Und das Chaos starb

Joanna Russ

Zwei Jahre nach ihrem ersten Roman „Picnic on Paradise“ verfasste Joanna Russ mit „And Chaos Died“ eine Art Robinsonade. Das Buch erschien 1974 - vier Jahre nach der amerikanischen Erstveröffentlichung - im Rahmen der Bastei Taschenbücher.

Ihr erster Roman – drei Kurzgeschichten um den gleichen Charakter folgend -   handelt von einer Frau, die aus der primitiven Vergangenheit in die Zukunft transportiert worden ist. Ihre Mission ist die Begleitung einer Handvoll von Menschen auf einem unwirtlichen Vergnügungsplaneten, weil sie vor dem Hintergrund eines nicht näher definierten Krieges als Einzige ohne Technik auskommen kann. In ihrem zweiten Buch setzt sich Joanna Russ vor einem anderen Hintergrund und mit anderen Prämissen ebenfalls mit dieser Menschen- in- einer- fremden Welt- Thematik auseinander.

In „And Chaos died“ – der Titel ist weniger ironisch als „Picnic on Paradise“, denn Paradise ist eine unwirtliche Schneehölle, aber kein Paradies und am Ende der Geschichte stirbt das metaphorische Chaos auch nicht  – beschreibt die Reise des Geschäftsmanns Jai durch das All zu einem Termin. Seine Familie hat indische Wurzeln, er interessiert sich für Mode und die chinesische Schrift, welche er schreiben und lesen möchte. Das Raumschiff hat im All einen Unfall. Zusammen mit dem Kapitän des Schiffes – ein aggressiver burschikoser Bär von einem Mann – landen sie in einer Rettungskapsel auf einem paradiesischen Planeten. Das klassische Szenario für eine Robinsonade.

Joanna Russ spielt zu Beginn der Geschichte mit einigen sozialen Klischees. So outet sich Jai nach einer Begegnung mit einer der einheimischen Frauen als homosexuell.  Während die Frau auf eine fast primitive Art und Weise den Kapitän erotisiert, wird Jai aus den angesprochenen Gründen (noch) nicht angeturnt.  Ab diesem Moment darf er nicht mehr in der Rettungskapsel beim Kapitän schlafen, auch wenn Jai mehrmals versichert, dass er nicht über ihn herfallen wird. Die Ausgrenzung der aus Sicht des einfältigen Kapitäns sexuell Andersartigen ist die einzige soziale Kritik in dieser Geschichte. Auf eine gänzlich andere Art und Weise wird Joanna Russ den gesellschaftlichen Klischees verfallen und der sexuell freien Selbstbestimmung in dieser Geschichte einen Bärendienst erweisen, auch wenn sich die Autorin hinsichtlich des ambivalenten und in mehrfacher Hinsicht zu interpretierenden Endes eine Art Hintertür offenlässt.

Die Bewohner des Planeten geben vor, eine der verlorenen Kolonien der Erde zu sein und etwa seit einhundertfünfzig Jahren auf dieser paradiesischen Welt abgeschieden zu leben. Technik wie ein Radio kennen sie nicht. Ihre Angaben scheinen aber nicht zu stimmen, denn Jai findet Hinweise, dass sie erstens nicht direkt von der Erde stammen können und zweitens deutlich länger als einhundertfünfzig Jahre auf dieser Welt schon leben.

Auch hier greift Joanna Russ noch einmal gegen Ende der Geschichte ein und präsentiert aus Sicht der Bewohner des Planeten eine andere Erklärung. Der Roman ist in den späten sechziger Jahren verfasst worden und wirkt in dieser Hinsicht nicht nur wie eine Mischung aus New Wave und klassischer Science Fiction, sondern der Geist der populären „Star Trek“ Serie schwebt über einzelnen Facetten der Handlung.  

