Lucifer

Lucifer: Fox bestellt 3. Staffel

Der amerikanische Sender Fox hat seine Serie Lucifer um eine weitere Staffel verlängert. Der ehemalige Chef der Hölle wird damit auch im kommenden Herbst weiter gemeinsam mit dem LAPD Mordfällle aufklären. Wie die zweite Staffel umfasst Staffel 3 erneut 22 Episoden.

Lucifer hat sich bei Fox zu einem soliden Quotenlieferanten entwickelt. Bei der Live-Ausstrahlung sind jede Woche zwischen 3,5 und 4,2 Millionen Zuschauer dabei, insgesamt erreicht jede neue Folge durchschnittlich um die 8 Millionen Zuschauer.

Die Serie stammt aus der Feder von Tom Kapinos (Californication) und basiert lose auf dem gleichnamigen Comiccharakter von Vertigo. Die Geschichte dreht sich um den Fürsten der Hölle (gespielt von Tom Ellis), der keine Lust auf seinen Job hat. Gelangweilt und unglücklich gibt er seinen Thron auf und eröffnet in Los Angeles einen Nachtclub. Hier erkennt Lucifer, dass er Freude daran findet, der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen und der Bestrafung der Täter zu helfen.

In weiteren Rollen sind Lauren German als Det. Chloe Decker, Rachael Harris als Linda Martin, DB Woodside als Engel Amenadiel, Lesley-Ann Brandt als Maze, Kevin Alejandro als Dan und Scarlett Estevez als Trixie zu sehen.

Lucifer befindet sich seit der Episode "A Good Day to Die" in einer Winterpause. Unsere Kritik zur Folge findet ihr hier. Die zweite Staffel wird am 1. Mai mit der Episode "Candy Morningstar" fortgesetzt.

Start für Lucifer auf ProSieben - Die Sendetermine und Fakten im Überblick

In den USA ist Staffel 2 von Lucifer mit der Folge "A Good Day to Die" gerade in eine Pause bis Mai gegangen. In Deutschland feiert die Serie ab heute, den 1. Februar, ihre Free-TV-Premiere bei ProSieben.

Darum geht's

Jeder braucht mal einen Auszeit, sogar der Teufel selbst. Der gefallene Engel verschwindet aus der Hölle und eröffnet in Los Angeles einen Nachtclub namens Lux. Als Lucifer Morningstar lässt er fortan nichts anbrennen und genießt mit jeder Menge Alkohol und Sex das Dasein auf Erden. Schließlich können weder Frauen noch Männer seinem Charme widerstehen.

Als Lucifer Zeuge eines Mordes wird, kreuzen sich seine Wege mit Detective Chloe Decker. Diese ist aus unerfindlichen Gründen immun gegen ihn und übt auf den Höllenfürsten eine gewaltige Faszination aus. Für ihn steht fest: Er muss mehr über diese Frau herausfinden. Am besten, indem er mit ihr zusammenarbeitet...

Die Serie basiert lose auf dem von Neil Gaiman, Sam Kieth und Mike Dringenberg geschaffenen Comiccharakter. Jedoch bedient Lucifer sich nur der Prämisse und orientiert sich nicht weiter am Verlauf der Comicserie.

Die wichtigsten Figuren

Die Hauptperson ist Lucifer Morningstar, dargestellt von Tom Ellis (Merlin, Doctor Who) und in der deutschen Version gesprochen von Manou Lubowski (bekannt als Klößchen in TKKG). Ihm mangelt es nicht an Geld, wilden Partys, Alkohol oder Bettgenossen. Außerdem besitzt er die Gabe, den Menschen ihre geheimsten Wünsche zu entlocken. Da Lucifer stets die Wahrheit sagt, macht er kein Hehl daraus, dass er der Teufel persönlich ist. Eine für Normalsterbliche absurde Aussage, die ihm damit selten geglaubt wird; bis er sein wahres Gesicht zeigt. Lucifer fährt eine schwarze Corvette, Baujahr 1962 mit dem Kennzeichen "Fallin1". Er spielt Klavier und singt manchmal sogar dazu, die Gesangsparts übernahm Darsteller Tom Ellis selbst. Der Waliser sprach für die Rolle zuerst mit amerikanischem Akzent, war damit jedoch nicht zufrieden und entschied sich für den englischen Akzent. Ellis' Äußeres steht im Gegensatz zum Comic, in dem Lucifer wie David Bowie aussieht. In der Serie trägt er teure Designer-Anzüge und wirkt stets elegant. 

Lauren German (Chicago Fire) übernimmt die Rolle von Detective Chloe Decker, die deutsche Stimme leiht ihr Giuliana Jakobeit (Keira Knightley in Fluch der Karibik). Sie ist die einzige, auf die Lucifers Gabe keinerlei Auswirkungen hat. Chloe ist die Tochter der Schauspielerin Penelope Decker und hat sich selbst an diesem Beruf versucht, bevor sie sich entschloss, ihrem Vater nachzueifern und Polizistin zu werden. Sie hat eine Tochter namens Trixie und ist mit Dan verheiratet, von dem sie allerdings getrennt lebt.

Kevin Alejandro (True Blood, Arrow) ist Detective Daniel "Dan" Espinoza; sein Synchronsprecher ist Dennis Schmidt-Foß (Ryan Reynolds in Deadpool). Dan kann Lucifer nicht leiden, was auf Gegenseitigkeit beruht - Lucifer nennt ihn "Detective Arsch" (im Original: Detective Douche). Er ist der Vater von Trixie und kümmert sich trotz der Trennung von Chloe regelmäßig um seine Tochter. Eigentlich sollte Nicholas Gonzalez (The Flash) die Rolle übernehmen, er wurde jedoch nach der Pilotfolge von Alejandro ersetzt.

Mazikeen wird gespielt von Lesley-Ann Brandt (Spartacus) und synchronisiert von Melanie Hinze (Morena Baccarin in Deadpool). Sie wird in der Regel "Maze" genannt und ist eine Dämonin, die Lucifer auf die Erde gefolgt ist. In der Hölle war sie der führende Folterknecht, im Nachtclub Lux ist sie die Bardame. Sie sieht es zudem als ihre Aufgabe an, Lucifer zu schützen. Maze trägt meist aufreizende Kleidung und ist mit ihren dämonischen Kräften jedem im Kampf überlegen. Im Comic hat Maze eine helle Haut und ein entstelltes Gesicht. Die linke Gesichtshälfte sieht verwest aus, die Knochen scheinen durch und ihr fehlt das linke Auge. Wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegt, trägt sie im Comic deswegen eine Maske, um dies zu verdecken. Lesley-Ann Brandt ersetzte Lina Esco nach den ersten Leseproben.

