren. Sollte die Königin geglaubt haben, dass sie von den Menschen mit offenen Armen empfangen wird, sah die Realität bisher deutlich anders aus. Dass ihr Machtstreben mittlerweile alles andere zu überschatten droht, hilft ebenfalls nicht. Daenerys wurde dem Zuschauer lange Zeit als die positive Alternative für den Thron präsentiert. Seit sie in Westeros aktiv ist, wird aber vor allem ihre dunkle Seite betont. Nicht umsonst zweifeln mittlerweile sogar ihre engsten Berater an ihr.

Game of Thrones Staffel 8.04

Verräterische Gedanken

Der Konflikt zwischen Jon und Daenerys hatte sich mit der Enthüllung von Jons wahrer Herkunft abgezeichnet und nimmt nun Formen an. Hier zeigt sich allerdings wieder einmal, wie leichtgläubig Jon immer noch ist. Für ihn gibt es das Thema nicht, da er Daenerys seine Treue geschworen hat. Selbst der Versuch von ihr, ihm das Gegenteil klar zu machen, scheitert am Ende. Jon agiert hier schon sehr naiv, während Daenerys wieder primär auf ihr Machtstreben reduziert wird. Die einzige Option, die sie ihm für ein Zusammenleben gibt, ist eine mit ihr als Königin und er als ihr Untertan.

In der Folge wird das Geheimnis von Jon noch mehreren Personen enthüllt. Das Zusammentreffen der Starks ist dabei sehr nett inszeniert, schneidet aber leider an dem Punkt, an dem es wirklich spannend wird, weg. Bei Sansa erfährt der Zuschauer zumindest aus ihrer Handlung, wie sie die Sache sieht, im Falle von Arya gibt es zunächst überhaupt keine Reaktion zu sehen. Hier wäre es interessanter gewesen, die Diskussion nach und nicht die vor der Enthüllung zu sehen.

Dass Sansa die Sache nicht für sich behalten wird, war klar und es dauert auch nicht lange, bis sie Tyrion einweiht. Die Folge sind zwei spannende Szenen, die einige Einblicke in die beiden engsten Berater von Daenerys gewährt. Tyrion und Varys zweifeln mittlerweile beide an ihrer Königin, wobei es danach aussieht, als wäre Varys nur zu bereit, die Seiten zu wechseln. Auf der einen Seite macht dies Varys in gewisser Weise zu einer noblen Figur, da er sich nur den Menschen des Landes und keinem Herrscher verpflichtet fühlt. Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten, dass jeder König vermutlich gut beraten ist, sich des Eunuchen schnell zu entledigen, dann dürfte es sich deutlich ruhiger schlafen lassen.

Tyrion nimmt in der Diskussion in gewisser Weise den Platz vieler Zuschauer ein. So ist ihm natürlich nicht verborgen geblieben, dass Daenerys vom Weg abzukommen scheint. Trotzdem ist sie seine Königin, und er bewertet nicht nur ihre aktuellen Handlungen, sondern auch ihr Verhalten in der Vergangenheit. Die Frage, ob sie aber immer noch die richtige Person für den Thron ist, lässt sich aber immer schwieriger mit einem eindeutigen Ja beantworten.

Game of Thrones Staffel 8.04

Kein guter Tag für die Liebe

Beziehungen und das Thema Liebe spielen in "The Last of the Starks" ebenfalls eine große Rolle. Fans von glücklichen Beziehungen oder gar einem Happy End für zwei Liebende sind aber bei Game of Thrones meist an der falschen Adresse. Dies beginnt mit Gendrys Heiratsantrag an Arya, wobei er vermutlich auch der Einzige ist, der sich die jüngste der Starks als Lady eines Hauses vorstellen kann.

