Ray Fisher veröffentlicht offizielles Statement zu Cyborg, Warner Bros. & The Flash

In dem Fall Ray Fisher gegen Warner Bros. gibt es ein weiteres Kapitel in einem Disput, der im vergangenen Jahr begann. In der vergangenen Woche hatte sich Ray Fisher via Twitter zu den Meldungen geäußert, dass Cyborg nicht in The Flash vorkommen solle. Er teilte mit, dass er "nicht öffentlich von irgendetwas zurückgetreten" sei.

In der vergangenen Nacht nun postete Fisher auf Twitter ein umfangreiches Statement, in dem er mitteilte, dass er nun ganz offiziell nicht mehr Teil des Casts von The Flash sei. Zudem äußerte er sich ausführlich zu Walter Hamada, Vorstand von DC Films. Das Statement lautet vollumfänglich:

"Ich habe die offizielle Bestätigung erhalten, dass Warner Bros. sich dazu entschieden hat, mich aus dem Cast von The Flash zu entfernen.

Dieser Entscheidung stimme ich absolut nicht zu, aber es kommt auch nicht überraschend.

Abgesehen von der falschen Annahme - Cyborgs Beteiligung an The Flash war viel umfangreicher als ein Cameo-Auftritt - und obwohl ich die verpasste Gelegenheit betrauere, Victor Stone zurück auf die Leinwand zu bringen, wird es sich als ein viel wichtigerer Beitrag für unsere Welt erweisen, auf die Taten von Walter Hamada aufmerksam zu machen.

Am 30. Dezember 2020 habe ich klargestellt, dass ich - mit gutem Gewissen - an keiner Produktion teilnehmen kann, die mit dem derzeitigen Präsidenten von DC Films, Walter Hamada, in Verbindung steht.

Der Grund für diese Erklärung war zweierlei:
1) Walters absichtlicher Versuch, die Justice-League-Untersuchung zu untergraben, um seinen Freund und ehemaligen Co-Präsidenten Geoff Johns zu schützen.
2) Walters Versuch, sich selbst zu schützen, indem er zur öffentlichen Verbreitung von Lügen und Fehlinformationen über mich und die Justice-League-Untersuchung in dem Statement von Warner Bros. Pictures vom 4. September an The Wrap beiträgt.

Behaltet bitte im Hinterkopf, dass die Einmischung von Walter Hamada in die Justice-League-Untersuchung ein völlig anderes Thema ist als die Untersuchung selbst. Und während Walters Verhalten nicht im Mittelpunkt der Untersuchung der Justice-League-Reshoots stand, müssen seine gefährlichen und ermöglichenden Handlungen während des Untersuchungsprozesses zur Rechenschaft gezogen werden.

Am 7. Juli 2020 habe ich während eines 75 Minuten langen Telefonats mit Walter mehrfach versucht, ihn dazu zu veranlassen, meine Behauptungen über das Fehlverhalten von Joss Whedon, Geoff Johns und Jon Berg über die richtigen Kanäle zu eskalieren.

Anstatt die Situation zu eskalieren, als ich ihn darum bat, verunglimpfte Walter Joss Whedon und Jon Berg in dem Versuch, Geoff Johns zu decken. Als ich Walter darauf hinwies, dass Geoff Johns tatsächlich einen großen Anteil an den Problemen hatte - einschließlich unverhohlenem Rassismus -, versuchte Walter vergeblich, mich dazu zu bringen, die Namen von Zeugen und andere Einzelheiten preiszugeben, die dazu dienen könnten, Geoff Johns vor den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu warnen. Walter ging sogar so weit, dass er bestimmte Behauptungen von mir aufgrund seiner Berufserfahrung und persönlichen Beziehung zu Geoff scharf als unwahr abtat.

Walter gab an, dass er über Joss Whedons problematisches Verhalten informiert war, lange bevor ich mich am 1. Juli 2020 äußerte. Dieses Briefing kam wahrscheinlich von Geoff Johns, mit dem Walter als Co-Präsident von DC Films zusammenarbeitete. Unabhängig davon, wie er darauf aufmerksam gemacht wurde, wusste Walter, dass meine Vorwürfe gegen Joss Whedon berechtigt waren, dennoch versuchte er weiterhin, die Situation herunterzuspielen und abzutun - er behauptete, dass es die Aufgabe eines Produzenten sei, "den Regisseur zu schützen" und dass er alles, was mit Zack Snyders Justice League zu tun hat, "hinter sich lassen" wolle.

