Kritik zu Fear the Walking Dead 1.06: The Good Man

SPOILER

Das große Finale

Der Dreh- und Angelpunkt der Episode ist ganz klar das Krankenlager, in dessen unmittelbarer Nähe sich das Stadion befindet in dem Daniel in der letzten Episode die von Andy eingesperrten Zombies entdeckte. Wie erwartet befreit er die Meute aus ihrem Gefängnis und richtet damit ein riesiges Chaos an. Es war zwar sehr cool anzusehen, wie immer mehr Panik auf dem Gelände ausbricht, je weiter die Zäune nachgeben und immer mehr Leute den Walkern zum Opfer fallen aber rein rational dürfte Daniel mit dieser Aktion wohl ganz weit vorne im Rennen liegen, wenn es darum geht das eigennützigste Arschloch im TWD-Universum zu werden. Einen kompletten Stützpunkt mit hunderten Soldaten und wahrscheinlich noch viel mehr Unschuldigen Zivilisten dem Untergang weihen um seine im sterben liegende Frau zu retten ist schon ne Hausnummer. 

Dr. Exner hingegen war mir in dieser Episode sehr sympatisch, ich hätte nichts dagegen gehabt, wäre sie mitgekommen und hätte an Lizas Stelle die Rolle der Pflegerin übernommen. Da wir sie (im Gegensatz zu Liza) nicht on-screen haben sterben sehen, können wir natürlich noch hoffen, dass sie liebt aber ich denke mal, dass Season 2 damit beginnt, wie Los Angeles aus der Luft mit Napalm gedüngt wird und von der Stadt am Ende nur noch Ruinen übrig sind. Alle, die sich bis jetzt nicht der Gruppe angeschlossen haben sind daher meiner Meinung nach dem Untergang geweiht.

Weiterhin hat sich Travis endlich berappelt und Dampf ablässt. Was auf den ersten Blick vielleicht so scheint als würde er nur seine neue Familie schützen wollen lässt im Nachhinein schnell durchscheinen, dass er selbst daran Schuld trägt, sie überhaupt erst in Gefahr gebracht zu haben. Daniel hat ihn darauf hingewiesen, dass das, was richtig ist, nicht immer auch das beste ist, doch Travis hat den Soldaten Andy in seienr Naivität laufen gelassen und dafür auch prompt einen Denkzettel bekommen. Wenn man dann noch bedenkt, dass er am Ende seine Exfrau erschießt, obwohl ihn am Tag zuvor noch ein Namensschild auf dem Pullover eines ihm völlig unbekannten Zombies davon abhielt den Abzug zu drücken, hat er in den letzten Stunden wahrliche eine ziemlich krasse Wandlung durchgemacht.

Sehr gelungen fand ich die Szene in der Nick seiner Mutter erzählt, dass er die neue Welt gar nicht so viel anders wahrnimmt als die alte, da er sich auch dort schon immer verloren vorkam und nun der Rest der Bevölkerung mit ihm gleich zieht. Mr. Strand hat das bereits in der letzten Episode bemerkt und ihn daher als Kumpane beim Ausbruch nutzen wollen. Durch diese "Qualität" war es Nick, der seiner Familie nach ausführung von Cobalt die Haut gerettet hat und sie vorerst in Sicherheit bringen konnte.

Rückblick auf die erste Staffel

Das Finale hatte Einiges zu bieten, ingesamt konnte mich die Staffel rükblickend aber dennoch nicht komplett überzeugen. Mir ging die die Entwicklung vom Ausbruch nach den ersten beiden wirklich guten Episoden hin zum TWD-typischen "Savezone finden und dann mal gucken"-Szenario viel zu schnell. Statt dem Familienschicksal hätte ich den Ausbruch lieber aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen: Beispielsweise im Krankenhaus, wo die ersten Patienten mit den Symptomen eingeliefert werden, im Police Department wo täglich mehr und mehr Berichte zu den Zombies kommen, Politiker die versuchen die Bürger ruhig zu halten. Die Möglichkeiten sind eigentlich unerschöpflich. Doch leider hat man sich entschieden all diese spannenden Geschehnisse mit einem Zeitsprung von mehreren Tagen auszulassen und sich darauf zu verlassen, was bereits in der Hauptserie seit mehreren Staffeln mehr oder weniger Alltag ist.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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