D.B. Woodside (24) ist der Lucifers Bruder Amenadiel, dem in der deutschen Fassung Oliver Feld (Gabriel Mann in der Bourne-Reihe) die Stimme leiht. Der Engel wird von Gott auf die Erde geschickt, um den Teufel wieder zurück in die Hölle zu beordern. Amenadiel besitzt die Gabe, die Zeit zu verlangsamen. Seine Darstellung in der Serie weicht ebenfalls vom Comic ab. Der Comiccharakter hat helle Haut und wirkt mit grauen Haaren sowie einem Bart wesentlich älter.

Wann gibt's welche Folge zu sehen?

Folgende Sendetermine stehen bereits fest:

Mittwoch, 01.02.17
22.10 Uhr 1.01 Die teuflische Auszeit
23.15 Uhr 1.02 Der Teufel in Therapie

Mittwoch, 08.02.17
22.10 Uhr 1.03 Eifersucht und Erpressung
23.05 Uhr 1.04 Der Höhlenmensch im Manne

Mittwoch, 15.02.17
22.10 Uhr 1.05 Das Duell der Künstler
23.05 Uhr 1.06 Der gefallene Engel

Mittwoch, 22.02.17
22.10 Uhr 1.07 Der Fall Palmetto
23.05 Uhr 1.08 Tödlicher Seitensprung

LUCIFER | Official Trailer | FOX BROADCASTING

Kritik zu Lucifer 2.13 - A Good Day to Die

SPOILER

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Tom Ellis als Lucifer und D.B Woodside als Amenadiel in Lucifer "A Good Day to Die"

Eigentlich waren für Lucifer auch für Staffel 2 nur 13 Episoden geplant. Dann bestellte Fox jedoch doch eine komplette Staffel mit insgesamt 22 Folgen. Das könnte erklären, warum "A Good Day to Die" wie ein Staffelfinale auffährt und allen Charakteren einen Auftritt gönnt.

"This one was a team effort."

Mit der vorangegangenen Folge "Love Handles" war klar, dass Chloe (Lauren German) von Professor Carlisle (Tim DeKay) eine Portion Gift abbekommen hat. Dummerweise hat der Professor die Formel für das Gegengift mit ins Grab genommen. Aber da es bei Lucifer nun einmal unwahrscheinlich ist, dass Chloe auch im mittlerweile dritten Anlauf in dieser Staffel stirbt, stellt sich dem Zuschauer eher die Frage, wie sie nun wieder gerettet wird. Die Antwort erinnert an die Musketiere, denn selbstverständlich finden sich alle als Team zusammen, um doch noch an ein Gegengift zu kommen.

"You know how stubborn she can get."

Chloe wäre aber nicht Chloe, wenn sie nicht vorher noch in den Helden-Modus umschaltet - und es nervt. Dank Ella (Aimee Garcia) weiß sie eigentlich um die Wirkungsweise des Giftes und muss dennoch die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen. Warum? Lucifer (Tom Ellis) verweichlichte im Laufe der Staffel unnötig, als er sich seiner Gefühl für sie bewusst geworden ist; und man hat nimmermüde darauf hingewiesen, dass Dan (Kevin Alejandro) seine Ex-Frau nicht wirklich egal ist. Damit hätten wir schon zwei Kandidaten, die alle Hebel für ihre Rettung in Bewegung setzen.

Das Sahnehäubchen ist jedoch, dass es langsam wirkt, als würde Chloe dabei so gar nicht an ihre Tochter (Scarlett Estevez) denken. Hier sollte man für den weiteren Staffelverlauf so langsam die Kurve kriegen, sonst wirkt sie als liebende Mutter unglaubwürdig.

"Miracles aren't my thing."

Da ist es schon erleichternd, dass Chloe einen Großteil der Folge dann vor sich hin dämmernd verbringt und die anderen endlich wieder zeigen können, was in ihnen steckt.

Das Wiedersehen mit dem Team Lucifer/Dan war perfekt. Es ist toll zu sehen, wie die beiden ihre Hassliebe ausleben dürfen, wenn man sie denn lässt. Das Spiel zwischen Ellis und Alejandro ist stimmig, gerade der latent genervte Blick von Dan, als ihm bewusst wird, dass er umsonst Prügel kassiert hat, passte perfekt. Abgerundet wurde diese Szene noch durch Lucifer, der auch mal wieder austeilen durfte - und dabei gewohnt elegant wirkt.

Auch das spätere Team Dan/Ella hatte eine gute Chemie. Hier zeigt sich, dass sowohl Ella als auch Dan eher dazu neigen, sich auch einmal über Regeln und Moralvorstellungen hinweg zu setzen, wenn es einer Sache dienlich ist. Ein schönes Gegengewicht zu Chloe, die stets so korrekt wirkt; es wäre wunderbar, wenn die Autoren der Serie auch künftig auf dieses Gespann zurückgreifen würden. Zwar hätte man die kleine Hintergrundgeschichte um Ella auch anders erzählen können, jedoch war dieser Moment relativ gelungen. Jeder, der selbst Geschwister hat, hatte an den kleinen Sticheleien zwischen Ella und ihrem Bruder Ricardo (Albert Nicholas) wohl seinen Spaß.

"Answer me, brother."

Die stärksten Szenen spielten sich jedoch rund um Lucifers Familie ab. Es spricht hier für die Serie, dass man sich mit Kitsch weitestgehend zurückgehalten und stattdessen eine passende Balance findet zwischen Lachern (Hände hoch, Maze und Amenadiel!) und kleinen Gesten, die ans Herz gehen. Da muss Amenadiel (D.B. Woodside) lediglich die Koseform für Lucifer verwenden, damit einem bewusst wird, wie sehr er sich um seinen kleinen Bruder sorgt, als dieser seinen gewagten Plan umsetzen möchte; als der Plan dann doch noch gelungen ist, genügt nur ein Blick zwischen den Brüdern, mit dem alles gesagt ist.

Amenadiel gehörte in dieser Episode neben Lucifer zu den herausragenden Charakteren. Stoisch lässt er es über sich ergehen, als sich Lucifers angestaute Wut über seine Hilflosigkeit explosionsartig entlädt. Und ebenso stoisch hält er sein Wort und verwandelt sich mal eben zum Fels in der Brandung, an dem alle Sicherheitskräfte abprallen. Nur einmal wird er weich. Geschickt hat man hier Trixie eingebunden, die nichtsahnend seine Rolle als buchstäblichen Schutzengel enttarnt.

"This is a torture of your own making."

