The Mandalorian

The Mandalorian: Lucasfilm entlässt Darstellerin Gina Carano

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Gina Carano The Mandalorian

Darstellerin Gina Carano wird nicht mehr in der Star-Wars-Serie The Mandalorian zu sehen sein und auch in kommenden Spin-off-Serien keine Auftritte als Cara Dune absolvieren. Wie Lucasfilm kürzlich bekannt gab, hat man sich entschieden, getrennte Wege zu gehen und auch in Zukunft nicht mehr auf die Dienste von Carano zu setzen.

Viele Fans fordern schon länger die Entlassung der Darstellerin, die in den vergangenen Monaten immer wieder durch kontroverse Social-Media-Posts in die Schlagzeilen geraten war. Unter anderem fiel Carano durch rassistische und anti-trans Aussagen auf, galt als Impfgegnerin, machte sich über Corona-Schutzmaßnahmen lustig und unterstützte den Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar.

In einem Statement erklärte Lucasfilm, dass die Aussagen von der Darstellerin nicht akzeptierbar sind und man daher in Zukunft nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten wird. Carano verliert damit nicht nur ihre Rolle in The Mandalorian, sondern auch die Hauptrolle in einem der geplanten Spin-offs.

Wie der Hollywood Reporter berichtet, wollte Disney beim Investorentag im Dezember verkünden, dass Carano in einem der Spin-offs (wahrscheinlich Rangers of the New Republic) die Hauptrolle übernimmt. Aufgrund der Kontroversen machte man aber kurzfristig einen Rückzieher. Nachdem die Darstellerin seitdem wieder mehrfach durch Aussagen negativ aufgefallen war, wurde nun schnell entschieden, die Arbeitsbeziehung zu beenden.

The Mandalorian: Produktionsstart von Staffel 3 für April geplant

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Das Finale von Staffel 2 liegt noch gar nicht so lange zurück, aber Lucasfilm plant nun den Produktionsstart für Staffel 3 von The Mandalorian.

Laut der Film & Television Industry Alliance sollen die Arbeiten für die neuen Folgen am 5. April in Los Angeles starten. 

Serienschöpfer Jon Favreau soll schon seit einiger Zeit an den neuen Folgen gearbeitet haben, wie erstmals im April vergangenen Jahres bekannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Arbeit an den Konzeptzeichnungen ebenfalls gestartet und befand sich bereits einige Wochen im Vorproduktionsmodus. 

Die Star-Wars-Serie erzählt die Geschichte des titelgebenden Kopfgeldjäger (Pedro Pascal). Diesen führt eines Tages ein Auftrag auf einen abgelegenen Planeten. Hier soll er ein Ziel finden, an dem ehemalige imperiale Getreue interessiert sind. Als er seinen Auftrag schließlich erfüllen kann, muss er feststellen, dass die Aufgabe komplizierter ist, als zunächst angenommen und den Mandalorian vor eine schwierige Entscheidung stellt.

Staffel 2 von The Mandalorian konnte die Kritiker überzeugen. Auf Rotten Tomatoes liegt das Approval Rating bei 94 Prozent, die Folgen erhielten im Schnitt eine Wertung von 8,6 von 10 Punkten. In welche Richtung die Geschichte in Staffel 3 nach den Ereignissen von Staffel 2 jedoch gehen wird, ist noch unbekannt. 

The Mandalorian überholt Game of Thrones bei illegalen Downloads

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Die Star-Wars-Serie The Mandalorian ist aktuell aus verschiedenen Gründen in aller Munde. Aber nicht alle davon dürften von den Produzenten bei Disney wertgeschätzt werden. So hat die Plattform TorrentFreak unlängst die neuesten Zahlen zu illegalen Streams zusammengefasst und die Serie um Baby Yoda und den Mandalorianer prompt auf die Spitzenposition verfrachtet. Zeitgleich stößt The Mandalorian damit Game of Thrones als meistgestreamte Serie auf illegalen Plattformen vom Thron.

Der Streaming-Erfolg kam nicht völlig unerwartet. Noch vor einem Jahr konnte die erste Staffel von The Mandalorian sich bereits den dritten Platz auf dem Siegertreppchen sichern. Während die Geschichten rund um die Königsgeschlechter von Westeros & Co. sich dem Ende neigten und die geplante GoT-Nachfolgeserie House of the Dragon weiterhin auf sich warten lässt, konnte Disney mit der Serie sicherlich einige Fans abschöpfen. Generell führen die Torrent-Listen meist Serien aus dem Fantasy-und Sci-Fi-Bereich an. Auf den oberen Plätzen der Liste von TorrentFreak rangieren außerdem der Reihe nach The Boys, Westworld, Vikings und Star Trek: Picard. Dahinter folgen Rick and Morty, The Walking Dead, The Outsider, Arrow und The Flash.

Die Messmethoden zu den Streamingdaten von TorrentFreak sollten hier allerdings eher mit Vorsicht betrachtet werden, da sich die genauen Zuschauerzahlen pro heruntergeladener Datei nur grob messen lassen. Zudem wird illegales Streaming gar nicht erfasst.

Kapitel 16: Die Befreiung - Kritik zu The Mandalorian 2.08

SPOILER

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Mit der Episode "Die Befreiung" kommt die 2. Staffel von The Mandalorian zu einem Ende, und für den Abschluss feuern die Macher noch einmal aus allen Rohren. Inszenieren durfte die Folge dabei Peyton Reed. Der Regisseur machte sich in den vergangenen Jahren durch die beiden Ant-Man-Filme einen Namen und nahm nun erstmals bei The Mandalorian auf dem Regiestuhl Platz. Das Drehbuch ließ sich dagegen Showrunner Jon Favreau nicht nehmen, der damit sechs von acht Vorlagen der Staffel selbst verfasst hat.

Mando und die Ladys räumen auf

Die Zeit für die Rettung von Grogu ist gekommen, doch zuvor sichert sich Mando zunächst einmal noch weitere Unterstützung. Seit Bo-Katan bei ihrem ersten Auftritt ihre Absicht zum Ausdruck gebracht hat, das Dunkelschwert von Moff Gideon in ihren Besitz zu bringen, war ihre Rückkehr durchaus erwartbar. Entsprechend enttäuscht die Serie hier auch nicht und verhilft Darstellerin Katee Sackhoff zu ihrem zweiten realen Auftritt im Star-Wars-Universum.

