Ice Age (Film)

Abschied von Thomas Fritsch

scar_lion_king.jpg

Der Schauspieler und Synchronsprecher Thomas Fritsch ist heute verstorben, wie die dpa bestätigte. Er wurde 77 Jahre alt. 

Fritsch wurde am 16. Januar 1944 als Sohn des Schauspielerpaares Willy Fritsch und Dinah Grace geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er bei Eduard Marks, dem Leiter der Schauspielklasse der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Außerdem nahm Fritsch noch Gesangs- und Ballettunterricht. Noch während seines Studiums übernahm er Filmrollen und war auch unter anderem drei Mal an der Seite seines Vaters zu sehen.

Später übernahm er Hauptrollen in Fernsehserien wie Rivalen der Rennbahn, Unser Charly oder Hallo Robbie. An der Seite von Oliver Kalkofe war Fritsch in der Rolle des Earl of Cockwood in Der Wixxer zu sehen.

Zudem machte sich Thomas Fritsch mit seiner unverkennbaren Stimme einen Namen. Er lieh Russel Crowe in Gladiator, Master & Commander – Bis ans Ende der Welt oder auch Proof of Life seine Stimme. Ebenso fungierte er als Synchronstimme von Jeremy Irons in Stirb langsam: Jetzt erst recht, Königreich der Himmel und Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter. Für Battlestar Galactica war seine Stimme für Edward James Olmos in der Rolle des William „Bill“ Adama zu hören. Unverkennbar war auch sein prägnantes "Miss Fine!" in der Serie Die Nanny, für die er Charles Shaughnessy als Maxwell Sheffield seine Stimme lieh. Auch in Game of Thrones war er mit von der Partie: Er sprach die deutsche Stimme von Randyll Tarly.

Ebenso war Fritsch in vielen Disney-Produktionen zu hören. Er war die deutsche Stimme von Scar in Der König der Löwen und der Pelikan Niels in Findet Nemo. Außerdem übernahm er in allen Filmen zu Ice Age die Rolle als Säbelzahntiger Diego.

Vielen wird Thomas Fritsch wohl auch als langjähriger Erzähler bei Die Drei ??? in Erinnerung bleiben. Er übernahm diese Aufgabe im 2001, als Matthias Fuchs seiner Lungenkrebserkrankung erlegen war. Fritsch' Stimme war erstmalig in Folge 104 "Gift per E-Mail" zu hören. Als zum 25. Jubiläum der Hörspielreihe im Jahr der 2004 die Folge "Der Super-Papagei" als Live-Fassung zu sehen war, wirkte Fritsch ebenfalls als Erzähler mit. Er nahm in Übereinstimmung mit Produzentin Heikedine Körting im Jahr 2017 nach 15 Jahren Abschied von seiner Funktion als Erzähler - seine Stimme ist letztmalig in Folge 187 "Insel des Vergessens" zu hören.

Kritik zu Ice Age 5 - Kollision voraus! - Ein kleines großes Missgeschick

iceage5_poster_campe_druck.jpg

Ice Age 5

Durch ein kleines "Missgeschick" der Säbelzahnratte Scrat begibt sich ein riesiger Meteorit auf Kollisionskurs mit der Erde. Währenddessen versucht Manny, das Mammut (deutsche Stimme: Thomas Nero Wolff), die Beziehung mit Ellie (Daniela Hoffmann) zu retten und gleichzeitig seine Tochter Peaches davon zu überzeugen, nicht das tollpatschige Mammut Julian zu heiraten. Mannys Freunde, das Faultier Sid (Otto Waalkes) und der Säbelzahntiger Diego (Thomas Fritsch), haben ebenfalls Beziehungsprobleme. Dann kommt es fast schon zur richtig Zeit, dass sich mit dem Meteoriten andere Prioritäten in ihr Leben drängen. Als das hyperaktive Wiesel Buck (Michael Iwannek) einen Weg entdeckt, den Meteoriten abzulenken, machen sich die Freunde auf, gleich den ganzen Planeten Erde vor der Apokalypse zu bewahren.

Ein Spagat mit stumpfen Winkel

Animationsfilme wie Ice Age oder auch die Pixar-Filme sollen als Familienfilme sowohl für Erwachsene als auch Kinder funktionieren. Während Pixar den Spagat gut hinbekommt, scheint der Gleichgewichtssinn bei den Damen und Herren von Blue Sky Studios, den Machern von Ice Age, nach vier Filmen etwas abgestumpft zu sein.

