Kritik zu Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

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The Shape of Water

Anfang der 60er Jahre hat der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Beide Seiten versuchen, auf allen Ebenen den Gegner zu übertreffen, und so wird selbst im Bereich des Übernatürlichen geforscht. In einem Geheimlabor in Baltimore tauchen aus diesem Grund eines Tages der Sicherheitschef Strickland und der Wissenschaftler Dr. Hoffstetler mit einer mysteriösen Kreatur auf, die sie im Amazonas gefunden haben.

Kurz darauf stößt auch die stumme Ella, die als Putzfrau in dem Labor arbeitet, auf das Wesen. Sie ist sofort fasziniert von ihm und beginnt, eine Freundschaft mit ihm aufzubauen. Als die Forschungsergebnisse aber ausbleiben, gerät das Wasserwesen schließlich in Lebensgefahr, und so macht sich Ella daran, ihren neuen Freund zu retten.

Mit 13 Nominierungen gehört Shape of Water zu den großen Favoriten der diesjährigen Oscar-Verleihung. Wer sich das fertige Werk ansieht, wird schnell merken, dass fast jede Nominierungen gerechtfertigt ist. Von der Ausstattung über die Kamera bis hin zur Musik, den Darstellern und der Geschichte greift im Film einfach jedes Rädchen ineinander und erzeugt ein Gesamtkunstwerk, das den Zuschauer einfach in seinen Bann zieht.

Regisseur Guillermo del Toro fesselt mit seiner Welt in einem Maße, wie es ihm seit Pans Labyrinth nicht mehr gelungen ist. Shape of Water - Das Flüstern des Wassers ist in gewisser Weise ein romantisches, wenn auch mitunter etwas abgedrehtes Märchen für Erwachsene. Den gesamten Film umgibt eine Magie und gleichzeitig eine märchenhafte, nicht auf Hektik und schnelle Schnitte ausgelegte Erzählweise, die man heute im Genre der Fantasy nur noch sehr selten findet. Es gibt keine großen Actionmomente und auch keinen 20-minütigen CGI-Showdown, und doch ist Shape of Water immer spannend und unterhaltsam.

Das Drehbuch, welches del Toro mit Vanessa Taylor geschrieben hat, erzählt dabei nicht nur die Geschichte einer mysteriösen Kreatur. Die Handlung nimmt sich auch Themen wie dem Zeitgeist der 60er Jahre, Rassismus, Homosexualität und Gleichberechtigung an. Dies fühlt sich aber fast immer sehr natürlich an, und nur ganz selten kommt das Drehbuch einmal mit dem Holzhammer um die Ecke. Auch verliert der Film nie seinen Fokus, und vor allem schafft man es, genau das richtige Maß an Erklärungen zu liefern. Auch wenn Shape of Water einige Dinge im Dunkeln lässt, stehen die Geheimnisse nie so stark im Vordergrund, dass man am Ende frustriert zurückbleibt, weil nicht alles aufgeklärt wurde.

Shape of Water

Dass der Film am Ende so gut funktioniert, hat er auch im großen Maße seinen Darstellern zu verdanken. Sally Hawkins ist ohne Zweifel das Herz des Films und spielt die Putzfrau Elisa mit einer Mischung aus kindlicher Freude, Schüchternheit und einer Emotionalität, dass sie beinah jede Szene überschattet. Zum Glück hat sie jedoch ein Ensemble an ihrer Seite, das dies nicht zulässt. Michael Shannons Richard Strickland beispielsweise mag zwar relativ einseitig angelegt und manchmal auch etwas überzogen sein, allerdings schafft der Darsteller es, dass man seine Rolle wirklich hassen kann. Dagegen hellt Richard Jenkins jede seiner Szenen auf. Selbst Doug Jones, der in die Rolle des Wasserwesens geschlüpft ist, überzeugt mit einer nuancierten Darstellung - trotz jeder Menge Make-up und CGI-Effekten.

Lobenswert zu erwähnen sind auch die technischen Aspekte des Films. Die Kameraarbeit des Dänen Dan Laustsen weiß von den ersten Momenten an zu fesseln und fängt viele Momente perfekt ein. Dies wird schon in der beeindruckenden Eröffnungsszene deutlich, die aber nur den Auftakt für eine ganze Reihe von schönen Bildern darstellt. Und auch die Musik darf man nicht vergessen. Der Soundtrack von Alexandre Desplats unterstreicht die Geschichte perfekt, ohne dass sich die Musik in den Vordergrund drängt.

Fazit

Shape of Water - Das Flüstern des Wassers ist eines der ersten großen Highlights des noch jungen Jahres und nicht nur für Fantasy-Fans eine klare Empfehlung. Wie schon in Pans Labyrinth erzählt Guillermo del Toro ein Märchen für Erwachsene, das einfach in allen Bereichen überzeugen kann.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© 20th Century Fox
Poster Shape of Water – Das Flüstern des Wassers
Originaltitel:
The Shape of Water
Kinostart:
15.02.18
Laufzeit:
123 min
Regie:
Guillermo del Toro
Drehbuch:
Guillermo del Toro, Vanessa Taylor
Darsteller:
Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Doug Jones, Michael Stuhlbarg, Octavia Spencer
Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges stößt eine Reinigungskraft in einem Forschungslabor auf ein mysteriöses und faszinierendes Wesen.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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