Dem Serienkonzept treu bleibend, wird anschließend auch nicht viel Zeit damit verschwindet, große Pläne zu machen. Das Konzept, wie man an Bord des Sternenzerstörers gelangen möchte, ist relativ simpel, wobei aber die Tatsache, dass Dr. Pershing schon sehr bereitwillig Informationen preisgibt, die er eigentlich gar nicht müsste, etwas unrealistisch wirkt.

Der Angriff scheint anschließend auch relativ nach Plan zu funktionieren. Als Zuschauer bekommt man hier natürlich schnell das Gefühl, dass die Sache schon beinah zu glatt abläuft. Die Action ist hier wieder flott und flüssig inszeniert, allerdings muss man auch festhalten, dass man das Konzept, Sturmtruppler als Kanonenfutter zu verheizen, in Staffel 2 nun langsam etwas ausgereizt hat. In diesem Bereich darf es in den kommenden Staffeln durchaus wieder etwas mehr Abwechslung geben.

Mit den Sturmtrupplern schlagen sich dabei zunächst nur die Damen in Mandos Begleitung herum. Der titelgebende Held soll dagegen die Ablenkung nutzen, um die Dunkeltruppen auszuschalten und Grogu zu retten. Dies gelingt zunächst eher so mittel. Wirklich gut gelungen ist dabei der Kampf Mandos gegen einen der Droiden. Die Dunkeltruppler erweisen sich quasi als die Vorschlaghämmer des Imperiums, die allein durch rohe Kraft und Gewalt den Gegner übermannen. Dadurch werden sie zu einer wirklich Bedrohung und Mando bekommt tatsächlich einige Probleme.

Das Aufeinandertreffen mit Giddeon ist dann eher erwartbar, auch die Tatsache, dass dieser sein Wort bricht und Mando attackiert, dürfte niemanden überraschen. Der Kampf selbst ist ganz nett, aber jetzt kein wirkliches Highlight der Folge. Auch muss man zugeben, dass Giddeon zwar anscheinend eine Art Plan hatte, um es mit Mando und seinen Verbündeten aufzunehmen. Die Tatsache, dass er dafür aber praktisch seine gesamte Crew geopfert hat, lässt zumindest die Frage aufkommen, ob es keinen anderen Weg gegeben hätte.

Zehn Minuten Gänsehaut

In Gefangenschaft darf Darsteller Giancarlo Esposito dann noch einmal zeigen, warum er so gern für Schurkenrollen besetzt wird. Wie Giddeon es nach seiner scheinbaren Niederlage verbal mit Mando und dessen Verbündeten aufnimmt, ist wirklich stark gespielt und inszeniert. Und als dann noch seine Dunkeltruppen zurückkehren, wirkt es für einen kurzen Moment, als könnte er tatsächlich noch triumphieren.

Was daraufhin folgt, sind die zehn besten Minuten von The Mandalorian überhaupt und Star Wars im Allgemeinen der letzten Jahre. Schon das Auftauchen des X-Wing lässt einen als Zuschauer aufhorchen, und wenn der zunächst unbekannte Jedi das Schiff betritt, dürften sich bei vielen Fans die Nackenhaare aufgestellt haben. Sein Weg danach ist einfach unglaublich gut inszeniert ,vor allem weil man als Zuschauer ständig zwischen "Ist es wirklich Luke?" und "Das muss doch Luke sein!" hin und her schwankt. Und spätestens, wenn die Kapuze fällt, dürfte jeder Fan ein breites Grinsen auf dem Gesicht haben.

Der Auftritt von Luke Skywalker ist einfach eine tolle Überraschung zum Staffelfinale und der perfekte Abschluss für die Geschichte von Grogu (zumindest wenn man ausblendet, wie Lukes Jedi-Akademie einmal endet). Zudem bekommen wir als Zuschauer nicht nur einen kurzen Cameo, Luke wird auf dem Höhepunkt seiner Macht gezeigt und ist damit eine tolle Abwechslung zum Emo-Luke, den man den Zuschauern über weite Strecken in Episode VIII präsentiert hat.

Grundsätzlich muss man festhalten, dass die 2. Staffel von The Mandalorian auch deshalb noch viel besser als die 1. war, weil die Macher ihre Star-Wars-Herkunft nun nicht mehr so stark unter den Teppich kehren. In Staffel 1 wollte man verständlicherweise erst einmal auf eigenen Füßen stehen. Mit Auftritten von Bo-Katan, Ahsoka Tano, Boba Fett und nun auch Luke Skywalker nimmt man sich in Staffel 2 aber seiner Herkunft an und schafft den perfekten Spagat zwischen Nostalgie und etwas Eigenständigem.

Natürlich muss man an dieser Stelle einmal die Verjüngerungstechnologie erwähnen. Dem Abspann zufolge war tatsächlich Mark Hamill in der Episode zu sehen. Die digitale Verjüngung lässt sich dabei durchaus als gelungen bezeichnen. Man kommt nicht ganz auf das Level, das Marvel beispielsweise in seinen Kinofilmen erreicht. Für eine Serie, und das ist The Mandalorian immer noch, sah es aber tatsächlich noch ziemlich ok aus. Nicht perfekt aber gut.

The Book of Boba Fett

Mit dem Ende der Folge kommt auch die Geschichte von Mando und Grogu zu einem vorläufigen Abschluss. Es wird spannend zu sehen sein, wie es nun für den Mandalorian weitergeht. Gerade das Dunkelschwert und der Konflikt mit Bo-Katan scheint ja noch genug Stoff für weitere Folgen zu bieten.

Interessant wird auch die Zukunft von Boba Fett. Für alle, die es vielleicht verpasst haben, es gibt tatsächlich eine Abspannszene in "Die Befreiung". In dieser übernehmen Boba Fett und Fennec die ehemalige Festung von Jabba, nachdem sie zuvor noch Bib Fortuna aus dem Weg geräumt haben. Anschließend kündigt der Abspann The Book of Boba Fett an. Dabei könnte es sich zum einen um ein weiteres Spin-off zu The Mandalorian handelt, es wäre auch auch möglich, dass die 3. Staffel diesen Namen trägt.

