Kritik zu The Walking Dead 5.16: Conquer

SPOILER

Das war es also, das große Finale der fünften Staffel von The Walking Dead. Ich muss zugeben, dass ich seit der letzten Episode ziemlich gehyped war und vor Aufregung buchstäblich auf meinem Sofa hin- und herrutsche. Das lag aber nicht ausschliesslich an meiner Gehypedheit, sondern auch daran, dass das Tempo der Episode einfach unglaublich gut war. Die verschiedenen Stories wurden gut zusammen geschnitten und einzelnen Szenen wirkten nie zu lang oder zu kurz. Die angekündigten 90 Minuten haben sich dank Werbung auf letztendlich knapp 65 Minuten reduziert, was aber auch noch okay war. Die zusätzlichen 25 Minuten wurden gut genutzt und ich freue mich schon darauf, die siebenmonatige Pause mit dem hoffentlich guten Prequel/Spinoff Fear the Walking Dead zu verkürzen zu können.

Meine Spekulation von letzter Woche bezüglich Morgan und den Wolves hat sich in sofern bewahrheitet, dass sie zwar aufeinander treffen, Morgan aber ganz klar die Oberhand hat. Ich war ein bisschen überrascht davon, dass er die beiden Wolves so problemlos mit seinem Bo-Stab verprügelt hat, aber andererseits hat er sich in Staffel 3 ja auch schon seine eigene Festung gebaut. Wieso sollte er dann nicht auch Kampfkunst trainiert haben? Viel merkwürdiger fand ich hier, dass man nach dem Kampf noch gezeigt hat, dass die Pistole gar nicht geladen war, dann aber erst im Interview nach der Ausstrahlung darauf hinweisen muss, dass Morgan nochmal gehupt hat um Walker anzulocken und diese davon abhalten wollte, die beiden Typen zu fressen. Da hätte man ihn ruhig vor seiner Abreise noch gegen 1-2 Zombies kämpfen lassen können um seine Taten zu erklären.

Daryl und Aaron sind weiterhin im Wald unterwegs und verfolgen mittlerweile eine Person in einem roten Poncho, die sie indirekt in eine Falle lockt. Ehe er sich versieht, befindet Daryl sich eingeschlossen in einem Auto, umzingelt von einer Meute untoter Kadaver. Genau wie sein Bruder Merle einst, allerdings nicht mit einer Flasche Schnapps, sondern mit Aaron und dem Plan, zu am Leben zu bleiben. Zum Glück kommt Morgan gerade im richtigen Augenblick und hilft ihnen, sich zu befreien. Ich fand das Zusammenfinden der drei sehr clever gemacht, da sie sich eigentlich gar nicht kennen, Morgan aber die Karte dabei hat, auf der Abraham einst seine Entschuldigung an Rick hinterlassen hatte. Neben der Verstrickung dieser beiden Handlungstränge bot uns diese Szene auch noch eine sehr coole Hommage an Dawn of the Dead. Den Film, der Tom Savini (und seine Special Effects) berühmt und zum Mentor von Greg Nicotero gemacht hat. Nicotero wiederum ist heute verantwortlich für die Effekte von The Walking Dead. So schließt sich der Kreis. Es gab übrigens auch schon zuvor solche Easter Eggs, denn in Staffel drei und vier hatten sowohl der Plaid Shirt Zombie aus Dawn als auch Bub aus Day kleine Cameos.

DotD Hommage in TWD

Auch Glenn und Nicholas sind außerhalb der Mauern unterwegs, allerdings aus anderen Gründen: Nachdem Glenn seinem neuen besten Freund letzte Woche noch verklickert hatte, wie wenig er eigentlich von ihm hält und dass er nie wieder einen Fuß außerhalb der Mauern setzen wird, macht dieser sich  darauf hin direkt mal auf die Socken nach - natürlich - außerhalb der Mauern. Glenn schluckt den Köder und folgt ihm. Nachdem er ihn hinterhältig in die Schulter schießt, lässt Nicholas unseren lieben Glenn dann auch einfach mit drei Fangirls Walkern am Hals zurück. Bringt ihm jedoch wenig, denn Glenn ist jemand der sich bereits vor zwei Staffeln aus einem Raum befreien konnte in dem er es unbewaffnet und an einen Stuhl gefesselt mit einem Walker aufnehmen musste. Und so ein großartig harter Hund wie Glenn nunmal ist, bringt er Nicholas danach nicht zur Strecke, sondern schleppt ihn zurück nach Alexandria, wo er (hoffentlich) eine gerechte Strafe für sein Verhalten bekommt.

