Auftritt: Skinny - Kritik zur Special-Folge Die drei ??? und das kalte Auge

Bekanntlich hatte Albert Hitfield in seinem Chaos noch drei alte, bislang nicht veröffentlichte Fälle gefunden. Nach "Das Grab der Inka-Mumie" und "Die drei ??? und der Tornadojäger" bekommen es Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews in "Die Drei ??? und das kalte Auge" nun mit einer Diebesserie in Rocky Beach zu tun. Der Täter hinterlässt an sämtlichen Tatorten lediglich einen Hinweis, der auf eine alte Legende schließen lässt.

Die drei im Kosmos-Verlag veröffentlichten Midi-Bände aus dem Jahr 2013 dienten als Vorlage für die ersten immersiven Hörspiele, die in verschiedenen Planetarien Deutschlands in der 3D-Sourround-Sound-Version zu hören waren - vorausgesetzt, der entsprechende Spielort verfügt über die erforderliche Technik. Mit der dritten Veröffentlichung des Specials ist nun auch die letzte Folge für diejenigen verfügbar, die nicht in den besonderen Hörgenuss in einem Planetarium kamen.

Schon wieder eine Katze. Immerhin ist sie gestohlen. Und nicht nur entlaufen.

Der Auftakt zu dieser Folge wirft Fans der Serie in alte Tage zurück: Die Zentrale muss aufgeräumt werden und das dringend. Wäre da nicht Bob, der bei der Bearbeitung der Ablage eine Zeitungsnachricht über Einbrüche in Rocky Beach entdeckt, die sein Interesse weckt. Da aber unter anderem auch eine Katze dabei war, stößt Bobs Interesse bei seinen Freunden auf Unverständnis. Schließlich ist das Detektivbüro über derartige Fälle schon längst erhaben, wenn es nach Justus geht.

Bereits dieser Einstieg mit der kleinen Kabbelei unter den Hauptfiguren beweist, dass man weiß, was die Fans hören möchten: Anspielungen auf immer wiederkehrende Dinge, die man über die Jahre liebgewonnen hat. So dauert es auch nicht allzu lange, bis in "Die drei ??? und das kalte Auge" dann der Satz "Hier! Unsere Karte!" fällt. Denn natürlich haben die Einbrüche keinen trivialen Hintergrund, sodass es für die drei Detektive wieder ein Rätsel zu lösen gibt. Als Sahnehäubchen gibt es für Peter dann auch eine Figur, die übernatürlicher Herkunft ist. Oder sein könnte. Dass es aber hierfür auch wieder eine vollkommen rationale Erklärung gibt, ist bei den Abenteuern aus Rocky Beach sicher und an dieser Stelle für Kenner der Serie sicherlich keine Überraschung.

Und das ist auch der Grund, warum sich auch dieser Fall nicht als überragend spannend entpuppt. In all der Zeit sind fast schon sämtliche Konstrukte für neue Fälle und auch spezialgelagerte Sonderfälle bemüht worden, sodass die bahnbrechenden Innovationen eher ausbleiben. Dennoch schafft es das Hörspiel, seinen Hörer abzuholen und für gut 90 Minuten in eine andere Welt zu entführen.

Abschied von Andreas von der Meden

Hierbei dürften die letzten Auftritte von Andreas von der Meden als Skinny Norris und Andreas Beurmann als Titus Jonas einen nicht unwesentlichen Grund darstellen. Gerade die Szenen mit Skinny Norris beweisen, welch Lücke Andreas von der Meden in die Welt der Sprecher gerissen hat. Die langjährige Stimme von Skinny (und unter anderem auch Morton) ist mit einer unvergleichlichen Spielfreude in der Episode dabei und hat sichtlich Spaß daran, als Erzfeind der drei Detektive in jede Kerbe zu hauen, die sich ihm bietet.

Ein weiteres Highlight in dieser Episode ist die Doppelrolle von Santiago Ziesmer als spirituelle Zwillinge. Gekonnt spielt die Stammstimme von Steve Buscemi und selbstverständlich auch Spongebob mit den minimal unterschiedlichen Charakterzügen des Zwillingspaares und erschafft hier eine wunderbare Illusion über zwei Menschen, die eigentlich identisch, aber doch unterschiedlich sind. Zudem passt Ziesmers Stimme perfekt auf das Umfeld, in dem sich die Folge bewegt.

Die Drahtesel dürfen wieder ran.

Nicht zu überhören ist auch wieder den Spaß, den die langjährigen Sprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich bei den Aufnahmen haben. Besonders deutlich ist dies bei den Sticheleien von Peter und Bob gegen Justus, wenn es um das Gewicht des ersten Detektivs geht. Zudem lässt Rohrbeck es sich nicht nehmen, einen bergauf radelnden Justus extra laut keuchen zu lassen. Und Fans der Live-Hörspiele dürften über ein Geräusch schmunzeln, das eindeutig von Fröhlich stammt.

All dies entschädigt für die letztendlich flache und überhastete Auflösung des Falls um das kalte Auge. Dem Spannungsbogen wäre es sicherlich zuträglicher gewesen, wenn der Mittelteil der Folge kürzer ausgefallen wäre, sodass das Ende nicht so abrupt wirken müsste.

Fazit

"Die drei ??? und das kalte Auge" ist sicherlich nicht die spannendste Folge. Jedoch bietet gerade diese Episode einige Nostalgie- sowie leider auch Abschiedsmomente, die sie zu einem Hörgenuss machen. Und vor allem die Vorfreude auf das nächste Abenteuer aus Rocky Beach schüren. Am 29. September erscheint dann mit "Die drei ??? und der unsichtbare Passagier" Folge 189.

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