"A Good Day to Die" offenbart endlich einen weiteren Blick auf die Hölle. Im Finale zu Staffel 1 haben wir schon einen kleinen Eindruck bekommen, jetzt zeigt sich, was hinter den Türen steckt. Es ist schön, dass sich die Serie hier von den gängigen Klischees löst. Zwar wird auch diese Hölle von Folter bestimmt, jedoch spielt sich diese komplett auf psychischer Ebene ab: Wer in die Hölle kommt, muss den schlimmsten und mit am meisten Schuld empfundenen Moment seines Lebens immer wieder erleben - als grausame Endlosschleife, die vermutlich für die meisten von uns nachvollziehbar ist. Dann ist es auch logisch, dass Carlisle so schnell auf das Angebot von Lucifer eingeht, um dieser Hölle vermeintlich entrinnen zu können.

Lucifers eigene kleine Hölle bezieht sich die Folge "Weaponizer". Immer wieder durchlebt er, wie er seinen eigenen Bruder Uriel (Michael Imperioli) tötet. Dabei gibt es noch einen Hinweis auf Uriels letzten Satz, bevor dieser starb. Allerdings ist unklar, ob es sich bei hierbei um "The peace is here" oder "The piece is here" handelt. Fest steht lediglich, dass er Lucifer damit einen Hinweis gegeben hat, den es zu lösen gilt.

"Too little too late."

Die Schlussmomente werden, wie es sich für ein Finale gehört, höchst dramatisch, klassisch als Montage - unterlegt mit "Unsteady (Erich Lee Gravity Remix)" der X Ambassadors - dargestellt. Charlotte (Tricia Helfer) ist hier mal wieder undurchsichtig - welches Spiel spielt sie denn jetzt nun? Dies wechselte in der Staffel mehrmals. Aktuell darf sie eine Mutter sein, die um ihre Kinder kämpft und ihre Fehler jedenfalls per Lippenbekenntnis zugibt. Dafür kassiert sie von Lucifer eine eiskalte Abfuhr. Ein wenig wirkt der Teufel hier wie ein Scheidungskind, das zwischen den Eltern hin und her geschubst wird und keinem von beiden Glauben schenkt. Das könnte für die weiteren Folgen noch interessant werden, gerade im Hinblick auf die Verpflichtung von Timothy Omundson, der sich als Gott persönlich entpuppen könnte.

Fazit

Mit "A Good Day to Die" präsentiert Lucifer ein gelungenes, kleines Finale. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, auf kleine Dinge in der Serie zu achten. Vielleicht beziehen die Autoren sich bis zum endgültigen Finale der Staffel noch darauf, was für Auswirkungen es hat, dass Dämonen wie Maze (Lesley-Ann Brandt) keine Seele haben - Gefühle empfindet Maze jedenfalls, wie ihr deutlich anzusehen war. Außerdem bleibt aufzuklären, was Linda (Rachael Harris) der Überzeugung sein lässt, dass sie nach ihrem Tod in die Hölle kommt. Und es bleibt offen, warum Lucifer nicht lügen kann. Diese Fragen werden hoffentlich alle ab dem 2. Mai geklärt, wenn es mit Lucifer weitergeht.

Preview: The Devil Is On His Way | Season 2 Ep. 14 | LUCIFER

Kritik zu Lucifer 2.12 - Love Handles

SPOILER

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Lucifer, Charlotte und Maze in "Love Handles"

"Mal sehen, was sie dieses Mal vom Sex abhält." So der Redakteur zur Redakteurin, bevor man sich die neueste Folge von Lucifer anguckt.

Es ist eine fast schon traurige Wahrheit, die dieser Satz spricht. Denn jeder vermeintlich Cliffhanger der Serie entpuppte sich mit der anschließenden Folge als viel Lärm um Nichts. Zwar hat das Drehbuch bestimmt so manchen Zuschauer für ein paar Sekunden in die Irre führen können. Aber spätestens in dem Moment, in dem Chloe (Lauren German) rittlings auf Lucifer (Tom Ellis) hockt und er seine Teufelshörner als Haltegriffe bezeichnet, war der Fremdschämfaktor so hoch, dass klar ist: Das können die nicht ernst meinen!

Umso dankbarer dürfte man Maze (Lesley-Ann Brandt) sein, die seelenruhig mit einer Tüte Popcorn das Kopfkino von Chloe anguckt und ihr den Tipp gibt, der dem einen oder anderen schon länger auf der Zunge liegt: Mädel, mach dich mal locker!

"Better safe than sorry."

Der Fall der Woche ist eine bunte Mischung aus einer Prise Doctor Strange, zwei Teelöffeln Sieben und einem gehörigen Schuss Saw. Denn wirklich neu waren die Bedrohungen des Psychopathen nicht. Seit Doctor Strange wissen wir, dass die eigenen Hände des Chirurgen höchsten Gut sind; seit Sieben wissen wir, dass Menschen, deren Gesicht ihr Kapital ist, selbiges nicht zerstören werden; und seit Saw wissen wir, dass Menschen auch dazu tendieren können, sich selbst eine Extremität zu amputieren. Wie zu erwarten, war das Ganze dann aber für das Abendprogramm auf Fox auf brav und nicht ganz so blutig getrimmt. Wie sich amerikanischen Kollegen über den Hauch eines Torture Porn ereifern können, ist schleierhaft. Gerade die Szene der Chirurgin über dem Müllzerkleinerer war im Gegensatz zu einigen Szenen von "Trip to Stabby Town" oder "Sin-Eater" beinah Kindergarten.

"How do I turn this thing off?"

Erstaunlicher war es hingegen, dass die gute Chloe über fast die gesamte Folge "out of character" agierte. Ein Zwinkern hier, ein Klaps auf den Hintern da - begleitet von einem Kichern, das eher an verliebte Teenager erinnert und so gar nicht zu Chloe passen mag. Es ist schade, dass die Drehbuchautoren diesen Charakter von einem Extrem ins andere schubsen und hier nicht mal den goldenen Mittelweg finden.

"Choice is an illusion."

Dennoch gehört "Love Handles" wieder zu den stärkeren Folgen der zweiten Staffel, da sie mit vielen kleinen Highlights gespickt ist. Das Timing unter den Darstellern stimmt, wie in dem schnellen Schlagabtausch ("Detective."- "Counselor." - "Douche." - "Dick.") zwischen Lucifer, Dan (Kevin Alejandro) und Charlotte (Tricia Helfer) deutlich wird. Ebenso machen die kleinen, aber feinen Auftritte von Ella (Aimee Garcia) klar, wie gut sich ihr Charakter in die Gruppe integriert hat; und verstärken erneut den Wunsch, dass Ella nicht nur ein Nerd ist, der aus dem Hut gezogen wird, wenn es gerade passt.

Die Autoren haben es zum Ende hin geschafft, dass es zwischen Lucifer und Chloe nicht zu kitschig geworden ist. Wieder einmal beweisen Ellis und German, mit welch Fingerspitzengefühl sie an solche Szenen herangehen. Die Umarmung, als Chloe Lucifer in Sicherheit weiß, war passender als ein Kuss. Hier zeigte sich, wie viel der eine dem anderen bedeutet, ohne es rein auf die romantische Ebene zu schieben. Unterstrichen hat diese auch die unerwartete, aber perfekt geschnittene Montage.

