Hörspiel

Midnight Tales: Neue Mystery-Hörspielserie startet im März

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Midnight Tales

Das Hörspiellabel Contendo Media hat über Facebook eine neue Mystery-Serie angekündigt. Dabei plant man keine fortlaufenden Reihe rund um einen Geisterjäger, Midnight Tales ist eine Anthologiereihe, in der unterschiedliche Geschichten aus den Bereichen Horror, Thriller, Dystopie, Fantasy und Science Fiction erzählt werden.

Einige Inhaltsangaben lesen sich wie klassische Horrorgeschichten. Aber neben diesen Folgen gibt es auch Hörspiele über eine grausame Game-Show oder eine dystopische Zukunft, in welcher die überlebenden Menschen unter ständigen Hunger leiden und das schwerste Verbrechen der Diebstahl von Nahrung ist.

Verantwortlich für Midnight Tales ist der Regisseur Christoph Piasecki, der im November letzten Jahres die Hörspiel Serien The Lovecraft 5 inszenierte. Die erste Episode basiert dann auch auf der Kurzgeschichte Kühle Luft von H.P. Lovecraft, die von der Autorin Julie Hoverson in unsere moderne Zeit versetzt wurde.

In den fünf Hörspielen wirken unter anderen Rieke Werner (Synchronstimme von Kiernan Shipka), Sandra Schwittau (Synchronstimme von Hilary Swank), Konrad Bösher (Synchronstimme von Jesse Eisenberg), Martin Keßler (Synchronstimme von Nicolas Cage), Gabrielle Pietermann (Synchronstimme von Emma Watson), Dirk Hardegen (Der letzte Tag der Schöpfung), Michael Pan (Synchronstimme von Brent Spiner), Joachim Tennstedt (Synchronstimme von Michael Keaton) und Santiago Ziesmer (Synchronstimme von Steve Buscemi) mit. Als Erzähler führt Peter Flechtner (Synchronstimme von Matthew Fox) durch die unterschiedlichen Folgen.

Ab dem 6. März sind die Folgen "Eiskalt", "Das Loch in den Dielen", "Futterneid", "Spurlos" und "Die Box" digital in allen gängigen Download-Shops und Portalen verfügbar. Am 3. April geht es mit den drei weiteren Episoden weiter. Neue Hörspiel werden anschließend jeweils am 1. Freitag eines Monats um Mitternacht veröffentlicht.

Neue Hörspielserie - Teaser 1

Jan Tenner: Neuauflage der Hörspielserie wird im Juni fortgesetzt

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Jan Tenner – Ein neuer Anfang

Im September letzten Jahres erschien die ersten sechs Folgen der Fortsetzung der 80er-Jahre-Hörspielserie Jan Tenner. Die Episode "In der Hölle von Ostland" endet mit einem Cliffhanger – auf dessen Auflösung die Hörer bis jetzt warten.

Nun haben das Label R&B Company und Zauberstern Records über Facebook mitgeteilt, dass die siebte Folge in Arbeit ist. Das neue Abenteuer trägt den Titel "Schatten über Westland" und soll am 30. Juni in den Handel kommen.

Im Jahr 1980 erschien die erste Hörspielkassette der Science-Fiction-Serie Jan Tenner. Bis 1989 folgten unter der Regie von Ulli Herzog 45 weitere Folgen. Der junge sportliche Physikstudent musste ein ums andere Mal die Welt vor Riesenspinnen, außerirdischen Invasoren und den Machenschaften des wahnsinnigen Professors Zweistein retten. Jan Tenner zur Seite standen stets Professor Futura, seine Assistentin Laura und General Forbett.

Als Sprecher kehrten Lutz Riedel (Jan Tenner), Marianne Groß (Laura) und Wilfried Herbst (Mimo) zurück. Auch andere bekannte Figuren aus der alten Serie tauchen in den neuen Folgen wieder auf, haben aber andere Sprecher bekommen. Zudem gibt es eine Reihe neuer junger Helden, die das Team rund um Jan Tenner ergänzen.

In ihrer Mitteilung erklären die Macher, dass sie die Zeit zu einer Qualitätssteigerung genutzt haben und manche Kritikpunkte an den ersten sechs Folgen aufgegriffen haben. So sollen unter anderen die Dialoge der neuen Folgen knackiger werden.