Gerade die Tatsache, dass die beiden bisherigen Staffel jeweils als Kapitel erzählt wurden, lässt diesen Schluss durchaus zu. So wäre mit "Kapitel 16: Die Befreiung" das Buch von Din Djarin und Grogu zunächst abgeschlossen, und es könnte in Staffel 3 mit Kapitel 1 des Buches von Boba Fett weitergehen. Offiziell haben sich Disney+ und Lucasfilm zu dem Thema noch nicht geäußert. Daher heißt es erst einmal abwarten.

Fazit

Mit "Die Befreiung" endet eine starke 2. Staffel von The Mandalorian auf ihrem Höhepunkt. Sind die ersten beiden Drittel sehr gute Unterhaltung, folgen danach einfach nur zehn Minuten voller Gänsehaut. Die Macher treffen genau den richtigen Mittelweg zwischen Nostalgie und Eigenständigkeit, und es wird spannend zu sehen sein, welche Richtung die Serie mit Staffel 3 einschlägt. Vertrauen, dass die Qualität hoch bleibt, ist nach diesem Staffelfinale und den vorherigen Folgen aber in jedem Falle vorhanden.

Kapitel 15: Der Getreue - Kritik zu The Mandalorian 2.07

SPOILER

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The Mandalorian Boba Fett

Bei den ganzen Star-Wars-Ankündigungen, die am Freitag die Runde machten, hätte man fast vergessen können, dass bei Disney+ eine neue Episode von The Mandalorian ihre Premiere feierte, und diese war durchaus wichtig. Schließlich steuert die 2. Staffel auf ihr Finale zu, das eine große Konfrontation zwischen dem titelgebenden früheren Kopfgeldjäger und Moff Gideon verspricht. Bevor es dazu aber kommen kann, stand in der vorletzten Folge der Staffel erst einmal etwas Vorbereitung auf dem Programm. Diese übernahm Regisseur Rick Famuyiwa, der auch gleich selbst das Drehbuch beisteuerte. Für Famuyiwa ist es bereits die zweite Regiearbeit an The Mandalorian. So inszenierte er zuvor die 6. Episode der 1. Staffel.

Die Rückkehr des Mayfeld

Vom Plot her ist auch "Der Getreue" wieder gewohnt einfach gestrickt. Mando und seine Verbündeten versuchen, den Standort von Moff Gideos Schiff herauszufinden. Dafür sichern sie sich die Dienste des Söldners Mayfeld (Gastdarsteller Bill Burr), der sich aktuell im republikanischer Gefangenschaft befindet. Um ihr Ziel zu erreichen, müssen Mayfeld und Mando gemeinsam eine imperiale Raffinerie auf dem Planeten Morak infiltrieren. Die Infiltration gelingt trotz ein paar Hindernisse, die notwendigen Informationen werden gefunden und am Ende kann das Duo erfolgreich fliehen.

Die Episode zeigt wieder einmal, dass The Mandolorian für seinen Inhalt weiterhin keinen Innovationspreis gewinnen wird, durch seine gute Inszenierung aber trotzdem hoch unterhaltsam bleibt. Allerdings hat "Der Getreue" in Hinblick auf Charakterisierung der Figuren etwas mehr zu bieten als einige andere Folgen der Staffel, wenn auch die Entscheidung, wer hier ins Rampenlicht gerückt wird, etwas komisch erscheint.

So ist Mando aktuell mit drei wiederkehrenden Figuren unterwegs, von denen zwei bisher ziemlich blass geblieben sind. Anstatt jedoch Boba Fett oder Fennec Shand etwas mehr Fleisch zu geben (so richtig ist irgendwie immer noch nicht klar, warum die beiden überhaupt noch da sind, abgesehen von der etwas dürftigen Erklärung in der vorherigen Folge), bringt man mit Mayfeld eine der eher langweiligeren Figuren aus Staffel 1 zurück, die sich zudem direkt am Ende wieder verabschiedet. Grundsätzlich macht Bill Burr seine Aufgabe auch gar nicht schlecht und sein Auftritt ist definitiv besser als in Staffel 1, trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass hier sehr viel der ohnehin knapp bemessenen Zeit in dieser Staffel für eine unwichtige Nebenfigur verschwendet wird.

Der Helm muss runter

Der Getreue bietet jedoch nicht nur Charaktermomente für Mayfeld, sondern auch für unseren titelgebenden Haupthelden, und die sind wirklich stark. Die Entscheidung, für Grogu erneut seinen Helm abzunehmen und sich etwas mehr von der eigenen religiösen Doktrin zu entfernen, ist ein wichtiger Schritt in Mandos Figurenentwicklung. Zudem darf sich Darsteller Pedro Pascal zum zweiten Mal in der Serie zeigen und überzeugt dabei in allen Punkten.

Der Mandalorian wirkt in seiner Rüstung immer wie eine unbesiegbare Kampfmaschine, ohne Helm ist er dagegen gleich viel menschlicher und verletzlich. Zudem spürt man in jedem Moment, wie ungewohnt und auch unangenehm es für Din Djarin ist, sich ohne seinen Helm zu zeigen. Dieses Gefühl wird zudem noch verstärkt, als der titelgebende Getreue seinen Auftritt hat. Das Gespräch zwischen Mando, Mayfeld und dem imperialen Offizier Valin Hess hat einen gewissen Tarantino-Vibe aus Inglourious Basterds, bei dem sich für den Zuschauer ein Mix aus Fazination, Unwohlsein und Spannung einstellt. Dies ist definitiv einer der besten Momente der Folge.

Die Action darf nicht fehlen

Natürlich gehört zu jeder Folge von The Mandalorian auch wieder einiges an Action. "Der Getreue" hat zwei große Action-Szenen zu bieten, wobei besonders die erste wieder voll überzeugen kann und jede Menge Spaß macht. Bei dem Kampf auf einem fahrenden Transporter inmitten eines Dschungels kommt sogar ein gewisses Indiana-Jones-Gefühl auf, was spätestens dann verstärkt wird, wenn die Waffe von Mando plötzlich eine Fehlfunktion aufweist.

In der Folge muss sich der Hauptheld den Angreifern im waffenlosen Kampf stellen und lernt dabei schnell, dass die Rüstungen der imperialen Truppen alles andere als widerstandsfähig sind. Interessant ist zudem der Perspektivwechsel für die Zuschauer. Rein technisch gesehen handelt es sich bei den Angreifern um Feinde des Imperiums, also die Guten. Trotzdem will man natürlich Mando und Mayfeld gewinnen sehen.

