Erlebte Vergangenheit und gestaltete Zukunft

Heinz J. Galle

Anlässlich seines 90. Geburtstags ist Heinz J. Galle zum dritten Mal in die eigene Vergangenheit eingestiegen und präsentiert eine überarbeitete Neuauflage seiner ursprünglich 2009 veröffentlichten Mischung aus eigenen Erinnerungen und den von ihm verfassten Kurzgeschichten.

Die Kurzgeschichten sind in dieser Auflage nicht mehr vorhanden. Wer sich mit Heinz J. Galles literarischem Werk auseinandersetzen möchte, muss auf die bisherigen Veröffentlichungen antiquarisch zugreifen. Viel umfangreicher ist dagegen mit zahlreichen weiteren Bildern; Zeitdokumenten und teilweise Karten die Berliner Epoche zwischen 1936 und 1943 geworden.

Neben den einleitenden Worten von Dieter von Reeken ist es Heinz J. Galle selbst, der in seinem Vorwort nicht nur für die Leser, sondern sich selbst zu eruieren sucht, warum ein Mensch seine Biographie schreibt. Und das nicht nur einmal, denn im Laufe der fast zwanzig Jahre zwischen dem ersten Text und dieser dritten Auflage sind so viele neue Erinnerungen hochgekommen; kamen Impulse von außen und drängten sich andere Ideen auf, dass der Text aufbauend auf etwas Vertrautem moderner, eloquenter, altersweiser und damit auch emotional noch ansprechender geworden ist. Das Gerücht, dass sich ein alter Gaul nicht mehr ändern kann, wird mit dieser dritten Auflage eindrucksvoll widerlegt.

Als Sammler von phantastischer Literatur könnte man davon ausgehen, das das Archivieren, das Dokumentieren aus des eigenen Lebens ein wichtiger Bestandteil ist. Immerhin hat diese Zeit Heinz J. Galle bewusst durch die wenigen eigenen Erinnerungen, die wie Splitter aus der Tiefe des Gedächtnisses hervorstoßen und wahrgenommen werden wollen und sicherlich unbewusst durch die Erzählungen seiner älteren Schwestern, die Gespräche mit den Eltern und schließlich auch die generelle Dokumentation dieser Zeit geprägt.

Heinz J. Galle macht von Beginn an klar, dass es sich bei den erlebten Erinnerungen um subjektive Eindrücke handelt, die nicht generell durch den politischen Spiegel dieser Zeit betrachtet werden müssen. Natürlich weiß der inzwischen in Ehren gealterte Heinz J. Galle die Propaganda der Nazis, den ständigen Druck der Überwachung genauso einzuschätzen wie er die Armut der eigenen Familie selbst in den ersten noch friedlichen Kriegstagen zurechtrückt. Arm bedeutet nicht unbedingt unglücklich zu sein und mancher Mangel – siehe die Fliegerschokolade – relativiert sich im Laufe des Lebens.

Beginnend mit seiner Geburt in der Berliner Wrangelstraße schaut Heinz J. Galle in die eigene Familienchronik der Galles zurück, beginnt aber auch gleich aktiv das eigene Leben mit einem Schuss liebevoller Ironie zu betrachten. Die ersten Erfahrungen mit der Schwester, das Leben in einer Stadt, die mehr und mehr in den Mittelpunkt der amerikanischen und britischen Bombenangriffe rückt; der harte Alltag des Vaters mit einem kargen Lohn; das Organisationstalent der Mutter und schließlich sein Leben als Klebstoff am Rock seiner älteren Schwester mit Kinobesuchen in den verschiedenen Berliner Vierteln – je weiter die Filme nach „draußen“ wanderten, desto billiger wurden die Eintrittskarten -; die Sammlungen von der Winterhilfe bis zum Altpapier und schließlich neben der Schule auch die beginnende Verschiffung ins Umland. Dazwischen findet sich der von der Partei organisierte Urlaub in Marquartstein. Propheten könnten davon sprechen, dass dieser Urlaub auf später Heiligem Grund des Science Fiction Fandoms (neben Unterwössen) schon die Wurzeln für Heinz J. Galles lebenslanges Interesse an der Unterhaltungsliteratur im Allgemeinen, aber der utopischen Literatur im Besonderen legte.  Aber diesen Stein legte sich Heinz J. Galle noch nicht in den Garten.