In der Umkehr vor allem in den zwanziger bis in die fünfziger Jahren populären intergalaktischen  Robinsonaden spielt Joanna Russ auch gerne mit den Klischees. So haben die beiden Gestrandeten die Möglichkeit, in  der Gemeinschaft aufgenommen zu werden und auf dem Planeten zu verbleiben. Die Alternative wäre, die Rettungskapsel zu reparieren und sich nach Hause durchzuschlagen. Allerdings merkt Jai relativ schnell, dass sie so weit abseits der Routen sind, das sie niemand finden wird und sie  im All sterben werden. Warum der Vorschlag gekommen ist, weiß Jai nicht. Aber er vermutet berechtigt einige Hintergedanken bei den Ureinwohnern, die in den anfänglich naiven Erdlingen Eindringlinge in ihre vordergründig perfekte Gemeinschaft sehen.  Während Jai sowohl den Planeten als auch deren Bewohner mit offenen Augen und einem offenen Bewusstsein betrachtet, agiert der Kapitän rücksichtslos, egoistisch und ist ein bedrohlicher Faktor in der sozialen Gleichung. Joanna Russ löst dieses Problem nicht, vielmehr lässt sie es entgegen der ihren Kollegen geübten Kritik auch einfach unter den Tisch fallen.  

Die Ureinwohner des Planeten haben telekinetische, teleportive und telepathische Fähigkeiten. Telekinese ist eher eine Ergänzung, im Laufe des Romans spielt diese Fähigkeit bis auf einige frühe Szenen keine Rolle.  Teleportation wird erst im Laufe des Romans eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu dem bekanntesten Mutanten der Perry Rhodan Serie Gucky ist dieses Versetzen mittels Geisteskraft schwere Arbeit.

Die Telepathie ist die Grundlage eines Gruppenbewusstseins. Alle Gaben sind in jedem der Menschen verankert und erlernbar. Auch diese Aussage wird Joanna Russ im Laufe der Handlung relativieren, denn die Ausbildung der PSI Fähigkeiten scheint auch mit dem Aufenthaltsort des Menschen in einem engeren Zusammenhang zu stehen. Die zweite Hälfte des Romans spielt wieder auf der Erde, wo diese Fähigkeiten in der Theorie nicht unbekannt, aber nicht so schnell erlernbar sind.   Jai beginnt unter der Anleitung einer Frau, diese Gaben für sich selbst zu entdecken und zu entwickeln.

In diesem Punkt ist   „And Chaos died“ eine schwierige Lektüre. Joanna Russ war lange Zeit mit einem Mann  verheiratet. Erst nach der Scheidung hat sie sich geoutet und mit einer Frau offen zusammengelebt. Jai agiert zu Beginn der Geschichte nicht ausdrücklich schwul, aber hat weibliche Interessen wie die angesprochene Mode. Vieles schiebt Jai als Erzähler der Geschichte auf seine indischen Vorfahren, was eher eine Ablenkungstaktik gegenüber dem ihm unbekannten Leser ist. Dabei hat Joanna Russ die Geschichte nicht als Tagebuch, sondern als fortlaufenden, auf Augenhöhe des Lesers ablaufenden Roman konzipiert. Er mit seinem fast beiläufig erwähnten Coming Out wird er zum Außenseiter.

Er ist auch der einzige Homosexuelle auf dem Planeten. Durch seinen Beitritt in das Gruppenbewusstsein wäre es akzeptabel, wenn Joanna Russ mit den Aspekten von Sexualität im Allgemeinen spielt. Aber Jai ist kein queerer Charakter, er ist offen homosexuell und  beginnt plötzlich, sich nicht nur romantisch in eine Frau zu verlieben, sondern mit ihr Sex zu haben. Diese Änderung der sexuellen Ausrichtung kommt aus dem Nichts und wird im zweiten Teil der Geschichte, die auf der Erde spielt, sogar weiter extrapoliert. Auf der Erde agiert Jai ausschließlich als Heterosexueller ohne jegliches Anzeichen der Homosexualität. Und das nicht nur mit der telepathisch begabten Partnerin, die ihn von ihrem  paradiesischen Planeten begleitet.  Schwulsein ist eine Phase, Hase. Diese Floskel wirkt zu brachial, trägt aber den Kern der Wahrheit in Bezug auf diese Geschichte in sich. Bei jedem anderen Autoren wäre diese sexuelle  Wendung vielleicht noch akzeptabel, aber bei der Feministin Joanna Russ, die sich mehr und mehr mit den Schranken im Kopf der Mehrheiten auseinandersetzt und offen für die Rechte der Minderheiten eingetreten ist? Das erscheint unwahrscheinlich, zumal die sexuelle Wendung an keiner Stelle der Geschichte wirklich nachhaltig trotz zahlreicher Möglichkeiten wie der paradiesisch fremden Umgebung vorbereitet worden ist. Der Kapitän muss sich fast einen feixen.

