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Netflix: Günstigeres Abo mit Werbung angekündigt

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Netflix-Logo

Aktuell finden die Cannes Lions International Festival of Creativity statt - das wichtigste Werbefestival der Welt. Im Rahmen dieser Veranstaltung verkündete Ted Sarandos, CEO bei Netflix, heute offiziell, dass Werbung auf Netflix ihren Einzug halten wird. Und erklärte er auch gleich die Beweggründe, welchen den Streaminganbieter dazu bewogen haben, nun doch Werbung zu schalten.

Wir haben ein großes Kundensegment vom Tisch gelassen, nämlich die Leute, die sagen: 'Hey, Netflix ist mir zu teuer und ich habe nichts gegen Werbung. Wir fügen eine Werbeebene hinzu; wir fügen Netflix, wie Sie es heute kennen, keine Werbung hinzu. Wir fügen eine Werbeebene für Leute hinzu, die sagen: 'Hey, ich will einen niedrigeren Preis und ich werde Werbung sehen.'

Damit reagiert Netflix auf die sinkenden Nutzerzahlen und versucht, den Streamingdienst für die Interessenten schmackhaft zu machen, bei denen der monatliche Abo-Preis noch die Einstiegshürde darstellte. Zu den Spekulationen, ob Netflix vor einer möglichen Übernahme stände, erklärte er, dass:

[eine Übernahme] immer eine Realität ist, also müssen wir das mit Argusaugen betrachten. Wir haben genügend Größe, Rentabilität und freien Cashflow, um dieses Geschäft weiter auszubauen. Wir haben Erfahrungen gemacht, bei denen sich der Markt von [unserem] Kerngeschäft abgekoppelt hat, und man muss beweisen, dass die These immer noch funktioniert und langfristig funktionieren wird. Es gibt heute viel Unsicherheit in der Welt, und wenn etwas das Fundament des Narrativs erschüttert, werden sie nervös.

Wann die neue Abo-Option starten soll und zu welchem Preis sie verfügbar sein wird, ist aktuell noch unbekannt. 

Cyberpunk: Edgerunners - Erster Teaser-Trailer & Clip zum Netflix-Anime

Der dritte Tag des Netflix-Geeked-Week-Events stand vollkommen im Zeichen von Animationen, sodass hier erste Einblicke in kommende animierte Produktionen gewährt wurden. Dabei gab es auch den ersten Teaser-Trailer zum Anime Cyberpunk: Edgerunners, der im selben Universum wie das Videospiel Cyberpunk 2077 angesiedelt ist.

Die Serie erzählt in zehen Episoden die Geschichte eines Straßenkindes, das versucht, in Night City zu überleben - einer technologie- und körperveränderungs-besessenen Stadt der Zukunft. Da er alles zu verlieren hat, bleibt er am Leben, indem er ein Edgerunner wird, ein geächteter Söldner, die auch als Cyberpunk bekannt sind.

Seit 2018 arbeitet man bereits bei CD Projekt Red, den Entwicklern von Cyberpunk 2077, an der Serie und tat sich zuletzt mit dem japanischen Animationsunternehmen Studio Trigger zusammen, um die Welt von Cyberpunk mit ihrem charakteristischen, lebendigen Stil zum Leben erwecken. Als Regisseure fungieren Trigger-Mitbegründer Hiroyuki Imaishi (Kill la Kill), Creative Director Hiromi Wakabayashi (Star Wars: Visions) sowie Charakter Designer Yoh Yoshinari (BNA: Brand New Animal), während Yoshiki Usa (DARLING in the FRANXX) und Masahiko Ôtsuka (Neon Genesis Evangelion) die Drehbücher beisteuerten. Für die Musik zeichnete hingegen Akira Yamaoka verantwortlich, der für allem für seine Arbeit am Soundtrack und Soundeffekte der Silent-Hill-Videospielreihe bekannt ist.

Cyberpunk: Edgerunners wird diesen September auf Netflix seine weltweite Premiere feiern.