Tag X: Kritik zum interaktiven Hörspiel vom Bayerischen Rundfunk

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Hörspiel Headergrafik

Man kennt das Format eigentlich eher von Computerspielen – im Gegensatz zu Büchern, Filmen oder Hörspielen kann man bei vielen Adventure-Games mehr oder weniger die Handlung des Geschehens mitbestimmen. Zuletzt konnte man als Zuschauer der Black-Mirror-Folge "Bandersnatch" selbst Entscheidungen treffen, welche den Verlauf der Geschichte in verschiedene Richtungen lenkte.

Dieses Konzept haben jetzt der Autor Daniel Wild und der Regisseur Martin Heindel für ihr neues Hörspielprojekt angewendet. Tag X lässt dem Hörer die Wahl, wie er ins Geschehen eingreifen will. Dafür haben die beiden Macher ein Bürgerkriegsszenario in einer deutschen Großstadt entwickelt.

Ohne zu spoilern kann man verraten, dass es im dem Hörspiel einen Aufstand abtrünniger Polizei- und Militäreinheiten gegeben hat und zeitgleich ein mysteriöser Virus freigesetzt wurde. Wie die beiden Vorfälle zusammenhängen, erfährt der Hörer Stück für Stück – wenn er denn die richtigen Entscheidungen trifft.

Der Held erwacht blind auf einer verlassenen Straße und kann sich nicht erinnern, wie er dort hingekommen ist. Kurz darauf trifft er auf eine Sanitäterin, die ihn untersucht – dann aber in der verseuchten Sperrzone allein zurücklässt.

Schon in dieser Eingangssequenz muss der Hörer erste Entscheidungen treffen, die sich später auf dem Verlauf der Handlung auswirken. Auf sich gestellt, muss man sich nun entscheiden, dem Geräusch des wegfahrenden Sanitätsfahrzeugs zu folgen, an Ort und Stelle auf Hilfe zu warten oder der Musik zu folgen, die plötzlich erklingt.

Bei jeder aufkommenden Frage wird die Geschichte kurz unterbrochen. Entweder muss man sich nun zwischen zwei bis drei alternativen Möglichkeiten entscheiden oder die Antwort auf eine gestellte Frage eingeben. Technisch gibt es die Möglichkeit an dem interaktiven Hörspiel über Sprachsteuerung durch Alexa und Co, über eine App auf dem Smartphone oder mit seinem Computer teilzunehmen.

Im Laufe der Handlung stößt der Held auf verschiedene Bürgerkriegsparteien, wilde Tiere, Menschen in Not und auf ein kleines Mädchen. Das Szenario ist grausam und nicht alle Menschen, die man trifft, sind dem Helden freundlich gesonnen. Wer mehrere Versionen durchgespielt hat, weiß nach und nach, wem er trauen darf.

Sehr gut bauen die Macher die Informationen über die politische Situation und die Ursprünge der geheimnisvollen Viruserkrankung ein. Mal kann man etwas in den Radionachrichten aufschnappen, Informationen aus den Erzählungen eines Kleinkindes ziehen oder Personen gezielt fragen und auf ehrliche Antworten hoffen.

So bleibt die Spannung des Hörspiels auch beim dritten und vierten Durchgang gewahrt. Nur wer sich mehrere Fassungen anhört, bekommt einen Blick für die großen Zusammenhänge – und weiß rückblickend, warum einige seiner Entscheidungen für den Helden tödlichen endeten.

Denn nicht alle Entscheidungen resultieren in einem guten Ende, und manche Wege führen schnell in den sicheren Tod. Irgendwann kristallisieren sich zwei Hauptpfade der Handlung heraus, die sich aber wieder in vielen Wege aufsplitten. Die meisten Hörer werden wohl früher oder später in dem verlassenen Spätkauf landen, da man für den anderen Hauptzweig eine fragwürdige Entscheidung treffen muss.

Ein großes Problem der interaktiven Version von Tag X ist die Bedienung. Der Hörer kann, wenn er zu einem der 13 möglichen Enden gekommen ist, immer nur zur letzten Entscheidung oder ganz zum Anfang zurückspringen. So muss man, um erneut zu einen der entscheidenden Wendepunkte zu kommen, immer wieder beim Beginn einsetzen und kann nicht zu den relevanten Stellen des Hörspiels springen.