Deutlich besser läuft es dagegen zunächst für Jaime und Brienne. Gerade für Fans der beiden ist der Weg ins Bett sehr unterhaltsam inszeniert, und als Jamie erklärt, in Winterfell zu bleiben, will man für einen kurzen Moment an ein Happy End glauben. Aber natürlich sind wir bei Game of Thrones, und dies bedeutet, dass Jamie einfach nicht von seiner Schwester ablassen kann. Um die Sache noch schlimmer zu machen, muss er dann Brienne noch vor Augen führen, was für ein schlechter Mann er ist. Nicht dass am Ende noch jemand glücklich wird in der Serie. Auf der anderen Seite wäre es aber auch komisch gewesen, wenn Jamie bei der finalen Auseinandersetzung um den Thron keine Rolle gespielt hätte.

Das absehbare Liebesaus von Jon und Daenerys haben wir schon angesprochen, mit Missandei und Grey Worm endete aber noch eine weitere Beziehung auf tragische Weise. Dies war spätestens nach dem Gespräch der beiden absehbar, in dem sie ihre Zukunft an einem schönen Strand im Süden geplant haben. Dass es am Ende Cersei und nicht die Untoten für den Tod sorgt, ist an der Sache die einzige Überraschung. Der Versuch von Tyrion, Cersei umzustimmen, ist gut gespielt und inszeniert, zeigt aber noch einmal, dass er seine Schwester immer noch nicht richtig einschätzt. Für sie gibt es nur noch den Thron oder den Tod.

Game of Thrones Staffel 8.04

Eine weitere militärische Katastrophe

Dass "The Last of the Starks" praktisch der Aufgalopp für die finale Schlacht werden würde, war im Vorfeld zu erwarten gewesen. Vor dem Hintergrund hatte man eigentlich nicht wirklich mit großen Verlusten gerechnet. Doch diese gab es überraschenderweise doch. So verliert Daenerys nicht nur ihre treue Beraterin und einen weiteren Teil ihrer Armee, sondern auch ihren zweiten Drachen Rhaegal.

Hier muss man festhalten, dass es langsam schon fast dilettantisch ist, wie Daenerys durch ihre Eroberung von Westeros stolpert. Seit ihrer Ankunft konnte sie mit dem Angriff auf die Lannister-Armee eigentlich nur einen wirklich nennenswerten militärischen Erfolg verzeichnen. Die Schlacht um Winterfell kann man nicht wirklich als Sieg bezeichnen und auch sonst gab es meist nur einen Satz heißer Ohren.

Hier spielt aber auch die Art und Weise, wie die Autoren die Serie schreiben eine Rolle. Daenerys kam mit einer sehr großen Übermacht und drei Drachen nach Westeros, dass der Kampf schon gewonnen schien, bevor es überhaupt losging. Um ein spannendes Finale zu kreieren, mussten die Autoren ihre Macht immer weiter beschneiden. Nur lässt die Art und Weise, wie dieser Zustand herbeigeführt wird, Daenerys und ihre Berater sehr inkompetent erscheinen.

Die Reise nach Kings Landing ist dafür ein gutes Beispiel. Nicht nur ist es jetzt schon das zweite Mal, dass die Iron Fleet eine Flotte von Daenerys aufreibt, die Waffe gegen die Drachen war ihr durchaus bekannt. Schließlich saß sie auf einem der Drachen, als dieser von einem Pfeil getroffen wurde. Dass der Gegner eventuell mehr von einer Waffe bauen könnte, die sich als effektiv gegen Drachen erwiesen hat, scheint aber niemand bedacht zu haben. So verliert Daenerys erneut einen Teil ihrer Armee, noch bevor die Schlacht überhaupt begonnen hat.

Frühzeitige Abschiede

Abschied nehmen bedeutet in Game of Thrones aber zum Glück nicht nur den Tod von Figuren. In "The Last of the Starks" scheint auch der Abschied für Tormund gekommen, dessen Überleben der Schlacht um Winterfell schon irgendwie überrascht. Auch Ghost hat die Schlacht überlebt und darf nun gemeinsam mit den Wildlingen in den Sonnenuntergang ziehen. Für Sam und Goldy scheint es ebenfalls ein Happy End zu geben. Auch hier wirkte es schon fast wie ein Abschied von den Figuren.

