Kritik zum Staffelfinale: Gotham 3.21 und 3.22: Destiny Calling / Heavydirtysoul

SPOILER

Nach den letzten, großartigen Episoden findet Gothams dritte Staffel nun schließlich mit “Destiny Calling” und “Heavydirtysoul” ihren Abschluss in einer Doppelfolge. Und das zurecht, denn in einer einzelnen Episode hätten die vielen, angefangenen Geschichten wohl kaum gebührend zu Ende erzählt werden können.

I love you, Master Bruce

Zunächst erhalten wir einen kleinen Einblick darüber, wie sich die Einwohner Gothams unter Einfluss des Virus verhalten. Einen kleinen Eindruck, da das GCPD die Lage scheinbar doch ganz gut im Griff zu haben scheint.

Später greift das Virus jedoch auch innerhalb der Polizeiwache um sich und reduziert die Anzahl von Jims Kollegen um einige Stellen. Ein Aufruhr, den Bruce sich zunutze macht, denn er befand sich in Polizeigewahrsam, seit er die Bombe mit dem Virus hat hochgehen lassen. Alfred versucht, ihn wieder zur Vernunft zu bringen, doch Bruce bleibt stur und im allgemeinen Chaos gelingt ihm die Flucht.

Er begibt sich zu dem Ort, den ihm sein Lehrer in seinen letzten Atemzügen noch nennen konnte und trifft dort auf Ra's al Ghul. Dieser dürfte dem einen oder anderen noch aus Christopher Nolans Batman-Trilogie ein Begriff sein.

Alfred ist seinem Schützling natürlich gefolgt und so kommt es schnell dazu, dass Bruce ihn als Beweis seiner Loyalität gegenüber Ra's al Ghul hinrichten soll. Man hätte vielleicht damit rechnen können, dass Alfred den Schwertstich(!) überlebt. Aber nachdem in der letzten Episode tatsächlich die Bombe hochgegangen ist und Alfred schon mal tödlich verletzt wurde, hätte es mich nicht gewundert, wenn er nun das Zeitliche gesegnet hätte.

Immerhin ist Bruce nun schon mehr oder weniger als Proto-Batman unterwegs und legt den bösen Buben das Handwerk. Allerdings wäre Gotham ohne einen Alfred Pennyworth auch kein richtiges Gotham mehr.

The iceberg lounge

Es ist schwer, sich auf ein Highlight zu beschränken, aber müsste ich wählen, dann wäre der Höhepunkt des Finales wahrscheinlich die erneute Trennung von Oswald Cobblepot und Edward Nygma. Ihr ewiges Katz- und Mausspiel führt auch nun wieder zu großartigen Dialogen zwischen den beiden Schurken.

Man fiebert mit beiden stets mit, will aber auch eigentlich gar keine Auflösung oder einen Gewinner, weil das ja hieße, dass der Spaß ein Ende hätte. Aus genau diesem Grund kann man es Gotham auch gar nicht übel nehmen, dass mal wieder beide die Konfrontation mehr oder weniger lebendig verlassen.

Nygma wurde zwar sprichwörtlich auf Eis gelegt, aber es wird wohl nicht allzu lang dauern, bis er aus seinem kalten Gefängnis entkommen kann. Dafür trägt Schauspieler Corey Michael Smith einfach zu viel zum Gesamtbild Gothams bei.

Of course I produced an antidote

Da in der letzten Episode die Bombe hochgegangen ist und Jim Gordon sich mit dem Virus infiziert hat, war es abzusehen, dass über kurz oder lang ein Gegenmittel hergestellt würde. Dennoch war der Prozess des Ganzen sehr spannend, denn auch hier trafen wieder verschiedene Interessengemeinschaften aufeinander. Zusätzlich verfolgt auch Tetch, der das Antivirus in seinem Blut trägt, eigene Ziele.

Nach einigem Hin und her gelingt es Jim und Harvey dann aber, genug Proben seines Blutes zu bekommen, um mit Hilfe vom stets kooperativen Dr. Strange genügend Gegengift für ganz Gotham herzustellen. Moment, für ganz Gotham? Nein, denn eine hübsche Dame namens Lee Thompson ist noch immer absolute Befürworterin der Infektion.

Dies führt dazu, dass sie Jim um den Finger wickelt und dieser gegen Harvey kämpfen muss. Jim, der durch das Virus übermenschliche Kräfte besitzt, gegen den untrainierten Harvey, der jeden Abend froh ist, wenn er der Tag überstanden hat.

So unschön wie sich das liest, ist es dann leider auch. Glücklicherweise konnte Harveys Ansprache gegenüber seinem Freund zu ihm durchdringen und somit das Vergießen von Krokodilstränen in Wohnzimmern auf der ganzen Welt einschränken.

Don't bring a whip to a gun fight

Das Chaos in Gotham kommt auch den Anwärtern auf den Thron der Unterwelt zugute. Barbara scheint die Macht zu Kopf gestiegen zu sein, und so beschließen Butch und Tabitha (endlich), sie aus dem Weg zu räumen und fortan nicht mehr nur die ewige Nummer 2 zu sein.

Der Plan geht insofern auf, dass Babs am Ende zwar von einem Stromkabel gegrillt wird. Es gibt Spekulationen, dass sie als Harley Quinn wieder auftaucht, aber das sei erstmal dahingestellt. Sicher ist, dass sie Butch vor ihrem Ableben noch eine Kugel in den Kopf verpasst hat. Dieser hingegen wird ganz bestimmt nochmal auftauchen, denn im Krankenhaus stellen die Ärzte fest, dass er eigentlich ein gewisser Cyrus Gold sei.

In aller Kürze

Eine durch und durch grandiose Staffel findet nun ein fulminantes Ende. Besonders in den letzten Episoden hat Gotham nochmal extrem an Schauwert gewonnen und dürfte für etliche klopfende Fanherzen gesorgt haben. Bruce wacht über die Stadt, der Pinguin öffnet seine Eisberg Lounge, der Riddler ist vorerst auf Eis gelegt (haha).

Selina macht gemeinsame Sache mit Tabitha, Butch ist scheinbar ein Zombie und Jim sorgt wieder zusammen mit Harvey für Gerechtigkeit in Gotham. Bleibt nur zu hoffen, dass die vierte Staffel genauso großartig wird wie die dritte, das Fundament dafür hat sie auf jeden Fall!

Gotham

Originaltitel: Gotham (2014)
Erstaustrahlung am 22.09.2014
Darsteller: Ben McKenzie (James Gordon), Donal Logue (Harvey Bullock), David Mazouz (Bruce Wayne), Robin Lord Taylor ( Oswald Cobblepot), Erin Richards (Barbara Kean), Sean Pertwee (Alfred Pennyworth), Camren Bicondova (Selina "Cat" Kyle), Cory Michael Smith (Edward Nygma), Jada Pinkett Smith (Fish Mooney)
Produzenten: Bruno Heller, Danny Cannon, John Stephens, Ben Edlund
Staffeln: 4+
Anzahl der Episoden: 84+


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