The Orville

Quotencheck Deutschland: The Orville stoppt den Sinkflug

Die neue Serie von und mit Seth MacFarlane hat in den vergangenen Wochen schon ein paar Quotenschrammen auf ProSieben abbekommen.

Rückblick: Zum Auftakt liefen zwei Episoden ab 20.15 Uhr. "Alte Wunden" und "Sondervorstellung" erreichten für den gesamten Zeitraum 1,89 Millionen Fans beim Gesamtpublikum (5,8 Prozent Marktanteil). In der Zielgruppe holte man 1,22 Millionen (11,5 Prozent Marktanteil). Eine Woche später lief "Planet der Männer" dann um 21.15 Uhr mit 1,40 Millionen Zuschauern und 4,4 Prozent Marktanteil bei allen und 1,02 Millionen Zuschauer (9,6 Prozent) in der Zielgruppe. Letzten Dienstag holte "Verschollen im Weltraum" noch 1,20 Millionen Menschen beim Gesamtpublikum (3,9 Prozent Marktanteil). In werberelevanten Zielgruppe erreichte man 860.000 Fans, was 8,7 Prozent Marktanteil bedeutete.

Die neue Episode "Pria" mit Gaststar Charlize Theron nun holte gestern 1,17 Millionen und 4 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und stoppte somit zumindest den deutlichen Negativtrend. In der Zielgruppe waren 820.000 Fans und 8,5 Prozent Marktanteil möglich. Ein Erreichen des Senderschnitts war damit natürlich weiterhin nicht drin.

Vielleicht kann sich die Serie ab diesem Punkt nun aber eine etwas größere Fanbase aufbauen? Wir werden die weitere Entwicklung für euch im Auge behalten.

Pria: Kritik zu The Orville 1.05

SPOILER

The Orville erwartet hohen Besuch: In ihrer Gastrolle, die auch den Episodentitel "Pria" liefert, hält Charlize Theron Captain Mercer auf Trab. Hinter der Kamera gab erneut eine bekannte Nase des Trek-Universums den Ton an. Diesmal übernahm niemand geringeres als Jonathan Frakes (Commander Riker) die Regie.

Bewährtes Grundrezept

“Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah” könnte ein Motto von Seth MacFarlane für The Orville sein. Nach nun fünf Episoden zeichnet sich ein Trend ab: Das Ziel ist gar nicht, besonders innovativ zu sein, sondern mit der Nutzung typischer Sci-Fi Szenarien eine in sich runde, ansprechende bekannte Geschichte neu zu erzählen.

Ein Notsignal führt die Orville zu Captain Pria Lavesque, die kurz vor der Zerstörung ihres Schiffes gerettet werden kann. Was für ein Glück, denn schon kurz darauf hilft sie der Orville durch einen Sturm aus dunkler Materie. Die lustig aussehenden schwarzen Seifenblasen können nämlich richtig gefährlich werden.

Während sich Captain Mercer in Pria verknallt, ist seine Ex-Frau Kelly weniger begeistert. Sie traut der mysteriösen Frau nicht. Zu Recht, wie sich herausstellt: Pria kommt eigentlich aus der Zukunft.

Im 29. Jahrhundert ist sie eine Antiquitätenhändlerin, die sich auf Raumschiffsammler spezialisiert hat. Statt tatsächlich alte Vehikel in ihrem Jahrhundert zu finden, nutzt sie Wurmlöcher, um dem Untergang geweihte Schiffe in guten Zustand in die Zukunft zu befördern und zu verkaufen. Denn eigentlich wurde nach Geschichtsschreibung die Orville im Materie-Sturm zerstört, so dass ein Verschwinden nicht weiter auffällt.

Isaac gelingt es mit einem Trick, die Orville zurück zu holen. Nach etwas Überlegung entscheidet sich Mercer dazu, das Wurmloch zu schließen - und so Pria und die gesamte Aktion ungeschehen zu machen. Dass er sich dennoch weiterhin an alles erinnert, gehört zu den Ungereimtheiten, über die man problemlos hinwegsehen kann.

Eine Frage des Humors

Neben dem Hauptplot rund um Pria treibt die Crew noch eine weitere Beschäftigung um: Vor allem Malloy versucht, dem Androiden Isaac menschlichen Humor durch Streiche näher zu bringen. Dabei geht es überwiegend harmlos-albern zu. So wird Isaac als Mr. Kartoffelkopf verkleidet wird.