Auch die Ankunft in der Raffinerie, wo das Duo mit frenetischem Jubel empfangen wird, spielt hier mit hinein. Die Soldaten und Arbeiter werden nicht als dieses große Böse dargestellt, sondern einfach nur als Menschen, die sich über einen Erfolg in schweren Zeiten freuen. Gerade bei Star Wars, wo die Soldaten des Imperiums meist unter Masken versteckt werden und damit nicht mehr als individuelle Menschen wahrgenommen werden, ist dies eine spannender Schachzug.

Fazit

Wenn man "Der Getreue" etwas vorwerfen kann, dann vielleicht, dass man in dieser Folge vergleichsweise viel Zeit in eine relativ unbedeutende Figur investiert. Gerade vor dem Hintergrund der erneut knappen Laufzeit ist diese Entscheidung nicht unbedingt nachvollziehbar. Abgesehen davon punktet die Episode aber wieder mit den gewohnten Stärken und bietet zudem wichtige Charakterentwicklungen für die Hauptfigur. Das Finale kann kommen.

Kapitel 14: Die Tragödie - Kritik zu The Mandalorian 2.06

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The Mandalorian Boba Fett

Mit der sechsten Episode biegt die 2. Staffel von The Mandalorian so langsam auf die Zielgerade ein. Verantwortlich für die Folge war Regisseur Robert Rodriguez (Sin City), der in "Die Tragödie" wieder einmal eindrucksvoll zeigt, dass er Action inszenieren kann. Das Drehbuch stammt dagegen wieder von Showrunner und Serienschöpfer Jon Favreau. Nachdem er in der letzten Folge eine Pause vom Drehbuchschreiben einlegte, übernahm er nun wieder die kreativen Geschicke und hat damit fünf der sechs Drehbücher in Staffel 2 verfasst.

Vorhang auf für Boba Fett

Wer nach der vergangenen Episode geglaubt hatte, dass der Besuch des Planeten Typhon bis zum Staffelfinale auf sich warten lassen würde und nun vielleicht erst einmal ein Filler ansteht, der wird in "Die Tragödie" schnell eines besseren belehrt. Mando und Grogu (The Artist Formerly Known As Baby Yoda) befinden sich direkt im Anflug auf den ehemaligen Jedi-Planeten. Dabei beginnt die Episode mit einer schönen Szene zwischen den beiden Hauptfiguren, die noch einmal das Band zeigt, das sich zwischen ihnen gebildet hat.

Vor allem Mandos Entwicklung, der einigen Spaß daran hat, einfach nur zu sehen, wie Grogu auf seinen Namen reagiert, wird deutlich. Im Gegenzug wirkt es allerdings auch etwas befremdlich, wie wenig Probleme Mando damit zu haben scheint, Grogu einfach dem nächstbesten Jedi, der hoffentlich bald erscheint, mitzugeben. Zum Glück für die Zuschauer tauchen jedoch zunächst keine Jedi auf, sondern zwei gänzlich andere, wenn auch vertraute Personen.

Nachdem zuletzt Ahsoka Tano im Mittelpunkt stand, hätte man als Zuschauer beinah vergessen, dass ja noch ein weiterer bekannter Star-Wars-Charakter in Staffel 2 von The Mandalorian sein Unwesen getrieben hat. Nach einem kurzen Auftritt von Boba Fett im Staffelauftakt, darf er nun vollkommen in Rampenlicht treten. Dabei ist Boba auch nicht allein, sondern hat mit der Söldnerin Fennec Shand eine weitere Bekannte im Gepäck. Und auch die Sklave I darf natürlich nicht fehlen und dürfte so manchen Star-Wars-Fans nostalgische Gefühle beschert haben.

Robert Rodriguez feuert aus allen Rohren

Sieht es zunächst nach einem Kampf zwischen Mando und den Neuankömmlingen aus, können sich beide Seiten schnell auf einen Waffenstillstand einigen. Bevor groß diskutiert werden kann, tauchen allerdings die Truppen Moff Gideons auf. Die Motivationen wurden zuvor allerdings noch schnell abgesteckt: Mando will Grogu schützen, Boba Fett seine Rüstung zurück. So lässt sich schnell eine Partnerschaft bilden.

Hier kommt grundsätzlich wieder einer der wenigen Kritikpunkte an der 2. Staffel von The Mandalorian zum Tragen: die Laufzeit. Auch "Die Tragödie" fällt mit nur rund einer halben Stunde wieder sehr kurz aus. Die Folge ist, dass bestimmte inhaltliche Entwicklungen extrem schnell vorangetrieben werden. "Die Jedi" kam in der vergangenen Woche auf eine Laufzeit von 45 Minuten und wirkte daher deutlich weniger gehetzt. Man kann nur hoffen, dass die Macher in Staffel 3 mehr Folgen ein paar Minuten zusätzlich spendieren, damit bestimmte Entwicklungen nicht mehr so hektisch erzählt werden.

Über jede Kritik erhaben ist dagegen wieder die Action. Robert Rodriguez hat schon mehrfach beweisen, dass er diese inszenieren kann und in "Die Tragödie" stellt er dies erneut unter Beweis. Die rund elf Minuten lange Sequenz ist eine runde Sache und steht definitiv mit an der Spitze der Action-Momente in der Serie. Vor allem Boba Fett darf zeigen en, was für ein harter Hund er ist, wenn er die Sturmtruppler im Nahkampf zerlegt.

Genau genommen war der Kopfgeldjäger bisher auch noch nie wirklich ausführlich in Aktion zu sehen, wenn man die Animationsserien einmal ausnimmt. In der originalen Trilogie war Boba Fett ohnehin lediglich ein kleiner Nebencharakter, der eigentlich nur in Die Rückkehr der Jedi-Ritter wirklich einmal aktiv wurde. "Die Tragödie" zeigt nun, warum Fett als Kopfgeldjäger so gefürchtet ist. Dabei muss man auch festhalten, dass Temuera Morrison richtig gute Arbeit macht und die harte und kompromisslose Kampfweise perfekt darstellt. Auch Ming-Na Wen als Fennec Shand darf hier etwas mehr zeigen als noch bei ihrem ersten Auftritt in Staffel 1 und fügt sich ebenfalls sehr gut in die Szene ein. Die Tatsache, dass beide Figuren den Zuschauern wahrscheinlich bis zum Staffelfinale erhalten bleiben, ist definitiv eine gute Entwicklung.