Cyberpunk: Edgerunners | Official Teaser | Netflix

Cyberpunk: Edgerunners | Exclusive Clip — Maelstrom Gang | Netflix

Cyberpunk: Edgerunners — Inside Look | Netflix

Netflix verliert Abonnenten: Fast 200.000 weniger Kunden seit Jahresanfang

Ein Marktriese unter der Streaminganbietern schwächelt: Die Aktien vom Netflix sind laut einem Bericht des Wall Street Journal um fast 25 Prozent eingebrochen, nachdem bekannt wurde, dass der Streaming-Riese im ersten Quartal dieses Jahres weltweit 200.000 Abonnenten verloren hat. Damit sank die Nutzerzahl auf 221,64 Millionen.

Wie das Unternehmen bekannt gab, rechnet es mit einem weiteren Verlust von 2 Millionen Dollar im laufenden zweiten Quartal. Dies sei das erste Mal seit zehn Jahren, dass das Unternehmen einen derartigen Abonnentenverlusten erlebt, so die Zeitung.

Netflix selbst ging zunächst laut interner Prognosen von 2,5 Millionen neuen Abonnenten aus. Einige Medien vermuten, dass neben den kürzlichen Preiserhöhungen auch die Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine und den Ausschluss Russlands von den Plattformdiensten zu dem Nutzerverlust geführt haben könnten.

Kürzlich hat Netflix zudem in drei lateinamerikanischen Ländern einen Aufpreis für die gemeinsame Nutzung von Passwörtern getestet. Dies könnte den Auftakt zu einem weltweiten Versuch sein, gegen das Teilen von Nutzerkonten vorzugehen. Netflix schätzt, dass derzeit mehr als 100 Millionen Haushalte weltweit das Konto eines anderen Haushalts nutzen.

Grendel: Netflix bestellt Serien-Adaption des Dark Horse Comics

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Grendel Comic

Nachdem die Zusammenarbeit von Netflix und Marvel vor einigen Jahren endete, entschloss sich der Streaming-Anbieter zu einer Partnerschaft mit Dark Horse Comics (Hellboy), aus der bereits Werke wie der Film Polar und die Serie The Umbrella Academy entstanden. Mit der Serien-Adaption des Comics Grendel folgt die nächste Zusammenarbeit.

Hinter dem Titel verbirgt sich laut Schöpfer Matt Wagner, eine Studie über die Natur der Aggression, die sich ursprünglich an europäischen Noir-Comic-Titeln orientierte. Bei Grendel handelt es sich um den Fechter, Schriftsteller und Attentäter Hunter Rose, der in New York gegen das organisierte Verbrechen kämpft, um den Tod einer verlorenen Liebe zu rächen. Doch schlussendlich übernimmt er selbst die Kontrolle über die Unterwelt. In der rund 40-jährigen Geschichte des Comics gab es die verschiedensten Träger dieser Identität, sowie dystrophe Zukunftsszenarien als auch ein Crossover mit Batman.

Für die Netflix-Adaption wird man sich auf die Geschichte von Hunter Rose konzentrierten, den Abubakr Ali (Katy Keene) spielen wird. In weiteren Rollen sind Jaime Ray Newman (The Magicians) als Jocasta Rose, Madeline Zima (Californication) als Liz Sparks, Kevin Corrigan (Godfather of Harlem) als Barry Palumbo, Emma Ho (Code 8) als Stacy Palumbo, Erik Palladino (NCIS: Los Angeles) als Teddy Ciccone, Brittany Allen (The Boys) als Annabelle Wright, Andy Mientus (The Flash) als Larry Stohler sowie Julian Black Antelope (Tribal) als Grendels-Erzfeind Argent, der Wolf zu sehen. 

Als Autor, Showrunner und Produzent fungiert Supernatural-Urgestein Andrew Dabb, der auch bei Netflix kommender Resident-Evil-Serie mit an Bord ist. Wann die insgesamt acht Episoden von Grendel ihre Premiere feiern werden, ist derzeit noch nicht bekannt.

Kritik zu Resident Evil: Infinite Darkness - Tom Clancy lässt grüßen

SPOILER

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Resident Evil: Infinite Darkness Vorschaubild

Ein Bürgerkrieg erschüttert den fiktionalen Nahost-Staat Penamstan. Diese Gelegenheit nutzt die US-Regierung, um im Chaos eine Vormachtstellung gegenüber dem angrenzenden China aufzubauen - wenn da nicht der korrupte Verteidigungsminister wäre, der einen Krieg anzetteln möchte, um daraus Profit zu schlagen. Die Inhaltsangabe der neuen CGI-Miniserie Resident Evil: Infinite Darkness hört sich weniger nach den bekannten Horror-Videospielen an, als nach einem Politthriller aus der Feder von Tom Clancy. Doch reichen reduzierte Action sowie der zurückhaltende Einsatz von Zombies, um der Marke nach den eher umstrittenen Filmen von Paul W. S. Anderson neues Leben im bewegten Bild einzuhauchen?