Bronn scheint ebenfalls mehr keine große Rolle zu spielen. Dieser hatte bisher nur zwei Kurzauftritte in der Staffel, wobei die gesamte Storyline um ihn ohnehin sehr konstruiert wirkt, nach dem Motto "So hat er irgendetwas zu tun". Letztendlich gab es keinen großen moralischen Konflikt oder überhaupt nur einen Konflikt. Bronn lässt sich einfach besser bezahlen und verschwindet. Damit bleibt die Figur sich zumindest treu, den Handlungsstrang an sich hätte man sich aber auch sparen können.

Fazit

Die Schlacht um Winterfell mag geschlagen sein, Zeit zum Atemholen gibt es in Game of Thrones aber trotzdem nicht. Verluste, Intrigen und viele Emotionen sorgen in "The Last of the Starks" für hochgradig spannende Unterhaltung. Noch zwei weitere Folgen stehen aus, bis der Kampf um den Eisernen Thron entschieden ist.

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Dragons: Der Podcast zu Game of Thrones 8.03

PODCAST

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Es ist vorbei: Die Schlacht um Winterfell ist geschlagen. In der aufwändig inszenierten dritten Folge der achten Staffeln von Game of Thrones tritt die Armee der Lebenden gegen die Streitmacht der Toten an. Mit dabei sind alle Figuren aus der letzten Folge, insbesondere natürlich Daenerys' Drachen und Jon Snow. Aber auch der Night King und seine Lakaien treten an und entfesseln einen Kampf an mehreren Fronten.

Dass Krieger dabei fallen, ist klar. In unserem Podcast sprechen Anne, Stefan und Johannes über die beeindruckende Inszenierung der Folge sowie natürlich die Figuren, die ihr Leben lassen mussten. Daneben werden auch die Elemente der Episode diskutiert, die nicht so gut gelungen sind: Hatte die Armee der Lebenden überhaupt eine Strategie? Was wollte der Night King eigentlich erreichen? Und warum war alles so dunkel?

Wenn euch die Folge gefällt, dann könnt ihr sie gerne weiter empfehlen. Habt ihr Lob, Anregungen oder Kritik, dann freuen wir uns über eure Kommentare. Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge des Dragons-Podcasts!

Wie immer vielen Dank an Jens Dewald für die Musik!

The Long Night - Kritik zu Game of Thrones 8.03

SPOILER

Die Schlacht um Winterfell ist endlich gekommen. In der dritten Episode von Staffel 8 stellt sich die Armee der Menschen dem Nachtkönig in einem verzweifelten Kampf um das Überleben. Im Vorfeld als die größte Schlacht von Game of Thrones angepriesen, liefert "The Long Night" 80 Minuten pure Spannung, actionreiche Unterhaltung, überraschend ruhige Momente aber auch einige nicht nachvollziehbare Entscheidungen.

Ein Überraschungsgast

Trotz der Tatsache, dass die Armee der Toten am Ende der letzten Episode vor den Toren Winterfells angekommen ist, benötigt "The Long Night" gute zehn Minuten, bis die Schlacht tatsächlich beginnt. Einer der Gründe dafür ist die Rückkehr von Melisandre, die sich die Sache natürlich nicht entgehen lässt. Für alle, die sich gefragt haben, wo die Priesterin eigentlich steckt, gibt es nun die Antwort. Anscheinend war sie immer noch in der Gegend und hat auf den Moment gewartet, ab dem die Kämpfer rund um Winterfell einfach keine Möglichkeit mehr haben, ihre Hilfe abzulehnen.

Gleich zu Beginn ist Melisandre für eines der optischen Highlights der Folge verantwortlich. Das Entzünden der Schwerter sorgt direkt für Gänsehaut, auch wenn es sich am Ende als vollkommen nutzlos erweist. Deutlich wichtiger sind dagegen ihre beiden folgenden Auftritte. So verschafft sich nicht nur der Armee in Winterfell eine dringend notwendige Atempause, sie gibt Arya auch eine wichtige Motivationsrede. Den Zuschauern geht es vermutlich in vielen Fällen ähnlich wie Ser Davos, so wichtig die Hilfe ist, vergeben hat man Melisandre für Shireen nicht. Doch erledigt sich das Thema am Ende quasi von selbst, wobei es erneut Ser Davos ist, der den letzten Moment (inklusive ihres Geheimnisses) der Frau sieht, die sein Leben so sehr beeinflusst hat.