Moff Gideon schlägt zu

Die titelgebende Tragödie passiert schließlich, als der Kampf gegen die Sturmtruppler gewonnen scheint. Aus dem Orbit schlägt Moff Gideon gleich doppelt zu. Zuerst lässt er mit einem gezielten Schuss die Razor Crest zerstören, die dieses Mal wohl ihr endgültiges Ende gefunden haben dürfte, dann greifen die Dunkeltruppen ein und entführen den kleinen Grogu. Die kampfstarken Droiden wurden schon in Folge 4 angedeutet und feiern nun ihr richtiges Debüt. Die Optik ist auch durchaus gelungen, wobei es spannend zu sehen sein wird, wie sie sich am Ende in einem Kampf schlagen. In Flugform erinnerten sie aber auch irgendwie an einen schwarzen Iron Man.

Spannend war dann auch die finale Szene, in der Grogu nicht nur seine Machtfähigkeiten unter Beweis stellte, sondern auch zeigte, dass die Sorgen von Ahsoka Tano vielleicht nicht unberechtigt waren. Über die Staffel verteilt hat der Kleine immer wieder Anzeichen gezeigt, dass er auch eine dunkle Seite hat. Sehr wahrscheinlich rückt dieser Aspekt aber wohl erst in Staffel 3 etwas mehr in den Mittelpunkt, denn nun geht es erst einmal darum, den Kleinen aus den Hände Gideons zu befreien.

Viel spricht dafür, dass Mando für die Rettungsmission ein paar bekannte Gesichter zusammentrommeln wird. Boba Fett und Fennec Shand sind bereits an Bord, Cara Dunn scheint ebenfalls zur Hilfe bereit und in der nächsten Folge dürfte auch Mayfeld dazustoßen. Bo-Katan und Cobb Vanth sind ebenfalls Kandidaten für die Rettungsmission, wobei vor allem die Mandalorianerin aufgrund ihrer Suche nach dem Dunkelschwert als wahrscheinlichstes weiteres Mitglied der Rettungsmission gilt. Und wer weiß, vielleicht schaut ja auch noch ein Jedi vorbei, der den Ruf Grogus gehört hat.

Fazit

Jede Menge Action, die Rückkehr eines klassischen Star-Wars-Charakters und ein spannender Aufbau für die finalen Folgen der 2. Staffel: "Die Tragödie" bietet wieder sehr gute Unterhaltung und setzt das hohe Niveau von The Mandalorian in Staffel 2 fort. Lediglich die erneut kurze Laufzeit trüben den Gesamteindruck etwas. Ein paar Minuten mehr hätten definitiv nicht geschadet.

The Mandalorian: Drehbuchautor äußert sich zur zeitlichen Einordnung der Serie zwischen Episode 6 und Star Wars: Rebels

MÖGLICHE SPOILER

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The Mandalorian 05 Ahsoka Tano

The Mandalorian spielt in etwa fünf Jahre nach den Ergeinissen von Star Wars: Episode 6 - Die Rückkehr der Jedi-Ritter - soviel ist bereits zum Start der Serie bekannt gewesen. Nun hat sich Regisseur und Drehbuchautor Dave Filoni im Interview mit Vanity Fair aber noch einmal zur zeitlichen Einordnung der Serie in den Kanon geäußert und dabei eine interessante Möglichkeit ins Spiel gebracht.

 "Man dreht [Episoden] Vier, Fünf und Sechs und dann Eins, Zwei und Drei. Wenn man sich also den Epilog von Rebels ansieht, weiß man nicht wirklich, wie viel Zeit vergangen ist. Es ist also möglich, dass die Geschichte, die ich in The Mandalorian erzähle, tatsächlich davor spielt. Möglicherweise. Ich sage, es ist möglich."

Bestätigt ist diese zeitliche Einordnung damit natürlich nicht. The Mandalorian würde aber auch nach aktuellem Stand der Folgen durchaus diese Möglichkeit bieten. In Episode 5 der Serie befindet sich Ahsoka Tano noch auf der Suche nach Informationen über den Aufenthaltsort von Großadmiral Thrawn. Der verschwand mit Ezra Bridger am Ende von Star Wars: Rebels. Die Ahsoka, die die Fans in The Mandalorian sehen, könnte also Informationen zum Aufenthaltsort des Admirals bekommen haben und dann im Epilog von Rebels mit Hilfe von Sabine Wren zu diesem Aufenthaltsort fliegen.

Wohlmöglich erfahren die Fans ja im weiteren Verlauf der 2. Staffel von The Mandalorian, ob diese zeitliche Einordnung stimmt. Wer noch mehr Informationen über die Ahsoka in The Mandalorian und in Rebels erfahren möchte, sollte unbedingt einen Blick in das Originalinterview von Vanity Fair mit Dave Filoni werfen.

Kapitel 13: Die Jedi - Kritik zu The Mandalorian 2.05

SPOILER

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Mit der fünften Episode der 2. Staffel von The Mandalorian kommt es nun endlich zum Real-Debüt von Ahsoka Tano in der Welt von Star-Wars. Die Inszenierung der Episode "Die Jedi" ließ sich Dave Filoni dabei nicht nehmen. Filoni war sowohl für Star Wars: The Clone Wars als auch für Star Wars Rebels verantwortlich und begleitete damit Ahsoka Tano praktisch ihr gesamtes fiktionales Leben. Auch das Drehbuch schrieb Filoni gleich selbst, womit erstmals in dieser Staffel nicht Showrunner Jon Favreau für das Skript verantwortlich war.

Ahsoka Tano feiert ihr Debüt

Fast schon traditionell verschlägt es Mando und Baby Yoda in "Die Jedi" wieder auf einen neuen Planeten, wo sie in einem kleinen Dorf mit einem Problem konfrontiert werden. In diesem Falle handelt es sich um dem Planeten Corvus. Dieser wird von der Magistratin Morgan Elsbeth (Diana Lee Inosanto) regiert, die wiederum von einer Jedi bedroht wird. In der Annahme, dass Mandalorians und Jedi natürliche Feinde sind, beauftragt Elsbeth den Mandalorian damit, die Jedi zu töten. Dummerweise, zumindest aus ihrer Sicht, hat Mando aber seine eigene Agenda.

