Abschied von Harlan Ellison

Schriftsteller und Autor Harlan Ellison ist am Abend des 28. Juni 2018 verstorben. Dies teilte Christine Valada, enge Freundin der Familie und die Witwe der Comic-Legende Len Wein, via Twitter mit.

Nach etlichen kuriosen Jobs - etwa als Holzfäller, Fischer und Mitglied einer Kirmestruppe, veröffentlichte Ellison ab 1955 verschiedene Kurzgeschichten in mehreren Pulp-Magazinen, wozu später auch Romane, Comics sowie Film- und Musikkritiken kamen. Anfang der 60er Jahre zog er nach Los Angeles und schrieb dort Drehbücher für Filme und TV-Serien, arbeitete als Herausgeber und setzte sich dabei immer wieder für damals noch unbekannte Autoren wie etwa Dan Simmons (Die Hyperion-Gesänge) ein.

Seine bekanntesten Werke sind Bereue, Harlekin!, sagte der Ticktackmann (1965), welche in den USA zu den am häufigsten nachgedruckten Geschichten überhaupt zählt, Ich muss schreien und habe keinen Mund (1967) und Der Junge und sein Hund (1969). Zu seinen ersten Arbeiten fürs Fernsehen zählen zwei Episoden der originalen The-Outer-Limits-Serie (Soldier & Demon With A Glass Hand) sowie die Star-Trek-Episode Griff in die Geschichte. Sowohl die abgeänderte Fernsehfassung als auch das Originaldrehbuch gewannen etliche Preise und führten schließlich zu seinem Durchbruch.

Mitte der 80er-Jahre war Ellison an der Neuauflage von The Twilight Zone beteiligt, die schließlich mit einer Umsetzung seiner Geschichte Shatterday begann. Nach einem vom Studio abgelehnten Drehbuch kehrte er der Serie nach nur einem Jahr dem Rücken. Danach entstanden weitere Werke wie die Novelle Mefisto in Onyx und die Kurzgeschichte Chatting With Anubis, beide mit einem Bram Stoker Award ausgezeichnet, sowie The Man Who Rowed Christopher Columbus Ashore, die 1993 in den Jahresband der Best American Short Stories aufgenommen wurde.

Mit Beginn der 1990er-Jahre arbeitete er schließlich zusammen mit J. Michael Straczynski an der Verwirklichung der Science-Ficition-Serie Babylon 5, während viele von Ellisons eigener Geschichten oft für Adaptionen vorgesehen waren. Jedoch wurden diese oft von ihm selbst gestoppt, da man ihm keine oder zu wenig Mitspracherecht einräumte.

Weitere Aufmerksamkeit erhielt Ellison als er nach der Veröffentlichung von Terminator, dessen Schöpfer James Cameron erfolgreich verklagte, da der Film gravierende Ähnlichkeiten mit seinen beiden The-Outer-Limits-Episoden hatte.

Im Laufe seines Lebens wurde Harlan Ellison mit etlichen Preisen ausgezeichnet und erhielt 2006 für sein Lebenswerk den begehrten Grand Master Award des SF-Autorenverbandes. 2011 wurde er in die Science Fiction Hall of Fame aufgenommen.

Gesundheitlich hatte er jedoch schon bereits in den 90er-Jahren mit Rückschlägen zu kämpfen. Nach einer Bypass-Operation folgte eine klinische Depression sowie 2014 ein Schlaganfall, der eine teilweise Lähmung seiner rechten Körperhälfte zur Folge hatte. Bis zuletzt lebte er zusammen mit seiner fünften Frau Susan in Los Angeles, wo er gestern im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen ist.

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