Robots & Dragons: Die Filmhighlights der Redaktion 2016

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Ryan Reynold ist Deadpool

Die Weihnachtszeit ist nicht nur immer eine Zeit zum Abschalten, sie bietet sich auch hervorragend für einen Jahresrückblick an. Auch 2016 lief wieder eine Großzahl an Filmen im Kino, sodass es oft schwerfällt zu entscheiden, welche denn nun wirklich die besten Filme des Jahres waren. Dies hält uns jedoch nicht davon ab, genau diese Frage in die Redaktion zu werfen. Sieben Redakteure haben sich der Aufgabe gestellt und präsentieren euch ihre Filmhighlights des Jahres.

Katrin Hemmerling – Im Bann des Zauberers

Captain America: Civil War ist wohl wenig überraschend in meiner Top 3. Gelungenes Popcorn-Kino mit ein paar Schmunzlern und dem Zwiespalt, ob man nun Team Iron Man oder Team Captain America ist. Außerdem: Baby Spider-Man!

Doctor Strange muss auch sein. Die anfängliche Skepsis über Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle war in den Anfangsminuten schnell verflogen. Es ist schwer vorzustellen, welcher Schauspieler noch so schöne Variationen für die Murmeltier-Schleife parat gehalten hätte. All the single ladies!

Fernab vom Marvel Cinematic Universe wusste Snowden noch zu überzeugen. Zugegeben ist hier etwas Lokalpatriotismus dabei, ein Teil des Films ist in München entstanden. Aber die Darstellerriege hat überzeugt. Den Film dann trotz bekannter Thematik spannend zu bekommen, war schon ein kleines Kunststück.

Susanne Döpke – Blockbustersüchtig und steht dazu

Echt schwer, dieses Jahr die Topfilme festzulegen, darum sind meine Kandidaten eher gleichrangig zu betrachten. Für beide Filme mit dem Attribut Star gilt - gemeint sind Star Trek Beyond und Rogue One - A Star Wars Story, das wir uns den Mut der Macher viel früher gewünscht hätten. Star Trek Beyond wartete endlich mit einer eigenständigen Geschichte auf, ohne sich im reichhaltigen Archiv zu bedienen. Da war Action drin, Comedy und eine gute Geschichte (mit Plotholes, aber bei Star Trek verzeihe ich gern so Einiges).

Rogue One hatte zwar so einiger Schwächen in der Startphase des Films, doch am Ende kam die große Entschädigung. Ich hätte nicht gedacht, dass Disney sich das traut (ihr wisst schon was). Und dass keiner auf die Idee kam, dass die beiden Protagonisten sich zum Schluss doch noch abknutschen, hat mich maßlos erleichtert.

Die Entscheidung zwischen Deadpool und Dr. Strange fällt mir genauso schwer - darum lasse ich es. Beide waren klasse. Und noch ein Lob an ID4-2: Ich liebe es, wenn Roland Emmerich die Welt zerscheppert. Und jetzt gehe ich in meine Selbsthilfegruppe für Blockbustersüchtige.

Patrick Pohsberg – Denkt gern nach dem Kinobesuch

Arrival geht in eine ganz andere Richtung, als der Trailer vermuten lässt, von daher schaut ihn ruhig und lasst euch überraschen. Wenn man so will, hat Regisseur Denis Villeneuve mit dem Film eine philosophische Variante von Independence Day geschaffen. Und das war nicht nur eine gute, sondern auch eine überfällige Entscheidung. Science Fiction kann so viel mehr sein als Weltraumschlachten und schleimige Aliens mit Laserwaffen. Arrival reiht sich für mich direkt neben Interstellar, Der Marsianer und Inception in die Riege der modernen Science-Fiction-Klassiker.

Das was er inszenieren wollte, hat 10 Cloverfield Lane wunderbar geschafft. Der Film spielt mit den Erwartungen der Zuschauer und baut Spannung auf, ohne diese schließlich mit dem Dampfhammer wieder zu zerschlagen. Die Auflösung wird uns nämlich nicht komplett aufs Brot geschmiert, sodass man auch auf dem Heimweg noch ein bisschen über den Film und die Entscheidungen der Charaktere nachdenken kann.

Zunächst dachte ich, dass Zoomania eine Geschichte von einem kleinen Hasen ist, der sich in der großen, weiten Welt beweisen will. Dann dachte ich, dass ich mir einen Buddy-Cop-Movie anschaue. Dann merkte ich, dass sich dahinter eine Fabel über Rassismus versteckt. Und dann fiel mir wieder ein, dass das alles gar nicht sein kann, da ich ja einen Disneyfilm schaue und mich mindestens 20 Jahre über dem Altersdurchschnitt im Kino befinde.
Tjoar, und dann merkt man halt irgendwann, dass die Erfinder von Micky Maus das alles in einen wunderbaren Animationsfilm gepackt haben, die teils doch sehr ernsten und wichtigen Themen dabei aber so gut unterbringen konnten, dass die Geschichte noch immer für ein FSK-0-Siegel reicht. Gleichzeitig hatte man nie das Gefühl, gerade mit erhobenem Zeigefinger belehrt zu werden.

Johannes Hahn - Hat einen starken Magen

Zwar ist Green Room weder ein Science-Fiction-, noch ein Fantasy-Film, dafür aber ein ziemlich effektiver, weil spannender Thriller mit den Star-Trek-Veteranen Patrick Stewart und dem leider zu früh verstorbenen Anton Yelchin. Mit unter die Haut gehender Brutalität wird die Handlung geschildert, die sich in immer tiefere Spiralen der Verzweiflung hinabdreht. Wer sich wirklich mit den Fingern in das Sofapolster krallen will, sollte Green Room definitiv eine Chance geben.

