Abschied von Anthony Head

Der britische Schauspieler, Musical- und Bühnendarsteller Anthony Head ist am vergangenen Montag, dem 1. Juni 2026, im Alter von 72 Jahren verstorben. Dies bestätigten seine beiden Töchter, die Schauspielerinnen Emily (Emmerdale) und Daisy (Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben), kürzlich gegenüber der BBC. Ihr Vater sei friedlich im Kreise seiner Familie an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben.

Anthony Stewart Head kam am 20. Februar 1954 in Camden Town in London zur Welt. Dabei wurde ihm sein künftiger Beruf bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater, Seafield Laurence Stewart Murray Head, war Dokumentarfilmer und Mitbegründer von Verity Films, seine Mutter war die Schauspielerin Helen Shingler.

Seine ersten Schritte in diese Richtung machte er dabei bereits im Alter von sechs Jahren, als er in einer kleinen Aufführung den Kaiser in Des Kaisers neue Kleider spielte, die von den Freundinnen seiner Mutter organisiert worden war. Nach dem Gymnasium studierte er Schauspiel an der London Academy of Music and Dramatic Art (LAMDA).

Eine seiner frühen Rollen war 1978 im Musical Godspell an der Seite von Su Pollard. Im selben Jahr feierte er zudem sein Fernsehdebüt in der Serie Enemy at the Door, die die deutsche Besetzung der Guernsey-Kanalinseln thematisierte. Es folgten weitere Auftritte in verschiedenen britischen Fernsehserien. 1981 spielte er schließlich seine erste Filmrolle in Lady Chatterleys Liebhaber, einer Verfilmung des gleichnamigen Liebesromans von D. H. Lawrence. Ende der 1980er-Jahre erlangte er größere Bekanntheit durch die gemeinsamen Nescafé-Gold-Blend-Werbespots mit Sharon Maughan. 

Head war auch für seine Gesangsrolle bekannt und spielte unter anderem in der West-End-Wiederaufnahme der Rocky Horror Show den Frank N. Furter. Seine Interpretation des Songs Sweet Transvestite wurde später auch als Single veröffentlicht. Diese Rolle begleitete ihn sein ganzes Leben lang, sodass er diese Performance in den Jahren darauf immer wieder zu besonderen Anlässen – wie einer Tribute-Show im Royal Court Theatre in London oder einer Produktion des Hard Rock Hotel and Casino in Las Vegas – zum Besten gab.

1982 lernte er Sara Fisher kennen, mit der er bis zu ihrem Tod im Dezember 2025 zusammen war. Da sie beide der Meinung waren, dass eine Ehe nicht notwendig sei, heirateten sie nie, betrachteten sich aber dennoch als Ehepaar. Sechs Jahre später wurde ihre erste Tochter Emily geboren, im März 1991 folgte schließlich ihre Schwester Daisy.

Im Jahr 1997 wurde er hingegen als arroganter Magier Adam Klaus in der britischen Serie Jonathan Creek besetzt. Diese Rolle übernahm er jedoch nur im Piloten, da er anschließend die Rolle des Rupert Giles in Buffy – Im Bann der Dämonen spielte, die ihm schließlich den internationalen Durchbruch bescherte.

Trotz seines Erfolgs blieb er dem britischen Fernsehen treu und wirkte in Klassikern wie der Sketch-Show Little Britain (als Premierminister Michael Stevens), in Doctor Who, Spooks – Im Visier des MI5 und Merlin – Die neuen Abenteuer mit. Im US-Fernsehen war er hingegen in Serien wie Warehouse 13, Dominion, Tom Clancy’s Jack Ryan, Bridgerton und zuletzt in der Erfolgsserie Ted Lasso von Apple zu sehen.

Zu den filmischen Werken zählen noch bekannte Titel wie der als Rockoper gestaltete Horrorfilm Repo! The Genetic Opera (Regie: Darren Lynn Bousman), ein Cameo-Auftritt in Tim Burtons Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street, der oscarprämierte Film Die eiserne Lady mit Meryl Streep, die Marvel-Verfilmung Ghost Rider: Spirit of Vengeance und Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen gehören zu seinen Höhepunkten. Seine letzte Rolle spielte er 2024 in der RomCom First Class (bei Prime Video abrufbar), in der er an der Seite von Camila Mendes (Masters of the Universe), Marisa Tomei (Spider-Man: No Way Home) und Thomas Kretschmann (Indiana Jones und das Rad des Schicksals) zu sehen ist.

Seine ehemaligen Buffy-Kollegen Sarah Michelle Gellar, David Boreanaz, James Marsters, Charisma Carpenter und Emma Caulfield haben bereits kondoliert. Sein Kollege Brett Goldstein (Ted Lasso) schrieb, dass Head ein brillanter Schauspieler gewesen sei, der den schlimmsten Menschen der Welt verkörperte. Das war eine unglaubliche Leistung, denn Head war der beste Mensch.

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