„Kampf gegen die Unsichtbaren“ ist der zweite Teil der von Randall Garrett und Laurence M. Janifer geschriebenen „PSI Power“ Trilogie. Der erste Band ist unter dem Titel „Die Lady mit dem sechsten Sinn“ im Apex Verlag neu aufgelegt worden. Wie der erste Roman erschien „Kampf gegen die Unsichtbaren“ das erste Mal als UTOPIA Grossband 162 unter dem deutlich passenderen Titel „Die Geisterbande“. Auch den mittleren Band legt der Apex Verlag als Neuauflage bzw. E Book Debüt auf.
Der dritte Teil „Supermind“ ist nicht übersetzt worden und auch im englischsprachigen Raum antiquarisch schwer zu erhalten.
„Kampf gegen die Unsichtbaren“ ist ursprünglich unter dem Titel „The Impossibles“ in den USA erschienen, eine Neuauflage erfolgte als „Out like A Light“.
Der Titel der Ullsteinausgabe ist unglücklich. Lange Zeit wäre der Leser in der Theorie dem ein wenig unglücklich agierenden FBI Agenten Kenneth J. Malone mindestens einen Schritt voraus. Aber abschließend trotz einiger Irrungen und Wirrungen kämpft er nicht gegen Unsichtbare, sondern gegen eine Gruppe von Jugendlichen mit anderen Fähigkeiten.
Ausgangspunkt der Handlung sind eine Reihe von Diebstählen ausschließlich roter Cadillacs im Großraum New York. Niemand sieht die Diebe, niemand scheint in den Wagen zu sitzen.
Der Handlungsverlauf unterscheidet sich wenig vom ersten Band. Eine lange Exposition im Gegensatz zur Reise in die Nervenheilanstalt in „Die Lady mit dem sechsten Sinn“. Aus heutiger Sicht ist vielleicht amüsant, wie sich die in New York der sechziger Jahre lebenden Science Fiction Autoren Garrett und Jannifer die siebziger Jahre ihrer Stadt vorgestellt haben. Robert Silverberg hat im Nachwort seiner Kooperation mit Randall Garrett „Planet der Dämmerung“ über die Kooperation geschrieben.
Die eigentlichen Ermittlungen erfolgen klassisch. Malone ist für das Grobe zuständig. So findet er nach einem Überfall ein wichtiges Tagebuch mit seinem Namen drin. Dazu Zeichnungen von Cadillacs und Hinweise auf einen weiteren Polizisten. Sein Gehilfe übernimmt die Fußarbeit, während er sich nicht nur um die schönen Mädchen allerdings mit Verwandtschaft kümmert, sondern aufgrund der ungelösten Fälle außerhalb des Safeknackens relativ schnell eine Gruppe von Jugendlichen im Auge hat.
Aber es ist schwer, „Unsichtbare“ zu fangen oder unter Kontrolle zu halten. In dieser Hinsicht versucht der Roman einzelne originelle und vor allem auch humorvoll erzählte Ansätze, aber die finale Konfrontation mit dem Massenaufgebot an Polizisten wirkt zu stark konstruiert.
Auch „Die Lady mit dem sechsten Sinn“ litt unter einem fast abrupten Ende.
Mark Phillips greifen schließlich auch wieder auf Königin Elizabeth, die Erste aus dem Auftaktbuch zurück. Die ältere Dame mit dem ein wenig antiquierten Humor schenkt Malone nicht nur die Lösung, sondern weist ihm einen umständlichen Weg, um der Bande Herr zu werden. In einem Punkt machen es sich die Autoren dann aber zu einfach. Malones Stärke und gleichzeitig auch Schwäche war, dass er als „normaler“ FBI Agent immer wieder mit dem Unbekannten konfrontiert worden ist. Anscheinend gab es zwischen diesen beiden Geschichte noch weitere Fälle. Jetzt soll er selbst quasi die Fronten wechseln. Diese Fähigkeit erwächst quasi aus dem Nichts heraus und wie sie beschworen werden, bleibt unausgesprochen. Im ersten Buch litten die wenigen Telepathen schnell unter ihren nur bedingt zu kontrollierenden Fähigkeiten. Sie mussten in Sanatorien eingeliefert werden.
Dieser realistische Aspekt gab dem geradlinigen Krimi eine besondere Note., So war die Lady mit sechsten Sinn in ihrer eigenen Welt gefangen, um ihre telepathischen Fähigkeiten nicht zu kontrollieren, aber zumindest zu fokussieren.
In der Fortsetzung wirken übernatürliche Fähigkeiten wie Geschenke, die allerdings gesetzestreu für die USA und nicht die eigene Tasche eingesetzt werden sollen.
Der Stil ist auch in der solide übersetzten deutschen Ausgabe ohne Frage humorvoll, ohne gänzlich in den Klamauk abzurutschen. Bei einigen Szenen versuchen die Autoren die Slapstickfilme vor allem der dreißiger Jahre graphisch zu imitieren, in dem sie die Polizisten mit dem ein wenig naiven Malone an der Spitze wirklich immer wieder als Trottel darstellen.
Zusammengefasst ist „Kampf gegen die Unsichtbaren“ immer noch kurzweilige Unterhaltung, ein belustigender Exkurs über den Tellerrand der Science Fiction der sechziger Jahre hinaus von einem Autoren verfasst, der heute fast nur noch durch seine Lord Darcy Geschichten bekannt ist. Dabei haben sowohl seine wenigen Soloarbeiten, seine vielen Kurzgeschichten und die markanten Kooperationen eine umfassendere Wiederentdeckung mehr als verdient.

- Herausgeber : Apex verlag (20. November 2020)
- Sprache: : Deutsch
- Taschenbuch : 180 Seiten
- ISBN-10 : 3753121835
- ISBN-13 : 978-3753121833
- Lesealter : 18 Jahre und älter