Probiert haben dieses Vorhaben auch schon die Animationsfilme Resident Evil: Damnation sowie Degeneration, in deren Reihe von abgeschlossenen Kurzgeschichten sich Infinite Darkness nun einreiht. Der vierteiligen Serie auf Netflix ist auch deutlich anzusehen, dass sie in ihrer Produktionsgeschichte ein Film gewesen sein muss, der mit einigen wiederholten Rückblenden gestreckt und dann grob aufgeteilt wurde. Und um Verwirrung vorzubeugen: Mit der geplanten Live-Action-Serie um eine alternative Wesker-Familie hat Infinite Darkness wohl wenig zu tun, die Handlung ist Kanon in der Videospielreihe.

Das Weiße Haus unter Präsident Graham im Jahr 2006

Nachdem Leon Kennedy und Claire Redfield in Resident Evil 2 aus Raccoon City entkommen sind, hatten sie keinen gemeinsamen Auftritt mehr in einem Videospiel. Die Beziehung der Charaktere wird nun in der Serie weiter beleuchtet, doch erst einige Zeit, nachdem Leon im vierten Teil die Präsidententochter Ashley Graham gerettet hat. Der Held mit seiner ikonischen Frisur arbeitet - jedenfalls offiziell - beim Secret Service und soll gemeinsam mit den Agenten Jason und Shen May einen internen Vorfall im Weißen Haus untersuchen. Kurz vor dem Treffen mit Präsident Graham dringen jedoch Zombies fast bis in das Oval Office vor. Die einzige Spur führt in das durch Kriege gezeichnete Penamstan.

Resident Evil: Infinite Darkness mit Leon

Dort findet Claire bei der Arbeit für eine NGO, die sich humanitären Hilfeleistungen verschrieben hat, Hinweise auf einen Zombieviren-Ausbruch, verschleiert durch den Bürgerkrieg. Anschließend folgt für beide unabhängig voneinander eine Reise mit Abstechern über ein nukleares U-Boot nach China und natürlich zu einem geheimen Virenlabor. Der Fokus liegt klar auf Leon und den zwei neuen Agenten, die aber wenig charakterisiert werden. Claire ermittelt nebenbei in einem Bruchteil der Laufzeit und wird auch nie wirklich Teil der seltenen Actionsequenzen - sie darf lediglich kurz die Jungfrau in Nöten spielen. Eine Enttäuschung für alle Fans, die sich ein befriedigendes Wiedersehen der Helden gewünscht haben, die im zweiten Teil noch zu gleichen Teilen auf Zombies schießen durften.

Stilvoll animierte Action macht sich meist rar

Infinite Darkness bedarf insgesamt sogar kaum Vorwissen, bietet Neueinsteigern aber auch ebenso wenig zufriedenstellendes Popcornkino. Lediglich die Auseinandersetzung mit einem infizierten Rattenschwarm in einem U-Boot bleibt in Erinnerung, die restlichen Gefechte sind austauschbar, der Horror-Aspekt der Videospiele verschwindet gänzlich. Stattdessen ist die kurze Serie vor allem mit pathetischen Dialogen und Rückblenden aus verschiedenen Perspektiven bestückt. Das übergreifende Mysterium ist dabei von der ersten Folge an offensichtlich, genau wie die Antagonisten. Natürlich ist es ein korrupter Patriot, der die Viren und Biowaffen nutzen möchte, um die Vereinigten Staaten zu stärken und gleichzeitig sein Konto bis zum Anschlag zu füllen.