Für Kinder ist selbst eine Stadt oder besser ein Land im Krieg immer noch eine Art Abenteuerparadies. Sie sehen die Ereignisse aus ihrer kindlichen Perspektive und so geht Heinz J. Galle bei seinen Erinnerungen vor. Wenn Hitler durch die Straße fährt, dann sind die Häuser mit nationalsozialistischen Fahnen geschmückt. Das Göring inzwischen im Volksmund Meier heißt, weil die alliierten Bomber inzwischen die deutschen Großstädte in Schutt und Asche legen, ist eine weitere lakonische Anmerkung Galles. Alles innerhalb und gleichzeitig auch außerhalb des politischen Kontext. Die Nächte im hauseigenen Keller – sicherlich kein echter Schutz gegen direkte Einschläge wie auch der Eimer voller Sand in der Küche nichts gegen Brandbomben ausrichtet – zeigen ohne Polemik die Absurdität des Krieges in Hinblick auf die Schutzmaßnahmen. Die aufklärende, aber in Wirklichkeit belehrende und die Menschen einnordende Propaganda findet sich buchstäblich in Wort – das gegenwärtige Ich schaut auf das „Bübchen“, den Berliner Jungen zeitlich zurück – und Bild – zahlreiche illustrierte Beispiele von Plakaten über Propagandaschriften bis zu den angesprochenen historischen Fotos oder familieneigenen Dokumenten – in dieser Autobiographie.  Der Krieg wird von einem lästigen, die Versorgung einschränkenden Übel mehr und mehr zur bitteren Alltagsrealität, bevor er durch die vorrückenden Russen zu einem endgültig lebensbedrohlichen  und finalen Schreckgespenst wird. Die Stärke in Heinz J. Galles Erinnerungen liegt in den zahlreichen Zitaten von populären Liedern, dem dickköpfigen Stolz der Berliner und ihrer Fähigkeit, für alles einen neuen Begriff zu erschaffen. Der Homo kellerisensis wird an den Bombentagen und in den immer zahlreicher werdenden Bombennächten geboren. Neben den in der Kriegszeit weihnachtstechnischen Notlösungen und den perfiden, an brennende Weihnachtsbäume erinnernden Brandbomben der Allierten endet dieser erste, deutlich verlängerte und deswegen auch zugänglichere, emotionale, aber nicht kitschige Abschnitt mit heulenden Sirenen und den Zweckgemeinschaften im Bunker.   

    Die Jahre zwischen 1943 und 1945 unter anderem in Spremberg in der Niederlausitz fügt Heinz J. Galle in seine “Abenteuerurlaub” Erzählungen ein, aber wie eine Zwangsverschickung als Kind zeigt, ist Abenteuerurlaub nur ein Abenteuer, wenn die Eltern (und nicht nur die Schwester) in der Nähe sind. Immer aus der  Perspektive des Kindes erzählt und mit der Weisheit der vergangenen Jahre betrachtet, zeigt Heinz J. Galle indirekt auch auf, wieviel „Glück“ seine Familie und er gehabt haben. Lange Zeit konnten sie in der ländlichen Niederlausitz den Bombenangriffen entkommen, während der inzwischen krankheitsbedingt eingeschränkt arbeitende Vater in Berlin für Führer und Vaterland an der Heimatfront seinen Dienst tätigen musste. Die zusammenbrechende Ostfront und damit die Flucht nach Westen erfolgte in einem Zug, die einzelnen Wagons waren jeweils für eine Familie eingerichtet. Für die 250 Kilometer in einem immer schneller zusammenbrechenden Reich und des Bombardement Magdeburgs benötigten die Galle mehrere Wochen. Viele andere Familien haben sich zum Teil zu Fuß oder mit Pferdegespannen aus den Ostgebieten über die kurische Nehrung; natürlich die Ostsee oder auf verschlungenen Wegen immer einen Schritt vor der zusammenbrechenden Front auf den Weg gemacht. Heinz J. Galle bricht aber einen Ast; ein wenig staunend mit einem immer wieder nur einzelne Szenen zeigenden Langzeitgedächtnis versucht er diese chaotische Zeit in die richtige, aber nicht nur nihilistische Perspektive zu rücken.