Nachdem Ahsoka Tano nun bereits seit zwei Episoden angedeutet wurde, verschwendet Filoni in "Die Jedi" auch keine Zeit mit ihrem Debüt. Direkt zum Auftakt darf die einstige Schülerin von Anakin Skywalker zeigen, was in ihr steckt. Im Gegensatz zu Bo-Katan entschieden sich die Verantwortliche allerdings dafür, die Rolle nicht mit der bisherigen Synchronsprecherin Ashley Eckstein zu besetzen, sondern verpflichteten stattdessen Rosario Dawson. Diese macht ihre Sache auch durchaus gut, so wirklich überragend ist die Darstellung allerdings auch nicht. Dabei könnte auch die Optik eine gewisse Rolle spielen. Die Montrals sehen irgendwie etwas fake aus.

Grundsätzlich dürfte die Bindung zwischen Zuschauer und Tano zudem auch stark davon abhängen, wie vertraut man mit den Animationsserien ist. Wer erstmals in The Mandalorian mit der Figur Bekanntschaft macht, erfährt über sie relativ wenig. Szenen, wie ihre Weigerung Baby Yoda zu trainieren, weil dieser eine zu starke emotionale Bindung zu Mando hat, dürften eine andere Wirkung haben, wenn man ihre Hintergrundgeschichte kennt. Als ehemaliger Padawan von Anakin Skywalker weiß Tano sehr genau, welche katastrophalen Resultate aus Emotionen und Angst um eine geliebte Person entstehen können.

Auch das Ende ist eher ein Bonbon für Fans der Animationsserien. Neben Star Wars: The Clone Wars war Ahsoka Tano auch in Star Wars Rebels mit von der Partie. Die Serie endete damit, dass Hauptheld und angehender Jedi Ezra Bridger gemeinsam mit dem Hauptgegenspieler Admiral Thrawn in den Tiefen des Universums verschwand und als verschollen galt. Tano und Sabine, eine Freundin Ezras begaben in der letzten Szene der Serie auf die Suche nach Ezra. Es scheint, als würde diese nun immer noch andauern.

Er hat einen Namen

Gemeinsam mit dem Debüt von Ahsoka Tano bringt "Die Jedi" auch einige Hintergrundinformationen zu Baby Yoda, inklusive dessen Namen. So heißt der Kleine eigentlich Grogu. Ob sich der Name unter den Fans durchsetzen wird, bleibt fraglich. Irgendwie hat man sich mittlerweile an Baby Yoda gewöhnt, auch wenn die Macher selbst sich mit der Bezeichnung, die nur außerhalb der Serie üblich ist, nie anfreunden konnten. Ebenfalls interessant ist, dass man sich gegen einen Namen mit Y entschieden hat, obwohl die einzigen bisherigen Vertreter (Yoda und Yaddle) der Spezies Namen mit dem Anfangsbuchstaben trugen.

Gemeinsam mit dem Namen enthüllt Ahsoka auch die Herkunft Grogus. So wurde dieser in Coruscant ausgebildet und konnte vor der Order 66 gerettet werden. Den Enthüllungen folgt eine sehr schöne Szene, in der noch einmal der Bund, der sich zwischen Mando und Grogu mittlerweile geformt hat, zum Ausdruck gebracht wird. Allein wie der kleine Yoda jedes Mal auf seinen Namen reagiert, wenn Mando ihn ausspricht, ist schon sehr liebenswert, und ihre gemeinsame Trainingseinheit fällt ebenfalls in diese Kategorie.

Vor diesem Hintergrund will auch nie wirklich der Glaube aufkommen, dass Mando sich am Ende tatsächlich von dem Kleinen trennt. Stattdessen bekommt er von Ahsoka in Form des Planete Tython das nächste Ziel auf seiner Reise. Dass Grogu auf dem Planeten vielleicht einen anderen Jedi rufen könnte, lässt die Zuschauer natürlich sofort aufhorchen. Schließlich sind von diesen nicht mehr zu viele übrig. Ein Namen ist dabei besonders naheliegend, aber so wirklich würde es nicht zum bisherigen Verlauf von The Mandalorian wirklich passen, wenn auf einmal Luke Skywalker auftaucht. Es bleibt ohnehin abzuwarten, ob überhaupt jemand kommt.

Western trifft auf japanisches Kino

Neben einigen inhaltlichen Entwicklungen hat "Die Jedi" auch optisch wieder einiges zu bieten. Dave Filoni gilt sowohl als Fan von Western als auch von japanischen Klassikern des Meisterregisseurs Akira Kurosawa, und dies sieht man der Episode definitiv an. Gerade am Ende kommen beide Genres zum tragen, wenn Filoni einen klassischen Western-Showdown mit einem Schwertduell früherer Samurai-Filme kombiniert.

Dabei dürfen sich auch die anderen beiden Gastdarsteller der Folge noch einmal zeigen. Diana Lee Inosanto bekommt hier jedoch deutlich mehr zu tun. Michael Biehn, der mit Filmen wie Terminator und Aliens Genre-Geschichte geschrieben hat, wird dagegen etwas verschenkt. So wirklich relevant ist seine Rolle nicht, was das Casting eher zu Fanservice macht.

Die Optik ist dabei wie gewohnt über jede Kritik erhaben. Wenn man an der Episode etwas kritisieren möchte, dann vielleicht, dass man zwischenzeitlich etwas den Kopf ausschalten muss. Die Gegenspieler rund um Magistratin Morgan Elsbeth verhalten sich schon äußerst dumm. Allein das klassische "Lasst uns aufteilen, und im Dunkeln die Jedi suchen, damit sie uns einzeln ausschalten kann" überschreitet schon leicht die Klischeegrenze. Aufgrund der starken Inszenierung lässt sich dies aber verschmerzen.

Fazit

Das Debüt von Ahsoka Tano ist eine weitere gelungene Folge in einer ohnehin schon sehr guten 2. Staffel. Tano bringt eine Reihe von Hintergrundinformation mit, die sich allerdings vor allem auf Baby Yoda beziehen. Zuschauer, die mit ihr nicht vertraut sind, lernen dagegen eher wenig über die einstige Schülerin von Anakin Skywalker. Dafür kann die Episode rein optisch wieder voll überzeugen, auch wenn die Logik hin und wieder etwas auf der Strecke bleibt.

