Conan, der Cimmerian Band 2 : Natohk, der Zauberer

Vinent Brugeas & Ronan Toulhaut

Vincent Brugeas und Ronan Toulhoat präsentieren im zweiten Band der „Conan“  Reihe mit „Natohk, der Zauberer“ das erste „Conan“ Abenteuer, das es auf das Titelbild von „Weird Tales“ (Ausgabe Juni 1933) allerdings noch nicht mit dem Cimmerier in martialischer Halten geschafft hat.  Patrice Louinet fasst in seinem Nachwort die wichtigsten Fakten zusammen und zeigt noch einmal auf, wie Robert E. Howard die Grenzen des populären Pulp Magazins in Hinblick auf Gewalt, aber auch Erotik erweiterte und es während der Depression vor der Einstellung mit seinen besonderen Texten rettete.

 Die Geschichte ist aber noch aus einigen anderen Gründen interessant. Während im ersten Album der Reihe „Die Königin der schwarzen Küste“ Conan schließlich mit seiner Piratengefährtin auf eine versunkene Stadt und ihren legendären, aber natürlich auch tödlichen Schatz getroffen ist,  erzählt Robert E. Howard vom kurzen und brutal beendeten Leben eines Meisterdiebs, der eine weitere Stadt dieses Mal in der Wüste gefunden hat. Der Zusammenhang zwischen diesem Prolog und dem eigentlichen Handlungsfaden wird dem Leser auf Augenhöhe Conan ernst während des Finals bewusst.

 Wieder findet sich eine Frau an seiner Seite. Dieses Mal keine Piratenkönigin, sondern eine echte Prinzessin, die einer Vorhersage folgend den ersten Mann in den dunklen Gassen ihrer Stadt anspricht, um ihre Herrschaft vor dem mit einer Armee anmarschierenden und die Gegend plündernden Natohk, dem Zauberer zu schützen. Es handelt sich natürlich um Conan.

 In der Folge streift der Autor und ihm folgend auch das Team Brugeas/ Toulhoat die bekannten Mustern. Conan ist ein Krieger, ein Feldherr ohne Rang. Erfahren aus unzähligen Schlachten fehlt diesem Conan lange Zeit das Ungestüme, mit dem er in „Die Königin der schwarzen Küste“  die Gegner überrollt hat. Taktisch versucht er die Vorteile der Landschaft auszunutzen, wobei die Adligen in ihm einen Feigling sehen, der nicht den Mut hat, offen anzugreifen.

 Conan ist zwar immer wieder Zauberern, Untoten oder Magiern  auf seinen Reisen begegnet. Er hat aber immer wieder betont, das hinter diesen Phänomenen meistens Sterbliche stecken. Auch hier argumentiert er angesichts der perfiden Waffen des Feindes ähnlich. Wer sich in Howards umfangreichem Werk auskennt, wird diese Art von Atheismus dem Übernatürlichen gegenüber in fast allen seiner Heldeninkarnation wiederfinden. Alleine Solomon Kane hat manchmal einen entsprechenden Zaubertrick angewandt, während die historischen Überfiguren bis zum Barbaren lieber mit der Waffe in der Hand agiert

haben. Das Conan dieses Phänomen ignoriert, spricht eher für eine Ignoranz, ein Scheuklappendenken. 

Die Schlacht nimmt den Mittelteil des Albums ein. Ohne Dialoge, alleine der Stärke der klassisch angelegten Bilder und Zeichnungen vertrauen erschaffen die beiden Künstler eine nihilistische, aber auch verführerische Atmosphäre, mehr angelehnt an den Orient und die Geschichten aus der dunklen Welt von „1001 Nacht“ als dem barbarischen Zeitalter, in das Howard seinen Helden geschrieben hat.

 Das Finale ist klassisch, vielleicht auch klischeehaft. Howard ist ein Massenautor gewesen, der faszinierend kurzweilig erzählen konnte, sich aber nicht selten auch wiederholte. Die Versatzstücke wird der Leser inklusiv des finalen Aktes aus verschiedenen anderen seiner Texte kenne. In dieser Hinsicht hilft die Comicadaption, den jeder Künstler mit seinem individuellen Stil verfeinert oder besser verändert das vorliegende Szenario und erschafft dadurch Variationsmöglichkeiten, die Howard mit seinem individuellen, aber auch beschränkten Stil nicht bieten konnte.

 Im Gegensatz zu den leicht verfremdeten Szenen der ersten Geschichte „Die Königin der schwarzen Küste“ vertrauen Vincent Brugeas und Ronan Toulhoat einem deutlich bodenständigeren, strukturierten Ansatz, der Wert auf Genauigkeit, auf die kleinen Details legt. Die Kampfszenen sind deutlich größer angelegt, legen Wert auf Komplexität, während im ersten Album nicht selten fast surrealistisch einzelne Momente, individuelle Bewegungsabläufe im Vordergrund stehen.

 In mehrfacher Hinsicht ist die Adaption der bekannten Howard Kurzgeschichte fast gelungener als die Originalgeschichte, da sie die bekannten Ecken/m Kanten im Werk des Texaners deutlich glättet und dessen exotische Phantasie in verführerische Bilder packt.

 

  • Gebundene Ausgabe: 72 Seiten
  • Verlag: Splitter-Verlag; Auflage: 1., (20. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3962192034
  • ISBN-13: 978-3962192037
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Originaltitel: Conan le Cimmérien

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