Abschied von Walter Koenig

Der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Walter Koenig ist am vergangenen Sonntag, dem 25. Oktober, im Alter von 90 Jahren verstorben. Zachery McGinnis von der Talent- und Booking-Agentur Galactic Productions verkündete das Ableben Koenigs auf Facebook und schrieb, dieser sei in North Hollywood eines natürlichen Todes gestorben: 

"Walters Vermächtnis reicht weit über den Bildschirm hinaus. Durch seine zahlreichen Auftritte auf Conventions und den Austausch mit Fans ließ er alle, die das Glück hatten, ihm zu begegnen, an seiner Freundlichkeit, seinem Witz und seiner Wertschätzung teilhaben. Er verstand, was Star Trek für die Menschen bedeutete, und fühlte sich der Gemeinschaft verbunden, die sich darum gebildet hatte."

Walter Marvin Koenig kam am 14. September 1936 in Chicago zur Welt. Seine Eltern waren russisch-jüdische Einwanderer aus der Sowjetunion, die unter dem Namen Königsberg in Litauen lebten, bevor sie auswanderten. Nach seinem Schulabschluss besuchte Walter die UCLA, wo er seinen Bachelor in Psychologie machte. 

Seine damaligen Professoren ermutigten ihn, Schauspieler zu werden, woraufhin er sich an der renommierten Neighborhood Playhouse School of the Theatre einschrieb. Dort lernte er die Schauspielkunst gemeinsam mit den Emmy- und Golden-Globe-Preisträgern Dabney Coleman, Christopher Lloyd und James Caan. 

Er wirkte ab den frühen 1960er-Jahren in verschiedenen Fernsehproduktionen mit. Hierzu zählte auch eine Gastrolle in der Serie The Lieutenant, die erste Fernsehserie unter der Leitung des späteren Star-Trek-Erfinders Gene Roddenberry. Dadurch erhielt er fast umgehend die Rolle des Pavel Andreievich Chekov, des jungen russischen Navigators an Bord der USS Enterprise. Sein Seriendebüt gab er 1976 in der 2. Staffel der Originalserie.

Roddenberry hatte die Figur bewusst während des Kalten Krieges erfunden, um zu zeigen, dass die Menschheit in der Zukunft ihre irdischen Konflikte überwindet und friedlich zusammenarbeitet. Zudem sollte Koenig mit seinem russischen Akzent übertreiben. Aufgrund seiner Geheimratsecken bekam er von den Kostümbildnern ein Haarteil im damals beliebten Pilzkopf-Schnitt, das schließlich zu seinem Markenzeichen werden sollte. 

Nach der Einstellung von Raumschiff Enterprise im Jahr 1969 erhielt er zunächst nur noch wenige Rollenangebote. Neben seiner Tätigkeit als Theaterschauspieler begann er, als Drehbuchautor an Fernsehproduktionen zu arbeiten, wodurch der Familienvater finanziell einigermaßen leben konnte. 

Dank des wachsenden Kultstatus von Star Trek und seiner Mitwirkung als Pavel Chekov in sieben Star-Trek-Kinofilmen zwischen 1979 und 1994 erlangte er schließlich wieder Erfolg. Für seine Darbietung im zweiten und im vierten Kinofilm wurde er für einen Saturn Award in der Kategorie Bester Nebendarsteller nominiert.

Dem Franchise blieb er bis zuletzt treu und wirkte so auch in etlichen Fanprojekten wie Star Trek: Of Gods and Men, Star Trek: Renegades oder Star Trek: New Voyages mit. Zuletzt hatte er einen Cameo-Auftritt als Anton Chekov in Star Trek: Picard. Dabei handelte es sich um Pavel Chekovs Sohn, der gleichzeitig Präsident der Vereinigten Föderation der Planeten ist. Der Name war zudem eine Erinnerung an den Schauspieler Anton Yelchin. Bis zu seinem Tod im Jahr 2016 verkörperte Yelchin in den Filmen der Kelvin-Zeitlinie die Rolle des Fähnrichs Pavel Chekov.

Seine zweite große und absolut prägende Rolle war die des Alfred Bester in der Science-Fiction-Serie Babylon 5. Koenig selbst bezeichnete diese Rolle als eiskalten und manipulativen Psi-Cop als das absolute Highlight seiner Schauspielkarriere. Er genoss es sehr, einen vielschichtigen, intelligenten Antagonisten zu spielen, der eine eigene Agenda verfolgte und die Handlung aktiv vorantrieb – im Gegensatz zu Chekov, der auf der Brücke meist nur Befehle ausführte.

Im September 2012 erhielt Koenig einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Nähe des Sterns seines Star-Trek-Kollegen George Takei. Die beiden waren zudem eng befreundet, sodass Koenig 2008 bei Takeis Hochzeit als Trauzeuge zur Seite stand. Takei selbst schrieb zum Tod seines Freundes: Ruhe sanft, mein lieber Freund. Halte weiterhin einen sicheren Kurs.

Koenig war von 1965 bis zu deren Tod mit der Schauspielerin Judy Levitt liiert, die er an der Neighborhood Playhouse School of the Theatre kennengelernt hatte. Gemeinsam hatten sie einen Sohn, Andrew (†), der in die Fußstapfen seines Vaters trat, sowie eine Tochter, Danielle.

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