80 Minuten Hochspannung

Mit dem Angriff der Dothraki beginnt der Kampf rund um Winterfell und dieser lässt einem praktisch keine ruhige Minute. Regisseur Miguel Sapochnik, der auch schon für die Schlacht der Bastarde verantwortlich war, schafft es, dass der Puls sich fast die gesamte Laufzeit der Folge im beinah ungesunden Bereich bewegt. Immer wieder macht er den Zuschauern Hoffnung auf ein gutes Ende, um dann einen deprimierenden Rückschlag folgen zu lassen. Die Dothraki haben Feuerschwerter – die Dothraki sind nicht mehr – die Drachen greifen ein – ein Schneesturm wirft alles über den Haufen – Melisandre sichert den Rückzug – die Armee der Toten durchbricht die Feuerbarriere – Jon hat den Nachtkönig gestellt – dieser erschafft eine noch größere Armee. Es geht geht ständig hin und her.

Game of Thrones Staffel 8.03

Interessant ist auch, dass Sapochnik das Chaos einer solchen Schlacht perfekt einfängt. Vor allem als die Mauern von Winterfell fallen, haben nicht nur die Kämpfer schließlich vollkommen den Überblick verloren. Keiner weiß mehr so wirklich, wer noch lebt und vor allem wer zu den Guten oder Bösen gehört. Es geht nur noch um das nackte Überleben, was einfach extrem wirkunsvoll inszeniert wurde. Dabei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass die Sichtverhältnisse nur bedingt gut sind. Als Zuschauer wünscht man sich mitunter ebenso wie die Kämpfer einen etwas klareren Blick auf die Geschehnisse. Hier muss man allerdings festhalten, dass das Nachtsetting deutlich mehr Tricksereien und damit Kostenersparnisse erlaubt. So gut Game of Thrones ist, mit einem Blockbuster-Budget war "The Long Night" leider nicht ausgestattet.

Die ruhigen Momente

Trotz der Action und der extremen Spannung bietet die Episode auch ein paar ruhige und vor allem sehr schöne Momente. Besonders Tyrion und Sansa haben mehrere tolle Szenen miteinander und nicht nur Tyrion stellt sich die Frage, was aus den beiden hätte werden können.

Auch für Theon gibt es trotz bevorstehender Schlacht die Möglichkeit, sich noch einmal bei Bran zu entschuldigen. Diese Szene ist ebenfalls schön inszeniert, vor allem in Kombination mit dem Ende des Greyjoy. Theons Reise der Wiedergutmachung endet in Winterfell und, was noch wichtiger ist, Bran sagt tatsächlich ein paar nette Dinge. Vor allem die letzten Worte, die er an seinen Leibwächter richtet, sind mittlerweile schon fast uncharakteristisch freundlich für den letzten lebenden Sohn von Ned Stark und gerade deshalb aber auch der perfekte Abschied für Theon.

Ein Plan fällt auseinander

Obwohl "The Long Night" mit seiner Spannung und seiner Action komplett überzeugen kann, ein paar Probleme hat die Episode doch, die sich am ehesten mit unnachvollziehbaren Entscheidungen der Figuren beschreiben lassen. Schon in der letzten Kritik haben wir angesprochen, dass der Schlachtplan der Armee, nett ausgedrückt, sehr lückenhaft ist. Und am Ende muss man festhalten, dass der Kampf tatsächlich nicht aufgrund überlegener oder auch nur ansatzweiser durchdachter Taktik gewonnen wurde. Schon in der Schlacht der Bastarde wurde angesprochen, dass es eine extrem dumme Idee ist, mit einer unterlegenen Armee einen Kavallerieangriff zu starten. Das hätte damals auch beinah zum Ende von Jon Snow geführt.