Die hochentwickelten, im Einklang mit der Natur auf dem Planeten lebenden Telepathen stellen also in ihrer sexuellen Ausrichtung die Krönung der Menschheit dar, denen sich der andersartige Jai ohne Not unterordnet, um mittels des telepathischen Gemeinschaftssinns die  nächste Stufe zu erreichen? Das wirkt sehr bemüht.

Auf der anderen Seite gelingt es Joanna Russ, die Fremdartigkeit der Telepathie, des Eindringens in andere Menschen und vor allem die Bildung einer neuen Art der Kommunikation ausgesprochen gut zu beschreiben. Diese Passagen gehören zu den besten Abschnitten des Buches und sind absolut glaubwürdig. Jai kann die Stimmen in seinem Kopf zuerst nicht einordnen, zumal die Gespräche auch nicht in einem direkten Zusammenhang mit ihm stehen. Vorsichtig unter Anleitung beginnt er sich an den „Gesprächen“ zu beteiligen. Diesen Zwischenraum charakterisiert Joanna Russ vor allem mit in der deutschen Ausgabe kursiv gedruckten Gesprächsfetzen. Erst gegen Ende der Geschichte mit einem Exkurs ins Metaphysische differenziert sie bei den telepathischen Unterhaltungen und führt noch eine Art Oberschicht ein.

Aber diese Art der intimen Gesprächsführung zwischen den Menschen ist keine überzeugende Erklärung, dass Jai plötzlich seine sexuelle Ausrichtung ändert. Zwar nimmt er sexuelle Beziehungen zwischen den Bewohnern des Planeten anders, aber nicht weniger emotional wahr, aber Joanna Russ macht es sich in dieser Hinsicht für einen Roman aus den späten sechziger Jahren zu einfach.   

Im Grunde basierend auf verschiedenen Theorien erweitert sie diese Kommunikation noch. Die klassischen Begriffe von oben oder unten, von Ort und Zeit verschmelzen. So werden die Raumschiffe während des Flugs/ Sprungs auch zerstört und einen Augenblick später wieder zusammengesetzt. Technik interessiert Joanna Russ generell nicht und so  fühlt sie sich auf dieser ökologisch paradiesischen Nischenwelt auch deutlich wohler als auf der ausgebrannten Erde, die sie aber als provozierenden Kontrast in der zweiten Hälfte der Geschichte braucht.   

Die zweite Hälfte des Romans lässt sich rückblickend in zwei Richtungen interpretieren. Alles Erlebte ist real oder auch nur Teil einer emotionalen Illusion in der heute vielleicht am Besten als „Lost“ Simulation – basierend auf der populären Fernsehserie – zu bezeichnenden Art? 