Dies hätte man sicher technisch anders lösen können. Der ein oder andere Hörer könnte das Hörspiel frustriert abbrechen, weil er nicht erneut mehrere Minuten hören und abwarten will, um wieder zu einem entscheiden Punkt der Geschichte zu gelangen.

Als Erzähler führt Christian Jungwirth durch die Geschichte, der vor allen als Sprecher von Fernsehdokumentationen und Werbespots tätig ist. Er macht seine Sache sehr gut, und seine Stimme weist oft Ähnlichkeiten zu Joachim Kerzel (Synchronstimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman) auf. In Tag X sind je nach Entscheidung unter anderen auch Eli Wasserscheid (Ballon), Ferdinand Dörfler (Der Pass), Wowo Habdank (Tannbach) und Ann-Sophie Ruhbaum zu hören.

Regisseur Martin Heindel inszenierte und schrieb unter anderen die Hörspiele Im Raum, Eifelgeist, NeuNuernberg, Der Wald oder Die Fabrik. Der Autor Daniel Wild hatte 2017 mit dem Kinofilm Lux – Krieger des Lichts sein Regiedebüt, zu dem er auch das Drehbuch verfasste.

Ganz neu ist die Idee eines interaktiven Hörspiels nicht. Da wäre zum Beispiel die Folge "Die Dr3i – Hotel Luxury End", in welcher die Hörer entscheiden konnten, welchen Verlauf die Ermittlungen von Justus, Peter und Bob (die in der Folge wegen Rechtsstreitigkeiten nicht als Die drei Fragezeichen auftreten durften) nehmen. Dennoch haben Heindel und Wild ein spannendes Katastrophenszenario erschaffen, welches viele Geheimnisse präsentiert und mit einer schlüssigen Auflösung der Geschehnisse aufwarten kann.

Eine bearbeitete Hörspielversionen, in der man keine Entscheidungen selbst treffen muss, kann man im Hörspielpool des Bayerischen Rundfunks finden. Die interaktive Version von Tag X ist aber zu bevorzugen, da sie deutlich mehr Spaß macht, mehr Hintergrundinformationen liefert und sich die Ansprache in der zweiten Person Singular in der reinen Hörspielversion auf Dauer recht merkwürdig anhört.

Fazit

Tag X kann durch ein sehr gutes und düsteres Grundszenario überzeugen, welches auch ohne die interaktive Version funktioniert. Besonders gelungen ist der Spannungsaufbau, in dem die unterschiedlichen Informationen nur häppchenweise in die verschiedenen Pfade der Geschichte eingestreut werden. Das macht Lust, dem Helden durch möglichst viele Versionen zu den 13 möglichen Enden zu folgen. Die Navigation hätte der Bayerische Rundfunk besser lösen können. Sogar die alte Drei-Fragezeichen-CD "Hotel Luxury End" hat dieses Problem besser gehandhabt – da wäre es für ein interaktives Online-Hörspiel im Jahr 2020 sicher auch möglich gewesen, mehr Punkte zum Wiedereinstieg in die Handlung anzubieten.

Interaktives Hörspiel - Tag X -Trailer

Das Wittgensteinprogramm: Hörspiel nach einem Roman von Philip Kerr

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Hörspiel Headergrafik

1992 schrieb Philip Kerr seinen Roman Das Wittgensteinprogramm. Der Autor hatte seine Geschichte in der damaligen Zukunft angesiedelt – im Jahr 2013 treibt ein Serienkiller in London sein Unwesen. Innerhalb von acht Monaten hat er bereits acht potenzielle Gewalttäter mit Schüssen in den Hinterkopf hingerichtet. Alle seine Opfer hat er in einer Computerdatei des "Lombroso-Programms" gefunden.

Dort werden Menschen gespeichert, die aufgrund einer abweichenden DNS-Struktur als potenzielle Gewaltverbrecher identifiziert wurden. Der Killer selbst steht unter dem Codenamen Wittgenstein selbst auf dieser Liste. Die Polizistin Jakowicz versucht nun, zusammen mit einem Computerspezialisten und einen Philosophieprofessor, den Serienkiller zu fassen.

Der 2018 verstorbene Philip Kerr dürfte Krimilesern vor allen durch seine Bernhard-Gunther-Reihe bekannt sein. Der Autor schrieb aber auch Science-Fiction-Romane wie Game over, Esau und Der zweite Engel.