Die meiste Zeit wird der Film aus Mannys Perspektive des Vaters und widerwilligen Helden erzählt. Er hat Angst um seine Tochter, die mit ihrem Verlobten allein in die Welt aufbrechen will, statt daheim in der wolligen (Verzeihung...) Obhut der beiden elterlichen Mammuts zu bleiben. Obendrein ist Peaches Verlobter Julian in den Augen von Manny als Ehemann natürlich völlig ungeeignet. Mit diesen elterlichen Sorgen können die zuschauenden Kinder aber gar nicht viel anfangen. Zwar bekommen sie das Drama der Charaktere mit, ob sie allerdings verstehen, wo das Problem liegt, dürfte bezweifelt werden.

Zum Glück gibt es aber genug Slapstick, um von der dünnen Handlung abzulenken. Natürlich hat Publikumsliebling Scrat seine Auftritte, die durchaus witzig inszeniert sind, auch wenn sein "Handlungs"strang durch den Fund eines Raumschiffes völlig ins Absurde abdriftet. Aber so können Fans der Reihe wenigstens die Eskapaden des Pseudo-Nagetiers verfolgen und sich mit ganz leichtem Sadismus an seinem ewigen Unglück erfreuen.

Wenig zu lachen

Leider ist dieser Slapstick auch der einzige Humorhöhepunkt. Zwar gibt es wieder eine Reihe skurriler Charaktere, allerdings wirken die völlig überzogen und grenzen oft an Hyperaktivität. So lässt der Film das für guten Witz absolut wichtige Timing an vielen Stellen vermissen.

Zeit fehlt dann auch für die vielen Charaktere, die Mannys Herde mittlerweile umfasst. Zu Beginn werden die einzelnen Konflikte der drei Hauptcharaktere angedeutet, finden aber angesichts des drohenden Weltuntergangs und des drängenden Plans zur Rettung kaum Raum.

Außerdem hat man als Erwachsener (und hoffentlich auch viele Kinder) den Eindruck, dass viele Beziehungsprobleme durch ein ehrliches und aufrichtiges Gespräch sowie ein bisschen Empathie einfach zu lösen wären. Das liegt auch an der fehlenden Motivation der Charaktere. So wird Buck von drei Dinosauriern verfolgt, verschweigt dies aber der Herde. Dabei könnten je zwei ausgewachsene Mammuts und Säbelzahntiger locker mit den Verfolgern fertig werden. Stattdessen dienen die Dinos einem künstlichen Spannungsaufbau, dessen Auflösung allerdings vorhersehbar ist.

Großkaliberklischees

Überhaupt präsentiert der Film leider wenig mehr als Klischees: Manny versteht seine Frau nicht, Diego hält sich für einen schlechten Vater, Sid findet aufgrund seiner Tollpatschigkeit niemanden, der ihn lieb hat. Und natürlich vergisst Manny auch noch den Hochzeitstag mit Ellie. Und dann mag er den Freund seiner Tochter nicht. Und, klar, am liebsten hätten Ellie und Manny ihren Nachwuchs immer in der Nähe.

Der Höhepunkt ist dann, dass das Wiesel Buck die rettende Idee zu Abwendung der Apokalypse aus einer versunkenen Ruine inklusive bebildertem Monolithen hat. Wer hat nochmal diese Ruine gebaut? Dinosaurier? Trilobithen? Menschen, die seit dem ersten Teil nie wieder auftauchten? Genau, das alles wirkt unheimlich konstruiert und zurechtgebogen. Wenn man Ice Age - Kollision voraus! auch nur mit einem Funken Anspruch schaut, wird man wenig Spaß haben.

Selbst Pixars Arlo und Spot hatte trotz seiner zahlreichen Klischees immer noch emotionale Wirkung und Witz, Ice Age 5 dagegen ist reines Gebrauchskino, um den Kindern mal Popcorn zu spendieren. Fans der Reihe werden sich auf ein Wiedersehen mit Manny, Diego sowie Sid freuen und über Scrat lachen, bevor sie den Film schnell vergessen.

Fazit

Ice Age 5 ist mittelmäßige Familienunterhaltung mit dünner und vorhersehbarer Story, die keine Überraschungen bietet. Dafür gibt es atemlosen Slapstick ohne Pause. Kinder werden es witzig finden, Erwachsene schmunzeln über Scrat, aber insgesamt gibt es Familien- und vor allem Kinderfilme, die auf allen Ebenen besser funktionieren als Ice Age 5.

Kinostart ist am 30. Juni.

ICE AGE 5: Kollision Voraus Exklusiv Trailer 3 German Deutsch (2016)

Subscribe to RSS - Ice Age (Film)