"A twisted tyrant's rules."

Damit sind alle Weichen auf das Winterfinale gestellt. Bereits zum dritten Mal in dieser Staffel ist Chloe in Gefahr und wieder einmal muss Lucifer sie retten, wie die Vorschau auf die kommende Woche offenbart. Jedoch sind wir jetzt um die nicht ganz unwesentliche Information reicher, dass Chloe eine Spielfigur im Plan Gottes ist. Und nach der Entwicklung, die Lucifer dank der Offenbarung seiner Mutter durchgemacht hat, können wir uns darauf einstellen, dass der Teufel nicht die allerbeste Laune hat. Dafür aber die allerbeste Motivation, um Chloe zu retten.

Fazit

"Love Handles" gibt endlich ein paar Antworten auf einige Fragen, hätte aber im Bezug auf den Fall der Woche etwas mutiger sein können. Dafür tischt die Darstellerriege hier wieder vom Feinsten auf, sodass wir uns auf ein packendes Winterfinale mit "A Good Day to Die" freuen können.

Lucifer 2x13 Promo "A Good Day to Die" (HD) Season 2 Episode 13 Promo Winter Finale

Lucifer: Timothy Omundson übernimmt eine Rolle in Staffel 2

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Lucifer Still Weaponizer

Fans von Supernatural kennen Timothy Omundson in seiner Rolle als Kain in Staffel 9 und 10. Nun könnte es für den Schauspieler quasi eine Beförderung geben. Via Entertainment Weekly wurde bekannt, dass Omundson eine Gastrolle in Staffel 2 von Lucifer übernimmt.

Sein Rollenname lautet God Johnson. Er ist ein charmanter, aber auch geheimnisvoller Patient in einer psychiatrischen Einrichtung, weil er behauptet, kein geringerer als Gott selbst zu sein. Lucifer, dargestellt von Tom Ellis, möchte diesen vermeintlichen Schwindel auffliegen lassen; allerdings erzählt Johnson ihm Dinge, die nur Lucifers richtiger Vater, also Gott, wissen kann.

Die vermutlich erste Folge, in der Omundson seinen ersten Auftritt hat, wird die Nummer 16 der aktuell laufenden Staffel sein. Nach der Winterpause werden von der Serie insgesamt drei Folgen auf Fox ausgestrahlt, bis die Serie eine erneute Pause bis zum 1. Mai bekommt. Diese Woche ging nach mit der Folge "Stewardess Interruptus" los, in den nächsten beiden Wochen folgen noch "Love Handles" und "A Good Day to Die".

Im Frühjahr geht es dann mit neun weiteren Folgen ins Finale. Drei der Episodentitel haben die Drehbuchautoren von Lucifer schon verraten. Für die Serienpremiere von Omundson hat Jason Ning, der für Lucifer die Folgen "The Would-Be Prince of Darkness", "Favorite Son" und "Weaponizer" schrieb, das Drehbuch verfasst. Die Regie übernimmt Sherwin Shilati.

Kritik zu Lucifer 2.11 - Stewardess Interruptus

Manchmal ist es doch schön, wenn einige Sachen so sicher wie das Amen in der Kirche sind. Der vermeintliche Cliffhanger von "Quid pro ho", der letzten Folge von Lucifer vor der Weihnachtspause, war natürlich keiner. Dass die Voraussage in unserer letzten Kritik hierzu allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen hat, lässt neben einem Schmunzeln noch vermuten, dass die Drehbücher zur Serie mittlerweile nach Schema F gestrickt sind.

Dieses Schema geht sogar so weit, dass Chloe (Lauren German) nach der Störung durch die sexbessene Flugbegleiterin genauso reagiert wie nach der "Oh nein, habe ich volltrunken mit Lucifer geschlafen oder nicht?"-Folge. Natürlich wäre es mal wieder ein großer Fehler gewesen. Natürlich ist Chloe umgehend wieder rational und beherrscht. Und damit einmal mehr vor allem eins: Langweilig. Der Zuschauer verdreht an dieser Stelle einmal mehr über die beherrschte Frau die Augen und fragt sich, was eigentlich passieren muss, dass sie sich mal nicht korrekt verhält - bis zur letzten Konsequenz.

"Humans and the divine don't mix."

Da hilft es bei der Folge schon, dass Maze (Lesley-Ann Brandt) das Gegengewicht bildet. Es ist schön, dass die Drehbuchautoren mit diesem Charakter immer mehr experimentieren, ihr nicht mehr nur taffe, sondern wortgewandte Äußerungen ("Well, I'll slut myself up then!") in den Mund legen und der Dämonin vor allem Tiefe geben. Oberflächlich betrachtet wirkt es amüsant, wie Maze für ihre Tat der vergangenen Folge Anerkennung sucht - fast erwartet man, dass jemand ihr ein Leckerli zuwirft wie einem braven Hündchen. Allerdings rufen kleine Momente dann in Erinnerung, dass dieser Lebenswandel für sie neu ist. Sie hat zum ersten Mal eine richtige Aufgabe. Und ist unsicher, ob sie diese meistert. Hier kann man nur gespannt sein, welche neue Facetten in den kommenden Folgen noch zutage treten werden.

"Do you think I'm boyfriend material?"

Bei Lucifer (Tom Ellis) selbst besteht mittlerweile leider die Gefahr, dass der Charakter zu weich wird bzw. zu sehr zwischen den Extremen springt. In einem Moment brüstet er sich damit, dass Chloe einen größeren Notizblock benötigen wird, um die Namen all seiner jüngst zurückliegenden Affären aufzuschreiben - und im nächsten Moment entgleisen ihm die Gesichtszüge, wenn just diese Affären klarstellen, dass es nur um Sex ging und da nicht mehr war. Zwar war dieser Einbruch bei Lucifer gut dargestellt, jedoch war seine Reaktion nur eins: unlogisch. Seit Beginn der Serie macht der Teufel keinen Hehl daraus, dass er sich den Sex dann holt, wenn er ihn will und jetzt auf einmal soll er tief davon betroffen sein, dass niemals Gefühle im Spiel sind?

Schade ist, dass die Serie mit dieser Episode eine Menge nerviger Klischees bedient hat. Gefühlt hatte Lucifer mittlerweile einen One-Night-Stand mit ganz Los Angeles. In Wahrheit jedoch nur mit den Schönen, Schlanken und Gestylten. Zugegeben, die Personen, die zum Verhör erschienen sind, waren alle etwas für Auge und boten für so ziemlich jeden Geschmack etwas. Aber dennoch: Suki (großartig gespielt von Diana Bang), Lucifers Stalkerin, musste dann auf einmal ein Mädchen mit Nerdbrille und gefühlt zwei Köpfer kleiner sein. Da tröstet es nur wenig, dass diese Folge nun offiziell bestätigt, dass sich Lucifer auch Männer für seine Bett-Abenteuer sucht.

