Kritik zu Gotham 4.02: Fear the Reaper

SPOILER

In der letzten Episode wurde bereits die Transformation von Jonathan Crane (Charlie Tahan) zu Scarecrow gezeigt, diese Woche schreitet er dann zur Tat. Als erstes Ziel steuert er Arkham Asylum an, um sich dort an den Wachen und vor allem an Warden Reed (Damien Young) für die Qualen der letzten drei Jahre zu rächen.

Sein Feldzug wurde durch die Darstellung der Angstszenarien der verschiedenen Personen sehr schön in Szene gesetzt. Wieso es Scarecrow aber möglich ist, die verängstigten Mitinsassen unter seine Kontrolle zu bringen, wurde nicht erklärt, Vielleicht geht man im Verlauf der Serie weiter darauf ein.

Das Nervengas scheint auch noch nicht im Endstadium angekommen zu sein, wenn sich der Effekt durch Abwaschen mit herkömmlichem Wasser schon aufheben lässt. Daher können wir auch davon ausgehen, dass wir Scarecrow nicht zum letzten Mal gesehen haben. Es wäre auch einfach nicht ganz nachvollziehbar, einen Charakter nach so langer Zeit wieder einzuführen und ihn dann so halbgar direkt wieder fallen zu lassen.

James Gordon! James Gordon!

Auf der anderen Seite des Gesetzes nimmt James Gordon den Aufstand in Arkham als Anlass, den Bürgern Gothams zu zeigen, dass das GCPD bessere Arbeit leistet, als Cobblepot es ihnen weismachen will. Seine Kollegen teilen diesen Enthusiasmus bedauerlicherweise nicht, und so macht er sich allein auf den Weg.

Das Treffen von Scarecrow und Gordon gerät ebenfalls alles andere als langatmig. Die beiden begrüßen sich kurz und dann sprüht Jonathan dem Detective auch schon sein Gas ins Gesicht. Denn - genau wie sein Vater - hält auch er sich nun für ein Genie und versucht alle Welt davon zu überzeugen, dass Konfrontation und vor allen Dingen Fusion der einzige Weg sei, seine tiefsten Ängste zu überwinden. Ähm, ja genau.

Interessant ist hierbei allerdings, dass Gordon sich gar nicht vor einer Person oder einem Wesen fürchtet, zu dem er hätte werden könnte. Seine größte Angst besteht nämlich darin, dass seine geliebte Lee sich seinetwegen das Leben nimmt.

To trust you, I need your hand

Auch den Damen der Serie wird wieder viel Zeit zugestanden: Barbara Keen ist (einmal wieder) zurück von den Toten und scheint sich bei der Wahl ihres neuen Images an Atomic Blonde orientiert zu haben. Ihr Plan ist es, gemeinsam mit Selina und Tabitha die vom Pinguin lizenzierten Verbrecher mit Waffen zu versorgen.

So müssten sie selbst kaum einen Finger krumm machen und wüssten auf der anderen Seite darüber Bescheid, was wann wo passiert. Tabitha traut ihr aber (verständlicherweise) vorerst nicht, immerhin endete ihre letzte Interaktion damit, dass Barb Tabithas Geliebten Butch eine Kugel zwischen die Augen jagte.

Barbs extra für den Waffenhandel angemietetes Etablissement ist so cool, wie es kitschig ist: Zunächst eine normal aussehende Lounge, deren Wände per Hebel (!) gedreht werden und die Kanonen preisgeben? Sowas kennt man doch sonst nur aus billigen Krimis und naja, vielleicht… Comics. Eigentlich ist es sogar ganz nett, dass Gotham seinen Wurzeln an diese Stelle ganz unbeschämt Tribut zu zollen weiß.

Positively gazelle-like

Zu guter Letzt hätten wir noch Bruce Wayne, der zum Ende der letzten Episode von der Polizei an einem Tatort gestellt wurde. Man konnte zum Glück schnell klarstellen, dass er auf der Suche nach Selina Kyle vom Dach gefallen und durch die Decke in den Tatort gestürzt war. Absolut nachvollziehbar und eine ganz ärgerliche Sache.

Lucious Fox wird daraufhin allerdings trotzdem hellhörig und bietet Bruce einen Anzug an, der zu Fox’ Zeiten bei Wayne Enterprises eigentlich ein Prototyp fürs Militär werden sollte. Wir bekommen im Anschluss weitere Trainingsmontagen, in denen Bruce sich abrackert und Alfred flapsige Kommentare abgibt. Im Grunde ja genau, was wir haben wollten, oder?

Mal schauen, wie sich Bruces Geschichte entwickelt, denn viel fehlt da eigentlich gar nicht mehr zum echten Batman.

In aller Kürze

Auch wenn die Episode ihre Schwächen hatte, gehört sie in die Reihe der besseren “Gotham”-Episoden. Selbst die Rückkehr einer Barbra Keen konnte “Fear the Reaper” nicht vermiesen. Ganz im Gegenteil, ihr erneuter Imagewechsel könnte der Serie tatsächlich guttun. Auch die immer schurkigere Entwicklung von Cobblepot sowie die von Bruce Wayne hin zum maskierten Rächer wissen zu gefallen.

Gotham

Originaltitel: Gotham (2014)
Erstaustrahlung am 22.09.2014
Darsteller: Ben McKenzie (James Gordon), Donal Logue (Harvey Bullock), David Mazouz (Bruce Wayne), Robin Lord Taylor ( Oswald Cobblepot), Erin Richards (Barbara Kean), Sean Pertwee (Alfred Pennyworth), Camren Bicondova (Selina "Cat" Kyle), Cory Michael Smith (Edward Nygma), Jada Pinkett Smith (Fish Mooney)
Produzenten: Bruno Heller, Danny Cannon, John Stephens, Ben Edlund
Staffeln: 4+
Anzahl der Episoden: 84+


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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