Ein weiterer Fast-Mord wurde in dieser Episode noch von Sasha begangen, aber aus ganz anderen Gründen als man von ihr jetzt erwarten würde. Sie hat eingesehen, dass mit ihr etwas nicht stimmt und sucht daher Hilfe bei Gabriel. Verständlich, denn wenn ich mich aus Frust, Angst, Trauer, naja eigentlich ganz egal welchem Grund auf einen Haufen Zombieleichen lege um zu mir selbst zu finden, dann würde ich auch um Hilfe bitten. Der Haken an der Sache ist nun aber, dass auch Gabriel mittlerweile nicht mehr alle Tassen beisammen hat. Zunächst begibt er sich allein in den Wald um spazieren zu gehen. Natürlich hat er einfach keinen Bock mehr und will sich von den Untoten zu einem von ihnen machen lassen. Doch dann sieht er, dass der Walker einen Strick um den Hals hat und er erinnert sich, dass man für Selbstmord in die Hölle kommt und er auch kein Walker werden will. Daraufhin entscheidet er sich kurzfristig um, legt einen der coolsten Kills der Staffel hin und begibt sich zurück nach Alexandria. Dort angekommen ist ihm alles noch egaler als vorher und auf die (zugegeben super dämliche) Bitte hin, das Tor zu schließen reagiert er kaum und schließt das Gatter nur äußerst dürftig. Danach begibt er sich in seine Kirche und trifft dort eben auf Sasha. Er sagt, er könne ihr nicht helfen und die beiden streiten sich immer heftiger, sodass Sasha bereits mit ihrer Waffe auf ihn zielt als Maggie hineinstürmt und die beiden zur Dorfversammlung abholen will.

Und damit wären wir auch schon bei dem Teil, um den es in dieser Folge eigentlich am meisten geht: Die Entscheidung ob Rick bleiben darf oder nicht. Die ganze Heranführung aus Ricks Sicht war eine gute Idee, denn genau wie der Zuschauer weiß auch er nichts über die Ereignisse seit dem Augenblick als er von Michonne umgehauen wurde. Carol zeigt hier mal wieder wie unglaublich abgebrüht sie mittlerweile einfach ist und trifft mit ihrer "These people are like children. And children like stories!"-Einschätzung der übrigen Bewohner den Nagel auf den Kopf.

Auch die Szene in der sie Pete konfrontiert ist ziemlich großartig, da sie damit bereits den Grundstein für Petes Hinrichtung gelegt hat. Besiegelt wurde diese damit, dass sie Rick anfangs noch zurück hält und ihn warten lässt, bis Pete irgendwem was antut und die Bewohner die schmerzliche Erfahrung machen, dass Rick recht hatte als er blutüberströmt mit seiner Waffe herumfuchtelte und von der Sicherheit der Stadt sprach.

Abrahams versuch, die Welt jenseits der Mauern zu erklären fand ich persönlich sehr cool, besonders weil es sich wie eine Symbiose aus ihm und Eugene anhörte. Ob sie dem angedachten Zweck, Rick in ein besseres Licht zu stellen jedoch nachgekommen ist, stelle ich aber eher in Frage.

Simply put there is a vast ocean of shit that you people don't know shit about. Rick knows every fine grain of said shit and then some.

-Abraham Ford

Zuletzt noch ein paar Sätze zu den Wolves. Meine Güte sind das verrückte Leute. Ich bin ein bisschen beeindruckt davon, wie clever und effektiv sie ihre Falle gebaut haben. Und sollten es wirklich nur die beiden sein, die wir jetzt in dieser Episode gesehen haben, dann dürfte Rick wohl den Highscore der meist gekillten Walker abgeben dürfen. Dank Morgans Gutmütigkeit zum Anfang der Episode werden wir zum Schluss dann auch noch Zeuge davon, wie die beiden Wolves dem Typen im roten Poncho die Kehle durchschneiden und ihn zu einem Teil ihrer Zombie-Armee machen. Toller Einfall, den Wölfen ein Rotkäppchen zu geben. Außerdem finden Sie Aarons Fotos von Alexandria und damit dürfte wohl klar sein, in welche Richtung Staffel 6 geht.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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