Ich gebe zu: Ich habe ein kleines Faible für Japan. Deswegen gefällt mir natürlich auch Kubo – Der tapfere Samurai, denn er spielt in einem mythologisch angehauchten Japan und lehnt sich in seiner Ästhethik an die Holzschnitt- und Tusche-Zeichnungen dieser Kultur an. Viel wichtiger aber ist, dass Kubo eine tolle Geschichte über das Geschichtenerzählen präsentiert. Allerdings überzeugt der Film nicht nur durch seine Handlung, sondern auch aufgrund seiner starken Stop-Motion-Animation, die atemberaubend schön ist und sich problemlos gegenüber den Computerbildern von Pixar & Co behauptet.

Gute Action-Filme sind leider rar. Umso erfreulicher ist es, dass 2016 wenigstens einen guten Action-Film sah: Hardcore. Aber Achtung: Der Film ist nicht für Leute geeignet, denen schnell schwindlig wird. Denn er präsentiert sein Geschehen aus der Ego-Perspektive, fast wie ein Videospiel. Entsprechend rasant und wacklig sind die Bilder, dafür aber sehr fesselnd, denn die Machart schafft eine fast intime Brücke zwischen Leinwand und Zuschauer. Zum Glück nimmt er sich dabei nicht allzu ernst und schafft es so, neben Nervenkitzel auch den einen oder anderen Lacher hervorzulocken.

Hannes Könitzer - Freut sich immer noch über Civil Wars Flughafen-Szene

Captain America: Civil War war definitiv ein Highlight des Jahres. Die Flughafenszene allein gehört schon zu den besten 20 Minuten, die es im Bereich Comicverfilmung bisher auf die Leinwand geschafft hat. Dazu ein Spider-Man, der einfach Lust auf einen Solo-Film macht, und ein Ende, das zumindest eine spannende Ausgangssituation für Avengers: Infinity War schafft.

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem die Macher von Deadpool rund um Ryan Reynolds viele Jahre für ihre Version des Comic-Helden kämpfen mussten, kam der Film in diesem Jahr endlich in die Kinos. Begleitet von einer Marketingkampagne, die einfach nur Spaß gemacht hat, schickte sich die Comicverfilmung an, einige Regeln der Studios auf den Kopf zu stellen. Keine Weltuntergangsgeschichte, schwarzer Humor und ein hoher Gewaltgrad machten Deadpool zu etwas anderem und gleichzeitig absolut sehenswert.

Schon vom ersten Trailer an war klar, dass Arrival das Potenzial zu etwas Besonderem hat. Der Film selbst konnte diese Erwartungen im Anschluss glücklicherweise erfüllen. Unglaublich spannend erzählt, wird man von der ersten Minute an in das Mysterium gezogen. Selbst die Auflösung enttäuscht nicht und macht den Science-Fiction-Film am Ende zu einer richtig runden Sache.

Sebastian Lorenz – Der eine Warcraft-Fan

Star Trek Beyond hat wahnsinnig viel Herz und Emotion. Neben der rührenden Hommage an die Classic-Serie und den verstorbenen Spock-Darsteller Leonard Nimoy vermittelt der Film Hoffnung und ein positives Weltbild, in dem der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit im Vordergrund stehen. In einer Welt, die von Terrorismus und Angst geprägt ist und populäre TV-Serien wie The Walking Dead Hoffnungslosigkeit und Gewalt zum zentralen Thema machen, ist dieser Film einer der positivsten Genre-Beiträge des Jahres.

Ich habe Warcraft und World of Warcraft nie gespielt und bin auch kein großer Fan von Fantasy-Filmen, doch ich habe selbst als Noob Warcraft - The Beginning kapiert und fühlte mich gut unterhalten. Schade, dass ich damit anscheinend zu einer Minderheit gehöre.

Ich hätte 20th Century Fox überhaupt nicht zugetraut, dass sie Deadpool in der Form, wie er in den Kinos zu sehen war, erlaubt hätten. Kompliment an die risikobereiten Studiobosse.

Claudia Kern – Auf Hexen- und Zombiejagd

Vergesst Schlangen im Flugzeug, Train to Busan ist mit seinen Zombies im Zug der Kracher, der Snakes on a Plane hätte sein sollen. Brachial, rasend schnell, toll gefilmt mit Zombies, die wie eine Naturgewalt auf die Protagonisten hereinbrechen.

Eine extrem religiöse Familie wird im New England des 17. Jahrhunderts von einer Hexe terrorisiert, soweit zur Prämisse des Films. Verglichen mit Train to Busan bewegt sich The Witch zwar im Schneckentempo, schafft dabei aber eine beklemmende, furchterregende Atmosphäre, die einen bis zum Ende nicht loslässt.

In der Dokumentation De Palma über Brian de Palma, der von Kritikern gern als "Hitchcock für Arme" belächelt wird, redet der Regisseur mit schonungsloser Ehrlichkeit über sein Werk und die Filmmaschinerie Hollywoods. Eine der besten Dokus, die ich bisher über das Filmemachen gesehen habe.

Zum Abschluss noch die Frage an euch. Was sind eure Top 3 Filme des Jahres? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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