Erst als ich Walter zur Rede stellte, stimmte er zu, meine Forderungen wie gewünscht zu eskalieren - mit der Begründung, dass dies "über seiner Gehaltsklasse" liege. Da er wusste, dass er zu weit gegangen war und ich nicht die Absicht hatte, einen Rückzieher zu machen, machte Walter die Sache noch schlimmer, indem er einen geschmacklosen, selbstbewussten Witz darüber machte, dass er nicht wollte, dass ich ihn "auf Twitter darüber informiere."

Nun, da sind wir also …

Trotz Whedons bester Bemühungen konnte die Justice-League-Untersuchung das rassistische, zwanghafte, diskriminierende und vergeltende Verhalten von Geoff Johns während seiner Amtszeit bei den Tochtergesellschaften von WarnerMedia aufdecken. Es hat auch dazu geführt, dass sich die Wege zwischen WarnerMedia und Joss Whedon unmittelbar trennten.

Es mag zwar rechtlich und finanziell sicherer sein, Geoff Johns still und leise aussteigen zu lassen, oder Joss Whedon aus eigenem Antrieb aussteigen zu lassen - aber ich trage keine dieser Verantwortungen.

Meine Verantwortung ist und war es:
1) Zu versuchen, diejenigen zu schützen, die mutig genug waren, ihre Stimme bei der Justice League Untersuchung abzugeben.

2) Das bisschen Macht, das ich besitze, zu nutzen, um sicherzustellen, dass das Verhalten am Arbeitsplatz, das während der Justice-League-Reshoots (und der dazugehörigen Untersuchung) gezeigt wurde, nie wieder passiert.

Niemand, egal in welchem Beruf, sollte sich mit seinem Arbeitgeber streiten müssen, damit seine Klagen über Missbrauch, Rassismus und Diskriminierung in der richtigen Befehlskette nach oben getragen werden. Und niemand, egal in welcher Führungsposition, sollte versuchen, diejenigen, die solche Vorwürfe melden wollen, davon abzuhalten, dies zu tun.

Walters Aktionen haben diese Erzählung von einer Untersuchung von Fehlverhalten am Set im Jahr 2017 zur Untersuchung der heutigen Vertuschungskultur in Hollywood gemacht. Sein Beitrag zur Erklärung von Warner Bros. Pictures vom 4. September gegenüber The Wrap war falsch, feige und rücksichtslos.

Ich behaupte, dass Walter Hamada für eine Führungsposition ungeeignet ist - und ich bin jederzeit bereit, mich einem Lügendetektortest zu unterziehen, um meine Behauptungen gegen ihn zu untermauern. Ich weiß nicht, wie viele Fälle von Missbrauch am Arbeitsplatz Walter in der Vergangenheit versucht hat, zu vertuschen, aber hoffentlich wird die Untersuchung der Justice League die letzte sein.

Und wenn das Ende meiner Zeit als Cyborg der Preis dafür ist, dass ich dabei helfe, Walter Hamadas Handlungen ins Bewusstsein zu rücken und zur Rechenschaft zu ziehen - ich zahle ihn gerne. Vorwärts!

In Dankbarkeit, Ray"

Er schloss sein Statement mit einem Zitat von Mamie Till-Mobley: 

"You reach a point in life where you simply must take a stand. (Man erreicht einen Punkt im Leben, an dem man einfach Stellung beziehen muss.)"

Ob und in welcher Form Warner Bros. zu dem Statement Stellung beziehen wird, ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch unbekannt.

Justice League Filmposter
Originaltitel:
Justice League
Kinostart:
16.11.17
Regie:
Zack Snyder
Drehbuch:
Chris Terrio
Darsteller:
Ben Affleck (Batman), Henry Cavill (Superman), Jason Momoa (Aquaman), Gal Gadot (Wonder Woman), Ezra Miller (The Flash), Ray Fisher (Cyborg), J.K. Simmons (Commissioner Gordon), Amber Heard (Mera), Amy Adams (Lois Lane), Jeremy Irons (Alfred Pennyworth)
Die Justice League sind Dreh- und Angelpunkt des DC Extended Universe.

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