In der Adaption seines Romans Das Wittgensteinprogramm sind unter anderen Hansi Jochmann (Synchrochsprecherin von Jodie Foster), Matthias Fuchs (Erzähler in Die drei ??? Folge 65 bis 103), Rainer Schmitt (Larry Brent) sowie Elisabeth Schwarz, Anne Weber, Matthias Haase, Lutz Herkenrath, Konstantin Graudus und Wolf-Dietrich Sprenger zu hören. Die Regie bei dem Hörspiel aus dem Jahr 1998 führte Leonhard Koppelmann (Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug, Auricula - Ohrwurm des Schreckens, Sartana - Noch warm und schon Sand drauf).

NDR Info sendet das Hörspiel am Samstag, den 1. Februar von 21.05 bis 22 Uhr. Der zweite Teil folgt am darauf folgenden Samstag, den 8. Februar zur selben Sendezeit.

Vidan – Schrei nach Leben: Europa kündigt neues Mystery-Hörspiel an

Das Label Europa hat auf Facebook ein neues Mystery-Hörspiel angekündigt und gleich auch einen kurzen Teaser zu Vidan – Schrei nach Leben veröffentlicht. Die Inhaltsangabe der neuen Serie erinnert ein wenig an Stranger Things ohne Kinder.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Miles Vidan. Als stellvertretender Sheriff der Kleinstadt Blackdal irgendwo in den Rocky Mountains wird er mit vier geheimnisvollen Mordfällen konfrontiert. Die Opfer sind nahezu zeitgleich unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen. Bei jedem der Tatorte findet Vidan eine unbekannte schwarze Substanz.

Seine Ermittlungen wecken im Sheriff Erinnerungen an den Tod seiner Frau drei Jahren zuvor. Er vermutet, dass es bei den Todesfällen einen Zusammenhang gibt. Währenddessen zieht das Grauen über Blackdale herein und Vidan gerät in das Zentrum einer weltweiten Verschwörung, die von den eisigen Weiten Grönlands bis in den Dschungel Kambodschas reicht.

Die Idee stammt von Raimon Weber, der Vidan – Schrei nach Leben auch selbst inszeniert. Weber arbeitet unter anderen an den Hörspielserien Gabriel Burns, Point Whitmark und Darkside Park mit.

Sheriff Vidan leiht Lars Schmidtke seine Stimme. Als Erzähler fungiert Gordon Piedesack (Synchronstimme von Martin Sheen und Bruce Dern). In weiteren Rollen sind unter anderen Luise Helm (Synchronstimme von Scarlett Johansson), Jürgen Kluckert (Synchronstimme von Donald Sutherland und Danny Glover), Udo Schenk (Synchronstimme von Gary Oldman), Detlef Bierstedt (Synchronstimme von George Clooney und Jonathan Frakes), Norman Matt (Synchronstimme von Mark Ruffalo), Corinna Dorenkamp (Synchronstimme von Tatiana Maslany), Cornelia Meinhardt (Synchronstimme von Sally Field) und Douglas Welbat (Sprecher des Krümelmonsters in der Sesamstraße) zu hören.

Die komplette erste Staffel mit einer Lauflänge von rund neun Stunden erscheint am 7. Februar. In der Europa-Vorschau bis Ende März ist eine sechste Folge der Gruselserie hingegen nicht aufgeführt. Es ist wohl davon auszugehen, dass die Reihe nicht mehr fortgesetzt wird.

The Lovecraft 5: Kritik zu den Hörspielen Der Außenseiter und Der Fall des Arthur Jermy

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The Lovecraft 5

Der Horrorautor H. P. Lovecraft ist bekannt für seine schaurigen Erzählungen über Cthulhu und andere kosmische Monster. Viele seiner klassischen Kurzgeschichten wurden bereits vertont. Das Label Contendo Media hat mit The Lovecraft 5 allerdings einen ganz eigenen Weg gefunden, Lovecraft akustisch zum Leben zu erwecken. In den ersten beiden Folgen lauschte der Hörer einer Gruppe von fünf Freunden, die sich jeweils eine Geschichte erzählten. Dabei ist das Werk des Autors innerhalb der Logik der Hörspielserie keine Fiktionen, sondern stellt reale Erlebnisse der jeweiligen berichtenden Figur dar.