Viele Dialoge sollen nebenbei auch die Schrecken des Krieges beleuchten und Infinite Darkness emotional tragen. Eine Idee, die schnell in sich zusammenfällt, da alle Charaktere comichaft überzeichnete Motivationen haben. Ein Soldat, der seine Kameraden verloren hat, fühlt sich von seinem Land verraten, ist sich aber gleichzeitig nicht zu fein, andere Kollegen und Zivilisten umzubringen. Sein Ziel? Die Gesellschaft soll die gleiche Angst spüren wie er damals, in Panamstan. Seine Kollegin verrät ihr Land, da ihr Bruder infiziert wurde und nur noch als stöhnende Hülle medizinisch am Leben erhalten wird. Um Rache zu üben, möchte sie einen Mikrochip mit Beweisen der Presse übergeben - warum dieser aber über viele Jahre unberührt im Elternhaus lag, bis Leon auch dort eintreffen konnte, wird nicht klar.

Resident Evil: Infinite Darkness mit Claire

Doch einen Lichtblick gibt es in den vier Episoden doch. Die CGI-Modelle, Animationen und Effekte sehen meist sehr gut aus, seltener sogar vergleichbar mit Realfilm-Aufnahmen. Lippenbewegungen passen meist zu den gesprochenen Worten, ein Fortschritt gegenüber vergangenen Ablegern und vergleichbaren Filmen. Nur manche Nebenfiguren wirken etwas hölzern, das Uncanny Valley ist aber glücklicherweise selten ein Reiseziel für die Gedanken der Zuschauer. Etwas enttäuschend ist aber das Aussehen von Zombies, Biowaffen und Mutanten. Wo in der Videospielreihe schon früh wuchernde Körper mit Dutzenden Augen zu sehen waren, gibt es im Serienformat keine Überraschungen.

Fazit

Unterm Strich bleibt Resident Evil: Infinite Darkness trotz netter Optik eine Enttäuschung. Die Handlung wurde so sogar schon besser in einem Call of Duty präsentiert, Actionsequenzen bleiben bis auf eine Ausnahme generisch und auch Leon und Claire haben sich gegenseitig nichts Neues zu erzählen. Für Popcornkino, bei dem der Kopf abgeschaltet werden kann gibt es zudem bessere Alternativen - das gilt für Neueinsteiger sowie Serienfans. Warum überhaupt versucht wurde innerhalb des Kanons, wo regelmäßig Charaktere mit Raketenwerfern aus Hubschraubern springen, einen dialoglastigen Politthriller zu erzählen, bleibt unklar.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Netflix/Capcom

Resident Evil: Infinite Darkness | Official Trailer | Netflix

Sony und Netflix gehen mehrjährige Partnerschaft ein

Während Filmstudios wie Disney, Warner Bros. oder Paramount mittlerweile ihre eigenen Streaming-Dienste aufbauen, scheint man bei Sony in der nächsten Zeit keine Pläne in dieser Hinsicht zu verfolgen. Stattdessen vertieft das Studio seine Zusammenarbeit mit dem Streaming-Dienst Netflix.

Beide Unternehmen haben einen neuen Vertrag geschlossen, der es Netflix in den kommenden Jahre erlaubt, als erstes auf die Streaming-Rechte der Sony Filmproduktionen zu bieten. Ein ähnlicher Deal existiert bereits für die Animationsfilme von Sony Pictures Animation, nun wurde das Konzept auf alle kommenden Filmveröffentlichungen von Sony erweitert. Im Zuge des bereits bestehenden Vertrags sicherte sich Netflix zuletzt beispielsweise den Animationsfilm Connected – Familie verbindet.

Der neue Deal gilt für Sony Produktionen ab dem kommenden Jahr und soll für mehrere Jahre laufen. Entsprechend ist es eher unwahrscheinlich, dass Sony in naher Zukunft seinen eigenen Streaming-Dienst an den Start bringt. Durch den neuen Vertrag kann sich Netflix die Streaming-Rechte für Filme wie beispielsweise Morbius, Uncharted oder die Fortsetzung von Spider-Man: A New Universe sichern. Aber auch potenzielle Fortsetzungen zu Ghostbusters, Jumanji oder Bad Boys sowie alle Marvel-Produktionen von Sony dürften wohl in Zukunft nach der Kinoauswertung bei Netflix landen.

DotA: Valve und Netflix veröffentlichen Anime-Serie

Vorgestern gaben Valve, Videospieleentwickler und Betreiber der Plattform Steam, und Netflix mit einem Blogeintrag bekannt, dass am 25. März eine Anime-Serie zum bekannten Multiplayer-Spiel Dota erscheinen wird. Die Serie soll den Titel Dota: Dragon’s Blood tragen. Die Ankündigung wurde von einem Trailer begleitet.