Das Geheimnis hinter einem gelungenen Streich sei die Überraschung. Das lässt sich Isaac nicht zweimal sagen und nimmt die Herausforderung an. Und tatsächlich - zumindest ist Malloy tatsächlich überrascht, als er mit nur noch einem Bein aufwacht. Isaac hat ihm sein anderes in der Nacht amputiert. Nichts, was Dr. Finn nicht wieder richten kann. Dennoch ein eher makaberer Spaß.

Humor ist eben Geschmackssache.

Fazit

“Pria” ist eine solide Folge voller schöner Sci-Fi-Momente, aber ohne große Highlights. Trotz einiger Logik-Löcher fühlt man sich durchweg gut unterhalten - denn wieder einmal geht es eher um die Charaktere und das Transportieren von Gefühlen mit Hilfe einer lockeren Erzählung als um Sinnhaftigkeit von Technobabbel und Co..

Besonders beeindruckt Seth MacFarlane mit seinem eher ernsten, emotionsgeladenen Schauspiel. Das hätte man ihm vorab nicht unbedingt zugetraut.

Star Trek: Discovery & The Orville - Nominiert für acht Saturn Awards

Für die diesjährigen Saturn Awards wurde The Walking Dead siebenmal nominiert und ist somit Spitzenreiter. Direkt dahinter folgt jedoch mit fünf Nominierungen Star Trek: Discovery. Und auch The Orville kam nicht zu kurz.

In den folgenden Kategorien gab es Nominierungen für die Trek-Serie und die Fast-Trek-Serie.

Best New Media Television Series

  • Altered Carbon (Netflix)
  • Black Mirror (Netflix)
  • The Handmaid's Tale (Hulu)
  • Mindhunter (Netflix)
  • Philip K. Dick's Electric Dreams (Amazon / Sony Television)
  • Star Trek: Discovery (CBS All Access)
  • Stranger Things (Netflix)

Best Actor on a Television Series

  • Jon Bernthal aus Marvel's The Punisher (Netflix)
  • Bruce Campbell aus Ash vs. Evil Dead (Starz)
  • Sam Heughan aus Outlander (Starz)
  • Jason Isaacs aus Star Trek: Discovery (CBS All Access)
  • Andrew Lincoln aus The Walking Dead (AMC)
  • Seth MacFarlane aus The Orville (Fox Television)
  • Kyle MacLachlan aus Twin Peaks: The Return (Showtime)
  • Ricky Whittle aus American Gods (Starz)

Best Actress on a Television Series

  • Gillian Anderson aus The X-Files (Fox Television)
  • Caitriona Balfeaus aus Outlander (Starz)
  • Melissa Benoist aus Supergirl (The CW)
  • Lena Headey aus Game of Thrones (HBO)
  • Sonequa Martin-Green aus Star Trek: Discovery (CBS All Access)
  • Adrianne Palicki aus The Orville (Fox Television)
  • Sarah Paulson aus American Horror Story: Cult (FX)
  • Mary Elizabeth aus Winstead Fargo (FX)

Best Supporting Actor on a Television Series

  • Nikolaj Coster-Waldau aus Game of Thrones (HBO)
  • Miguel Ferrer aus Twin Peaks: The Return (Showtime)
  • Kit Harington aus Game of Thrones (HBO)
  • Doug Jones aus Star Trek: Discovery (CBS All Access)
  • Christian Kane aus The Librarians (TNT)
  • Michael McKean aus Better Call Saul (AMC)
  • Khary Payton aus The Walking Dead (AMC)
  • Evan Peters aus American Horror Story: Cult (FX)

Best Guest-Starring Performance on Television

  • Bryan Cranston aus Philip K. Dick's Electric Dreams (Amazon / Sony Television)
  • Michael Greyeyes aus Fear the Walking Dead (AMC)
  • David Lynch aus Twin Peaks: The Return (Showtime)
  • Jeffrey Dean Morgan aus The Walking Dead (AMC)
  • Rachel Nichols aus The Librarians (TNT)
  • Jesse Plemons aus Black Mirror (Netflix)
  • Hartley Sawyer aus The Flash (The CW)
  • Michelle Yeoh aus Star Trek: Discovery (CBS All Access)

Dazu wurde The Orville auch noch als "Best Science-Fiction Television Series" nominiert.