Bei vielen der früheren Hörspielumsetzungen von Lovecrafts Geschichten zeigte sich, dass sein Werk für eine getreue Adaption äußerst ungeeignet ist. Die Erzählungen zeichnen sich nicht durch Dialoge aus. Meist gibt es nur einen Protagonisten, der die grauenhaften Ereignisse schildert – und hält man sich daran, gleichen die Ergebnisse eher einem Hörbuch als einem Hörspiel.

"Meine Geschichte kann bis zu den Zigarren warten."

Die Macher der Reihe haben dieses Problem in den ersten beiden Folgen gelöst, in dem sie die Geschichten in die äußerst unterhaltsame und interessante Gesprächsrunde der Freunde Charles, Richard, Edward, Warren und Herbert eingebunden haben. Bei den folgenden beiden Episoden ruhen sie sich nicht auf ihren alten Ideen aus. Die Autorin Julie Hoverson und der Regisseur Christoph Piasecki haben für die Fortführung von The Lovecraft 5 wieder völlig neue Wege beschritten – mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Die Folge "Der Außenseiter" orientiert sich an der gleichnamigen Kurzgeschichte von Lovecraft. Allerdings wird sie komplett anders wiedergegeben. Die Erzählung beginnt mit der Schilderung der einsamen Jugend des Ich-Erzählers in einem düsteren Schloss. Dieser Anfang fehlt im Hörspiel komplett und das aus einem guten Grund: Die Geschichte wird hier aus der gegensätzlichen Perspektive geschildert. Lovecrafts beschreibt den Weg seines Erzählers zur Festgesellschaft. Im Hörspiel hingegen liegt der Fokus auf dem Blickwinkel der feiernden Menschen im Schloss.

Das Hörspiel beginnt mit dem Treffen der Freunde, die diesmal einen Gast in ihrer Runde begrüßen: den Pariser Detektiv Auguste Dupin, Ermittler in den Geschichten Der Doppelmord in der Rue Morgue, Das Geheimnis der Marie Rogêt und Der entwendete Brief von Edgar Allen Poe. Allerdings wird der Gast in "Der Außenseiter" nur als Monsieur Auguste vorgestellt. Er ist allerdings unschwer als der berühmte Pariser Detektiv zu erkennen, gerade weil er im Verlauf des Hörspiels seine kriminalistischen Fähigkeiten beweisen kann.

"Ich dachte, wir wären eine Geheimgesellschaft?"

Dieses Mal ist Richard an der Reihe eine Gruselgeschichte zu erzählen und der Maler berichtet, wie er während einer Einweihungsfeier in einem frisch renovierten Herrenhaus Zeuge eines grauenhaften Vorfalls wurde. Nicht nur, dass das Hörspiel die Perspektive wechselt, es verwendet auch eine gänzlich andere Erzählweise. Da die Freunde schon einmal einen echten Detektiv in ihrer Runde zu Gast haben, beschließt Richard sein Erlebnis auf der Feier den anderen als Rätsel zu präsentieren.

Er schildert seinen Zuhörern die Handlung in groben Zügen. Im Anschluss darf jeder von ihnen nacheinander Fragen stellen, um hinter das Geheimnis zukommen. Diese Herangehensweise lockert die Geschichte ungemein auf. Die dritte Folge von The Lovecraft 5 lebt vor allem von der Interaktion der Protagonisten während der Fragerunden. Es ist lustig und unterhaltsam mit anzuhören, wie die Freunde so manche Frage stellen und Richard ihnen geschickt ausweicht.

Das Hörspiel besitzt das Flair eines klassischen Krimis. Das ist eine schöne Idee, aber auch ein Teil des Problems. Der Gruselfaktor bleibt dieses Mal weitestgehend auf der Strecke. Lovecrafts Vorlage gehört aufgrund seiner Erzählperspektive zu den originelleren Geschichten des Autors und lebt von der surrealen und beklemmenden Atmosphäre. Diese Perspektive wäre aber nur als Hörbuch umzusetzen gewesen – somit ist die Lösung, den dritten Teil als Kriminalfall zu inszenieren, eine gute und originelle Lösung.

"Das ist faszinierend, ich habe von ähnlichen Versuchen mit Ratten gehört."

In "Der Fall des Arthur Jermyn" sind die fünf Freunde wieder unter sich. Aber auch diesmal wählt Warrren als Erzähler der Folge eine ungewohnte Taktik, um seine Geschichte zu präsentieren. Arthur Jermyn ist typisch für H. P. Lovecraft. Es geht um ein geheimnisvolles altes Volk, genealogische Studien und fortschreitenden Wahnsinn. Der Großteil der Erzählung besteht aus der Vorgeschichte der Ahnen von Arthur Jermyn. Um diese lebendig zu berichten, teilt Warren seinen Freunde jeweils einen dieser Vorfahren zu.