„Bahrdorf in Niedersachen“ ist das finale Ziel der Galles. Auf dem Lande, in einem heruntergekommenen Hexenhaus und von den Einheimischen nicht unbedingt geliebt. Oft wird vergessen, dass die Einwohner die deutschen Flüchtlinge – von den Ausländern ganz zu schwiegen – höflich gesprochen mit Skepsis, nicht selten auch mit Hass und Neid empfangen haben. Aber zwischen den Zeilen offenbart sich eine interessante Lösung für dieses allgegenwärtige Thema. Keine staatliche Kontrolle; keine Regeln, die Notwendigkeit hat die beiden Gruppen aufeinander  zu gehen lassen. Damals wie heute brauchten die Menschen Arbeit, die Einheimischen brauchten Arbeiter. Natürlich war die Zeit härter; es gab keine Arbeitsregelungen und die Bezahlungen fiel manchmal weniger hoch als vereinbart aus. Heinz J. Galle macht deutlich, dass seine Familie arm gewesen ist. Aber arm bedeutet nicht gleichzeitig auch verzweifelt, denn neben dem Organisationstalent ist Improvisation gefragt. Es gab nur wenige Verbrechen. Zumindest wenige Verbrechen, die in die breitere Öffentlichkeit gelangt sind. Das Leben war pragmatisch, beginnend mit dem Sammeln von Fallobst; das Ernten von wilden Kräutern oder die organisierte „Plünderei“, wenn der Dorffunk reiche Beute signalisierte. Immer ein wenig am Rande der lebensnotwendigen Kriminalität, selten einen Schritt darüber.

Für die Kinder – Heinz J. Galles erste Schuljahre ähneln einem zeitlichen wie geographischen Flickenteppich – ein seltsames Paradies, das heute von den Überlebenden dieser Generation nicht selten zu verklärt dargestellt wird. Irgendwie schafft es Heinz J. Galle in einzelnen Abschnitten, auch das Wunderabenteuerland wieder zu relativieren. Ein ewiger Optimist selbst in einem der härtesten Winter des 20. Jahrhunderts, die Suche nach neuen, aber auch aufgrund der Kriegshinterlassenschaften nicht ungefährlichen Spielplätze und immer wieder die aus heutiger Sicht manchmal abenteuerlich wirkende, aber effektive Selbstversorgung nicht nur  innerhalb der Familie Galle, sondern unter dem Slogan „Selbst ist der Knabe“ vom Erzähler selbst ; für einen späteren Bücherwurm und Sammler ein abenteuerliches Kind; der vieles erst Jahre später historisch einordnen kann. Aber wie für die Zeit in Berlin und Spremberg gilt auch für die Jahre in Bahrdorf, irgendwie haben die Galles auch immer ein wenig Glück an ihrer Seite gehabt. Aber sie waren auch selbst ihres Glückes Schmied. Manchen Flüchtlingen vor allem in Schleswig-Holstein ist es deutlich schlechter gegangen  und die Aufnahmebereitschaft der verschlossenen Bevölkerung war höflich gesprochen, zurückhaltend bis offen feindlich. Begleitet wird dieser relevante Abschnitt von den wenigsten Fotos, aber die Karte von Trizonesien oder der Einkauf von Weihnachtskugeln in den Ostgebieten zeigen, wie bizarr und hinsichtlich der Zukunft auch nur auf Sicht zu planende Zeit gewesen ist.         

Heinz J. Galle ist immer wieder selbst überrascht, an was er sich teilweise auf den ersten Blick  nebensächlich erinnern kann und welche Erinnerungen an wichtige Ereignisse in seinem Leben fehlen. Zumindest basiert seine Liebe für Bücher auf der Plünderung eines Zuges, die Beute seine ersten beiden eigenen Bücher. Mit Bahrdorf endet auf auch der neue, deutlich ausführlichere Teil der Autobiographie. 