Kapitel 12: Die Vertreibung - Kritik zu The Mandalorian 2.04

SPOILER

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The Mandalorian Staffel 2

In der vierten Folge der 2. Staffel kehren Mando und Baby Yoda nach Nevarro zurück, wo es zum Wiedersehen mit Greef Karga und Cara Dune kommt. Karga-Darsteller Carl Weathers nahm dabei in der Episode gleich selbst auf dem Regiestuhl Platz und inszenierte erstmals eine Folge innerhalb der Serie. Das Drehbuch wurde dagegen erneut von Showrunner Jon Favreau geschrieben, der für alle bisherigen Skripte der 2. Staffel verantwortlich war.

Zurück nach Nevarro

Star-Wars-Fans, die sich auf das Debüt von Ahsoka Tano gefreut hatten, müssen sich noch eine Woche gedulden. Wie zu erwarten war, kam es in "Die Vertreibung" noch nicht zum Auftritt der beliebten Figur aus Star Wars: The Clone Wars. Stattdessen feierten zwei bekannte Gesichter aus Staffel 1 ihre Rückkehr. So wird Mando zu Beginn der Folge schnell klar, dass er mit den notdürftigen Reparaturen an seinem Schiff nicht weit kommen wird. Nach einer witzigen Szene mit Baby Yoda, die Marvel-Fans an Baby Groot und Rocket erinnern dürfte, fällt kurzerhand der Entschluss, nach Nevarro zurückzukehren und dort um Hilfe zu bitten.

Die Situation der Siedlung auf dem Planeten hat sich in der Abwesenheit Mandos deutlich zum Besseren gewendet. Mit der Hilfe von Cara Dune, die nun den Posten des Marshals innehat, konnte Greef Karga viele positive Veränderungen ansteuern. Dummerweise findet sich auf dem Planeten immer noch ein kleiner Außenposten des Imperiums. Um diesen endgültig loszuwerden, sichern sich Karga und Dune die Hilfe von Mando, wobei das Trio zudem noch Unterstützung von einem früheren Kopfgeldziel Mandos erhält, auch wenn dieser nicht ganz freiwillig hilft.

Es stellt sich jedoch bald heraus, dass der Außenposten gar nicht so klein und unbedeutend ist, wie zunächst angenommen, und die vier Infiltratoren haben plötzlich einiges zu tun. Vor allem die Tatsache, dass hier Forschungen und Untersuchungen an Baby Yodas Blut vorgenommen wurden, alarmiert Mando. Am Ende ist die Gruppe jedoch erfolgreich und übersteht sogar einen TIE-Fighter-Angriff. Dummerweise hat der Aufenthalt von Mando auf Nevarro auch dazu geführt, dass ein Spion einen Sender auf der Razor Crest platzieren konnte. Somit ist Moff Gideon nun in der Lage, Mando zu folgen, als sich dieser auf den Weg zu Ashoka Tano macht.

Erneut gegen das Imperium

Nach vier Folgen in der 2. Staffel scheint sich ein kleines Muster abzuzeichnen. Während es in den ersten beiden Episoden jeweils um ein Monster der Woche ging, standen in Episode 3 und 4 Angriffe auf imperiale Raumschiffe beziehungsweise Stützpunkte im Mittelpunkt. Ähnlich wie bei Episoden 1 und 2 gibt es bei 3 und 4 dabei einen qualitativen Abfall, auch wenn dieser im Falle von "Die Vertreibung" deutlich geringer ausfällt. Die vierte Folge kommt am Ende nicht ganz die Qualität ihres direkten Vorgängers heran, so fühlt sich "Die Thronerbin" einfach in sich etwas runder an.

Was beide Folgen jedoch gemein haben, ist ihre Kürze. Auch "Die Vertreibung" kommt wieder nur auf etwas mehr als eine halbe Stunde. In dieser kommt zwar absolut keine Langeweile auf, trotzdem wirkt die Handlung etwas gehetzt. Der eine oder andere Moment mehr, um die Figuren etwas zu weiterzuentwickeln, hätte durchaus nicht geschadet. Dafür macht die Action wieder ziemlich Spaß, vor allem als Regisseur Carl Weathers mehrere TIE-Fighter quasi auf sich selbst loslässt.

Interessanterweise haben die Macher sich zudem dafür entschieden, einen großen Teil des finalen Showdowns ohne den Mandalorian stattfinden zu lassen. Zwar darf er am Ende den Retter spielen, trotzdem wirkt es etwas komisch, wenn ein Fixpunkt, wie Mando es in der Star-Wars-Serie ist, in wichtigen Momenten durch Abwesenheit glänzt. Auch könnte man anmerken, dass die Reparatur der Razor Crest am Ende doch arg schnell vonstatten gegangen ist. Letztendlich dürfte auch dies aber wieder auf die kurze Laufzeit zurückzuführen sein.

Der Hauptplot schreitet voran

Während "Die Vertreibung" mit ihren Figuren und dem Plot in für The Mandalorian relativ bekannten Pfaden schreitet, gibt es in Hinblick auf Hauptplot einige spannende Entwicklungen. So finden Mando und seine Verbündeten heraus, dass es sich bei dem Stützpunkt um eine Forschungsstation handelt, in der anscheinend Klon-Experimente und Forschungen an Baby Yodas Blut vorgenommen wurden. Es wird interessant zu sehen sein, in welche Richtung die Autoren diese Geschichte entwickeln. Auf der einen Seite könnte man die Lücke zu Episode IX schließen und die Grundlage für die Rückkehr des Imperators legen. Auf der anderen Seite könnte aber gerade das Ende dafür sprechen, dass Moth Gideon vielleicht auch an einer neuen Version der Sturmtruppler forscht. Mit Yodas Blut könnte Gideo Klonkrieger schaffen, die in der Lage sind, die Macht zu benutzen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

Fazit

Kurz und knackig, actionreich und eine Prise Hauptplot: Mit diesen Worten lässt sich "Die Vertreibung" wohl am besten beschreiben. Auch wenn die Episode nicht ganz an die der Vorwoche herankommt, bietet sie doch wieder Unterhaltung auf hohem Niveau. Lediglich in Hinblick auf die Laufzeit kann man für die kommenden Wochen nur den Wunsch äußern, dass die Macher The Mandalorian mal wieder ein paar Minuten mehr spendieren.

