Rezension: The Walking Dead Season 2

Schmackhaftes Frischfleisch auf dem Heimkinomarkt: Parallel zum Start der dritten Staffel im deutschen Pay-TV ist die zweite Staffel The Walking Dead auf DVD, Blu-ray und als digitaler Download erschienen. Wir haben uns das 4-Disc-DVD-Set ganz genau angesehen. Das Case mit den vier Scheiben (zwei DVDs liegen an jeder Seite übereinander) kommt in einem Pappschuber im Season 2-Design in den Handel - leider prangert sowohl auf diesem Schuber, als auch auch auf dem Cover das FSK-18 Logo. Ein Wendecover fehlt. Was der Klappentext verspricht, hält die Box: Sie enthält neben der kompletten Staffel zwei eine ganze Reihe an Specials und Features, die mit einer Laufzeit von über 100 Minuten nicht nur erfreulich umfangreich ausgefallen sind, sondern auch einen waschechten Kaufgrund darstellen. Das Material ist unterhaltsam und informativ zugleich und zeigt, wie es hinter den Kulissen vor sich geht. Alle 13 Episoden sind auf deutsch und englisch (Dolby Digital 5.1) enthalten, deutsche Untertitel sind optional einblendbar. Die Folgen können zusätzlich mit einem Audiokommentar von Produzent Glen Mazzara abgespielt werden. Das Bild zeigt sich auch auf der DVD scharf und kontrastreich. In The Ink is alive erklärt Comicautor und Executive Producer Robert Kirkmann Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen seinen Büchern und Episoden der Fernsehserie. Dazu sind Comicstrips und Seriensequenzen eingeblendet, an denen der Zuschauer Kirkmans Erklärungen sogleich nachprüfen kann. Das analytische Feature zeigt sich detailreich und informativ. The Effects of the Sounds ist eine Doku über das Sounddesign und die Entstehung der Klänge. Den Machern gelingt ein erhellender Blick hinter die Kulissen einer Handwerkskunst, die im fertigen Produkt dem Zuschauer oft weniger präsent ist, als Kamera und visuelle Effekte, aber dennoch elementaren Einfluss auf die Atmosphäre hat. Sounds sind oft wichtige Elemente, die zahlreiche Situationen erst so richtig funktionieren lassen. Die Musik zum Film zeigt Mitschnitte von Proben zu den Aufnahmen des Score. In Interviews erklären Mitwirkende wie der Komponist und Produzenten die Ausrichtung und instrumentale Umsetzung der musikalischen Serienuntermalung. Aufnahmen des aktiven Orchesters sind mit fertigen Episoden-Ausschnitten zusammengeschnitten, woran der Zuschauer den Entstehungsprozess nachempfindet. Kurzclips über die Arbeit an Kostümen von Zombies und Menschen, diversen Special Effects, Figuren und Plots dieser zweiten Staffel und zahlreiche Deleted Scenes runden das Zusatzmaterial ab, die sich als wirklich informativ und zeitgleich unterhaltsam zeigt, sowie mit einer Laufzeit von ca. 100 Minuten sehr umfangreich ausgefallen ist. Nachdem sich am Ende der ersten Staffel weder Atlanta noch die CDC als der ersehnte sichere Rückzugsort erweisen, macht sich die Gruppe um die Cops Rick (Andrew Lincoln, Moonshot - Der Flug von Apollo 11) und Shane (Jon Bernthal, Der Ghostwriter) auf den Weg ins ländliche Umland. Nahe eines Highways trifft die arg dezimierte Gruppe auf der Farm von Hershel Greene (Scott Wilson, Dead Man Walking) ein. Schnell wird klar, dass schwerwiegende Interessenkonflikte zwischen den auf der Farm lebenden Menschen und Ricks Gruppe zunächst das Zusammenrücken verhindern. Doch dann passieren abermals unerwartete Dinge und man ist gezwungen, die Differenzen beizulegen und gemeinsam um das Überleben aller einzustehen. Ein Ziel, das schon bald ins Wanken gerät. Horden von Beissern und unerwartete Probleme unter den zahlenmässig deutlich unterlegenen Menschen lassen zahlreiche Schockmomente entstehen, die für einige der Beteiligten nicht gut ausgehen. Die Verbleibenden müssen näher zusammen rücken, doch stehen immer noch Egos und Geltungsdrang im Weg, auch wenn die Beisser schon an der Tür kratzen...Damit schlägt die Staffel einen deutlich ernsteren Ton ein, als es die Premierenstaffel getan hat. Ängste, Panik, Enge und das Ringen um die Vorherrschaft innerhalb der Gruppe sind existenter denn je. Die ständige Hetze von einem Ort zum nächsten, das Hoffen auf den sicheren Rückhalt, den Ort ohne Beisser, an dem die Gruppe ihr Leben in halbwegs sichere Bahnen bringen kann, weicht nun dem Psychospiel der Figuren. Nicht nur anfängliche Interessenkonflikte zwischen den Farmbewohnern und Ricks Gruppe sorgen für handfeste Auseinandersetzungen. Auch untereinander sind sich die einzelnen Gruppenmitglieder nicht grün. Von unterschwelligen Differenzen bis offen ausgetragenen Auseinandersetzungen erzählt diese zweite Staffel facettenreich und authentisch. Beklemmend wirken die Situationen, in denen denen auf der Farm eingepferchte Menschen, die eigentlich zueinander stehen und an einem Strang ziehend, gegenseitig das Überleben sicherstellen sollten, gegeneinander arbeiten. Im weiteren Verlauf der Folgen bilden sich ungeahnte Allianzen und niemals geahnte Gegensätze werden offensichtlich. Unausweichliche Entscheidungen, das Loslassen von Sachzwängen und unerwartete fatale Wesenszüge sind nur einige der elementaren Dreh- und Angelpunkte, die den schiere Kampf ums pure Überleben nochmals erschweren.Fotocredit: WVG Medien GmbH

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