Was wurde daraus gelernt? Absolut nichts, denn der Kampf gegen den Nachtkönig wird exakt auf dieselbe Art und Weise eröffnet. Für den langfristigen Konflikt ist das durchaus nachvollziehbar, denn so bekommen die Autoren die Dothraki noch vor dem Kampf mit Cersei vom Schachbrett, aber wirklich Sinn machte dies nicht. Auch Ghost bei der Sache mitmachen zu lassen, erscheint mehr als fragwürdig. Das Schicksal des Wolfes blieb am Ende aber zumindest offen.

Der Tod der Dothraki sorgt dafür, dass Daenerys den ohnehin schon nicht sonderlich komplexen Plan über den Haufen wirft. Auch hier werden Erinnerungen an Die Schlacht der Bastarde wach. Damals war es Jon, der aufgrund seiner Emotionen alle Pläne in den Wind schlug. In der Folge regieren Chaos und Improvisation, bis der Nachtkönig seine Trumpfkarte zieht und eine neue Armee aus dem Boden stampft.

An der Stelle wird den Figuren der Serie dann auch etwas klar, was viele Zuschauer vermutlich schon letzte Woche vorhergesehen haben. Frauen und Kinder an einem Ort voller Toter zu verstecken, wenn der Anführer der gegnerischen Armee Tote beschwören kann, ist ebenfalls eine sehr dumme Idee. Immerhin kommen die Menschen in der Krypta noch relativ glimpflich davon.

Game of Thrones Staffel 8.03

Wen hat's erwischt?

Über die Jahre hat sich Game of Thrones den Ruf erworben, eine Serie zu sein, die beliebte Figuren regelmäßig über die Klinge springen lässt. Besonders in den letzten beiden Staffeln ging der Blutdurst der Autoren aber etwas zurück, was viele Fans jedoch nicht davon abhielt, das Schlimmste für ihre Lieblingsfiguren zu befürchten. Am Ende lässt sich festhalten, dass die Opferzahl der Schlacht um Winterfell zwar extrem hoch ist, von den wichtigsten Figuren aber erstaunlich viele überleben.

Der namenhafteste Tod dürfte neben Theons Ableben sicherlich der von Ser Jorah sein, der ähnlich wie Theon aber ein würdiges Ende bekommt. Jorah ist seit Jahren in Daenerys verliebt, und wenn er sich einen Tod hätte wünschen dürfen, dann sicherlich diesen. Ansonsten erwischt es mit Dolorous Edd, Lyanna Mormont und Beric Dondarrion einige Nebencharaktere, von denen der Verlust der jungen Lyanna viele Zuschauer vermutlich noch am härtesten trifft. Dafür durfte Lady Mormont aber zumindest noch einen Riesen ins Jenseits befördern.

"The Long Night" bedeutet zudem das Ende für den Nachtkönig. Dieses war zu erwarten, der Weg dahin ist aber mehr als befriedigend. Der Kampf auf den Drachen und der Flammenangriff von Drogo gehören zu den Highlights der Folge. Dass am Ende Arya den finalen Stich setzt, macht für die Figur durchaus Sinn, auch weil es nicht total vorhersehbar war. Zudem ist ihr Angriff extrem cool in Szene gesetzt.

Auch zuvor darf Arya mehrfach zeigen, was sie drauf hat und steht doch beinah selbst vor dem Ende. Die Szene in der Bibliothek wirkt allerdings etwas deplatziert. Mitten im Schlachtgetümmel gibt es plötzlich diesen Moment des stillen Horrors, der sehr gewollt scheint. Auch die Tatsache, dass die Untoten auf einmal sehr bedacht vorgehen und nicht wild durch den Raum rennen, will nicht so recht passend. Dass dann auch noch Melisandre aus dem Nichts auftaucht, macht es nicht unbedingt realistischer. Im Gesamtwerk ist dies aber nur ein kleiner Minuspunkt.

Fazit

"The Long Night" ist das actionreiche Highlight der 8. Staffel von Game of Thrones, das man sich erhofft hatte. Die Schlacht ist ungemein spannend inszeniert, bietet viele Momente, bei denen der bei denen der Puls desöfteren in die Höhe schnellt und endet mit einem befriedigenden Tod des Nachtkönigs. Rein logisch ist nicht immer alles perfekt, aber das lässt sich durchaus verschmerzen.

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