Inhaltlich dreht sich die Serie um den Drachenritter Davion, der zusammen mit einer Prinzessin Miranda die Welt vor einer Krise bewahren soll. Davion und Miranda sind dabei zwei aus dem Spiel bekannte Helden. Inwiefern noch weitere Figuren aus dem Dota-Universum auftauchen werden, ist bisher noch nicht bekannt.

Kenner der Hintergrundgeschichte von Dota wissen bereits um Davions Fähigkeit, sich in einen Drachen zu verwandeln. Es ist noch unklar, ob die Serie vor oder nach Davions Kampf mit dem Drachen Slyrak spielen wird.

Die Animationen der Serie stammen von Studio MIR, die zuvor unter anderem für die Zeichnungen in Die Legende von Korra sowie Kipo und die Welt der Wundermonster verantwortlich waren. Als Showrunner fungiert Ashley Edward Miller.

Für Netflix ist dies eine weitere Wandlung eines Videospiels in eine Animationsserie: So fanden schon Castlevania und Dragon’s Dogma ihren Weg auf den Streaming-Dienst. Und auch wenn sich die The-Witcher-Serie explizit nicht auf die Spielereihe bezieht: Ohne deren Popularität gäbe es die Serie in dieser Form wahrscheinlich nicht. Netflix plant zudem noch weitere bekannte Videospielemarken in ihr Angebot aufzunehmen: In Planungen befinden sich derzeit Adaptionen unter anderem zu Assassin’s Creed, Resident Evil und Cyberpunk.

Südkoreanische Science-Fiction auf Netflix: Space Sweepers

Das ganze nennt sich Kessler-Syndrom: Wenn sich zu viele Kleinteile im Orbit befinden, erschwert das die Raumfahrt, da Kram wie Schrauben, Werkzeug, aber auch Brennstufen oder Satelliten zu gefährlichen Geschossen werden können, wenn eine Rakete aufsteigt. Das Problem formulierte erstmals NASA-Mitarbeiter Donald J. Kessler 1978.

Die Idee des Kessler-Syndroms bildet den Hintergrund für den südkoreanischen Film Space Sweepers: Die Ansammlung von Kleinkram im Weltraum entpuppt sich als Goldgrube für die Crew eines Raumschiffes im Jahr 2092, die durch Bergung und Wiederaufbereitung des Weltraummülls ihr Geld verdienen. Als sie jedoch eines Tages aus Versehen eine Art lebende Bombe bergen, muss die zusammengewürfelte Mannschaft plötzlich sowohl um ihr Leben kämpfen, als auch großes Unheil von der Erde abzuwenden.

Der Film sollte eigentlich letztes Jahr in Südkorea Premiere feiern, wurde wegen der Pandemie aber verschoben. Im November sicherte sich dann der Streaming-Dienst Netflix die Rechte am internationalen Vertrieb und veröffentlichte heute einen ersten Trailer.

Im Film spielt unter anderem Jin Seon-Kyu mit, der in der Netflix-Zombie-Serie Kingdom eine Nebenrolle spielte. Unterstützt wird er unter anderem von Kim Tae-ri, Song Joong-ki und Yoo Hae-jin. Zudem soll Richard Armitage (Der Hobbit) ebenfalls eine noch unbekannte Rolle übernehmen.

Space Sweepers soll ab dem 5. Februar auf Netflix zu sehen sein.

The Umbrella Academy: Elliot Page setzt seine Rolle in Staffel 3 fort

In einem offenen Brief per Twitter und Instagram outete sich der Schauspieler Elliot Page gestern als Transgender. Er werde von nun an den Vornamen Elliot tragen und im Englischen die Pronomen „he/they“ nutzen (die Pluralform ist im Deutschen schwer wiederzugeben, daher greift die Redaktion auf das männliche Pronomen zurück).

Der Schauspieler erlangte Bekanntheit mit den Filmen Juno sowie Inception und war zuletzt in der Netflix-Serie The Umbrella Academy zu sehen. Netflix zeigte über die sozialen Medien Unterstützung und änderte umgehend die Bezeichnung von Pages Rollen in den betreffenden Medien. Gleichzeitig bestätigte Netflix mit ihrem Tweet, dass Page auch in der dritten Staffel von The Umbrella Academy in der Rolle von Vanya Hargreeves zu sehen sei.