"You are selfless to a nauseating degree."

Erst gegen Ende der Episode geht es endlich voran. Neben dem fast obligatorischen Bruder-Moment zwischen Lucifer und Amenadiel (D.B. Woodside) gab es mit dem Twist im Fall der Woche einen neuen Unbekannten, dessen Auftritt formvollendet inszeniert war. Außerdem hat Lucifer Chloe endlich mal gesagt, was vermutlich viele Fans der Serie denken: Sie ist so selbstlos (und perfekt und sowieso und überhaupt), das einem davon schon fast übel ist.

Und genau dann vermag die Serie zu überraschen. Perfekt getimt küssen Lucifer und Chloe sich doch noch. Zwar in kitschiger Umgebung - aber an dieser Stelle völlig unerwartet, auch wenn die Folge mehr oder weniger subtil darauf hingewiesen hat, dass Gegensätze sich anziehen. Man denke nur an den hell gekleideten Lucifer bei der Poolparty mit der dunkel gekleideten Chloe an seiner Seite. Es spricht für Tom Ellis und Lauren German, die den Kuss leise und fast zurückhaltend gespielt haben, dass dieser Moment funktioniert. Selbstverständlich wird es nicht leise und zurückhaltend bleiben, wenn man der Vorschau für die kommende Folge "Love Handles" Glauben schenken darf.

Fazit

Eine etwas chaotische Auftaktfolge findet letztendlich noch ein versöhnliches Ende. Allerdings bleibt abzuwarten, wie der Unbekannte sich auf die weitere Handlung auswirkt. Schließlich schafft die zweite Staffel es immer noch nicht, liebgewonnenen Charakteren wie Linda (Rachel Harris) oder Ella (Aimee Garcia) genügend Screentime zu geben; oder mal einige Plotstränge voranzutreiben. Seit Staffel 1 wissen wir, dass Chloe etwas Besonderes ist - mehr aber auch nicht. Hoffen wir, dass es bis zur Winterpause noch einige Antworten auf die vielen offenen Fragen gibt.

Lucifer 2x12 Promo "Love Handles" (HD) Season 2 Episode 12 Promo

Lucifer: ProSieben zeigt die Serie ab Februar

ProSieben nimmt die amerikanische Serie Lucifer ins Programm auf. Die Ausstrahlung startet auf dem Sender am 1. Februar um 22.15 Uhr. Insgesamt umfasst die erste Staffel der Serie 13 Episoden. In den USA liefen die Folgen bereits schon Anfang des Jahres. Aufgrund der guten Quoten wurde eine zweite Staffel bestellt, deren Ausstrahlung im Herbst begann.

Lucifer stammt aus der Feder von Tom Kapinos (Californication) und basiert lose auf dem gleichnamigen Comiccharakter von Vertigo. Für den Pilotfilm konnte die Produktion Regisseur Len Wiseman (Underworld) gewinnen. Die Geschichte der Serie dreht sich um den Fürsten der Hölle (gespielt von Tom Ellis), der nicht mehr so wirklich Lust auf seinen Job hat. Gelangweilt und unglücklich gibt er seinen Thron auf und lässt sich in Los Angeles nieder.

Hier erkennt Lucifer, dass er Freude daran findet, der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen und der Bestrafung der Täter zu helfen. In weiteren Rollen sind Lauren German als Det. Chloe Decker, Rachael Harris als Linda Martin, DB Woodside als Engel Amenadiel, Lesley-Ann Brandt als Maze, Kevin Alejandro als Dan und Scarlett Estevez als Trixie zu sehen.

Kritik zu Lucifer 2.10 - Quid pro ho

SPOILER

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Tom Ellis, Kevin Alejandor und Lesley-Ann Brandt in Lucifer

Wer erinnert sich noch gerne an die etwas enttäuschende Folge "My Little Monkey"? Diese nicht vollends durchdachte Folge mit einigen unrunden Momenten hat mit "Quid pro ho" nun ihre Daseinsberechtigung gefunden.

Denn mit der aktuellen Folge von Lucifer steht nun der Prozess gegen den Mörder von Chloes (Lauren Decker) Vater an. Zur moralischen Unterstützung ist Chloes Mutter Penelope (Rebecca De Mornay) dabei - und auch Lucifer (Tom Ellis).

Das Setting ergibt auf den ersten Blick wenig Sinn und noch weniger Sinn, wenn der Fall der Woche darin besteht, denjenigen zu finden, der aus Boris den kopflosen Russen gemacht hat. Boris war übrigens der, der in der Dampfbadszene von "My Little Monkey" das Sagen hatte. Nun ist es an Ella (Aimee Garcia), dessen Kopf herrlich ungerührt aus dem Paket zu nehmen und ihn zu untersuchen. Ihr trockener Humor ist ein gelungenes Gegengewicht zu der zum Teil überkorrekten und emotionalen Chloe.

"He killed Uriel to protect her."

Dass diese den Prozess noch erleben kann, hat sie Amenadiel (D.B Woodside) zu verdanken. Es war sowieso zu erwarten, dass die Autoren keinen Hauptcharakter über die Klinge gehen lassen, jedenfalls nicht zum jetzigen Zeitpunkt in der Handlung. Von daher stand eigentlich nur die Frage im Raum, wie man es dieses Mal wieder schafft - schließlich wäre es in dieser Staffel bereits das zweite Mal gewesen, dass Chloe sterben soll.

Die Lösung wirkt etwas halbgar, aber noch zufriedenstellend. Im Prinzip redet Amenadiel so lange auf seine Mutter ein, bis es zu spät ist, um den Auslöser zu betätigen. War auch keine ganz so unkluge Idee, die beiden hätten eigentlich auch zu nah am Auto gestanden, wenn es Bumm gemacht hätte. Das schönste Detail an dieser Szene war jedoch, dass Amenadiel seinen kleinen Bruder im Gespräch mit seiner Mutter bei der Koseform nennt. Das sind Kleinigkeiten, die auf den ersten Blick unbedeutend wirken, für die Charakterisierung jedoch wichtig sind; und so, wie sich die Autoren zwischendurch präsentiert haben, könnte die Verbindung der Brüder für den weiteren Verlauf noch von größerer Bedeutung sein.

"So help me Dad."

