Kritik zu Edge of Tomorrow: Und täglich grüßt ein Alien

Tom Cruise scheint eine Vorliebe für Sci-Fi entdeckt zu haben. Nachdem er bereits im Vorjahr mit Oblivion einen Genre-Film in die Kinos brachte, folgt nun mit Edge of Tomorrow der nächste Streich. Dabei schlüpft Cruise in die Rolle von Major William Cage, welcher sich ungewollt an vorderster Front einer Armee-Operation wiederfindet. Fünf Jahre zuvor hatten Außerirdische West- und Mitteleuropa praktisch vollständig überrannt und jegliches Leben in den Städten ausgelöscht. Die Menschheit schloss sich daraufhin militärisch zusammen und konnte durch technischen Fortschritt das Vordringen der Aliens aufhalten. Nach einem Disput mit dem Oberbefehlshaber der Armee wird Pressesprecher Major William Cage degradiert und an die Front der Operation Downfall geschickt, welche den Beginn der Rückeroberung Europas darstellen soll. Ohne jegliches Kampftraining stirbt Cage jedoch bereits nach wenigen Minuten, nur um daraufhin zu erwachen und festzustellen, dass er sich in einer Zeitschleife befindet. Fortan führt jeder weitere Tod von ihm dazu, dass er denselben Tag noch einmal durchlebt. Somit bleibt ihm nur die Möglichkeit, immer weiter zu kämpfen.

Edge of Tomorrow wurde bereits mehrfach als Independence Day trifft Täglich grüßt das Murmeltier trifft Starship Troopers beschrieben. Sehr selten sind solche Beschreibungen so zutreffend wie in diesem Fall. Allerdings ist dies gerade eine der großen Stärken des Films. Der Zeitschleifen-Faktor gibt der Invasionsgeschichte einen neuen Twist und sorgt für einige interessante Szenen. Generell ist die Handlung erheblich spannender und weniger vorhersehbar geraten als zum Beispiel in Oblivion. Die Actionszenen wurden durch Regisseur Doug Liman (Die Bourne Identität, Mr. & Mrs. Smith) mitreißend inszeniert und können sich auch optisch sehen lassen. Dabei muss der Film aber auch der Tatsache Rechnung tragen, dass unbedingt eine Altersfreigabe ab 12 Jahren erzielt werden sollte. Die Kriegsszenen sind aus diesem Grund sehr blutarm. Aufgelockert wird die Geschichte zudem mit einer gehörigen Prise Humor. Dies wird aber nie übertrieben, sodass der Film zu keiner Zeit zu sehr in Richtung Komödie oder gar Klamauk abzudriften droht. Edge of Tomorrow findet die ideale Mischung zwischen dramatischen, actionreichen und humorvollen Szenen.

Schauspielerisch stehen vor allem Tom Cruise und Emily Blunt im Mittelpunkt. Weitere Rollen wurden mit Brendan Gleeson oder Bill Paxton ebenfalls passend besetzt, spielen jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Edge of Tomorrow lebt vor allem aufgrund seiner beiden Hauptdarsteller. Gerade Emily Blunt, die ja bisher eher selten in solchen actionreichen Rollen zu sehen war, macht wirklich einen ausgezeichneten Job. Tom Cruise spielt Major William Cage ebenfalls facettenreich und zeigt glaubhaft, wie der eher süffisante Feigling sich in Kampfmaschine verwandelt.


Wenn man bei Edge of Tomorrow etwas kritisieren kann, dann sind es vor allem die Aliens. Diese bleiben den ganzen Film über sehr blass und eindimensional. Gerade bei dem Design wäre durchaus etwas mehr Innovation nicht schlecht gewesen. Dazu bekommt der Film hin und wieder Logikprobleme, wenn man etwas genauer über die getroffenen Entscheidungen der Charaktere nachdenkt. Dabei handelt es sich jedoch um ein Problem, mit dem die meisten Filme zu kämpfen haben, in denen Zeitreisen oder -schleifen eine Rolle spielen. Solche Dinge sollten jedoch niemanden davon abhalten, Spaß an Edge of Tomorrow zu haben. Der Film gehört definitiv zu den Überraschungen in diesen Sommer und damit zu den besseren Blockbustern des Jahres.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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