Best Science Fiction Television Series

  • The 100 (The CW)
  • Colony (USA)
  • Doctor Who (BBC America)
  • The Expanse (SyFy)
  • The Orville (Fox Television)
  • Salvation (CBS)
  • The X-Files (Fox Television)

Weitere Trek-Nominierte: Patrick Stewart (Captain Picard) tritt für Logan gegen Chris Pine (Captain Kirk in den Reboot-Filmen) für Wonder Woman an. Die Kategorie ist "Best Supporting Actor in a Film".

Star Trek hat bei den Saturn Awards stets viele Nominierungen erhalten. Die Originalserie profitierte davon allerdings noch nicht, da der Preis erst ab 1972 vergeben wurde.

Star Trek: The Next Generation war zehnmal nominiert und ergatterte sechs Trophäen (2x "Best Television Series", 1x "Best DVD TV Programming Release" und 2x "Best DVD/Blu-ray TV Series Release"). Dazu gab es den "Special Recognition Award to the Star Trek TV series", den man sich mit allen anderen Serien teilte.

Star Trek: Deep Space Nine war achtmal nominiert, konnte aber nur 2005 den gemeinsamen Preis in der Kategorie "Special Recognition Award to the Star Trek TV series" holen - und als einzige Serie somit keinen einzigen eigenständigen. Interessant war hier aber, dass im Gegensatz zum Vorgänger (der immerhin Patrick Stewart und Brent Spiner an Bord hatte!) 1997 tatsächlich auch mal ein Schauspieler nominiert war: Avery Brooks (Captain Sisko) als "Best Actor on Television".

Star Trek: Voyager war vierzehnmal nominiert. Davon dreimal als "Best Network Television Series", er gewann diesen Preis aber nie. Vier Nominierungen entfielen auf Kate Mulgrew ("Best Actress on Television"), einmal gewann sie (1998). Ebenfalls viermal war Jeri Ryan (Seven of Nine) nominiert (2x "Best Actress on Television", 2x "Best Supporting Actress on Television"). Sie gewann ebenfalls einmal (2001). Auch Robert Picardo (Holodoc) war einmal nominiert, verlor aber. Dazu gab es dann noch eine Nominierung, die aber nichts einbrachte ("Best Television DVD Release") und der Preis, den man sich mit allen Serien teilte: "Special Recognition Award to the Star Trek TV series". Man kam in der Summe also auf drei Preise.

Star Trek: Enterprise erhielt in nur vier Jahren Laufzeit inflationäre siebzehn Nominierungen. Darunter waren vier für Scott Bakula (Archer) als "Best Actor on Television", drei für Connor Trinneer (Trip Tucker) als "Best Supporting Actor on Television" und fünf für Jolene Blalock (T'Pol) als "Best Supporting Actress on Television" (4x) und "Faces of the Future" (1x). Viermal wurde die Serie als "Best Network Television Series" nominiert. Die letzte Nominierung betraf den gemeinsamen Preis für alle Trek-Serien. Am Ende standen hier drei Preise. Einerseits gab es den gemeinsamen Preis "Special Recognition Award to the Star Trek TV series" (2005) und dazu zwei für Jolene Blalock (T'Pol) als "Best Supporting Actress on Television" und in der Kategorie "Faces of the Future" (jeweils 2001).

Die 44. Saturn Awards werden im Juni in Burbank, Kalifornien verliehen.

The Orville: Ein Star-Trek-Star kehrt zurück & mehr News zu Staffel 2

ProSieben zeigt aktuell die erste Staffel von The Orville als deutsche Free-TV-Premiere. Im Herbst wird es dann in den USA bereits mit der zweiten Staffel weitergehen. Die Dreharbeiten sind bereits in vollem Gange. Grund genug für ein kleines Update.

Der Titel der zweiten Episode der neuen Staffel lautet "Home". Hier geht es aber allem Anschein nach nicht um einen Trip zur Erde, sondern auf die Heimatwelt der Xelayaner, also der Spezies von Sicherheitschefin Alara Kitan (Halston Sage). In diesem Zusammenhang dürfen sich besonders Trekkies auf einen zweiten Gastauftritt von Robert Picardo (den Holodoc aus Star Trek: Voyager) freuen, der erneut die Rolle von Alaras Vater Ildis Kitan übernimmt. Zum ersten Mal hatten wir ihn in "Firestorm" gesehen. Autorin beider Episoden ist Cherry Chevapravatdumrong, die somit offenbar zur Xelayaner-Expertin der Serie wird.