Der Reihe nach liest nun jeder die Fakten über das ihm zugeteilte Mitglied der Jermyn-Familie vor. Die Geschichte hält sich trotz der ungewöhnlichen Herangehensweise eng an die Vorlage. Lovecraft ist ein heute umstrittener Schriftsteller, da in seinem Werk oft rassistische Stereotypen auftauchen. Die Geschichte über Arthur Jermyn, die zum Teil in Afrika spielt, ist da keine Ausnahme. Die Hörspielmacher lassen diese Themen nicht einfach aus. Wie schon in den ersten Teilen werden Rassismus, Sexismus und Kolonialismus von den Freunden aufgegriffen und kritisch kommentiert – ohne dabei aufgesetzt zu wirken oder den Hörer aus dem Kontext der Erzählung herauszureißen.

"Es ist amüsant wie die Männer aus diesen epischen Zeiten dazu neigen, die Frauen in Vergessenheit geraten zu lassen."

Sowohl der Rätselkrimi als auch die Vortragspräsentation bietet den Sprechern viel Gelegenheit, um ihr schauspielerisches Talent zu entfalten. In den ersten beiden Folgen von The Lovecraft 5 übernahm immer einer als Erzähler den Großteil der Geschichte. Diesmal gibt es mehr Raum für Interaktion der Figuren untereinander, sodass alle Sprecher ihnen mehr Persönlichkeit und Charakter verleihen können. Alle fünf Sprecher leisten ohne Ausnahme wieder sehr gute Arbeit.

Edward wird von Julian Tennstedt gesprochen, der schon in den Gruselkabinett-Folgen "Die Farbe aus dem All" und "Der Ruf des Cthulhu" Erfahrungen mit H. P. Lovecraft sammeln konnte. Lutz Mackensy·(Erzähler der Hörspielserie Fünf Freunde) leiht Warren seine Stimme. Als Charles ist Uve Teschner (Edgar Allen Poe in der Hörspielserie Die geheimnisvollen Fälle von Edgar Allen Poe und Auguste Dupin) zu hören.

Der Naturwissenschaftler Herbert wird von Markus Pfeiffer (Synchronstimme von Paul Rudd) gespielt. Und Florian Hoffmann·(Synchronsprecher von Ian Somerhalder) legt seinen Richard als arroganter Schnösel an. In den beiden Folgen wirken außerdem Werner Wilkening als Monsieur Auguste sowie Bert Stevens, Tommi Piper·und Jens Wendland·mit.

"Es klang, als würde sich ein Waldbrand ausbreiten."

Da die Protagonisten die meiste Zeit des Hörspiels zusammensitzen und plaudern, gibt es auch selten eine besondere Geräuschkulisse zu hören. Allerdings wird der Hall im Treppenhaus oder das Rascheln von Papier immer wieder überzeugend umgesetzt. Die Musik ist bei den gruseligen Szenen stets im Hintergrund zu hören und unterstützt die Atmosphäre. An dieser Stelle sei auch lobend das Intro der Reihe erwähnt, welches schon beim Vorspann Lust auf das kommende Hörspiel macht.

Die Folge "Der Außenseiter" ist seit dem 13. Dezember in allen gängigen Shops und Portalen als Download verfügbar. "Der Fall des Arthur Jermyn" wird am 17. Januar veröffentlicht. In diesem Frühjahr folgen dann die Episoden "Aus dem Jenseits" und "Das gemiedene Haus".

Fazit

Julie Hoverson und Christoph Piasecki haben sich für die dritte und vierte Folge ihrer Serie The Lovecraft 5 zwei unbekanntere Geschichten von H. P. Lovecraft ausgesucht, welche beide nicht einfach als Hörspiel umzusetzen sind. Das Ergebnis ist ungewöhnlich, voller kreativer Einfälle und gerade deswegen sehr überzeugend. Die Gespräche der fünf Freunde sind wieder sehr unterhaltsam. Schön, dass die Macher nicht einfach ihre Ideen wiederholen, sondern für "Der Außenseiter" und "Der Fall des Arthur Jermy" wieder neue Wege beschreiten – allerdings leidet darunter, gerade in der dritten Folge, die unheimliche Grundstimmung.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© ContendoMedia

The Cruise: Hörspiel über eine mysteriöse Kreuzfahrt

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Ihren Urlaub auf dem Luxuskreuzfahrtschiff "Princess of Wales" haben sich die Helden des Hörspiels The Cruise sicher anders vorgestellt. Über Nacht verschwinden plötzlich mehr als 4.000 Menschen spurlos von Bord. Und niemand weiß, wo sie geblieben sind.