Mit dem Umzug in die Grenzstadt Helmstedt und später Braunschweig erfolgte der Wandel vom “Landei” zum Stadtbewohner auch hinsichtlich seiner lebenslangen Interessen - Musik, Kino/ Filme und schließlich natürlich die Volksliteratur - und seiner Ansichten. Angesichts der Jugendjahre im Vergleich zu den weiteren Lebensjahren wirken die finalen drei oder vier Kapitel teilweise aus dem ersten Buch ohne Aktualisierung übernommen - einige Daten passen nicht zur Neuauflage - plötzlich hektisch. Natürlich war das Leben in den fünfziger Jahren beginnend mit der aus den USA kommenden Musik und der beginnenden Rebellion der Jugend gegen den eingestaubten Status Quo hektisch, aber im Vergleich zu den kriegsjahren nur positiv aufregend und weniger lebensgefährlich, aber der Leser beginnt die Detailfreude der ersten drei langen Kapitel zu vermissen.    

Mit der Grenzstadt Helmstedt tut sich für den jungen Heinz J. Galle eine neue Welt auf. Vier Kinos und Leihbüchereien. Die Liebe zum Volksroman begann über die Western, wie auch die Bewunderung für den heute vergessenen Westerndarsteller William Boyd zeigt.  Auch hier blickt das ältere Ich auf die Seherlebnisse des jüngeren Galles zurück und kommentiert die Streifen der Jugend – insbesondere die Zorro Filme, aber auch die Weißmüller Tarzan Abenteuer – mit einer leicht hochgezogenen Augenbraue.

Das ganze Buch erhält – wie im Grunde alle sekundärliterarischen Schriften Heinz J. Galles – seine besondere Note, wenn Fakten zum bedruckten Papier vom Klassiker über den Heftroman oder Zeitschriften zu Flugblättern/Propagandaschriften/ Arbeitsanweisungen mit den persönlichen subjektiven Anmerkungen des Autoren zusammenfallen. Das ist in diesem Fall bei der Zeitschrift DIE TARANTEL der Fall, die sicherlich ein Unikat in dem immer noch zweigeteilten, aber grenzdurchlässigen Land darstellte.

In Braunschweig kommt nicht nur cineastisch, sondern auch Interessehalber die Musik dazu. Rock´N Roll ist King.  Beginnend mit Bill Haley über die unfreiwilligen Landfriedensbruch – der Justizgaul wiehert, wenn zwei widersprüchlich, sorgfältig auf Schreibmaschine getippte Briefe unter dem gleichem Datum erstellt beim Betreffenden im Briefkasten landen – bis zur Science Fiction. Die ersten Schritte ins Fandom und die ersten Kurzgeschichten. Im Text verweist Heinz J. Galle noch auf die in der zweiten Hälfte des Buches publizierten Kurzgeschichten und gibt einige Hinweise zu deren Entstehung. Nur in dieser dritten Auflage sind die Kurzgeschichten nicht mehr an Bord.

Mit der Reise zur Berlinale und damit auch den eigenen Wurzeln schließt Heinz J. Galle im Grunde den rein autobiographischen Teil seines Lebens ab, bevor er sich überwiegend mit „Leverkusen- Missionar oder Don Quijote“ sowie „Glückspilze, Käuze und Sammlern“ der Drogen zuwendet, die über siebzig Jahre sein Leben (mit-) bestimmt hat: den Groschenhefte und der Volksliteratur mit einer besonderen Liebe für die Science Fiction und allen Merch, der damit zusammenhängt. Bilder sprechen mehr als eintausend Worte.