Außerdem wurde bekannt, dass wir Schauspielerin Jessica Szohr, die in der zweiten Staffel zum Cast stoßen wird, offenbar unter starken Make-up werden erleben dürfen. Ein Instagram-Video von ihr zeigte sie zuletzt während des aufwändigen Prozesses bei den Make-up-Artists, die ihr einen komplett grünen Anstrich gaben, was als Basis für das endgültige Ganzkörper-Make-up dienen dürfte. Über ihre Rolle und den Namen der Figur ist derweil aber noch nichts bekannt.

The Orville läuft in Deutschland immer Dienstags um 21.15 Uhr auf ProSieben und kehrt in den USA im Herbst mit neuen Episoden bei FOX zurück.

The Orville - Trailer Deutsch

Quotencheck Deutschland: The Orville entert den dunkelroten Bereich

The Orville sollte ein gewichtiger Teil der Serienoffensive von ProSieben sein. Doch trotz eines guten Starts über dem Senderschnitt, scheint es schnell vorbei zu sein mit der Herrlichkeit.

Rückblick: Zum Auftakt vor zwei Wochen liefen zwei Episoden um 20.15 Uhr und 21.15 Uhr. "Alte Wunden" und "Sondervorstellung" erreichten für den gesamten Zeitraum 1,89 Millionen Fans beim Gesamtpublikum (5,8 Prozent Marktanteil). In der Zielgruppe holte man 1,22 Millionen (11,5 Prozent Marktanteil). Eine Woche später lief "Planet der Männer" dann um 21.15 Uhr mit den Simpsons als Lead-In deutlich schlechter: 1,40 Millionen Zuschauer (4,4 Prozent Marktanteil) bei allen und 1,02 Millionen Zuschauer (9,6 Prozent) reichten nicht mehr für den Senderschnitt.

Gestern nun lief die vierte Episode mit dem Namen "Verschollen im Weltraum" erneut um 21.15 Uhr bei ProSieben. 

1,20 Millionen Menschen beim Gesamtpublikum waren diesmal bereit, mit auf die Reise zu gehen. 3,9 Prozent Marktanteil sahen dabei nicht mehr wirklich gut aus. In der werberelevanten Zielgruppe unterschritt man sogar erstmals die Marke von einer Million Zuschauern und landete bei nur noch 860.000 Fans, was 8,7 Prozent Marktanteil bedeutete. Das rettende Ufer namens Senderschnitt gerät somit zunehmend außer Sichtweite.

US-Serien-Neustarts haben es seit geraumer Zeit schwer bei uns - The Orville scheint an dieser Front leider keine Ausnahme zu bilden.

The Orville 1x04 Promo "If the Stars Should Appear" (HD)

Verschollen im Weltraum - Kritik zu The Orville 1.04

SPOILER

Für die vierte Episode von The Orville beauftragte Seth MacFarlane abermals einen Star-Trek-Veteranen mit der Regie: James L. Conway hat sowohl bei Star Trek: Das nächste Jahrhundert als auch Voyager, Deep Space Nine und Enterprise mehrfach Regie geführt.

Von Inspiration und Poetik

Während die ersten Folgen von The Orville stark an TNG erinnern, erkennt man bei “Verschollen im Weltraum” klar die Inspiration durch eine ganz bestimmte Episode von Raumschiff Enterprise. Dies wird schon alleine bei der Titelauswahl deutlich: Ähnlich poetisch wie “For the World Is Hollow and I Have Touched the Sky” (TOS/3.08) mutet der englische Originaltitel “If the Stars Should Appear” an.

Auch beim Inhalt gibt es zumindest Anleihen: Die Orville trifft zufällig auf ein gigantisches Schiff, das im All treibt. Und es birgt eine Überraschung: An Bord befinden sich rund eine Millionen menschenähnlicher Lebewesen, die gar nicht wissen, wo sie sich befinden.

Da Warnsignale, dass das Schiff beim eingeschlagenen Kurs auf seine sichere Zerstörung zusteuert, keine Reaktion bringen, begeben sich Teile der Orville-Crew auf Außenmission.

Ursprünglich wurde das Schiff mit einem künstlichen, unabhängigen Ökosystem lediglich für eine überschaubare Reise auf der Suche nach einer neuen Heimat für das Volk gebaut. Doch durch einen unvorhergesehenen Schaden treibt es seit über 2000 Jahren manövrierunfähig umher.