Die Verhandlung entwickelt sich in der Folge unterdessen zum amüsanten Kammerspiel. Weder Lucifer noch Charlotte (Tricia Helfer) lassen etwas unversucht, um die Geschworenen auf ihre Seite zu ziehen. Die Darstellung aus Lucifers Sicht ist mit Wortwitzen gespickt und kokettiert wieder einmal deutlich mit dem Charme, den dieser Charakter versprüht. Man hat den Eindruck, als würde Tom Ellis in solchen Momenten noch ein Schippchen auf seinen britischen Dialekt draufpacken, um vor allem die weiblichen Charaktere vollends auf seine Seite zu ziehen.

"She doesn't deserve you."

"Quid pro ho" zeigt aber, dass seine Mutter so gut wie immun dagegen ist. Dabei kommt der Zuschauer für einen flüchtigen Moment in den Genuss, wie dem Teufel kurzfristig alle Gesichtszüge entgleisen, als nicht alles nach Plan läuft. Allerdings zeigt sich wieder einmal, dass auch Charlotte nur eine Mama ist. Denn schließlich sind viele Mütter gerade nach einer Trennung schnell bei dem Spruch "Die/der hat dich nicht verdient".

Umso treffender ist es dann, wie die Episode einen scheinbaren Logikfehler von "My Little Monkey" aufgreift, indem Charlotte vor Gericht die berechtigte Frage stellt, warum Chloe nie unter Verdacht gestanden hat und damit der Geschichte die entscheidende Wendung gibt. Damit droht der gewonnen geglaubte Prozess zu kippen.

Aufmerksamen Zuschauern wird nicht entgangen sein, dass Lucifer es nie müde wird zu erwähnen, dass er stets die Wahrheit sagt. Dies war immer wieder ein Thema, vor allem in den letzten Episoden. Und auch hier ist es großartig, wie die Drehbuchautoren die Auflösung dazu geben: Man kann den Teufel locker bei den Eiern, pardon, bei der Ehre packen, wenn man ihn der Lüge bezichtigt. Sein großer Bruder ist da immerhin von einem ganz anderen Schlag, da er der Wahrheit des öfteren immensen Spielraum gibt.

"Apologize your ass off."

Tatsächlich konnte man sich mit Charlottes Angebot für einen kleinen Moment nicht sicher sein, wie Chloe sich entscheiden würde Zwar hat die Serie nimmermüde darauf hingewiesen, wie gutherzig Chloe ist. Sie war ja schon so gut und moralisch gefestigt, dass es beinah langweilig war. Jedoch hatte man bei "My Little Monkey" deutlich gesehen, dass das Papa-Thema ein böses Thema ist und auch Chloe nicht immun gegen Rachgelüste ist.

Ihre Entscheidung führt zu einem wunderbar emotionalen Moment zwischen ihr und Lucifer. Hier stimmt die Chemie zwischen Tom Ellis und Lauren German einfach, die einen stummen Dialog zwischen Chloe und Lucifer mit wenigen Blicken gekonnt darstellen können.

Diese Episode hält jedoch nicht nur gefühlsduselige Momente parat; bei Lucifer liegt eine Stärke auch in der Komödie. Ella macht sich einen sichtlichen Spaß daraus, Dan (Kevin Alejandro) damit zu konfrontieren, dass seine sexuelle Durststrecke beendet ist. In einem Moment sehen wir noch Charlotte, die Dan an den Hintern packt und über sein Ohr leckt, in der nächsten Einstellung sitzt ein sichtlich betrübter Amenadiel bei Linda (Rachael Harris) auf der Couch - mit einem Lenkrad in der Hand, den kläglichen Überresten seines Autos, das Maze (Lesley-Ann Brandt) in die Luft gesprengt hat. Solche Schnitte könnten in die Hose gehen, passen vom Timing her jedoch wunderbar und sorgen für einen garantieren Lacher. Herausragend ist hier vor allem, dass die Darsteller sich für solche Momente nicht zu schade sind und es gekonnt rüberbringen.

Außerdem tragen diesen Szenen allen Lachern zum Trotz immer wieder zur Charakterisierung bei. Die kleine Kampfszene im Tempel zeigt nämlich gleich drei Dinge: Die Serie nimmt sich selbst nicht zu ernst, was sie an der Art, wie die Szene aufgebaut ist, beweist. Lucifer macht sich an Kleinigkeiten nicht die Hände schmutzig - auch wenn wir schon lange nicht mehr gesehen haben, dass er selbst ordentlich austeilen kann. Und Maze ist ihm immer noch unterstellt, da er sie wie einen Hund zurückpfeift; selbst seine Bemerkung lässt da wenig Raum für Interpretationen.

"No more secrets, Mom. No more lies."

Mit dieser Episode sind wir nun auch einen Schritt weiter. Chloe ist offiziell etwas Besonderes. Was genau - damit hält man sich immer noch zurück. Fest steht, dass Amenadiel schon einmal wegen Papa und Mama Decker auf die Erde geschickt wurde. Was genau Gottes Plan war, ist aber noch nicht klar geworden. Ob Er nun wusste, dass sein Jüngster aus der Hölle ausbricht und Chloe das Mittel sein wird, dass ihn wieder an seinen Platz zurückbringt - wer weiß.

Eins dürften wir aber jetzt schon wissen. Auch der vermeintliche Cliffhanger dieser Folge wird keiner sein. Fans der Serie können jetzt bis Januar darüber diskutieren, ob "DeckStar" Wirklichkeit wird und sie sich (endlich) küssen. Allerdings stehen die Zeichen dafür, dass Chloe und Lucifer im letzten Moment gestört werden - vermutlich öffnet sich wie so oft in der Serie mal wieder die Fahrstuhltür.

Fazit

"Quid pro ho" ist deutlich anzumerken, dass für Staffel 2 erst 13 Episoden vorgesehen waren, da die Handlung hier nun deutlich voranschreitet und einige Fäden zusammenführt. Das tut der Serie gut, weil die Haupthandlung in den vergangenen Folgen etwas dahin dümpelte. Bei Charlotte dürfte jetzt feststehen, dass sie wenig gute Absichten verfolgt und diese mit allen Mitteln durchsetzt - fraglich ist allerdings, welches Ziel genau sie verfolgt. Ab Januar geht es dann weiter mit Lucifer und der Folge 11 "Stewardess Interruptus".

Lucifer 2x11 Promo "Stewardess Interruptus" (HD) Season 2 Episode 11 Promo

Kritik zu Lucifer 2.09 - Homewrecker

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Lucifer Still Homewrecker

Die Reise nach Stabby Town in der vergangenen Woche hat uns bei Lucifer zwei Dinge gezeigt. Chloe (Lauren Decker) neigt zu Eifersucht, wenn andere Frauen Lucifer (Tom Ellis) zu nahe kommen; und Charlotte (Tricia Helfer) führt eindeutig etwas im Schilde. Es lag nahe, dass die kommenden Folgen diese Handlung nun aufgreifen. Mit "Homewrecker" werden weiterhin die Weichen hierzu gestellt.

