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Der britische Schauspieler, Filmproduzent, Filmregisseur, Professor und Hörbuchsprecher Sir Patrick Stewart ist am 28. Oktober verstorben. Seine Publizistin Kelly Bush Novak verkündete die Nachricht unter anderem auf seinen Social-Media-Kanälen. Er verstarb in seinem Zuhause in Los Angeles, liebevoll umsorgt von seiner Ehefrau Sunny, nach einer kurzen Alzheimer- und Lewy-Körper-Demenz-Erkrankung.
Patrick Stewart kam am 13. Juli 1940 in Mirfield, West Yorkshire, als Sohn einer Weberin und eines Soldaten zur Welt. Als Kind litt er unter der Gewalttätigkeit seines Vaters, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an einer Kriegsneurose litt.
Bereits im Alter von zwölf Jahren begann er, am Theater zu spielen, und verließ mit 16 die Schule, um fortan als Journalist zu arbeiten. Ein Stipendium ermöglichte ihm schließlich, die renommierte Old Vic Theatre School zu besuchen. Rund drei Jahre später begann er seine Karriere im professionellen Theater und erzielte dort immer größere Erfolge.
Von 1962 bis 1982 spielte er zahlreiche Shakespeare-Rollen als Mitglied des Kernteams der Royal Shakespeare Company. Als Film- und Fernsehdarsteller übernahm er allerdings lange Zeit nur kleinere Rollen, deren Drehzeiten sich mit seiner Arbeit am Theater vereinbaren ließen. Hierzu zählten unter anderem Excalibur, David Lynchs Der Wüstenplanet und Tobe Hoopers Lifeforce – Die tödliche Bedrohung.
Während einer Dramatik-Vorlesung an der UCLA wurde Stewart vom Star-Trek-Produzenten Robert Justman entdeckt. Noch im selben Jahr erhielt er die Hauptrolle als Jean-Luc Picard in der neuen Star-Trek-Serie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Mit dieser Rolle wurde er weltbekannt.
Sein Captain Picard war das absolute Gegenstück zum klassischen, oft hemdsärmeligen Actionhelden. Picard führte nicht mit der Faust, sondern mit dem Intellekt. Er war ein Diplomat, ein leidenschaftlicher Teetrinker - Earl Grey, heiß -, ein Shakespeare- und Archäologie-Liebhaber und vor allem das moralische Gewissen der Sternenflotte.
Stewart verlieh dem Captain der Enterprise eine majestätische Würde und eine tiefe Humanität. Mit seinem unvergesslichen Kommando Make it so und seiner unerschütterlichen Ruhe wurde er für Millionen Zuschauer weltweit zum Inbegriff einer besseren, vernunftgeleiteten Zukunft.
Die Rolle sollte ihn über Jahrzehnte hinweg begleiten: Er verkörperte Picard auch in den nachfolgenden Star-Trek-Filmen Star Trek: Treffen der Generationen (1994), Star Trek: Der erste Kontakt (1996), Star Trek: Der Aufstand (1998) und Star Trek: Nemesis (2002). In Star Trek: Picard spielte er die Figur nach 18 Jahren für drei Staffeln dann schließlich noch einmal. Darin hat Picard endlich seinen Frieden mit seiner traumatischen Vergangenheit als Locutus gemacht. Er zieht sich nicht mehr einsam auf sein Weingut zurück, sondern hat durch Jack und die Versöhnung mit Beverly Crusher eine echte Familie gefunden.
Seine zweite große Rolle, die er über zwei Jahrzehnte hinweg wiederholt spielte, war die des Professor Charles Xavier in den X-Men-Filmen von 20th Century Fox. Dank des Multiversums konnten die Fans Stewart als Professor X aber schließlich auch im MCU (Doctor Strange in the Multiverse of Madness) sehen. In Avengers: Doomsday (Kinostart: 16. Dezember 2026) wird er ein letztes Mal in dieser Rolle auf der Leinwand zu sehen sein.
Neben den beiden weltbekannten Figuren übernahm Steward weitere namhafte Rollen in Filmen wie Green Room, 3 Engel für Charlie und zuletzt in Glennkill: Ein Schafskrimi, wo er dem Schaf Sir Richfield seine sonore, kraftvolle und unverkennbare Stimme lieh.
Abseits von Star Trek stand Stewart nur selten für eine Serie vor der Kamera, sondern lieh stattdessen lieber seine Stimme. So unter anderem auch zwei Mal in Die Simpsons sowie in Family Guy und American Dad. Hier sprach er über Jahre hinweg den stellvertretenden CIA-Direktor Avery Bullock. Die Figur war ihm nicht nur optisch eins zu eins nachempfunden, sondern stellte auch eine gnadenlose, tiefschwarze Parodie auf seine Paraderolle als Captain Picard dar.
Patrick Stewart wurde zu seinen Lebzeiten zwei Mal mit dem wichtigsten britischen Theaterpreis, dem Laurence Olivier Award, ausgezeichnet. Im Jahr 1996 erhielt er zudem einen Grammy Award für seine einzigartige Vertonung von Sergei Prokofjews Klassiker Peter und der Wolf. Hinzu kommen mehrere Saturn Awards sowie Nominierungen für den Primetime Emmy und den Golden Globe. Im Jahr 2010 wurde er von Königin Elizabeth II. per Ritterschlag zum Knight Bachelor ernannt, sodass er fortan offiziell den Titel Sir Patrick Stewart tragen durfte.
Er war ein empathischer Humanist, dessen karitatives Engagement aus seinen eigenen schmerzhaften Kindheitserfahrungen in Yorkshire entsprang. Sir Patrick Stewart nutzte seine immense globale Reichweite zeitlebens nicht für Selbstdarstellung, sondern um den Schwächsten der Gesellschaft eine lautstarke Stimme zu geben. Er setzte sich für den Schutz von Frauen und Kindern, Hilfe für traumatisierte Veteranen, Humanismus und das Recht auf Selbstbestimmung sowie für Tierschutz und Rettungshunde ein.
Stewart war im Laufe seines Lebens mehrmals verheiratet, zuletzt bis zu seinem Tod mit der US-amerikanischen Sängerin und Songwriterin Sunny Ozell. Aus seiner ersten Ehe mit Sheila Falconer gingen zwei Kinder hervor: Sein Sohn Daniel und seine Tochter Sophia. David verkörperte seinen Sohn dabei auch zwei Mal vor der Kamera.
Nach der Bekanntgabe seines Todes kondolierten zahlreiche Weggefährten, Freunde und Kollegen, darunter Ian McKellen, Hugh Jackman, Kyle MacLachlan, William Shatner, Vinnie Jones sowie Marvel-Chef Kevin Feige
"Der Tod ist der Zustand, in dem man nur in der Erinnerung anderer existiert. Weshalb er kein Ende ist. Keine Abschiede, nur gute Erinnerungen. - Star Trek"