Die perfekte Illusion eines Lebens in einer ländlichen Region auf einem Planeten ließ über die Zeit die Bevölkerung vergessen, woher sie stammen und dass sie sich eigentlich in einem Raumschiff befinden. Eine stark religiöse Gemeinschaft unter autoritärer Führung hilft, dieses Konstrukt aufrecht zu erhalten. Bis die Crew der Orville Erleuchtung bringt.

Es sind die kleinen Dinge

Trotz der Ähnlichkeit zu besagter Star-Trek-Folge ist “Verschollen im Weltraum” nicht einfach nur ein modernerer Abklatsch, sondern schafft mit viel Gefühl für Details und Charakterentwicklung eine liebenswürdige, eigenständige Episode.

Der Plot rund um die restliche Crew an Bord der Orville, die mit einem Angriff der Krill klar kommen muss, ist eher Nebensache. Doch die Art der Erzählung bringt einem die Figuren in beiden Handlungssträngen noch einmal näher.

Der Humor dürfte wieder ein klarer Fall der berühmten “Geschmackssache” sein, doch die charmant-flapsige, lebensnahe Kommunikation der Charaktere untereinander und das Zeigen kleiner Ausschnitte ihres Privatlebens ist ein dicker Pluspunkt von The Orville.

Sei es, dass Klyden seinem Mann Bortus vorwirft, zu wenig Zeit mit der Familie zu verbringen und aus Frust Eis essend Filme guckt oder das Gespräch zwischen Kelly und Alana über Männer und Beziehungen.

Es ist eine Kunst, mit jeweils nur kurzer Screentime innerhalb einer Episode, dem Zuschauer jeden Charakter wieder ein Stück näher zu bringen. Selbst der bislang eher starre und leicht rassistische Android Isaac bekommt etwas mehr Tiefe und stellt sich als eigentlich ganz umgänglicher, neugierig-offener Geselle heraus.

Als netter Bonus überrascht zudem Liam Neeson in der kleinen Nebenrolle als ehemaliger Captain des gigantischen fremden Raumschiffes.

Griff nach den Sternen

Wieder einmal hilft die Positionierung als Comedy-Serie: Natürlich hätte man die Unterdrückung der Bevölkerung auf dem fremden Schiff durch ein gewalttätiges Regime in der Darstellung noch weiter ausbauen können. Braucht es hier aber gar nicht. Ein Kratzen an der Oberfläche und mit Hilfe von Humor schnell lösbare Konflikte reichen völlig, um das Gefühl der Folge zu vermitteln. Wer mag, kann sich tiefere Gedanken machen, muss dies aber nicht.

Das volle Fernweh nach fremden Welten und eine große Schippe Sci-Fi-Emotionen löst spätestens ein Zitat durch die Schiffärztin Dr. Finn aus.

Ein Großteil der Bewohner will nicht glauben, dass sie sich im All befinden. Die Crew der Orville gelangt auf die Brücke des Generationenschiffes und öffnet ihnen nicht nur sprichwörtlich die Welt: Das Schiff ist so konzipiert, dass man einen Teil öffnen kann und so Blick auf die Sterne des Alls bekommt und doch durch ein Schild geschützt bleibt.

Dr. Finn untermalt dies mit einer Rezitation von Ralph Waldo Emerson:

“Wenn die Sterne in tausend Jahren nur in einer einzigen Nacht erschienen, wie würden die Menschen glauben und bezeugen und durch viele Generationen die Erinnerung an die Gottesstadt bewahren, die sie erblicken durften! Aber diese Boten der Schönheit erscheinen jede Nacht und erleuchten das Universum mit ihrem mahnenden Lächeln.”

Fazit

Eine wunderbare Episode voller Sci-Fi-Gefühlen und emotionalen Charaktermomenten. Natürlich ist die Geschichte weder innovativ noch tiefgründig beleuchtet, doch The Orville macht es zu etwas ganz Eigenem.

Regie und Drehbuch überzeugen mit einem Auge fürs Detail und spürbarer Liebe sowohl zum Genre als auch ihren Charakteren.

The Orville 1x04 Promo "If the Stars Should Appear" (HD)

The Orville S01E04 If The Stars Should Appear

Quotencheck Deutschland: The Orville stürzt in die Miesen

Vergangene Woche hatte ProSieben im Rahmen der großen Serienoffensive unter anderem die neue Seth-MacFarlane-Serie The Orville präsentiert.