Kapitel 11: Die Thronerbin - Kritik zu The Mandalorian 2.03

SPOILER

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The Mandalorian Staffel 2 Kapitel 11

Der Mandalorian ist weiter auf der Suche nach Mitgliedern seines Volkes und wird in "Die Thronerbin" tatsächlich fündig. Inszeniert wurde die dritte Episode der 2. Staffel dabei von Bryce Dallas Howard, womit erstmals eine Regisseurin aus Staffel 1 ihre Rückkehr feiert. Howard war bereits für die Folge "Die Zuflucht" verantwortlich und beweist mit ihrer zweiten Regiearbeit eindrucksvoll, warum sie für Staffel 2 zurückgeholt wurde. "Die Thronerbin" ist die bisher beste Folge der Staffel und eine der stärksten der gesamten Serie.

Vorhang auf für Bo-Katan Kryze

In "Die Thronerbin" feiert Bo-Katan Kryze ihr Realdebüt, nachdem die Figur bisher nur in den Animationsserien Star Wars: The Clone Wars und Star Wars Rebels zu sehen war. Bo-Katan stellt sich als eine der Mandalorianer heraus, zu denen die Passagierin aus Episode 2 Mando und Baby Yoda führen sollte. Bevor es zu dem Treffen kommt, gibt es zunächst aber eine rührende Wiedervereinigung des Froschpaars und anschließend den mittlerweile schon fast obligatorischen Hinterhalt. Aus Letzterem kann sich Mando dieses Mal nicht selbst befreien, stattdessen greifen gleich drei Mandalorianer ein, die von Bo-Katan angeführt werden.

Die von Katee Sackhoff gespielte Figur hat auch tatsächlich die erhofften Informationen im Gepäck, will im Gegenzug aber die Hilfe Mandos bei einem Überfall auf ein imperiales Frachtschiff. Was folgt ist eine klassische Star-War-Korridorkampfszene. Selbst nach 40 Jahren macht es immer noch Spaß, Star-Wars-Helden dabei zuzuschauen, wie sie Sturmtruppler in engen Korridoren niederkämpfen. Dass die weißen Soldaten dabei nach wie vor absolute keine Treffsicherheit an den Tag legen, ist natürlich selbstverständlich und mittlerweile eher ein Feature als ein Kritikpunkt. Nachdem der Kampf gewonnen ist, gibt Bo-Katan Mando schließlich die Informationen, die er braucht, und lässt für Star-Wars-Animationsfans einen weiteren vertrauten Namen fallen: Ahsoka Tano.

Spaß, Action, Herz und Lore

Mit rund 30 Minuten ist "Die Thronerbin" wieder eine eher kürzere Episode von The Mandalorian, was allerdings aber auch dazu führt, dass es praktisch keine Längen gibt und der Zuschauer ohne Verschnaufpause unterhalten wird. Bryce Dallas Howard gelingt es dabei hervorragend, tolle Action mit Humor und jeder Menge Herz zu einem hervorragenden Mix zu vermischen. Zudem wird auch die Handlung selbst etwas stärker vorangetrieben, wobei mit der Verbindung von Bo-Katan, Gideon und dem Darksaber ein paar Handlungsstränge aufgebaut werden, die in Zukunft noch von Bedeutung sein dürften.

Wenn man etwas kritisieren möchte, dann vielleicht die Tatsache, dass die kurze Laufzeit sehr wenig Raum für die Figuren bietet. Gerade für Zuschauer, die mit Bo-Katan Kryze noch nicht vertraut sind, hätten es vermutlich ein paar Informationen und etwas Charakterentwicklung mehr sein dürfen. Allerdings scheint die Handlung darauf hinzudeuten, dass es nicht der letzte Auftritt der Mandalorianerin sein wird. Auch dürfte es interessant werden, ob die Geschichte rund um die Heimat der Krieger zukünftig vielleicht etwas stärker ins Zentrum rückt.

Interessant waren auch die Enthüllungen rund um Mandos eigene Mandalorianer-Verbindung, denn in der Episode wird enthüllt, woher das Verbot der Helmabnahme kommt. So wurde der Mandalorianer anscheinend von einer Sekte aufgezogen, die sogar innerhalb seines Volkes als eher extrem angesehen wird. Wie jeder andere Mensch ist Mando nur bedingt begeistert zu hören, dass er wohl Mitglied einer Sekte war und schenkt den Aussagen nur wenig Glauben. Langfristig scheinen die Autoren hier aber die Grundlage zu legen, dass die Hauptfigur vielleicht doch häufiger einmal den Helm abnehmen darf.

Ein optischer Augenschmaus

Mit dem Wassermond bietet "Die Thronerbin" auch optisch einiges an Abwechslung. Grundsätzlich ist die Episode mal wieder ein Musterbeispiel dafür, um aufzuzeigen, wie weit wir mittlerweile bei Serien gekommen sind. Die halbe Stunde hätte allein anhand an ihrer Optik auch direkt aus einem Star-Wars-Kinofilm stammen können. Selbst bei der generell hohen Qualität von The Mandalorian sticht diese Folge noch einmal heraus und punktet mit einigen Schauwerten.

Trotzdem verlassen sich die Macher aber nicht allein auf die Optik, sondern bieten auch inhaltlich einiges für Star-Wars-Fans. Dass man sich in Staffel 2 dafür entscheiden hat, Figuren aus den Animationsserien einzuführen, ist ein super Schachzug und allein der Name Ahsoka Tano dürfte bei vielen Fans schon für Vorfreude sorgen. Sehr wahrscheinlich müssen sich diese aber bis zur übernächsten Folgen gedulden. Episode 5 wurde von Dave Filoni inszeniert, dem Schöpfer von Star Wars: The Clone Wars und Star Wars Rebels, und es erscheint unwahrscheinlich, dass sich Filoni das Realdebüt von Ahsoka Tano entgehen lässt.

Fazit

"Die Thronerbin" bietet innerhalb von rund 30 Minuten die perfekte Star-Wars-Mischung und erweist sich nicht ohne Grund als eine der besten Episoden von The Mandalorian. Die Action und die Effekte sorgen für tolle Schauwerte, während mit Bo-Katan eine interessante Figur für die Zukunft ihr Debüt feiert. Garniert wird dies alles mit einer Prise Humor und viel Herz, sodass es hier kaum etwas zu kritisieren gibt.

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