Zuletzt wurde Anfang November bestätigt, dass die Serie um eine dritte Staffel verlängert wird, in der alle Hargreeves-Geschwister sowie weitere bekannte Gesichter mitspielen sollen. Pages Bekanntmachung wird also wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Serie nehmen.

In dem offenen Brief wies Page darauf hin, dass die Bekanntgabe zwar Grund für persönliche Freude sei, aber diese Freude sei auch Pages Privileg. Denn im Brief spricht Page die fortdauernde Diskriminierung von Transmenschen an, bis hin zur erhöhten Mord- und Suizidrate. Der Schauspieler hatte sich schon in der Vergangenheit für die Rechte von LGBTQI+-Menschen stark gemacht.

Inwiefern Pages Coming out auch einen Einfluss auf die Serie haben wird, ist nicht bekannt. Die Dreharbeiten für die dritte Staffel von The Umbrella Academy sollen im Februar 2021 starten.

Kritik zu Dragon's Dogma: Von Anime-Optik und alter Spielegrafik

Es ist eine Diskussion, die sich viele Netflix-Animeserien gefallen lassen müssen: Können computergenerierte Modelle handgezeichnete Welten ergänzen - oder sogar ersetzen? Am Ende läuft das alles auf eine schwierige Geschmacksfrage hinaus, doch im Falle der siebenteiligen Serie Dragon’s Dogma liegt der Vergleich zum namensgebenden Videospiel von 2012 auf der Hand. Der Titel - ein japanisches Fantasy-Rollenspiel im Stil des europäischen Mittelalters - hat über die vergangenen acht Jahre eine kleine Fangemeinde in der Spielerschaft aufgebaut, aber trotz allerhand Gerüchten und Andeutungen ehemaliger Mitarbeiter noch kein Sequel bekommt. Die Ankündigung der Serie hat somit einige hungrige Münder zum aufhorchen gebracht, aber viele Fans haben nie damit gerechnet, enttäuscht werden zu können. Müssen sie jetzt diese Erfahrung machen?

Dazu muss auch die grundsätzliche Frage gestellt werden, ob eine animierte Serie überhaupt zu einem Videospiel passt - oder ob diese Umsetzung weg von der Interaktivität überhaupt nötig war. Denn Dragon’s Dogma bietet keine epische Fantasy-Geschichte, die sich einfach nacherzählen lässt. Die Erzählung war immer eher eine Nebensache, Standardkost mit einer bekömmlichen Wendung - sollte der Spieler das Ende sehen. Davor rückt aber klar das Gameplay in den Vordergrund, bekannt auch dafür, dass Spieler größere Monster wie Greifen, Zyklopen oder eben Drachen während des Kampfs zu beklettern können, um an Schwachpunkte zu kommen. Die Schöpfer der nur dünnen Umsetzung mit sieben Folgen versuchen das auch aufzugreifen, jedoch mit einer fragwürdigen Vorgehensweise.

Das Monster der Woche. Heute: Der Mensch

Wie im Spiel wird Protagonist Ethan harmonisch vorgestellt. Er lebt mit seiner Frau Olivia in einem wenig bemerkenswerten Dorf, was nach grotesken Visionen von einem riesigen Drachen heimgesucht wird. Damit ist die Rolle von Olivia auch beendet, die vor Ethans Augen verbrannt wird. Mit der neu eingeführten Figur wollen die Serienschöpfer wohl die Motivation des Protagonisten intensivieren, was jedoch eigentlich nicht nötig ist. Denn wie im Spiel reißt das Ungeheuer auch sein Herz aus der Brust, verspeist es und lässt ihn mit einem rachsüchtigen Ziel wiederauferstehen. An seiner Seite steht die kühle Hannah, die ihn nur als “Erweckten” bezeichnet. Die Ritterin selbst gehöre aber zu einer Gruppe namens “Vasallen”, die ihm bedingungslos dienen. Und genau an dieser Stelle weicht die Serie vom Videospiel ab - die Integration der eher als Spielmechanik taugenden, austauschbaren Vasallen bleibt weitgehend ohne Kontext. Vermutlich musste einfach eine weitere Frau her, nachdem Olivia für ihren Mann geopfert wurde.