Nach der Rettung durch ein zufällig den Sektor durch querendes Raumschiff erreichen Jai und eine ihn begleitende Partnerin/sexuelle Gespielin die Erde. Auf der Erde herrscht eine Endzeitstimmung. Gewalt und bizarr wirkende sexuelle Rituale herrschen vor.  Zwischen den Zeilen lässt sich ableiten, das ökologisch die Erde den Point-of-no-return überschritten hat. Auf der anderen Seite lebt die Mittelschicht in einer Art kommunistisch geprägten bigotten Genügsamkeit. Kinder werden in Krippen aufgezogen und nur zweimal die Woche den Eltern zur Verfügung gestellt.  Der Ehemann folgt seinem Weg, in dem er sich als Tyrann und Herr des Hauses aufspielt, während die devote Ehefrau neben der sexuellen Verfügbarkeit sich um das Essen und den Garten kümmert. Wie schreibt Joanna Russ so passend, Frauen lieben es, etwas wachsen zu sehen. Ein Schelm, der diese Bemerkung nicht hinterfragt. Auf der Erde gibt es kein sozialen Klassen mehr. Reichtum ist Gemeineigentum, nicht muss mehr Arbeiten und für einen zufriedenstellenden Lebensstandard wird gesorgt. Vom wem, arbeitet die Autorin nicht heraus.  Trotzdem scheint dieses System am Rande des Zusammenbruchs zu stehen und es gibt Zonen, in denen die schon angesprochene (sexuelle) Gewalt und Anarchie herrschen.  Neben der Überbevölkerung und der extremen Umweltverschmutzung; der Anarchie scheint ein seltsamer Retrogeist bei einigen Menschen vorzuherrschen. Sie fliehen in absichtlich überzeichnete klischeehafte Geschlechterrollen, in der Hoffnung, das das  soziale Chaos von der hierarchischen familiären, aber auf Langeweile und Rituale aufgebauten Ordnung abfällt.  

Joanna Russ entwickelt hintergrundtechnisch trotz oder vielleicht gerade wegen der Kürze der Geschichte einen guten Kontrast zwischen den Welten, die eines gemeinsam haben. Auf beiden Welten ist Jai eine Art Laborratte. Nicht telepathisch begabt weckt er auf der ersten Welt die Neugierde der Ureinwohner, die ihn einladen, seine verborgenen, aber vorhandenen PSI-Kräfte zu erwecken. Auf der Erde ist er wegen dieser Kräfte ein Außenseiter, der möglichst weggesperrt und untersucht werden muss.  Joanna Russ kennt sich ausgesprochen  gut im Science Fiction Genre aus und so wirken einzelne Passagen dieses Romans wie eine Mischung aus Walter Tevis „Der Mann, der vom Himmel fiel“ und Alfred Besters „Tiger! Tiger“ (The Stars my Destination). Insbesondere Alfred Besters Dynamik, sein hohes Tempo und die fast skizzenhafte Zeichnung des Hintergrunds mit einem schwächelnden Überhelden und der technischen Ambivalenz finden sich in „Und das Chaos starb“ wieder.

Auf dem fremden Planeten war es eine junge Frau, die ihm diese paradiesische Welt gezeigt und zu seinem Überleben beigetragen hat. Auf der Erde ist es ein Junge – asexuell, um nicht einen weiteren Skandal auszulösen  -, der ihn über diese nicht nur dem Leser, sondern vor allem auch Jai inzwischen fremde Erde begleitet.  Mit dem Jungen führt Joanna Russ einen weiteren, allerdings eher pragmatisch entwickelten Charakter ein. Als Autorin traut sie sich nicht, ihn zu einer erneuten wie anderen Versuchung Jais zu machen. Aber die Umwelt bedroht den Jungen immer wieder sexuell, will ihn in den angedeuteten Absonderlichkeiten der sexuellen Befriedigung zu einer Art Spielball machen.   Diese Szenen reihen sich in eine Abfolge von sexuellen Begegnungen ein, die nicht immer freiwillig sind. Von einer Vergewaltigung zu sprechen/ zu schreiben,  wäre ein zu starkes Wort, aber beginnend mit Jais Heilung durch die telepathisch begabten Frauen oder die aggressiv sexuell abschließend frustrierend Avanchen des Kapitäns gegenüber den Frauen und endend in den sadomasochistischen Swingertreffen auf der Erde scheint Sex per se für Joanna Russ etwas weniger erotisches, Wünsche erfüllendes zu sein, sondern mehr eine von Zwängen dominierte und gesteuerte Notwendigkeit.    