Los ging es mit zwei Episoden, die um 20.15 Uhr hintereinander programmiert wurden. "Alte Wunden" und "Sondervorstellung" erreichten für den gesamten Zeitraum 1,89 Millionen Fans beim Gesamtpublikum (5,8 Prozent Marktanteil). Das bedeutete ein Ergebnis rund 20 Prozent über dem aktuellen Senderschnitt von ProSieben. In der Zielgruppe holte man 1,22 Millionen (11,5 Prozent Marktanteil) und somit ebenfalls rund 15 Prozent über dem Schnitt. Keine spektakulären, aber gute Werte für den Sender. Gerade im Vergleich zu den enttäuschenden Ergebnissen, die man einen Tag später mit der neuen Staffel von Akte X erreichte, machte der Start durchaus Hoffnung.

Am gestrigen Dienstag nun strahlte man die dritte Episode "Planet der Männer" um 21.15 Uhr aus. Schon das Lead-In, bestehend aus zwei Episoden von Die Simpsons, landete beim Gesamtpublikum jeweils unter Senderschnitt und konnte nur mit der ersten Episode in der Zielgruppe über die Marke springen. Keine gute Vorlage.

Um 21.15 Uhr holte The Orville dann 1,40 Millionen Zuschauer ab und generierte 4,4 Prozent Marktanteil, was nur noch für 90 Prozent des Senderschnitts reichte und die Serie somit viel zu schnell in den roten Bereich rutschen ließ. In der Zielgruppe waren noch 1,02 Millionen Zuschauer drin. Die damit verbundenen 9,6 Prozent reichten immerhin fast an den Senderschnitt heran. Vielleicht wäre der Sendeplatz um 20.15 Uhr doch besser geeignet gewesen?

Gegen das Erste (In aller Freundschaft) und das ZDF (Champions-League) hatte man ebenso keine Chance wie gegen Sat.1 und RTL. Einzig VOX und kabel eins konnte man von den größeren Sendern in Sachen Gesamtzuschauerzahl hinter sich lassen.

Man wird die weitere Entwicklung abwarten müssen. Viele Asse hat ProSieben aktuell ohnehin nicht im Ärmel, was The Orville noch eine Schonfrist einräumen müsste. Viel weiter in den Keller sollten die Werte jedoch lieber nicht mehr gehen.

Bortus Requests A Sex Change For His Newborn | Season 1 Ep. 3 | THE ORVILLE

Planet der Männer: Kritik zu The Orville 1.03

SPOILER

Seth MacFarlane hat abermals einem Star-Trek-Veteranen die Zügel in die Hand gegeben. Brannon Braga (Star Trek: The Next Generation, Voyager, Enteprise) ist nicht nur einer der Produzenten von The Orville, sondern inszenierte auch die dritte Episode der Sci-Fi-Serie.

Darum geht es

Der Titel "Planet der Männer" (OT: "About a Girl") weist die Richtung: Die Folge knüpft nahtlos an den Vorgänger an, an dessen Ende das Kind von Bortus und Klyden geschlüpft ist.

Während die Crew ihre Glückwünsche kund tut, ist das Paar tief getroffen: Es handelt sich um ein Mädchen. Eine Schande in ihrer Welt, die nur von Männern besiedelt ist. Ein weibliches Kind ist eine Anomalie, die meist unmittelbar nach der Geburt operativ korrigiert wird. Doch die menschliche Schiffsärztin Dr. Finn weigert sich, diesen Eingriff vorzunehmen.

Darum geht es wirklich

The Orville geht ein heikles Thema überraschend ernst an. Der Konflikt zwischen unterschiedlicher Auffassung von Ethik ist in so ziemlich jeder Sci-Fi-Serie früher oder später Thema. Klydens spätes Outing gegenüber seinem Partner Bortus, dass auch er als Mädchen geboren wurde und froh sei über die Anpassung, sorgt zusätzlich für eine starke Charakterentwicklung.

Dabei nutzt The Orville ihren Status als Comedy-Serie, um auch mit humorvoll-plumpen Aktionen die Handlung in Gang zu bringen. Gordon Malloy und John Lamarr können mit einem simplen Männer-Fernseh-Abend, bei dem sie eine Version von Rudolph mit der roten Nase zeigen, Bortus zu einem Gesinnungswandel bewegen.

So diskutiert nicht nur die Crew über den Fall, sondern auch in der Beziehung zwischen Bortus und Klyden kommt es zu heftigen Diskussionen über das Kindeswohl. Schließlich schaltet sich auch noch die Regierung von Moclan ein, und es kommt zu einem Gerichtsprozess.