Die übrigen Passagiere können sich nur kurz über mehr Platz am Pool und kürzere Schlangen am Buffet freuen. Schnell kommt es unter ihnen zu merkwürdigen Todesfällen. Hilfe zu holen, ist für die Überlebenden allerdings gar nicht so einfach. Die Zugänge zur Brücke und zum Maschinenraum sind durch dicke Stahltüren versperrt.

Dann beginnen sich die unerklärlichen Ereignisse zu häufen. Die Passagiere werden von aztekischen Krieger und wilde Tieren attackiert, sodass ihr Aufenthalt an Bord zu einem lebensgefährlichen Abenteuer wird. Keiner von ihnen weiß, was vor sich geht, und wie sie das Schiff lebend verlassen können.

In dem Hörspiel aus dem Jahr 2014 sind unter anderen Gerrit Schmidt-Foß (Synchronstimme von Leonardo DiCaprio und Jeremy Renner), Tobias Meister (Synchronstimme von Kiefer Sutherland, Forest Whitaker und Brad Pitt), Lisa Werlinder (München), Asad Schwarz (Synchronstimme von Donnie Yen in Rogue One: A Star Wars Story), Anna Fischer (Fleisch ist mein Gemüse), Jan Odle (Synchronstimme von Will Smith) und der Kabarettist Werner Olm zu hören.

1Live sendet den ersten von acht Teilen des Hörspiels am 9. Januar von 23 bis 0 Uhr. Die weiteren Episoden von The Cruise folgen jeweils zur selben Sendezeit am 16. Januar, 23. Januar, 30. Januar, 6. Februar, 13. Februar, 20. Februar und 27. Februar. Das Hörspiel steht nach der Sendung bis 27. Februar 2021 zum befristeten Download im WDR-Hörspielspeicher zur Verfügung. Einen kurzen Trailer zum Hörspiel gibt es hier.

Der Gouverneur ist zu perfekt: Hörspiel nach einer Geschichte von Isaac Asimov

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Der Science-Fiction-Schriftsteller Isaac Asimov wurde am 2. Januar vor 100 Jahren geboren. Bis zu seinem Tod im Jahr 1992 verfasste er viele Kurzgeschichten und Romane. Bekannt wurde der Autor neben dem Foundation-Zyklus vor allem für seine Robotergeschichten aus den 50er Jahren.

In der Anthologie Ich, der Roboter entwickelte Isaac Asimov seine berühmten drei Robotergesetze: Ein Roboter darf keine Menschen verletzen oder zulassen, dass sie durch seine Untätigkeit zu Schaden kommen. Ein Roboter muss Menschen gehorchen, es sei denn, die Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz. Zudem muss ein Roboter seine eigene Existenz schützen, solange dieses nicht mit dem ersten oder zweiten Gesetz kollidiert.

Diese drei Gesetze spielen auch in der Kurzgeschichte Beweismaterial eine große Rolle. 1969 vertonte der Süddeutsche Rundfunk die Erzählung unter dem Titel Der Gouverneur ist zu perfekt. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Politiker Stephen Byerley, der für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Seine politischen Gegner beschuldigen ihn aber, ein humanoider Roboter zu sein. Seit einem schweren Autounfall hat niemand mehr Byerley schlafen, essen oder trinken gesehen.

Die Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin und der Chefentwickler Dr. Alfred Lanning vom führenden Roboter-Hersteller U. S. Rob sollen prüfen, ob der Bürgermeisterkandidat ein Mensch oder eine Maschine ist. Der ultimative Beweis soll durch das erste Roboter-Gesetz erbracht werden, nach dem kein Roboter einem Menschen Schaden zufügen darf.

In dem Hörspiel sind unter anderen Melanie de Graaf, Arnold Richter, Heinz Schimmelpfennig, Kurt Lieck und Ulrich Matschoss zu hören. Die Regie führte Andreas Weber-Schäfer, der in den 90er Jahren viele Genrehörspiele der Reihe Phantastik aus Studio 13 des Senders SWR 2 inszenierte.