Dragon's Dogma Pawn

Anschließend bleibt die Handlung um den Drachen quasi bis zur finalen Folge aus, stattdessen wird das bekannte “Monster der Woche”-Format adaptiert. Auch trägt jede Folge den Namen einer Todsünde, was zum Inhalt kaum und zur Vorlage so gar nicht passt. Ein übergreifendes Thema ist Menschlichkeit, denn das echte Monster hat am Ende dann doch keine Klauen und Flügel sondern zehn Finger und sanfte Haut. Auch dieses Prinzip wurde eher mäßig umgesetzt, so ist zwischen Kampfsequenzen und unumgänglichen Toden von Nebencharakteren kaum Platz für ein übergeordnetes Motiv. Dafür gibt es neben der Folge “Lust” mit obligatorischem Sukkubus viel nackte Haut, Vergewaltigungen und brutales Blutvergießen. Mit diesen Neueinführungen gegenüber des Spiels versuchen die Drehbücher wohl finsterer und erwachsener zu werden, wirkt an vielen Stellen aber eher plump, abstoßend und sogar albern.

Ist das eine Hauttextur oder kann das weg?

Statt dreidimensionale Oberweiten zu animieren und für viele weibliche Charaktere zweite, nackte Modelle zu texturieren, hätten viele Beteiligten vielleicht ihre Werke von einer gesunden Entfernung betrachten sollen. Im besten Fall einem Schritt acht Jahre zurück zur veralteten Grafik des Videospiels. Diese sieht nämlich im direkten Vergleich meistens besser aus. Oft ist das so wesentlich, dass beispielsweise gerade der so wichtige Drache fast wie eine Parodie seiner selbst wirkt. Manche Texturen wirken “matschig”, passen also kaum zu anderen Objekten, mit denen sie sich gerade in einer Szene befinden, andere Hintergründe passen aber adäquat ins Bild. Offensichtlich kommen die Inhalte nicht aus einem Guss, was nicht immens stört, aber für visuelle Verwirrung sorgen kann, wenn der Betrachter - etwa in einem Kampf -  versucht, den Überblick zu behalten.

Bekömmlicher ist hingegen die Regie, auch Kamerafahrten machen oftmals das Beste aus den vorhandenen Mitteln. Wenn Ethen gegen Zyklop, Hydra oder Greif antritt, glänzt die Serie mit Abstand am meisten. Wie auf der Playstation klettert der muskulöse Held an Beinen, Schuppen und Gefieder entlang, um den Bestien aus dem Nahkampf tödliche Schläge zukommen zu lassen. Die Animationen sind stimmig und wirken organischer als in anderen CGI-Serien. Im negativen Sinne erinnern die Bewegungen aber an Videospiele, wenn es um die Interaktion, oder mehr Kollision zwischen zwei Charakteren oder Objekten geht. Wenn Finger ein Schwert nicht umgreifen, sondern auch ein wenig in den Griff sinken oder lange Haare teilweise in der Kleidung verschwinden, nennt man “Clipping”. Das passiert in der Serie vor allem bei Berührungen zwischen Charakteren oder Monstern, was zwar nicht erheblich stört, aber das Gesamtbild auch nicht verbessert.

Dragon's Dogma Cyclops

Fazit

Es sind nur sieben 25-minütige Folgen, doch zwischen erschreckend brutalen Szenen, Nacktheit und gewöhnungsbedürftiger Optik stellt man sich als Zuschauer von Dragon’s Dogma eine Frage: Für wen genau ist dieser Anime eigentlich? Fans werden daran keinen Spaß haben, Neueinsteiger fragen sich, was genau diese obskure Adaption bedeuten soll und auch die Schöpfer scheinen ohne eine wirkliche Vision volle Fahrt ins Lizenz-Chaos gesteuert zu sein. Dass Umsetzungen ohne großartig komplexe Grundlagen alle Seiten glücklich machen, können zeigt Castlevania eindrucksvoll mit inzwischen drei Staffeln, doch Dragon’s Dogma dürfte Netflix’ Euphorie etwas dämpfen und die Verantwortlichen zukünftig hoffentlich vorsichtiger lizenzieren lassen.

zusätzlicher Bildnachweis: 
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Dragon's Dogma | Official Trailer | Netflix

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