Die Crew der Orville unterstützt Bortus bei seinem Wunsch, keine Geschlechtsanpassung vornehmen zu lassen. Doch die diversen Versuche darzulegen, dass ein Mädchen kein Fehler ist, Frausein nicht Schwäche bedeutet, fruchten nicht.

Als man schließlich noch eine der wenigen versteckt auf dem Planeten lebenden Frauen findet, die sich als berühmtester Schriftsteller der Moclans herausstellt, entscheidet das Gericht völlig anders als erwartet: Gerade dieser Punkt bestärkt die Entscheidung, beim Kind von Bortus und Klyden zwangsweise die OP durchzuführen. Man wolle dem Kind die Schmach ersparen, die es als Frau in der Kultur von Moclan ertragen müsse. Die Gesellschaft ist einfach noch nicht bereit für eine solch schwerwiegende Veränderung. Es wäre ethisch nicht vertretbar, einem Kind die Zukunft derart zu verbauen. 

Bortus und Klyden wollen nun gemeinsam ihrem Jungen die besten Eltern sein. Die Liebe siegt am Ende, und doch fühlt sich ein Happy-End anders an.

Die Mischung macht's

In nur einer Episode wird nicht nur ein ernstes Thema abgehandelt, sondern auch gleich mehrere Charaktere deutlich weiter entwickelt.

Man bekommt in nur wenigen Szenen einen guten Eindruck der fremden Welt von Moclan, und durch die Auseinandersetzung der Crew mit ethischen Grundsatzfragen einen besseren Zugang zu den einzelnen Charakteren.

Dass The Orville sich und das Genre Sci-Fi ernst nimmt, ist ein dicker Pluspunkt und macht die Serie so liebenswürdig, wie es wohl keine reine Comedy vermocht hätte.

Dennoch kommt der Humor nicht zu kurz, auch wenn der ein oder andere Gag sicherlich nicht jeden Geschmack trifft. Aber wer möchte nicht auch mit dem Holodeck spielen und sich zu einem Tanzwettstreit statt einer Schießerei im Wilden Westen treffen?

Fazit

The Orville überzeugt weiterhin mit einem soliden Drehbuch in bester Sci-Fi-Manier und interessanten Hauptfiguren. Die locker leichte Erzählung unterhält und regt doch auch zum Nachdenken an.

Zwar ist es sicherlich keine innovative Geschichte, doch viele schätzen gerade diese klar erkennbare Inspiration bei den Star-Trek-Serien der 90er-Jahre.

Bortus Requests A Sex Change For His Newborn | Season 1 Ep. 3 | THE ORVILLE

Quotencheck Deutschland: The Orville hebt bei ProSieben über Senderschnitt ab

Am gestrigen Dienstag war es endlich soweit: The Orville, die neue Serie von Seth MacFarlane, die so wunderbar Bezug auf klassisches Star Trek nimmt, startete bei ProSieben in die erste Staffel. Mit einer Programmierung der ersten beiden Episoden "Alte Wunden" und "Sondervorstellung" ab 20.15 Uhr ging der Sender dabei durchaus ein kleines Wagnis ein.

Im bisherigen Jahr 2018 hatte man auf diesem Sendeplatz Die Simpons gezeigt und war mit keiner einzigen Ausstrahlung beim Gesamtpublikum über den Senderschnitt gekommen. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jähringen gelang der Sprung ebenfalls nur ein einziges Mal am 2. Januar 2018 und seitdem nie wieder.

Nun durfte sich also The Orville versuchen und für den Moment gibt es Grund zum Durchatmen. Die Serie erreichte 1,89 Millionen Fans beim Gesamtpublikum, was zu 5,8 Prozent Marktanteil führte. Damit liegt man rund 20 Prozent über dem aktuellen Senderschnitt von ProSieben. In der Zielgruppe reichte es für 1,22 Millionen und 11,5 Prozent Marktanteil, was ebenfalls rund 15 Prozent über dem Schnitt liegt.

The Orville war für ProSieben somit die erfolgreichste Sendung nach 18:00 Uhr. Auch steckte man auf dem Sendeplatz alle Konkurrenzsender außer Das Erste und RTL bezüglich der Gesamtzuschauerzahl in die Tasche.

Sollte es der Serie gelingen, diese Werte zu halten, stünde einer weiteren Ausstrahlung im Abendprogramm nichts im Wege.

