Rings

Originaltitel: 
Rings
Land: 
USA
Laufzeit: 
117 min
Regie: 
F. Javier Gutiérrez
Drehbuch: 
David Loucka, Jacob Aaron Estes, Akiva Goldsman
Darsteller: 
Matilda Lutz, Alex Roe, Johnny Galecki, Aimee Teegarden
Budget: 
33 Millionen Dollar
Kinostart: 
02.02.2017

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Rings 2016 Hauptposter

In den Horrorfilmen Ring und Ring 2 suchte der Geist eines Mädchens mit dem Namen Samara die Journalistin Rachel Keller (Naomi Watts) heim. Rings spielt 13 Jahre nach dem zweiten Teil. Der Freund von College-Studentin Julia, Holt, benimmt sich zunehmend abweisend. Sie enschließt, ihn zu besuchen und findet heraus, dass er mit anderen Studenten das Samara-Videoband gesehen hat. Bei Holt war es vor sechseinhalb Tagen der Fall, was bedeutet, dass er am Ende des Tages sterben wird. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Die Regie übernimmt F. Javier Gutierrez (Tres dias - Before The Fall), das Drehbuch stammt von Akiva Goldsman (Fringe), Jacob Aaron Estes und David Loucka.


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Szenenbild aus Rings (2017)

Kritik

von Sebastian Lorenz

Dreizehn Jahre nach Ring 2 (2004) holt Paramount das Horrorfranchise um das verfluchte Videoband aus der Mottenkiste und wagt mit Rings nicht nur eine Fortsetzung, sondern auch eine Art Reboot für das Franchise.

Hat sich die Investition gelohnt? Leider nein.

In Rings macht sich Julia (Matilda Lutz) auf die Suche nach ihrem verschwundenen Freund Holt (Alex Roe), der in einer anderen Stadt das College besucht und sich seit Tagen nicht mehr gemeldet hat. Dort entdeckt sie, dass Holts Professor (Johnny Galecki) eine Gruppe von Studenten um sich geschart hat, um gemeinsam ein mysteriöses (mittlerweile digitalisiertes) Video von einer alten VHS-Cassette zu untersuchen. Jeder, der das Video gesehen hat, soll nach genau sieben Tagen sterben.

Auch Holt hat das Video gesehen und versteckt sich. Um ihren Freund zu retten, nimmt Julia ihm den Fluch ab, indem sie das Video selbst schaut. Dabei entdeckt sie etwas Merkwürdiges: ein "Video im Video" mit bisher ungesehenen Bildern. Heimgesucht von bizarren Visionen macht sie sich auf die Suche nach Antworten, in der Hoffnung, den Fluch zu brechen. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Wir erinnern uns: Der Originalfilm von Gore Verbinski aus dem Jahr 2002 (bei dem es sich um ein Remake des japanischen Films Ringu aus dem Jahr 1998 handelt) war dank seiner originellen Prämisse und dem Geheimnis um das verstörende VHS-Video ein effektives Horror-Erlebnis. Bereits in der Fortsetzung Ring 2 (2004) verrannte man sich in einer verwirrenden Hintergrundgeschichte um das Mädchen Samara und nahm dem Fluch damit jeglichen Reiz.

Anstatt sich wieder auf die Stärken des Originals zu konzentrieren oder eine andere Richtung einzuschlagen, dringt Rings noch tiefer in die Hintergrundgeschichte der Samara Morgan vor und deckt weitere Aspekte um ihr Schicksal auf. Das ist nicht nur verwirrend, sondern auch ziemlich langweilig. Denn ihr Familienstammbaum interessiert eigentlich niemanden. Vielmehr hofft man darauf, dass sie ahnungslose Studenten terrorisiert, die ihr Video angesehen haben und nun um ihr Leben fürchten. Davon gibt es leider viel zu wenig.

Wer darüber hinaus die Geschichte aus Ring 2 nicht im Kopf hat, wird die "Enthüllungen" nur schwer in Relation setzen können.

Samaras Fluch und ihr Wirken folgen keinerlei Gesetzmäßigkeit, sondern machen immer das, was gerade gebraucht wird. In einem Horrorfilm, der sich um ein verfluchtes Video(band) dreht, erwartet niemand wissenschaftliche und physikalische Präzision. Doch diese völlige Willkür nimmt die Spannung. Samara kann alles - dazu gehört auch, auf dem Computer ein komplett neues Video (in HD) zu generieren - ein neues Ring-Video für eine neue Generation.

Dabei hätte ein paar Regeln gereicht um dem Zuschauer Orientierung und Halt zu geben. Wie effektiv Horrorfilme sein können, die sich an ihre selbst auferlegten Regeln halten, beweist zum Beispiel It Follows.

Problematisch sind auch die Charaktere. Die beiden Protagonisten Julia und Holt wirken nicht nur relativ unbeeindruckt von allem, sondern sind auch immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um neue Hinweise zu entdecken. Einziger Lichtblick ist der charismatische Vincent D'Onofrio (Kingpin aus Daredevil), der allein mit seiner Präsenz dem Film zeitweilig die nötige Spannung verleiht.

Fazit

Schade. Wer einen effektiven Horrorfilm erwartet, wird enttäuscht. Jumpscares, die man mittlerweile schon zig Mal gesehen hat, lassen erfahrene Horrorfans nicht mal mit der Wimper zucken. Die Auflösung schiebt das Franchise in eine neue Richtung. Ob das nach Rings allerdings jemand sehen will, ist zweifelhaft.

Parodie von Ring aus Scary Movie

Rings | Trailer #2 | ParamountPicturesGER

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