Neben den Hinweisen auf die Entstehung einzelner Werke bzw. Artikel Galles geht es vor allem um die Suche nach den seltenen Stücken für die eigene Sammlung. Flohmärkte – inklusive gebuchten Frühaufstehern, nicht selten Haushaltsauflösungen oder beharrliche Briefe an ältere Sammler, in denen zumindest für die Bücher ein Paradies nach dem Tod des Sammlers in Aussicht gestellt wird; die alten Leihbüchereien oder seltener die Börsen waren die Jagdgründe dieser kleinen, immer älter werdenden Scharr von in erster Linie Junggesellen, die lieber mit und neben Büchern schlafen als eine Familie zu gründen oder den Hund auszuführen. Hanz J. Galle präsentiert nicht nur einiger Kuriositäten, sondern die eigenen Erfahrungen fließen ein.  Heinz J. Galle gehört wie einige wenige andere Sammler -  der früh verstorbene Heinz- Jürgen Ehrig; augenblicklich Lars Dangel – zu den Buchbesessenen, die nicht wie am Ende von „Fahrenheit 451“ die eigenen Schätze im Kopf rezitieren, sondern das an erarbeitete Wissen auch gerne auf eine bodenständige, aber auch präzise Art und Weise teilen wollen. Das zeigt sich in den mehrfach angesprochenen Schriften und Aufsätzen.  Natürlich kommen auch die Moment hinzu, in denen „Hätten wir doch damals“ die angeblich so teuren Schnäppchen doch gekauft oder die Glückspilze, die aus dem Nichts heraus Seltenes billig erstanden haben. Auf der anderen Seite lässt sich auch hier der Bogen zu Heinz J. Galles Jugend schlagen und das „Hätten wir doch damals“ auf die Jugendstreiche und jugendlichen Abenteuer angewendet sollte mit einem nicht“ wie in „Hätten wir doch damals nicht“ ergänzt werden. Jedes Leben ist eine Art Kreislauf, beginnend mit der Geburt und endend nicht unbedingt mit dem Tod – das wäre zu prosaisch für Galles Leistung -, sondern in Altersweisheit und Dankbarkeit für die vielen Jahrzehnte, die man auf der Erde weilen durfte.    Wie schon erwähnt könnte der „kleine“ phantastische Gehalt des Buches  reine Interessenten aus dem Genre enttäuschen, aber wer mehr über den Menschen hinter den zahlreichen Sachbüchern finden möchte, braucht nicht weiter zu suchen. 

Das Fazit, aber auch die Faszination, das eigene Leben in Worte zu fassen lassen sich leicht dem Vorwort entnehmen: 

“ Es hat etwas Magisches an sich, wenn im fortschreitenden Alter sich gewisse Erinnerungen wieder ins Bewusstsein hineindrängen. Das Langzeitgedächtnis beginnt, längst vergessene Ereignisse an die Oberfläche zu spülen. Gesichter tauchen aus der Versenkung auf, Straßen und Plätze werden vor den geistigen Augen erneut sichtbar. Langsam erkennt der Zeitgenosse, dass diese Kindheitserinnerungen ein Schatz sind, ein Schatz, den es zu pflegen und zu erhalten gilt, was ich ebenfalls anstrebe.

Einer meiner Freunde, Dr. Jürgen vom Scheidt, schrieb mir dazu am 12. Oktober 2025 seine wundervolle Definition: „Atlantis in der Tiefe, das ist meine entwicklungspsychologische These die besagt, dass bei jeden Menschen die Kindheit versunken ist wie einst das sagenhafte Atlantis – dass man diese Schätze aber wieder heben kann, indem man sich, autobiographisch schreibend, auf die Suche macht. Dann steigt der sagenhafte Kontinent aus der Tiefe wieder auf.”

In diesen Hinsicht hat Heinz J. Galle seine Mission erfüllt. Er wird generationsübergreifend bei älteren Menschen Erinnerungen wecken - und viele Sammler gehören zu Heinz J. Galles Generation -; jüngere Leser werden erkennen, dass die Kriegs- und Nachkriegszeit unendlich schlimmer als die leicht zu beklagende Gegenwart gewesen sind, aber in sich immer den Keim der Hoffnung an eine andere, bessere Zukunft getragen haben sowie Wille und Improvisationsfähigkeiten im positiven Sinne  bestimmende Faktoren sind. Wer sich in erster Linie für das Genre interessiert, sei auf die anderen Sachbücher Heinz H. Galles verwiesen. In dieser Fassung von “Erlebte Vergangenheit und gestaltete Zukunft” geht es vor allem nicht nur um erlebte, sondern gelebte Vergangenheit. Damit erfüllt das Buch sein Ziel mehr als zufriedenstellend.   

 

Heinz J. Galle
Erlebte Vergangenheit und gestaltete Zukunft
Erinnerungen eines Freundes der populären Medien an seine Kindheit unterm Hakenkreuz und den Weg ins 21. Jahrhundert. 3., ergänzte Auflage. Paperback, Bilderdruckpapier, 213 Seiten, 125 Abbildungen
17,50 €ISBN 978-3-911230-22-3

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