The Orville - Trailer Deutsch

Deutsche TV-Premiere im Doppelpack: Kritik zu The Orville 1.01 und 1.02

Mit Spannung erwartet, nun ist es endlich soweit: The Orville feiert heute seine Deutschlandpremiere. ProSieben zeigt die hoch gelobte Sci-Fi-Hommage von Seth MacFarlane zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Zum Start gibt es direkt zwei Folgen im Doppelpack.

Prämisse

Im 25. Jahrhundert ist die Erde Teil einer Union aus mehreren Planeten mit einer fortschrittlichen, überwiegend friedlichen Bevölkerung und einer Flotte von 3000 Raumschiffen. Obwohl ein schwieriges Jahr hinter Ed Mercer (Seth MacFarlane) liegt, bekommt er das Kommando über die U.S.S. Orville, einem Mittelklasse-Raumschiff zur Erkundung fremder Galaxien, übertragen.

Die Besatzung besteht sowohl aus Menschen als auch aus Aliens. An Bord kann Mercer sich auf seinen alten Freund Gordon Malloy (Scott Grimes) verlassen. Dieser ist zwar auch wegen Fehlverhalten in der Vergangenheit in Ungnade gefallen und vom aktiven Dienst zu Bürojobs zwangsversetzt, jedoch ein legendärer Raumschiffpilot. Weniger begeistert ist Mercer davon, dass ihm als Erster Offizier mangels Alternative ausgerechnet seine Ex-Frau (Adrianne Palicki) an die Seite gestellt wird.

Unsere ausführliche Kritik zu Episode 1.01 "Alte Wunden" gab es bereits nach US-Start und ist hier nachzulesen.

Mehr Star Trek als Family Guy

Mit der zweiten Folge untermauert Seth MacFarlane noch einmal: Anders als die Vorab-Promotion von Sender Fox vermuten ließ, handelt es sich bei The Orville weniger um eine Parodie als viel mehr eine sich durchaus ernst nehmende Sci-Fi-Serie mit klar erkennbarer Star-Trek-Hommage.

Dies wird schon mit dem Vorspann deutlich, der anders als beim Piloten hier zum ersten Mal komplett zu sehen ist. Und auch der Regisseur ist kein Unbekannter: Robert Duncan McNeill war als Lieutenant Tom Paris in Star Trek: Voyager noch vor der Kamera zu sehen. So findet man sich nach einem etwas holprigen Start mit noch einigen mehr oder minder flachen Witzen schnell in einem recht klassischen Star-Trek-Szenario wieder.

Kombiniert man den englischen Originaltitel "Command Performance" mit der deutschen Übersetzung des Episodennamens "Sondervorstellung", so hat man zwei Haupthandlungsstränge miteinander verbunden: Während die unerfahrene Alara sich erst in ihrer Rolle als Kommandantin zurechtfinden muss, sehen sich Captain Ed Mercer und Erste Offizierin Kelly gezwungen eine Show zu liefern, um aus einer Gefangenschaft zu entkommen.

Keine Seth-MacFarlane-Show

Dabei bietet The Orville durchaus einige Schmunzler und Komik. Die Comedy-Elemente werden jedoch bewusst eingesetzt und die dadurch zugesprochene Freiheit genutzt. Das belebt die 90er-Nostalgie und Genre-Treue mit frischen Wind.

Denn anders als die oftmals sehr militärisch-korrekt und wahlweise düster oder utopisch daherkommenden Serien kombiniert The Orville klassisches Sci-Fi mit einer guten Portion The Office. Dadurch wirken einem die Figuren schnell vertraut und nachvollziehbar.

Angenehm ist, dass Seth MacFarlane zwar die Hauptrolle spielt, sich jedoch nicht in den Vordergrund drängt. Gleich in dieser zweiten Episode nimmt Halston Sage als Alara eine wichtige Position ein und kann die Entwicklung ihres Charakters rasch vorantreiben. Auch Adriane Palicki als Commander Kelly Grayson ist weit mehr als nur ein hübscher Sidekick.

Fazit

The Orville liefert schon mit den ersten beiden Episoden eine positive Überraschung. Ernste Themen und Drama kombiniert mit der richtigen Mischung Humor für die Leichtigkeit machen die Serie sofort liebenswert. Bereits jetzt scheinen einem die Charaktere vertraut und durch die vielen bekannten Elemente ist man schnell in der Orville-Welt angekommen. Dies macht Lust auf noch viele weitere Abenteuer mit der Crew unter Captain Mercer.

The Orville - Trailer Deutsch

Bortus Lays An Egg | Season 1 Ep. 2 | THE ORVILLE

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