Bayerns 2 sendet Der Gouverneur ist zu perfekt am Mittwoch, den 8. Januar von 20.05 bis 21 Uhr.

Die Wahrheit über Hänsel und Gretel: Hörspiel nach dem Buch von Hans Traxler

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Was steckt wirklich hinter der allseits bekannten Geschichte von Hänsel und Gretel? Wird in dem Märchen ein wahrer Kriminalfall geschildert? Der Archäologe Georg Ossegg will diesen Fragen nachgehen. Er ist fest davon überzeugt, dass die Geschichte der Gebrüder Grimm auf Tatsachen beruht. Obwohl Ossegg der Journalistin Anja viele Indizien präsentiert, weiß sie nicht, ob sie den Thesen des Wissenschaftlers glauben soll. Trotzdem begleitet sie ihn bei seinen Nachforschungen.

Zusammen studieren sie mittelalterliche Handschriften, interviewen Experten und veranstalten verschiedenen Experimente. Am Ende präsentiert Ossegg Anja tatsächlich die vermeintlichen Überreste des Hexenhauses sowie Teile eines verkohlten Skeletts. Haben sie wirklich den Ort gefunden, an dem vor Hunderten von Jahren ein schreckliches Verbrechen passiert?

Doch der Versuch, die Wahrheit über Hänsel und Gretel ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen ist gefährlich. Die Journalistin und der Märchenforscher geraten in Lebensgefahr. Die Aufnahmen auf Anjas Diktiergerät sind alles, was ihre Freund Thorsten bei der Suche nach seiner spurlos verschwunden Freundin entdeckt.

Der Autor Hans Traxler verfasste ab 1962 Beiträge im Satiremagazin Pardon und gehörte 1979 zu einen Gründer der Titanic. Sein 1963 unter dem Pseudonym Georg Ossegg geschriebenes Buch Die Wahrheit über Hänsel und Gretel erlangte größere Bekanntheit, als gegen Traxler wegen Betruges ermittelt wurde. Dabei war die Geschichte deutlich als Parodie auf den Wissenschaftsjournalismus erkennbar.

In dem gleichnamigen Hörspiel aus dem Jahr 2012 sind unter anderen Marion Nawrath, Frederic Böhle, Martin Clausen und Katharina Hoffmann zu hören. 1Live sendet am 19. Dezember von 23 bis 0 Uhr.

Notlandung: Science-Fiction-Hörspiel aus der DDR

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In dem Hörspiel Notlandung muss der Bordingenieur Jefferson Bick vor einer Untersuchungskommission der Weltraumbehörde aussagen. Diese interessiert sich für seinem letzten Patrouillenflug zusammen mit Commander Harrison. Heimlich aufgenommene Gesprächsprotokolle sollen beweisen, dass der Commander während des Fluges an einer psychischen Erkrankung litt. Er soll in Gesprächen die Vollkommenheit des herrschenden Gesellschaftssystems angezweifelt haben.

Wegen einer technischen Störung wurden Harrison und Bick während ihres Weltraumfluges zur Notlandung auf einem ihnen fremden Planeten gezwungen. Nach ihrer Landung konnten die beiden keine Spuren von Vegetation ausmachen, welche Menschen einen längeren Aufenthalt auf dem Planeten erlaubt hätte. Dennoch meinten sie, eine Stimme zu hören.

So trafen sie auf ein Wesen, welches einer Gruppe früherer Emigranten entstammt. Diese haben sich an die Verhältnisse angepasst, indem sie ihre Körper aufgaben und zu reinem Geist wurden. Harrison war von der neuen Welt und ihren Bewohnern so fasziniert, dass er dort bleiben wollte. Für Bick und die Untersuchungskommission der Weltraumbehörde stellt sich nun die Frage, ob Harrison den technischen Defekt und somit die Notlandung selbst herbeigeführt hat?

Notlandung wurde 1973 vom Rundfunk der DDR produziert. Die Regie führte der Autor Rolf Schneider. In dem Hörspiel sind Dietrich Körner, Jürgen Holtz, Jürgen Hentsch, Irma Münch und Dietmar Obst zu hören

Deutschlandfunk sendet das Hörspiel am Samstag, den 7. Dezember von 0.05 bis 1 Uhr.

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