Manga-Kritik zu Dragonball Super 3 & Boruto 3

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Dragonball Super Band 3 Cover

Wer die Manga-Kritiken zu Dragonball Super 2 respektive Boruto - Naruto the next Generation 2 nachholen will, wird hier fündig. Selbstverständlich muss in diesem Beitrag auf das bisherige Geschehen eingegangen werden, über Gebühr gespoilert wird jedoch - wie gewohnt - nicht.

Der Null-Sterbliche-Plan

Die Ankündigung, dass der Dragonball-Kosmos nach all den Jahren um neue Geschichten erweitert wird, hat seinerzeit für globale Begeisterung gesorgt. Und der weltweite Erfolg des jüngsten kanonischen Franchise-Ablegers Dragonball Super ist nicht zu leugnen. Dass die ersten beiden Arcs auch in Filmform existieren, hat es dem Anime anfangs aber nicht unbedingt leicht gemacht. Schließlich beginnt - logischerweise - auch der Manga mit den Kapiteln rund um das Beerus-Debüt und Freezers erneutes Comeback, wobei besagte Abenteuer hier entschieden zu gerafft erzählt werden.

Blendet man dieses Thema allerdings aus, muss man konstatieren, dass insbesondere der Auftakt, in dem der Gott der Zerstörung die Bühne betritt, sehr gelungen ist. Vor allem auch weil die neuen Charaktere, das an Anubis erinnernde Wesen und Whis, ein - wie man später erfährt - zur Neutralität verpflichteter, sehr mächtiger Engel, zu überzeugen wissen. Die abermalige Rückkehr von King Colds Sohn, die - so viel sei verraten - in DBS irgendwann Züge eines Running Gags annimmt, ist hingegen Wasser auf die Mühlen derer, die der Neuauflage vorwerfen, sich inhaltlich zu sehr auf das Aufwärmen von Altbekanntem zu beschränken. Spätestens mit dem sich an diese Episode anschließenden Turnier, in dem die besten Kämpfer der zwei benachbarten Universen 6 und 7 gegeneinander antreten, dürften sich die Vertreter dieser These endgültig bestätigt fühlen.

Zur Wahrheit gehört jedoch ebenfalls, dass Dragonball wie auch Dragonball Z im Prinzip seit jeher von sich wiederholenden Elementen gelebt haben: vornehmlich von den immer stärker werdenden Antagonisten, den stärker werdenden Protagonisten sowie besagten Kampfsportturnieren. Über allem steht folglich schon immer die Frage nach der konkreten Ausgestaltung dieser wiederkehrenden DB-Merkmale. Gemeinhin gilt unter Fans die sogenannte Cell-Saga als Maßstab für sämtliche Geschichten, die sich davor oder danach ereignen. Dass Dragonball Super bereits mit seinem dritten Arc sich so richtig würde freischwimmen können, hätten wohl auch die kühnsten Optimisten nicht erwartet.

Future Trunks ist zweifelsohne eine der beliebtesten Figuren im DB-Kosmos und einer der Hauptgründe, weshalb Fans seine erste Mission, in der die Cyborgs und Cell eine zentrale Rolle spielen, so schätzen. Dass auch sein zweiter Abstecher in die - aus seiner Perspektive betrachtet - Vergangenheit erneut als absolutes Highlight in die DB-Historie eingehen würde, dürfte dennoch einige überrascht haben. Aber - so ehrlich muss man sein - stiehlt ihm diesmal ein anderer Charakter doch sehr deutlich die Schau: Goku Black.

Dieser Band verrät nun eine Menge über dessen Herkunft, erklärt, warum er Son-Goku zum Verwechseln ähnlich sieht, wieso er in der Zukunft nahezu die gesamte Menschheit ausgerottet hat und inwiefern all das mit Zamasu, dem Kaio des Nordens aus dem 10. Universum zu tun hat. Akira Toriyama hat eine fantastische Zeitreisehandlung ersonnen und für DB-Verhältnisse auch eine ziemlich komplexe, die Dragonball Super endgültig dabei hilft, sich von seinen Vorgängern zu emanzipieren. Über Toyotarou kann man weiterhin nur sagen: Sehr viel besser hätten die bebilderten Seiten auch nicht ausgesehen, wenn sie auf das eben erwähnte Mastermind zurückgehen würden.

Boruto #3

Meine Geschichte!!

Das Duell mit Momoshiki ist noch in vollem Gange und bestimmt einen Großteil des Bandes. Das ungemein packend und dynamisch inszenierte Gefecht sorgt dafür, dass in kaum einem Panel Sprechblasen mit nennenswerten Informationen enthalten sind - sofern sie überhaupt vorkommen. Außerdem ist es enorm kurzweilig. Und die beteiligten Kämpfer haben daran ebenfalls einen bedeutenden Anteil: alle fünf Kage, dazu Sasuke und jemand, mit dem der mächtige Angreifer eher nicht gerechnet haben dürfte.

Der Kampf für sich genommen liefert folglich keinen Anlass zur Kritik. Mit Blick auf das große Ganze wäre es allerdings sicher besser gewesen, einen solchen Höhepunkt deutlich später zu platzieren. Denn so wirkt er nicht nur etwas verschenkt, es gerät auch aus dramaturgischer Sicht nun viel schwieriger, die nachfolgenden Ereignisse so zu gestalten, dass sie dem Leser nicht wie ein Rückschritt erscheinen. Denn wer direkt so schwere Geschütze auffährt, muss das Auffahren noch schwererer danach selbstredend nachvollziehbar erklären. Was das angeht, war Naruto beinahe beispiellos im Shōnen-Bereich - zumal es Masashi Kishimoto immer schon sehr gut verstanden hat, sich nicht ausschließlich auf das Aufpowern der Protagonisten zu konzentrieren.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die sich anschließenden Geschehnisse enorm belanglos anmuten und man sich - zu diesem Zeitpunkt - nur schwer vorstellen kann, dass sich daran allzu schnell etwas ändert: Naruto trifft sich mit dem Fürsten Hi no Kuni und Boruto soll auf dessen verzogenen Sohn aufpassen. Langeweile scheint vorprogrammiert zu sein, oder wiegt man die Fans einfach nur gekonnt in Sicherheit?

Fazit

Dragonball Super 3 legt die Messlatte für künftige Abenteuer ziemlich hoch und hat mit Goku Black, der hier erstmals über einen längeren Zeitraum zu bestaunen ist, einen weiteren äußerst interessanten Charakter zu bieten, der sich wunderbar in das ohnehin schon herausragenden DB-Figuren-Portfolio einfügt.

Boruto - Naruto the next Generation 3 legt mit einem starken Kampf vor, wodurch es jedoch in naher Zukunft deutlich anspruchsvoller werden dürfte, diesen zu übertreffen. Es handelt sich schließlich noch nicht um den zehnten Manga-Band, wo ein solches Event angemessen hätte vorbereitet sowie die Vorfreude der Leserschaft aufgebaut werden können.

 

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zusätzlicher Bildnachweis: 
© 2016 by Masash Kishimoto, Ukyo Kodachi, Mikio Ikemoto/SHUEISHA Inc.

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