Das Ende ist ambitioniert und in verschiedene Richtungen interpretierbar. Es besteht die Möglichkeit, dass Jai gar nicht den Planeten verlassen hat und die Alptraum Situationen auf der Erde nur mittels des Gemeinschaftsbewusstseins als mahnende Warnung erträumte. Dafür  spricht, dass im entscheidenden Moment die Hilfe vom Planeten eintrifft. Die zweite Möglichkeit ist, dass sich einzelne Bewohner des Planeten auf der Weg „zurück“ zur Erde machen, um mit den Politikern zu sprechen und ihnen mit sanfter überzeugender Gewalt Wege aus dem ökologischen Chaos aufzeigen. Diese Interpretation könnte den Titel erklären, denn impliziert wird mit den dank ihrer geistigen Kräfte dominierenden Fremden das Chaos auf der Erde in die Schranken gewiesen. Das ist keine neue Idee und die New Wave hat sich immer wieder mit außerirdischen oder in diesem Fall menschlichen Invasoren auseinandergesetzt, welche das radikale Element Mensch mit seinem Hang zur Selbstzerstörung unter Kontrolle bringen. Und mehr oder minder sanftem Druck werden die dunklen Gedanken in allen Menschen „gelöst“. Dieses auf der einen Seite deutlich griffigere  Ende kommt allerdings aus dem Nichts und wirkt wie eine unnötige „Deus Ex Machina“ Lösung, denn Jai wäre nicht der erste Mensch, der in dem Moloch Erde unterzugehen droht und normalerweise müsste die Bewohner des Planeten mit ihren unbeschränkten PSI- Fähigkeiten schon passiv das Chaos außerhalb ihrer ökologischen Nische verfolgen. Die Idee, das Jai als neues Mitglied der Gemeinschaft die Brücke zur Erde darstellt und dadurch erst die Tür zur Invasion öffnet, wird von Joanna Russ zu wenig überzeugend vorbereitet.      

In  einem ihrer nächsten Romane sollte Joanna Russ Elemente aus „Picnic on Paradise“ und „And Chaos died“ verbinden. In „We Who Are About to…“ stranden eine Handvoll Menschen ohne technische Hilfsmittel und ohne eine Alyx, um den Weg zu finden auf einer fremden Welt – siehe „And Chaos Died“ und versuchen einen Überlebensweg zu finden, der unter anderem aus der der Kolonisierung der eher unwirtlichen Welt besteht. 

„And Chaos Died“ ist für den Nebula Award nominiert worden. Als Roman ist es eher eine Herausforderung. Wie „Picnic on Paradise“ ist die eigentliche Handlung vernachlässigbar. Joanna Russ bedient sich – vielleicht unabsichtlich – wieder Handlungsmustern, die den Lesern vertraut sind. Vor diesem mechanischen Handlungshintergrund setzt sie sich in beiden Büchern mit gruppendynamischen Fragen, aber auch sozial sexuellen Beziehungen auseinander. Das gelingt ihr in „Picnic on Paradise“ deutlich besser als in dem vorliegenden Roman. Spätestens mit Jais Heilung vom Homosexuellen zum Queeren und später zum Heterosexuellen setzt  sich Joanna Russ mit Themen auseinander, die ihrem übrigen Werk seltsam entgegenstehen und in dieser stromlinienförmigen Art und Weise auch keinen abschließenden überzeugenden Sinn ergeben. Auf der anderen Seite gehört zu den Stärken des Buches, die im Genre verankerte Idee der Telepathie, des Gruppenbewusstseins auf eine neue innovativ Art und Weise zu interpretieren, die Robert Silverberg in seinem zwei Jahre später veröffentlichten Buch „ Es stirbt in mir“ auf eine noch mehr emotionale und ansprechende Art und Weise zu einem Höhepunkt führen sollte. Irgendwie reiht sich „And Chaos Died“ in die kleine Phalanx aus PSI Geschichten, beginnend mit James Blish „Der PSI- Mann“ über den angesprochen Robert Silverberg bis zu Katherine MacLean „Der Esper und die Stadt“ ein, die innovativ, originell und zeitlos sind. Auch wenn von diesen vier Werken Joanna Russ zweiter Roman fest in einem bizarren New Wave verankert soziologisch am meisten gealtert und technisch am Konstruiertesten erscheint.       

   

Und das Chaos starb.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Bastei Lübbe (1. Januar 1974)
  • Taschenbuch 142 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404049551
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404049554