"The City of Angels can finally earn its name."

Vorerst geht es doch wieder auf Reisen. Mit dem herrlich gelangweilten Stadtführer geht es im Bus durch Los Angeles, die vermeintlichen Sehenswürdigenkeiten wurden nie schöner und lustloser herunter geleiert. Mit von der Partie sind Lucifer und Amenadiel (D.B. Woodside). Schließlich möchte der kleine Bruder seinem großen Bruder zeigen, was seine neue Heimat ist. Der Haken an der Sache: Amenadiel möchte mit seiner Mutter in den Himmel zurück. Damit verpasst er dann auch die wahren Sehenswürdigkeiten von Los Angeles, die von Lucifer selbst angepriesen werden. Ein gelungener Auftakt für die Folge.

Ta'vonlu!

Der Fall der Woche ist das Mittel zum Zweck, um deutlich zu machen, wo Lucifers Heimat ist. Dean Cooper, ein Makler, wird tot aufgefunden, der Verdacht fällt dank Ellas (Aimee Garcia) Puzzlekünsten schnell auf seinen Sohn Eric. Der hat es nämlich eilig, Lucifer aus dem Gebäude zu schmeißen, welches das Lux und seine Wohnung beherbergt. Kein guter Zeitpunkt, denn in der Therapiesitzung mit Linda (Rachael Harris) hat Lucifer herausgefunden, dass er gerade vor etwas davon läuft - oder etwas sucht.

Da gibt es nur eins: Eine Abbruchparty. Mit viel Alkohol. Vielen Frauen. Und noch mehr Alkohol. Aber vor allem mit dem Überraschungsmoment, dass Chloe voll auf Lucifers Seite steht und endlich einmal aus sich herauskommt. Sie sorgt dafür, dass die Party nicht durch die blauen Stormtropper aka der Polizei beendet wird und lässt sich sogar dazu verführen, mit Lucifer zu tanzen. Ohne das berühmte Stück Holz in der Kehrseite.

"This is my mom in a disturbingly hot body."

Dabei wird das Tanzpaar kritisch von der Mama beäugt. Die hat nicht die allerbeste Partylaune, denn ihr doch sehr plumper Versuch, Linda über Lucifers Therapiesitzungen auszuhorchen, ist großartig gescheitert. Die Runde geht eindeutig an Linda, die sich nicht gescheut hat, die Ex-Frau Gottes eiskalt abblitzen zu lassen.

Allerdings wird mit "Homewrecker" endgültig klar, dass Charlotte absolut keine guten Absichten verfolgt. Sie bemerkt, dass da mehr ist zwischen Chloe und Lucifer.

"The demon is talking but not making any sense."

Maze (Lesley-Ann Brandt) hingegen bemerkt Charlottes böse Absicht. Damit ist es für sie wieder an der Zeit zu handeln, was perfekt ihrem Charakter folgt. Sie hat während der gesamte Serie gezeigt, dass sie immer da ist, um Lucifer zu unterstützen und für ihn den Karren aus dem Dreck zu ziehen. In dieser Episode läuft sie zu Höchstform auf. Erst liefert sie sich mit Charlotte ein Blickduell, das sich gewaschen hat, und beginnt dann damit, Amenadiel klarzumachen, dass er naiv ist, wenn er Charlotte glaubt.

Und auch Charlotte greift zu allen Mitteln - ein Date mit Dan (Kevin Alejandro) kommt ihr da gerade recht. Heimlich beobachten Amenadiel und Maze dieses Date zwischen der selbstsicheren Charlotte und dem sichtlich nervösen Dan. Perfekt abgerundet wird die Szene mit Amenadiels "Gebt mir Hirnbleiche, ich möchte mir nicht vorstellen, dass meine Mutter jetzt Sex hat!"-Gesichtsausdruck; was die sichtlich amüsierte Maze auch gleich im Bild festhalten muss.

"You saved my home."

Damit hat die Episode, die bis jetzt eigentlich relativ dahin plätscherte, Fahrt aufgenommen. Charlotte, die nicht davor zurückgeschreckt hätte, das komplette Lux in die Luft zu jagen, hat nun einen anderen Plan - Chloe muss sterben.

Denn jetzt zeigt Lucifer ziemlich deutlich, dass zwischen dem Teufel und Chloe mehr ist. In einer leisen Szene sehen wir einen gerührten Lucifer, der nicht glauben kann, dass jemand etwas für ihn macht, ohne dass er die betreffende Person darum gebeten hätte - Chloe hat dafür gesorgt, dass das Lux unter Denkmalschutz steht. Getragen von diesem Gefühl lädt er Chloe zu einem Essen ein und offenbart unwillkürlich, dass er sie stets im Auge behält. Es sind Sätze wie "Iss doch mal etwas anderes als diese Sandwiches aus dem Automaten im Revier", die scheinbar beiläufig in der Serie fallen, aber stets zur Charakterisierung beitragen.

Es ist jedoch Linda, die Lucifer die Gretchenfrage stellt - ob er nicht schon längst gefunden hätte, wonach er gesucht hat. Damit wirft sie ihn völlig aus der Bahn, und man möchte ihm einfach eine reinhauen, dass er Chloe anschließend vergebens im Restaurant auf ihn warten lässt. Wieder einmal betäubt er sich mit Alkohol und reagiert noch nicht einmal auf ihre Textnachrichten.

Und während wir noch mit Chloe mitfühlen, bekommen wir einen feinen Cliffhanger serviert: Charlotte hat unter Chloes Auto eine Bombe anbringen lassen und mit der letzten Szene von "Homewrecker" ist unklar, ob Charlotte den Auslöser betätigt oder nicht...

Fazit

Der Teaser für die nächste Folge "Quid Pro Ho" lässt vermuten, dass die Bombe nicht hochgeht. Für genügend Zündstoff dürfte mit "Homewrecker" aber gesorgt sein, da Lucifer klar wird, was Chloe ihm bedeutet. Wir sind gespannt, wie Charlotte ihre Pläne weiter verfolgen wird und dürften wohl außerdem auf die Lösung einer Frage hoffen, die uns seit Staffel 1 beschäftigt: Was hat es mit Chloe auf sich, dass Lucifer in ihrer Gegenwart verwundbar ist? "Homewrecker" hat für vieles die Weichen gestellt. Darauf einen Tequila auf Lucifer-Art!

Lucifer 2x10 Promo "Quid Pro Ho" (HD) Season 2 Episode 10 Promo

Kritik zu Lucifer 2.08 - Trip to Stabby Town

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Lucifer Still Trip to Stabby Town

Nach der etwas durchwachsenen Folge "My Little Monkey" geht die aktuelle Episode von Lucifer in die Vollen. Eine Joggerin wird umgetackelt, kann sich aufrappeln, wird von dem Angreifer verfolgt und landet - natürlich - in einer Sackgasse. 19 Stiche später ist sie tot und zum Fall der Woche geworden.

Lucifer (Tom Ellis) hingegen befindet sich derweil endlich wieder bei Linda (Rachael Harris) in der Praxis und arbeitet seine Sandwich-Erfahrung mit Chloe (Lauren German) auf. Der Haken an der Sache ist: Linda hat immer noch nicht ganz verarbeitet, dass ihr Gegenüber der Teufel persönlich ist. Sicherheitshalber hat sie sich hinter ihrem Schreibtisch verschanzt und kompensiert ihre Anspannung über die Situation mit unruhigem Kugelschreiber-Trommeln. Aber dennoch ist sie neugierig. Und endlich, endlich stellt die Serie mal die Fragen, die wahrscheinlich viele Menschen Lucifer stellen würden, wenn sie auf ihn treffen. Wie ist es eigentlich so - in der Hölle? Wie war es denn nun mit Hitler?

Antworten gibt es vorerst nicht. Vielmehr ist Lucifer verschnupft, dass sich Linda nicht auf ihre Arbeit als Therapeutin konzentriert.

"I believe the weapon of the Angel of Death is in human hands."

Beim Fall der Woche stellt sich dann aber heraus, dass die Tatwaffe nicht ganz ohne ist. Immerhin handelt es sich um die Klinge Azraels, die aus Uriels Grab entwendet wurde, was eine mittelschwere Katastrophe darstellt. Befindet sich die Waffe in Menschenhand, verführt sie zum Töten. Eine Tatsache, die Lucifer Chloe schlecht auf die Nase binden kann. Also holt er sich Hilfe von Ella (Aimee Garcia). Endlich!

Endlich bekommt Ella in der Serie die Anerkennung, die ihr zusteht. Sie entpuppt sich als cleverer Kopf, dem kein Detail entgeht und sich in Lucifers Gegenwart herrlich unverkrampft gibt. Dies sorgt für kleine komödiantische Elemente, als sie im Yoga-Studio nachstellt, in welcher Reihenfolge die Morde begannen wurden und dabei eindeutig zweideutige Positionen mit Lucifer einnimmt. Sehr zum Unmut von Chloe.

"I am asking you to have faith in me."

Die entdeckt, dass sie eifersüchtig ist. Denn Ella ist in dieser Episode das klare Gegenteil zu der verkopften Chloe, die lieber alles zerdenkt als zu handeln. Außerdem bildet Chloe sich ein, dass sie mit Lucifer in der vergangenen Episode vertraute Momente hatte und damit eine partnerschaftliche Basis entwickelt hat, die sie nun in Gefahr sieht. Ihre Reaktion erscheint im ersten Moment unpassend und platt dargestellt von Lauren German. Denn Chloe war eigentlich immer zu sehr mit sich selbst beschäftigt, und der komplette Eifersuchtsschub von jetzt auf gleich wirkt unglaubwürdig. Vermutlich würde sie es auch nicht mögen, wenn sie wüsste, dass ihre Nummer in Lucifers Handy unter dem Namen "The Detective" eingespeichert ist.

"Why would you release Azrael's Blade into the world?!"

Dank Ellas Arbeit weiß Lucifer, dass seine Mutter (Tricia Helfer) gezielt einige Menschen dazu angestiftet hat, die Klinge aus Uriels Grab zu entwenden. Als er sie zur Rede stellt, wird klar, dass Charlotte sich für etwas Besseres hält. Sie nennt uns Menschen "Spielzeuge" und "Kreaturen". Das für sie perfekte Werkzeug, um die Aufmerksamkeit Gottes zu erregen. Denn dieser hüllt sich in Schweigen, was Charlotte so gar nicht passt. Hier deutet sich die Kluft zwischen Mutter und Sohn an, die am Ende der Episode klar kommuniziert wird.

Für Charlotte steht nämlich fest, dass die ganze Familie wieder im Himmel und damit Zuhause vereint werden soll. Ihre ältesten Sohn Amenadiel (D.B. Woodside) hat sie damit auf ihrer Seite. Lucifer jedoch nicht. Und man fühlt sich an wieder wie ein Heranwachsender, wenn Eltern beschließen, was das Beste für einen ist. Lucifer redet dann auch Klartext: Die Hölle war nicht sein Zuhause, und der Himmel war die Hölle für ihn. Stattdessen ist sein Zuhause die Erde.

Wie ernst es ihm damit ist, unterstreicht die Tatsache, dass sein ganzer Zorn über seine Situation für den Zuschauer sichtbar an der Klinge Azraels auflodert. Damit deutet sich erneut an, dass mit einem wütenden Lucifer nicht zu spaßen ist, was Charlotte auch zu einem sofortigen Rückzug veranlasst. Mit Amenadiel im Schlepptau.

"Always the truth."

Was sonst noch bleibt von der Reise nach Stabby Town? Wir wissen, dass Maze (Lesley-Ann Brandt) und Amenadiel streiten können wie ein altes Ehepaar. Wir wissen, dass Lucifer bei Tötungsdelikten durchaus die Täterseite nachvollzieht und sich damit auch einmal schützend vor einen Täter stellt. Wir wissen, dass dem künftige Präsident der USA ein Plätzchen in der Hölle reserviert ist. Und wir wissen, was alles in Dan (Kevin Alejandro) an Frust und Ärger schlummert. Da brauchte es nur die Klinge Azraels und Lucifer, um das zutage zu fördern. Glücklicherweise hat die Folge an dieser Stelle das zarte Freundschaftspflänzchen zwischen Lucifer und Dan nicht sofort zerstört.

Die Vermutung liegt nahe, dass Lucifer seinen Fokus auf den übergreifenden Handlungsbogen legen wird, die noch mit ein paar Fillerfolgen - jetzt, nach der Bestellung weiterer Episoden - garniert werden. Charlotte wird alles daran setzen, wieder in den Himmel zurückzukehren - und Lucifer wird alles daran setzen, um auf der Erde bleiben zu können.

Fazit

"Trip to Stabby Town" stellt die Weichen für die zukünftigen Ereignisse der zweiten Staffel. Vor allem die Dynamik zwischen Ella und Lucifer hat Spaß gemacht und beweist, dass die Chemie zwischen den Darstellern und deren Charakteren stimmt. Mit "Homewrecker" in der kommenden Woche wird sich wohl zeigen, wie Charlotte ihre Pläne umzusetzen gedenkt.

Lucifer 2x09 Promo "Homewrecker" (HD) Season 2 Episode 9 Promo

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